Welches Teleskop?

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snugen

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Hallo liebe Astronomen,

ich habe mich schmunzelnd durch einen Wust von Forenbeiträgen gekämpft und bin so klug als wie zuvor. Schmunzeln musste ich, weil es auch in Astronomieforen teilweise zugeht, wie auch in allen anderen Foren, das war zumindest etwas beruhigend.

Und viel klüger bin ich nicht, weil ich immernoch nicht weiß, weclhes Teleskop nun für mich das richtige ist, ich habe sehr wohl einen kleinen Überblick bekommen und konnte auch hier und da rauslesen, was das eine Teleskop interessanter macht, als das andere. Von vorne herrein waren mir die Newton Modelle mit parallaktischer Montierung sehr sympatisch, das leichte Nachführen macht für mich einfach Sinn, auch wenn man sich wohl erstmal einfuchsen muss. Allerdings habe ich auch das Gefühl bekommen, dass ich nur einen Bruchteil von dem sehen könnte, was mir ein Dobson Modell zeigen würde.

Die Frage, die für mich im Moment im Raum steht und die vielleicht für jeden Anfänger am ausschlaggebensten ist ist: Welche kauf werde ich eher bereuhen?

Kaufe ich ein Dobson und merke irgendwann, dass das die parallaktische Führung doch praktischer gewesen wäre oder kaufe ich ein Newton und bin nach 4 durch Zufall sternenklare Monate enttäucht, weil ich das meiste was ich mit 130mm Öffnung sehen kann schon im Sucher hatte?

Am wichtigsten für mich ist beim Einstieg der erste Blick und die Gewissheit, dass es noch viel zu entdecken gibt, weit weg von Deepsky und Fotografie.

Natürlich ist es gut, wenn man einen Überblick hat, aber welche Details dann für einen selbst interessant werden stellt sich doch eh erst raus, wenn man später genauer weiß, welchen Teil oder welche Entferung am Himmel man am interessantesten findet.

Für mich wäre im Moment also eine "mit diesen Modellen machst du erstmal nichts falsch und gehst jeweils diese kompromisse ein"-Liste ideal. Gerade weil ich nicht weiß ob mich die Astronomie wirklich so packt, wie ich es hoffe, wenn ich das erste mal einen Jupitermond sehe, bin ich gerade am Anfang sehr vorsichtig mit der Investition. Sollte man dann feststellen, dass es einen wirklich gepackt hat, steigt die Investitionsgrenze von alleine.

Sicherlich will man sich am Anfang auch nicht das billigste holen, aber muss es wirklich in die 600€ gehen um sich selbst sanft in das Thema ein zu führen?

Sicher ist es toll von den Erfahrungen anderer zu profitieren, allerdings heißt das anscheinend bei diesem Hobby auch, dass man direkt mal das doppelte von dem ausgeben muss um das Equipment zu haben, was andere zufrieden stellt, obwohl man selbst noch garkeinen Anspruch entwickelt hat. Sicherlich hat man auch irgendwann selbst den Anspruch an besseres Equipment, aber für mich ist im Moment egal, ob mir 80% des Himmels noch verborgen bleiben, hauptsache ich sehe erstmal überhaupt was und sei es schlechter, weil ich nur 1,25" Oklare habe.

Es gehört doch generell zu jedem Hobby dazu, sich nach und nach besseres Equipment zuzulegen, warum nicht also auch hier erstmal kleine Brötchen backen?

Long story short:

Mir als blutiger Neuling würde es einfach reichen, wenn ihr mir sagt, welcher Kauf nicht absolut am Ziel vorbeigeht, der Rest kommt sicherlich von allein :)

Abendliche Grüße

Snugen


 
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Re: Alles Dobson .. oder was ?

Hallo Snugen,


im Endeffekt läuft eine Beratung ja auf nichts anderes raus: es werden halt Vor- und Nachteile erörtert die verschiedene Teleskope die ins Budget passen bieten.

Zitat von Snugen:
Von vorne herrein waren mir die Newton Modelle mit parallaktischer Montierung sehr sympatisch, das leichte Nachführen macht für mich einfach Sinn, auch wenn man sich wohl erstmal einfuchsen muss. Allerdings habe ich auch das Gefühl bekommen, dass ich nur einen Bruchteil von dem sehen könnte, was mir ein Dobson Modell zeigen würde.

Wenn Du Dir sicher sein willst: durchschauen!

Am besten durch beide Varianten um auch mal einen Dobson geschubst zu haben, dann merkst Du ob das FÜR DICH Krampf ist oder Du die größere Öffnung vorziehst und auf die automatische Nachführung verzichtest. Volkssternwarte aufsuchen oder mal hier: http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/ubbthreads.php/forums/17/1/Treffpunkt versuchen eine Möglichkeit zum Mitbeobachten zu organisieren.

Mal son richtig doofer Vergleich: ist wie Schuhe kaufen, anprobieren hilft :/



Viel Spaß beim weitergrübeln

Felix
 
Re: Alles Dobson .. oder was ?

Hi Snugen,
erstmal willkommen hier im Forum. Ist ja spannend, deine Sicht der Dinge, weil sie mir als ebenfalls Noch-Newbie tatsächlich sehr bekannt vorkommt.

Nimm mal die Keilerei einfach heraus, das gehört dazu und ist - wie du ja selbst sagst - in jedem Forum zu finden. Die Streitigkeiten zeigen aber auch, dass es bei der Astronomie tatsächlich außergewöhnlich komplex zugeht. Die Physik läßt es einfach nicht zu, dass "All-in-One"-Lösungen alle Wünsche befriedigen. Daher spielt Erfahrung und Wissen eine außergewöhnlich große Rolle, nach meinem Empfinden.

Und deshalb werden dir hier alle nur denkbaren Optionen um die Ohren gehauen, eben weil jede Lösung "ihren Himmel hat", aber eben auch ihren Beobachter und seine persönlichen Neigungen. Da gibts dann Parallaktiker und Dobsonauten (beide übrigens mit den gleichen Newton-Teleskopen), Linsenfreaks für Richfield-Kucken, Fans von Schmidt-Cassegrains und Maks und oben drauf die Fotofraktion, über die wir hier als Anfänger noch nicht sprechen sollten, da ultrakomplex und aufwändig.

Aber zur Sache: Ich habe das oben Gesagte sehr schnell kapiert und daher schlicht und günstig ein gebrauchtes Linsenteleskop mit Parallaktik bei Ebay geschossen. Das Teil dann auseinander genommen und optimiert und viel gelesen, jede Himmelsbeobachtung mit genommen und habe dabei innerhalb kürzester Zeit viel lernen können. Jetzt erst weiß ich, was ich will und gebe etwas mehr Geld aus für ein Equipment, was dann aber auch zu mir passt!

Der Trick der Dobsonauten ist einfach: man bekommt die größte Lichtöffnung für das wenigste Geld. Man kann es Ihnen nicht verdenken, denn das ist so. Problem hierbei ist nur, dass hiermit suggeriert wird, dass weniger Öffnung als sagen wir mal 8" einfach zu wenig wäre für den Ottonormal-Spechtler. Genau hier werbe ich hingegen für einen Schritt zurück, denn man kann bereits mit einem kleinen Teleskop etwas sehen. Mond und Planeten sowie das erste Mal der Orion-Nebel haben mich - und meine Familie sowie Freunde und Bekannte - mit meinem kleinen 70/700er Linsenteleskop auf vernünftiger Parallaktik schlicht begeistern können.

Das ist das Ziel dieses Threads und dieses Einsteigerforums: In den Abgründen der tausend Optionen für dich etwas heraus zu filtern, was dein Ding sein könnte.

Wenn du mich fragst: ein Fraunhofer (FH) f10 (70/700 oder 90/900 o.ä.) auf einer parallaktischen Montierung (EQ2, EQ3, EQ3-2, Mon 1 o.ä.) oder ein kleiner Newton auf Parallaktik (geile, spannende Technik und Physik) oder auch ein Dobson (wer es schlicht und groß haben will), gebraucht oder auch neu, könnte bereits reichen, deine Affinität zum Thema zu testen. Dann kucken, erleben, lesen, fragen... so kam ich sehr schnell ins Thema... ins Licht, wenn du so willst...

Gruß aus der Nordheide

Logi
 
Re: Alles Dobson .. oder was ?

Und nicht zu unterschätzen: Man muß lernen, zu sehen. Sonst hilft die ganze Öffnung nichts!
Krasses Beispiel aus eigener Erfahrung: Ich habe mich gestern Nacht fast eine Viertelstunde mit meinem 80mm Refraktor am Rosettennebel festgesaugt, den ich vor ca. 3 Monaten mit einem 10-Zöller nicht gefunden habe :-)
Es geht mit kleinen Öffnungen viel, wenn man will.

Willkommen im Club,

CS,
Tilo
 
Re: Alles Dobson .. oder was ?

Hallo Snugen,

wilkommen im Forum :)

Und viel klüger bin ich nicht, weil ich immernoch nicht weiß, weclhes Teleskop nun für mich das richtige ist,

wie sind denn Deine Rahmenbedingungen? Du könntest ja gleich als Tester für den geplanten Fragebogen herhalten ;)

Machen unsere Fragen z.B. nach dem geplanten Beobachtungsort (Balkon, Garten, Transport zu einem dunkleren Ort) für Dich Sinn?

Von vorne herrein waren mir die Newton Modelle mit parallaktischer Montierung sehr sympatisch, das leichte Nachführen macht für mich einfach Sinn, auch wenn man sich wohl erstmal einfuchsen muss. Allerdings habe ich auch das Gefühl bekommen, dass ich nur einen Bruchteil von dem sehen könnte, was mir ein Dobson Modell zeigen würde.

Wenn Du einen Newton parallaktisch montieren möchtest wegen der Nachführung, dann geht das bis 6 Zoll noch in der Preisklasse bis grob 400 Euro. Damit kannst Du mit etwas Erfahrung dann Sonne (Achtung, nur mit Sonnenfilter vor der großen Teleskopöffnung), Mond und Planeten sowie rund 80 % der Messierobjekte sehen. Bis Du die alle mehrmals ausgiebig beobachtet hast, vergehen mehrere Jahre.

Für das selbe Geld erhältst Du einen Dobson mit der doppelten Öffnung in Rockerbox (wenn Du etwas Bastelgeschick hast und mit dem Schubsen klarkommst). Da drin sind die Objekte heller, Du kannst etwas höher vergrößern.

Die Frage, die für mich im Moment im Raum steht und die vielleicht für jeden Anfänger am ausschlaggebensten ist ist: Welche kauf werde ich eher bereuhen?

Bereuhen im Sinne von Wiederverkauf? Je spezieller das Teleskop ist, dest länger dauert es, bis Du es wieder los bist. Ein "Allerweltsteleskop", z.B. ein 6" f=5 Newton wirst schnell wieder los ;)

Am wichtigsten für mich ist beim Einstieg der erste Blick und die Gewissheit, dass es noch viel zu entdecken gibt, weit weg von Deepsky und Fotografie.

Egal, ob Du mit einem Linsenteleskop (80 oder 90 mm Öffnung), einem kleinen Newton parallaktisch montiert oder mit einem Dobson anfängst, Du mußt das Sehen durch ein Teleskop lernen. Such mal nach "indirektem Sehen". Das dauert ein paar Abende, ehe Du das gut beherrschst. Wenn Du mit den helleren Objekten einsteigst, hast Jahre Zeit, Dich bis zu den fuzzelkleinen und lichtschwachen Objekten vorzuarbeiten, ehe Du wirklich ein Teleskop mit mehr Öffnung für weitere Objekte brauchst. :Trost:

Für mich wäre im Moment also eine "mit diesen Modellen machst du erstmal nichts falsch und gehst jeweils diese kompromisse ein"-Liste ideal.

Dazu brauchen wir die oben genannten Rahmenbedingungen...

Sicherlich will man sich am Anfang auch nicht das billigste holen, aber muss es wirklich in die 600€ gehen um sich selbst sanft in das Thema ein zu führen?

Nein. Aber 300-400 Euro solltest Du schon investieren, Du brauchst ja neben dem nackten Teleskop auch Zubehör. (Montierung, Stativ, Okulare, Bücher, Rotlichtlampe...)

Es gehört doch generell zu jedem Hobby dazu, sich nach und nach besseres Equipment zuzulegen, warum nicht also auch hier erstmal kleine Brötchen backen?

Das ist ein vernünftiger Ansatz, aber eine gewisse Mindestqualität (Metall statt Plastik bei Stativ und Montierung, brauchbarer Spiegel, Okulare) kosten halt schon ein bissy ;)

Clear Sky
Fee
 
Re: Alles Dobson .. oder was ?

Hallo!
Wenn du noch gar keine Erfahrungen hast, dann wär ein Lidl Teleskop für 50 Euro ersteigert bei Ebay vielleicht erstmal die beste Lösung.
Mit dem Teleskop kann man schon einiges sehen wie den Orion Nebel, Planeten und Mond. Dabei kannst du dich selbst mal mit der paralkatischen Montierung auseinandersetzen. Nachführung und Wackelfaktor zu Gemüte führen. Ausserdem lernst du erstmal wie Objekte in Natura aussehn und nicht auf Fotos. Du wirst dich am Himmel schonmal besser zurechtfinden und wenn das dann alles was Für dich ist, kannst du mit präzisen Vorstellungen zum Teleskopkauf übergehn.

Gruß Deadlock

Edit: rechtschreibung
 
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Re: Alles Dobson .. oder was ?

Hallo Snugen,

wenn ich jemandem der Kontakte zwecks praktischer Erfahrung vor einem Kauf scheut, obwohl er durch viel Lektüre eher noch unsicherer geworden ist, unbedingt etwas raten sollte oder müsste, dann würde ich spätestens an dem Punkt wo ich noch lese, dass Enttäuschung befürchtet wird und schon mal Dobson oder Parallaktik erwogen wurde, aus eigenem Interesse sehr vorsichtig werden.
Ich traue solchen Typen nicht von vorne herein zu, dass sie sich reinknien, aus wenig viel machen können, Geduld und Ruhe haben, sich den Unterschied zwischen dem Wattebausch Kugelsternhaufen und dem Wattebausch Galaxie aus dem Sternatlas heraussuchen und damit zufrieden sind.

Ich würde ihm daher sagen, dass er 600 € nicht ausgeben muss, sondern zunächst mal nur 300-400 €. Und ich würde ihm empfehlen, auf dem Gebrauchtmarkt so viel Öffnung wie möglich fürs Geld zu suchen.
Alles was ihm zwischen 6" und 8", ob parallaktisch oder als Dobson, F/5 bis F/8, soll er sich ansehen und was ihm öffnungs-, montierungs- oder zubehörmäßig günstig erscheint, soll er kaufen.
Vorher schon mal einen "Vizi" oder "Karkoschka" und eine drehbare Sternenkarte sowie eine Freeware auf den Computer.

Dabei riskiert er etwas Wartezeit und 100 € Verlust im Wiederverkauf wenn er merkt, dass er kein Hobbyastronom werden wird.

Der Typ wird sehr wahrscheinlich eine zu wacklige Monti kriegen oder bei nur drei Okularen zwei unnötige Brennweiten haben, irgend so ein Murks passiert immer wenn man es alleine schaffen will und ganz bestimmt wird er kein Held im Justieren sein und im Finden von Objekten.
Er wird aber am Mond, den Planeten, den am einfachsten aufzusuchenden hellen DS Objekten genug Licht und Auflösung haben um eine Ahnung zu bekommen, ob da was geht das ihn interessiert, etwas das die Mühe lohnt sich mit dem Teleskop weiter zu befassen um bessere Anblicke zu erzielen, oder ob das kalter Kaffee ist.

Ist aber auch egal, ich berate ja solche Typen nicht. ;)

Gruß
*entfernt*
 
Re: Alles Dobson .. oder was ?

Liebe Astronomen,

danke für eure Ratschläge und Denkanstöße, gern halte ich als Proto-Anfänger auch für den Fragebogen her.

Heute ist mein erstes Buch zum Thema "Fernrohr Führerschein in 4 Schritten" bei mir aufgeschlagen. Eigentlich wollte ich mit dem Buch beginnen, allerdings ließ die Neugier mich nicht warten, deshalb war ich auch zuvor hier im Forum.

Lieber Günther,

auch danke ich dir für deine Anmerkung. Die Astronomie ist bei mir kein Schnellschuss oder ein jugendlicher Flitz, ich interessiere mich schon lange für all die Sachen, die dort im All vor sich hin fallen, nur ist der Entschluss sie letztendlich auch sehen zu wollen erst in den letzten Monaten herran gereift, ich halte mich für erwachsen genug, um einschätzen zu können, wie viel Geduld und vielleicht auch Frust auf mich zukommen kann und halte mich dem für gewachsen. Natürlich auch das nur mit Vorbehalten, mann weiß ja nie.

Ich würde auch gern probeweise durch ein paar Geräte schauen, allerdings ist Zeit bei mir beruflich ein heikeles Thema und ebenfalls ist meine Mobilität durch kein vorhandenes Auto sehr eingeschränkt. Sollte sich allerdings in Berlin und umgebung jemand finden lassen, bin ich der letzte, der verneint. Ich hatte allerdings auch gestern einfach nicht die Muse mich durch alle Threads des Treffen-Unterforums zu wühlen.

Danke und Gruß

Snugen
 
Re: Alles Dobson .. oder was ?

Hallo Snugen,

Spasseken gemacht, aber mit ernstem Hintergrund! :)
Die Hinweise auf Berlin und das fehlende Auto sind z.B. überaus wichtig für eine sinnvolle Beratung.
Da wird es mit 6" parallaktisch oder einem 6" F/6-8 Dobson-Teleskop, auch mit einem 5" Refraktor je nach dem schon ziemlich mühsam an einen einigermaßen geeigneten Beobachtungsort zu kommen.
Die Auswahl der Teleskope beschränkt sich da höchstwahrscheinlich auf zerlegabar und/oder klein.
Du siehst, ich hätte Dich mangels Info fehlberaten, hab ich aber nicht. ;)
So ein Fragebogen hat schon was.

Gruß
*entfernt*
 
Re: Alles Dobson .. oder was ?

Hallo Günther,

ich denke der fehlende Beobachtungsplatz wäre nicht das Problem, meine Freundin hat außerhalb der Stadt einen kleinen Garten von dem aus der Himmel nicht alzu stark beleuchtet ist und auch nicht allzuviel im Weg steht, allerdings würde ich das Teleskop auch schon ab und an gern auf meinem Balkon aufstellen und da erscheinen mir die 30kg Dobson Modelle schon etwas zu schwer.

Wie sieht es generell mit Komplettangeboten aus, gibt es da immer einen Haken oder sind die relativ vernünftig? Bin mir nicht sicher, ob man hier Shopnamen nennen darf, ich hab da ein Newton Modell mit 130/920 auf einer EQ-3 Montierung für einen vertretbaren Preis gesehen. Reicht die aus oder sollte man sich lieber Teleskop, Montierung und Okulare seperat kaufen?
 
Hallo Snugen,

Berlin sagst Du. Schau mal hier:
http://www.teleskoptreffen.com/index.php?show=./usersites/standort/beobachtungsstandort.html

allerdings würde ich das Teleskop auch schon ab und an gern auf meinem Balkon aufstellen und da erscheinen mir die 30kg Dobson Modelle schon etwas zu schwer.

30 kg ist vllt ein bisserl hoch gegriffen, bzw ich weiß nicht, welchen Dobson Du da im Sinn hattest. Generell aber kann und wird man zumeist beim Dobson Teleskop und Rockerbox nicht gleichzeitig tragen.

Wie sieht es generell mit Komplettangeboten aus, gibt es da immer einen Haken oder sind die relativ vernünftig?

Leider beides, es kommt immer auf das Angebot selbst an.

Bin mir nicht sicher, ob man hier Shopnamen nennen darf, ich hab da ein Newton Modell mit 130/920 auf einer EQ-3 Montierung für einen vertretbaren Preis gesehen. Reicht die aus oder sollte man sich lieber Teleskop, Montierung und Okulare seperat kaufen?

Wie gesagt, es kommt immer darauf an, wie das Angebot zusammen gestellt ist. 130/920 auf EQ3 (so es wirklich eine ist) hört sich aber schon mal nach richtiger Richtung an. Wenn nun die beigelegten Okulare keine allzugroßen Bananen sind, könnte die Komdi durchaus zum Einstieg taugen. Poste mal einen Link dazu.


 
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Re: Alles Dobson .. oder was ?

Hallo Snugen,

ich denke der fehlende Beobachtungsplatz wäre nicht das Problem, meine Freundin hat außerhalb der Stadt einen kleinen Garten von dem aus der Himmel nicht alzu stark beleuchtet ist und auch nicht allzuviel im Weg steht, allerdings würde ich das Teleskop auch schon ab und an gern auf meinem Balkon aufstellen und da erscheinen mir die 30kg Dobson Modelle schon etwas zu schwer.

Da Du in Berlin, auf einem Balkon (hast noch einen oben drüber oder kannst den Zenit sehen?) und aus einem Garten heraus (mit etwas "Transportorganisation") beobachten möchtest, fallen die 30 kg Dobsons sicher weg. ;)

Damit der Transport nicht zu beschwerlich wird, sollte die Obergrenze bei 15 bis 20 kg liegen für das gesamte Geraffel.

Je nach Platz auf dem Balkon machen vermutlich nur kurzbauende Teleskope (f=5 bis f=8) wirklich Sinn. Mess doch bitte mal aus, wie viel Platz zwischen Balkongeländer und Hausmauer vorhanden ist.

Wenn Du vom Balkon aus nach Südosten, Süden und Südwesten sehen kannst, sind Sonne, Mond und Planeten mal meine erste Beobachtungsempfehlung. Zusätzlich noch helle Deepsky-Objekte.

Mit 4-6 Zoll Öffnung und 750 mm Mindestbrennweite ist unter Beliner Himmel (den kenne ich aus eigener Erfahrung sowol mitten in der Stadt als auch vom Randgebiet) da durchaus was zu machen. :)

Wie sieht es generell mit Komplettangeboten aus, gibt es da immer einen Haken oder sind die relativ vernünftig?

Bei den Angeboten im unteren Preissegment ist die angebotene Montierung meist eine Nummer zu klein. Das drückt den Preis.
Das hier ist so ein Beispiel.

Das Teleskop selber ist für einen Einsteiger durchaus in Ordnung. Aber die Montierung drunter wird damit bis an die Grenze ihrer Belastbarkeit ausgereizt. Beim Scharfstellen fängt alles an zu schwingen. Der kleinste Windhauch bringt ebenfalls fürchterliche Schwinger. Das macht nicht wirklich Freude...

Daher solltest Du für ein solches Teleskop eine bessere Montierung nehmen. Also den Händler anschreiben und um ein Angebot mit einer besseren Montierung bitten. Z.B. die Montierung aus diesem Angebot oder diesem Angebot.

Oder Du investierst etwas Zeit und schaust im "Biete Board" vorbei. Es werden immer wieder solche Montierungen und auch entsprechende Newtons angeboten...

Bin mir nicht sicher, ob man hier Shopnamen nennen darf, ich hab da ein Newton Modell mit 130/920 auf einer EQ-3 Montierung für einen vertretbaren Preis gesehen. Reicht die aus oder sollte man sich lieber Teleskop, Montierung und Okulare seperat kaufen?

Mir persönlich wäre diese Kombination etwas zu wackelig. Vom Gewicht her ist die EQ-3 Montierung halt absolut am Anschlag und der lange Hebel vom Newton macht sich negativ bemerkbar. Für diesen Newton würde ich auch eine der oben verlinkten Montierungen nehmen. Ruhig gebraucht, dann ist es nicht viel teurer als Dein anvisiertes Angebot...

Clear Sky
Fee
 
Re: Alles Dobson .. oder was ?

Guten Morgen,

hier der Link, zu dem Teleskop http://www.astroshop.de/omegon-teleskop-n-130-920-eq-3/p,13763

Mein Balkon ist mit 1,60 relativ breit, in den Zenit kann ich allerdings leider nicht, weiß nicht ob man da sinnvoll einen kurzen Refraktor nehmen kann hinter den man sich noch klemmen muss? Da bieten sich Spiegelteleskope mehr an, da ich den Platz für eine höhere Brennweite besser ausnutzen kann oder?

Danke für eure Hilfe.
 
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Re: Alles Dobson .. oder was ?

Guten morgen auch,


Zitat von snugen:

Also, was auf Anhieb ins Auge sticht ist der doch sehr kurz gefasste Abstand der Rohrschellen. Das ist ein für meinen Geschmack absolut unnötiger Schwachpunkt, der leicht hätte umgangen werden können.

Die EQ3 ist hier doch als grenzwertig zu betrachten. Du musst Dir vorstellen, daß eine Montierung die Aufgabe hat an einem physikalisch recht ungünstigen Punkt einen Hebel, das Teleskop ruhig zu halten. Bei Windstille und nicht zu häufigem Handling am Teleskop mag das noch irgendwie gehen, läuft aber der Okularauszug dazu noch etwas schwergängig, kann es leicht passieren, daß Du beim Fokussieren das Teleskop verstellst und das für einen Anfänger sicherlich mühevoller gesuchte Objekt wieder aus dem Bildfeld verschwunden ist.

Ich habe mal 'aus Spaß' versucht, einen kürzeren 150/750mm Newton auf so eine Montierung zu packen und festgestellt, daß hier schon die Gegengewichtsstange mit den dafür aufgesetzten Gewichten überfordert ist, sie bringt beim Handling am Teleskop weitere Schwingungen in das System.

Wenn dieses Teleskop trotzdem als Grundgedanke für Dich in Frage kommt sollte besser eine EQ3-2 oder NEQ3 drunter, wobei ich letztere selbst noch nicht aus der Nähe gesehen habe.

Bei den Okularen sollte man ebenfalls tauschen. Die Beigelegten Okulare der Bauart Kellner sind minderwertig. Das mag an einem Teleskop mit moderatem Öffnungsverhältnis zwar funktionieren, das Aufsuchen von Objekten mit gerade mal ~40° scheinbarem Gesichtsfeld empfinde ich als unnötige Geduldsprobe. Hier dürften es für den Einstieg doch schon Plössl-Okulare sein und zur Übersicht ein Weitwinkelokular.

Doch zurück noch einmal zur Montierung.
Bevor wir nun als nächstes beim Artillerieschiessen landen, ich meine damit typische Diskussionsverläufe, in denen alle paar Beiträge dann das nächste Teleskop vorgestellt wird, das wir dann rezensieren oder ....verreissen ;) Hier mal eine Übersicht zu gängigen Teleskop-Montierungskombinationen:

http://www.deepsky-brothers.de/SinnvKombiTEL_Monti.htm
 
Re: Alles Dobson .. oder was ?

Hallo Snugen,

überleg dir bitte bei dem Teleskop auch, wie hoch du beobachten kannst, wenn direkt über dir ein Balkon ist. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass der beobachtbare Himmelsauschnitt in so einem Fall sehr klein ist. Horizontnah ist es zu hell in der Stadt, da geht praktisch nix (da wird Berlin mit Sicherheit extremer als Regensburg sein) und in Zenitnähe kannst auch vergessen. Und denk auch dran, dass du beim Newton vorne reingucken musst. Da hängste schon ein bissl übers Geländer. In welche Richtung geht dein Balkon? Evtl. stört da dann die Gegengewichtsstange an der Montierung.

Ich bin inzwischen so weit, dass ich oft vors Haus gehe zum Spechteln, habe aber trotz Wohnung in der Stadt eine große Wiese vorm Haus (auch wenn die Tanke gegenüber nicht gerade den Beobachtungsgenuß verbessert, außer man will sich um Mitternacht noch ein Bier holen). So leicht geht es wahrscheinlich nicht für jeden. Bei mir ist es dann ein 4" Mak auf EQ2 geworden, mit dem ich soweit sehr zufrieden bin. Klar dass man damit nicht die Welt sieht. Aber ich sag mal so: Deepsky ist in meiner lichtverseuchten Lage eh nicht sinnvoll drin. Bei mir hat sich inzwischen ein gewisser Hang zu Doppelsternen entwickelt, das geht dann auch sinnvoll in der Stadt ;)

Ich wünsch dir noch viel Erfolg bei der Suche nach dem richtigen Einsteigerteleskop!

Viele Grüße vom Balkonspechtel-Leidensgenossen
Markus
 
Re: Alles Dobson .. oder was ?

Hallo Snugen,

ich kenne das Teleskop. Ich kenne es noch ohne T2-Gewinde.
Das Gerät hat einen Kugelspiegel, was schon minderwertiger gegenüber einem Parabolspiegel ist. Was allerdings bei dem Gerät das ich kenne viel brisanter ist , war der OAZ aus Kunstoff. Desweiteren war die Zahnstange ebenfalls aus Kunststoff. Du kannst bei dem Shop einfach anrufen und nachfragen, die geben dort eigentlich immer Auskunft. Die Montierung ist sicherlich auch zu wackelig, weil einfach der Hebel zu lang ist. Selbst wenn du irgendwann die Optik behalten möchtest , weli du die Montierung entsorgen willst, musst du dir noch mal extra eine Prismenschiene kaufen. Die Rohrschellen sind meines Wissens auf die Montierung geschraubt. Ich würde es nicht kaufen.
 
Re: Alles Dobson .. oder was ?

Hi

Für solche Situationen sind Maks und SCs eigentlich wie geschaffen - sehr kurzbauend, Einblick hinten.
Aaaaber:
Durch die hohe Brennweite bieten sie nicht sonderlich große Gesichtsfelder; einigermaßen kompensieren durch langbrennweitige 2" Okulare lässt sich das auch nicht, die kleineren leuchten die einfach nicht gut genug aus.
In der Stadt ists eh nicht gerade einfach - hohe Vergrößerungen (da wärn die Maks und SCs gut) machen nicht wirklich Spass, da alles durch die unzähligen Wärmequellen wabert (zudem: Südbalkon? Im Norden gibts nicht allzuviele 'städtische' Objekte), der niedrige Vergrößerungsbereich mit großen AP bereitet durch die Lichtverschmutzung auch keinen sonderlichen Genuss.
Wenn Du das Glück hast, dass in deinem beobachtbaren Bereich keine allzuwilden Wärmequellen sind könnte ein kleiner Mak oder vielleicht ein SC was für dich sein - letztere wären aber schon etwas teurer.
Zum Balkonspechteln würde ich daher nicht allzuviel Geld ausgeben. Ein kleiner Refraktor, oder wenns eben transportabel sein soll ein kleiner Mak mit 90 oder 102mm Öffnung. Die größeren wären dann schon so, dass man die nicht auf kleine+bezahlbare Montierungen wie die eq3 setzen möchte.

cs
Jürgen
 
Re: Welches Teleskop? ?

Hi Snugen,

Sicher ist es toll von den Erfahrungen anderer zu profitieren, allerdings heißt das anscheinend bei diesem Hobby auch, dass man direkt mal das doppelte von dem ausgeben muss um das Equipment zu haben, was andere zufrieden stellt, obwohl man selbst noch garkeinen Anspruch entwickelt hat. Sicherlich hat man auch irgendwann selbst den Anspruch an besseres Equipment, aber für mich ist im Moment egal, ob mir 80% des Himmels noch verborgen bleiben, hauptsache ich sehe erstmal überhaupt was und sei es schlechter, weil ich nur 1,25" Oklare habe.
(von mir eingefärbt)

ein toller und manchmal doch sehr treffender Spruch, und insgesamt eine sehr klare Aussage! :super:

Ich bin ja vorwiegend "Südbalkonspechtler" am Rande eines Millionendorfs ... und es ist nicht (nur :schwitz: ) frustrierend ;)

Bei Deiner Balkongrösse (Tiefe 160cm - meiner hat 150cm) kann man schon "etwas" aufstellen ... da kann man sich auch mit einem Dobson 200/1200 durchaus noch relativ gut ohne "Fassadenklattererambitionen" bewegen.
Da Du mir ein geduldiger Typ :) zu sein scheinst, wäre vielleicht wirklich der Gebrauchtmarkt die Chance für Dich eine doch "grössere" und "optimalere" Gerätschaft mit relativ wenig Investition zu ergattern. Was da im Einzelnen für Dich in Frage käme, wird sich ja vielleicht noch konkreter hier im Thread herausstellen :)

Was den Balkon betrifft, wäre dessen Ausrichtung noch von Bedeutung, denn - wie die Kollegen schon angedeutet haben - ist alles vorwiegend Richtung Nord "sehr suboptimal" ...
 
Re: Welches Teleskop? ?

Hallo Snugen,

kleiner Tipp von mir noch am Rande: ich wollte auch mal einen Dobson auf dem Balkon betreiben und hab mir dann einen Dummy aus Pappe gebaut. Problem war dann, dass ich für die tiefen Objekte das Teil auf ne Kiste stellen musste und bei "hohen" Objekten nah ans Geländer rutschen durfte, zum "Schubsen" kommt dann auch noch "Schieben" und das Geländer (bei mir relativ hoch) war doch ziemlich im Weg. Es wäre vom Prinzip her möglich gewesen, habe mich aber dann aus Platzgründen (okay, Kommentar Frau: Wo soll das Ding dann stehen??!!) doch gegen den Dobson entschieden. Wie gesagt, mit nem Dummy kannste mal rumprobieren (war natürlich kein Meisterwerk, aber zur groben Einschätzung reicht es. Große Schachtel mit rangeflanschter großer Posterrolle, in etwa in den entsprechenden Maßen).

Schau dir in einer klaren Nacht mal an, was du alles zu sehen bekommst und dann versuch das "anzufahren". Da bemerkst du dann schnell die Grenzen, bis wohin etwas zu sehen ist. Die thermischen Probleme lasse ich jetzt mal außen vor.

Viele Grüße
Markus
 
Re: Welches Teleskop? ?

Hi Snugen, hallo Leute

ich würde hier vorschlagen, tatsächlich mal den f10 Fraunhofer näher zu betrachten, um vom Balkon aus erstmal einsteigen zu können. Durch den hintenliegenden Einblick (und zudem mit Zenithspiegel auch keine Abbildung auf dem Kopf) scheint das vom Balkon aus schnell und kostengünstig machbar.

Wie schon so oft mein Tipp: 70/700 Lidlskop, weil die (alte graue) Montierung der Optik wirklich gewachsen ist und genug Brennweite für Planeten und Mond vorhanden ist. Gibts um 50,- Euro - teilweise wie neu - bei ebay. Gerne auch andere FH f10, wobei ich bei den längeren 900mm-Teilen schon wieder Mühe hätte, eine brauchbare Montierung hierzu zu empfehlen, die es denn auch gebraucht gibt!

Ohne Mühe gibts dazu Plössl oder Superplössel (z.B. 25mm, 12mm, 8mm) + eine 2x-Barlow gebraucht in der Bucht. Für rund Hundert Euro ergibt das ein starkes Paket für den Anfang.

Wer damit sein Vergnügen findet, stellt sich die Weichen dann schon selbst und wird kaum versuchen, mit Balkon-Geländerakrobatik, wie beim Newton/Dobson nötig, voranzukommen.

Als Alternativen sehe ich hier - wie ihr auch schon - die SC´s und Maks (kleines Gesichtsfeld, daher DS eingeschränkt) oder schnelle ED´s/Apos (große Felder, aber wenig Licht für Innenstädte). Für beide gilt: Einblick ebenfalls hinten, aber relativ teuer für den Anfang, wenn man noch gar nicht weiß, wo die Präferenzen liegen.


Klare Nächte


Logi
 
Re: Welches Teleskop? ?

Hallo Logi,

wobei DS in der Stadt nicht wirklich kickt. Zumindest wenn man DS nur mit dem ganzen "Nebelzeug" gleichsetzt. Hab am Freitag (oder wars Samstag?) M78 in der Stadt (ggü. meiner Tanke, also nicht M78 sondern ich ;) ) im Okular gehabt. War sehr sehr blass, quasi nur ein leichtes Fettfleckchen auf dem Okular. Und das Ding ist ja jetzt auch eines von den helleren Objekten. M27 hatte ich schon im Firstscope, aber eben auch sehr sehr schwach. Was schon geht sind OC, ausgedehnte gehen aber beim Mak natürlich nicht komplett rein (Plejaden z.B.). GC habe ich noch nicht ausprobiert. Und eben, wie oben bereits gesagt, konzentriere ich mich verstärkt auf Doppelsterne. Galaxien brauche ich in der Stadt erst gar nicht zu versuchen, außer M31 natürlich.

Aber im Großen und Ganzen geht mit kleinen Geräten schon was im DS-Bereich. Ich glaube auch, dass jemand, der interesse an der Thematik hat, selbst mit einem kleinen Gerät wie dem Lidl bei der Stange bleibt. Es ist ja die Faszination dessen, was man sieht, nicht nur unbedingt wie man es sieht (bunt und in Farbe ist eben nicht). Der Wunsch nach größerem Gerät wird dann kommen, dann weiß man aber schon, dass das Geld nicht rausgeworfen ist und v.a. auch, was man will.

Viele Grüße
Markus
 
Re: Welches Teleskop? ?

Hallo liebe Astronomen,

um auf die schon öfter gestellte Frage einzugehen: Mein Balkon hat Süd/Süd/Ost Richtung. Allerdings ist der Balkon wirklich nur Sekundarstadort, ich denke den Garten meiner Freundin werde ich schon als "Zuhause" für mein Gerät einrichten können, das mit dem Balkon ist einfach nur im Frühling eine nette Alternative oder wenn meine Zeit es einfach nicht zulässt immer quer durch Berlin zu gurken.

Ich habe ich im laufe des Tages dazu entschlossen das Budget auf zu stocken und eventuell noch einen Monat länger zu warten, damit ich mir auch gleich eine stabilere Montierung kaufen kann.

Nebenbei werde ich einfach schauen, was ich auf dem Gebrauchtmarkt so finde und im Zweifel eure tolle und schnelle Hilfe noch einmal in Anspruch nehmen.

Ihr habt mich in jedem Fall vor einem unüberlegtem ungeduldskauf bewahrt und ich denke das ist schon einiges wert.

Ich habe allerdings immernoch gedankliche Schwierigkeiten mit einem Dobson Modell, ist man bei denen nicht die ganze Zeit am schubsen um das Objekt der Begierde im Blick zu halten? Also sicherlich muss man auch bei der parallaktischen Montierung die ganze Zeit etwas bewegen, aber wird es ja einen Grund für diese Erfindung geben...

...wie läuft denn eine normale Beobachtung bei euch ab? Schätzt man oder lässt sich von Software sagen, welche Objekte heute gut zu beobachten wären und die hat man den Abend lang im Blick oder reicht es euch es nur kurz zu sehen und dann sucht ihr euch das Nächste?
 
Re: Welches Teleskop? ?

Hallo Snugen,

bei einem Stadthimmel ist alles, was große Felder und Austrittpupillen ermöglicht aus meiner Sicht für den Anfang weniger empfehlenswert. Der Himmel ist Aschgrau, da ersaufen die meisten schwachen Objekte im Lichtsumpf.
Daher werden vermutlich Mond, Planeten, Doppelsterne und helle DS-Objekte (Sternenhaufen, planetarische Nebel) die vorrangigen Ziele sein.

Wenn der Transport in den Garten der Freundin ansteht, dann ist ein kompaktes Maß erforderlich, sonst unterbleibt diese Aktion vermutlich in den meisten Fällen.

Der Balkon soll neben dem Teleskop auch noch den Benutzer berücksichtigen, welcher mal am Teleskop vorbei möchte.

Das Gebiet wird durch einen Mak sehr gut abgedeckt, sowohl was es die Zielobjekte angeht, wie auch die Größe und das Transportmaß. Der hier ist mit 5 Zoll Öffnung (das Maß Zoll hat sich in der Astronomie gehalten) schon etwas leistungsfähiger, was an Planeten und DS-Objekten von Vorteil ist. Einen 90mm Mak würde ich aus der Stadt nicht empfehlen, da gehen einfach zu viele Objekte mangels Öffnung verloren.

Für die übrigen 200 Euro hole dir einen Karkoschka, ein 32mm Plössl, ein 20mm Weitwinkel, ein 12mm Plössl und eine Taukappe.

Danach raus und Erfahrung sammeln. Der Rest ergibt sich - wohin weiß dann nur du.

CS,
Stefan
 
Re: Welches Teleskop? ?

Hallo Stefan,

danke für den Vorschlag! Ich habe mich ja glatt ein wenig verliebt ;)

Ich denke auf eine Taukappe sollte ich in keinem Fall verzichten oder? Sind die Mak Modelle nicht empfindlicher, wenn es um Temperaturunterschiede geht? Gibt es da bestimmte Dinge besonders zu beachten z.B. dass man sie nicht auf dem Balkon stehen lassen sollte ect. ?
 
Re: Welches Teleskop? ?

Hallo Snugen,

Ihr habt mich in jedem Fall vor einem unüberlegtem ungeduldskauf bewahrt und ich denke das ist schon einiges wert.

Na da sagen wir doch glatt: Ziel erreicht ;)

Ich habe allerdings immernoch gedankliche Schwierigkeiten mit einem Dobson Modell, ist man bei denen nicht die ganze Zeit am schubsen um das Objekt der Begierde im Blick zu halten? Also sicherlich muss man auch bei der parallaktischen Montierung die ganze Zeit etwas bewegen, aber wird es ja einen Grund für diese Erfindung geben...

Na, wir machen das mit dem Dobson schon ein bisserl anders. Der Clou sind hier Okulare mit möglichst großen Gesichtsfeldern, es dauert einfach eine Weile, bis das Objekt aus dem Bildfeld gewandert ist. Der zweite Clou sind oftmals Objekte, die keine hohen Vergrößerungen brauchen, das Objekt entwischt hier also nochmal langsamer aus dem Bildfeld. Von Zeit zu Zeit wird das Objekt wieder händisch nachgestellt. Die Lager des Dobson sind dabei dann so optimiert, daß man ohne Anrucken das Teleskop sehr feinfühlig bewegen kann, wenn man es aber loslässt genau so stehen bleibt.

Bei der parallaktischen Montierung ist es einfach so, daß man eine Achse 'schräg stellt', das hast du ja sicher schon auf Bildern gesehen. Diese Schräge nun stellt eine Achse, die sogenannte Rektaszensionsachse oder kurz RA genannt genau parallel zur Erddrehachse. Der Clou dabei ist, die scheinbare Himmelsdrehung kann nun mit nur einer Achse nachgeführt werden. Ich sag mal hier noch der Vollständigkeit halber dazu, ein weiterer Effekt ist die Verhinderung der Bildfelddrehung, was für die Fotografie wichtig wäre, eine genauere Erklärung würde hier aber zu weit führen und wäre an dieser Stelle auch nicht wichtig für Dich im Moment.
Man kann also nun beim Beobachten mit dem Bedienen von nur einer Achse die Himmelsbewegung ausgleichen (Nachführen) oder auch einen Motor anbauen, der diese Aufgabe übernimmt. Beim Wechsel auf ein anderes Objekt werden dann die beiden Achsen Rektaszension und Deklination ausgekuppelt, das neue Objekt angefahren und wieder eingekuppelt.

...wie läuft denn eine normale Beobachtung bei euch ab? Schätzt man oder lässt sich von Software sagen, welche Objekte heute gut zu beobachten wären und die hat man den Abend lang im Blick oder reicht es euch es nur kurz zu sehen und dann sucht ihr euch das Nächste?

Och, da gibt es sehr viele Möglichkeiten.
Jedes Jahr kommt ein Buch auf den Markt, das Kosmos Himmelsjahr (Kosmos-Verlag) indem die aktuellen Objekte und Events eines Monats beschrieben sind.

Sehr viele astronomische Internetportale bieten Monatsübersichten zum aktuellen Geschehen am Himmel an.

Es gibt Software wie z.B. das Eye & Telescope, welches Dir aufgrund Deines Teleskops Vorschläge macht, was du wann und wo am Himmel beobachten könntest.

Und letztlich macht es die Erfahrung. Wir haben hier sicher alle so unsere 'Trampelpfade' am Himmel, also ein Sammelsurium an Objekten, die man sich leicht merken kann, die man leicht findet da man in recht kurzer Zeit gut abschätzen kann, zu welcher Jahreszeit welche Sternbilder am Himmel zu sehen sind.

Du kannst auch z.B. in Kartenprogrammen wie z.B. Stellarium sehen, wie der Himmel abends über Dir ausschauen wird. Dort werden dann auch die gängigsten Objekte am Himmel angezeigt.
 
Re: Welches Teleskop? ?

Hi!

Deep-Sky-Objekte kann man auch prima anhand von Sternkarten auswählen, wobei üblicherweise ein Himmelsatlas für diesen Zweck eingesetzt wird; bekannt ist der "Karkoschka".

Um zu sehen, was überhaupt gerade sichtbar ist, nimmt man eine Astroprogramm, eine entsprechende Webpage, oder schaut einfach zum Fenster heraus. Wenn man weiß, welche Sternbilder gerade über dem Horizont stehen und dies auch noch ein ein Weilchen so weitermachen, kann man sich im Atlas ansehen, was sie an interessanten Objekten zu bieten haben. Anschließend eignet sich der Atlas dann zum Aufsuchen eben dieser Objekte.

Grüße

fquadrat
 
Re: Welches Teleskop? ?

Hallo Snugen,

Mein Balkon hat Süd/Süd/Ost Richtung. Allerdings ist der Balkon wirklich nur Sekundarstadort, ich denke den Garten meiner Freundin werde ich schon als "Zuhause" für mein Gerät einrichten können, das mit dem Balkon ist einfach nur im Frühling eine nette Alternative oder wenn meine Zeit es einfach nicht zulässt immer quer durch Berlin zu gurken.

Dein Balkon hat gleich mehrere Vorteile:
- günstige Richtung für die Beobachtung von Sonne, Mond und Planeten
- Du kannst das Teleskop 1-2 Stunden vor Beobachtungsbeginn rausstellen zum Abkühlen, ohne es "bewachen" zu müssen
- Du kannst auch mal schnell "ohne Planung" spechteln (kein Transport mit Auto oder öffentlichen Verkehrsmitteln nötig)
- mit 1,6 Metern Tiefe ist er ausreichend für den von Stefan vorgeschlagenen Mak (der die Auskühlzeit auch braucht!)
- Du kannst auch noch einen kleinen Tisch hinstellen für die Okulare und eine Sternkarte/Karkoschka sowie die Rotlichtlampe

Dein Balkon hat vermutlich 1 Nachteil:
- Du kannst den Polarstern nicht sehen (relevant bei der "Einnordung" einer parallaktischer Montierung, allerdings kann man auch anderst einnorden...)

Ich habe ich im laufe des Tages dazu entschlossen das Budget auf zu stocken und eventuell noch einen Monat länger zu warten, damit ich mir auch gleich eine stabilere Montierung kaufen kann.

das ist eine sehr vernünftige Entscheidung :super:

Nebenbei werde ich einfach schauen, was ich auf dem Gebrauchtmarkt so finde und im Zweifel eure tolle und schnelle Hilfe noch einmal in Anspruch nehmen.

:super:

Ich habe allerdings immernoch gedankliche Schwierigkeiten mit einem Dobson Modell, ist man bei denen nicht die ganze Zeit am schubsen um das Objekt der Begierde im Blick zu halten?

"Schubsen" ist eigentlich der falsche Ausdruck. Je nach Ausführung greift man an einen Knopf oder den Tubus und zieht/drückt sehr sehr sachte. Im Millimeterbereich. Manche lassen das Objekt durch das Gesichtsfeld wandern (daher legen die sehr viel Wert auf möglichst großes Gesichtsfeld), andere haben so wenig Reibung in ihrer Dobsonkonstruktion, daß sie sogar fast kontinuierlich ziehen/drücken...

...wie läuft denn eine normale Beobachtung bei euch ab?

ich persönlich gucke und fotografiere am liebsten Planeten bei hoher Vergrößerung. Wenn dann noch der Mond ums Eck kommt, schau ich mir den auch an. Der bietet jeden Tag aufs Neue völlig andere Krater, das ist einfach nur schön. Das ist mein Hauptbeobachtungsprogramm "für jeden Abend" vom Balkon aus.

Bin ich im Urlaub, auf Teleskoptreffen oder auf der Sternwarte in einer schön dunklen Gegend, dann sind hauptsächlich die Deepsky Objekte interessant, die ich in der Stadt net sooo dolle sehen kann. Am liebsten Planetarische Nebel und Sternhufen.

Da orientiere ich mich an den Sternbildern, die schön hoch stehen und guck die Objekte in ihnen an. Früher brauchte ich den Karkoschka mit den Aufsuchkarten, heute finde ich die allermeisten Objekte, die machbar sind, auch ohne. "Machbar" hängt dabei vor allem davon ab, ob der Mond wie ne Lampe am Himmel hängt. Bei Vollmond sind auch in dunklen Gegenden nur Planeten und Kugel- oder offene Sternhaufen für mich persönlich reizvoll...

Schätzt man oder lässt sich von Software sagen, welche Objekte heute gut zu beobachten wären und die hat man den Abend lang im Blick oder reicht es euch es nur kurz zu sehen und dann sucht ihr euch das Nächste?

na ja, als Anfänger guckst sicherlich am besten vor der Beobachtungsnacht mal ins Himmelsjahr, welche Objekte an dem Abend zu beobachten sind. Mit der Zeit kriegst da eigene Erfahrung und weißt auch ohne Blick ins Buch oder Planetariumsprogramm, welche Sternbilder zu welcher Jahreszeit/Stunde sichtbar sind... :Trost:

Ich guck mir die einzelnen Objekte gerne länger an. Das kann schon mal 10 oder 15 Minuten am Stück sein. Je länger ich gucke, desto mehr Details sehe ich... :biggrin:

CS
Fee
 
Re: Welches Teleskop? ?

Hallo Sternenfee,

da ich den Polarstern nicht sehen kann, muss ich mir die Daten um eine parallaktische Montierung einzustellen dann aus einer Tabelle schnappen? Sind die genau genug oder hat man dann alles grob Pi mal Daumen?

Und was hat es mit den Rotlichtlampen auf sich?

Danke und Clear Sky (Man lernt dazu)

Snugen
 
Re: Welches Teleskop? ?

Hallo Snugen,

ich seh den Polarstern auch nicht. Du musst nur den entsprechenden Breitengrad einstellen (zu finden z.B. bei Wikipedia für deine Stadt) und die Montierung Richtung Norden ausrichten (okay, in der Waage sollte das Teil auch sein). Ich nehms beim Aufstellen nicht sonderlich genau, das Nachführen klappt aber doch ganz anständig, man muss dann eben hin und wieder korrigieren, ist aber keine Tragik bei rein visueller Nutzung. Irgendwann steigt bestimmt der Anspruch, aber dann hast bestimmt schon mehr Erfahrung.

Noch ne kurze Anmerkung zum zuvor öfter genannten Karkoschka: ich kann dem Buch nicht viel abgewinnen, außer dass es nur 15 € kostet. Die Karten sind mir zu klein und zu wenig detailliert außerdem finde ich das ganze Werk zu unübersichtlich. Falls du die Möglichkeit hast, schau dir auch mal den Deep Sky Reiseatlas vom Oculum-Verlag an, mit dem kann ich viel besser arbeiten. Der Kostet allerdings das Doppelte vom Karkoschka, ist in meinen Augen aber übersichtlicher, hat ein größeres Format, beschichtete Seiten gegen Nässe und eine Ringbindung (damit die Seite auch offen bleibt, die man aufgeschlagen hat). Die aktuelle Auflage vom Dezember kenne ich leider noch nicht. Wie gesagt, nach Möglichkeit solltest du mal vergleichen, bei Büchern kommt es doch auch immer sehr stark auf persönliche Vorlieben an.

Zur Lampenfrage: Schau mal hier hin: http://www.hobby-astronomie.com/grundausruestung.html
Auch den Rest der Seite finde ich ziemlich gelungen für den Einsteiger, ich lese da immer gerne rum, da ich die Seite auch übersichtlicher und gefälliger gestaltet finde als andere Einsteigerseiten (und wiederum hängt so etwas stark von persönlichen Vorlieben ab).

Viele Grüße
Markus
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Re: Welches Teleskop? ?

Hi Snugen,

da ich den Polarstern nicht sehen kann, muss ich mir die Daten um eine parallaktische Montierung einzustellen dann aus einer Tabelle schnappen?

nööö, warum so kompliziert?

Du wartest auf Sonnenschein. Sonniges Wochenende ist ideal. Zum Zeitpunkt des "wahren Mittags" steht sie genau im Süden, der Schatten von einem Schirmständer (ohne Sonnenschirm) ist dann am kürzesten und zeigt genau nach Norden. Mit Bleistift Kontur vom Ständer rundum nachmalen, Spitze vom Schatten markieren, Mitte von Schirmständerkontur mit Schattenspitze verbinden, schon hast die Nordrichtung. 90 ° versetzt dazu Ost-West.

2 Füße vom parallaktischen Stativ gehen von Ost nach West, der 3. Fuß zeigt nach Norden.

Stativ sauber ins Wasser stellen (wagrecht aufbauen), Montierung drauf, Gegengewicht an die Achse und Teleskop huckepack setzen, Polhöhe für Berlin einstellen (52,5 °).

Sonnenfilter (selberbasteln, Baaderfolie) auf die Taukappe vom Mak, Sonne mit langbrennweitigem Okular mittig einstellen und ein bissy Sonnenflecken gucken. Kaffe trinken gehen, nach 15-30 Minuten wieder ans Teleskop. Nur die Rektaszensionsachse (Stundenachse) bewegen. Wenn jetzt die Sonne wieder ins Gesichtsfeld kommt, hast die richtige Richtung. :super:

An sonsten ein bissy (1-2 cm) Positionen der Füße verändern... Stimmt die Nordrichtung, Fußpunkte vom Stativ mit Filzstift oder Lackstift markieren.

Zukünftig die Füße auf die Markierung stellen und gut ist :)

Und was hat es mit den Rotlichtlampen auf sich?

Wenn Du bei Weißlicht (normale Taschenlampenhelligkeit) in einem Buch oder einer Sternkarte nach der Position von einem Objekt nachguckst, ist die Dunkeladaption Deiner Augen flöten. Bei schwachem Rotlicht (funzelmäßig!) bleiben die Pupillen geweitet und Du siehst auch nach dem "ins Buch gucken" noch was im Okular...

CS
Fee
 
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