Wer hat ein aktuelles Canon 18x50 IS WA Glas?

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Quick2001

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Hallo Sternfreunde ,

wer kann aus eigener Erfahrung einen Bericht über
das Stabi-Glas von Canon 18x50 IS AW geben ??

Ich hatte vor 2 Jahren mal eines , das deutliche optische
Probleme hatte ( Sterne wurden mit opischen Fehlern
wie Koma u. auch Astigmatismus abgebildet )
und der Canon Service behauptete , das Glas wäre in
Ordnung , sie könnten keinen Fehler feststellen .

ich wäre für jeden Hinweis , insbesondere positive ,
dankbar

C.S.
 
Ich kann mangels konkreter Erfahrung und auch generell als Anfänger (noch) nicht sagen, wie sich das 18x50 bei astronomischer Beobachtung verhält, aber ich habe mir gerade eins zunächst mal zur Erdbeobachtung gekauft und mein Eindruck ist:
a) tolle Sache, dieser IS-Mechanismus. Man kann Dinge sehen, die ohne auch nicht ansatzweise erkennbar sind. Ich habe mir einen Monopod dazugekauft, und selbst wenn ich den benutze, also das Glas schon sehr ruhig ist, dann bringt der IS trotzdem noch eine deutliche Steigerung von Detailerkennbarkeit. Soweit die Good News. Aber es gibt auch ein Bad News:
b) man zahlt einen Preis für den IS-Mechanismus: bei meinem Glas bedeutet das, dass man an kontrastreichen Objekten manchmal sehr deutlich einen roten oder grünen Saum sieht (je nach Bewegungsrichtung, so etwas ähnliches hatte jemand anderes in diesem Forum auch schon mal beobachtet). Dieser Saum tritt bei mir nur vertikal auf und zwar dann, wenn sich durch eine leichte Bewegung nach oben oder unten der IS-Mechanismus in Gang setzt, und wie bei einem magnetischen "Hysterese-Effekt" geht der Farbsaum auch nicht weg, wenn ich das Glas nicht mehr bewege, also die Stabilisierung wieder abschaltet. Lustigerweise kann ich durch eine leichte Gegenbewegung diese "Hysterese" dann ziemlich genau auf Null bringen.

Ich glaube nicht, dass dieser Effekt eine spezielle Fehlfunktion meines Glases ist, sondern für mich klingt das irgendwie systemimmanent. Bei Erdbeobachtung ist es gut wahrnehmbar, und wenn man einen Schuss Perfektionismus hat, wohl auch störend bis ärgerlich. Vielleicht sind die vielgelobten Fujinon IS-Gläser auf Grund ihres anderen Prinzips davon frei. Ich werde es allerdings so hinnehmen, und schließlich sehe ich die Säume nur an Kanten, deren Existenz ich ohne IS vielleicht garnicht wahrnehmen würde <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" />

Ich kann mir aber vorstellen, dass für astronomische Beobachter mit dem Anspruch auf superfeine Mikro-Punkt-artige Sterne, wenn ich das mal so sagen darf, sich der Effekt doch etwas störend auswirkt.

Insofern kann ich die Frage im strengen Sinne leider nicht beantworten, aber vielleicht gibt das wenigstens eine Indikation.

Noch etwas: würde ich mir das Glas wieder kaufen? Ja, würde ich. Es gibt eine fast schon teleskopnahe Vergößerung mit guter Helligkeit und Gesichtsfeld, so wie kein anderes Produkt, und es ist vergleichsweise" spottbillig": durch die Canon Promotion-Aktion habe ich effektiv 823 Euro bezahlt.
 
Mangels Erfahrung war ich vorschnell und hatte den Effekt in meinem vorigen Post falsch beschrieben. Heute habe ich das Glas noch einmal in Ruhe geprüft und folgendes festgestellt:
1. der Farbfehler hängt nicht vom ein- oder ausgeschalteten IS ab. Er ist eine Eigenschaft der Optik.
2. der Farbfehler tritt in der Mitte des Gesichtsfeldes nicht auf. Als Mitte würde ich etwa das innere Fünftel des Durchmessers bezeichnen.
3. Der Effekt ist so, dass wenn ich einen mehr als die Hälfte des Gesichtsfeldes füllenden zentrischen schwarzen Kreisring beobachten würde, dass dann am äußeren Rand des Kreisrings ein roter Streifen, und innerhalb ein grüner Streifen sichtbar würde. Ich vermute mal laienhaft, das nennt man chromatische Aberration?

Ich hatte mich mit meiner ersten Beschreibung selbst aufs Glatteis geführt, weil beim Bewegen des Glases und damit Wandern von Objekten im Gesichtsfeld der Farbsaum verschwindet oder wieder kommt.

Jetzt frage ich mich, ob dieser Effekt eine "Designeigenschaft" ist und somit bei allen Canon 18x50 vorliegt, oder nur bei meinem. Kann das bitte mal ein anderer Besitzer sagen? Danke.

Wenn es ein Fehler ist, würde ich es auf Garantie natürlich korrigiert haben wollen, aber ich habe gehört, dass Canon sehr langsam ist, und dann würde ich das Glas ungern lange vergeblich entbehren.

Immer noch würde ich (für mich subjektiv) sagen, dass die Farbfehler in der Praxis nicht so sehr stören, da man wirklich scharf doch vor allem in der Mitte des Gesichtsfeldes guckt.

Zur Frage des Threadstarters hätte ich jetzt nach neuem Stand den (wieder zugegeben sehr laienhaften) Eindruck, dass unter diesen Umständen eine astronomische Benutzung ganz gut gehen sollte, da im Zentrum des Blickfeldes keine Beinträchtigungen vorliegen.
 
Re: Wer hat ein aktuelles Canon 18x50 IS WA Glas?

Hallo,

die großen Canon, insbesondere das 18x50 sind von ihren Eckdaten recht extreme Konstruktionen, mit ihren kleinen Austrittspupillen. Die beiden 50mm Canons sind eigentlich recht gut farbkorrigiert. Aber wichtig: das A und O ist, das Glas präzise vor den Augen zentriert zu halten. Pupille und optische Achse der Okulare müssen zentriert auf einer Linie stehen. Wenn der Augenabstand nicht 100%ig exakt eingestellt ist oder das Glas wird minimal versetzt gehalten oder man blickt schief bzw. schräg in die Okulare, sieht man die Farbsäume. Das ist übrigens auch bei jedem anderen Fernglas der Fall. Dort fällt es nur wegen der geringeren Vergrößerung nicht so auf!
Das mag sich jetzt vielleicht alles etwas kompliziert und fummelig anhören. Hat man sich aber erst einmal an die richtige Bedienung gewöhnt (geht schneller, als man denkt), wird man mit viel Langzeitspaß bei der Beobachtung belohnt. Die Sternabbildung der Canon ist (IS aus) nahe dran an Perfektion: richtige feine Punkte, die klassischen Nadelstiche auf schwarzem Samt halt und das über riesige 67 Grad Feld praktisch bis zun Rand. Mit IS werden natürlich eine Reihe von Abbildungsfehlern in die Optik gebracht (u.a. Koma, chromatische Aberration). Man muss wissen: je größer die eigene Handunruhe ist, desto stärker muss das System arbeiten und desto stärker werden zwangsläufig auch die Abbildungsartefakte und das gilt naturgemäß für das 18x50 noch mehr als für das 15x50. Doch die Vorteile (hohe Detailerkennbarkeit freihändig) überwiegen meines Erachtens jederzeit diese Nachteile. Dank integriertem Stativgewinde kann es auch jederzeit auf ein leichtes (Einbein-)Fotostativ. So ein Canon IS hat wirklich das Zeug zum Arbeitspferd für ganz viele Gelegenheiten, ob am Tage oder in der Nacht.

Steve
 
Re: Wer hat ein aktuelles Canon 18x50 IS WA Glas?

Hallo,

die großen Canon, insbesondere das 18x50 sind von ihren Eckdaten recht extreme Konstruktionen, mit ihren kleinen Austrittspupillen. Die beiden 50mm Canons sind eigentlich recht gut farbkorrigiert. Aber wichtig: das A und O ist, das Glas präzise vor den Augen zentriert zu halten. Pupille und optische Achse der Okulare müssen zentriert auf einer Linie stehen. Wenn der Augenabstand nicht 100%ig exakt eingestellt ist oder das Glas wird minimal versetzt gehalten oder man blickt schief bzw. schräg in die Okulare, sieht man die Farbsäume.
...
Steve
Ich habe es noch einmal sehr sorgfältig gestestet: Die Farbsäume außerhalb des Gersichtsfeld-Zentrums lassen sich auch durch perfekten Einblick nicht wegbekommen (zumindest bei meinem Glas). Wie du richtig bemerkt hast, muss man beim 18x50 sowieso sehr sorgfältig "gucken", weil man nur bei einer ganz bestimmten Augenposition ein volles rundes Gesichtsfeld bis zum mechanisch bedingten Rand bekommt.

Ich kann noch nicht beurteilen, wie empfindlich Himmelsbeobachtung bezüglich des Effektes ist, weil ich das noch nie gemacht habe und derzeit wetterbedingt auch nicht kann.

Könntest du so nett sein, mit deinem Glas mal bei Tag auszuprobieren, ob du außerhalb der Bildmitte deutliche Farbsäume bekommst? Man braucht sehr kontraststarke Objekte, zum Beispiel helle Häuser mit dunklen Fenstern oder Fensterläden in großer Entfernung. Es tut's auch bei einer Bergkontur (ohne Baumbestand) gegen einen hellen Himmelshintergrund. In der Bildmitte sieht man keine Farbsäume, aber wenn man dann das Objekt innerhalb des Gesichtsfeldes leicht absenkt oder erhöht, dann kommen sie.

Vielen Dank für die Mühe. Ich würde es gerne wissen, weil der Canon-Service einen schlechten Ruf hat, und ich ungern das Glas einen Monat für etwas entbehren würde, was vielleicht einfach im Design liegt.
 
Re: Wer hat ein aktuelles Canon 18x50 IS WA Glas?

Hallo Falk,

bei meinem 15x50 sind bei präzis eingehaltenem Einblick, wie oben beschrieben, Farbsäume bei Hochkontrastmotiven (z.B. Zweige gegen bedeckten Himmel) erst am äußeren Rand des Sehfeldes sichtbar. Die Farbkorrektur ist verglichen mit anderen Gläsern gut. Nun vergrößert das 18x50 solche Farbsäume natürlich noch mehr. Wenn wir zum Bildfeldrand schauen, besteht insbesondere bei einem Fernglas mit einem so großen scheinbaren Sehfeld immer die Gefahr, dass man ungewollt mit den Pupillen die ideale Achse (s.o.) durch seitliches Verdrehen (Augenrollen bedingt durch das große Feld) verlässt. Probiere noch einmal folgendes aus: ein Auge schließen. Das andere exakt zentriert hinter ein Okular platzieren. Dabei das Glas am besten aufs Stativ packen. Jetzt das Kontrastmotiv zum Bildfeldrand hin ganz vorsichtig und langsam mit einem Auge ansteuern. Den gleichen Test mit dem gleichen Bildmotiv noch einmal mit einem anderen Fernglas durchführen. Fallen die Farbsäume beim Canon immer noch störend auf?

Steve
 
Re: Wer hat ein aktuelles Canon 18x50 IS WA Glas?

Danke für das Feedback. Ich bin noch einmal sehr sogfältig an die Sache herangegangen und es muss wohl dabei bleiben: mein Canon 18x50 IS hat eine deutliche "spherochromatische Aberration" (ich hab' hier frecherweise mal so getan, als ob ich Ahnung von dem Thema hätte <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/cool.gif" alt="" /> ).

Den Einblick kann man meines Erachtens doch kaum falsch machen: nur in einem ganz bestimmten Einblick hat man überhaupt das volle Gesichtsfeld (FoV), also durch einen scharfen runden Kreis begrenzt. Dafür muss man mit den Augen doch ziemlich dicht herangehen und hat nach oben/unten/links/rechts dann praktisch keine Freiheitsgrade mehr. Aber dann ist der farbfehlerfreie Teil des FoV bei mir auch in der Tat nur vielleicht 20% des Durchmessers. Ich habe auch mal mit einem (vergleichsweise minderwertigen) Minolta Activa 10-30x27 Zoomglas verglichen. Das hat zwar einen viel kleineren FoV, aber der schien mir einigermaßen farbfehlerfrei, woeit ich das bei dem unvermeidbaren Restgewackel feststellen konnte.

Ich muss sagen, dass der Farbfehler signifikant ist, es handelt sich also keinesfalls etwa um einen "nur für einen Spinner sichtbaren Hauch von Farbrand". Ich sage das nur sicherheitshalber, damit niemand denkt, hier sitzt ein Mimöschen. Gleichzeitig gilt aber, dass er nur bei sehr harten Kontrasten ins Auge fällt. So zum Beispiel, wenn man einen sonnenbeschienenen Hang mit Häusern auf der anderen Talseite ansieht, wie es hier in der Schweiz leicht geht. Ich empfinde ihn dann als "brutal", aber mangels wirklicher Erfahrung kann ich das nicht so recht einordnen. Bei normalen Objekten fällt der Farbfehler eher nur auf, wenn man seine Existenz kennt und darauf achtet. Ich könnte mir allerdings vorstellen, dass man ihn an einem hellen Mond gut sehen kann. Bei einem 15x50 mag er (falls er systematisch ist) relativ kleiner sein, aber ich kann mir schwer vorstellen, dass der Unterschied sehr groß ist.

Zwei Aspekte lassen mich vermuten, dass es sich nicht um eine Eigenschaft der Fehljustierung meines individuellen Glases handelt:
a) die Tatsache, dass sich beide Hälften des Glases praktisch exakt gleich verhalten,
b) mein (wieder zugegeben laienhaftes) "Ingenieurs-Gefühl", dass ein solcher Farbfehler, der nur außerhalb der Mitte erscheint, durch Justage nicht weggebracht werden kann.

Wenn ich wüsste, dass der Fehler systematisch ist und nicht Eigenschaft meines Glases, dann würde ich das auch gut akzeptieren können. Schließlich gibt es in dieser Vergrößerungsklasse ja wohl kein Alternativprodukt, und da man sowieso nur in der Mitte konzentriert guckt, ist der Farbfehler in der Augenperipherie (und 90% des flächenmäßigen FoV sind nun mal eher Peripherie) nur ein ästhetischer Schönheitsfehler, mit dem man leben muss (und kann). Im Vergleich zu dem Minolta habe ich auch wieder gesehen, wie toll so ein 18x50 ist. Das Bild "knallt" einem regelrecht ins Auge, während man bei Minolta durch eine klene dunkle Luke zu gucken glaubt.

Wenn es aber doch eine Justagefrage wäre, dann würde ich den natürlich weghaben wollen. Schließlich ist so ein Glas (zumindest für mich) ja auch ein Ästhetikgegenstand im Sinne von "bella machina", und dann sollte er auch so "bella" wie möglich sein <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" />

Falls meine Spekulation zutrifft, dass es einfach so ist, dann wäre ich allerdings schon ein bisschen amüsiert: ich habe vor dem Kauf alles im Internet gelesen, was man über die großen Canon IS findet, und niemand hat diese doch ziemlich erwähnenswerte Eigenschaft erwähnt.
 
Re: Wer hat ein aktuelles Canon 18x50 IS WA Glas?

Falk,

die Suchfunktion ist hier nicht immer ganz leicht zu bedienen. Schau dir mal einen etwas älteren Bericht von mir an:
http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/showthreaded.php/Cat/0/Number/169905/page/0/vc/1
Ich kenne inzwischen zwei Leute, die mir davon berichtet haben, von einem 15x50 zu einem 18x50 "upgegradet" zu haben und sehr zufrieden sind. Deshalb ging ich davon aus, dass das damals von mir getestete Gerät individuelle Probleme hatte. Serienstreuung ist auch bei relativ teuren Ferngläsern jederzeit möglich. Entsprechende Berichte zu den 50ern Canon IS liegen vor. Es wird zudem auch immer wieder darüber berichtet, dass die Empfindlichkeit gegenüber Farbsäumen von Person zu Person unterschiedlich wäre. Was man als störend empfindet und was nicht, ist sicher individuell verschieden.
Ferndiagnosen sind problematisch, das ist klar. Deshalb sehe ich letztlich nur die Möglichkeit, dass du dein Gerät direkt mit einem anderen 18x50 IS vergleichst.

Steve
 
Re: Wer hat ein aktuelles Canon 18x50 IS WA Glas?

Danke für den Hinweis. Ja, du hast das seinerzeit klar geäußert:

"Dabei fiel mir auf, dass das 18x erheblich mehr Farbe bei Kontrastmotiven zeigte als das 15x. Ich weiß nicht genau, ob es an dem Testgerät lag, würde aber vorschlagen, dass man beim Testen der großen IS einmal auf diesen Punkt achten sollte"

Das ist aber auch die einzige Stelle, an der das mal so gesagt wurde, und es ist eigentlich niemand darauf eingegangen. Insbesondere wundert mich das, weil sich manche Leute "schweine"-teure APOs kaufen und dann fast religiös darum kämpfen, ob Highend-Gerät xyz oder abc auch wirklich völlig farbfrei sind, aber bei einem ja auch nicht gerade Lidl-billigen Bino einen signifikanten Farbfehler anscheinend ohne aufzujaulen hinnehmen. Aber vielleicht sieht ein Achromat ja wie ein Kaleidoskop aus, und im Vergleich dazu ist das Canon dann schon wieder vergleichsweise farbrein <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" />

An Serienstreuung glaube ich immer noch nicht so recht, weil meine Beobachtung (in der Mitte des FoV keine Farbfehler, aber außerhalb sehr deutlich, und nicht nur am Bildrand) m.E. nicht zu einer Serienstreuung passt. Da mag ich mich als Optik-Laie aber täuschen.

Ich werde in der Tat gelegentlich mal gucken, ob ich ein anderes 18x50 in einem Laden finde, und dann vergleichen. Werde das dann auch hier posten.

Für heute möchte ich aber zumindest für den Threadstarter aktenkundig machen, dass (m)ein 18x50 dicke Farbsäume außerhalb der Bildmitte zeigt, und dass man vor dem Kauf wohl gucken sollte, ob einen das stört.
 
Re: Wer hat ein aktuelles Canon 18x50 IS WA Glas?

hallo.
Farbränder bei Canon IS Gläsern gibt es. Sie sind wohl auch erklärbar.:
Das stabilisierende Element besteht aus normalerweise parallelstehenden optischen Elementen, mit einem flüssigkeitsdichten Balg verbunden, in dem sich eine Flüssigkeit befindet. - Also zwischen den Linsen -. Die Stabilisierung geschieht nun, indem man ein Element im Winkel zum Anderen verändert.
Da das Volumen der Flüssigkeit konstant bleibt, muss, wenn eine Seite durch Winkeländerung länger wird, die andere Seite kürzer werden.
Die optischen Wege werden somit laufend geändert und damit auch die Brechung in der Flüssigkeit.
Farbeffektee können auch nicht wegdiskutiert werden. Sie sind systembedingt einfach da. Sie müssen in solchem System einfach auftreten.

MfG
 
Re: Wer hat ein aktuelles Canon 18x50 IS WA Glas?

Wir stimmen überein in der Existenz der Farbränder <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" />

Wir stimmen nicht überein in der Erklärung: während ich am Anfang (auch) dachte, die Farbränder hingen zusammen mit der Stabilisierung, habe ich später festgestellt, dass sie in exakt der gleichen Form und Intensität existieren bei ausgeschalteter IS. Unter solchen Umständen gibt es aber keine dynamische Änderung der optischen Wege, IMHO.
 
Re: Wer hat ein aktuelles Canon 18x50 IS WA Glas?

Sollten die Farbränder auch bei ausgeschalteter Stabilisierung vorhanden sein, liesse das auf einen weiteren Fehler schliessen. Evtl ein Justageproblem oÄ. Wenn die Linsenflächen nicht parallel stehen, auch bei ausgeschalteter Stabi., könnte ein Farbfehler auch entstehen. Solcher Fehler käme zu dem erst beschriebenen Effekt dazu. Der erstbeschriebene Fehler ist jedenfalls systemimmanent.
 
Re: Wer hat ein aktuelles Canon 18x50 IS WA Glas?

Aber wie ist es einzuschätzen, dass der Farbfehler in der Mitte des FOV nicht auftritt? Spricht das nicht gegen ein Justageproblem?
 
Re: Wer hat ein aktuelles Canon 18x50 IS WA Glas?

Das Gerät funktioniert, wie ich es beschrieben habe. Da nun bei einer Winkeländerung der Linsen zueinander die geringste Wegänderung immer in der Mitte des Feldes ist, dort ist quasi der Drehpunkt der zu verändernden Linse, kann man dort auch den Farbfehler minimieren, indem das System für genau die Weglänge in diesem Drehpunkt gerechnet und optimiert ist.
 
Re: Wer hat ein aktuelles Canon 18x50 IS WA Glas?

Das Gerät funktioniert, wie ich es beschrieben habe.
Das will ich nicht in Frage stellen.

Da nun bei einer Winkeländerung der Linsen zueinander die geringste Wegänderung immer in der Mitte des Feldes ist, dort ist quasi der Drehpunkt der zu verändernden Linse, kann man dort auch den Farbfehler minimieren, indem das System für genau die Weglänge in diesem Drehpunkt gerechnet und optimiert ist.
Diese Erklärung, warum in der Mitte kein Farbfehler auftaucht, hat zunächst mal etwas, keine Frage.

Aber m.E. lässt sie noch Fragen offen. Müsste z.B. dann nicht der Farbfehler zumindest etwas abhängig vom ein- oder ausgeschaltetem IS sein? Ich habe nicht den Eindruck dass das so ist.

Und außerdem könnte man sich dann eine Positionierung vorstellen, die den Farbfehler auch außerhalb der Mitte minimiert. Oder könnte man sich vorstellen, dass genau das, also diese Grundpositionierung, eine Justagefrage ist, und bei meinem Gerät halt schlecht justiert? Hmmm... denkbar...
 
Re: Wer hat ein aktuelles Canon 18x50 IS WA Glas?

...
Und außerdem könnte man sich dann eine Positionierung vorstellen, die den Farbfehler auch außerhalb der Mitte minimiert. Oder könnte man sich vorstellen, dass genau das, also diese Grundpositionierung, eine Justagefrage ist, und bei meinem Gerät halt schlecht justiert? Hmmm... denkbar...
Ich habe noch mal darüber nachgedacht. Das scheint mir zwar nicht theoretisch ausgeschlossen, aber doch sehr unwahrscheinlich: Es gibt ja immerhin 2 orthogonale Achsen, in denen diese Situatation praktisch genau gleich vorliegen müsste, denn der Farbfehler ist meiner Erinnerung nach (kann ich jetzt nicht testen) praktisch genau rotations-symmetrisch. Außerdem ist er in beiden Okularen genau gleich, was die Wahrscheinlichkeit einer Fehljustage noch einmal drastisch reduziert.

Nein, es sieht ganz schlicht so aus, als ob das Objektiv einen starken Farbquerfehler (spherochromatische Aberration) hat.

Warum sich darüber noch niemand lautstark beklagt hat, weiß ich auch nicht. Vielleicht ein psychologischer Effekt: in der Regel lieben Amateurastronomen ihre Instrumente ... Deshalb gibt's hier bei manchen Themen ja auch so wüste Ideologieschlachten ... Aber das ist jetzt nun wirklich eine ganz andere Geschichte ... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />
 
Re: Wer hat ein aktuelles Canon 18x50 IS WA Glas?

Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass die Winkeländerung natürlich um alle Achsen geschieht. selbst wenn das mech. nur an wohl 2 um 90° versetzten Stellen der bewegten Optik geschieht. Das bedeutet, es gibt wohl nur eine ZONE der geringsten Wegänderung. Diese Zone, oder der Punkt ohne Wegänderung ist natürlich im aus- wie im eingeschaltetem Zustand gleich. Der Weg bleibt ja konstant.
Diese Weglänge in dieser Zone wird auch selten aus dieser Zone wandern, die Wege ausserhalb der Zone sind entweder grösser, oder kleiner und nur ohne Regelverhalten, wenn im Idealfall beide Linsen genau parallel zueinander stehen, sind die Wege gleich.
Eine andere Erklärung habe ich nicht.
Es ist möglicherweise auch nur die optische Qualität des gesamten Systems. Leider!!!!
 
Re: Wer hat ein aktuelles Canon 18x50 IS WA Glas?

Ich werde in der Tat gelegentlich mal gucken, ob ich ein anderes 18x50 in einem Laden finde, und dann vergleichen. Werde das dann auch hier posten.
Ich war wie versprochen in einem Laden und habe ein 15x50 IS auf den Farbfehler hin getestet: Er war genau in der gleichen Erscheinungsform präsent wie bei meinem 18x50, nur möglicherweise etwas schwächer, aber nicht sehr viel. Damit ist das Problem also eine Designeigenschaft.

Man sieht es ganz hervorragend, wenn man schwarze Schrift auf sehr hellem weißem Hintergrund ansieht, z.B auf einer Leuchttafel. Bei großen Objekten ist es natürlich nicht so schlimm wie bei kleinen. Ich könnte mir vorstellen dass es bei Vögeln aus großer Distanz recht störend ist.

Am Himmel habe ich es auch mal kurz ausprobiert: Bei Sternen sieht man es nicht. Am Mondrand sieht man es gut, aber nur wenn der Mond außerhalb der Gesichtsfeldmitte ist, was in der Regel wohl nicht der Fall sein dürfte.

Im Laden habe ich übrigens daraufhin auch mal ein Leitz Ultravid 10x50 ausprobiert: das hatte den Fahler auch, nur weniger ausgeprägt!
 
Re: Wer hat ein aktuelles Canon 18x50 IS WA Glas?

Nur noch ein Tipp zur Sicherheit: Die Farbränder erscheinen dann stärker bzw. überhaupt, wenn man die eigene Pupille nicht in Fluchtlinie zur optischen Achse des Fernglases hält. Das heißt, man muss peinlich genau den Augenabstand am Fernglas einstellen und dann auch noch beim Durchgucken die Achse "treffen". Je größer die Austrittspupille, desto höher ist die Gefahr des Versatzes.
 
Re: Wer hat ein aktuelles Canon 18x50 IS WA Glas?

Dann frage ich mal anders herum: kennst du irgendeine nichtapochromatische Optik mit Weitwinkelsehfeld, bei der beim Betrachten von Hochkontrastmotiven keine Farbränder zu sehen sind?

Steve
 
Re: Wer hat ein aktuelles Canon 18x50 IS WA Glas?

Dann frage ich mal anders herum: kennst du irgendeine nichtapochromatische Optik mit Weitwinkelsehfeld, bei der beim Betrachten von Hochkontrastmotiven keine Farbränder zu sehen sind?

Steve
Als Astro-Rookie kann ich da nur in entwaffnender Naivität sagen: Nein <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/laugh.gif" alt="" />

Ich wusste ja noch nicht mal, dass es sich um eine nichtapochromatische Optik handelt <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/huhu.gif" alt="" />

Schon wieder 'was gelernt <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/i_respekt.gif" alt="" />
 
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