Re: Wer hat ein aktuelles Canon 18x50 IS WA Glas?
Danke für das Feedback. Ich bin noch einmal sehr sogfältig an die Sache herangegangen und es muss wohl dabei bleiben: mein Canon 18x50 IS hat eine deutliche "spherochromatische Aberration" (ich hab' hier frecherweise mal so getan, als ob ich Ahnung von dem Thema hätte <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/cool.gif" alt="" /> ).
Den Einblick kann man meines Erachtens doch kaum falsch machen: nur in einem ganz bestimmten Einblick hat man überhaupt das volle Gesichtsfeld (FoV), also durch einen scharfen runden Kreis begrenzt. Dafür muss man mit den Augen doch ziemlich dicht herangehen und hat nach oben/unten/links/rechts dann praktisch keine Freiheitsgrade mehr. Aber dann ist der farbfehlerfreie Teil des FoV bei mir auch in der Tat nur vielleicht 20% des Durchmessers. Ich habe auch mal mit einem (vergleichsweise minderwertigen) Minolta Activa 10-30x27 Zoomglas verglichen. Das hat zwar einen viel kleineren FoV, aber der schien mir einigermaßen farbfehlerfrei, woeit ich das bei dem unvermeidbaren Restgewackel feststellen konnte.
Ich muss sagen, dass der Farbfehler signifikant ist, es handelt sich also keinesfalls etwa um einen "nur für einen Spinner sichtbaren Hauch von Farbrand". Ich sage das nur sicherheitshalber, damit niemand denkt, hier sitzt ein Mimöschen. Gleichzeitig gilt aber, dass er nur bei sehr harten Kontrasten ins Auge fällt. So zum Beispiel, wenn man einen sonnenbeschienenen Hang mit Häusern auf der anderen Talseite ansieht, wie es hier in der Schweiz leicht geht. Ich empfinde ihn dann als "brutal", aber mangels wirklicher Erfahrung kann ich das nicht so recht einordnen. Bei normalen Objekten fällt der Farbfehler eher nur auf, wenn man seine Existenz kennt und darauf achtet. Ich könnte mir allerdings vorstellen, dass man ihn an einem hellen Mond gut sehen kann. Bei einem 15x50 mag er (falls er systematisch ist) relativ kleiner sein, aber ich kann mir schwer vorstellen, dass der Unterschied sehr groß ist.
Zwei Aspekte lassen mich vermuten, dass es sich nicht um eine Eigenschaft der Fehljustierung meines individuellen Glases handelt:
a) die Tatsache, dass sich beide Hälften des Glases praktisch exakt gleich verhalten,
b) mein (wieder zugegeben laienhaftes) "Ingenieurs-Gefühl", dass ein solcher Farbfehler, der nur außerhalb der Mitte erscheint, durch Justage nicht weggebracht werden kann.
Wenn ich wüsste, dass der Fehler systematisch ist und nicht Eigenschaft meines Glases, dann würde ich das auch gut akzeptieren können. Schließlich gibt es in dieser Vergrößerungsklasse ja wohl kein Alternativprodukt, und da man sowieso nur in der Mitte konzentriert guckt, ist der Farbfehler in der Augenperipherie (und 90% des flächenmäßigen FoV sind nun mal eher Peripherie) nur ein ästhetischer Schönheitsfehler, mit dem man leben muss (und kann). Im Vergleich zu dem Minolta habe ich auch wieder gesehen, wie toll so ein 18x50 ist. Das Bild "knallt" einem regelrecht ins Auge, während man bei Minolta durch eine klene dunkle Luke zu gucken glaubt.
Wenn es aber doch eine Justagefrage wäre, dann würde ich den natürlich weghaben wollen. Schließlich ist so ein Glas (zumindest für mich) ja auch ein Ästhetikgegenstand im Sinne von "bella machina", und dann sollte er auch so "bella" wie möglich sein <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" />
Falls meine Spekulation zutrifft, dass es einfach so ist, dann wäre ich allerdings schon ein bisschen amüsiert: ich habe vor dem Kauf alles im Internet gelesen, was man über die großen Canon IS findet, und niemand hat diese doch ziemlich erwähnenswerte Eigenschaft erwähnt.