Bernd Limburg
Aktives Mitglied
Hallo zusammen,
heute sind endlich die ersten Ergebnisse meiner Neuanschaffung, einem Sigma 50 mm F1.4 ART Objektiv mit Canon-EF-Anschluss, fertig geworden.
Ziele des "Low Focal Length-Projekts" waren:
Die Standardfestbrennweite sollte große Sternfelder und Aufnahmen von ganzen Sternbildern ermöglichen. Als Kamera sollte meine DSP2600c (ToupTec, IMX571) dienen, außerdem sollte das Setup einen Autofokus mittels ZWO EAF bekommen. Den eingebauten USM-AF des Objektivs kann ich ohne Canon-Kamera ja nicht nutzen. Zuletzt musste noch ein massiver Streulichtschutz her, denn meine direkte Nachbarschaft des Beobachtungsortes "Balkon" besteht aus einigen grellen Straßenlaternen, beleuchteten Hauseingängen etc. Da das Bildfeld bei 50 mm und APS-C-Sensor etwa 26° x 18° beträgt, fängt man neben schön viel Himmel leider auch sehr viel Lichtverschmutzungs-Gradienten mit ein.
So sieht das Setup nun aus:
Von rechts nach links sieht man zunächst den großen, 3D-gedrucken Streulichtschutz, der auf die mitgelieferte Sonnenblende aufgesteckt und innen mit Velours ausgekleidet ist. Ein bisschen muss ich den noch kürzen, denn momentan bekomme ich in den äußersten Ecken des Bildfeldes nun doch Beschnitt bzw. extreme Vignettierung, die auch mit Flats nicht komplett kompensierbar ist.
Dann kommt das Objektiv selbst, gehalten in normalen Rohrschellen, und der Autofokus ist über einen Zahnriemenantrieb mit EAF-Motor realisiert. Den geriffelten Gummiring des Objektivs zum manuellen Fokussieren habe ich entfernt und durch einen 3D-gedruckten Zahnring ersetzt, der eine exakte MXL-Teilung hat (2.032 mm), zu der es Zahnriemen in allen Längen und auch passende Riemenscheiben für die Antriebsseite gibt. So sieht das im Detail aus:
Am linken Kameraende ist im ersten Bild neben dem Canon-EF-Bajonett-zu-M48-Adapter noch ein Rotator zu sehen, um die Kamera beliebig drehen zu können. Das könnte man zwar prinzipiell auch in den Rohrschellen tun, ist aber wegen des AF-Antriebs sehr umständlich. Der ganze Aufbau sitzt auf einer kleinen Losmandy-Schiene, um auf meine EQ6-R gehen zu können. Klar hätte da auch eine Vixen-Schiene gereicht, aber die Losmandy hat eine schöne breite, ebene "Bastelfläche".
Damit habe ich nun einen 50-mm-Refraktor mit Autofokus, T2-Anschluss für meine gekühlte Astrokamera und Anschluss an die große Montierung, und das Ganze ist komplett NINA-steuerbar.
Danach mussten nur noch die obligatorischen Wochen bedeckter Himmel abgewartet werden, und letzte Woche konnte ich dann 3 Nächte hintereinander nutzen. Das erste Bild zeigt die Andromedagalaxie M 31 und die benachbarte Dreiecksgalaxie M 33 in einem Himmelsausschnitt, wie man ihn theoretisch auch mit bloßem Auge sehen würde, wenn man denn entsprechend empfindliche Augen hätte:
Neben den beiden Galaxien M 33 links und M31 rechts sieht man ziemlich genau in der Mitte Mirach (Beta Andromedae), in der oberen linken Ecke das Sternbild Dreieck und etwas rechts davon noch den offenen Sternhaufen NGC 752. Außerdem finden sich noch einige Hintergrundgalaxien im Bild, u. a. "Mirach's Ghost" NGC 404, eine 11.7m helle Zwerggalaxie direkt rechts neben dem 2m hellen Stern.
Hier eine annotierte Version des Bildes mit Sternbildlinien und Bezeichnungen der hellsten Sterne:
Nachdem dieser Bildausschnitt dann zu horizontnah kam, habe ich in den jeweils zweiten Hälften der Beobachtungssessions nochmal umgeschwenkt auf den Stier, ein Feld bestehend aus den Hyaden, den Plejaden und dem California-Nebel:
Der helle Stern etwa in der Mitte Richtung linker Bildrand ist Aldebaran, darum gruppieren sich die verstreuten Hyaden. Weiter rechts unten zeigen sich die deutlich gedrängteren Plejaden in ihren bläulichen Nebelgebieten, und oben rechts prangt der California-Nebel, der schon im Sternbild Perseus liegt. Außerdem sieht man noch jede Menge Dunkelwolken und Staubgebiete im Bild, die allerdings bei meiner Himmelsqualität in Sachen Lichtverschmutzung schon grenzwertig herauszuarbeiten sind.
Allgemeine Daten zu den Bildern:
Alles in allem bin ich mit dem Setup sehr zufrieden und es rundet meine Brennweitenreihe 1450-730-330 mm mit 50 mm nach unten ab.
Viele Grüße und CS,
Bernd
heute sind endlich die ersten Ergebnisse meiner Neuanschaffung, einem Sigma 50 mm F1.4 ART Objektiv mit Canon-EF-Anschluss, fertig geworden.
Ziele des "Low Focal Length-Projekts" waren:
Die Standardfestbrennweite sollte große Sternfelder und Aufnahmen von ganzen Sternbildern ermöglichen. Als Kamera sollte meine DSP2600c (ToupTec, IMX571) dienen, außerdem sollte das Setup einen Autofokus mittels ZWO EAF bekommen. Den eingebauten USM-AF des Objektivs kann ich ohne Canon-Kamera ja nicht nutzen. Zuletzt musste noch ein massiver Streulichtschutz her, denn meine direkte Nachbarschaft des Beobachtungsortes "Balkon" besteht aus einigen grellen Straßenlaternen, beleuchteten Hauseingängen etc. Da das Bildfeld bei 50 mm und APS-C-Sensor etwa 26° x 18° beträgt, fängt man neben schön viel Himmel leider auch sehr viel Lichtverschmutzungs-Gradienten mit ein.
So sieht das Setup nun aus:
Von rechts nach links sieht man zunächst den großen, 3D-gedrucken Streulichtschutz, der auf die mitgelieferte Sonnenblende aufgesteckt und innen mit Velours ausgekleidet ist. Ein bisschen muss ich den noch kürzen, denn momentan bekomme ich in den äußersten Ecken des Bildfeldes nun doch Beschnitt bzw. extreme Vignettierung, die auch mit Flats nicht komplett kompensierbar ist.
Dann kommt das Objektiv selbst, gehalten in normalen Rohrschellen, und der Autofokus ist über einen Zahnriemenantrieb mit EAF-Motor realisiert. Den geriffelten Gummiring des Objektivs zum manuellen Fokussieren habe ich entfernt und durch einen 3D-gedruckten Zahnring ersetzt, der eine exakte MXL-Teilung hat (2.032 mm), zu der es Zahnriemen in allen Längen und auch passende Riemenscheiben für die Antriebsseite gibt. So sieht das im Detail aus:
Am linken Kameraende ist im ersten Bild neben dem Canon-EF-Bajonett-zu-M48-Adapter noch ein Rotator zu sehen, um die Kamera beliebig drehen zu können. Das könnte man zwar prinzipiell auch in den Rohrschellen tun, ist aber wegen des AF-Antriebs sehr umständlich. Der ganze Aufbau sitzt auf einer kleinen Losmandy-Schiene, um auf meine EQ6-R gehen zu können. Klar hätte da auch eine Vixen-Schiene gereicht, aber die Losmandy hat eine schöne breite, ebene "Bastelfläche".
Damit habe ich nun einen 50-mm-Refraktor mit Autofokus, T2-Anschluss für meine gekühlte Astrokamera und Anschluss an die große Montierung, und das Ganze ist komplett NINA-steuerbar.
Danach mussten nur noch die obligatorischen Wochen bedeckter Himmel abgewartet werden, und letzte Woche konnte ich dann 3 Nächte hintereinander nutzen. Das erste Bild zeigt die Andromedagalaxie M 31 und die benachbarte Dreiecksgalaxie M 33 in einem Himmelsausschnitt, wie man ihn theoretisch auch mit bloßem Auge sehen würde, wenn man denn entsprechend empfindliche Augen hätte:
Neben den beiden Galaxien M 33 links und M31 rechts sieht man ziemlich genau in der Mitte Mirach (Beta Andromedae), in der oberen linken Ecke das Sternbild Dreieck und etwas rechts davon noch den offenen Sternhaufen NGC 752. Außerdem finden sich noch einige Hintergrundgalaxien im Bild, u. a. "Mirach's Ghost" NGC 404, eine 11.7m helle Zwerggalaxie direkt rechts neben dem 2m hellen Stern.
Hier eine annotierte Version des Bildes mit Sternbildlinien und Bezeichnungen der hellsten Sterne:
Nachdem dieser Bildausschnitt dann zu horizontnah kam, habe ich in den jeweils zweiten Hälften der Beobachtungssessions nochmal umgeschwenkt auf den Stier, ein Feld bestehend aus den Hyaden, den Plejaden und dem California-Nebel:
Der helle Stern etwa in der Mitte Richtung linker Bildrand ist Aldebaran, darum gruppieren sich die verstreuten Hyaden. Weiter rechts unten zeigen sich die deutlich gedrängteren Plejaden in ihren bläulichen Nebelgebieten, und oben rechts prangt der California-Nebel, der schon im Sternbild Perseus liegt. Außerdem sieht man noch jede Menge Dunkelwolken und Staubgebiete im Bild, die allerdings bei meiner Himmelsqualität in Sachen Lichtverschmutzung schon grenzwertig herauszuarbeiten sind.
Allgemeine Daten zu den Bildern:
- 3 min Subs
- LCG-Mode der Kamera und High Fullwell Mode (65k Fullwell Cap.)
- Gain 160, Offset 160, Chiptemperatur -10 °C
- Objektiv auf f/2.0 abgeblendet
- Guiding mittels 405 mm Leitrohr und PHD2
- Gesteuert über N.I.N.A. 3.0
Alles in allem bin ich mit dem Setup sehr zufrieden und es rundet meine Brennweitenreihe 1450-730-330 mm mit 50 mm nach unten ab.
Viele Grüße und CS,
Bernd