Wie bekomme ich die Blenden in meinen Refraktor hinein?

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TaurusM45

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Hallo zusammen,

ich würde nun gerne meinen Refraktor mit Blenden ausstatten. Vier Stück sollen es werden.
Doch da gibt es ein Problem. Meine Arme sind nicht lang genug.

Der Tubus wo die Blenden rein sollen hat eine Länge von 150cm und da komme ich einfach nicht ganz rein.
Gibt es da einen Trick, wie ich die Blenden dennoch dort unter bekomme?

viele Grüße
Andreas
 
Was hast du für einen Tubus? Ich konnte bei meinem Selbstbau Objektiv und Okularauszug komplett abbauen und so von beiden Seiten in den Tubus gelangen.

CS Dietmar
 
Hallo Andreas,
vielleicht kann Dir mein kleiner Baubericht helfen. Link
Ich habe die Blenden bei zwei Teleskopen, dem 105/1500mm Antares und nem 63/840 Zeiss, mit jeweils drei Steben verbunden (120° versetzt und mit Ponal verklebt) und dann als ganzes Modul in den Tubus geschoben und wie Dietmar schreibt, ohne Objektiv und OAZ
Blenden sind aus Hartfaserholz, mit kleinen 10x5mm Kiefernleisten. Alles vorher mit Grundierung gegen Feuchtigkeit impregniert und mit schwarzer Abtönfarbe gestrichen.
Vorher noch den ganzen Tubus mit Velor ausgekleidet.
Vielleicht ne kleine Anregung.

Grüsse Martin
 
Hallo Andreas,
Mit einem Stöckchen an die richtige Stelle schieben? Aber was dann? Wie hast du dir die Befestigung gedacht?
Martin
 
Hallo zusammen

Also die Idee mit dem "Blendengerüst" welches man dann in den Tubus einschiebt finde ich genial.
 
Ja, die Blenden alle auf einmal als Ganzes einzuschieben klingt clever, aber man muß sauber und genau arbeiten.
Das gilt sowohl für die Blenden, als auch für die Streben. Gerade der Durchmesser muß genau auf den Innendurchmesser des Tubus mit der Velourfolie. Keine Presspassung, sonst klemmt das Gerüst mittendrin beim Einschieben. Also messen und 1-2 Zehntel kleiner im Durchmesser.
Ich habe beim langen Refraktor die Blenden zweimal gebaut, nicht weil sie sich nicht einschieben ließen, sondern weil sie im Durchmesser zu klein waren.
Die Frage der Befestigung solltest Du Dir überlegen. Ich habe das Gerüst letztendlich zwischen Objektiv und OAZ mit 1-2mm Luft "eingespannt und am Ende beim OAZ mit der Velourfolie mit drei Tropfen Heißkleber fixiert. Bis jetzt sind sie immer noch an der richtigen Position. 1-2mm Verschiebung im Tubus haben keinen großen Einfluß auf Abschattung oder Vignettierung.
Dein Teleskoptubus ist wesentlich angenehmer zum arbeiten als mein kleines 100mm Alurohr.
Kleiner Tip: Drehe das Gerüst so im Tubus, das eine der 120° Streben auf der Stoßkannte vom Velour liegt, dann ist die auch gleich abgedekt.
Die Velourfolie kann man natürlich auch mit Überlappung verlegen, das muß man aber beim Außendurchmesser der Blenden berüksichtigen.
Also: Gutes Gelingen und Erfolg.

Martin
 
Andreas,
ich habe diese Anleitung benutzt Baffle placement und mit einem 2D CAD Programm ermittelt. Geht auch völlig "analog" mit Papier und Bleistift im Maßstab 1:1.
Als Lektüre geht auch refraktor-selbstbau-wo-gibt-es-anleitungen.
oder rechts Oben die Suche: Blenden, Baffle.
Im Post gibt es auch ne Excel-Datei für ne numerische Berechnung der Durchmesser und Abstände.
Ich finde die graphische Lösung ganz lehrreich, da man es geometrisch sehen kann.
Laubsäge bereit?

Martin
 
Hallo nochmal,

jetzt muss ich mal ganz direkt fragen.
Ginge es eigentlich auch ohne Blenden, wenn der Tubus innen schön schwarz ist?

viele grüße
Andreas
 
Hier mal das was ich zeichnerisch ermittelt haben.
Keine Ahnung, ob das so richtig ist. Für Hilfe bin ich offen.

Blenden.jpg
 
Hallo Andreas,
das sieht schon gut aus.
Der Kniff ist, Du möchtest auf dem Kamerasensor oder dem Okular ein ganz bestimmtes, ausgeleuchtetes Feld haben. Das ist normalerweise ein Kreis. Dieses Feld muß genau in dem Brennpunkt, oder besser gesagt auf dem Sensor der Kamera liegen. Genau dann, wenn das Bild scharf ist.
Diesen Anstand zur Optik hast Du bei deinem Teleskop, wenn du mit deiner Kamera ein scharfes Bild hast. Du hast ja ein fertiges Scope.Genau in dieser Entfernng vom Objektiv kannst Du symmetrisch zu optischen Achse eine Line mit dem gewünschten Durchmesser zeichnen. Das ist mit "desired field size" gemeint.
Mit dieser Startlinie und den Randlinien des Lichtkegels vom Objektiv, kannst Du nun wieder der Anleitung folgen.
Aber leider ist das nur eine Lösung. Da andere Okulare 2" oder 1 1/4" andere Durchmesser haben, gibt es andere Blendendurchmesser und Positionen. Tip: Lege deine Blenden für das größte Feld aus, was du gedenkst zu benutzen. Dann sollte es auch für die verschiedenen Okulare gehen. Die letzte Blende ist meißt der OAZ.
Ich habe bei meinem F15/1500 auf Vollformat gerechnet. Nutze meißte 2" oder 1 1/4" Okulare, da ich das Teleskop für Planeten benutze.
Ich weiß nicht, wie das mit Barlows, Telekonvertern oder Reducern geht. Da die aber meißt weit vor der Bildebene liegen, werden sie trotzdem voll ausgeleuchtet, ist dann kein Problem.

Blenden sind die Kür und Tubus innen schwärzen ist Pflicht. Ja es geht auch ohne Blenden, aber wenn man das Optimum aus der Optik holen will, kommt man um Blenden nicht herum. Selbst Einsteigerteleskope 70/700, Lidlscope oder degleichen haben Blenden.
Das Bild wird konstrastreicher dadurch, da weniger störendes Streulicht einfällt. Bei 8", wie deine Optik, fällt trotz Streulicht/Taukappe etwas Licht schräg ein.

Martin
 
Mir fällt gerade auf, dass ich ja einen 3" OAZ habe. Sprich 75mm Durchmesser. Da macht es ja keinen Sinn, dass die letzte Blende nur etwas über 60mm Durchmesser hat.
 
Hallo Andreas,
nein, passt nicht. Das ausgeleuchtete Feld muß im Fokuspunkt liegen.
Uwe sagt es auch.
Hier meine Darstellung:
Also Kamera mit Auflagemaß und T-Adapter am OAZ berücksichtigen.
Den Abstand kannst Du an deinem Teleskop messen: Grob mitte Objektivfassung (eigentlich irgenwo zwischen den Linsen) und der Sensorlage in deiner Kamera. Das ist der Abstand, wo du normalerweise scharfe Bilder machst. DSLR´s (Canon,Sony) haben immer eine Markierung oben am Gehäuse. Ein durchgestrichener Kreis, die Linie gibt die Lage des Sensors vor.
Diesen Abstand in deiner Zeichnung eintragen, von der Mitte des Objektivs. Dort wo die Mittelachse geschnitten wird, dein Durchmesser des gewünschten, ausgeleuteten Feldes einzeichnen. Bei rechteckigen Bildsensoren, die Diagonale ->der gute alte Phytagoras.
Dann der Anleitung in "Baffle placement" folgen.

Leg los!:cool:

Martin

Grüsse aus dem Norden.
 

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Also wenn ich das richtig verstanden habe, dann muss jetzt die Kamera ans Teleskop mit echten Stern und dann mit dem Zollstock messen.

Viele Grüße Andreas
 
so nun habe ich nochmal neu gezeichnet. Diesmal habe ich als Anhaltspunkt das Okular mit dem größten Feldblendendurchmesser von 46mm genommen. Aber irgendwie machen die Blenden so auch keinen Sinn.
Irgendwie habe ich hier einen Knoten im Gehirn. Ich kappiers einfach nicht.
Blenden.jpg
 
Hallo Andreas,

das passt doch.
Die Anleitung "baffle placement" aus dem Link ergibt eine Anzahl von Blenden, die immer noch Teile der inneren Tubuswand sichtbar läßt.
Ganz unten im Text, steht, wei man keinen Bereich des Tubus mehr sichtbar bekommt. Statt von dem Schnittpunkten der grünen Linien mit dem Tubus, zeichnet man die roten Linien von der Basis der ersten Blende. Dann bekommt man mehr Blenden. Es braucht nicht hunderte Blenden.
Die Blenden sollen ja nur mögliche Reflektionen vom Tubus unterdrücken.
In meinem Bild sind die beiden Methoden gegenübergestellt: oben die Erste (die hast Du genommen) unten die wenn mann von der Basis der Blenden ausgeht.
Die Blendenzahl reicht dann auch. Wenn man auf Blenden steht, oder sehr viel basteln will, kann man auch eine Verbindungslinie von den Innen durchmessern der Blenden ziehen und zwischen den Blenden, bis zu der Verbindungslinie, weitere einbauen. Braucht aber nicht.
Die erste Methode reicht auch, wenn der Tubus von innen sauber und gleichmäßig geschwärzt ist, Velour, Schultafellack oder Vanta Black ist geschmackssache.
Lieber schauen, ob der OAZ innen auch nicht relektiert.
Ansonsten probier doch die ExcelTabelle aus. Die spukt Durchmesser und Lage in mm-Maßen aus.

Martin
 

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Hallo Martin,

ich habe mich nun für 4 Blenden im Tubus entschieden und werde heute mal anfangen zu bauen. Ich werde euch wissen lassen, wie es ausging.

die Herausforderung wird sein, die Blenden so genau zu schneiden, dass sie perfekt in den Tubus passen

viele Grüße
Andreas
 
so da ich nun weiß wie viele Blenden es werden und wo ich sich hinbaue, habe ich auch das passende Material gefunden.
Foamboard heißt das Zauberwort. Habe ich bei Idee Kreativ Bastelbedarf gefunden. Super stabil, gut zu bearbeiten und super leicht
 
Interessante Lösung. Das ist bestimmt einfacher zu bearbeiten als das Hartholz, welches ich genommen habe.
Ich hatte mir extra eine neue Laubsäge mit Auflage gekauft.
Das war fast wieder, wie damals in der Schule, im Werkuntericht.
Kann man das mit einem Cuttermesser gut schneiden?
Bei meinem 63/840 Zeiss hatte ich noch Balsaholz mit 2mm Stärke genommen.

Gutes gelingen, und lass Dir Zeit und Ruhe. Soll ja was Gutes werden. Ist eh zu regnerisch draussen.

Klare Sicht, Grüsse aus dem Norden,
Martin
 
...nun ich habe mir an meinen Zirkel die Klinge eines Skalpell geschraubt und kann so butterweich durch das Material schneiden.
 
Leider ist die Idee mit dem Foamboard nix geworden. Das Material ließ sich einfach nicht vernünftig schneiden, sodass alles schief und krumm wurde.
Mein Vater hat sie dann aus 3mm Hartpapier ausgefräst. Jetzt sind sie perfekt und passen sauber rein. Müssen nur noch schwarz lackiert werden.
20210818_233825.jpg
 
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