joetaiga
Aktives Mitglied
Hallo zusammen,
ich hoffe, das ist für einige interessant. Mich hat das jedenfalls eine Weile beschäftigt. Und ja, ich habe gerade Langeweile. Hier am Rhein ist es seit Jahren im Winter entweder regnerisch oder es ist Nebel...
Man kennt ja die vielen schönen Mondbilder aus der Galerie, wo der Autor über die Bedingungen jammert, das Bild selbst dann aber brutal gut aufgelöst ist. Daher wollte ich wissen: was geht denn da eigentlich? Ab wann kann ich zufrieden sein bzw. brauche einen Krater nicht ein zweites Mal aufzunehmen, weil kaum mehr zu erreichen ist. Und muss das Seeing immer perfekt sein?
Ich habe die letzten Jahre immer wieder versucht Kriterien zu finden, die mir sagen, wo meine Mondbilder im Vergleich zur verwendeten Optik stehen. Das ist dabei heraus gekommen.
quickmap.lroc.asu.edu
Hier kann man beliebig in die Mondoberfläche zoomen und über ein Tool links in der Werkzeugleiste einfach Entfernungen messen.
Vermessen habe ich zum Beispiel dieses Bild von Werner und co, da ich über die hohe Auflösung nach der Bearbeitung überrascht war. Aufgenommen habe ich bei f/13 mit einem 12" Selbstbaudobson und einer ASI533, d.h. mit einer OSC Kamera. Grün und Blau waren im Vergleich zu Rot verschwommen, sodass ich nach dem Stacken nur den Rotkanal extrahiert und weiter bearbeitet habe.
forum.astronomie.de
Eigentlich war bei der Konstellation nicht zu erwarten, dass etwas vernünftiges dabei heraus kommt. Durch die Bayermatrix geht einiges verloren. Zusätzlich wäre für die Kamera eher f/18 anstatt f/13 optimal, wenn man das Maximum herausholen will. Dennoch ist der kleinste Krater, den ich gefunden habe und der eindeutig wie ein Krater aussieht ca. 1,3km groß. Das Rayleigh Kriterium liegt im Roten für den Dobson bei ca. 1km. Das ist schon dicht dran.
Das hat mich erstaunt. Ich habe daraus für mich mit genommen, dass es am Ende gar nicht den extremen Unterschied macht, ob man perfekt sampelt oder die perfekte Kamera hat. An die Sache kann man entspannter ran gehen. Es muss nicht perfekt auf den Punkt sein. Durch die Aufnahmetechnik und Bildbearbeitung kann man einiges ausgleichen.
Grüße
Joachim
ich hoffe, das ist für einige interessant. Mich hat das jedenfalls eine Weile beschäftigt. Und ja, ich habe gerade Langeweile. Hier am Rhein ist es seit Jahren im Winter entweder regnerisch oder es ist Nebel...
Man kennt ja die vielen schönen Mondbilder aus der Galerie, wo der Autor über die Bedingungen jammert, das Bild selbst dann aber brutal gut aufgelöst ist. Daher wollte ich wissen: was geht denn da eigentlich? Ab wann kann ich zufrieden sein bzw. brauche einen Krater nicht ein zweites Mal aufzunehmen, weil kaum mehr zu erreichen ist. Und muss das Seeing immer perfekt sein?
Ich habe die letzten Jahre immer wieder versucht Kriterien zu finden, die mir sagen, wo meine Mondbilder im Vergleich zur verwendeten Optik stehen. Das ist dabei heraus gekommen.
- Das Rayleigh Kriterium scheint mir die Grenze zu sein, ab dem ein Krater nicht mehr eindeutig als Krater identifizierbar ist. Man sieht auch noch kleinere Krater, allerdings kann man dann nicht mehr eindeutig sagen, was es ist. Das passt auch soweit zur Theorie der Wellenoptik.
- Etwas über dem Rayleigh Kriterium ist ein Krater noch relativ sicher als solcher zu erkennen. Interessanterweise werden die Kraterabbildungen dann nicht mehr kleiner, wenn auch der Krater kleiner wird, sondern die Krater verblassen einfach, je kleiner sie im Vergleich zum Rayleigh Kriterium werden. Etwas unterhalb dem Kriterium sieht man nur noch einen blassen Schatten. Man kann nicht mehr erkennen, was es ist. Dann verschwindet auch der Schatten.
- Selbst wenn das Seeing nur solala ist, kann man im Grenzbereich aufgelöste Aufnahmen erhalten. Nur kann man schwieriger einen guten Kontrast erreichen. Selbst wenn also man schon am Rayleigh Kriterium ist mit seiner Aufnahme, macht es also immer noch Sinn bei besseren Bedingungen nachzulegen. Die Aufnahmen erhalten dann einen besseren Kontrast und man kann effektiver schärfen. Die Bilder sehen aber nur besser aus, die Auflösung verbessert sich nicht mehr.
QuickMap
LROC QuickMap, a powerful map interface to browse Lunar data from NASA/LRO and other missions. Explore the Moon in both 2D and 3D. Developed by Applied Coherent Technology and customized for the LROC team at ASU
Hier kann man beliebig in die Mondoberfläche zoomen und über ein Tool links in der Werkzeugleiste einfach Entfernungen messen.
Vermessen habe ich zum Beispiel dieses Bild von Werner und co, da ich über die hohe Auflösung nach der Bearbeitung überrascht war. Aufgenommen habe ich bei f/13 mit einem 12" Selbstbaudobson und einer ASI533, d.h. mit einer OSC Kamera. Grün und Blau waren im Vergleich zu Rot verschwommen, sodass ich nach dem Stacken nur den Rotkanal extrahiert und weiter bearbeitet habe.
Kraterfeld mit Werner und Aliacensis als Testfeld für Bildauflösung
Schönes Feld mit einigen prominenten Kratern. Werner oberhalb der Mitte, Aliacensis unterhalb der Mitte. Links neben Aliacensis liegt Walther. Eignet sich gut als Test für Auflösungen, da in den Kraterböden viele isolierte kleine Krater liegen...
Eigentlich war bei der Konstellation nicht zu erwarten, dass etwas vernünftiges dabei heraus kommt. Durch die Bayermatrix geht einiges verloren. Zusätzlich wäre für die Kamera eher f/18 anstatt f/13 optimal, wenn man das Maximum herausholen will. Dennoch ist der kleinste Krater, den ich gefunden habe und der eindeutig wie ein Krater aussieht ca. 1,3km groß. Das Rayleigh Kriterium liegt im Roten für den Dobson bei ca. 1km. Das ist schon dicht dran.
Das hat mich erstaunt. Ich habe daraus für mich mit genommen, dass es am Ende gar nicht den extremen Unterschied macht, ob man perfekt sampelt oder die perfekte Kamera hat. An die Sache kann man entspannter ran gehen. Es muss nicht perfekt auf den Punkt sein. Durch die Aufnahmetechnik und Bildbearbeitung kann man einiges ausgleichen.
Grüße
Joachim