Wie hell sollte der Hintergrund beim finalen Bild sein? | Astronomie.de - Der Treffpunkt für Astronomie

Wie hell sollte der Hintergrund beim finalen Bild sein?

joetaiga

Mitglied
Hallo Forum,

ich habe bei der Bildbearbeitung mit wechselnden Lichtverhältnissen zu kämpfen. Wenn ich tagsüber meine Bilder im hellen Raum bearbeite, sehen sie abends bei schwachem Licht betrachtet furchtbar aus. Der Hintergrund ist hell, fleckig und rauscht. Umgekehrt, wenn ich die Bilder abends im Dämmerlicht bearbeite, wenn meine Frau fern schaut, verschwinden bei Tagesbetrachtung sämliche schwachen Strukturen im Nichts, der Hintergrund ist einfach platt schwarz.

Mir geht es hauptsächlich darum, wie das Bild auf einem Ausdruck wirkt. Gibt es Erfahrungswerte wo etwa der Hintergrund im Histogramm stehen sollte? Bei 5%, 10%, 15%?

Danke und CS
Joachim
 

frasax

Mitglied
Hallo Joachim,

10% ist bei Bildschirmbetrachtung ein guter Richtwert. Wobei Druck immer noch ne andere Kiste ist. Da werden die Dinge komplizierter, eine Bearbeitung für den Bildschirm unterscheidet sich zu einer Bearbeitung für den Druck. Da würden z.Bsp. 15% vermutlich eher passen.
In Photoshop sagt man immer 20/20/20 als Wert für den Hintergrund, 10% wären bei 8bit aber eher 25 was ich persönlich auch besser finde.

P.S. ich bearbeite meine Bilder immer im dunkeln, ziehe tagsüber die Vorhänge zu. Manchmal gehe ich auf auf die Toilette zur Beurteilung, das ist der einzige Ort bei mir wo es richtig dunkel ist:)

CS Frank
 

DieterRei

Mitglied
Hallo Joachim,
das ist das Standardproblem der Bildbearbeitung, im Profibereich gibt es dafür genormte Lichtverhältnisse (vulgo Franks Toilette:)). Google mal bei den Fotografen/Bildbearbeitern/Druckern, dort findest Du sehr viel Hintergrundinformation, um die Dinge im häuslichen Bereich einigermaßen anzupassen. Für den Austausch von Dateien, erst recht für den Druck ist ein durchgehendes Farbmanagement unterEinschluss des Umbungslichts unerlässlich, jedoch nicht ganz preiswert.
CS
Dieter
 

TriffiD

Mitglied
Hallo Joachim!

Ich weiß wieder mal nicht, ob das die Frage genau trifft, aber bevor du Frank um den Besuch auf seiner Toilette bitten musst, hilft vielleicht folgender Hinweis:
Für den Druck helfen die Empfehlungen, die für den Hintergrund bei der Bildschirmdarstellung gelten nicht gut weiter. Stattdessen gibt es z.B. bei Online-Print-Diensten oder auf den Webseiten von Druckerherstellern meistens passende ICC-Profildateien, mit denen man das Druckergebnis vorab abschätzen kann. Natürlich ist dafür eigentlich ein kalibrierter Monitor erforderlich, aber vielleicht kannst du einen kleinen Probedruck anfertigen lassen, um zu sehen, ob dein Monitor (oder vielleicht ein Bildschirm von Notebook, Handy oder Tablet) dem ICC-Profilkalibrierten Bild einigermaßen entsprechen. Ansonsten hilft ein Kolorimeter, wenn du ein paar Euro übrig hast.
In vielen Grafikprogrammen kann man eine Einstellungsebene über die Bildebenen legen und dort als Ebenentyp "Softproof" auswählen. Dort wählt man das vorab installierte ICC-Profil aus und kann so überprüfen, wie das Bild im Druck aussähe. Außerdem kann man auch erkennen, ob Farben oder Grautöne out of Gamut sind, also im Druck nicht treffsicher dargestellt werden können. Diese Farben kann man dann durch verändern der Tonwerte oder Sättigung einem natürlichen Aussehen annähern.

Gruß
Sebastian
 

Demokrat

Aktives Mitglied
Hallo alle,

ich hab da schon mal was dazu geschrieben, also Monitor auf 6.500 Kelvin stellen usw, CMYK-Vorschau in PS anhaken und Datei in CMYK umwandeln, falls man in dem Modus arbeiten möchte (und das möchte man zB für Print!)... vielleicht ist ja was dabei: Erfahrungen gesucht: Astrofotos ausdrucken

Letztlich: wenn man einige Dinge richtig einstellt, braucht man den Schirm nicht per Colormeter einmessen. Und ob Schwarz im Druck oder am Screen 10% grau sein soll, weiß ich nicht, eventuell sieht das manchmal realistischer aus als 0% - aber im Print ziehe ich auch bei Astrofotos den Schwarzregler hinunter, damit Schwarz auch Schwarz ist, aber die anderen Töne (Deep Sky) erhalten bleiben. Die meisten arbeiten in RGB und dort geht das nicht, weil man nur die 3 RGB-Regler hat. Umwandeln in CMYK ist ein kleiner Geheimtipp, Schwarzwerte lassen sich dort im Schwarzauszug (Gradationskurve oder Helligkeit) besser regeln) ;) Nachher kann man ja wieder auf RGB gehen, wenn man möchte (zB für Screendarstellung als jpg). Allerdings verliert man nicht druckbare RGB-Werte beim Umrechnen... die am Schirm eventuell so schön leuchten... und im Druck dann ganz anders aussehen, weil die Farbräume verschieden sind.

lg
Niki
 

joetaiga

Mitglied
Hallo zusammen,

ui, haben da viele geantwortet. Danke für die Antworten.

Das ist ja komplizierter als ich dachte. Ich habe jetzt mal ein Bild eingestellt, dass den Hintergrund auf 10% hat. Mit ICC Profilen muss ich mich noch beschäftigen. Davon höre ich das erste mal. Mal sehen, ob man die Profile, die ich gefunden habe einfach so in GIMP installieren kann. Bisher habe ich mir damit beholfen einen Probedruck zu machen und dann zu korrigieren. Aber jetzt wollte ich mir einige Motive auf Dibond ausdrucken lassen.

Fürs Forum werde ich mir mal mit der 10% Regel behelfen. Ich hab ein Bild in die Galerie hochgeladen. Geht das einigermaßen?
Kann man den ganz schwachen äußeren Ring gut erkennen?


CS Joachim
 

Demokrat

Aktives Mitglied
Hallo Joachim, tolles Foto - da würde ich beim Schwarzpunkt schon noch ein wenig näher ans Signal gehen... Einmal kurz nach rechts schieben und Du hast R 12 statt 20, G 14 statt 22 und B 15 statt 23 - auf die Schnelle in PS.

lg
Niki

Bildschirmfoto 2020-04-29 um 19.44.12.jpg
 

TriffiD

Mitglied
Hallo Jachim,
ja, ich bin auch der Meinung, dass das ein lohnendes Foto für den Druck ist. Am Bildschirm ist der Hintergrund tatsächlich fast zu grau, aber das ist auch Geschmackssache.
Ich wollte auch keine Verwirrung stiften, mit meinem Hinweis auf die ICC-Profile. Sie sollen ja vor allem helfen, ein gutes Ergebnis zu bekommen. Ich erinnere mich an mein erstes Poster, das ich habe drucken lassen. Ich war damals sehr enttäuscht, dass es so ganz anders wirkte, als auf dem Monitor. Zum Glück war es nicht teuer - bei Dibond wäre es schon ärgerlicher, wenn es am Ende nicht gefällt.
Ich habe mich damals bei Youtube schlau gemacht, was es mit diesen Profilen auf sich hat. Das ging ganz gut. Aber auch der Anbieter, der den Druck ausführen soll, dürfte dir weiter helfen können. Der hat nämlich ein großes Interesse daran, dass du zufrieden bist. Vielleicht bietet er eine Kundenhotline an. Die können dich bestimmt praxisnah beraten.
Das mit dem Kolorimeter war übrigens eher als Scherz gedacht. Die sind unverhältnismäßig teuer. Folge lieber erst mal Nikis Link zu den Bildschirmeinstellungen.
Inwieweit Gimp eine geeignete Software ist, kann ich nicht sagen. Es hat sich ja sehr gemausert, in den letzten Jahren.

Ich wünsche viel Erfolg!

Gruß
Sebastian
 

joetaiga

Mitglied
Hallo Niki, Sebastian,

bei mir ist weniger das Problem, dass der Monitor nicht vernünftig kalibriert ist. Die Farben passen ganz gut. Es hängt von den Lichtverhältnissen im Raum ab. Vor Corona habe ich mir die Bilder immer auf meinem Eizo Monitor auf der Arbeit angeschaut. Der passt sich den Lichtverhältnissen im Raum an und das funktioniert extrem gut. Jetzt bin ich allerdings auf nicht absehbare Zeit im Homeoffice und da ist es ein extremer Unterschied, ob ich tagsüber oder Abends im Dämmerlicht an den Bildern arbeite. Deswegen dachte ich, es wäre am besten, die Helligkeit des Hintergrundes immer auf einen festen Wert zu setzen, damit ich reproduzierbare Ergebnisse bekomme, die ich einfach Ausdrucken kann.

Zu Gimp: ich arbeite gerne damit, seit sie die Genauigkeit auf 32bit erhöht haben. Vorher habe ich Fitswork + RawTherape + DSS verwendet, heute Gimp + Starnet + Siril. Damit bekomme ich mittlerweile Ergebnisse, die sich hinter denen von professionellen Programmen kaum verstecken müssen. Es ist weniger eine Geldfrage, ich mag einfach den Freeware Gedanken, dass eine selbstlose Community den Leuten freie und tolle Tools zur Verfügung stellt. Ich kenne allerdings nur den Vergleich zu APP. Das liefert mir einen etwas ebeneren Hintergrund und minimal bessere Details als Siril, ist dafür aber 10x langsamer. Wie die Tools von Gimp im Vergleich zu Photoshop sind, kann ich nicht sagen.

Ich denke, werde mir mal ein Bild als Kollage mit jeweils verschieden hellen Hintergründen zur Probe drucken lassen. Fürs Forum habe ich gestern mal 8% für den Hintergrund ausprobiert. Das scheint ganz gut zu funktionieren. Bei Nikis Beispiel mit 5% sehe ich hier auf meinem Arbeitslaptop vom schwachen Ring fast nichts mehr. Ich denke der wichtigste Schritt ist aber damit getan, dass ich jetzt weiß, was ich mache und nicht mehr den Regler irgendwie hin und her schiebe ;)

CS Joachim
 
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