Wie scharf ist der Vollmond

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Horst0552

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Hallo liebe Astrofreunde,

ich möchte mal Eure Meinung wissen, oder Bilder sehen,
wie scharf man den Mond fotografieren und auch die Fotos
entsprechend bearbeiten kann, wenn das Sonnenlicht nahezu
senkrecht auffällt und keine Schatten zu sehen sind.

Habt Ihr Erfahrungswerte für ISO-Empfindlichkeit und Belichtungszeiten.

Hier mal 2 Ausschnitte vom Vollmond am 30.09.2012.

LG
Horst
 

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  • Ausschnitt Einzelfoto vom Vollmond 30-09-2012 ISO100 -- 1-250 Sec.jpg
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Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Horst,

Hast du mit der DSLR aufgenommen? Einzelne Photos oder aus dem Videostrom? Bei einzelnen Photos kann die Kamera bei der Brennweite selber leicht für Unschärfe sorgen, falls beim Auslösen was wackelt.

Beim Mond sollte die DBK die sinnvollere Lösung sein.

Grüße, Martin
 
Hallo Martin,

ich habe alle Fotos als Einzelfotos mit der EOS60Da aufgenommen.
Naturlich mit Fernauslöser und im Dauerbildmodus. Die EOS hat einen Pixelabstand von 4,3um ,
den ich im Videomodus aber nur in der Bildgröße von 640x480 Pixel nutzen kann.

Die DBK hat einen Pixelabstand von 4,65um .

Meine Frage richtet sich aber in Richtung der max. möglichen Schärfe von der Mondoberfläche
ohne Schatten.

Sieht man sich Satellitenbilder vom Mond an, dann sieht er ja aus wie gesandstrahlt.
Ist da überhaupt Schärfe möglich?

LG und CS
Horst
 
Zitat von Horst0552:
Habt Ihr Erfahrungswerte für ISO-Empfindlichkeit und Belichtungszeiten.
Hallo Horst,

nachdem mir die steile Beleuchtung am Mond früher eher unattraktiv erschien, habe ich inzwischen doch Freude daran gewonnen. Man kann nämlich bei entsprechnder Bildbearbeitung Strukturen "entdecken" und sichtbar machen, die man auf den gängigen Fotos seltener zu sehen bekommt. Hier mal ein Beispiel: Plato am 17. Februar 2011, 00:51 MEZ, etwa 33 h vor Vollmond.

Link zur Grafik: http://www.astro-vr.de/005051_Plato_AS719v1438Md20Rp259_lumi_usmR30S60dSinc120wRges031D1400usmR4S30itGx10GS100_3-20e8his25_cr.jpg

Das Bild entstand aus einem Video, welches ich mit der Chameleon-Kamera mit 3,75 µm Pixelraster und vorgeschaltetem Rotfilter (Astronomik Typ II) an meinem 10" Schüsselteleskop bei f/11 aufgenommen habe. Hier sind die Daten aus dem FireCapture-Protokoll:

Filename=Moon_R_17_02_2011_005051.avi
Date=17.02.2011
Start=00:50:51
Duration=60s
Frames captured=1439
Camera=Chameleon CMLN-13S2M
ROI=640x480
Profile=Moon
Filter=R
FPS=24
Shutter=4.347ms
Gain=800
Gamma=1500
Histogramm(min)=73
Histogramm(max)=255
Histogramm=100%
AutoAlign=false
PreFilter=none
Limit=60 Seconds

Da findest Du die von Dir angefragten Daten. Die Belichtungszeit hatte ich im Hinblick auf das Seeing mit 4,3 ms relativ kurz gewählt.

Der Beleuchtungswinkel ergibt sich für einen Zeitpunkt im Abstand von 33 h gegenüber Vollmond mit rund 0,5°/h zu 16,5° gegenüber der Sichtlinie. Man sieht also in den ganz steilen Kratern noch relativ schmale Schatten, nicht aber an den flacheren Hängen des großen Ringwalls. Interessant finde ich vor allem die feinen Maserungen im flachen Gelände, die mir auf vielen anderen Aufnahmen von dieser Gegend bei flacherer Beleuchtung weitgehend "weggebügelt" erscheinen.

Bei entsprechenden Sichtbedingungen werde ich gewiss gerne weitere Erkundungen auf dem Mond bei steiler Beleuchtung unternehmen und würde mich freuen, wenn wir auch von Dir gelegentlich etwas zu sehen bekommen.

Gruß, Jan
 
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Hallo Horst, habe mal versucht, aus der Originalaufnahme einen neuen Ausschnitt mit neuer Bearbeitung zu erstellen. Durch den starken Ausschnitt und eben als Einzelaufnahme kann man wohl hinsichtlich Rauschen nicht mehr erwarten.
Refraktor ED 102/920mm bei 1840mm Brennweite (2xFotokonverter)mit DSLR Olympus E-600 als Einzelbild.

Hallo Jan, für mich als Mondfreund ein Super-Bild, klasse Tonwerte und Details.
Viele Grüße Olaf.
 

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Zitat von CaptainKirk:
Hallo Olaf,

eigentlich ist meine Platoaufnahme an dieser Stelle etwas "unfair", weil wir dieses aus 720 Einzelbildern gestackte Bild mit Euren Einzelaufnahmen vergleichen. Die fein abgestuften Tonwerte kann man von einer Einzelaufnahme mit 8 Bit Datentiefe wohl kaum erwarten. Durch das Stacken hat man in diesem Fall - zumindest theoretisch - eine Grauskala mit mindestens 16 Bit Datentiefe zur Verfügung und kann daraus entsprechend differenzierte Grauwerte extrahieren.

Gruß, Jan
 
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