Wie stark schwankt die Lichtverschmutzung lokal?

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AstroGerdt

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Hallo zusammen,

Da ich plane, im Sommer in die Rhön zu fahren, bin ich aktuell auf der Suche nach einem guten Ort für Astrofotografie in der Gegend. Dabei habe ich folgende Grafik von der Uni Osnabrück gefunden: https://www.home.uni-osnabrueck.de/ahaenel/darksky/rhoen/fotos/viirs_mag.jpg

Die Grafik stellt eine Lichtverschmutzungskarte überlagert mit eigenen SQM Messungen dar. Damit wäre das prinzipiell eine sehr gute Quelle, um Orte in der Gegend zu finden und nach Dunkelheit zu selektieren.

Allerdings fiel mir auf, dass die Werte selbst in sehr kleinen Bereichen teilweise enorm abweichen. Ich konnte sogar eine 21,2 und 21,65 Messung direkt nebeneinander finden, was ja schon einen kräftigen Unterschied machen kann!

Natürlich können Lampen direkt neben der Messung die Aufnahme stark beeinflussen, allerdings nehme ich mal an (und hoffe), dass diejenigen, die die Messungen für die Uni durchgeführt haben, dabei sorgfältig genug waren, Störquellen zu eliminieren. Abgesehen davon sollen die SQMs ja relativ zuverlässige und konstante Messungen erzeugen.

Was sind eure Erfahrungen damit, wie stark die Lichtverschmutzung lokal schwanken kann, wenn man mal annimmt, dass man sich nicht innerhalb eines Ortes oder direkt neben hellen Lichtquellen bewegt? Kann es wirklich sein, dass bereits ein Kilometer in eine Richtung fast eine komplette Bortle-Klasse ausmacht?

CS Gerrit
 
Hallo Gerrit,

ja die Unterschiede sind schon deutlich. Allerdings denke ich man muss da einfach auch die Höhe beachten. Von Oben sieht das dicht beeinander aus, aber
eine Messung liegt eventuell im Tal und in der Nähe einer Ortschaft und die benachbarte auf einem Berg oder Hochstrasse. Da können einige hundert Höhenmeter zusammenkommen und der Unterschied zwischen 21,2 und 21,6 ist gewaltig in der Wahrnehmung.

Ich habe mal versucht das Areal mit dem Satellitenbild zu überblenden:


Gruß Thomas
 
Hi Thomas,

guter Punkt, die Höhe ist ein Aspekt, den ich dabei nicht bedacht hatte. Dennoch erscheint mir der Unterschied schon arg groß....

CS Gerrit
 
Hallo Gerrit,

das finde ich eigentlich nicht. Es steht immer noch eine 21 vorm Komma. Ich denke auch 21,7 ist oberer Anschlag für Mitteleuropa und da muss schon alles passen.
Such dir einfach ein ruhiges Plätzchen hoch oben. Windgeschützt gut zu erreichen und ohne nächtlichen Publikumsverkehr. Dann muss nur noch das Wetter mitspielen. Wünsche dir gutes Gelingen!
CS Thomas
 
Hi,
hat sicherlich auch mit der Höhe was zu tun.
Logisch ist wenn man zwei Messungen sieht sich das Datum anzuschauen. Im Herbst Winter oder Sommer können die Werte anders sein.
Bei Feuchtigkeit genauso.
Der Mond darf nicht stören,halb Dreifierfel Vollmond.
Der Mond ist nicht zu sehen, aber ist einige Grade unter Horizont, kommt trotzdem Störlicht in den Nachthimmel.
Die Zeit der Messung ,Stunde nach Sonnenuntergang oder Stunde nach Mitternacht sind sicherlich auch anders.
Messung im Zenit ist dunkler als zur Zeit M12 im Schlangenträger steht.

Die Maß ist schon gut, aber selber Messen sind dann eigene Erfahrungen.
 
Ok, das sind berechtigte Einwände bezüglich der Genauigkeit der Messungen.
Ich hatte eigentlich angenommen, dass eine Universität die Messungen mit ausreichender Genauigkeit durchführen würde, aber klar, es kann gut sein, bei dieser Vielzahl an Faktoren, dass das eben doch nicht der Fall ist.

CS Gerrit
 
Moin,
ein ganz kleines bisschen Off-Topic, aber ich frage trotzdem mal hier. Hat eine:r von euch zufällig eine Ahnung, ob es auch Berechnungen bzw. Überlegungen zur Lichtverschmutzung in der Vergangenheit gibt? Ich meine v.a. vormoderne Epochen. Klar, ohne elektrisches Licht wird die Lichtverschmutzung nur eine sehr geringe Rolle gespielt haben, mich interessiert aber, ob frühere Ballungszentren (Antikes Rom, Paris, London usw.) trotzdem schon einen Einfluss in dieser Richtung hatten; zumindest in ihrem unmittelbaren Gebiet.
Gruß
Florian
 
Hi Florian,

interessante Frage.

Ich würde stark vermuten, dass es zwar irgendeine Lichtverschmutzung gab, ob diese aber messbar oder gar praktisch relevant ist, bezweifle ich sehr stark.

Die meiste Beleuchtung wird sich in Innenräumen befunden haben. Von dort gelangt kaum Licht nach draußen, und wenn, dann wird es sicherlich nicht nach oben abgestrahlt, sondern in seitliche Richtung.

Wenn es doch einen wahrnehmbaren Unterschied in der Himmelsqualität gab, dann würde ich da eher Luftverschmutzung durch Feuer und aufgewirbelten Dreck als Ursache vermuten, als Lichtverschmutzung.

CS Gerrit
 
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