Wie streng ist der Maßstab beim APOD? Gedanken zum heutigen Bild (20. Aug. 2026)

Tully Fisher

Aktives Mitglied
Hallo zusammen,

ich habe heute Morgen den APOD gesehen und war ehrlich gesagt überrascht – nicht im positiven Sinne.

https://apod.nasa.gov/apod/astropix.html
https://app.astrobin.com/u/EddieSgarbossa?i=qjfmdv#fullscreen

Vorab das Wichtigste: Es geht mir ausdrücklich nicht um den Bildautor. Zudem schildere ich bezogen auf die Kritik meine persönliche Meinung.
Ich kritisiere niemanden persönlich. Mir geht es um das Bild als Bild – und um die Frage, nach welchen Kriterien ein APOD eigentlich vergeben wird.

Der Gesamteindruck ist für mich schlicht höchstens gewöhnlich. Das Feld ist tatsächlich großflächig von Nebel gefüllt, daran liegt es nicht. Aber die Farbgebung bleibt langweilig: ein enges bräunlich-rosa Band ohne echte Tonwerttrennung, ohne kräftige Kontraste, ohne einen Bereich, der einen wirklich packt. Das Objekt in dieser Form hat man schon hundertfach gesehen, und die Bearbeitung holt nichts heraus, was es besonders machen würde.

Beim Hineinzoomen kommen dann konkrete Schwächen dazu:
  • Weichzeichnung: Der Hintergrund wirkt fleckig-wolkig in einer Struktur, die nicht nach Nebel aussieht, sondern nach überzogener Rauschunterdrückung. Feine Details sind schlicht weggebügelt.
  • Sterne: Sie sind nicht rund. Mehrere zeigen kantige, fast oktogonale Profile – für mich ein Hinweis auf zu aggressive Deconvolution oder Star Reduction. Ein hellerer roter Stern hat einen sichtbar dunklen Kern; das ist kein Sternprofil mehr, das ist ein Artefakt.
  • Dazu mehrfach kurze schräge Striche und „Doppelsterne", die keine sind – Registrierungsreste oder nicht entfernte Trails.

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Quelle: NASA APOD bzw. Astrobin / Eddie Sgarbossa

Zur Einordnung: Ich habe mir das Bild in der maximalen Auflösung angesehen, in der es veröffentlicht wurde, und die Punkte dort im Detail geprüft. Es geht also nicht um Kompressionsartefakte einer verkleinerten Webansicht.

Damit zur eigentlichen Frage.
Man kann durchaus argumentieren, dass dieses Bild dem Niveau eines AAPOD2 oder eines AstroBin-IOTD nicht entspricht – dort würde es meiner Einschätzung nach an der Sternbearbeitung scheitern. Nun ist APOD aber kein Wettbewerb, sondern im Kern eine Erklärseite mit täglichem Bild; die Auswahl richtet sich seit jeher stark danach, ob sich ein guter didaktischer Text daran aufhängen lässt.

In der Community wird ein APOD trotzdem faktisch als Ritterschlag wahrgenommen, oft mehr als ein IOTD.

Daraus meine Fragen an euch:
  • Sollte APOD einen technischen Mindeststandard haben, wenn es de facto als Auszeichnung gilt?
  • Oder ist genau das der Denkfehler – und APOD ist schlicht Wissenschaftskommunikation mit Bebilderung?
  • Und ganz praktisch: Seht ihr die genannten Punkte überhaupt so, oder bin ich zu streng? Auch wenn das aus der Mode gekommen ist: Ich bin offen für jede andere Meinung, die eben nicht der meinen entspricht.
  • Wo zieht ihr die Grenze zwischen künstlerischer Freiheit und handwerklichem Fehler? Farbgebung ist Sache des Autors – aber sind verformte Sternprofile und weggebügelte Struktur noch Stilmittel?
Zum Schluss noch einmal in aller Deutlichkeit, weil mir das wichtig ist:

Das hier ist keine persönliche Kritik an irgendjemandem. Es geht mir um das Bild und um den APOD als vermeintlichen Standard für herausragende Bildkomposition und -qualität. Ich bin in der Astrofotografie selbst noch in der Lernphase – wie wir vermutlich alle, nur auf unterschiedlichen Niveaus –, und ich maße mir nicht an, über das Können anderer zu urteilen. Ich wünsche mir eine sachliche Diskussion und bitte darum, von persönlichen Angriffen gegen wen auch immer abzusehen.

Viele Grüße
Michael
 

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Hallo Michael,

ein guter Zufall, mir ist das heutige Bild auch etwas ins Auge gesprungen!

Ich sehe das eigentlich in zwei Richtungen.

Zum einen kann ich die Kritik am heutigen APOD durchaus nachvollziehen. Wenn man das Bild rein nach heutigen astrofotografischen Maßstäben betrachtet, gibt es technisch sicherlich deutlich sauberere Aufnahmen. Gerade bei Sternabbildung, Hintergrund und Detailbearbeitung sehe ich ebenfalls Punkte, bei denen ich persönlich bei einem APOD zunächst ein höheres Niveau erwarten würde, wie auch bei mir selbst wenn ich das Bild bearbeiten würde.

Auf der anderen Seite darf man APOD nach meiner bisherigen Einschätzung nach aber auch nicht mit einem Wettbewerb für die technisch beste Astrofotografie des Tages gleichsetzen. Die Auswahl erfolgt offensichtlich nach deutlich mehr Kriterien als nur Schärfe, Bearbeitung oder Signalqualität. Bildwirkung, Motiv, Geschichte und auch der astronomische Aspekt spielen dort ebenfalls eine Rolle.

Ich muss aber auch sagen, dass ich in der Vergangenheit immer wieder ausgewählte APODs gesehen habe, bei denen ich mich ebenfalls gefragt habe, warum gerade dieses Bild ausgewählt wurde.

Wenn es rein um die technische Qualität der Astrofotografie geht, würde ich persönlich AstroBin insgesamt sogar höher einordnen. Dort wird meiner Meinung nach schon ein sehr hoher Qualitätsmaßstab angestrebt. Da sieht man ja regelmäßig aufwendige Arbeiten, welcher aber auch unter beneidenswerten Bedingungen und mit ebenfalls beneidesnwerten Equipment entstanden sind. Aber auch dort habe ich bei manchen Bildern des Tages die Auswahl durchaus hinterfragt. Besonders wenn ich das gleiche Objekt selbst schon abgelichtet hatte.

Mittlerweile mache ich mir unter anderem auch aus diesen Gründen nicht mehr allzu viel aus solchen Auszeichnungen oder Wettbewerben. Natürlich braucht es ein gutes Bild, aber meiner Meinung nach steckt bei einer Auswahl aus vermutlich sehr vielen Einsendungen am Ende auch eine ordentliche Portion Glück dahinter... (oder böse gesagt die "Zufallslotterie") Man kann ein technisch hervorragendes Bild einreichen und trotzdem nie ausgewählt werden, während ein anderes Bild genau im richtigen Moment den Geschmack der jeweiligen Auswahl trifft.

Von daher würde ich sagen: Die Verwunderung über das heutige APOD kann ich verstehen. Daraus würde ich aber nicht ableiten, dass der Maßstab grundsätzlich gesunken ist. Aus meiner Sicht ist es schlicht kein technischer Qualitätswettbewerb.
 
Hallo Dane,

danke für die ausführliche Antwort – und gut zu wissen, dass ich mit dem Stirnrunzeln nicht allein war. ;)

Dass die Auswahl nach mehr als nur Schärfe und Signalqualität erfolgt, sehe ich genauso. Wenn man sich anschaut, welche Bilder es über die Jahre auf die Seite geschafft haben, drängt sich das förmlich auf: Motiv, Bildwirkung und vor allem die Frage, ob sich ein guter Text daran aufhängen lässt, wiegen offensichtlich schwerer als die letzten zehn Prozent Bearbeitungsqualität. Und ja, mir ging es in der Vergangenheit auch schon mehrfach so, dass ich mich bei einem APOD gefragt habe, warum ausgerechnet dieses Bild.
Interessanterweise gibt es Bilder von Objekten, die schon mehrfach gekürt wurden. Als Beispiel sei der sog "Haifischnebel" (LDN 1235) genannt. Und auch hier muss ich sagen, dass ich auf Astrobin (auch und vor allem NICHT-IOTD-prämierte Bilder!) handwerklich wesentlich "bessere" Versionen sah, als jene, die APOD-prämiert wurden.

Trotzdem löst das für mich das eigentliche Problem nicht auf, sondern verschiebt es nur: Wenn APOD keine Auszeichnung sein will, die Community es aber faktisch als eine behandelt, entsteht die Diskrepanz genau dort. Ein APOD steht in Teilen in z.B. Signaturen, in Vereinsvorstellungen, in Vorträgen – der Titel wirkt wie ein Gütesiegel, auch wenn er nie als solches gedacht war.

Bei den Kriterien würde ich aber unterscheiden zwischen „technisch nicht das sauberste Bild des Tages" und „sichtbare Bearbeitungsartefakte". Ersteres ist bei dieser Auswahllogik völlig unproblematisch. Bei dunklen Sternkernen und Trail-Resten wird es für mich schwieriger, weil das Bild dann nicht nur nicht das beste ist, sondern in Details schlicht "falsch"/ "fehlerhaft" (?) – bei einer Seite mit didaktischem Anspruch finde ich das ungünstig, auch wenn es die meisten Betrachter nie bemerken. Wir hier in der "Astro-Community" haben vermutlich nochmal einen anderen Blick darauf...und andere Ansprüche.

Zu AstroBin und den beneidenswerten Bedingungen: volle Zustimmung. Nur als Randbemerkung, weil es hier im Forum ja auch schon ausführlich diskutiert wurde – bei der IOTD-Vergabe wird offenbar nicht danach unterschieden, ob ein Bild an einem Remote-Setup unter Bortle 1 mit High-End-Optik entstanden ist (, die ihren Preis hat) oder unter normalen Bedingungen mit Standardausrüstung. Ob das fair ist, ist eine eigene Debatte, aber es verzerrt den Maßstab, an dem man sich orientiert.

Dein Punkt zur „Zufallslotterie" überzeugt mich sehr. Ich würde sogar noch weiter gehen: Neben Glück und Geschmack spielt vermutlich auch schlichte Aktualität eine Rolle – passendes Objekt zum passenden Zeitpunkt. Und bei der Menge an Einsendungen, die dort täglich eingehen dürften, zweifle ich ehrlich gesagt daran, dass überhaupt realistisch alle Bilder gesichtet werden können. Allein aus Zeit- und Ressourcengründen. Damit relativiert sich einiges – vor allem meine implizite Annahme, aus einem einzelnen Bild ließe sich eine Aussage über einen Maßstab ableiten. Für „das Niveau sinkt" ist ein Datenpunkt bzw. wenige andere (ich habe keine komplette Historie aller "APODs") keine Grundlage; da war mein Ausgangsbeitrag schärfer formuliert, als ich es belegen kann. Aber ich denke der Grundgedanke kam durch.

Was mich noch interessieren würde: Du schreibst, du machst dir aus solchen Auszeichnungen mittlerweile nicht mehr viel. Ist das reine Gelassenheit, oder hat sich damit auch geändert, woran du dein eigenes Bild misst?

Viele Grüße & CS
Michael
 
Hallo Michael,

die Menge der Einsendungen macht sicher vieles aus, egal ob beim APOD oder bei Seiten wie AstroBin. Und heutzutage vermutlich mehr denn je, da die Anzahl der Einreichungen mit Sicherheit deutlich gestiegen ist. Da sind vermutlich auch etliche Einsendungen dabei, die mehr oder weniger unbearbeitet direkt aus einem Smarttelescope kommen...

Ich kann mir ebenfalls kaum vorstellen, dass tatsächlich jedes Bild ausführlich gesichtet werden kann. Dafür bräuchte es entsprechende Ressourcen, die vermutlich gar nicht vorhanden sind.

Deinen Punkt mit der Aktualität sehe ich deshalb genauso. Ein Objekt passt gerade zu einem astronomischen Ereignis, zur Jahreszeit oder zu einem Thema, das sich gut erklären lässt. Dann hat es vermutlich automatisch bessere Chancen als eine technisch bessere Aufnahme eines Objekts, das gerade weniger relevant ist. Insofern ist meine etwas überspitzte Bezeichnung als „Zufallslotterie“ vielleicht tatsächlich gar nicht so weit weg. :)

Zu deiner Frage: Ja, mein eigener Massstab hat sich dadurch schon etwas verändert, wobei das bei mir vielleicht von Anfang an etwas gedämpfter war. Ich komme ja ursprünglich aus der Fotografie, und dort gab es schon immer diverse Wettbewerbe und Auszeichnungen. Im Grunde hat sich dort oft ein ganz ähnliches Schema gezeigt. Deshalb habe ich an solchen Dingen in der normalen Fotografie auch so gut wie nie teilgenommen, zudem die zahl der Nutzer dort noch mal deutlich höher ist als in diesem Hobby. Einen besonders hohen Stellenwert hatten solche Auszeichnungen für mich also schon vor der Astrofotografie nicht. In der Astrofotografie habe ich mich zum ersten mal aus Neugier gewagt, mal Bilder als APOD einzusenden. Und naja, bei Astrobin ist das ja fast schon eine automatische Funktion ohne Aufwand.

Mittlerweile ist mir wichtiger, ob ich mit einem Bild selbst zufrieden bin, ob ich gegenüber früheren Aufnahmen einen Fortschritt sehe und ob ich das erreicht habe, was ich mir vorgenommen hatte. Ich kann für mich selbst ganz gut einschätzen, ob eine Aufnahme eine gewisse Qualität erreicht hat. Ich vergleiche meine Arbeiten auch bewusst mit anderen und hinterfrage dabei, was dort besser ist und was mir bei meinen eigenen Bildern vielleicht noch fehlt. Dazu brauche ich also kein Gütesiegel/Auszeichnung. :) Genaugenommen sind mir in der Hinsicht die Kommentare hier im Forum sogar noch wichtiger und hilfreicher, wenn ich hier mal wieder was zeige.

In den letzten Jahren hat es für mich allerdings auch immer mehr an Reiz verloren, meine Bilder überhaupt öffentlich zu zeigen. Die vergangene SoFi hat mir das wieder ziemlich deutlich gezeigt. Gerade bei der Flut an Aufnahmen hatte ich irgendwann überhaupt keine Lust mehr, dort auch noch meine gefühlt millionste Version hochzuladen. Wie beim Orionnebel in der Winterzeit... :) Ich musste mich teilweise regelrecht dazu zwingen. Aber das ist auch wieder ein anderes Thema ala "Wir fotografieren im Grunde alle das gleiche..." - andere Baustelle.

Natürlich freue ich mich trotzdem, wenn ein Bild ausgewählt wird. Ich hatte ja selbst schon einmal Glück in dieser „Zufallslotterie“ mit einem APOD und einem IOTD. Ich würde daraus heute aber weder ableiten, dass es automatisch eines meiner besten Bilder ist, noch dass ein nicht ausgewähltes Bild schlechter sein muss. Das ist für mich glasklar.

Vielleicht ist mein eigenes IOTD dafür sogar ein ganz gutes Beispiel. Denn meiner Meinung nach geht es etwas in die Richtung deiner Feststellung beim APOD:
https://app.astrobin.com/u/Dane_Vetter?i=lu59qv

Für meinen Stand und unter meinen Bedingungen als nicht professioneller Planetenfotograf bin ich mit der Aufnahme zufrieden. Ich hatte sogar echt überlegt, ob ich das überhaupt einreichen soll. Aber da das ja nur 2 Klicks sind, habe ich das wie bei allen anderen nachfolgenden Aufnahmen einfach automatisch gemacht. Grundsätzlich halte ich die Aufnahme aber nicht einmal für ein besonders gutes Planetenbild. Hier im Forum und natürlich auch auf AstroBin sehe ich regelmässig deutlich bessere Bilder, von deren Qualität ich teilweise nur träumen kann!

Ohne Witz: Ich habe mich damals selbstkritisch wirklich gefragt, wie so ein Bild IOTD werden kann, wenn man gleichzeitig sieht, was andere dort zeigen. Ich hatte mich im ersten Moment sogar fast schon unwohl gefühlt, dass diese durchschnittliche Aufnahme nun unverdient im Titelbild aushängt, und jeder das sieht! Ich dachte, was denken sich jetzt die ganzen ambintionierten Planetenfotografen dabei? :ROFLMAO: Im Vergleich zu anderen IOTDs hat das natürlich auch nicht sonderlich viele Likes erhalten - verständlich! Das war für mich im Nachhinein eigentlich so ein bisschen das erste Erwachen in Bezug auf diese erwähnte „Zufallslotterie“. :)
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Dane,

dein Beispiel mit dem eigenen IOTD finde ich bemerkenswert. Eine eigene Auszeichnung so nüchtern einzuordnen, liest man selten. Chapeau.

Dein Punkt mit der Fotografie leuchtet mir sofort ein: Du warst quasi "vorgeimpft". Meine Verärgerung kam wohl genau daher, dass ich diese Ernüchterung hier noch vor mir hatte. APOD hatte für mich lange den Status „gesichtet und für gut befunden“ – wenn dieser Filter bei den Mengen gar nicht existieren kann, bricht die Bedeutung eben weg.

„Zufallslotterie“ ist vielleicht sogar noch zu freundlich. Ausgewählt wird ja nicht zufällig, sondern nach anderen Kriterien als der Bildqualität (?): aktuelles Ereignis,
erzählbare Geschichte, Abwechslung bei den Autoren. Für eine tägliche Rubrik völlig legitim – nur eben kein Verfahren für „bestes Bild“. Das Missverständnis liegt eher bei uns Betrachtern denke ich.

Deinen Maßstab halte ich für den einzig belastbaren: der Vergleich mit der eigenen letzten Aufnahme. Bei mir ist das ohnehin erzwungen, mit Kind und Wetter komme ich seit Monaten kaum raus.

Dein Nebensatz mit „wir fotografieren im Grunde alle das gleiche“ wäre übrigens einen eigenen Thread wert. :y::)

Beste Grüße & CS
Michael
 
Hi,
das ist nicht das erste Bild beim APOD dieser Art, gab es erst vor zwei Wochen eins, wo ich meinen Augen nicht getraut habe (Große Magellansche Wolke). In den letzten Jahren hat das immer mal wieder für Gesprächsstoff gesorgt.
Zwar betonen die APOD Macher immer wieder, dass Qualität kein reines Auswahlkriterium wäre, aber hier ist wirklich nichts bemerkenswert. Wenn das Bild nun irgendetwas hätte, was außergewöhnlich ist!? Und nicht mal der Text darunter ist in irgendeiner Form eine Offenbarung.
Okay, vielleicht Sommerloch, vielleicht machen die gerade Urlaub, haben Streß zuhause, was weiß ich. Manchmal denke ich die Tochter wählt die Bilder aus.

So, warum hat das APOD so eine Strahlkraft? Erstens: Das war nicht immer so wie jetzt. Vor 10 - 20 Jahren wurden überwiegend Bilder der NASA Missionen gezeigt und ab und an ein Amateurfoto. DAS war der Ritterschlag und davon lebt das APOD bis heute. Dein Bild zwischen den Hubble Bildern. Damals gab es auch längst nicht so viele Astrofotografen und schon gar nicht so gute wie heute. Heute ist die Demokratisierung der Astrofotografie weit fortgeschritten, und die werden heute dort sicher zugebombt mit Bildern.

Das andere ist, es ist die NASA! Diese Institution hat zumindest bei der älteren Generation ein Standing wie es seines gleichen sucht. Es sind ja nicht zwei Typen, deren Namen sich niemand merken kann, die das APOD zeigen. Nein, es ist die NASA, die Institution, die seit Jahrzehnten wie keine andere für alles was irgendwie mit dem Weltraum zu tun hat steht.
Mein erstes APOD, das war glaube ich mein langweiligstes Bild ever, ein Abfallprodukt wenn man so will. Als es APOD wurde, habe ich mich trotzdem gefreut. Es gab sogar Zeitungsartikel und TV Beiträge. Und glaube mir, nur, weil die NASA das Bild eines Kölners ausgewählt hatte. Den Rummel hätte es weder bei einer Titelseite der SuW noch beim AAPOD2 oder Bild des Tages bei Astrobin gegeben
:)

Also, die Qualität der Bilder dort ist teilweise unterirdisch, die Strahlkraft des Formats aber unerreicht. Ich würde mich daher auch immer wieder über ein APOD freuen und in der Zwischenzeit ärgere ich mich regelmäßig über deren Fehlgriffe. Thats Life.

CS Frank
 
Hallo Dane,

dein Beispiel mit dem eigenen IOTD finde ich bemerkenswert. Eine eigene Auszeichnung so nüchtern einzuordnen, liest man selten. Chapeau.

Hallo Michael,

ich versuche selbst möglichst realistisch zu sehen, wo die Stärken und Schwächen eines Bildes liegen, und gerade beim Vergleich mit anderen Aufnahmen wird das recht schnell deutlich.

Ganz nebenbei: Ohne ganz vom Thema abweichen zu wollen, in Bezug auf IOTD ist mir beim heutigen IOTD folgender Hinweis aufgefallen:

1787400221472.png

Quelle: Astrobin

Das finde ich eigentlich eine interessante Idee, um den Massstab der Jury etwas zu kalibrieren. In wieweit das wirklich hilfreich ist, kann ich nicht beurteilen.
 
Hallo

ich habe schon von diesen "Institutionen" wie APOD und IOTD gehört.
Ich denke bei allem für und wieder wird das so ähnlich wie beim Eiskunstlauf mit der Bewertung einer Kür sein.
Da fragt man sich auch weshalb diese oder jene Note vergeben wurde.
Wissen wird man es wohl nie wirklich.

CS Dieter
 
Wenn ich mir diese APOD‘s so ansehe, dann ist das im Prinzip ein Signal, diese Objekte nicht aufzunehmen. Denn diese Bilder leben zu mind. 70% von der Bildbearbeitung und sind daher eher künstlerischer Natur. Ich für meine Person habe nicht die Zeit und auch nicht die Geduld, mich stundenlang vor dem Computer mit irgendwelchen higly sophisticated Softwaretools herumzuärgern. Daher bin ich in letzter Zeit so gut wie nur visuell unterwegs und das dafür ausgiebig.
 
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