Tully Fisher
Aktives Mitglied
Hallo zusammen,
ich habe heute Morgen den APOD gesehen und war ehrlich gesagt überrascht – nicht im positiven Sinne.
https://apod.nasa.gov/apod/astropix.html
https://app.astrobin.com/u/EddieSgarbossa?i=qjfmdv#fullscreen
Vorab das Wichtigste: Es geht mir ausdrücklich nicht um den Bildautor. Zudem schildere ich bezogen auf die Kritik meine persönliche Meinung.
Ich kritisiere niemanden persönlich. Mir geht es um das Bild als Bild – und um die Frage, nach welchen Kriterien ein APOD eigentlich vergeben wird.
Der Gesamteindruck ist für mich schlicht höchstens gewöhnlich. Das Feld ist tatsächlich großflächig von Nebel gefüllt, daran liegt es nicht. Aber die Farbgebung bleibt langweilig: ein enges bräunlich-rosa Band ohne echte Tonwerttrennung, ohne kräftige Kontraste, ohne einen Bereich, der einen wirklich packt. Das Objekt in dieser Form hat man schon hundertfach gesehen, und die Bearbeitung holt nichts heraus, was es besonders machen würde.
Beim Hineinzoomen kommen dann konkrete Schwächen dazu:
Quelle: NASA APOD bzw. Astrobin / Eddie Sgarbossa
Zur Einordnung: Ich habe mir das Bild in der maximalen Auflösung angesehen, in der es veröffentlicht wurde, und die Punkte dort im Detail geprüft. Es geht also nicht um Kompressionsartefakte einer verkleinerten Webansicht.
Damit zur eigentlichen Frage.
Man kann durchaus argumentieren, dass dieses Bild dem Niveau eines AAPOD2 oder eines AstroBin-IOTD nicht entspricht – dort würde es meiner Einschätzung nach an der Sternbearbeitung scheitern. Nun ist APOD aber kein Wettbewerb, sondern im Kern eine Erklärseite mit täglichem Bild; die Auswahl richtet sich seit jeher stark danach, ob sich ein guter didaktischer Text daran aufhängen lässt.
In der Community wird ein APOD trotzdem faktisch als Ritterschlag wahrgenommen, oft mehr als ein IOTD.
Daraus meine Fragen an euch:
Das hier ist keine persönliche Kritik an irgendjemandem. Es geht mir um das Bild und um den APOD als vermeintlichen Standard für herausragende Bildkomposition und -qualität. Ich bin in der Astrofotografie selbst noch in der Lernphase – wie wir vermutlich alle, nur auf unterschiedlichen Niveaus –, und ich maße mir nicht an, über das Können anderer zu urteilen. Ich wünsche mir eine sachliche Diskussion und bitte darum, von persönlichen Angriffen gegen wen auch immer abzusehen.
Viele Grüße
Michael
ich habe heute Morgen den APOD gesehen und war ehrlich gesagt überrascht – nicht im positiven Sinne.
https://apod.nasa.gov/apod/astropix.html
https://app.astrobin.com/u/EddieSgarbossa?i=qjfmdv#fullscreen
Vorab das Wichtigste: Es geht mir ausdrücklich nicht um den Bildautor. Zudem schildere ich bezogen auf die Kritik meine persönliche Meinung.
Ich kritisiere niemanden persönlich. Mir geht es um das Bild als Bild – und um die Frage, nach welchen Kriterien ein APOD eigentlich vergeben wird.
Der Gesamteindruck ist für mich schlicht höchstens gewöhnlich. Das Feld ist tatsächlich großflächig von Nebel gefüllt, daran liegt es nicht. Aber die Farbgebung bleibt langweilig: ein enges bräunlich-rosa Band ohne echte Tonwerttrennung, ohne kräftige Kontraste, ohne einen Bereich, der einen wirklich packt. Das Objekt in dieser Form hat man schon hundertfach gesehen, und die Bearbeitung holt nichts heraus, was es besonders machen würde.
Beim Hineinzoomen kommen dann konkrete Schwächen dazu:
- Weichzeichnung: Der Hintergrund wirkt fleckig-wolkig in einer Struktur, die nicht nach Nebel aussieht, sondern nach überzogener Rauschunterdrückung. Feine Details sind schlicht weggebügelt.
- Sterne: Sie sind nicht rund. Mehrere zeigen kantige, fast oktogonale Profile – für mich ein Hinweis auf zu aggressive Deconvolution oder Star Reduction. Ein hellerer roter Stern hat einen sichtbar dunklen Kern; das ist kein Sternprofil mehr, das ist ein Artefakt.
- Dazu mehrfach kurze schräge Striche und „Doppelsterne", die keine sind – Registrierungsreste oder nicht entfernte Trails.
Quelle: NASA APOD bzw. Astrobin / Eddie Sgarbossa
Zur Einordnung: Ich habe mir das Bild in der maximalen Auflösung angesehen, in der es veröffentlicht wurde, und die Punkte dort im Detail geprüft. Es geht also nicht um Kompressionsartefakte einer verkleinerten Webansicht.
Damit zur eigentlichen Frage.
Man kann durchaus argumentieren, dass dieses Bild dem Niveau eines AAPOD2 oder eines AstroBin-IOTD nicht entspricht – dort würde es meiner Einschätzung nach an der Sternbearbeitung scheitern. Nun ist APOD aber kein Wettbewerb, sondern im Kern eine Erklärseite mit täglichem Bild; die Auswahl richtet sich seit jeher stark danach, ob sich ein guter didaktischer Text daran aufhängen lässt.
In der Community wird ein APOD trotzdem faktisch als Ritterschlag wahrgenommen, oft mehr als ein IOTD.
Daraus meine Fragen an euch:
- Sollte APOD einen technischen Mindeststandard haben, wenn es de facto als Auszeichnung gilt?
- Oder ist genau das der Denkfehler – und APOD ist schlicht Wissenschaftskommunikation mit Bebilderung?
- Und ganz praktisch: Seht ihr die genannten Punkte überhaupt so, oder bin ich zu streng? Auch wenn das aus der Mode gekommen ist: Ich bin offen für jede andere Meinung, die eben nicht der meinen entspricht.
- Wo zieht ihr die Grenze zwischen künstlerischer Freiheit und handwerklichem Fehler? Farbgebung ist Sache des Autors – aber sind verformte Sternprofile und weggebügelte Struktur noch Stilmittel?
Das hier ist keine persönliche Kritik an irgendjemandem. Es geht mir um das Bild und um den APOD als vermeintlichen Standard für herausragende Bildkomposition und -qualität. Ich bin in der Astrofotografie selbst noch in der Lernphase – wie wir vermutlich alle, nur auf unterschiedlichen Niveaus –, und ich maße mir nicht an, über das Können anderer zu urteilen. Ich wünsche mir eine sachliche Diskussion und bitte darum, von persönlichen Angriffen gegen wen auch immer abzusehen.
Viele Grüße
Michael