"Wie viel" kann der Orbit ab?

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tomku0437

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Moin,
Starlink, Kuiper, One Web...
Mega Konstellationen werden wohl das Klima im Orbit prägen.
Doch wieviel kann der Orbit ab?
Allein im Moment haben wir bereits 2500 Starlink Sats. in der Umlaufbahn.
Mir wird bei diesen Zahlen schwindelig, wenn man bedenkt, dass der Müll noch nicht mit einberechnet ist.
Ich frage mich, inwiefern und wie lange Raumfahrt (noch) möglich sein wird wenn man
den LEO so zumüllt auf 450 Km höhe?

Wird es irgendwann unmöglich?
Wird es irgendwann nur eingeschränkt möglich sein?
Eigentlich hat SpaceX doch auch ein Interesse daran Raumfahrt zu "erhalten".
Ich bin am überlegen, ob unter solchen Umständen ein Studium von Luft und Raumfahrttechnik überhaupt für mich noch sinnvoll ist, wenn man was Studiert, was eh bald Geschichte sein könnte...
 
Hallo!
Ich bin am überlegen, ob unter solchen Umständen ein Studium von Luft und Raumfahrttechnik überhaupt für mich noch sinnvoll ist, wenn man was Studiert, was eh bald Geschichte sein könnte...
Sobald es da zur ersten Kollision kommt wird die Raumfahrt für mehrere Generationen nicht mehr möglich sein. Es sei denn es gäbe einige gute Ingenieure die Lösungen finden, mit denen sich das Trümmerfeld in endlicher Zeit beseitigen lässt. Insofern brauchen wir noch ein paar die sich auf diesem Gebiet ausbilden lassen!

Selber würde ich dieses Fach heute nicht noch einmal studieren. An einer Raumfahrt, die nur dem Kommerz und der Bereicherung einzelner dient, habe ich kein Interesse. So etwas braucht unsere Welt in den nächsten Jahrzehnten von allen Dingen am wenigsten.

Grüße
Maximilian
 
Hallo,

was ich mich immer frage ist, wo das Material bleibt, wenn die Satelliten (oder was auch immer) verglühen.
Es wird ja so getan, als wenn dann alles "weg" ist und somit kein Problem mehr darstellt. Aber im Grunde
verdampfen die Bestandteile doch, mit allen Metallteilen und keine Ahnung was noch. Diese Bestandteile
"lösen" sich doch in der Atmosphäre und reichern sich dort sicherlich auch an.
Wie lange bleibt das dann "da oben"? Kommt das auch mal wieder zurück? Was richtet es dort für einen
Schaden an? Bei einer handvoll Satelliten ist das sicher vernachlässigbar, aber bei zig-tausenden? Hat da
vielleicht jemand Zahlen oder andere Ergebnisse zu?


Gruß,
Jürgen
 
Hallo!
Wie lange bleibt das dann "da oben"? Kommt das auch mal wieder zurück? Was richtet es dort für einen
Schaden an? Bei einer handvoll Satelliten ist das sicher vernachlässigbar, aber bei zig-tausenden? Hat da
vielleicht jemand Zahlen oder andere Ergebnisse zu?
Die einzige Zahl die ich dazu beitragen kann ist 15.000 Tonnen. Das ist die Menge des kosmischen Materials, das auf natürliche Weise jedes Jahr in die Erdatmosphäre gelangt. Davon sind wir satellitenmäßig noch viele Zehnerpotenzen entfernt.

Ansonsten: Die metallischen Komponenten werden schnell oxidieren und dann als Metalloxide (Eisenoxid, Aluminumoxid, Titanoxid, ...), die allesamt feste Stoffe sind, in Form von feinem Staub auf die Erde herunterfallen. Kunststoffe, Kohlefasern, Treibstoffreste oxidieren im wesentlichen zu CO2. Problematischer könnten manche Spurenelemente sein, die in den elektronischen Komponenten enthalten sind (Thallium, Arsen, Cadmium, ...) weil sie und viele ihrer chemischen Verbindungen sehr giftig sind. Wenn man aber weiß, dass unser gesammelter Elektroschrott derzeit tausendtonnenweise in Afrika von Kindern auf offenen Mülldeponien verbrannt wird, dann dürfte der zusätzliche Anteil durch verbrennende Satelliten eher eine untergeordnete Rolle spielen.

Grüße
Maximilian
 
Wie lange bleibt das dann "da oben"? Kommt das auch mal wieder zurück? Was richtet es dort für einen
Schaden an?
Die einzige Zahl die ich dazu beitragen kann ist 15.000 Tonnen. Das ist die Menge des kosmischen Materials, das auf natürliche Weise jedes Jahr in die Erdatmosphäre gelangt.
Apropos Gefahr von oben:

Außerdem wird die Atmosphäre ja ständig von hochenergetischer kosmischer Strahlung bombardiert, und zwar pro Quadratmeter und Sekunde von 10.000 primären Protonen mit einer Energie von über 1 GeV (Milliarde Elektronenvolt), welche dann als sekundäre Partikelschauer bis zum Erdboden vordringen. (Niederenergetische Protonen aus dem Sonnenwind verlassen die Sonne sogar mit einer wesentlich höheren Rate von 10^36/s, die werden aber vom Magnetfeld der Erde abgelenkt.)

Die kosmische Strahlung führt dann zu einer jährlichen Strahlungsbelastung auf Seehöhe von etwa 0,4 mSv, in den Alpen auf einer Höhe von 3.000 m sogar erheblich höher mit Werten von bis zu 4 mSv. Ähnliches gilt für Piloten und Astronauten. Außer der kosmischen Strahlung gibt es aber auch terrestrische Strahlungsquellen, insbesondere durch das radioaktive Gas Radon, und auch medizinische Diagnostik, welche die jährliche Gesamtdosis auf 3 bis 6 mSv bringen.

Gruß, Peter
 
Das erinnert mich immer an den Film Wall-E
Und ich finde es auch nicht in Ordnung, dass man da keine Lösungen bisher hat.
Ich vermute auch das bis was passiert nichts geändert wird.

Aber die Zahlen, die momentan da oben sind, lassen mich noch relativ ruhig schlafen
 
Also zumindest für die niedrigen Orbits (so in etwa unter 500km) ist das Kessler-Problem eher gering, denn alles was da so kreist kommt innerhalb weniger Jahre wegen Restluftreibung herunter.
Wesentlich problematischer sind vor allem die mittelhohen (um 1000km) polaren Orbits. Nicht nur dass die Jahrzehnte und mehr oben bleiben, sondern vor allem dadurch, dass die Bahnen sich alle über den Polen "treffen", ist da die Kollisionsgefahr an sich erheblich höher.

Gruss
Thorsten
 
Aber die Zahlen, die momentan da oben sind, lassen mich noch relativ ruhig schlafen
wie hoch muss die Zahl sein, das du nicht mehr ruhig schläfst?
Ich finde es erschreckend, in welcher kurzen Zeit so viele Satelliten hoch geschossen wurden und in kurzer Zeit noch sehr sehr sehr viele hochgeschossen werden.
Ich sehe in relativ kurzer Zeit Probleme auf die Raumfahrt und gerade zu Raumstationen zukommen.
 
Wir haben da oben mal geschätzt 600.000.000 km² als Fläche, wenn man es auf eine ebene Reduziert, wenn man nun 20.000 Satelliten da oben hat, ist das immer noch verschwindend gering.

Wenn wir jetzt spontan sagen, die sind alle so groß wie ein Auto und man könnte drin sitzen und herausschauen stirbt man wahrscheinlich eher, als man einen weiteren Satelliten am Fenster sehen würde.
 
Für den einzelnen Satelliten mag die Wahrscheinlichkeit sehr gering sein, dass ihm was passiert. Aber dass irgendeinem was passiert wird exponentiell wahrscheinlicher durch deren Anzahl. Dazu mal ein extremes Beispiel:
Die gewaltige Strahlung unserer Sonne wird durch die Verschmelzung von X-tilliarden Wasserstoffatomen zu Helium erzeugt. Aus der geschätzten Lebensdauer der Sonne von rund 8 Milliarden Jahren folgt aber, dass das einzelne Wasserstoffatom durchschnittlich 4 Milliarden Jahre unbehelligt bleibt.

Helmut
 
Vielleicht bin ich da auch der Optimist, aber ich als Wasserstoffatom hätte auch da keine Angst
 
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