Wieder ein ED 102/714

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Re: Laux S.44 zweiter Satz schaut bitte nach

Hallo Gerd,

Dein selektives LESEN und ZITIEREN bringt Dich nicht an den Baum der Erkenntnis und Anderen hoffentlich die Erkenntis über Dich, dass Du nicht in der Lage bist, sie da hin zu führen.

Ich klinke mich hier nun in so weit aus, als ich auf weitere Berichte von Tommy Navratil gespannt bin, theoretische/praktische Erwägungen von Kurt, Karsten und Sven, soweit möglich mit meiner Praxis abgleiche.

Gruß und CS
*entfernt*
 
Re: Eine Werbeoffensive für China-EDs

Heh Karsten,

das ist ja direkt ein kleines Wunder, den Tag werd ich mir mal im Kalender anstreichen.
Gut im ersten Teil Deines Beitrages sind natürlich wieder die üblichen Beleidigungen.
Diesbezüglich solltest Du Dir mal die Forenregeln durchlesen, vielleicht kannst Du Dier ja ein paar Tipps daraus entnehmen, wie den so die Umgangsformen in einem Forum sind.

Aber mit dem Link im 2. Teil bringst Du ja tatsächlich etwas Konstruktives was mich etwas weiter bringt.
Na ja hab ja schließlich auch exakt eine Woche drauf warten und mehrmals nachfragen müssen.
Aber besonders toll wäre wenn Du folgenden Spruch:

Die auf dem Boden der Physik stehenden verwenden das Gehirn,
oder machen eine Smulation mit wahlweise Oslo, Zemax oder
weitere Optikprogramme.

Auch mal bezüglich eines 120mm F/7,5 zweilinsers in die Tat umsetzen würdest und uns hier eine entsprechende Simulation präsentieren würdest.
Nicht nur reden, auch mal handeln.

Falls nun jemand meint:
"Cool, dann nehme ich einen China-Dreilinser" muß ich leider
einen guten Schuß richtig herben Magenbitter in diesen Drink kippen:

1) Es gibt eine riesige Zahl verschiedenster Dreilinser mit den
verschiedensten Glaskobinationen
2) Selbst die beste Glaskombination nützt nichts, wenn die Linsen
dezentriert sind, das nicht justierbare Objektiv schief auf
dem Tubus sitzt, die Fassung und Linsendurchmessser nicht ganz
exakt zueinander passen, die Fassungskonstruktion das zum Teil
sehr unterschiedliche Wärmeausdehnungsverhalten der Gläser
nicht berücksichtigt, die Abstands-Plättchen oder -Ringe
nicht die genau richtige Dicke aufweisen, Schliff, Politur,
Sauberkeit der Linsen, gut sind laugh

Um es mal mit den Worten von Sven zu sagen.
Bist Du jetzt mein Echo?
Genau das habe ich am Anfang des Treades geschrieben, schon komisch einige meiner Argumente jetzt von Dir zu lesen.

Es ging ja um China 2 und China 3Linser und ich hatte mir unerhörter Weise erlaubt darauf hinzuweisen das die von Dir jetzt angesprochenen Probleme beim 3Linser wesentlich stärker ins Gewicht fallen als beim 2Linser und ich Persönlich deshalb den China 2Linser bevorzugen würde.
Aber das wurde ja damals belächelt und als Webeaktion ausgelegt, ich würde hier China gegen China ausspielen wollen.

Gruß Gerd
 
Tak x 2

N`Abend,

1) Es gibt eine riesige Zahl verschiedenster Dreilinser mit den
verschiedensten Glaskobinationen
2) Selbst die beste Glaskombination nützt nichts, wenn die Linsen
dezentriert sind, das nicht justierbare Objektiv schief auf
dem Tubus sitzt, die Fassung und Linsendurchmessser nicht ganz
exakt zueinander passen, die Fassungskonstruktion das zum Teil
sehr unterschiedliche Wärmeausdehnungsverhalten der Gläser
nicht berücksichtigt, die Abstands-Plättchen oder -Ringe
nicht die genau richtige Dicke aufweisen, Schliff, Politur,
Sauberkeit der Linsen, gut sind

Dies habe ich mit Variationen hier im Forum in all den Jahren
schon oft geschrieben.


Ich werde mir keinen Webspace anschaffen um hier Simulationen
einstellen zu können, nur weil es A.de nicht schafft etwas ähnliches
anzubieten wie etwa der Astrotreff. Der folgende Link (den ich
hier sowie in anderen Forem ebenfalls schon mehrfach gebracht habe)
könnte aber interessant sein. Da findest du die Spots sowie
Sphärochromasiekurven zweier 102mm f/8 Teleskope.
Der FS ist ein 2-linser mit einer Fluoritkristallinse, der TSA
ist ein Dreilinser mit einem Fluorphosphat-ED Glas und zwei
weiteren Gläsern:

http://www.optique-unterlinden.net/takahashi/fr/TSA-102.optics.php

Auf "Correction chromatique comparée TSA-102/FS-102" klicken.

"Sphérochromatisme comparé TSA-102/FS-102" zeigt im Prinzip
das gleiche, allerdings farbig.

Die Spots gibt es leider nicht wenn man auf "Spots diagrams" klickt,
der Link geht fehl.

Aber für beide Teleskope gibt es noch den Strehl bei den
verschiedenen Wellenlängen wenn man auf

"Diffraction PSF (Strehl) TSA-102/FS-102" klickt.

Der 120mm f/7,5 wird nicht ganz mit dem FS mithlaten können,
da seine Öffnung größer und das Öffnungsverhältnis problematischer
ist und der FS durch Fluoritkristall als Zweilinser etwas besser
als der Zweilinser ED abschneiden sollte. Außerdem handelt es
sich hier nicht um gemessene Strehlwerte, sondern gerechnete Werte
die von optimaler Umsetzung des Designs ausgehen. In der Praxis
werden die Werte also etwas schlechter sein. Da es sich um
zwei Takahashi Teleskope handelt braucht sich diesmal auch
kein Händler auf den Schlips getreten fühlen wie damals,
als ich frefelhafterweise zum Vergleich einen William ED
angeführt hatte :biggrin:

CS,Karsten
 
Zuletzt bearbeitet:
Re: Laux S.44 zweiter Satz schaut bitte nach

Hallo Tommy,

schön das es noch Leute gibt mit denen man vernünftig diskutieren kann und sich gegenseitig Sachverhalte vernünftig erläutert so das am Ende ein vernünftiges Resultat bei rumkommt.
Ich hatte tatsächlich nicht alles gründlich genug gelesen und wohl etwas vorschell gepostet.
Hatte mir aufgrund von Svens Hinweis den Laux besorgt und auch gleich bei FK Objektiven nachgeschaut wo mir besagter Satz sofort auffiel.
Ehrlich gesagt kam mir das auch etwas merkwürdig vor aber ich dachte wen der Laux das so schreibt wird das schon so seine Richtigkeit haben.

Aber nun haben wir ja die hoffentlich richtige Erkenntnis aus diesem Abschnitt gezogen.
Der Farblängsfehler eines 2Linsers ist also nur mit dem 3Linser vergleichbar wen der aus 2Glastssorten besteht nicht wenn 3 Glassorten verwendet werden.
Nun frage ich mich was beim FK3 Objektiv der Fall ist, leider macht Laux da keine Angaben.
Oder habe ich da was übersehen?
Wenn das FK3 aus 2Glastssorten besteht ist ja auch der von mir zitierte Satz ok, nur darf man den dann natürlich nicht auf alle 3Linser beziehen.

Bezüglich der China 3Linser wäre es also sehr interessant wieviele Glassorten dort verwendet werden um einen Hinweis auf die zumindest theoretisch mögliche Korrektur des Farblängsfehles zu erhalten.
Der Scopos TL805 zb. besteht meines Wissens nur aus 2 Glassorten wobei da ja ein Kurtzflint statt eines ED Glases verbaut ist.
Und damit ist auch mein Ursprüngliches Anliegen da etwas mehr zu differenzieren und nicht einfach pauschal einem 3Linser eine bessere Korrektur des Farblängsfehles zu unterstellen bestätigt.
Ich hatte schon am Anfang dieses Threades geschrieben.

Und da bringt uns reines Linsenzählen frei nach dem Motto 3 Linsen = APO, 2Linsen = Halbapo oder einfach 3 Linsen sind besser als 2 nicht weiter.

Was mir aber grad aufgefallen ist der APQ besteht laut Lax aus jZK2-CaF2-jZK2 es ist also eine Glassorte und ein Kristall enthalten ich sehe da jetzt keinen Optischen Unterschied zu einem 3Linser mit 2 Glassorten.
Auch auf die Gefahr hin hier ein Sakrileg zu begehen meine Frage in die Runde.
Ist diese Annahme richtig und kann ich deshalb die soeben gewonnene Erkenntnis das 2 und 3Linser einen vergleichbaren Farblängsfehler aufweisen wenn der 3Linser aus 2 Glassorten besteht auch auf den APQ anwenden?
Und was heißt das jetzt in bezug auf einen ED 2Linser mit ähnlicher Abbe Zahl des ED Glases und selbstverständlich passendem Partnerglas?
Der Gaußfehler des 2Linser und damit der Gesamtfarbfehler ist beim 2Linser selbstverständlich immer Größer als beim 3Linser.

Gruß Gerd
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Re: Tak x 2

Hallo Karsten,

schön das auch wir wieder auf eine gewinbringende Art miteinander Diskutieren können.
Danke für den sachlichen Beitrag.
Mit dem Link da werde ich mich mal in Ruhe mit beschäftigen.

Grüße Gerd
 
Re: Laux S.44 zweiter Satz schaut bitte nach

N` Abend Gerd,

Was mir aber grad aufgefallen ist der APQ besteht laut Lax aus jZK2-CaF2-jZK2 es ist also eine Glassorte und ein Kristall enthalten ich sehe da jetzt keinen Optischen Unterschied zu einem 3Linser mit 2 Glassorten.

es gibt laut Laux 2 versionen eines dreilinsigen Apos mit mittlerem Calziumfluorit-Element:

Den erwähnten mit Jenaer Zirkonkronglas

jZK2-CaF2-jZK2

und eine Version mit Bariumkronglas sowie einem weiteren Kronglas:

BaK2 / Ca² / K11

Letztere erzielt eine noch etwas bessere Farbkorrektur, wenn man
der vergleichenden Kurve auf Seite 53 glauben schenken darf.

Ist diese Annahme richtig und kann ich deshalb die soeben gewonnene Erkenntnis das 2 und 3Linser einen vergleichbaren Farblängsfehler aufweisen wenn der 3Linser aus 2 Glassorten besteht auch auf den APQ anwenden?

Ja, das geht aus den Kurven auf Seite 53 eindeutig hervor.

Bezüglich der China 3Linser wäre es also sehr interessant wieviele Glassorten dort verwendet werden ...

Da fängt das Drama an. Diese Informationen bekommt man kaum.
Häufig werden chinesische Gläser verwendet, welche "ähnlich
wie XY" sind, aber eben nicht gleich.
Die verwendete Glasqualität wird sowiso niemals angegeben.

Der Soopos zb. besteht meines Wissens nur aus 2 Glassorten wobei da ja ein Kurtzflint statt eines ED Glases verbaut ist.

Ich weis nicht um welchen Scopos es geht. Ich habe einmal die
verwendeten Gläser zu einem Scopos Dreilinser genannt bekommen,
aber die PN ist bei einem Forenupdate verlorengegangen. Es waren
jedenfalls 3 verschiedene Gläser, eines davon ein Kurzflint-Sonderglas.

CS,Karsten
 
Re: Tak x 2

Hallo zusammen,

kürzlich las ich einen Artikel über ein Zeiss-Objektiv, ich glaube es war ein AS, dessen Korrektur weit besser war, als sie eigentlich hätte sein dürfen. Des Rätsels Lösung bestand in einer asphärischen Retusche der letzten Linsenfläche. Diese Methode soll Zeiss über Jahrzehnte angewandt haben. Wenn solche Tricks zur Anwendung kommen, ist die ganze Linsenzählerei relativiert.

Gruß

Kurt
 
Re: Tak x 2

Hallo Kurt,

auf genau dieses Argument habe ich schon die ganze Zeit gewartet.
Du hast ganz Recht, beim AS hat Zeiss das gemacht.
Und nun wird, da wette ich drauf, irgend jemand kommen der behauptet,
die Chinesen würden ihre Linsen asphärisieren :erschreck:

MfG,Karsten
 
Re: Tak x 2

Karsten

das Asphärisieren kannst du auf 2 Wege erziehlen

einmal durch eine Maschiene, die können das in dem Niveau in dem viele Chinesen gefertigt werden ausreichtend gut :-)

und

wie es wohl eher öfters der Fall ist, durch Fehlschliff :-)zum Bsp. eine abgesunkene Kante ist tolles Bsp. einer asphärichen Fläche :-)

 
Re: Zweitoptik=Papstanwärter?

Hallo Sven, liebe Mitleser,
Hallo Uwe,

da muss ich aber in diesem Fall auch wieder einhaken. So wie Strehl allgemein Verwendung findet, nämlich in der Interpretation (und zwar so wie ich herausgefunden habe in der Fehlinterpretation) als Leistungsgfaktor gegenüber dem theoretisch mit dem Design machbaren, kann der Strehl nicht zum Vergleich von Optiksystemen herangezogen werden. Insbesondere beim Farbfehler tut man sich ja schwer,...

Sven, Deine Bedenken kann ich gut teilen. Aber nöö, man muss sich gar nicht schwer tun mit der messtechnischen Beurteilung des Farbfehlers insgesamt. Wenn man will kann man sowohl die Strehlzahlen pro gemessene Farbe angeben oder was noch aussagekräftiger ist die entsprechenden MTF- Kurven. Dabei werden automatisch der Farblängsfehler UND der Gaussfehler sowie aller sonstigen interferomewtrisch erfassbarenb Fehler mit einbezogen. Das alles geht mit gehobenen Amateurmitteln wie Bath- Interferometer, Interferenzzfarbfiltern und einem Kollimations- Planspiegel. Irgendwelche schwierig nachzuvollziehenden Farblängsfehlermessungen mit 1my- Messuhren werden dabei überflüssig, genau so wie die daraus errechneten RC- Zahlen.

Die Berechnungen und grafischen Darstellungen kann man z. B. sehr gut mit den Auswerteprogramm "openFringe" (Freeware) machen. Dabei ist es auch möglich die Veränderungen von Strehl bzw MTF bei Variation der Fokussierung quantitativ,farbabhänhgig oder integral darzustellen. Kurz gesagt, wenn man die Interferogramme präsentiert hat, kann jeder der mag die Ergebnisse nachprüfen. Wenn ich mal Zeit und Lust hab bringe ich eine ensprechende Demo für meinen 120 mm ED- Apo sowie für meine 150mm f/8 FH- Farbwerfereinheit.

Wenn man das Design des Objektivs genau kennen würde könnte man natürlich mit einem Optik- Rechenprogramm die obigen Daten vorausberechnen. Das scheint wohl allgenmein bekannt zu sein und das kann doch fast jeder oder? :cool: :/

Gruß Kurt


 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Re: Zweitoptik=Papstanwärter?

Hallo Kurt,

naja... mein Problem ist ja nicht, dass es nicht machbar wäre. Ich habe ein Problem damit, dass es nicht gemacht wird. Über das warum könnten wir den Thread hier sicher in die Verlängerung schicken. Nur ändern - wird's nix!

Clear Skies
Sven
 
Re: Zweitoptik=Papstanwärter?

Hallo Sven,

Hallo Kurt,

naja... mein Problem ist ja nicht, dass es nicht machbar wäre. Ich habe ein Problem damit, dass es nicht gemacht wird. Über das warum könnten wir den Thread hier sicher in die Verlängerung schicken. Nur ändern - wird's nix!

Clear Skies
Sven

bin weitgehend Deiner Meinung, aber etwas weniger pessimisatisch. Ich könnte mir vorstellen, dass eine fachgerechte Demo zur dokumentierbaren und reproduzierbaren Quantifizierung des Farbfehlers von allgemeinem Interesse ist und Nachahmer finden könnte. Bath- Interferometer haben mitterweile zahlreiche Amateure...

Gruß Kurt


 
Re: Zweitoptik=Papstanwärter?

Hallo zusammen,

das Thema Zentrierstabilität ist schon mehrfach angesprochen worden. Ich schließe mich Karsten an und finde, das dies - bei all den theoretischen Überlegungen - nicht unterschätzt werden darf.

Selbst für Zeiss war es meines Wissens nach nicht einfach, die Zentriestabilität von Luftspalt- Dreilinsern zu erhalten (Bsp. B-Objektiv).

Man kann ein Teleskop nicht immer wie ein rohes Ei behandeln, und muss sich dennoch auf die Zentrierung verlassen können. Hier sehe ich - zumindest rein praktisch - solide gefasste Zweilinser im Vorteil.

Viele Grüße,
Roman
 
Re: Zweitoptik=Papstanwärter?

N`Abend,

sowohl das dreilinsige B-Objektiv und das zweilinsige AS Objektiv
hatten, bedingt durch ihre angespannte Geometrie (=> enge Linsenradien)
kaum eine Dejustage-Toleranz und sie reagierten sehr empfindlich
auf Dezentrierung.
Sowohl moderne ED-Gläser als auch Fluoritkristall-Linsen erlauben
mit den passenden Partnergläsern entspanntere Radien.

Insofern sind sie nicht gut mit den Zeiss AS- und B-Objektiven
zu vergleichen. Außerdem kann man Dreilinser auch ölgefügt bauen,
was die Neigung zu Dezentrierung mildert. Ich sehe diese Art
der Dreilinser diesbezüglich im Vorteil.
Aber die Fassung ist, da stimme ich zu, ein oft unterschätztes
Bauteil und sehr wichtig um das Potential der Linsen nutzen
zu können.

CS,Karsten
 
Re: Zweitoptik=Papstanwärter?

Hallo Karsten,

"Außerdem kann man Dreilinser auch ölgefügt bauen,
was die Neigung zu Dezentrierung mildert. Ich sehe diese Art
der Dreilinser diesbezüglich im Vorteil."

Auf jeden Fall, zumal man durch die Ölfügung bei Zeiss gleichzeitig auch das Problem der (zumindest damals noch) schwer zu bewerkstelligenden Oberflächenpolitur der Kristallflächen umgehen konnte.

Nur kann man in dem hier disskutierten Beispiel - wie Du schon sagst - leider nicht annähernd von solchen idealen Lösungen reden. :-)


Viele Grüße & CS,
Roman
 
Re: Zweitoptik=Papstanwärter?

Hallo zusammen,

Zitat von KaStern:
sowohl das dreilinsige B-Objektiv und das zweilinsige AS Objektiv
hatten, bedingt durch ihre angespannte Geometrie (=> enge Linsenradien)
kaum eine Dejustage-Toleranz und sie reagierten sehr empfindlich
auf Dezentrierung.
Richtig, aber trotzdem hat das AS-Objektiv eben aufgrund seiner hervorragenden Linsenfassung eine geringe Empfindlichkeit gegen Dezentrierung.
Eine hochwertige Linsenfassung zu fertigen, gerade für Luftspalt-Dreilinser, ist eine hohe Handwerkskunst, welche wohl nur die Top-Hersteller wirklich beherrschen.
 
Re: Zweitoptik=Papstanwärter?

Hallo Ralf :-),

auch noch wach? :-)

Ich hatte schon mit dieser Antwort gerechnet.


Viele Grüße, bis zum Astronomietag,
Roman
 
Re: Zweitoptik=Papstanwärter?

Hallo Kurt,

Deine Ankündigung, so etwas RICHTUNGWEISENDES auf die Beine stellen zu können und auch zu wollen ist so in etwa das spannendste, was ich seit langer Zeit in Foren gelesen habe.
Die Wendung des Threads zum Konstruktiven gibt Anlass zur Hoffnung, dass sich das wirklich lohnt.

Vorfreudige Grüße und CS
*entfernt*
 
Re: Zweitoptik=Papstanwärter?

Ich habe schon so ziemlich alles an Apos gesehen, bei Zeiss unter anderem Objektiv A , B, C, D, APQ , und AQ sowie die meisten anderen.

Bisweilen muß ich sagen das ich bei 2 Linsernnicht weniger Zentrierprobleme gesehen habe als bei 3 Linsern.

Ich habe auch schon etliche APQ mit Fassungsproblemen gesehen,und die sind Ölgefügt

Die Chinamänner schaffen ganz ordentliche Zentrierung bei den 2 Linsern, bei den 3 Linsern habe ich bisweilen nur bei dem Meade 125 ED und W.O. FLT 98 top Qualität gesehen , alle anderen kämpfen mit heftigsten Problemen
 
Re: Zweitoptik=Papstanwärter?

Hallo Markus,

wir hatten in unserer Sternwarte mal einen Refraktor mit B-Objektiv (130/ 1950), mit nahezu perfekter Farbkorrektur, aber - wie gesagt - die Zentriestabilität war nicht optimal.

Unsere AS Objektive (150/2250 Coudé & 80/840) dagegen erweisen sich trotz langjährigem und teilweise recht robustem Umgang im laufenden Besucherbetrieb als vollständig justierstabil.

Ich selbst hatte - die Geschichte sollte bekannt sein :-) - mal einen Meade 127 f/9 ED Zweilinser (der alten Generation), welcher - je nach Tubusdrehung - wahlweise Asti oder Achskoma zeigte.


Viele Grüße,
Roman
 
Re: Zweitoptik=Papstanwärter?

Bei Meade meine ich die neuen 127 mm Triplets.

Betreff dem AS Typ volle Zustimmung , diese sind eigentlich immer 100% perfekt Zentriert , hier stimmt die Abstimmung zwischen Fassung und Glas optimal.

Auch Vixen hat dies bei Ihren Fluorit Apos immer perfekt im Griff gehabt.
 
Re: Zweitoptik=Papstanwärter?

hallo liebe Leute,

für alle, die vielleicht auf noch einen Bericht von mir gespannt sind - es gibt keinen Himmel hier in Wien. Sobald ich ein Fernrohr rausstelle, zieht es sofort zu oder beginnt gleich zu regnen...

Daher habe ich die Instrumente nur per Autokolli, K-Stern und Ronchi vergleichen können. Es zeigt sich auch bei einem zweiten 120/900 neuerer Generation ein gegenüber der alten deutlich reduzierter Blausaum (Autokolli ist da gandenlos). Der ist auch sphärisch sehr gut korrigiert - Lambda/6-8 etwa (mit SC-Filter getestet, K-Stern in 15 Metern etwas zu knapp, ich weiss).

Im Ronchitesten habe ich noch nicht genügend Erfahrung, um aus den leider nicht textbuchmässigen Abbildungen jetzt was über den Gaußfehler sagen zu können, dazu sind die Unterschiede in RGB zu gering. Jeder der sowas schon mal gesehen hat, weiss wie unklar das aussehen kann. So ohne weiteres kommt man da nicht zu herzeigbaren Bildern. Und da es hier ja schon um quantitative Aussagen zum Gaussfehler geht, da kann ich im Moment nicht mit. Schön gerade sind die Linien schon, mit minimaler Randzone vielleicht.

Ich hoffe dass ich wenigstens noch einen schönen Sterntest knipsen kann - Kurt, Karsten und andere können da sicher noch ein paar Infos herauszuzeln.

lg Tommy
 
Re: Zweitoptik=Papstanwärter?

Hallo Tommy,
...Und da es hier ja schon um quantitative Aussagen zum Gaussfehler geht, da kann ich im Moment nicht mit. Schön gerade sind die Linien schon, mit minimaler Randzone vielleicht.

Ich hoffe dass ich wenigstens noch einen schönen Sterntest knipsen kann - Kurt, Karsten und andere können da sicher noch ein paar Infos herauszuzeln.

lg Tommy

Nach meiner Einschätzung wird man den Gaussfehler wohl kaum ohne Bath- "Buntlichtinterferometer" quantifizieren können. Zur Beurteilung ist vor allem der Einfluss auf die farbspezifische MTF interessant. So viel scheint wohl klar zu sein, je lichtsärker das Röhrle, desto heftiger kann der Gaussfehler hier reinspielen.

Als Anhalt kann man auch den Life- Sterntest mit div. Farbfiltern einsetzen. Einfach gesagt, wenn bei allen Farbfiltern die intra/extrafokalen Sternbilder gleich gut aussehen, dann ist kein Gaussfehler. Das würde mich aber bei einem f/7 wundern.

Gruß Kurt
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Ronchitest 120/900 Equinox

hallo Kurt und alle,

na gut, niemand soll mich einen Maulhelden und Faulsack schimpfen, irgendwann muss ich es ja doch hinkriegen mit den Ronchi-Fotos. Also hier isser, mein erster Versuch:

Link zur Grafik: http://www.vibes.co.at/images/120-900-Equinox-Ronchi2.jpg

Das Gitter hat 14 Linien/mm.

Hier sieht man den Gaussfehler besser als visuell, wo man vom Filterwechsel abgelenkt wird. War übrigens gar nicht leicht, die ganze Linse in die Kamera zu bekommen und nichts abzuschneiden.
Irgendwo im Strahlengang war wohl ein bisserl Schmutz, das macht diese Punkterln. Beim Filterwechsel habe ich wohl das Gitter ein wenig verschoben, sodass die Linien bei den einzelnen Farben sich nicht decken. Der Fokus isr aber derselbe. Wer will, kann ja das Weissbild in die Farbkanäle zerlegen.

Freue mich schon auf eure Interpretationen!

lg Tommy
 
Re: Ronchitest 120/900 Equinox

Hakko Tommy,
hallo Kurt und alle,

na gut, niemand soll mich einen Maulhelden und Faulsack schimpfen, irgendwann muss ich es ja doch hinkriegen mit den Ronchi-Fotos. Also hier isser, mein erster Versuch:...
Der erste Versuch ist gar nich mal so schlecht. Ich hätte ohne Deine Bilder gemeint das mit Ronchi am künstklichen Stern sei nur bei groben Fehlern sinnvoll. Deshalb will ich mein vorangegangenes Posting korrigieren in dem Sinne: Eine quantitative Auswertung des Gaussfehlers scheint auch mit dem Ronchitest möglich zu sein, aber mit erhreblich geringerer Auflösung als mit Interferometer in Autokollimation. Es gibt auch irgendwo im Internet Anleitungen/Auswerteprogramme zur quantitativen Auswertung von Ronchigrammen. Da ich wegen meiner Interferometerpraxis etwas verwöhnt bin hab ich nicht weiter danach recherchiert.

Einige Anmerkungen zu Deinen Bildern:
1. Zur Quantifizierung der Fehler bräuchte man den Abstand künstl. Stern- Teleskop. Rein qualitativ ist aber die Überkorrektur bei blau sowie Unterkorrektur bei rot deutlich zu erkennen. Die leichte Überkorrektur bei grün könnte durch den endlichen Abstand des künstl. Sterns bedingt sein.

2. Es scheint als sei die Fopkussierung der Kamera nicht ganz optimal gewesen. Sonst müsste die Begrenzung der Rochigramme schärfer ausfallen. Generell wäre mehr Bildgröße vorteilhafter für eine Auswertung.

3. Auf zusätzliche Farbfilter zu verzichten umd statt die Filterung durch Farbauszüge zu realisieren finde ich sehr gut. Ich hab das mal mit Deinem Weißbild (oder besser Buntbild) gemacht. Es kommt so ziemich das gleiche raus wie bei Deinen Einzel- Farbildern. Die Methode funktioniert übrigens auch bei Weißlicht- Interferogrammen, wie ich vor einigen Tagen ausprobiert habe. Jedenfalls hat man damit, egal ob Ronchi oder Interferometer die drei Hauptfarben mit einem Schuß im Kasten. Das ersetzt naturgemäß nicht eine Präzisionsmessung mit genau definierten Interferenzfiltern, gibt aber schon mal einen handfesten Hinweis dafür, ob sich eine wesentlich aufwändigere Präzisionsmessung des Farbfehlers überhaupt lohnt.

4. Bei Deinen Aufnahmen scheint noch eine Spur von Asti präsent zu sein. Das kann am Objektiv selbst oder auch an der nicht gaz rechwinkligen Platzierung des Ronchigitters im Strahlengang liegen. Man könnte das Durch Betrachtung des künstlichen Sternbildes mit hoher Vergrößerung abklären.

Gruß Kurt

 
Re: Ronchitest 120/900 Equinox

hallo,

hier zum Vergleich mein "Normalo" SW 120/900 ED. Im Weisslichtbild sieht man deutlich mehr blau als beim Equinox im obigen Bild, die Autokollimation zeigt alle Fehler mit doppelter Stärke. Nur an den hellsten Sternen bei hoher Vergrösserung ist beim Beobachten ein leichter Blausaum erkennbar. Interessanterweise an Mond und Jupiter aber nicht.

Link zur Grafik: http://www.vibes.co.at/images/120-900_ED_SW.jpg

lg Tommy
 
Re: Ronchitest 120/900 Equinox

Hallo Tommy,
hallo Kurt,

in aller Kürze - habe Eile: Abstand des K-Sterns vom Strahlteiler ca 25mm - Autokollimation.
War sicher nicht genau auf der opt. Achse, daher bitte die Kollimationsfehler ignorieren. War nur auf bunte Bilder aus.

Weitere Ronchis mit demselben Setup zum vergleich folgen!

lg Tommy

Autokollimation ist gut. Durch den Glasweg des Teilerwürfels kommt prinzipiel etwas Farfehler und sphärische Aberration ins Bild. Das ist aber kein Argument diesen Test, weil man diese systematischen Fehler herausrechnen kann.

Mein AC- Prüfstand ist mittlerweile auf Weiß- Buntlicht- Bath Interferometer umgerüstet und der 127 f/9 ED liegt in der Messtrecke. Wenn die laufende Schönwetterperiode vorbei ist werde ich mit der versprochenen Farbfehlermessung und Dokumentation loslegen und dabei auch den Ronchitest nach Deiner Art durchziehen. Aber jetzt lockt die Venus am Tageshimmel und Saturn bei Nacht. Der neue 230 mm Kutter bekommt seine Chance. Kurz gesagt, keine Zeit für Messtechnik.

Gruß Kurt
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
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