(Wieder-)Einsteiger sucht Rat

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Hallo Markus,

täusche Dich nicht in den Dimensionen eines Refraktors.
Schon mit dem bereits erwähnten 4-Zöller tragst Du nicht wirklich Weniger als mit einem 6" Newton und ein guter 5" f/7 mit der erforderlichen Monti (Minimum nach meiner Schätzung EQ6 oder HEQ6) ist ein herrliches aber auch imposantes Teleskop.
Ich kenne das Teleskop nicht, weiß also nicht ob es bringt, was es sollte. Ich weiß aber, weil ich mich kenne, dass ich es unter den von Dir Eingangs geschilderten Umständen NICHT transportieren wollte.
Nun kommst Du allerdings mit Deiner Frage in die Näher einer Dauerdebatte und meine Gedanken und Erfahrungen dazu gibts da:

Spiegel/Linse

Gruß
*entfernt*
 
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Hallo Günther,

der verlinkte 5" APO hat einen Carbon-Tubus und wiegt nur 7,7 KG... das müsste doch problemlos mit einer HEQ5 / AZ-EQ5 gehen. Aber im Grunde hast du recht, langsam nähern wir uns wieder dem (zu) schwierigen Transport und dem inneren Schweinehund, das Geraffel zur Tiefgarage zu tragen (möglichst mit einem einzigen Gang).

Edit: Ich sehe gerade, die 4" Version gibt es auch aus Carbon,
der wäre wieder schön zu transportieren... siehe hier:
http://www.explorescientific.de/Tel...cientific-ED-APO-102mm-f-7-FCD-1-CF-v2-0.html

CS
Markus
 
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Hallo Markus,

es ist weniger das Gewicht, es ist die Länge des Hebels und die Tatsache, dass das Gewicht jeweils an den Enden sitzt.
Nimm mal noch einen 2" Zenitspiegel und ein schönes langbrennweitiges Übersichtsokular dazu, dann hast Du zu den 7,7 KG des Refraktors nochmal gaaaaanz hinten 2 KG draufgepackt.

Gruß
*entfernt*
 
Okay, ich verstehe. Danke Günther!

Tja, und nun? Wir haben jetzt folgende Möglichkeiten diskutiert:

- 80/600 ED -> zu wenig Öffnung für gute Ergebnisse in Stadtnähe, aber sehr transportabel.
- 6" F6 Newton -> relativ günstig, noch transportabel, super Leistung, gute Justage ab und zu nötig
- 4" F7 APO -> noch transportabel, gute Leistung, bisschen schwer & grenzwertig auf EQ5
- 5" F7 APO -> sehr gute Leistung, teuer, sehr schwer (braucht min HEQ5, besser EQ6)
- 6"/8" SC -> sehr gute Leistung, transportabel, etwas schwer (8" wohl nicht mehr für EQ5 geeignet), muss auskühlen
- 5"/6" Mak -> gute Leistung, transportabel + leicht, muss auskühlen

Irgendwie macht der Newton hier immer noch die beste Figur, oder irre ich mich?

Viele Grüße,
Markus
 
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Hallo Markus,

jou, soweit schon.
Wobei ich persönlich parallaktisch montierte Newtons ohen Rotationsschellen im visuellen Einsatz nicht mag. Die Einblickposition wird da schon mal.....unbequem.
Du hattest das schon, Du weißt was Du tust.
Nun, selbst wenn nicht, zu Rotationsrohrschellen kann man ja kommen.

Ansonsten ist es echt so, dass man bei den ganzen Gerödel mit zunehmender Größe, gerade bei Refraktoren, einen Aufwand hat, der eigentlich selbst von einem 12" Reisedobson (auf EQ-Plattform) nicht übertroffen wird. Dabei ist es egal, ob wir uns den Aufwand von der finanziellen Seite, von der Transportseite oder vom allgemeinen Handling her anschauen.
Der ganze technische Aufriss ist MIR für rein visuelle Beobachtung zu viel und lässt bei gleichem finanzellen Ansatz deutlich zu wenig Teleskopöffnung und/oder Teleskopqualität übrig.

Gruß
*entfernt*
 
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Hallo Markus,

ich finde man könnte den Newton auch zwei mal in Deine Liste nehmen. Einmal von der Stange, was so super einfach nicht ist, und einmal, wenn man den als Teleskop hergerichtet hat.
Weil falls Du Dich für einen Newton entscheidest, und wenn Du den so nutzen willst, wie beschrieben, ist Justage das geringste Problem. Justage ist beinah nur mal "zeigen lassen" und dann richtig Nachmachen, aber:

a) Sehr wahrscheinlich ist das Belüftungskonzept des Gerätes Mist und Du musst das umbauen. 6" muss man nich belüften, aber man sollte.
b) Der Tubus ist zu kurz und darum ist der schwarze Mattlack als Schwärzung unzureichend. Velours-Folie kleben. Isoliert gleich den Tubus ein Wenig.
c) "Einer von den beiden günstigen Herstellern", nämlich GSO, liefert grundsätzlich untaugliche Fangspiegelhalterungen, die bei Kälte den Fangspiegel einquetschen und einen schweren Astigmatismus ins Bild bringen. Muss man umbauen...
d) Den Okularauszug mal schief angucken und falls er davon schon kippelt, dran basteln oder ersetzen.
e) Trotzdem noch eine Taukappe aus Moosgummi aufsetzen. Auf genügend Durchmesser achten. Schützt vor Atemluft vor der Öffnung, Störlicht, und am wenigsten vor Tau...
f) Schauen, ob von dem ganzen beigelegten Plunder inclusive Sucher irgendwas nach Deinen Vorstellungen arbeitet. Den Rest neukaufen oder verbasteln. (Davor sind auch teure Apos nicht gefeit.)

Und dann sei noch davor gewarnt, zu glauben, ein teurer und schwerer Apo fiele einem sofort in brauchbarem Zustand aus der Packung auf den linken Fuß!

Clear Skies
Sven
 
Hallo Sven,

da fällt mir wieder der 6" F8 von Orion UK ein, der hat offenbar prima Glas verbaut (1 / 10 Lambda), einen kleinen Fangspiegel (37mm), einen ordentlichen OAZ und einen regelbaren Lüfter. Hier der Link:

Orion UK 6" F8

Den müsste man dann nur noch mit Velour auskleiden und eine Kappe aufsetzen. Fertig. Oder?

Ist natürlich nicht mehr ganz so handlich...

Viele Grüße
Markus
 
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Hallo Markus,

das verlinkte Teil ist ein langer f/8 Prügel, den wirst Du eher nicht wollen und ich persönlich würde aus Deiner Formulierung das Wort "offenbar" streichen und gegen "laut Bewerbung" ersetzen.
Ich folge dem Link nicht, denn ich kenne zu viele von diesen Zertifikaten, in dem Fall ist es sicher ein Herstellerzertifikat, die das Papier nicht Wert sind auf das sie gedruckt sind, um das ohne definitive Händleraussage, was die die beworbene Spezifikationen überhaupt bedeuten soll und welche Qualität, z.B. in Strehl dann tatsächlich für den HS und den FS oder gar fürs ganze Teleskop zugrunde liegt, gut zu finden.
Nun gut dort, wie auch z.B. bei den UNC-Newtons oder den Newtons ohne Namen von Teleskop Austria ist es immer auch eine Sache, wie es vertrauensmäßig zwischen Dir und dem Lieferanten/Händler/Hersteller abläuft.
Immerhin macht man sich in den letzten beiden Fällen mit dir konkrete Gedanken um ein Dir auch in Details passendes Teleskop.
Niemand wird Dich im Übrigen (mit oder ohne Zertifikatzettel) auf einem Teleskop egal welcher Bauart sitzen lassen welches die Spezifikationen nicht einhält........es fragt sich nur, ob Du es jemals erkennst, weil das ist manchmal selbst für wirkliche Könner (also nicht Du, nicht ich!) am Himmel ziemlich schwierig und auf einer optischen Bank sehr vom Abauf des Tests und vom Tester selbst abhängig. Das ist zeit- und ausstattungs-intensiv, also teuer zu erkaufen oder pures Hobby.

Gruß
*entfernt*
 
Hallo Markus,

ach, schön. Da kann man mal loslegen mit "von der Stange"!
Vorwort: Das ist nichts Besonderes, die Hersteller haben praktisch alle S_cheißkonzepte. (Ja, und ich will endlich mal, dass das Wort S_cheißkonzepte da genau so steht und in den Ohren bimmelt!)

Der Tubus ist zu eng!
1. Bei 1000mm optischem Weg im Tubus hätte das Gerät knapp unter 1° Feld vignettierungsfrei durch die Tubusöffnung, wenn nicht der Abschlussring nach innen umgekragt ist.
2. Das 1,25" Feld mit 27mm Feldblende und 1200mm Brennweite beträgt schon knapp unter 1,3°!
3. Da wird also schon 1,25" vignettiert, das Gerät ist aber mit 2" Auszug ausgestattet!
4. Es bleibt überhaupt keine Durchmesser-Reserve zum Abfluss von im Tubus aufsteigender Warmluft.

Der Tubus ist zu kurz!
Man sieht ganz deutlich, dass der Okularauszug viel zu dicht an der Öffnung sitzt.
1. Man muss sich einfach nur den Winkel vorstellen, aus dem Lichtstrahlen direkt an der Tubusöffnung vorbei auf die Innenwand des Okularauszugs fallen können. Dieser Winkelbereich ist riesig.
2. Außerdem fällt auf die kritische Tubuswand gegenüber des OAZ auch aus sehr großem Winkel Licht. Kritisch ist der Teil der Tubuswand, der direkt durch das Auszugsrohr (ohne Okular) sichtbar ist.
3. Der Beobachter atmet dicht an der Tubusöffnung und pumpt wirbelnde, feuchte Warmluft perfekt (nämlich etwas unterhalb) vor die Öffnung.

Nebenbei: Was soll eigentlich der Sucher da? Warum muss ich mich da extra tief bücken? Der Einblick vom Sucher muss vom OAZ etwas abgesetzt sein, aber nicht um 1,5 Sucherlängen komplett versetzt.

Tubus: In der Beschreibung steht, dass der Tubus dicker und stabiler ist. Man müsste vermutlich ergänzen "als früher" oder so. Jedenfalls sind auch für Aluminium 5kg noch nicht so viel bei der Tubuslänge. 5,9kg soll ein vergleichbares Gerät mit Blechtubus wiegen. Vermutlich wird es reichen, sage ich mal.

Hauptspiegel:
Nun, die Garantie Lambda/10 ist ja nur eine halbe Sache. Wenn da stünde PTV Lambda/10 Wave, dann wäre das schon ein richtig gutes Teil. Oder ist es RMS Lambda/10 Wave? Oder ist es nur Lambda/10, was dann in Wave Lambda/5 wären? Besser als beugungsbegrenzt ist es ja dann.
Ein Zygo ist eigentlich schon ein unbestechliches Gerät. Die Auswertung verschafft Klarheit und man muss schauen, ob nichts abgeschaltet wurde. Wesentlich für das Vertrauensverhältnis ist, dass man glauben kann, dass das Zygogramm auch zum Spiegel gehört. Ausdrücklich möchte ich hier mal sagen: Ohne einen Vertrauensvorschuss kann man im Leben eigentlich nicht zurecht kommen.
Am Ende gibt Lambda/10 eine Garantie: Wenn so ein Ding schlecht abbildet, dann kann der Anbieter dem 2 Jahre lang nicht entkommen und muss ggf. austauschen (Nachbessern ist wirtschaftlich völlig illusorisch!) Es obliegt aber dem Kunden, zu erkennen, und zu reklamieren. Günther ist da deshalb so scharf, weil eine ganze Reihe Händler und Hersteller in den letzten Jahren olympische Bruchlandung mit Überschlag und Schraube beim Thema Vertrauen gemacht haben! Hat nichts mit Teleskop Spezialisten zu tun, sondern ich möchte das ausdrücklich allgemein verstanden wissen!

Lüftung:
Hihi... na: Gut, dass Orion selbst ein Bild davon einstellt.
http://www.orionoptics.co.uk/VX/vx6-6l.html
1. Immerhin haben die Leute von Orion UK es tatsächlich fertig gebracht, den Lüfter richtig herum zu montieren. Die blasen nämlich immer zu der Seite mit den Spinenbeinen und dem Etikett. Da sind manche Hersteller "andersrum" und man lacht, wenn man sich fragt, wie die Luft aus einem direkt auf den Spiegel gesetzten Lüfter heraus wehen soll...
2. Zu diesem vom Lüftermotor hoch obstruierten Löchlein in der Spiegelzelle habe ich schonmal in etwa so geschrieben: "Zum Anlassen des Lüfters wird ein Kompressor auf die Teleskopöffnung gesetzt, der den Lüfter auf etwa 12.000 Umdrehungen bringt. Dann wird der Elektromotor zugeschaltet, der die Zündfunken erzeugt, um schließlich mit Kerosinzusatz die benötigten 18.000 upm zu erzielen, die für den optimalen Luftdurchsatz durch diese Öffnung benötigt werden. Oder nüchtern ausgedrückt: Der Lüfter ist nicht nur unnötig klein und dadurch hochdrehend, er ist einfach viel zu klein. Es wäre sinnvoller gewesen, die Spiegelzelle gewichtssparend und auf ganzer Fläche mit Löchern zu versehen, um dann den Lüfter als langsam laufende Version mit 120mm Durchmesser zwischen Zelle und eine weitere Rückwand zu montieren.
3. Wo ich grad' in der Gegend bin: Wie dünn soll eigentlich der Spiegel sein, dass man bei 6" f/8 eine Lagerung mit 9 Punkten braucht? Die Dreiecke wiegen ja auch.

Okularauszug:
Der sieht gut aus. Scheint auch nicht unnötig hoch - er wird ja ausgefahren abgebildet. 30mm Auszugsweg sind aber nicht sehr viel, zumal bei f/8. Nun, man soll jetzt in der Preislage auch nicht Fähigkeiten fordern, die man bei einem Auszug vorfindet, der soviel kostet, wie hier das ganze Teleskop! Er ist schön flach und das ist ganz gut so.

Also, jetzt mal zurück zu "nur noch mit Velours auskleiden, Taukappe aufsetzen und fertig": Velours kämpft die konstruktive Streulichtanfälligkeit herunter, vermutlich auf ein Niveau wie ein vernünftiger Tubus es mit Schultafellack problemlos erreichen würde. Kappe aufsetzen bringt dann vermutlich das Streulicht auf ein richtig gutes Niveau und schirmt die Atemluft ab. Der Vorteil des Leichbautubus ist dann aber gründlich im Eimer und der Lüfter ist immer noch eine Schwachstelle.
Letztendlich bekommt man einen Newton von der Stange, der deutlich besser ist, als die Dinger von der Stange für den halben Preis, aber man sollte sich das nicht als perfekt vorstellen. Das Ding ist nicht perfekt.

Jetzt mal zu "handlich": Das Ding ist eben so lang wie die Rückbank eines normalen Kombi breit ist. Hoffentlich passt das! Einfach mal nachmessen. Montiert werden muss das auch. Da gehört eine Montierung der GP-Klasse dazu. Und damit meine ich die Tragkraft einer ordentlich verarbeiteten GP und nicht so ein Schluderteil mit schlechter Lagerpassung.

Optisch ist ein 150/1200 Newton mit kleinem Fangspiegel (wir reden hier von fast 25% Obstruktion, während 200/1200 mit unter 20% machbar sind) sicher eine gesunde Sache. Das hat von den diskutierten Lösungen das beste Leistungspotenzial (davon ausgehend, dass die diskutierten APOs mit 5" entweder einen spürbaren Restfarbfehler haben, oder bezüglich der benötigten Montierung ausscheiden). Mehr geht nur mit mehr Öffnung, also Lösungen mit 8".

Clear Skies
Sven
 
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Hi!

Bei mir ist ein 150/1200-Newton von Skywatcher auf einer EQ5 im Einsatz. Die Optik ist gut (anscheinend leicht überkorrigiert), das Bild dementsprechend üblicherweise seeingbegrenzt und wegen der geringen Obstruktion des kleinen Fangspiegels kontrastreich.

Ein paar Anmerkungen:

1. Der Originalkarton des OTAs paßt auf die Rückbank eines Skoda Fabia I.

2. Die Justage ist mit einem Laser schnell und einfach durchzuführen, man sollte aber eine weiße Taschenlampe bereithalten, da man den Lochverstärkungsring sonst kaum erkennt.

3. Die EQ5 reicht noch vernünftig aus.

4. Eine Zweiachsschrittmotornachführung mit Polsucher erlauben lange Aufwärmpausen, nach denen ein Objekt selbst bei hoher Vergrößerung noch im Okular bleibt.

5. Die Kombination von Teleskop und Montierung gibt es nicht von der Stange, läßt sich aber problemlos bestellen.

6. Für einen Lüftereinsatz reichen eine Kunststoff- oder Holzplatte, ein Lüfter, ein paar Schrauben und Muttern, ein Kabelbinder, ein (Cinch)stecker und ein Gummiring als Material.

Mit dem Teil bekommt man ein knackiges Bild für wenig Geld, da muß ich dem "das beste Leistungspotenzial" eindeutig zustimmen.

Noch eine Anmerkung: Man lasse den Okularauszug von der Deklinationsachse wegzeigen, dann steht der Auszug bei praktisch allen Beobachtungen nach oben.

Grüße

fquadrat
 
Hallo fquadrat,
hm...
Zitat von fquadrat:
Man lasse den Okularauszug von der Deklinationsachse wegzeigen, dann steht der Auszug bei praktisch allen Beobachtungen nach oben.
Falls Du das so meinst:
Link zur Grafik: http://www.svenwienstein.de/Pics/Flugplatz1.jpg
Öhm, dann hat man bei Beobachtungen in der nördlichen Himmelshälfte oft den Hauptspiegel ungünstig im Bauch, wenn der Auszug nach oben zeigt, und bei vielen Beobachtungen steht der Auszug einfach zu hoch oben, um gemütlich erreichbar zu sein. Schwenkt man dann um, zeigt der Auszug nach unten. Wie man das empfindet, wird wohl stark von der eigenen Größe abhängen. Je länger man gewachsen ist, desto besser kommt man mit 1,2m Tubus und üblichen Montierungshöhen aus, ansonsten beginnt das Drehen und Fluchen. Sagen wir mal, dass diese Grundstellung die hiesigen Ekliptik-Bereiche prima abdeckt. Deepsky im Schwan führt einem da je nach Sternzeit was anderes vor Augen.
Übrigens rotiere ich letztendlich auch mit nicht so tollen Rohrschellen(-Verschlüssen) lieber den Tubus für eine entspannte Beobachtungsposition im Sitzen auf einem schnell eingestelltem Beobachtungsstuhl. Ich kann mich so länger konzentrieren und sehe einfach mehr, als wenn ich auf den Zehenspitzen das Teleskop umarme... das kalte... taunasse...Teleskop. Klingt doch etwas morbide, sowas in den Arm zu nehmen, oder?

Clear Skies
Sven
 
So, zunächst herzlichen Dank an alle für die tolle Beratung. Am Ende war die Entscheidung keine leichte, aber ich habe gerade eine Bestellung verschickt. Das Budget wurde zwar um €600 gesprengt, aber so ist das Leben... Geworden ist es folgendes:

Als Optik ein 102mm F7 APO von Explore Scientific. Der APO ist relativ leicht (5,2 KG), transportabel, hat eine sehr gute Abbildungsleistung, einen super OAZ (2.5" HEX) und ich muss mich nicht öfter mal mit der Justage beschäftigen. Hier ein Link zum Gerät:
http://www.explorescientific.de/Tel...cientific-ED-APO-102mm-f-7-FCD-1-Alu-Hex.html

Als Montierung habe ich die Skywatcher AZ-EQ5GT gewählt. Man kann sie sowohl parallaktisch als auch azimutal nutzen, und sie ist noch relativ leicht. Das Stativ lässt sich auch sehr klein zerlegen, passt also alles gut in mein enges Auto. Und azimutal trägt die Montierung 2 Geräte mit bis zu 10 KG jeweils, ich könnte also irgendwann noch zusätzlich einen 8" F5 Newton für Deep Sky montieren falls ich darauf Lust bekomme.

Als Zubehör habe ich ein NED3 TS 1,25" ED Okular 3,2 mm - 60° für die maximale Vergrößerung bei gutem Seeing. Dazu noch ein günstiges Zoom (Seeben Super Plössel 8-24mm) plus eine gute Barlow... damit kann ich dann rumspielen und herausfinden, welche Brennweiten mir am besten liegen bevor ich in hochwertige Okulare investiere. OK, dann noch ein variabler Mondfilter und ein 7 AH Powertank und ich bin gut gerüstet. Oder habe ich etwas wichtiges vergessen?

Viele Grüße aus Hamburg!
Markus

 
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Hallo Markus,

das wäre nun unter Berücksichtigung Deiner Umstände nicht meine Wahl gewesen, zu wenig Öffnung, aber Du hast Dich (unter anderem) mit mir beraten und aus den Infos das herausgeholt was für Dich zählt.
Die Neigung zum Refraktor war spürbar und wenn es nun was anderes geworden wäre, hättest Du (wenn Du ähnlich gestrickt bist wie z.B. ich) beim ersten Widerstand gedacht, ja hätte ich mich doch nicht belabern lassen......! ;)

Das Nebenthema mit der käuflichen Newtonqualität und eventuellen Zertifikaten ist ein wenig aus dem Ruder gelaufen, daher noch eine eventuell abschließende Betrachtung.
Es könnte ja ein, dass so manchereiner denkt, ja wenn das alles so fürchterlich im Argen liegt, dann reicht ein kleineres besseres Fernrohr eben doch für bessere Ergebnisse.

1. Auch andere Fernrohrbauarten aben diesbezüglich mehr oder weniger gravierende Mängel

2. justieren muss man jedes Fernrohr und die beste Qualität nutzt nix, wenn ein Newton mangelhaft justiert ode ein Objektiv schief zusammengeschuster ist.

3. die Optimierung jedes Fernrohrs mit einer Öffnung X, also auch eines Newtons erfolgt nicht um größeren Öffnungen den Rang abzulaufen, sondern um möglichst nahe an die Ausnutzung gegebener Öffnung heran zu kommen.
Daher kann ich nun (m)einen 6" f/6 Newton mit HS-Qualität um 0,9 Strehl bestmöglich visuell optimiert haben und komme doch an einen 8" f/6 von der Stange der das Versprechen auf beugungsbegrenzte Abbildung halbwegs hält (0,8 Strehlpunkte) niemals heran, wenn ich an diesem Teleskop von der Stange minimale Maßnahmen ergreife:
1. HS entspannen (Halteklammern sitzen meist zu fest)
2. falls vorhanden FS-Fassung prüfen, besser ein Teleskop mit ungefassten FS wählen (FS-Verspannungasti ausschließen)
3. Tau-/ Störlichtkappe mindesten 1,5xD-Tubus über vordere FS Kante
4. für hohe Vergrößerungen genügend Auskühlzeit einplanen
5. JUSTAGE
6. - 60. JUSTAGE

Bestmögliche Justage ist das A und O um auch im Hochvergrößerungsbereich gegebene Qualität zu nutzen. Sie bringt z.B. bei Steigerung von 80% auf optimal mehr als ein Spiegelupgrade von 0,8 auf 0,9 Strehl. Damit meine ich echtwerte am Himmel, keine blumigen Sprüche und bunte Zettel.

Ein APO Objektiv kann die tollsten Werte bringen und dann so schief und gequetscht in Fassung und Tubus hängen, dass es völlig versagt und der tolle Spiegel mit 0,9875 einen vernichtenden Lagerungsasti oder einen unterirdichen FS zum Partner kriegen, das wars dann.
Weniger offensichtlich Fälle bleiben mangels Vergleich oft jahrelang nur ein Bauchgefühl, dass da mehr gehen könnte, nähren Mythen oder bleiben völlig unerkannt......und damit wird auch durchaus gerechnet.

Gruß
*entfernt*
 
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Hallo Sven,

sowas meine ich! Klappt mit meinem 150/1200 ganz gut, man sollte natürlich die Stativbeine nicht komplett ausziehen (ich lasse sie eingefahren). Wenn dann der Auszug zu tief liegt, ist man ohnehin zu horizontnah, um noch Spaß zu haben.

Es gibt einige ungünstige Stellungen, in denen der Einblick keinen Spaß macht, aber die sind recht selten und gehen nach einer Stunde oder so vorbei. In der Zwischenzeit kann man andere Objekte beobachten, eine halbe Packung Jaffa-Cakes vertilgen, eine CD im Autoradio hören oder ähnliche Tätigkeiten ausführen. Meist sind andere Objekte die beste Wahl, dann sind die abgehakt.

Für Leute mit geringer Körpergröße ist die Situation weniger praktisch, aber meine 187 cm geben einigen Spielraum, um auf das Stehen auf Zehenspitzen verzichten können.

Bei größeren Teleskopen ist es übrigens oft sinnvoll, den Auszug zum Gegengewicht zeigen zu lassen und zusätzlich einen kleinen Klapptritt (2 bis 3 Stufen) zu verwenden.

Grüße

fquadrat
 
Hallo Günther,

vielleicht werde ich mir eines Tages mal einen gebrauchten 6"/8" Newton kaufen, ihn versuchen zu optimieren (inkl. das Erlernen der Justage) und dann mit dem APO vergleichen. Könnte durchaus ein interessantes Projekt werden. Aber aktuell war für mich dieser 4" APO zum Wiedereinstieg die (knapp) beste Wahl, da vom Händler vorm Versand gut getestet & eingestellt (mit Qualitätsnachweis) und verglichen mit anderen Geräten aus der Gattung ziemlich preisgünstig (bei gleichzeitig guten Referenzen, wenn man sich mal im Internet umschaut). Und sollte mir die Öffnung irgendwann nicht mehr reichen, kann ich ja noch nachrüsten, die Montierung trägt ja so einiges :)

Mal abgesehen davon, ich kann mit dem 4" F7 APO am Planeten gut 200x vergrößern, und viel mehr gibt das Seeing in meiner Gegend sowieso extremst selten her. Und für ein bißchen Deep Space reichen 4" wohl auch, wenn ich mal an richtig dunkeln Himmel gerate (Urlaub in den Alpen z.B.) oder mit ein bißchen Glück auch 30-40 km von Hamburg entfernt.

Na gut, abwarten. Im Moment bin ich zufrieden mit der Entscheidung. Und wenn ich mich täuschen sollte, kann ich nächstes Jahr wie gesagt immer noch improvisieren... :)

CS!
Markus
 
Hallo Markus,

Du beginnst schon, Deine Entscheidung zu verteidigen. Neun, lass das, das ist unnötig. Du hast was Du willst und transporiteren/montieren kannst und nun freude Dich auf schöne Beobachtungen.
Wenn Du irgendwann mal einen Newton zusätzlich kaufen möchtest, denk drüber nach, ob es nun unbedingt ein 6-Zöller sein muss um eine Vergleichbarkeit zum 4-Zöller zu haben. So ein Vergleich ergibt sich auch mal auf einem Beobachtungstreffen. Da Du ohnehin für brauchbare Bedingungen fahren musst, ist die Idee, so was mal auszudehnen und ein Treffen mit wirklich gutem Himmel zu besuchen, recht naheliegend.
Ich rate bei späteren Vergrößerungsabsichten eher zu 8-12 Zoll um wirklich ein anderes, deutlich "tieferes" Beobachtungsfenster aufzustoßen.
wichtiger und vorrangig wäre aber zunächst die weitere Ausstattung des vorhandenen Teleskops.
:)
Gruß
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Günther,

du hast recht, defensiver Modus ist nun offline. ;) ... Nun freue ich mich erstmal auf die dunkle Jahreszeit und dann das First Light mit dem neuen Gerät. Ich bin gespannt und werde sicher berichten.

Mal aus reiner Neugierde, was ist denn dein am meisten benutztes Teleskop, und warum?

Viele Grüße,
Markus
 
Hallo Markus,

eindeutig ist das mein 6-Zöller, also im

Equipmentlink
das zweite Teleskop von oben.
Wenn ich natürlich richtig Zeit habe, kommt der 12 + 6 an die Luft, der 16er ist ein Gemeinschaftsteleskop.

Da steckts schon drin:

Zitat von *entfernt*GMS:
Hallo Markus,


Mit 4" Öffnung guter Qualität und 700 mm Brennweite kann man grundsätzlich viel machen, viel sehen. Nicht umsonst habe ich mir selbst einen sehr guten 114/660er Parabol-Newton als Ergänzung zu vorhandenen 4" (Richfieldlinse), 6", 12" und 16" Newton-Öffnung zusammengebaut, der zeigt, was mit dieser Öffnung möglich ist.
So gut der 114er ist und so toll die Großen sind, der 6" f/6 ist mein meistgenutztes Teleskop. Es vereint eben genügend Öffnung für Spass in allen Bereichen mit sehr hoher Transportabilität und extrem schneller Einsatzbereitschaft.

Die Hemmschwelle, mal eine halbe Stunde oder Stunde schnell zu nutzen, sei es auf dem Balkon, in der Einfahrt oder schnell mal zwei Kilometer ins Feld gefahren ist beim 6-Zöller genau so groß wie beim 114er und liegt bei mir nahe Null.
Da nehme ich halt meistens die größere Öffnung, es sei denn ich habe extreme Weitfeldobjekte auf dem Programm.
Gehts dann um den 12-Zöller siegt bei kurzen Zeitfenstern immer Bequemlichkeit und Faulheit, also wieder der 6-Zöller.

Das sind MEINE Überlegungen dazu. Ähnlich aber eben nicht gleich sollte das bei Dir aussehen.
Deine Voraussetzungen müssen nicht, könnten aber bei ähnlichen Überlegungen dazu führen, dass schon der 6" f/6 oft genug zu große Hürden vor dem Einsatz aufbaut. Dann ist weniger mehr, weil die Chancen auf häufige Nutzung doch ein wenig steigen könnten!

Gruß
*entfernt*
 
Hallo Günther!

Dankeschön :) Den zitierten Beitrag hatte ich eben beim Überfliegen glatt übersehen. Ist ja auch schon mittlerweile eine stattliche Sammlung an Feedback hier. Vielleicht hilft es auch anderen in der Zukunft, die vor einer ähnlichen Entscheidung standen wie ich.

Hast du schon mal durch wirklich gemein große APO's geguckt, z.B. 6/7-Zöller?

CS
Markus
 
Hallo Markus,

ja, hab ich, 5 und 6 Zöller ausgiebig, 7" ist mir jetzt nicht erinnerlich, andere Refraktoren auch noch größer. Schöne Sache das, whow so muss ein Fernrohr aussehen, aber mobil in allen Belangen auch oft schon sehr grenzwerig.

Ich verstehe Leute die das wollen sehr gut, neide niemandem das nötige Vermögen aber für mich ganz persönlich ist das Missverhältnis zwischen Geldbörsenöffnung und Teleskopöffnung bei wirklich guten Refraktoren einfach zu eklatant. :erschreck:

Gruß
*entfernt*
 
Hallo Markus

Du hast Dich ja nun für eine F7-Optik entschieden. Bei dem Okular mit 3,2MM Brennweite ist der "Schluck aus der Pulle" am Planeten aber schon deutlich zu groß ( Ap. 0,46MM ) ! Ich benutze an einem sehr guten ( LZOS ) F6,2 Refraktor ein 3,5MM Nagler ( Ap. 0,565MM ). Das passt wie Gesäß auf Eimer. Was vergleichbares für F7 liegt bei etwa 4MM ( Ap. 0,57MM ). Beim 3,2MM Okular wird das Bild schon recht stark "ausgedünnt" und Kontrast / schärfe gehen schon deutlich in die Knie. Siehe besser zu das Du die Bestellung noch abänderst!

Gruß Peter
 
Danke Peter, du hast recht, die AP mit dem 3,2mm ist schon arg klein. Ich habe es nun durch ein 4mm HR Planetary tauschen lassen. :)

Viele Grüße,
Markus
 
Hi
viel Spaß beim Wiedereinstieg.

Einen Satz aus Deinen Folgebeiträgen möchte ich nochmal aufgreifen, weil er und die Schlussfolgerung falsch ist.

Du schriebst "Mal abgesehen davon, ich kann mit dem 4" F7 APO am Planeten gut 200x vergrößern, und viel mehr gibt das Seeing in meiner Gegend sowieso extremst selten her..."

Seeing ist beim Beobachten eine 2dimensionale Bewegung die dazu führt, dass ein punktförmiges Objekt eine erkennbare Winkelausdehnung bekommt.

Vergrößerung im Teleskop bedeutet Erhöhung der Winkelausdehnung eines beobachteten OBjektes und damit auch einer Bewegung wie der des Seeings.

Die maximale Auflösung ergibt sich pysikalisch aus der Öffnung in mm und der Austrittspupille 1mm.
Das ist Öffnung = Vergrößerung.

Mit einem 4" Teleskop kannst Du nur auflösen was bei 100fach aufgelöst werden kann. Mehr geht nicht, auch wenn Du den 4 Zöller auf 300fach brächtest.

Wenn das Seeing also 200fach regelmäßig hergibt, wären 200mm Öffnung die logische Anschaffung um das maximal Mögliche aufzulösen und zu sehen.

CS
 
Guck, wieder etwas gelernt :) Vielen Dank!

CS
Markus
 
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