Wiedereinsteiger sucht kleines Teleskop für Stadt

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Tento2060

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Hallo zusammen,

nach einer längeren Pause habe ich wieder Blut geleckt und möchte mir ein kleines Teleskop kaufen. Hier mein Anforderungsprofil:

Es soll klein, leicht und gut transportabel sein. Haupteinsatzort ist mein Südbalkon mit recht freier Sicht, allerdings unter starker Lichtverschmutzung im Kölner Norden (Blick Richtung City). Da kann man nicht viel erwarten, das ist mir klar, Deepsky wird da nichts. Beobachtet werden sollen Mond, Planeten, Sternhaufen, Doppelsterne, vielleicht auch die Sonne mit passendem Objektivfilter.

Seltener soll das Instrument auf Reisen z.B in die Eifel, ins Voralpenland oder andere astronomisch geeignete Gegenden mitgenommen werden. Wichtig ist mir, dass es nicht viel Platz braucht und schnell einsatzbereit ist.

Derzeit habe ich als einziges Instrument ein Fernglas Tento 20x60, das unter dem miserablen Himmel schon viel Spaß macht. Gestern habe ich Saturn als ovales Scheibchen gesehen, Jupiter und der Mond sind auch immer wieder schön, das macht schon Lust auf mehr.

Vor über 10 Jahren bin ich eingestiegen und habe Erfahrungen gemacht mit dem Lidl Refraktor, dem Tchibo Torpedo und zum Schluss mit einem Skywatcher Dobson 8". Letzteren fand ich richtig klasse von der Handhabung her, aber viel zu groß und zu schwer. Mein Rücken ist auch nicht besser geworden. So habe ich ihn vor längerer Zeit wieder verkauft.

Meine Überlegungen gehen in Richtung Skywatcher Heritage 130. Mein Budget gibt auch 2-3 gute Okulare dazu her. Vielleicht gibt es aber interessante Alternativen, ich bin offen für Vorschläge. EQ-Montierungen mit Stativ sind nicht mein Ding, die Montierung des Lidl-Scopes hat mich damals fast in die Verzweiflung getrieben, mit einem Dobson komme ich viel besser klar. Es darf auch gerne ein Gebrauchtgerät oder ein Vintage-Linsenteleskop sein, wenn das Sinn macht (so was kann dann im Wohnzimmer als Zierde dienen, ich habe nicht viel Platz zum verstauen).
 
Hallo Tento,

willkommen im Forum.

Dein Anforderungsprofil und bisherigen Erfahrungen lassen das Heritage wirklich sinnvoll erscheinen. Ein kleiner Mak der Vier-Zoll-Klasse passt aber auch sehr gut:

http://www.teleskop-express.de/shop...-1300mm-Maksutov-Cass----optischer-Tubus.html

Du kannst es direkt auf eine AZ-3 setzen:
http://www.teleskop-express.de/shop...azimutalem-Neigekopf-und-Feinverstellung.html

Heute bekam ich einen 80/400er mit dieser Montierung geliefert. Sie wirkt zwar auf den ersten Blick einfach und billig, aber sie lässt sich sehr gut und einfach bedienen und trägt den Vierzöller stabil.

Diese Kombination dürfte für dich eine sehr gute Lösung darstellen.

VG Christian
 
Hallo Christian,

das Maksutov sieht ja auch interessant aus für mein Anforderungsprofil. Wo liegen die Vor- und Nachteile im Vergleich zum Heritage? Ist der Dobson nicht einfacher von der Handhabung als so ein wackliges Stativ?

Danke für den Input,

Christof
 
Hallo Christof,

die Vorteile liegen in einer besseren Eignung für "Großstadtobjekte" wie Mond, Planeten und Doppelsterne. Den einzigen echten Nachteil sehe ich in dem im Vergleich zum Heritage kleineren Gesichtsfeld.

Das Heritage sammelt wegen der 13 Millimeter größeren Öffnung natürlich etwas mehr Licht. Es muss allerdings sehr penibel justiert werden, wenn man die bessere Winkelauflösung auch wirklich ausnutzen möchte. Bei f/5 tun sich Einsteiger da oft schwer. F/5 benötigt auch etwas teurere Okulare, wenn das Bild bis zum Gesichtsfeldrand scharf sein soll.

Das Stativ ist keineswegs wackelig. Wie ich oben bereits schrieb, trägt die AZ-3 Teleskope dieser Größe sehr gut.

VG Christian
 
Hallo Christof,

okay, Du magst es als Dobson, ich auch.
Muss er denn zwingend so klein sein, bzw auch noch zusammenschiebbar?

Die Frage drängt sich mir auf, weil Du mit der kleinen Heritage doch recht eingeschränkt bist, was die Auflösung für Mond/Planeten (aber auch für helle DS-Objekte die aus der Stadt heraus möglich sind) angeht und da auch mit einem gerade so ausreichenden OAZ-Stummel ausgerüstet.
Der (nicht nur) auf dem Balkon erforderliche Selbstbau eines Streulichtschutzes für den oberen "Tubus"-teil und darüber hinaus ist sicht möglich.
Das Teil kostet rund 200 Euro und bekommt als Weitfeld- und Schnellspechtler auch von kundigen Hobbyastronomen, die um die Möglichkeiten und Unmöglichkeiten wissen, fast durchweg recht gute Kritiken.
Dennoch ist er mir für überwiegende Balkonnutzung aus der Stadt heraus ein klein wenig zu sehr auf Weitfeld-/DeepSky ausgelegt.

Es gibt dazu aber so etwas wie einen größeren, "erwachseneren" Bruder aus dem Hause (oder auch mit dem Lable) Orion, den 150/750er StarBlast:

http://www.telescope.com/Telescopes/Reflector-Telescopes/Reflector-Telescopes-with-Altazimuth-Mounts/Orion-StarBlast-6-Astro-Reflector-Telescope/pc/1/c/11/sc/342/p/102011.uts

der koster 350 Euro und damit 150 Euro mehr als der Heritage, hat aber ein deutliches Öffnungsplus einen vollwertigen 1 1/4" OAZ. Damit würden sich gute Okulare auch im Hochvergrößerungsbereich brauchbar fokussieren lassen, selbst wenn das Budet dann zunächst mal nicht dafür reichen sollte.
Sollte Dich wirklich sogar die Lust an Reisen unter dunkleren Himmel und dann auch die Lust auf Deep-Sky packen, wäre mit dem 45 mm messenden FS sogar eine Umrüstung auf einen 2" Okularauszug erfolgversprechend machbar.

Dieses Teil gibts auch mit digitalen Teilkreisen, also Objeklokalisierung, was unter ungünstigen Bedingungen für die Aufsuche von DS-Objekten schon mal sinnvoll sein kann, das dürfte aber das Budget deutlich sprengen:

http://shop.teleskop-austria.at/index.php?lng=de&m=2&kod=Intelliscope6&skod=6&om=TELESKOPE

Eventuell kannst Du Dir auch so was:
Link zur Grafik: http://vangestel.de/astrozoom/images/simplelists/neu/rb_alpha_drehteller_hhenrad_gro_.jpg

Link zur Grafik: http://vangestel.de/astrozoom/images/simplelists/neu/rb_alpha_dobson_gro.jpg







Das würde dann deutlich günstiger

Gruß
*entfernt*










 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo nochmal,

ich sehe gerade, dass ich beim Bilder einfügen den Schluss des Beitrags zerschossen habe, daher ein kleiner Nachschlag.

Wenn man so eine oder eine ähnliche Rockerbox selbst bauen kann (Beispiele finden sich im Netz genug) wird es wesentlich günstiger, auch die Verwendung von 6" f/5 oder f/6 Newtons (Bild) die von vorne herein mit einem 2" OAZ ausgestattet sind, ist dann möglich.

Gruß
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
An einen 6"-Dobson habe ich auch schon gedacht, aber das Teil ist dann schon ganz schön groß und nicht mehr so leicht zu transportieren. Trotzdem Danke für den Hinweis, denn ich will ja keinen Fehlkauf tätigen, und da ist es gut, Alternativen aufgezeigt zu bekommen. Bei TS gibt es das von dir genannte Gerät auch:
6" Reisedobson bei TS
Ich hatte auch schon mal an so was gedacht:
6" GSO Dobson bei TS
oder den
Skywatcher Dobson 6"
aber es wegen Größe und Gewicht wieder verworfen. Aber das letzte Wort ist noch nicht gesprochen, vielleicht überlege ich es mir nochmal.

Dass mit dem Heritage oder dem Mak Grenzen gegeben sind, ist mir klar. Die Haupt-Einschränkungen liegen aber grundsätzlich in meinem sehr großstadtnahen Beobachtungsplatz. Nicht nur Streulicht, auch unruhige Luft durch die Heizungen der Häuser, die Thermik der Stadt, sowie die unsaubere Luft stellen erhebliche Probleme dar. Von daher sollte ein so kleines Gerät eigentlich reichen. So was wie das Heritage würde bei einer Reise nach Bayern auch eher mitgenommen werden als ein ausgewachsener 6"-Dobson.

Das kleine Maksutov hätte aber auch was. Sehe ich es richtig, dass das Maksutov weniger Öffnung hat und bei einer Reise unter dunklen Himmel damit eingeschränkter ist als das Heritage? Dafür reichen am Maksutov preiswertere Okulare, richtig?

Wie ist es mit der Handhabung: Das Heritage benötigt einen stabilen Tisch zur Aufstellung, den man nicht immer hat, wenn man unterwegs ist. Beim Mak ist das genannte Stativ nötig, aber man schaut von unten rein. Ist das Stativ denn hoch genug, um stressfrei beobachten zu können? Oder braucht man einen höhenverstellbaren Stuhl? Wie ist die Nachführung beim Stativ gelöst, die geht ja von Hand. Funktioniert das so geschmeidig wie bei einem guten Dobson, oder ist es Fummelei?

Nochmals herzlichen Dank für alle Anregungen,

Christof

Edit: Im Nachbarthema habe ich gerade das hier gesehen:
Zerlegbarer 8"-Reisedobson
Das Ding ist teuer, hat aber was. Ich frage mich allerdings, wie lange der Auf- und Abbau dauert und ob das Teil jedesmal zwingend neu justiert werden muss.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Christof,

ein 6-Zöller kann schon mal auf dem Balkon vom Seeing eingebremst werden, aber nicht in dem Maße, dass diese Öffnungsgröße dort unsinnig würde.
Im Gegenteil, ich selbst stehe bei knapper Zeit auch öfter mal auf dem Balkon und da zeigt dieser

Link zur Grafik: http://vangestel.de/astrozoom/images/simplelists/neu/img_0957.jpg


6" f/6 Eigenbau (auch tagsüber an der Sonne) diesem

Link zur Grafik: http://vangestel.de/astrozoom/images/simplelists/neu/img_2263.jpg

4,5" Eigenbau (der da noch provisorisch in der 6" Box hing) mit gleicher Ausstattung deutlich die Hacken.

Mehr Öffnung ist mehr Licht und mehr Auflösung, das merkt man auch, wenn es gar nicht an die zuträgliche Maximalvergrößerung für Teleskop und Auge heran geht.

Natürlich "reicht" kleines Gerät, aber etwas größeres Gerät "reicht etwas weiter". ;)

Für Dich gehts drum, was will ich, was kann ich....aufbauen, transportieren, ausstatten, wo kann ich eventuell was selbst verbessern, bauen und ja,

die kleinen Dobsons brauchen einen Unterbau und wenn es ein stabiles Stummelstativ ist Du kniest/kauerst davor, was mir z.B. mit meinen kaputten Gelenken nicht mal fünf Minuten möglich ist.

Da muss man bei Teleskopen mit Heckeinblick auch aufpassen was man kauft.
Billige, günstige kleine Stative geben die passende Höhe oft nicht her oder werden mit jedem Zentimeter den man sie auszieht deutlich wackliger, was dann auch den Spass erheblich einschränkt.
Ob Dobson oder was auch immer, es sollte wenigstens eine niedrige, aber bequeme Sitzhöhe (für Hocker oder Astrostuhl) errreicht werden.

Gruß
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
Dobson am Balkon? Schwierig, schwierig...wie groß is eigentlich dein Balkon? Hast Du freies Blick Richtung Zenit, oder ist ein weiteres Balkon da, das dir die Sicht nach oben versperrt?

Ich würde auch nach einem 150mm Mak schauen, bzw. 120mm ED Refraktor. Die Refraktoren sind in der Regel schneller einsatzbereit als alle Spiegel (besonders im Winter), und liefern unschlagbar schöne Bilder von Sonne und Mond. Bis 900mm Brennweite passen Sie auch in der Transportkiste noch in fast jedes Kofferreaum.

Die grössere Maks sind Planetenspezialisten, liefern das beste Bild am Planeten - die anderen üblichen Teleskoparten brauchen für die gleiche Auflösung und Kontrast deutlich längeres Tubus und/oder deutlich mehr Gewicht usw. Dafür müssen die Maks länger auskühlen - am Balkon kein Problem, unterwegs schon schwieriger, aber bei 150mm auch machbar. Auch das kleine Gesichtsfeld macht sie für deep-sky nicht so toll, als Kompromiss für gelegentliche Reisen finde ich es noch akzeptabel. http://www.teleskop-express.de/shop...v-Cassegrain-auf-leichter-Montierung-EQ5.html ist eine Bombenstabile kombination. Natürlich deutlich teuerer als Heritage von gleichen Durchmesser, aber durch die Stabilität, Benutzerfreundlichkeit und besseren Beobachtungskomfort (nicht unterschätzen!!!) kann ein Anfänger/Wiedereinsteiger damit am Planeten deutlich mehr rausholen.



 
Hallo Christof,

dein Beitrag hat mich angesprochen, weil wir hier in einer ähnlichen Situation sind: Paderborner Stadtrand-Seeing, begrenztes Astro-Budget, unkompliziertes Handling und flexible Einsatzmöglichkeiten.

Wir sind wie viele Andere auch mit einem Feldstecher angefangen, der uns auch auf Ausflügen in die Natur begleitet. Schnell stand fest: Wir wollen mehr! Nach langem Hin und Her sind wir schließlich bei einem kleinen ED-Refraktor mit 80er Öffnung gelandet, der "gebraucht" inklusive gutem Stativ und ein paar einfacher Okulare ca. 500€ gekostet hat.

Das ist schon eine ganz andere Liga, als die Billigrefraktoren aus dem Kaufhaus! Und was ich vorher auch nicht gedacht hätte: Meist nutzen wir das Teleskop für den "schnellen Guck" kurz vorm Schlafengehen durch das geschlossene Dachfenster hindurch! Das ist perfekt, um nervige Tage hinter sich zu lassen, zu sich zu kommen und einfach nur zu staunen.

Der kleine Refraktor lässt sich supergut transportieren und ist sofort einsatzbereit ("grab & go"), keine Justierung erforderlich. Ist das Seeing etwas besser, wird der Refraktor vom Stativ abgeschraubt und kann dann leicht die Treppen herunter in den Garten getragen werden. Die meiste Zeit steht das Teleskop fertig montiert bei "schlankem" Stativ an der Seite und stört dort nicht weiter.

Sternegucken macht damit einfach nur Spaß. Planeten machen auch Freude, aber hier konnten wir den Roten Fleck vom Jupiter sowie die Ringteilung beim Saturn noch nicht ausmachen, was mit der limitierten Auflösung und sicher auch mit dem eingeschränkten Seeing zusammenhängt. Deep Sky geht ansatzweise auch, aber das können die Dobsons zum gleichen Preis besser.

Demnächst möchte ich Astrofotografie ausprobieren, und vielleicht auch Vogelbeobachtung.

Leider hat man irgendwie immer die Qual der Wahl, aber das macht die Sache eben auch spannend.

Viele Grüße und Clear Skies
Kirsten

P.S.: Du hast doch schon mal einen 8" Dobson gehabt, was konntest in der Stadt damit noch so sehen?
P.P.S.: Wieviel Öffnung macht denn überhaupt noch Sinn, wenn man am Stadtrand lebt?
 
Hallo Kirsten,

dass du die Cassini-Teilung und den GRF nicht sehen konntest, liegt meines Erachtens daran, dass du dir mit der Beobachtung durch das geschlossene Dachfenster buchstäblich Seeing ins Haus holst: Das kann nicht funktionieren!

Cassini-Teilung und GRF kann ich ohne Weiteres mit einem 70/900er FH sehen. Dann kann es der 80er ED mit Sicherheit.

Zur Frage, wieviel Öffnung am Stadtrand Sinn macht, ganz einfach: Die größtmögliche, die man noch transportieren kann und will! Wir an der Sternwarte haben unter Stadtrandbedingungen einen Cassegrain mit 50 Zentimeter Öffnung. Der zeigt wesentlich mehr Deep Sky als ein 8" Dobson am gleichen Platz!

Die Regel, dass man mit zunehmender Öffnung mehr sieht, ist unabhängig von der visuellen Grenzgröße. Nur eben, dass eine gegebene Öffnung halt umso mehr zeigt, je dunkler der Himmel ist.

VG Christian
 
Hallo Tento,

ich habe diese Woche zufällig von einem Kollegen einen Celestron (SkyWatcher) Refraktor Omni XLT 120/1000mm benutzen können (Fraunhofer). Ich bin ganz angetan, welch schönes, wenngleich auch leicht farbiges, Bild die €400 Röhre an Mond, Jupiter, Saturn und Mars hatte. Und auch DeepSky hat viel Spaß gemacht mit nadelfeinen Sternen. Für den Balkon ist er schnell einsetzbar.

Zum Thema Montierung, azimuthal oder Dobson: Hier kann man durch Selbstbau viel Geld sparen, Stichworte Pipe Mount oder Rockerbox, das geht auch mit einem Refraktor.

Grüße, Coyote
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Vielen Dank für eure Anregungen. Den 8" Dobson habe ich damals ausschließlich außerhalb der Stadt benutzt, denn ich hatte zu der Zeit noch keinen Balkon und wohnte mitten in der City. Jetzt ist meine Situation eine andere, aber ich frage mich schon, ob es angesichts des wirklich miserablen Himmels hier überhaupt lohnt, größere Geldbeträge in Öffnung zu investieren.

Auch wegen der Aufbewahrungsproblematik und dem inneren Schweinehund tendiere ich zu einem kleineren Gerät, allen voran immer noch zum Heritage 130. Ich kenne mich, ein dickeres Gerät nehme ich wegen der Schlepperei (2. Etage, kein Aufzug) sowieso kaum mit an einen anderen Ort. Und es muss schnell betriebsbereit sein, alles andere macht für mich als Schnellspechtler keinen Sinn. Ein Dobson 6" oder 8" nimmt mir außerdem viel zu viel Platz in der Bude weg.

Ein teurer Planetenspezialist? Wenn ich es richtig gelesen habe, sind demnächst horizontnahe Planetenstände zu erwarten. Dafür viel Geld investieren?

Bleibt ein kleiner Mak, der aber unterwegs unter besserem Himmel wieder arg eingeschränkt ist.

Also wird es wohl doch wahrscheinlich das Heritage 130. Habe ich irgendetwas nicht beachtet?

Grüße aus Köln,

Christof
 
Hallo Christoph,

wenn du dich bezüglich des inneren Schweinehundes und Bequemlichkeit wie beschrieben realistisch einschätzen kannst, würde ich mir in der Tat überlegen, ob ein solcher Dobson als Volltubus das Richtige ist.

Es stimmt, dass viele Planeten in den nächsten Jahren nahe dem Südhorizont herumdümpeln, speziell bei Saturn wird sich das die nächsten Jahre nur langsam ändern (Umlaufzeit 30 Jahre...). Mars wandert hingegen schneller in nördlichere Deklinationen, und Jupiter steht auch in guter Höhe.

Es spricht also aus diesem Aspekt heraus nichts gegen ein "Planetenteleskop", zumal ein Fernrohr bei sachgemäßem Umgang im Prinzip unbegrenzt haltbar ist.

Du schätzt es völlig richtig ein, dass ein Mak bei dunklem Himmel eingeschränkt ist: Große Gesichtsfelder und schwache Vergrößerungen werden nur schwer bis gar nicht erreicht.

Wie hoch ist noch mal dein Gesamtbudget? Es gibt durchaus teurere, aber handgepäcktaugliche Lösungen in der Sechs- bis Acht-Zoll-Klasse.

VG Christian
 
Hallo Christian,

zum Budget habe ich noch gar nichts geschrieben, denn ich bin mir auch da noch unsicher. Falls es DAS Gerät für mich gibt, bin ich eher bereit, was springen zu lassen, als für einen Kompromiss. Grob würde ich mal 1.000 Euro als obere Schmerzgrenze ziehen, eigentlich denke ich eher an 500 Euro für ein gute (nicht faule) Kompromisslösung einschließlich Zubehör wie Okulare.

Angesichts meiner Wohnlage am nahen Rand einer Großstadt und einem entsprechend hundsgemein aufgehellten Himmel sehe ich auch keinen Sinn darin, Unsummen zu investieren.

Weiter oben hatte ich schon mal auf dem Hofheim 8" Reisedobson hingewiesen, so was wäre für mich schon sehr reizvoll, aber neben dem Preis störe ich mich an f4. Sündteure Okulare und Justageprobleme möchte ich mir nur ungern ins Haus holen müssen. Vielleicht gibt es Alternativen, die weniger kritisch sind? Ein längerbrennweitiger, zerlegbarer 6"-Gitterrohrdobson könnte mir gefallen.

Danke an alle für den überwältigenden Input,

Christof
 
Hallo Christof,

ok, wenn du f/4 und teure Okulare scheust, wird es mit Reisedobsons schwierig. Die liegen wegen größtmöglicher Kompaktheit meist bei diesem Öffnungsverhältnis.

Es gibt einen 8" f/5, aber der hat auch wieder seinen Preis:
http://www.teleskop-express.de/shop...ian-Optics-Alkaid-8--f-5-Dobson-Teleskop.html

Dann wäre da noch ein 10" f/5:
http://www.teleskop-express.de/shop...ra-Light-Dobson-Teleskop-254-mm-Oeffnung.html

Bei f/5 wird es mit den Okularen noch nicht ganz so teuer. Bei Gitterrohr-Konstruktionen muss man sich ggf. einen Streulichtschutz basteln.

VG Christian
 
Hm, sehr interessant, was es so alles gibt! Gut, dass ich Zeit habe und nichts übers Knie brechen muss. Ich sehe schon, dass es keine leichte Kaufentscheidung wird.

Grüße aus Köln,

Christof
 
Hallo Christoph,

ja, für sowas muss man sich auch Zeit lassen.

Ich würde dir auch empfehlen, mal eins der großen Teleskoptreffen zu besuchen. Dort kann man sich alle nur denkbaren Geräte "live" ansehen.

Gerade in deinem nicht ganz einfachen Fall kann das die Kaufentscheidung erheblich erleichtern.

VG Christian
 
Hallo Christof,

Zitat von Tento2060:
Auch wegen der Aufbewahrungsproblematik und dem inneren Schweinehund tendiere ich zu einem kleineren Gerät, allen voran immer noch zum Heritage 130. Ich kenne mich, ein dickeres Gerät nehme ich wegen der Schlepperei (2. Etage, kein Aufzug) sowieso kaum mit an einen anderen Ort. Und es muss schnell betriebsbereit sein, alles andere macht für mich als Schnellspechtler keinen Sinn. Ein Dobson 6" oder 8" nimmt mir außerdem viel zu viel Platz in der Bude weg.

Das schließt für Dich einen 6" Volltubusdobson aus. Da würde ich mir an Deiner Stelle keine Gedanken mehr um einen größeren Reisedobson machen, auch nicht um Kleinzeugeinzelteile mit Monti und Stativ.
Das verstaust und holst Du nicht für ne knappe Stunde, das baust Du auch nicht öfter als drei Mal mal eben schnell auf und ab.
Oder Du musst noch mal dringend und sehr grundsätzlich mit deinem "Schweinehund" reden. :biggrin:

Den bereits verlinkten 6-Zöller habe ich genau so schnell auf dem Balkon wie eine kleinere Heritage, das Packmaß ist halt etwas größer. Schneller und bequemer gehts nicht.

Gruß
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
Vielen Dank für die klaren Worte. ich denke, dass du es genau richtig einschätzt. Erschwerend kommt noch der miese Himmel hinzu, deshalb habe ich lange mit mir gerungen, ob ein Teleskop überhaupt Sinn macht. Ich denke schon, aber eben ein kleines.

Christof
 
Hallo Christof,

so wie ich deinen letzten Post verstehe, möchtest du für einen guten Himmel auch rausfahren. Die kompakteste und dennoch leistungsfähige Lösung könnte ein Großfernglas der Klasse 20*80 oder 25*100 sein:

http://www.teleskop-express.de/shop...s---Triplet-Semi-APO---mit-Stativadapter.html

http://www.teleskop-express.de/shop...chwenkbaren-Nebelfiltern-fuer-Astronomie.html

Das transportiert man in einem Fotokoffer nebst einem hinreichend stabilen Stativ. Die Großfeld-Beobachtung (Richfield) ist viel eindrucksvoller, als man denkt. Viele Objekte sind mit so einem Fernglas sogar besser zu beobachten als mit einem Teleskop.

Viele Deep Sky-Beobachter beobachten fast ausschließlich mit Großgferngläsern oder Richfieldern. Es ist eine eigene, sehr faszinierende Welt. Wenn viele verschiedene Geräte am Start sind, bleibe ich auch meist an diesen hängen. Seit ein paar Wochen besitze ich beispielsweise ein 10*60er, und ich frage mich, wie ich bisher ohne eine solche Optik ausgekommen bin...

VG Christian
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Christian,

also wenn wir durchs Dachfenster Schnell-Spechteln sind unsere Erwartungen ans Seeing niedrig - da geht's einfach nur darum, ein bisschen zu entspannen vorm Schlafengehen. Wenngleich: Beim senkrechten Blick durch die (sauberen!) Scheiben ist das Bild oft erstaunlich "gut".
Im Garten ist das Seeing auf alle Fälle besser, wenngleich die Strassenlaternen ganz schön nerven. Die anschließenden Reihenhäuser bringen dann auch noch Turbulenzen rein. Vielleicht müsste ich das ED-Ojektiv auch mal reinigen und justieren lassen - der Vorbesitzer war anscheinend Raucher (konnte man riechen!), und zwischen den beiden Objektivlinsen kann man mit der Taschenlampe leichte Schlieren erkennen. :smiley64:

Danke für den Tipp mit der großen Öffnung. Möglicherweise können wir bald durch einen 12" f/5 Newton schauen. Dann taucht aber das Problem des Transports über 2 Stockwerke (Treppen) auf - Tentos Rückenschmerzen lassen grüßen...

Das führt dann zur Frage, wie man relativ größere Geräte möglichst sicher und rückenschonend durch die Treppen bekommt. In diesem Video hat ein Dobsonbesitzer Griffe ans Gerät "gegurtet":

Das erleichtet schon mal den Auf- und Abbau, und vielleicht auch den Weg über die Treppen ... Hat hier jemand mit Rückenproblemen für sich eine Lösung gefunden?

Vielen Dank für die Tipps!
 
Hallo Christof,

das Problem liegt eigentlich darin, dass Du zu Hause recht passabel Mond-, Planeten- und Sonnenbeobachtung (Weißlicht, nur mit geeignetem Schutzfilter, Erblindungsgefahr) hinbekommen kannst.
Das spricht gegen die transportebalste Lösung für die Aufsuche eines dunklen Himmels, das Fernglas.
Es spricht für eine möglichst große Öffnung, also durchaus z.B. die anvisierten 130 mm oder auch mehr.

Ein Problembewusstsein kommt bei Dir immer bezüglich des Seeings und einem Zusammenhang mit der gewählten Öffnung hoch.
Das siedele ich, wie schon mal angedeutet, überhaupt nicht so hoch an. Ich sehe oft mit 4,5 Zoll und 6" Öffnung auf dem Balkon (früher auch mit 8") und der 6-Zöller gewinnt immer, auch (!) mit Binoansatz oder ohne an Mond und Planeten.

grundsätzliches zum Seeing

Gruß
*entfernt*

 
Zuletzt bearbeitet:
Ein größeres Fernglas habe ich ja schon mit dem Tento 20x60. Das Ding macht mir immer noch mächtig Spaß (ideal für so einen Drecks-Großstadthimmel, damit habe ich schon Kometen von der City aus gut beobachten können), allerdings sind freihändig schon enge Grenzen gesetzt. Vielleicht sollte ich auch deshalb noch mal über das weiter oben empfohlene Stativ AZ-3 nachdenken, denn das hätte dann gleich einen doppelten Nutzen. Damit könnte ich mein Fernglas aufwerten und hätte gleichzeitig die Basis für ein wie auch immer geartetes kleines Instrument für die Mond- und Planetenbeobachtung.

Mannomann, sooo viele Möglichkeiten, das ist echt verwirrend!

Grüße aus dem ausnahmsweise sonnigen Köln,

Christof
 
Hallo Christof,

ich bin nun gezwungener Maßen seit langen Jahren auch immer wieder Beobachter aus der Stadt. Da unterscheidet sich das Ruhrgebiet nur unwesentlich von Köln, wenn überhaupt. Und ich meine, es lohnt sich eben doch, mit dem 8-Zöller anstelle des 4,5" Refraktors auf den Hof zu gehen. Das habe ich nun wirklich mehrfach ausgetestet. Es lohnt sich für die Mondbeobachtung (für die ich nun wirklich nicht die minimal nötigen 50km fahre) und es lohnt sich auch für Deepsky-Objekte. Man muss einfach nur beachten, dass man eine passende AP wählt und eben nach Möglichkeit Filter einsetzt. Davon wird natürlich der Himmel nicht besser und mehr Öffnung ist kein Ersatz für guten Himmel. Man bekommt aber so einfach die Chance, mit den Bedingungen noch was zu machen. Ob das nun ein aufgelöster M13 ist oder ein mit OIII-Filter gut erkennbarer Zirrus.
Wenn es nur genau ein Teleskop sein darf, sollte man sich nicht die Chance verbauen, es unter guten Himmel mitzunehmen. Mein Schweinehund würde dazu einen soliden Reisedobson wählen, der daheim stets aufgebaut unter seiner Plane sitzt und für die Reise dann zerlegt wird. Wenn man mit einem 8-Zöller und einem Feldstecher unter einem Himmel sitzt, der von zu Hause unerreichbar ist, wird man beides genießen, und den Schweinehund einfach auslachen. Mich hat das immer wieder darin bestätigt, eben nicht mit einem Kleinfernrohr notdürftig dazustehen. Ein richtig guter Himmel mit 8 Zoll oder mehr kann so einen Schweinehund ganz schön treten...

Clear Skies
Sven
 
Hallo Christian,
was schlägst Du denn hier vor:
Zitat von copernicus:

hast Du obiges Posting von Christof:
Zitat von Tento2060:
...
Auch wegen der Aufbewahrungsproblematik und dem inneren Schweinehund tendiere ich zu einem kleineren Gerät, allen voran immer noch zum Heritage 130. Ich kenne mich, ein dickeres Gerät nehme ich wegen der Schlepperei (2. Etage, kein Aufzug) sowieso kaum mit an einen anderen Ort. Und es muss schnell betriebsbereit sein, alles andere macht für mich als Schnellspechtler keinen Sinn. Ein Dobson 6" oder 8" nimmt mir außerdem viel zu viel Platz in der Bude weg...
nicht gelesen?

Fazit: Abgesehen davon, wenn, wie Er schreibt, der Himmel so stark aufgehellt ist, nützt Ihm auch ein kleineres Teleskop nichts. Da bleibt der Wunsch Vater des Gedanken..
 
Meine aktuelle Überlegung geht in Richtung 130/900mm Newton auf einem AZ-3 Fototripod. Würde diese Kombi passen?

Frage zum Stativ: Sehe ich es richtig, dass die "Foto"-Version der AZ-3 nichts anderes ist als die normale AZ-3 einschließlich der als überteuertes Sonderzubehör angebotenen 1/4" Adapterschiene, nur zu einem günstigeren Preis? Die Adapterschiene würde ich zwingend brauchen, um auch mein Tento 20x60 auf das Stativ zu bekommen.

Grüße aus Köln,

Christof
 
Hallo Christof,

ein Geradsichtfernglas auf einer AZ 3, dazu noch mit dem niedrigen Stativ ist keine gute Idee für Himmelsbeobachtungen.
Horizontnah mag das angehen, aber mit jedem Grad in Richtung Zenit wird das schwieriger.
Sowas

https://www.google.de/search?q=para...XL1iwKHbCuANYQsAQIMA&biw=1143&bih=687&dpr=0.9

ist da nötig um beim Beobachten auch Spass zu haben und dann hast Du zu dem langen Tubus des 130/900ers noch ein sperriges Teil mehr. Das passt nicht zu den Vorgaben.

Im Übrigen kommst Du jetzt in preisliche Regionen und zu Ausmaßen/Größen/Gewichten des Equipments wo 6" Öffnung locker drin sind oder auch so was geht:

http://shop.teleskop-austria.at/index.php?lng=de&m=2&kod=SWN1306gt&skod=7&om=TELESKOPE

130/650er Newton mit GoTo, 2" OAZ, Weitfeld mit 4° Feld.....!

Gruß
*entfernt*
 
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