Wiedereinstieg mit Fokus auf Transportabilität

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sirtoasty

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Hallo zusammen!

Ich möchte wieder in die Astronomie einsteigen. Leider musste ich mein letztes Teleskop (10" Meade SC auf AS-GT) verkaufen, da ich seit zwei Jahren in Hannover wohne und kein Auto habe/benötige. Auf der Suche nach einer mobilen Lösung (Fahrrad + Rucksack) bin ich auf diesen Thread gestoßen:

http://forum.astronomie.de/phpapps/...topics/1281738/Rucksacktaugliches_Planetentel

Dort geht das in Richtung Richfield-Refraktor oder kleiner ED-Refraktor (max. 80mm). Ich möchte hauptsächlich Sternhaufen bzw. generell Deep Sky beobachten. Würden denn 80mm dafür ausreichen mit entsprechenden Okularen? Natürlich wäre da ein (zerlegbarer) Dobson besser von der Öffnung, aber es muss ja wie gesagt alles noch transportabel sein...

Liebe Grüße
Thorsten
 
Hallo Thorsten,

du hast schon den richtigen Riecher. Ein ED-Refraktor 80/600 wäre richtig für deine Zwecke. Mit einem 40 mm Plössl hast du 3° Gesichtsfeld einschließlich sauberer Randabbildung.
Ein leichtes Fotostativ mit einer kleinen azimutalen Montierung ist ausreichend. Alles zusammen wird noch unter 10 kg liegen.

So eine Kombination habe ich jahrelang für Deep-Sky-Beobachtungen eingesetzt.

Gruß Sternenhundklaus
 
Hallo Thorsten,

80mm reichen schon für viele offene Haufen. Bei den meisten Kugelsternhaufen zählt dagegen sehr stark die Öffnung, weil erreichbare Grenzgröße und Auflösung steigen. Galaxien geben auch mit mehr Apertur mehr Details preis. Große Gasnebel kannst du mit dem Apo und guten Filtern dagegen gut erreichen. Für Planeten wäre mir die maximale Vergrößerung von ca 160x zu gering.

Die Reisedobsons von Hofheim sind sehr kompakt. Mit f/4 ist der Achtzöller aber Okularkritisch und manche brauchen da zwingend einen Komakorrektor.

Ich habe mir meinen F/6 Achtzöller zum Gitterrohr umgebaut. Der passt so in einen Kinderanhänger. Über einen Fahrradanhänger würde ich an deiner Stelle sowieso mal nachdenken.

Es gibt natürlich noch mehr Möglichkeiten (Maksutov, Astrofernglas...) und da musst du letztlich natürlich selbst entscheiden.


CU
Klaus
 
Hallo!

Danke schon mal für eure Antworten. Ich werde mir aus Platzgründen leider keinen Fahrradanhänger besorgen können. Es gibt aber wohl faltbare, das wäre noch eine Überlegung wert.
Den Hofheim Dobson habe ich mir auch angesehen. Da bräuchte ich aber auch entsprechend hochwertige Okulare + Komakorrektor, damit die Randschärfe nicht so auffällt, oder? Falls ich mir einen Fahrradanhänger besorgen würde, dann wird es auf jeden Fall ein Dobson werden. Ein Fernglas wäre auch eine schöne Sache, aber bin ich dann nicht relativ gebunden was Vergrößerung und Filter angeht? Vielleicht könnt ihr mir in meiner Entscheidung noch etwas helfen...

Liebe Grüße
Thorsten
 
Hallo Thorsten,

ja das ist so wie du sagst bei den kurzen Hofheim-Dobsons.

Die Astro-Ferngläser die ich meine haben einen 1,25 Zoll-Anschluss. Man ist da nur eingeschränkt, weil man eventuell nicht mit allen Okularen in den Fokus kommt und die Okulare nicht ausladender sein dürfen als dein Gesicht.

Der 80mm Apo wäre auch ein schönes Gerät für die Fotografie, falls so etwas mal ansteht. Visuell muss man sich der von mir genannten Einschränkungen gegenüber einem größeren Gerät eben bewusst sein. Dann ist man auch nicht enttäuscht wenn jemand einem nachher eine lange Nase macht nach dem Motto "häähää, mit meinem Dobson fürs halbe Geld sehe ich aber mehr..." ;)

CU
Klaus
 
Hallo Thorsten,

wo du ja schon auf den "Rucksack-Thread" verweist, warum wirfst du den 102/460 nicht mit in die Waagschale?
Du willst vorwiegend Sternhaufen und DSO beobachten, da solltest du also nicht unbedingt in die Versuchung kommen möglichst hoch zu vergrößern, wo der Farbfehler des Teleskops gnadenlos zuschlagen würde, die Farbreinheit des ED APOs also so richtig zum tragen käme...

Ich habe vor Jahren mal im direkten Vergleich durch meinen 80/400 Farbwerfer und meinen 80er f/6 ED APO geschaut:
Beim 80/400 wirkt das Bild selbst bei kleinen Vergrößerungen ein wenig blaulastig, gerade bei z.B. h und Chi nicht unbedingt der Brüller, da sieht es im ED APO deutlich besser aus und erst recht, wenn man die Vergrößerung erhöht. Die Randschärfe war selbst bei dem 80/400 akzeptabel, so dass du dir im Prinzip klar werden musst, wohin deine Reise gehen soll.

Mit dem 102/460 hast du noch mal ne ganze Ecke mehr Öffnung im Vergleich zum 80er ED APO, der Farbfehler sollte im Vergleich zu meinem 80/400 geringer ausfallen und wenn du z.B. mit Nebelfiltern beobachtest, wird er dadurch ebenfalls weniger deutlich. Den Vorteil den ich bei dem schnellen Refraktor sehe ist das immer noch recht kompakte Maß/Gewicht und die verhältnismäßig große Öffnung. Natürlich kein Vergleich zu einem 8" Reisedobson, aber halt auch weniger Geschleppe.

Fernglas mit 1,25"-Anschluss ist schon ein waschechter Bino und dann wird´s auch schon wieder Geschleppe, wobei die Reise durch All mit 2 offenen Augen schon recht entspannend ist...
 
Hallo Markus,

dieser 102/460 passt eben genau dazu

Zitat von Sodiac:
Hallo Thorsten,

wo du ja schon auf den "Rucksack-Thread" verweist, warum wirfst du den 102/460 nicht mit in die Waagschale?
......
Ich habe vor Jahren mal im direkten Vergleich durch meinen 80/400 Farbwerfer und meinen 80er f/6 ED APO geschaut:
Beim 80/400 wirkt das Bild selbst bei kleinen Vergrößerungen ein wenig blaulastig, gerade bei z.B. h und Chi nicht unbedingt der Brüller, da sieht es im ED APO deutlich besser aus und erst recht, wenn man die Vergrößerung erhöht....
Mit dem 102/460 hast du noch mal ne ganze Ecke mehr Öffnung im Vergleich zum 80er ED APO, der Farbfehler sollte im Vergleich zu meinem 80/400 geringer ausfallen.....

ganz offensichtlich nicht!

Hier mal der entscheidende Beitrag

Zitat von tommy_nawratil:
hallo,

habe vom Distanzring zwischen den Linsen noch 0,15mm weggeschliffen, den Abstand insgesamt um ca 0,5mm verkürzt.
Sabei lass ich es jetzt, der Stern und Ronchitest sieht nun so aus:

Link zur Grafik: https://farm3.staticflickr.com/2845/33583655693_01009baa9d_o_d.jpg

im Flickr Album sind wieder die RGB Auszüge mit drin, nun hat sich die Korrektur insgesamt ausgeglichen, Rot etwas unterkorrigiert und Blau etwas überkorrigiert:

Achromaten Tests

Die Farbkorrektur insgesamt ist nicht besser geworden wegen dem Längsfehler. Castor ist nun bei 130x
ein schön getrennter Doppelstern mit zwei knackigen zitronengelben Beugungsscheibchen,
umgeben von einem gemeinsamen purpurnem Flor
in einem viel größeren zarten tiefblauen Halo.....

lg Tommy

aus diesem
http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/ubbthreads.php/topics/1279705/13
überlangen und in großen Teilen entgleisten Thread.

Das getestete Teleskop 102/460er Teleskop reiht sich klaglos in die 4" Achro Reihe ein, und zwar da wo es vom Öffnungsverhältnis her passt.
Dies gilt sowohl vor, als auch nach den erforderlichen und erfolgreichen Optimierungsmaßnahmen durch den Tester.

In sofern würde ich bei normaler Leistung Deines 80/400ers erwarten, dass der den kleineren Farbfehler zeigt.
Somit passt es nicht ins Anforderungsprofil.

Gruß
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo nochmal,

nicht ganz sicher ob die in den Ruckack passen, aber es gäbe noch 5 Zoll (130mm f5) Tischdobsons aus der "Meade Lightbridge Mini" sowie der "Bresser Messier" und der "Skywatcher Heritage" Serie. Etwas kleiner dafür mit entspannterem Öffnungsverhältnis den Kson 102 640. Alle immerhin mit justierbarem Parabolspiegel.

CU
Klaus
 
Hallo Günther,

wenn du schon Tommy´s Test heranziehst, wäre ich dir sehr verbunden ihn nicht zu "zensieren", denn im Originalfaden schreibt Tommy über dein Zitat hinaus:

Zitat von tommy_nawratil:
Scherz beiseite - als Richfielder und rucksacktaugliches Travelscope sicher auch im Urzustand völlig brauchbar. Für Kinder würde ich es jetzt nicht mehr empfehlen, denn es ist doch sehr viel Kunststoff dran - dagegen sticht der Hexafoc komplett angenehm raus, ein toller und stabiler Auszug, wenn auch nur mit 50mm Hub. Der Sucher hat eine biegsame Platikhalterung, welche sicher keinen Kinderansturm überlebt. Das Sucherrohr hatte beim Auspacken schon einen kleinen Riss im Tubus, dort wo das Okular ansetzt. Das ist halt dem günstigen Preis geschuldet, aber wer braucht denn bei der Brennwete einen Sucher? Die Linse ist wie bei Bresser angegeben ein Achromat.

lg Tommy
 
Hallo Günther,

durch den Thread habe ich mich auch durchgelesen und nach einiger Zeit wurde mir das alles etwas zu viel dort...
Wenn ich z.B. einen ED80 mit f/7,5 oder f/6 nehme, habe ich kein wirkliches Richfield-Gerät mehr, richtig? Ich fürchte, wenn ich ernsthaft Deep Sky beobachten nöchte, muss ich mir einen Dobson beschaffen. Und da reicht ein Rucksack nicht mehr.

EDIT: Markus, jetzt bin ich ganz verwirrt. Also ist das Bresser für meine Zwecke doch ganz gut geeignet?

Liebe Grüße
Thorsten
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Thorsten,

das war nicht meine Absicht, dich zu verwirren...

Meiner Einschätzung nach stellt sich folgendes Problem:

Um wirklich Deep Sky zu beobachten ist die Öffnung eines Teleskops eine (wenn nciht sogar DIE) maßgebliche Größe. Aus diesem Grund wird ein 8" Dobson oder größer gern als DAS Gerät empfohlen, welches dir die meiste Öffnung für den günstigsten Preis bietet. Wenn man nun den Faktor Transport mit in die Betrachtungen einbezieht, dann wäre ein 8" Reisedobson visuell immer noch das Gerät der Wahl, jedoch nicht im Rucksack...
In den Rucksack passen die von dir genannten EDs durchaus besser als ein Reisedobson, aber die Öffnung mit 80mm ist schon sehr gering im Vergleich zum Reisedobson und auch keine wirklichen Richfield-Geräte/Kometensucher, dafür bekommst du aber eine annähernd so gute Farbechtheit in der Darstellung wie bei einem Newton...
Der 102/460 bietet dir verdammt viel Feld bei mehr Öffnung als die o.g. EDs, ABER die Darstellung ist nicht so farbrein, wie die eines Newtons, bzw. der EDs und da sind wir nun bei dem Kompromiss, den du für dich definieren musst.

Meiner Einschätzung nach, wirst du an hellen offenen Sternhaufen wie z.B. h und Chi-, M39, oder oder oder schon den Farbfehler bemerken, gerade die helleren Sterne sind immer bläulich... Ein ED APO oder ein Reisedobson werden da "sauberer" abbilden! Wenn du nun Kugelsternhaufen oder Galaxien, oder Nebel beobachtest, wird dir der ED APO zwar immer noch die farbreine Abbildung liefern, aber weniger Details als der 102/460 und der wiederum weniger Details als ein Newton. So lange du bei diesen Objekten keine hellen Sterne im Feld hast und du nicht hoch vergrößerst, wirst du bei dem 102/460 den Farbfehler nicht so stark wahrnehmen bzw. bei Einsatz von Nebelfiltern ggf. gar nicht bemerken.

Um deine Entscheidung eventuell in die richtige Richtung zu lenken, würde ich dir dringend raten, mal bei einer Volkssternwarte in der Nähe, einem Verein oder eventuell auch einem Menschen hier aus dem Forum vorbei und dann durch ein entsprechendes Teleskop zu schauen. Was dem einen als Farbfehler noch erträglich/kaum bemerkbar erscheint ist für den anderen schon ein NoGo und das gilt auch für die Öffnung, wo der eine sagt ob 80 oder 102 spielt keine Rolle, da wird der nächste schon mit Hufen scharren und die kleine Öffnung für DS-Beobachtung als absolutes Unding definieren...
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Markus,

danke für deinen Beitrag! Die Sternwarte in Hannover hat leider bis Mitte August keine Beobachtungsabende aufgrund der langen Sommernächte, sonst gehe ich da mal hin. Stimmt wohl, dass das Erlebnis ein subjektives ist.
Wenn ich einigermaßen ernsthaft Deep Sky beobachten möchte, wird es wohl ein Dobson werden.

Liebe Grüße
Thorsten
 
Hallo zusammen,

Hierzu frage ich mich, ob ein 6" F/5 Newton für Deep-Sky nicht besser geeignet ist als der besagte Bresser Chromat. Ich glaube "rich-field" ist in dem Zusammenhang auch ein nebulöser Begriff, bei dem ich mich Frage, welche Nebel man mit 460mm Brennweite sehen kann die man mit 750mm Brennweite nicht mehr sieht.

Viele Grüße,
Marcus
 
Hallo Markus,

die von dir vermuteten(!) Vorteile als ED-Refraktor sind, mehr wollte ich nicht belegen, bei diesem Teleskop nicht vorhanden. Das ist bewiesen.

Dein persönlicher Zensurvorwurf an mich ist nicht nur völlig unnötig, sondern auch absolut haltlos. Mein Zitat ist ein Auszugszitat und an seinem Ende mit der Pünktchenreihe auch in der dafür (nicht nur hier) üblichen Form gekennzeichnet.

Was danach bei Tommy noch kommt ist dafür völlig unerheblich (und für Deine Mätzchen ja offensichtlich auch).
Auszugszitat mal in anderer Form:
……Wenn der Himmel mal gut klar ist, liefere ich besagtes unbearbeitetes Rohbild von der Feldabbildung noch nach. Im bereits verlinkten Blog steht ja, dass der Farbfehler so klein ist, dass er unter Anwendung eines Reducers nicht mehr sichtbar ist. Über die zum Wahrheitsbeweis für diese Behauptung benötigte Pixelgröße verfüge ich aber vermutlich nicht. Schauen wir mal, wer will das ausrechnen? Der Blausaum mit 1sec Belichtungszeit bei Iso100 auf der Testaufnahme ist ca. 60 Pixel gross. Also etwa 3x grösser als der überbelichtete Sternfleck im Grünkanal. Die Eos600da hat eine Pixelgröße von 4,3µm. Damit dieser Blausaum mit einem 0,7x Reducer unsichtbar wird, müssten die Pixel wie groß sein? Wer machts?
Scherz beiseite…………
.

Wenn du also meinst, diesen ganzen Absatz von Tommy zu unterschlagen, um Dein nicht als Auszugszitat gekennzeichnetes Zitat direkt auf meinen Auszug folgen zu lassen, könnte das den Tommy schon ärgern. Abgesehen davon tust Du schon eher das tatsächlich, was Du mir fälschlich unterschieben willst.

Dein Vorgehen lässt es so erscheinen, als schreibe er nach seinem Testergebnis und dem Resümee mit ………..Scherz beiseite………weiter.
Sicher hat er Freude bei seiner Testerei, aber mit den Ergebnissen treibt er absolut keine Scherze.
Und du Markus, hast so wie ich dich bisher einschätze, solchen Dummfug auch nicht nötig.

Gruß
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Thorsten und Marcus_Z.,

Was ist denn ein Richfieldgerät? Eines das nur großes Feld kann oder eines das auch großes Feld kann?

Wo wollen wir denn anfangen? 3° mögliches Feld oder 4°?
Ich gehe mal davon aus, dass neben mir viele Leute irgendwo dazwischen ihr Minimum ansetzen würden, wenn sie sich denn mal über die Begrifflichkeit klar werden müssten und wollten.
Um den Dreh fängt es an, dass man den kompletten Nordamerikanebel mit dem Pelikan in einem Feld hat oder auch alle Komponenten des Cirrus, die Andromeda-GX komplett oder die Plejaden wirklich als Sternhaufen im Feld und nicht nur als ein Feld von Sternen sieht. :cool:

Dafür sind wir dann bei Ausnutzung der vollen Feldblende eines 2" Okulars (46/47 mm) bei 600-700 mm Fernrohrbrennweite.
Danach ist also ein 80/600er ED mit f/7,5 grundsätzlich genauso weitfeldtauglich (und kann noch mehr) als ein 100/600er (Weitfeld)Achromat mit f/6, da man an beiden Teleskopen verlustfrei Okulare mit 46 mm Feldblende einsetzen kann.

Nimmt man nun den kürzlich diskutierten 102/460er Achromaten (der als ED firmiert aber nicht farbreiner als ein FH ist), dann stellt man fest, dass hier ED hin oder her zwar Weitfeldtauglichkeit vorliegt, aber sinnvoll nur Okulare mit maximal 42 mm Feldblende eingesetzt werden können, da hier schon 7,1 mm AP anliegen. Das extrem angespannte und äußerst design- und okularkritische Öffnungsverhältnis ist also visuell überzogen und unnütz.
Alles was dieses beispielhaft genannte neue Teil kann geht also schon mit einem guten 4“ f/5er besser und unter geringen Feldeinbußen, die durch leichter/günstiger erreichbare Randschärfe, welche ja für Weitfeldanwendung sehr wünschenswert ist, mehr als wett gemacht werden, geht das mit f/6 wirklich richtig gut.

Dabei sollte man sich nicht einbilden, dass der bei 4“ f /4,6 sehr heftig ausfallende Farbfehler bei f/6 verschwunden wäre. Nein, er fällt bei all diesen Achromaten zu kleineren Öffnungsverhältnissen hin nur immer weniger dramatisch aus, sodass man von ganz geringen Vergrößerungen zu immer höheren Vergrößerungen kommen kann, bis man schließlich bei f/12 aufwärts von guter Korrektur sprechen kann.

Es gibt Vorschläge und Ideen zu guten 4“ Eds die das wirklich mit f/6 hinkriegen, aber bislang ist da keine Produktion in Sicht. ;(

Das alles bedeutet wiederum nicht, dass sich jeder durch den Farbfehler gestört fühlen soll und muss.
Ich persönlich halte auch die Information über die tatsächlichen Sternfarben für wichtig (weil das etwas über ihre Natur, ihren Zustand aussagt) und bei hellen Sternen kann man die ja, allen Unkenrufen zum Trotz sehen, selbst mit Ferngläsern und kleinen Teleskopen, sonst wären Albireo und Co nicht zu solcher Bekanntheit gelangt.

Wenn also ein Teleskop nicht alle Farben nicht in einem Fokus vereinigt, dann kommt es hier zu Verfärbungen. Meist wird bei den Achromaten, wie auch im Test von Tommy schön zu sehen, im Fokus ein blauer Halo am auffälligsten, weil blau schlecht korrigiert ist. Auch wenn man diesen Halo vor grau/schwarzen Grund nicht oder schlecht sieht, er ist auch bei schwachen Sternen immer da.
Dem Stern fehlt das Blau, also tendiert er eher zu gelb, sehr auffällig bei eigentlich weißen Sternen.

Je kleiner das Teleskop oder auch die Brennweite, umso wichtiger ist nach meinem Dafürhalten eine Farbkorrektur, die auch höhere Vergrößerungen zulässt, denn wenn man unter 500 mm Brennweite geht, dann kommt man mit den (Übersichts)Okularen, die große Felder liefern, also nahe der zuträglichen Mindestvergrößerung auf Vergrößerungswerte unter 20fach, ja unter 15fach und das geht mit beidäugigem Sehen, also mit einem Fernglas besser, intuitiver, transportabler und günstiger.
Steigern wir mit passenden Okularen die Vergrößerung auf 20/25fach damit sich der Umstieg vom 10x50 Fernglas lohnt, dann haben diese Okulare wieder kleinere Feldblenden, also kleinere Gesichtsfelder und die kann man dann mit langbrennweitigeren Okularen an an einem Teleskop gleicher Öffnung aber eben entsprechen länmgerer Brennweite und entspannterem Öffnungsverhältnis auch locker und besser, günsiteger erreichen.
Der einzige vernünftige Grund für ein solches Fernrohr liegt also in der Möglichkeit noch höher zu vergrößern und da landen wir halt wieder bei ganz kleinen EDs und APOs die auch zusätzlich gut für alle fotografische Anwendungen sind und nicht nur, wie alle Achros für Schmalband.

Farbrein und damit hochvergrößerungsfähig wären auch Newtons, sogar weitfeldtauglich im Sinne der obigen Definition, wie z.B. 130/650er Newtons, allerdings wird der Marktbereich „Kleinnewtons“ extrem von Billigstprodukten beherrscht, die nicht nur mit mangelnder Ausleuchtung, sondern darüber hinaus häufig auch mit mangelnder grundsätzlicher, mechanischer Qualität, mangelhaften oder ganz fehlenden Justiermöglichkeiten und sonstigen Unsinnigkeiten aufwarten. Sie sind zwar billig, werden aber i.d.R. im Originalzustand nicht mit öffnungsangemessenen Leistungen aufwarten.
Am brauchbarsten scheint(!) noch der SW 350/650er PDS zu sein, ansonsten sehe ich da derzeit nur Bastelvorlagen für Selbstbauer. Diese Newtons sind zwar recht günstig, aber man trägt, selbst beim PDS, eben mehr Öffnung durch die Gegend als das Teleskop tatsächlich zur Wirkung bringt.

Von daher ist es m.E. keine schlechte Variante, es mit einem kleinen 3-4 Zoll ED um 600 mm (max.700 mm) Brennweite zu versuchen oder eben große Öffnung mittels Handwagen/Fahrradanhänger und/oder dem Konzept guter Reisedobson transportierbar zu machen.

Gruß
*entfernt*
 
Hallo Günther,

eigentlich wollte ich den Begriff "richfield" gar nicht verwenden, weil jeder darunter was anderes versteht. Ich habe mir ehrlich gesagt, weder eine Meinung dazu gebildet was das sein soll, noch meine ich dass es Sinn ergibt den Begriff zu definieren ;-)

clear skies,
Marcus

PS: Deine Argumentation zur Feldblende der Okulare am Markt, und der resultierenden AP, ist wichtig, um das wahre Gesichtsfeld in der Praxis zu ermitteln.
 
Nund Markus,

dann mal ganz plakativ und direkt zur Frage:

Zitat von Marcus_Zengl:
Hallo zusammen,

Hierzu frage ich mich, ob ein 6" F/5 Newton für Deep-Sky nicht besser geeignet ist als der besagte Bresser Chromat. Ich glaube "rich-field" ist in dem Zusammenhang auch ein nebulöser Begriff, bei dem ich mich Frage, welche Nebel man mit 460mm Brennweite sehen kann die man mit 750mm Brennweite nicht mehr sieht.

Viele Grüße,
Marcus

Mit (d)einem 6" f/5 kriegst du wegen der zu langen Brennweite den kompletten Cirrus oder auch die komplette Andromeda GX nicht ins Feld eines passenden 2" Übersichtsokulars gestellt.

Das geht nur mit unsinniger Über-AP unter Öffnungsverlust.

Ab 700 mm Brennweite abwärts ist das dann möglich.

Gruß
*entfernt*

 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Günther,
wenn es nur um eine zu grosse AP geht, dann habe ich lieber das Teleskop mit mehr Öffnung und über-AP für die zwei Objekte (Öffnungsverlust) als eine geringere Öffnung (Öffnungsverlust).
Mit einem 6" Newton erreicht man einfach mehr DSO als mit einem 4" Chromaten, und kann am Mond auch mal ohne Probleme 200x vergrößern.

Clear skies,
Marcus
 
Hallo Markus,
wenn du das so siehst ist das deine Einstellung dazu ändert aber nichts an der Tatsache und der Definition.
Mit einem 6" f/5 kriegst du das noch hin. Mit einem 6" f/6 schon nicht mehr.

Ich nutze gerne Richfielder und möglichst große Spiegel nebeneinander und für 15fach brauche ich kein Teleskop, sondern nehme lieber ein Fernglas.

Jeder wie er mag, aber es wurde ja die Frage aufgeworfen, ob ein 80/600er ED Richfield kann.

Ja er kann.

Gruß
Gunther




 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Günther,

Zitat von *entfernt*GMS:
Hallo Markus,
die von dir vermuteten(!) Vorteile als ED-Refraktor sind, mehr wollte ich nicht belegen, bei diesem Teleskop nicht vorhanden. Das ist bewiesen. ...

dann habe ich deinen Beitrag völlig falsch interpretiert (in den falschen Hals bekommen), meine Interpretation ging dahin, dass du dieses Teleskop als generell ungeeignet bezeichnen würdest.
Das der 102XS trotz des verwendeten "ED-Glases" in Sachen Farbfehler keine neue Ära des achromatischen Refraktors einläutet ist mir völlig klar und selbst wenn (was ich mal als erwiesen betrachte) der 102XS nicht weniger bunt ist als mein 80/400, ist er meiner Meinung nach als Kompromiss von Baugröße/Öffnung/Leistung durchaus eine Überlegung wert.

Tommy´s Absatz bezüglich der Größe des Blausaums auf die 4,3µm Pixel der Canon ist zwar nicht irrelevant, da ja bekanntlich jeder immer auch fotografieren will, aber hier in diesem konkreten Faden denke ich, spielt das Thema "Fotografie" keine Rolle, daher habe ich es auch um weitere Verwirrungen zu vermeiden nicht "zitiert", aber es ändert auch nichts an der grundsätzlichen Aussage, dass der o.g. Refraktor durchaus als "Rucksackteleskop" taugt.

Anyway, ich denke bei Thorsten ist es angekommen, dass der Dobson in Sachen Beobachtung die Nase vorn hat, es aber deutlich mehr Geschleppe ist und der Blick mit den eigenen Augen durch ein Teleskop vor dem Kauf durchaus hilfreich ist.
 
Hallo Markus,

alles wird gut. :)
Ich War etwas....verwundert. ?)

Gruß
*entfernt*
 
Zitat von *entfernt*GMS:
Hallo Markus,
wenn du das so siehst ist das deine Einstellung dazu ändert aber nichts an der Tatsache und der Definition.
Mit einem 6" f/5 kriegst du das noch hin. Mit einem 6" f/6 schon nicht mehr.

Ich nutze gerne Richfielder und möglichst große Spiegel nebeneinander und für 15fach brauche ich kein Teleskop, sondern nehme lieber ein Fernglas.

Hallo Gunther,

für 15x ein Fernglas statt Teleskop, da bin ich bei Dir. Mir ist ein Forenbeitrag eines Deeps-Sky-Beobachters aus den USA sehr gut in Erinnerung geblieben, der schrieb, dass er mit Teleskop nicht unter 30x geht. Bei 30x als Minimalvergrößerung und 5mm AP ergibt sich dann automatisch eine Öffnung von 150mm.

Clear skies,
Marcus

In Kürze bekomme ich von OOUK einen 6" F/5 Newton mit F/4 Spiegel. Den Tubus werde ich dann nach meinen Vorlieben auf die kleine Brennweite kürzen.
Dann kann ich berichten wie gut das Ding in den Rucksack geht ;-).
 
Hallo Thorsten,

an unserer Sternwarte ist jemand mit einem ETX 125 mehrfach unterwegs gewesen, im Rucksack, und derzeit wird an etwas deutlich größerem gearbeitet. Ist die Frage, bis zu welcher Öffnung das "schön" ist.
Persönlich favorisiere ich den Gedanken, einen 8" Reisedobson herzurichten oder herzustellen. 80mm Öffnung empfinde ich hier nach diversen Erfahrungen der letzten 2 Jahre als recht starke Einschränkung, wenn man eben Deepsky als Disziplin aufruft. Ja! Auch wenn Sternhaufen im Vordergrund stehen sollen. Der Himmel besteht ja nicht nur aus dem Coma-Sternhaufen und dem Kleiderbügel. Mit 8" Öffnung sind da deutlich mehr offene Haufen in abendfüllender Anzahl erreichbar. Wenn ich da nur an die Begleiter denke, wie von M35 und äh... M38 war der andere, nicht? Aber selbst was sich an Standardobjekten wie den Plejaden tut, schon wenn man von 3" auf 4,5" Öffnung wechselt. Unter dunklen Bedingungen sind dann mit 8" auch Schönheiten wie NGC 7789 visuelle Leckerbissen.

Wenn ich weiterhin diverse Optionen abwäge, dann meine ich, dass ein 200/1200 Reisedobson mit geteilten Stangen auch bezüglich des Drumrum einen gewissen Vorteil hat. Den kann man nämlich mit kleinsten Klapp- oder Falthockern und bei hochstehenden Objekten im Stehen verwenden. Es gibt Modelle, die locker in einen Trecking-Rucksack gehen. Bei kleineren Geräten habe ich so meine Zweifel, wie man diese auf Einblickhöhe bekommt - jedenfalls auf solide Weise. Es sei denn man weiß, dass man vor Ort geeignete Aufstellmöglichkeiten hat.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Sven,

bin gerade ein bisschen des googlens müde. Wer hätte denn einen 8 Zoll f/6 mit Knickstangen im Portfolio?

Selbstbau trauen sich ja nicht alle, obwohl es Spaß macht, selbst wenn das Ergebnis (wie bei mir) weit entfernt von Perfektion ist.

CU
Klaus
 
Hi!
Zitat von *entfernt*GMS:
Mit (d)einem 6" f/5 kriegst du wegen der zu langen Brennweite den kompletten Cirrus oder auch die komplette Andromeda GX nicht ins Feld eines passenden 2" Übersichtsokulars gestellt.
Bezüglich Cirrus:
150/750 mit 35-mm-Panoptic: geht sehr knapp, 7 mm AP
150/750 mit 32-mm-SWA: geht etwas besser, 6,4 mm AP
150/750 mit 31-mm-Nagler: geht noch etwas besser, 6,2 mm AP

M 31 ist wegen der langsam abnehmenden Flächenhelligkeit nicht so leicht abzugrenzen.

Grüße

fquadrat

 
Hallo fquadrat,

Deine Angaben versetzen mich in leichtes Erstaunen:

Stützt Du Dich auf eigene Beobachtungen mit dem Teleskop und den drei Okularen oder auf Berechnungen?

Hier ein Auszug aus einem BB von mir mit einem 150/739er Spiegel (f/4,8) bei dem ein 28er UWAN mit 40 mm Feldblende verwendet wird:

.....Der Schwenk zum Cirrus gelingt mit über 3° Feld auf Anhieb, grob über Leuchtpunkt gepeilt und die Knochenhand steht halb im Feld. Das sieht für 6“ wirklich gut aus, also mal den kompletten Anblick mit dem Sturmvogel reinholen und…..enttäuscht sein. Das Feld reicht nicht ganz, es ist zwar alles drin, aber bei F/4,8 versinken die beiden spektakulären Teile in der Randunschärfe des UWAs. Na Klasse, so hatte ich mir das nicht vorgestellt. Für sich gestellt sieht man schon sehr viel....

Anschließend kommt dann ein 38er WA mit 46er Feldblende und deutlicher Über-AP zum Einsatz wobei ich seinerzeit noch der Herstellerangabe (41,5 mm Feldblende) für das UWA traute:

....Wenn ich richtig informiert bin geht es um 46 mm und 41,5 mm Feldblende, auch dieser Unterschied ist deutlich.

Das will ich doch auch Mal mit dem kleinen Spiegel sehen, rein damit. Knapp 20fach und stramme 8 mm AP. Von der AP her absolut sicher zu viel, aber der komplette Cirrus Komplex steht hell und deutlich im Feld und wird nicht von den Randunschärfen entstellt, die selbstverständlich auch hier vorhanden sind. Knapp vorbei ist auch daneben, dieser Anblick ist sehr erbaulich.....


Nun geht es hier im Thread um 150/750er, also f/5 und ein 35er Pano hat 38 mm Feldblende, das TSWA liegt auch um den Dreh, eventuell ähnlich dem 28er UWAN.
Das 31er Nagler hat 42 mm Feldblende.

Beim Nagler kann ich mir vorstellen, dass man tatsächlich den kompletten Cirrus mit 6" f/5 sieht, er mag sich um die Feldblender herumschmiegen und mit Augenrollen kriegt man das dann gebacken.

Gut okay, ich verstehe dann unter "ins Feld stellen" etwas anderes, also das Objekt gut beobachtbar im Feld stehend und mit Feld drumherum.
Das war am f/4,8 mit 46 mm Feldblende gegeben, aber....wie schon gesagt, leider mit unsinniger Über-AP verbunden.

Gruß
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Günther!
Zitat von *entfernt*GMS:
Stützt Du Dich auf eigene Beobachtungen mit dem Teleskop und den drei Okularen oder auf Berechnungen?
Ersteres. Als Teleskop diente ein 150/750-Newton von Orion UK, das SWA ist ein Noname völlig unbekannter Herkunft, welches ich nach dem Kauf des Teleskops als Aufsuchokular ersteigert habe. Nehme ich nur selten, da die Randschärfe deutlich besser sein könnte. Dem Nebel schadet das aber wenig.

Beim Panoptic ist die Randschärfe besser, aber kaum Platz zwischen Nebel und Feldblende. Und allmählich macht sich mein Alter bemerkbar, 7 mm AP scheinen zu groß zu sein.

Beim Nagler ist der Rand scharf und man hat deutlich Abstand zwischen Nebel und Feldblende. Das große Gesichtsfeld hindert mich nicht daran, den Nebel ohne Augenrollen komplett zu sehen.

Gut okay, ich verstehe dann unter "ins Feld stellen" etwas anderes, also das Objekt gut beobachtbar im Feld stehend und mit Feld drumherum.
Nun, etwas Feld war beim Nagler um den Nebel zu sehen, aber natürlich nicht viel, vielleicht zwei- oder dreimal die Dicke des "Arms" der Knochenhand.

Grüße

fquadrat
 
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