Wiedereinstieg nach 20 Jahren - welches teleskop -

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

juhu58

Neues Mitglied
Hallo,

habe mich die letzten 20 Jahre um "wichtigere" Dinge wie heiraten, Häusle baue und Kinder kriegen gekümmert und möchte nun wieder einsteigen.
Meine Prioritäten: vor allem Mobilität (auch im Urlaub soll das neue Fernrohr mit). Bin mir momentan aber total unsicher. Wäre schon bereit 1.500,-€ zu investieren, Was ist von "GoTo"- Geräten zu halten (z.B. Celestron C5). Klingt schon toll wie einfach die Handhabung geworden ist. Oder ist es sinnvoller das Geld in eine größere Öffnung zu investieren und später zu erweitern (ist das überhaupt möglich?)
Mich würde es interessieren solch ein Gerät mal zumindest live im Geschäft sehen zu können. Meine beiden ersten Kontaktversuche scheiterten kläglich (sogenannte Fachhändler ohne Ahnung und vorführbereite Geräte). Deshalb meine Frage gibt es einen seriösen Händler im Rhein-Neckar Raum?
Gruß JuHu58
 
Hallo JuHu <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

also mein erster Tip wäre natürlich, schau Dir mal einige Geräte 'live' an bevor Du Dich festlegst.
Da Du in Wiesloch hockst würde sich idealerweise der Astrostammtisch Heidelberg anbieten, ein ambitionierter Haufen Hobbieastronomen, die sicher gerne mal ein neues Gesicht sehen möchten.
astro-hd-owner@yahoogroups.de


 
Hi,
willkommen an Board.
Ich schließe mich Tonis Empfehlung zur kontaktaufnahme an.
Mit dem vorgegebenen Budget läßt sich eines kaufen.
Daher ein paar Fragen:
Was soll beobachtet werden?
Ist das Budget nur dür das Scope/Montierung gedacht oder soll damit auch Zubehör erworben werden?
Welche weiteren Anforderungen an das Scope hast Du?

Damit würdest Du helfen, die Auswahl an möglichen Geräten einzuschränken um nicht vom kleinen Richfielder oder einem Reisedobson alles abdecken zu müssen.

Goto - viel Geld für Elektronik - die m.E. nicht unbedingt sein muß. Ich plädiere dafür im angefragten Bereich eher auf Goto zu verzichten und in Qualität oder Öffnung das gesparte Geld zu inverstieren.

Hinscihtlich Auswahl und sonstigen Dingen hilft vielleicht auch u.g. HP etwas weiter.
CS
 
Re: Wiedereinstieg nach 20 Jahren - welches telesk

Hi,

genau, Du solltest Dir die Geräte nicht im Laden anschauen, sondern in der Praxis auf dem Feld. Sieh zu, daß Du schon beim Aufbauen zusehen kannst. Vielleicht lässt man Dich sogar mal "zupacken". Im Laden sieht ein Teleskop meist sehr schön aus, aber wenn man dann ein unförmiges 10-Kilo-Teil mit einer Hand nicht nur halten, sondern auch noch balancieren und auf ein passendes Schraubloch fummeln muß, um mit der anderen Hand eine Schraube einzupfriemeln, dann wird die Qualität der Lackierung echt zur Nebensache!

Vor allem musst Du Dich fragen, was Du beobachten willst, oder zumindest wo die Schwerpunkte liegen. Ein Teleskop wie das C5 zum Beispiel ist heute eigentlich nicht mehr so richtig "modern", die meisten Leute würden z.B. einen Mak mit gleichen Eckdaten vorziehen. Das heisst, Du solltest Dich also schonmal umschauen, was im Moment "angesagt" ist, und für welchen Beobachtungszweck.

Clear Skies
Sven
 
Re: Wiedereinstieg nach 20 Jahren - welches telesk

Ein Teleskop wie das C5 zum Beispiel ist heute eigentlich nicht mehr so richtig "modern", die meisten Leute würden z.B. einen Mak mit gleichen Eckdaten vorziehen

Deine Aussage verunsichert mich etwas. Ich habe ebenfalls ein ein Go-To-System (Nexstar 5" oder 8") ins Auge gefasst, bin absoluter Einsteiger (noch nicht einmal "Wiedereinsteiger") mit dem Ziel Planeten, auch Deep Sky und Fotografie.
Meine Frage: warum ist ein Mak einem SC-Teleskop vorzuziehen?

umbrella

P.S.

Das war mein erster Beitrag hier im Forum, deshalb erst einmal ein freundliches "Hallo" an alle Mitglieder.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Re: Wiedereinstieg nach 20 Jahren - welches telesk

Hi Umbrella,
ich greife mal die Antwort vor und versuche dir zu erklären, weshalb man heute dieser Meinung ist.
Ein Mak-Cassegrain ist gegenüber dem Schmidt-Casegrain in punkto Kontrast überlegen, desweiteren haben in der Vergangenheit die Konstruktionen der Schmidt-Cassegrain Modelle in der Verarbeitungsualität etwas eingebüßt. Sie haben bestimmt immer noch ihre Vorteile, wie daß die im Vergleich zum Mak-Cassegrain leichter sind und natürlich auch günstiger sind. Viele Geräte der Schmidt-Casegrain Reihe sind mit goßem Spiegelshifting versehen, das ist leider mit ein großer Nachteil dieser Geräte.

Gruß
 
Re: Wiedereinstieg nach 20 Jahren - welches telesk

Hallo Robbileinchen

was Du da erzählst, stimmt so nicht.

Ein Mak-Cassegrain ist gegenüber dem Schmidt-Casegrain in punkto Kontrast überlegen,
desweiteren haben in der Vergangenheit die Konstruktionen der Schmidt-Cassegrain Modelle in der Verarbeitungsualität etwas eingebüßt.

Die mangelnde Verarbeitungsqualität ist aber keine Eigenschaft der SC´s, sondern eine von Teleskopen einer ganzen Preisklasse.
Günstige Maks haben genauso Spiegelshifting wie günstige SCs, und umgekehrt.

Viele Geräte der Schmidt-Casegrain Reihe sind mit goßem Spiegelshifting versehen, das ist leider mit ein großer Nachteil dieser Geräte.

Das hat aber nichts mit dem Unterschied Maksutov / Schmidt-Cassegrain zu tun, weil bei beiden Systemen üblicherweise über den Hauptspiegel fokussiert wird.
Es hängt einzig und allein von der Verarbeitungsqualität ab, ob der Spiegel Shifting zeigt oder nicht, egal ob SC oder Mak.


Grüße
Tommileinchen
 
Re: Wiedereinstieg nach 20 Jahren - welches telesk

Hi Zusammen,

was ich dabei im Kopf habe, sieht auch etwas anders aus. Zum einen ist ein SC nicht besonders billig herzustellen. Ich habe mal gehört, daß wegen der aufwändigen Schleif-Technik für die Schmidtplatte (Vakuum-Ansaugung) ein C5 ähnlich teuer in der Herstellung ist, wie ein C8.
Ein Mak mit seinen rein sphärischen Flächen (wenn wir von kleinen Maks reden) ist hier deutlich einfacher herzustellen und das gelingt vielen Herstellern in einer guten Qualität. Das ein Mak so besonders guten Kontrast hat, finde ich nichtmal. Ich konnte mal mit einem C5, an dem nichts mit z.B. Velourfolie nachgebessert worden war, den recht schwierigen Flammennebel NGC 2024 beobachten. Also auch die SCs sind in der Lage, hervorragenden Kontrast abzuliefern.

Der Vorteil des Maks ist also, daß er für relativ günstiges Geld in guter Qualität zu erwerben ist. Mit 5 Zoll Öffnung ist das ganz unproblematisch. Ab 150mm Öffnung aber halten es viele Hersteller für sinnvoll bzw. notwendig, die Optik weiter zu korrigieren, so daß dann statt des einfachen Gregory-Mak die "verbesserten" Mak-Designs wie z.B. RuMak oder SiMak angewandt werden. Da gibt's dann z.B. eine Fangspiegelretusche (asphärisierung) und das macht den Mak dann auch wieder etwas teurer. Aber gerade aus den gelungenen Mak-Designs z.B. der russischen Geräte leitet sich noch ein weiterer Erfolgsfaktor ab: Der gute Ruf dieser Geräte.
Immerhin, eines ist festzustellen: Man kann für einen 150mm Mak sehr einfach feste Zusagen (sogar in den Preislisten) über die Optikqualität bekommen, während man beim SC sowas praktisch immer extra aushandeln muß. Zumindest, wenn man über das trockene Wort "Beugungsbegrenzt" noch hinaus will.

Clear Skies
Sven
 
Re: Wiedereinstieg nach 20 Jahren - welches telesk

Hi Thomileinchen,
also ich gebe Dir soweit recht, als daß das Shiftingproblem des SC nicht Systembedingt ist, sondern eher Herstellerbedingt. Das weiss ich, aber ich wollte in meiner o.e. Antwort nicht in diese Richtung lenken. Desweiteren ist es so, daß die meisten Maks ja aus russischer Herstellung sind und dort ist bekanntlich mit Shifting kein problem. Die chinesischen Maks machen da schon einige Unterschiede, es gibt welche mit und welche ohne Shifting. Soweit ich weiss und auch oft bestätigt, ist bei den Synta Maks kein merkliches Schifting zu spüren, andere haben viel zu viel davon.
Ansonsten bleibe ich bei meiner Meinung, daß ein SC System eine größere Abschattung als ein Mak-System hat und dadurch auch mit dem Kontrast auch mehr schwächelt.

In all den anderen Punkten sind wir konform, daß die Herstellungsqualität wesentlich dazu beiträgt, wieviel Shifting ein System mitbringt, unabhängig davon ob es ein Schmidt-, oder Mak-Cassegrain ist.

Robert
 
Hallo Juhu58,

58 ist wohl dein Jahrgang oder?

also auf eine Starparty lernst du viele neue Freunde und Geräte kennen, oder schau mal im astrotreff · Rhein-Main AstroTreff hier kannst du deine Probleme und Nöte loswerden.

Jetzt zu deinen Fragen, auf Goto würde ich verzichten, lieber auf Qualität (Optik + Okular) setzen. Goto Geräte sind meistens sehr teuer und auch noch schwierig zu bedienen. Ein kleiner Refraktor (Orion APO) z.B. ist ein wunderbares Einsteigergerät + reisetauglich.

Gruß

Lots
 
Hallo juhu58 !
Ich werde immer gerügt, dass ich als Berater immer meine Meinung abgebe. Ein Berater sollte neutral sein und zur Entscheidung hinführen, nicht empfehlen.
Daher bin ich nun kein Berater, sondern ein subjektiver Empfehler.
Die Frage ist, was willst Du beobachten, wie sieht es mit Stauraum, Transportabilitätsbedarf des Gerätes aus, wo wohnst Du und geht es Dir auch um ein gewisses Gefühl, "Dir was gönnen " zu wollen ?

Lass mich 3 Beobachtertypen zusammenfassen (und alle 3 passen irgendwie auch auf mich):

1. der Technikfreak, der optische Qualität und maximalen Nutzen in den Vordergrund stellt:

Also am Besten einen Dobson mit qualitativ hochwertigem Spiegel und 2" Metallokularauszug (Händler in D gibt es einige), damit Du später auch langbrennweitige Weitwinkelokulare verwenden kannst.

Vorteil: gut geeignet für Planeten, sehr gut für Deep Sky - da siehst Du wirklich schon was (ich habe einen, mit einem schlechten Spiegel, den ich auf 7" abgeblendet habe).
Schön verarbeitete, leichtgängige und exakt laufende Rockerboxen, selbige geben auch etwas her beim Ansehen und das Ganze wirkt "professionell", Freaks haben alle einen Dobson (bitte um Entschuldigung). Natürlich gibt´s dann kein GoTo, oder nur mit Bastelaufwand.
Aber offengestanden - Suchen und Finden macht viel Spass.
2 Okulare, 15mm (80x) und 40mm (30x), 1x Barlow 2x; ev. Justierlaser oder Cheshire-Justierokular (letzteres verwende ich).

Nachteil: schwer, lange Auskühlzeit, Justierung muss optimal sein, damit es gute Ergebnisse liefert, Stauraumbedarf

2. Der Pragmatiker, sucht einen Kompromiss zwischen Abbildungsqualität und Flexibilität, leichte Handhabbarkeit

Dann empfehle ich einen 6" Maksutov oder 5" SC auf zumindest Äquatorialmontierung, vielleicht auch schon mit Motorantrieb; Aufrüstbarkeit auf Goto ist meist gegeben.
2 Okulare dazu für niedrige und mittlere Vergrößerung und eine gute 2-fach Barlow.

Vorteil: kann visuell und fotografisch eingesetzt werden, kompaktere Bauweise, leichter transportabel, umfangreiches Zubehör für Fotografie, gute Abbildungsqualität, ein Kompromiss bei Planetenbeobachtung und Deep Sky;

Nachteil: Ähnlich wie beim Dobson / Newton - exakte Justage sind nötig, um gute Ergebnisse zu liefern, Auskühlzeit

Der Ästhet:

Er besitzt einen guten Refraktor, z.B. einen dieser Volksapos 8,oder 100mm oder noch besser einen TeleVue 76 bzw. einen Takahashi FS78 auf leichter Azimutalmontierung.

Vorteil: leicht zu transportieren, steht dekorativ im Wohnzimmer und ist sofort einsatzbereit. Kein Jamme rmit Justierung, hervorragend an Planeten, Mond und natürlich zur Tagesbeobachtung (Natur). Überraschenderweise auch im Deep-Sky sehr gute Ergebnisse. Vor allem durch den schönen Kontrast. Aber nur bei großflächigen und hellen Objekten. Der Ringnebel in der Leier kommt noch einigermaßen gut durch, Galaxien sind schon eine Herausforderung.

Nachteil: Teuer, wenig Öffnung

Wo bin ich gelandet ?

Ich habe kein Gerät für den Typ 2 mehr. Mein 5" Celestron C5 habe ich verkauft, weil mir ein TeleVue Ranger (70mm Refraktor) wesentlich schönere, ästhetische Bilder geliefert hat und außerdem sehr transportabel ist.
Danach kaufte ich mir eine 102mm Refraktorgurke (weil es mir Refraktoren angetan haben), tauschte die Optik gegen eine gute Russenoptik und rüstete das Ding mit einem Binokularansatz aus. Herausgekommen ist ein wunderbares Gerät. Nächster Schritt - Deep Sky. 8" Dobson, mäßiger Spiegel aber dennoch gute Ergebnisse, vor allem kommen lichtschwache Objekte sehr gut durch.
Und zuletzt noch ein TeleVue 85 APO.
Das ist die Krönung. Keiner trennt Doppelsterne so exakt, liefert liebliche Planetenbilder und lässt sich am Mond auf 300-fache Vergrößerung hochtreiben (bei guten, ruhigen Luftverhältnissen), ohne dass die Qualität einbricht.

Ach ja - und ein gutes Fenglas - 10x50, Docter (Zeiss) Classic (Dekarem).

Womit wir beim Thema sind - wenn Du mit 1500€ Startgeld einsteigst, landest Du sowieso bald bei mehr an Ausgaben.

Zum Schluß - was würde ich tun, wenn ich nach meinen Erfahrungen wieder von vorne anfangen sollte ?

Den TeleVue 85 kaufen. Da habe ich zwar mehr an Initialgeld ausgegeben, weiss aber, dass ich Qualität habe, die Freude macht, trag das Ding schnell raus in den Garten und wenn ich nicht mehr will, gleich wieder rein - Ruckzuck. Und zur Naturfotografie ist es eine (zugegebenermaßen schwere) hervorragende Teleoptik.

CS und noch viel Freude mit Deinem wiederentdeckten Hobby.
Hans
 
Re: Wiedereinstieg nach 20 Jahren - welches telesk

Hallo,

-----------------
Meine Prioritäten: vor allem Mobilität (auch im Urlaub soll das neue Fernrohr mit).
-----------------

In diesem Falle würde auch ich zu dem 'Volks-Apo' ORION 80ED auf einer azimuthalen Montierung (zB. Giro Schwenkeinheit) raten. Da Du ja nicht nur das Teleskop alleine benötigst, sondern auch Stativ, Montierung und Okulare, kommt das in etwa mit Deinem 1500 Taler Limit hin.

Refraktor ca. 500 Taler
Giro-Montierung (je nach Modell) ca. 170-280 Taler
Landvermesser-Stativ (o.ä.) ca. 300 Taler
Okulare/Kleinteile 400+ Taler übrig vom Budget


Da Du Wiedereinsteiger bist denke ich Du wirst Dich am Himmel auch ohne 'GoTo' zurechtfinden.

Lieber im Budgetrahmen ein kleineres, aber vernünftiges Gerät kaufen wie einen größeren Schrotthaufen. Und wenn Du doch später aufrüstest, kannst Du die Okulare weiterverwenden, und den Kleinen immer noch als optimales Reisegerät einsetzen, also in keinem Falle herausgeworfenes Geld.

Zur Aperturfrage: Lies mal im Internet bzw. hier in den Foren, welch schöne Bilder und Beobachtungen mit kleinen Refraktoren möglich sind. Es erstaunt einen immer wieder. Auch ich habe so einen kleinen 80er APO auf azimuthaler Montierung, es ist mein meistbenutztes Teleskop, da es innerhalb von Sekunden auf- und wieder abgebaut ist.


Schönes Wochenende, Gruß Coyote
 
Vielen Dank für die überwältigende Resonanz (ich bin aus Computer-Foren anderes gewohnt). Bin momentan immer noch am sichten der Tips, Links, ... Habe auch schon mit lokalen Hobbyastronomen Kontakt aufgenommen. Wenn ich mich entschieden habe (die Auswahl wurde nicht gerage einfacher!!!) werde ich mich wieder melden.
Ich bin mir sicher, daß der Wiedereinstieg gelingen wird!
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben