Hoschie
Aktives Mitglied
Moin zusammen,
vielleicht kann ich ja mal etwas Know-How abgreifen bei dem Dauerthema Flats. Vermutlich haben Andere diese Erfahrungen auch schon gemacht!
Ich habe schwäbische Gene, und irgendetwas in mir sträubt sich, so viel Geld für eine Flatfield-Box auszugeben. Daher habe ich bei den Flats bisher immer improvisiert. Ich hatte oft einfach DIN-A4 Papier genommen und vor das Teleskop gehängt, oft auch so gefaltet dass es quasi "zweistufig" war (zwei Blätter mit ca 20mm Abstand). Solange ich das dann gleichmäßig ausgeleuchtet habe, kamen dabei manchmal brauchbare Flats heraus.
Dann hatte ein Kollege Acrylscheiben ausgeschnitten, die so eine Mikrostruktur draufhaben, und dadurch eine keulenartige Transmissionsverteilung haben sollen. Dummerweise hat er sie exakt so breit gemacht wie die Apertur des Teleskops, weshalb ich keinen zweilagigen Flatfielder draus bauen kann (Helligkeit wäre am Rand nicht mehr homogen). Auch mit denen hatte ich nicht immer gute Erfolge. Problem war, dass die Vignettierung nicht wegging, und dass Staubkörner überkorrigiert wurden. Musste dann teilweise flatkorrigierte mit nicht-flatkorrigierten Integrationen blenden, um ein akzeptables Ergebnis zu erhalten, oder ich lasse die Flats dann weg. Ich habe mir das bisher durch die anisotrope Transmission erklärt, die die Lichtverhältnisse bei den Lightframes nicht exakt nachbildet.
Ich mache immer passende FlatDarks, und habe bei der Integration auch schon andere Algorithmen (multiplikativ) ausprobiert.
Zur Zeit habe ich einfach ein Milch-Acrylglas, das milchig genug ist um 100% Streulicht zu erzeugen. Das wird dann indirekt (nicht direkt von vorne) völlig homogen beleuchtet, und die B-Zeiten liegen bei 3s (RGB) oder 10s bis 20s (Schmalband). Aber auch damit habe ich nicht immer erfolg. Insbesondere bei Schmalbandaufnahmen sehe ich Interferenzpattern! Ich habe hier mal einen Screenshot.
Was kann das sein? Mein Filter hat einen Abstand zum Sensor von ca. 22.5 mm, die Filter haben mindestens 7 nm FWHM - aus diesem Zwischenraum kann daher keine Interferenz durch Rückreflex kommen ("Etaloning"). Auch das Filterglas selbst ist dicker als die Koherenzlänge, bliebe eine dielektrische Schicht z.B. auf dem Filterglas. Aber bei HII und SII sehen die Interferenzmuster sehr ähnlich aus, das wäre etwas zuviel des Zufalls. Möglicherweise ist es eine dielektrische Schicht auf dem Sensor selbst? Und wenn ja, warum ist das Interferenzpattern dann nicht auch auf den Lights zu sehen?
Hoffe hier auf sachkundigen Rat!
Danke und CS,
Hoschie
vielleicht kann ich ja mal etwas Know-How abgreifen bei dem Dauerthema Flats. Vermutlich haben Andere diese Erfahrungen auch schon gemacht!
Ich habe schwäbische Gene, und irgendetwas in mir sträubt sich, so viel Geld für eine Flatfield-Box auszugeben. Daher habe ich bei den Flats bisher immer improvisiert. Ich hatte oft einfach DIN-A4 Papier genommen und vor das Teleskop gehängt, oft auch so gefaltet dass es quasi "zweistufig" war (zwei Blätter mit ca 20mm Abstand). Solange ich das dann gleichmäßig ausgeleuchtet habe, kamen dabei manchmal brauchbare Flats heraus.
Dann hatte ein Kollege Acrylscheiben ausgeschnitten, die so eine Mikrostruktur draufhaben, und dadurch eine keulenartige Transmissionsverteilung haben sollen. Dummerweise hat er sie exakt so breit gemacht wie die Apertur des Teleskops, weshalb ich keinen zweilagigen Flatfielder draus bauen kann (Helligkeit wäre am Rand nicht mehr homogen). Auch mit denen hatte ich nicht immer gute Erfolge. Problem war, dass die Vignettierung nicht wegging, und dass Staubkörner überkorrigiert wurden. Musste dann teilweise flatkorrigierte mit nicht-flatkorrigierten Integrationen blenden, um ein akzeptables Ergebnis zu erhalten, oder ich lasse die Flats dann weg. Ich habe mir das bisher durch die anisotrope Transmission erklärt, die die Lichtverhältnisse bei den Lightframes nicht exakt nachbildet.
Ich mache immer passende FlatDarks, und habe bei der Integration auch schon andere Algorithmen (multiplikativ) ausprobiert.
Zur Zeit habe ich einfach ein Milch-Acrylglas, das milchig genug ist um 100% Streulicht zu erzeugen. Das wird dann indirekt (nicht direkt von vorne) völlig homogen beleuchtet, und die B-Zeiten liegen bei 3s (RGB) oder 10s bis 20s (Schmalband). Aber auch damit habe ich nicht immer erfolg. Insbesondere bei Schmalbandaufnahmen sehe ich Interferenzpattern! Ich habe hier mal einen Screenshot.
Was kann das sein? Mein Filter hat einen Abstand zum Sensor von ca. 22.5 mm, die Filter haben mindestens 7 nm FWHM - aus diesem Zwischenraum kann daher keine Interferenz durch Rückreflex kommen ("Etaloning"). Auch das Filterglas selbst ist dicker als die Koherenzlänge, bliebe eine dielektrische Schicht z.B. auf dem Filterglas. Aber bei HII und SII sehen die Interferenzmuster sehr ähnlich aus, das wäre etwas zuviel des Zufalls. Möglicherweise ist es eine dielektrische Schicht auf dem Sensor selbst? Und wenn ja, warum ist das Interferenzpattern dann nicht auch auf den Lights zu sehen?
Hoffe hier auf sachkundigen Rat!
Danke und CS,
Hoschie