wo Planeten und Mond beobachten?

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Maiko

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Hallo,

eigentlich beobachte ich schon einige Jahre - hab mich aber eher auf DSO spezialisiert - mit Mond und Planeten klappt aber es nicht so recht; auf dem Flachdach - Seeing öfter schon ab 40 fach im Binoptic 80/48 sichtbar, aber; eine Nacht, wo der Mond gestochen scharf war im Mewlon 180 C bei 180 fach,,, Hügel nahe der Stadt; meist Schluss bei 68 fach im Binoptic,,, mein DSO Ort auf einem Acker 18km entfernt; heute 100 fach im Mewlon am Mond schon zu viel, es wabert das Seeing - wie kann ich die Auswahl für einen Ort mit lokal besserem Seeing im Umkreis von max 20 km treffen?

Danke,

CS, Maiko
 
Hallo Maiko,
was für DS gut ist, kann für Mond und Planeten nicht schlecht sein. Aber du brauchst die Dunkelheit nicht so stark.

Beim Flachdach kann man probieren, das vorher zu gießen, damit es nicht so wabert. (Selbst nicht getestet.) Ansonsten sind Wiese und Acker schon gut, müssen aber nicht unbedingt 18 km entfernt sein.
Gerät sollte trotzdem ausgekühlt sein, vielleicht hat das ja auch gefehlt, da die Fahrzeit nicht war?

Viele Grüße
Balkon-Spunti
 
Hallo,

Meiner Erfahrung nach weit weg von Häusern und versiegelten Flächen. Darauf achten das in Beobachtungsrichtung keine Ortschaften sind.
Beobachte ich bei mir innerorts macht sich die Luftunruhe deutlich bemerkbar während die Luftruhe an einem Ort in der Natur deutlich besser ist.

Das Teleskop muss natürlich ausgekühlt sein und auch Tubusseeing sollte verhindert werden sonst ist das Bild nicht scharf zu bekommen.

Viele Grüße
Gerd
 
Zuletzt bearbeitet:
Danke für die Tipps - dann sollte zumindest der Acker nicht so schlecht sein,,, Mewlon war eine Stunde vorgekühlt, Seeing war auch nach eineinhalb Stunden unverändert, da sollte das Rohr schon akklimatisiert sein,,, auf dem Acker hatte ich übrigens in den 6 Jahren zwei, drei mal ganz gute Planetenbeobachtungen,,, einmal Mars, wenn auch leider nur mit 120mm bei 129 fach und einmal vor eineinhalb Jahren Saturn, im selben Gerät,,, sonst eher mäßig

Viele Grüße, Maiko
 
Hallo Maiko,

Acker ist nicht gleich Acker. ;)

Bei der Wahl eines geeigneten "Planetenbeobachtungsplatzes" kann man einiges falsch machen...

Folgende Kriterien gilt es zu beachten (gehen wir davon aus, dass du die instrumentellen Einflüsse im Griff hast):

- Acker/Wiese aussuchen, welche die deutlich höchste Erhebung im Gelände darstellt. Dort stellst du dich auf den höchsten Punkt.
- Tallagen vermeiden.
- Hänge vermeiden, bei denen kalte Luftströmungen laminar talwärts fließen.
- Möglichst keine größeren, versiegelten Flächen in Beobachtungsrichtung.
- Ausreichend Abstand zu Siedlungen/viel befahrene Straßen in Beobachtungsrichtung.
- Keine Lagen, bei denen in den Abendstunden schnelle Abkühlung erfolgt.
- Geschützte Lagen aussuchen, bei denen in der Mehrzahl der Nächte nur leichte und gleichmäßige Luftbewegung vorhanden ist. Böige Winde stören.
- Beobachtungsplatz sollte infrastrukturell ausreichend gut angebunden und ohne Probleme schnell mit dem Auto/Verkehrsmittel erreichbar sein.
- Falls möglich über Seeingmessungen/-Schätzungen besten Standort unter mehreren ausfiltern.

Ich habe selbst eine Weile suchen müssen, bis ich geeignete Stellen bei mir in der Gegend gefunden habe.

Viele Grüße
Werner
 
Hallo Werner,

danke für die Impulse,,, einiges von deiner Liste passt schon bei "meinem" Acker, aber gerade böige Winde habe ich öfters,,,

Viele Grüße,

Maiko
 
Warum ist denn so ein bisschen Flimmern bei rein visueller Beobachtung so schlimm? Mir ist das gestern auch aufgefallen, aber solange man keine Fotos/Filme macht, stört das doch nicht so arg, oder?
 
Naja, egal ob visuell oder fotografisch, sowohl das Flimmern/Wabern in der Atmosphäre wie auch Schleierwolken und Dunst in den oberen Atmosphärenschichten stören das optische Erlebnis schon. Natürlich lassen sich auch visuell mehr Details erkennen, wenn es nicht so stark wabert.

Das Wabern kommt meiner Meinung nach aber nicht ausschliesslich durch Luftbewegungen in unmittelbarer Nähe der Erdoberfläche sondern auch durch sehr hohe Winde, bei denen offenbar auch thermische Effekte für Wabereffekte sorgen.

Ich sehe das so: Ich und vermutlich der grösste Teil der Hobby-Astronomen haben leider keine überragenden Standorte mit erstklassigem Seeing. Wir alle müssen Kompromisse in allen Richtungen eingehen (Lichtverschmutzung, Luftverschmutzung, zuviel Luft vor der Optik und so weiter). Nun kann man an allen Schrauben etwas drehen, wird aber meist nie dahin kommen, wovon man (vielleicht) träumt : ein Standort in ordentlicher Höhe in abgelegener Gegend, wo man nachts gar kein Streulicht von Industrieanlagen oder Städen hat. Je nachdem, wie hoch der Stellenwert des Hobbys ist, ist man vielleicht bereit, den Aufwand zur Verbesserung des Seeings zu treiben, wohl wissend, dass wir es auf einer Skala von 0 - 100 ( 0 = Innenstadt von Berlin, 95 = Astrofarm in Namibia, 100 = Mauno Loa) dann von unseren 15 mit vertretbarem Aufwand auf 20 bringen und mit grossem Aufwand vielleicht auf 25.

Nachdem die DB vor einem Jahr hier in Lehrte in 1500m Entfernung von unserem Haus einen sogenannten "Megahub" (Container-Verlade-Anlage der Superlative, die nicht grundlos "Mega....." heisst) in Betrieb genommen hat und dieses Areal mit unendlich heller Beleuchtung ausgerüstet hat (s.Anhang) , habe ich jetzt nicht nur nach Westen (15km bis zur Stadtmitte von Hannover) sondern auch nach NO und O einen derart hellen Himmel, dass DS wirklich sehr noch viel schwieriger ist als ohnehin schon. Ich habe mir zwei Beobachtungs-Standorte auf unserem Grundstück eingerichtet, der eine auf der Terrasse (Richtung Hannover durch das Nachbarhaus abgeschattet, Richtung Megahub durch unser eigene Haus , Nachteil stark eingeschränkte Sicht ) der andere direkt in der Südost-Ecke des Grundstückes, nachts jetzt übrigens gut beleuchtet durch den Megahub und eine Straßenlaterne vor unserem Grundstück, aber für Mond und Planeten gute Sicht, da davor keine Häuser mehr sind sondern freier Acker.

Um für DS einen deutlich dunkleren Beobachtungsplatz zu nutzen, müsste ich mit dem Auto ca 25km in die Walachei hinter Burgdorf fahren. Ich hatte das schon öfter mal im Auge, aber der ganze Aufwand mit einpacken, hinfahren, aufbauen, - nutzen - , abbauen, einladen, zurückfahren, ausladen (und das noch alleine) hat mich bisher davon abgehalten. Ich habe mich immer wieder dafür entschieden, lieber auf meiner Terrasse aufzubauen, den Kaffee-Vollautomaten in unmittelbarer Reichweite :ROFLMAO: , wohlwissend, dass ich mit einem Wert von 15 operieren muss anstatt den evtl. zu erwartenden Wert von 25 in der Walachei hinter Burgdorf.

Die Ergebnisse sind eben immer relativ gut bzw relativ schlecht, das gilt meiner Meinung nach immer und für jeden Standort.

In den gut 2 Jahren, die ich dieses Hobby nun betreibe habe ich eins gelernt : Man braucht natürlich gutes Equipment, was man aber mehr braucht, ist die Erfahrung, damit umzugehen ( da bin ich sicher noch im unteren Teil der Lernkurve ), aber was man am meisten braucht, ist Geduld, Geduld und nochmal Geduld.
Im Wesentlichen Geduld, auf gutes Seeing zu warten, den perfekten Moment zu erwischen, wo es einfach "passt".
Da ich seit einem Jahr versuche, alles zu fotografieren (auch weil mich die dabei erforderliche Technik fasziniert), leide ich natürlich u.a. auch an diesem Flimmern/Wabern. Ist es nicht zu stark, kann das Stacking damit noch ganz gut klarkommen, wird es aber zu stark, leidet die Bildqualität der Aufnahmen dann doch erheblich.

Was ich aber festgestellt habe : Das Wabern kann sich innerhalb kurzer Zeit manchmal völlig verändern. Ich habe im letzten Herbst bei Planetenbeobachtungen machmal gedacht : "Mist, wird heut wieder nichts, weil das so sehr wabert." Und dann plötzlich ist das Wabern für eine halbe Stunde deutlich geringer und die Bilder werden plötzlich erheblich besser. Manchmal schwankt das auch schon innerhalb einer (3 minütigen) Video-Aufnahme stark. Da ich ja auch die Sonne im H-alpha fotografiere, habe ich schon festgestellt, dass die Waberei sehr unterschiedlich stark sein kann. Ich persönlich glaube, dass es sehr stark wabert, wenn es sehr windig (vor allen Dingen auch in großer Höhe) ist.

So, ich werde mich erstmal etwas in die Sonne auf meiner Terrasse setzen und von der Astro-Farm in Namibia träumen. Habe mir aber vorgenommen, diese Traumphasen zu minimieren und dafür nochmal zu schauen, ob es nicht ein gutes Filter gegen Megahub-Beleuchtung gibt ....

waberfreien CS
Jürgen
 

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Warum ist denn so ein bisschen Flimmern bei rein visueller Beobachtung so schlimm? Mir ist das gestern auch aufgefallen, aber solange man keine Fotos/Filme macht, stört das doch nicht so arg, oder?

Hallo,

Es kommt immer auf die Art und stärke der Luftbewegung an und mit welcher Vergrößerung dann noch beobachtet werden kann um an kleine Details heran zu kommen.
Das Seeing im Okular kann vom langsamen Pulsieren bis zum schnellen Flirren gehen. Bei der Beobachtung gibt es Nächte in dem z.B. das Mondbild fast völlig ruhig im Okular steht und hoch vergrößert werden kann um an kleine Details heranzukommen. In wieder anderen Nächten kann das Bild im Okular so schlecht sein, das es kaum Momente gibt in dem es scharfzustellen ist um bei der Beobachtung an kleine Strukturen heran zu kommen.

Das gleiche gilt auch für die Beobachtung der Planeten. Bei dem derzeitigen niedrigen Stand von Jupiter und Saturn über dem Horizont ist es von unseren Breitengraden sehr schwierig an ein scharfes und ruhiges Bild zu kommen.

Jede Nacht hat ihr eigenes Seeing. Werner hat weiter oben die Kriterien für einem guten Beobachtungsplatz schon vorgestellt. Wir können trotz des besten Beobachtungsplatzes dennoch nicht beeinflussen was in der Athmosphäre hoch über uns geschieht und das Seeing nachteilig beeinflusst.

Viele Grüße
Gerd
 
Hallo zusammen,

es kommt natürlich auch darauf an, was man am jeweiligen Abend bevorzugt beobachten möchte. Für DS muss ich naturgemäß etwas anders gewichten. Während man für Planetenbeobachtung keinen sehr dunklen Himmel (sondern möglichst gutes Seeing) benötigt, sieht das für größt mögliche Detailerkennung bei DS-Objekten evtl. schon anders aus.

Natürlich nimmt man gerne beides mit, sofern vorhanden (dunkler Himmel + tolles Seeing). Aber wie Jürgen weiter oben schon erwähnt hatte, bekommt man leider nur selten beides präsentiert.

Ich habe in meiner Gegend 5 verschiedene Beobachtungsplätze, welche ich je nach Beobachtungszweck bzw. -Ziel ansteuere. Positive wie negative Überraschungen gibt es dabei immer wieder. So habe ich beispielsweise bei meinem DS-Platz auf der Schwäbischen Alb letzten Herbst phasenweise auch recht gutes Seeing erlebt, mit dem ich gar nicht gerechnet hatte (kommt dort eher selten vor). In solchen Momenten werfe ich einfach mein Programm um, und widme mich den Planeten viel ausgiebiger zu.

Ungeplante Erlebnisse hatten eher mit überraschenden Mäh- bzw. anderen landwirtschaftlichen Arbeiten kurz vor Mitternacht zu tun gehabt. Da rechnet man am WE nicht unbedingt damit, dass der Bauer gegen Mitternacht den Mähdrescher anwirft. So musste ich auch schon kurzerhand mein ganzes Equipment ab- und woanders wieder aufbauen. ;)

Viele Grüße
Werner
 
Hallo zusammen,

im Bezug auf die Themen "Seeing" und "Standort" bin ich auf diesen Post gestoßen. Mir stellen sich - als Astronomie-Neuling - ein paar grundsätzliche Fragen zur Wahl des richtigen Standorts. Ziel wäre es, schon einmal Standorte vorzufiltern.

Als Parameter für gute Beobachtungs-Bedingungen sind bisher bekannt:

- Luftruhe (möglichst laminare atmosphärische Schichten, homogene Temperaturgradienten über weite Skalen der Atmospähre über dem Beobachtungsplatz)
- Streulicht (weit entfernt von störenden Lichtquellen)
- Höhe des Standorts (geringe Masse an Luftschichten / darüberliegende Luftsäule)
- Sichtfeld (möglichst frei von Hindernissen, Rundumsicht)
- Makroklima (z. B. trockene Luftmassen, hohe Anzahl an Sonnenstunden)

Auch hier ist wieder klar, dass es wohl nie die eierlegende Wollmilchsau geben wird. Dennoch gibt es sicherlich die Möglichkeit, die Liste an potenziell interessanten Beobachtungsplätzen zu optimieren. Warum, vorausgesetzt die obigen Parameter sind richtig interpretiert, gibt es dann aber vermehrt Sternwarten auf Bergkuppen? Hier wäre für mein Verständnis gerade keine Luftruhe durch die "spitzkantige" Orographie der Berge zu erwarten. Oder wiegt der große Vorteil durch die Höhe, fehlendes Streulicht, u. a. übermäßig die geringere Luftruhe auf?

Vielleicht gibt es zu diesen Themen greifbarere, einfache und pragmatische Methoden zur einfachen Standortoptimierung.
Über einen Austausch würde ich mich sehr freuen!

Viele Grüße
David
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo David,

eine Bergkuppe hat gegenüber dem Umland den Vorteil, dass es keine hangabwärts fließenden Luftmassen/Winde im bodennahen Umfeld gibt. Dadurch entstehen weniger Verwirbelungen und die Schichtung der Luftmassen ist normalerweise stabiler.

Zudem sind die Temperaturgradienten im Laufe der Nacht geringer, als beispielsweise in Tallagen, wo man schon kurz nach Sonnenuntergang die hangabwärts fließenden Kaltluftmassen bemerkt.

Ein beliebter Planetenbeobachtungsplatz, welchen ich ausfindig gemacht habe, liegt an der höchsten Stelle im Gelände. Vergleicht man die Temperaturunterschiede am Anfang des Beobachtungsabends mit denen am Schluss der Session, beträgt die Differenz nach 4-5 Stunden oft nur 1-2° C. Im umliegenden Tal ist die Temperatur dagegen meist mehr als 5-6° gefallen.

Viele Grüße
Werner
 
Hallo Maiko,

die besten Beobachtungsmöglichkeiten hast Du, wenn der Mond oder die Planeten möglichst hoch über dem Horizont stehen. Bei dem derzeitigen Stand der Planeten sieht es da leider sehr schlecht aus. Beim Mond je nach Mondphase und Jahreszeit schon besser. Weniger Luftunruhe hat man meiner Erfahrung nach vorallem in den Abendstunden oder in den frühen Morgenstunden. Um Mitternacht herum ist es meist gar nicht so optimal.

CS
Sven
 
Hallo Sven,

na ja, ganz so schlecht ist es mit den Planetenhöhen 2021 nicht. Jupiter erreicht zur Opposition immerhin wieder knapp 28° in Süddeutschland, Uranus gar mehr als 55°. Und auch Neptun steht höher als 37° über dem Horizont.

Klar, bis unser Liebling Saturn wieder einigermaßen hoch steht dauert es noch ein paar Jahre. ;)

Viele Grüße
Werner
 
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Es sind keine weiteren Antworten möglich.
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