Wolkenbewegungen auf Jupiter (differentielle Rotation) - eine Animation

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Jörg_D.

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Es gibt hier (siehe Link) eine wunderschöne Animation des Jupiterwolkensystems, gemacht von der Raumsonde Cassini:
Soviel ich weiß, ist das eine Animation über 24(!!!) Rotationsperioden des Jupiters.
Wie kann man das mit Amateurmitteln vereinfacht darstellen, vor allem auch hinsichtlich der augenblicklichen Wettersituation. Da musste ich ca. 8 Wochen warten bis zur Realisation.
Zu Hilfe kam mir dann ein Bild von Ralf Burkart, das er mir dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt hat. Er hat den Jupiter am 17.12.23 um 20.26UT aufgenommen ( Bild war hier schon im Forum), allerdings mit 18 Zoll. Ich habe eine Aufnahme vom 18.12.23 um 16.23UT nur mit dem 8 Zöller gemacht. In dieser Zeit hat der GRF (und der Planet) zwei volle Umdrehungen zwischen den zwei Bildern gemacht. Jupiter stand also nach zwei Rotationsperioden ungefähr wieder in gleicher Position, was sein Aussehen betrifft. Das Gute dabei ist, das der GRF ziemlich ortsfest ist und kaum Drift zeigt. Nun habe ich die beiden Bilder versucht übereinanderzulegen (in PS), und sie einigermaßen aneinander angepasst...
Der Übergang zwischen beiden Bilder ist in PS geblinkt und nicht gemorpht(!!!).
-zu erkennen ist, dass Wolken am oberen Rand des EB sich relativ zum ortsfesten GRF deutlich nach rechts bewegen, d.h. schneller als die Rotationsgeschwindigkeit des Planeten. Damit ist die differentielle Bewegung der Bänder des Planeten erkennbar.
Gut -,da steckt noch weiteres Potential. Vielleicht kann das als Anregung für weitere Experimente, evtl. zur Vermessungen der Wolkengeschwindigkeiten dienen …. samt einer animierten Kartendarstellung mit WinJUPOS ?!
Wolkenbewegung--Jupiter-Dezember-2023.gif
 
Hallo Jörg,

ein ausgesprochen interessanter Beitrag - herzlichen Dank!:y::y:

LG und CS Erich
 
Hallo Jörg,
eine schöne Abbildung der differentiellen Rotation. Der Äquatorbereich rotiert um ca. 5 min schneller als die Polregionen. Interessant ist auch, dass im Bereich des GRF eine gegenläufige Strömungsrichtung zu erkennen ist.
Gruss Jan
 
Hallo, ich würde es etwas anders gestalten, keine Animation der gesamten Oberfläche, sondern eine Animation des Anblicks Jupiters mit GRF ständig in der Mitte, wie es die NASA ja schon gemacht hat: Hier ein altes Vojager Video, extrem beeindruckend:
jupiter2.gif

CS Mike
 
Hallo Mike,
das sieht ziemlich schön aus, aber das lässt sich für einen Erdbeobachter leider nicht realisieren. Du brauchst ja dafür mehrere Tage/evtl. Wochen (wieviel genau kann ich nicht sagen) am Stück gute Sicht auf den GRF.
Abgesehen von der Auflösung durch die Nähe zum Jupiter, nur ein Traum.
CS
Jörg
 
Oh, das geht schon, ich mach die Aufnahmen hier in Europa, Freund Armin in Bangkok und dann bräuchten wir noch einen 3. Mann in Amerika, sowie Wetterglück. Der GRF dreht sich einmal in ca. 5 Tagen, solange müsste es schönbleiben, ein nettes Projekt wenn ich mal in Pension gehe.
CS Mike
 
Hallo Mike,
Der GRF dreht sich einmal in ca. 5 Tagen, solange müsste es schönbleiben,
was meinst du mit 5 Tagen? Die Umlaufzeit des GRF um den Planeten beträgt ca 9h 56min. Da man z.B. den Fleck immer beim Durchgang durch den ZM fotographiert, bräuchte man nicht, wie bei mir, nur zwei Tage Abstand um so deutliche Änderungen wie auf deinem NASA- Video zu sehen, sondern mindesten 5-10 mal so viele Tage, damit das so flüssig läuft. Das gibt rechnerisch mindesten 10-20 Tage gutes Wetter rund um die Welt ....

Übrigens hier ein Versuch von Damien Peach: https://www.damianpeach.com/images/barbados2005/20050420-30timelapse.gif

Grüße nach Kittelfeld
Jörg
 
Nun Jörg, der GRF rotiert ja nicht nur um den Planeten in ca. 10h sondern auch um sich selbst in ca. 4-5 Tagen ( ich hab selber mal gemessen und bin auf 5 Tage gekommen). Wenn du das ohne Animationstricks schön flüssig haben willst, brauchst eben mehrere Beobachter auf verschiedenen Längengraden.
CS Mike
 
Hallo zusammen,

lustigerweise kam ich in den letzten Tagen auf die gleiche Idee, und praktischerweise hänge ich mein Ergebnis mal hier an anstelle einen neuen Fred zu eröffnen. Anlass für das Experiment war ein Zufall, nämlich dass ich im Abstand von 5 Tagen zwei mal m.o.w die gleiche Ansicht von Jupiter aufgenommen habe. Bei den sehr spärlichen Gelegenheiten, die sich in der aktuellen Wetterlage ergeben, ist das alleine schon bemerkenswert. Am zweiten Abend dachte ich mir schon gleich
bei der Aufnahme, hmm, die Ansicht kenne ich doch schon...
Zum Vergleich habe ich beide Bilder dann soweit möglich (nach Gefühl) farblich angenähert, und auch auf die gleiche Grösse skaliert.
jupiter20231230-20240104_cb.jpg

Innerhalb der EZ sieht mal deutliche Veränderungen, ansonsten in weiten Bereichen nur geringfügige bis gar keine Differenzen. Obwohl das Ausgangsmaterial eher spärlich ist (nur 2 Bilder in relativ grossem zeitlichen Abstand), habe ich trotzdem versucht, mit dem hier schon öfters erwähnten 'Morphmaker' Progrämmchen eine Animation zu erstellen. Problem dabei war, passende Ankerpunkte zu setzen, also jeweils gleiche Features im 1. und 2. Bild zu identifizieren. Wie man ja gut erkennt, ist dass bei etlichen Ovals und Wirbeln recht einfach, bei anderen, vor allem in der EZ und im Kielwasser des GRF (nicht sichtbar, gerade wegrotiert am rechten Rand) ziemlich schwierig. Es brauchte also mehrere Anläufe, und es ist auch noch eine Menge 'künstlerischer Freiheit' dabei im Spiel gewesen :) . Am Ende habe ich es mal bei folgender Version belassen:
jupiter20231230-20240104_cb.GIF


Da wiegesagt das Ausgangsmaterial nicht allzuviel hergibt (nicht nur wg. des grossen zeitlichen Abstands, auch die Qualität ist recht mau, am 30.12., ging das Seeing noch, am 04.01 war es eher unterdurchschnittlich), lohnt es sich nicht, noch viel länger rumzufrickeln. Es sieht aber doch hier und da ganz lustig aus, v.a. die wandernden Spots südlich vom SEB und die Girlanden in der EZ. Macht auf jedenfall Mut, das ganze nochmal mit besserem Ausgangsmaterial zu wiederholen, falls sich solches demnächst hoffentlich mal gewinnen lässt.

Greetz
-Cpt.B
 
Hallo Captain,
Das ist doch schon mal ein lobenswerter Anfang.
Wie zu erwarten( siehe Voyager Video oben), erkennt man deutlich differenzielle Rotation.
Allerdings sieht es so aus, als ob nur die Südhalbkugel rotieren würde.
Das Problem mit Morphmaker ist halt, dass es nicht die Realität darstellt, sonder eher Sience Fiction, denn alles was zwischen zwei Fotos dargestellt wird, ist pure Erfindung, die zwar meist mit der Realität übereinstimmt, aber eben nicht immer.
CS Mike
 
Hallo Mike

Ist ja wunderbar, wie du das hinbekommen hast, freu mich immer wieder auf was neues.

Manfred
 
Hallo zusammen
Ich bin ein Fan von Animationen .
Bei der Sonne ist es kein Problem da sind die Protuberanzen sehr aktiv. Da zeigen sich schon nach 30min tolle Videos.
Bei jupiter sieht es sehr schwierig aus .
Was für ein Programm macht denn eine so gute Animation wie Mike oben zeigt von der NASA gemacht .
Eine dumme Frage vielleicht .....
Wenn man den GRF 3std am Stück aufnimmt am gleichen Tag .
Sieht man dann schon Bewegung im Wirbel.
Sonst müsse man ja um jupiter herumfliegen und immer den gleichen Punkt Filmen.
Wie Mike schon sagte man müsste da ein paar mehr Leute haben das keine zeitliche Lücke entsteht.
Nicht zu schaffen . Schade

Gruß Frank
 
Hallo Frank,
Animationen ohne morphen lassen sich leicht in PS erstellen, Je mehr Bilder umso besser. Sonst hilft nur blinken.
Wenn man den GRF 3std am Stück aufnimmt am gleichen Tag .
Sieht man dann schon Bewegung im Wirbel.
Im Prinzip ja, wenn zu optimale Bedingungen hast und ein Teleskop mit hoher Auflösung. Mike schreib ja von einer Rotationszeit von ca. 5 Std. innerhalb des Flecks. In dieser Zeit dreht sich der Jupiter aber selbst auch noch ziemlich.

Gruß
Jörg
 
Nein Jörg, nicht 5 Stunden, sondern ca. 5 Tage braucht der GRF für eine Drehung um sich selbst, also ca 120h.
Es gibt zwei Möglichkeiten das darzustellen:
Entweder so wie ich es oben schon beschrieben habe, mit drei Fotografen in Europa, Asien und Amerika. In Asien könnte Armin in Bangkok mitmachen, der ist aber viel unterwegs, in Amerika eventuell Borodog, aber da müssten wir alle gleichzeitig Zeit und passendes Wetter für mehrere Tage haben.
Oder man fragt bei Alpo an, ob man Bilder aus dem Archiv verwenden darf, das wären dann aber keine eigenen Bilder.
CS Mike
 
Hallo Frank, wenn du den GRF 3h aufnimmst, wird er sich um ca. 9° drehen, genug um es wahrzunehmen, aber spektakulär ist das nicht, eine ganze Umdrehung ist anzustreben.
CS Mike
 
Hallo Mike,
das mit den 5 Stunden war ein Fehler meinerseits!
Mein ursprünglicher Post war eigentlich eine Darstellung der differentiellen Rotation der Jupiter Wolkenbänder.
Ist jetzt dazu mutiert eine Rotation des GRF darzustellen!?
CS
Jörg
 
Naja, beides ist ja eine Darstellung der differenziellen Rotation, bei der Karte siehst die gesamte Oberfläche, bei GRF in der Mitte nur die halbe, aber spektakulärer.
CS Mike
 
Hallo

Für Simulation ist dan auch die Möglichkeit, Meere tage wenn es die Tage erlauben Wetter, Filmen und ausschneiden was benötigt wird,
wenn ich richtig denke.
Pferde haben einein größeren Kopf,
deshalb überläst man denen das denken.??
Und so die Drehung vom GRF ersten.

Manfred
 
Hallo allerseits,
Habe mal 2 meiner Aufnahmen mit exakt dem selben Zentralmerdian von System II herausgesucht und dann versucht -so gut es in der Schnelle ging- diese 2 Aufnahmen halbwegs deckungsgleich zu bringen, mit dem Fixpunkt GRF (der ja auch nicht statisch bleibt ,nicht nur selbst rotiert, sondern auch langsam etwa 15 Längengrade pro Jahr durch den südlichen Teil des SEB pflügt).
Aber für das kurze Zeitintervall von 2 Tagen kann man das vernachlässigen, wenn man es nur für die Veranschaulichung der differentiellen Rotation von System I und II in der Animation als Anhaltspunkt heranzieht.

Beide Bilder mit ZM II 34,2°

7.Septemper 2023 sehr gutes Seeing 8-9
9.Septemper 2023 ausgezeichnetes Seeing 9-10
genau 5 Rotationen von System II Unterschied

Die Animation ist nicht ganz stimmig ,aber ich wollte aber das Bild vom 9.Sept. nicht absichtlich unschärfer machen ,man sieht den doch erheblichen Auflösungsgewinn zwischen einem 8-9 und einem fast 10 Seeing doch rechr deutlich, hoffe aber ist doch interessant für Euch.
(beachtet auch die Bewegung des Oval BA links unten und der anderen kleineren White Ovals ,die rasante Veränderung der nördlichen Umgebung des GRFs oder die "Oberkante" des SEBs und auch die ganz kleinen schwarzen Spots in den höheren nördlichen Breiten an der Oberkante der hellblauen STZ)


2023-09-07-09-09.gif


VG Martin
 
Hallo Martin,
das ist gut geworden. Bei 5 Rotationsperioden sieht man die Unterschiede deutlicher.
Schön wären jetzt halt noch zwei Schritte dazwischen…
Das muss man halt genau planen, und die Wetterbedingungen müssten auch noch passen.

Gruß
Jörg
 
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