Wolkenlücke am 22. März: Mond und Mars

#1
Wie man am gegenwärtigen Bilderansturm auf dieses Forum ablesen kann, genießen Wolkenlücken nach dem winterlichen Dauerverschluss des Himmels Hochkonjunktur. Hier also noch zwei Ergebnisse vom 22. März mit dem 6“ f/20 Fraunhofer:



100%-Darstellung (592 KB)




Das Mondmosaik wurde wieder unter Zwischenschaltung eines Achromaten bei f/11 mit der DMK21 und Grünfilter (Astronomik) aufgenommen. Wegen des durch die Brennweitenverkürzung gegebenen größeren Gesichtsfelds konnte der Terminator mit nur 7 Einstellungen innerhalb von 9 Minuten abgescanned werden. Es wurden jeweils 50% von ca. 1000 Videoframes mit AviStack ausgewertet und in Fitswork sowie Picture Publisher weiterverarbeitet.

Anders als zuvor habe ich diesmal die Nachvergrößerung auf 140% erst nach der Schärfungsprozedur in Fitswork vorgenommen. Die Schärfungsparameter liegen dann etwas anders, aber die Ergebnisse sind im wesentlichen gleichwertig, ob man nun vor oder nach der Schärfung vergrößert, oder ob man gleich bei längerer Brennweite aufnimmt. Die längere Brennweite hat natürlich den Nachteil, dass man mehr Teilbilder benötigt und mit längerer Belichtungszeit arbeiten muss ...

Mars wurde im Primärfokus bei f/20 aufgenommen, in Registax-5 gestackt, auf 200% nachvergrößert und mittels Wavelets geschärft. Die RGB-Aufbereitung erfolgte in Fitswork.

Gruß, Jan
 
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#2
Hallo Jan,

sehr gut deine Ausbeute, gefällt mir obermäßig!
Ein Mond von oben bis unten gelingt mir noch nicht,
was aber an meiner eingesetzten Brennweite liegt, ist halt meine Vorliebe :).
Auch der Mars ist ausgezeichnet geworden. Sehr scharf und sehr detailreich, wirklich klasse!

Gruß Wolf Manfred
 
#3
Hallo Wolf Manfred,

Danke für Deinen Kommentar. Ja - mit der Wolkenlücke hatte ich Glück, weil überraschenderweise auch das Seeing ganz ordentlich war. So kam immerhin auf Mars trotz mäßiger Schärfung noch die Gegend um Elysium Mons zum Vorschein. Immerhin war der Durchmesser des Planeten an dem Tag mit 10" nur rund 12x größer als das Airy-Scheibchen meines 6"-Refraktors.

Das Mondmosaik habe ich jetzt in der 75%-Version hier hineingestellt (vorher 20%), die ja mit ihrer Breite gerade noch unter der automatischen Schrumpfgrenze des Forums bleibt ...

Zur Aufnahme-Brennweite: Mit Deiner Kamera solltest Du - zumindest am Mond - auch ohne optische Nachvergrößerung auskommen. Vergleiche mal Deine aktuelle Abbildung von Rupes Recta mit der von Stefan (Astronomieclub Volkach), die er versehentlich (!) bei f/10 aufgenommen hatte.

Mit der optischen Brennweitenverlängerung gewinnt man bei den hochauflösenden Kameras m.E. nicht so viel, wie oft erwartet wird. Im Gegenteil, man muss ja länger belichten, und das kann zu erhöhter Bewegungsunschärfe aufgrund der Luftunruhe führen. Du kennst ja vermutlich die Diskussionen, [1], [2], im Zusammenhang mit den Bildern von Stefan.

Gruß, Jan
 
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#4
Hallo Jan,

also diese f/10-Aufnahme ist sehr beeindruckend!!
Da würde mich aber noch interessieren, mit was für einer Optik hier ans Werk gegangen wurde.
Vielleicht hat der Stefan ja schon bei f/10 eine deutlich hohe Brennweite.

Gruß Wolf Manfred
 
#5
Hallo Wolf Manfred,

Stefan hatte dort mit einem 12" ACF bei 3048mm Brennweite und einer DMK41 aufgenommen, vgl. oben angegebenen Link [1], ganz oben. Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, hatte Stefan als eingefleischter Deep-Sky-Fotograf den Mond nur zum Testen seines neuen Teleskops genommen und sich in dem Moment nicht die Mühe gemacht, eine Barlow einzusetzen. Er war dann wohl selbst überrascht von der Qualität der Ergebnisse.

Vielleicht brauchst Du ja in Verbindung mit Deinem SC-Teleskop den FFC zur Bildebnung und die ACF-Teleskope brauchen das nicht ?

Gruß, Jan
 
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#7
Hallo Jan,

Glückwunsch zu den tollen Aufnahmen, Mars und vor allem der Mond gefallen mir sehr gut.

Auf Deinem Mondbild findet man, -etwas unterhalb der Mitte -, ein ganz besonderes Detail, welches durchaus APOD-Qualität hat. Ich nehme an, Du hast es wahrscheinlich zufällig erwischt...?

Jedenfalls sehr schön anzusehen.


Viele Grüße,

Michael
 
#8
Hallo Torsten und Michael,

vielen Dank Euch beiden! Diese unerschöpflich vielfältige Oberflächenarchitektur des Mondes und ihre Schattenspiele faszinieren mich auch immer wieder. Jedesmal gibt es "neue" Strukturen zu entdecken. Es ist sehr angenehm, dass man den Terminator mit der Videotechnik in wenigen Minuten komplett einfangen und später das ruhige Bild im Warmen und bei entspannter Haltung in all seinen Einzelheiten beidäugig (!) betrachten kann. Darum versuche ich, die Schärfung gerade so weit zu treiben, dass für mich ein ähnlicher Eindruck entsteht wie unmittelbar am Okular meines Sechszöllers bei ca. 200-facher Vergrößerung.

Wenn die Technik noch etwas schneller wird, werde ich vielleicht doch noch meine Idee verwirklichen, den Videostrom mittels eines gleitenden Stackverfahrens online zu verarbeiten, und auf diese Weise eine von der Luftunruhe weitgehend befreite "Liveshow" für ein größeres Publikum unmittelbar am Beobachtungsort zugänglich zu machen ...

Michael: Das "X" war mir in der Tat nicht bewusst, sonst hätte ich es nach einer halben Stunde nochmal für sich aufgenommen. Danke für den Hinweis!

Gruß, Jan
 
#10
Dank Dir, Torsten!

Apropos "Wolkenlücke": Gestern habe ich auf meiner Website neben den Kurzvideos zur Veranschaulichung der Sichtbedingungen und den großräumigen Luftdruckkarten nun endlich auch die Infrarot-Satellitenbilder installiert. Dabei wurde mir klar, in welchem Umfang die Sichtbedingungen hierzulande durch Wolkenlücken und wie selten sie durch großräumigere Zonen mit klarem Himmel gekennzeichnet sind.

Gruß, Jan
 

Neustes Astronomie Foto

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