Hallo Garrett,
wie Gerhard schon geschrieben hat, kommen die Erinnerungen an die Jugendzeit hoch, wenn es ums Spiegelschleifen geht.
Auch ich habe damals mit 15 Jahren angefangen nach genau diesem Büchlein von Hans Rohr.
Meine ersten Gehversuche mit Teleskopen fingen mit einem Kosmos-Linsensatz für 4,80 DM an, dagegen war dann der erste Spiegel mit 150 mm Durchmesser und 20mm Dicke aus Fußbodenglas(was anderes war damals nicht aufzutreiben) ein Gigant.
Später habe ich dann noch einige größere Spiegel und als Krönung meiner Schleiftechnik ein 150mm und ein 200 mm Fraunhoferobjektiv mit jeweils 2500mm Brennweite geschliffen.
Solche Objektive waren zu der Zeit unerreichbar für meinen (für das Hobby freigegebenen) Geldbeutel, da blieb nur der Selbstschliff.
Warum schreibe ich dieses alles?
Nun, wie Gerhard schon bemerkt hat, könnte so ein Schleifabenteuer auch zu einem Hobby werden und ich kann Dir versprechen, wenn es Dich gepackt hat, läßt es Dich nicht so schnell wieder los.
Nicht umsonst haben amerikanische Männer, die diesem Schleifen nachgegangen sind ihre Frauen "Glaswidows" genannt....
Wie gesagt gab es in meiner Astroanfangszeit nicht diese preiswerten Angebote wie heute, da blieb nur der Selbstschliff, wenn man etwas Gutes haben wollte.
Wirtschaftlich ist das heute nicht mehr vertretbar, deshalb solltst Du überlegen, ob es Dir Spaß machen könnte, so einen Spiegel zu schleifen, zu polieren, zu vermessen und letztlich zu parabolisieren. Die optische Qualität kannst Du mit sehr viiiiiiiiiiel Geduld und sehr viel Zeit in höchste Regionen bringen, die den Chinakram weit in den Schatten stellen.
Aber dann befindest Du Dich wirklich in einem anderen Hobbyzweig der Astronomie.
Für mich kann ich nur das Fazit ziehen, ES HAT UNGLAUBLICH VIEL SPASS GEMACHT!!!
Also, wenn das Dein zweites Hobby werden soll, nur Mut und anfangen.
CS Peter