Wozu ein Großfernglas?

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R_Andreas

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Hi,

was kann man eigentlich alles mit einem Großfernglas beobachten? Anders ausgedrückt: Welche Bereiche der Astronomie deckt man damit ab? Ich dachte so an ein Glas der Größenordnung 20x90 oder 22x100 oder ähnliches.

Viele Grüße
Andreas
 
Hallo Andreas,

leider kann ich Dir mit soviel Öffnung nicht dienen. Aber mein 10x70 erfreut mich immer wieder mit herrlichen Ansichten zum Thema Andromeda-Nebel usw. Ich denke mal, dass schon mit 10x70 unter gutem Himmel alles an Messier gehen sollte (wenn auch eher die grösseren und helleren vergnüglich sind). Und die Milchstrassenspaziergänge mit freihändig geführtem Glas sind auch nicht zu verachten. Bei den Plejaden sehe ich mit 10x70 alles, was Dieter Brümmer in seinem Mini-Röhren-Projekt damals gezeichnet hat. Und selbst in M29 bleiben 8-9 Sterne.

Mit 20x90 wirst Du aber ein kleineres Feld haben als im 10x70 und es werden sicher eher die zweitgrössten Messiers und Verwandte sein, die als Zielobjekte in Frage kommen. Beim vorletzten ITV habe ich durch ein 20x100 Miautschi den Hatschi Per mit schön farbigen Sternen gesehen.

Problematisch ist bei so grossen Gläsern nur, dass Du entweder eine merkwürdige Körperhaltung einnehmen musst oder in ein FG mit 45°-Einblick investieren. Da Miautschi habe ich mir damals nicht gekauft, weil es mit 45° und optimaler Montierung über 2500 Teuro gekommen wäre, was mein Budget gesprengt hätte. Wenn ich eine vom Preis und vom Komfort her vernünftige Montierungs-Idee hätte, würde ich mir das gradesichtige APM-Glas anschauen.

Grüße vom
 
Hi Andreas,

selbst Besitzer eines 11x80 Vixen-Binos, sehe ich die Gründe darin:
- sehr transportabel
- Binokulares Sehen (natürlich)
- Geringe Vergrößerung (11x) ergänzt sich dadurch gut zu meinem Teleskop

Unter dunklem Himmel sind wahrlich prachtvolle Beobachtungen möglich
("Nebelfetzen wohin man blickt").

Was ich bei Deinen angesprochenen Binos bemängle ist die zu hohe Vergrößerung
bzw. zu kleine AP. Warum gibt es z.B. kein 15x100?
M. E. ist 22x ist zu nahe am Teleskop, nicht mit der Hand zu halten, AP zu
klein.

Gruß
Tom
 
Hallo,

aus meiner Sicht vor allem das riesige Gesichtsfeld und die excellente Helligkeit bei idealer Transportabilität!
Beispiel: Fernglas Danubia 11x80 mit 4,5° realem Gesichtsfeld und Austrittspupille 7 (beidäugig ist das halt
doch deutlich mehr als nur mit einem Auge! Fast mehr Licht als ein 114/900er Newton!), bringt zum Beispiel
Andromeda, Omega- und andere Nebel besser als mein Newton 200/1000 (mit OIII Filter überholt dann der
Newton) und ohne großes Aufbauen und andere zeitraubende Aktionen - einfach auch mal zwischen den
Wolken durch.
Beispiel Tento 20x60: das ist dann freihändig nicht mehr ganz so toll, obwohl man die Messiers damit auch
freihändig noch ganz gut findet (oder sieht, ob man sie noch finden kann) - dafür sehr gut bei hellem Himmel
(die Austrittspupille von 3 macht den Hintergrund schön dunkel). Auf Stativ sogar noch sehr gut für Mond
geeignet und selbst mit Stativ ruckzuck mitgeschleppt, hingestellt, durchgeguckt! Gesichtsfeld ist durch
schöne Weitwinkelokulare (allerdings nix für Brillenträger) mit 70° scheinbar immer noch 3,5° real!!!

Zum Vergleich: ein 8" Newton mit 2" WWOkular bringt so etwa 2-2,5° real (auch mit Pupille 7 bei ca. 30fach)
Der Vorteil beim Newton ist dann die Beobachtung im Zenit ohne Hals verrenken.

Wichtig: der Vorteil des riesigen scheinbaren und realen Gesichtsfeldes ist nur mit Weitwinkelgläsern wirklich
voll da - oft ein Nachteil der Schrägeinblickkonstruktionen, die bringen das große scheinbare Gesichtsfeld nur
bei den höheren Vergrößerungen und damit ist dann das reale Gesichtsfeld wieder nicht optimal!

Mit Großgläsern >80mm habe ich keine Erfahrung, da wird es schnell sehr unhandlich, schwer und teuer
(nicht mein Fall)

Gruß
 
Hallo Mainzelmann,

hast Du das Fujinon oder das TS? Und wie lange schon? (leider gibt es nicht sehr viele 10x70, genau wie
auch 11x80 sehr wenig angeboten wird und ich damit sehr sehr zufrieden bin: Messiers nicht mühsam
suchen, sondern einfach durchgucken und sehen - z.B. die Sternhaufen im Fuhrmann oder im Schlangenträger)

Gruß
 
Hallo,
mit den Erfahrungen mit einem 20x80 Glas kann ich dienen. Habe das TS Triplett 20x80 aus dem Land der Dschunken und Reisfelder. Ich bin zwar Anfänger, muß aber nach ersten Blicken durch riesige Dobsons mit sündteuren Nagler-Okularen sagen, daß ich von dem TS-Glas restlos begeistert bin. Alles Messierobjekte sehe ich durch das Glas ähnlich hell und plastisch. Die Vergrößerung ist völlig ausreichend. Natürlich war das Erlebnis nicht zu überbieten, als dann Orion mit 7 mm Nagler im Dobson zu sehen war - aber beim Abbau und Verstauen bei -5 Grad habe ich dann doch so meine Zweifel bekommen. Ein vernünftiges Stativ mit gutem Videoneiger (und gelenkige Halswirbel) sind allerdings Voraussetzung. Steigerungsfähig ist das Ganze nur noch durch 45 oder 90-Grad-Einblick und Wechselokulare. Ich bin daher für künftige Kaufentscheidungen von Newtons, Maks und kleinen APO's abgekommen (allenfalls mit Bino-Ansatz) und werde auf ein Miyauchi oder APM-Big Bino hinarbeiten. Durch solche Gläser durfte ich auch schon sehen: Es ist im Vergleich zum einäugigen Sehen, wie wenn im Kino zum Hauptfilm der Vorhang nochmal weiter aufgeht! Hinzu kommt, daß das beidäugige Betrachten wesentlich entspannter ist und das Gehirn wohl auch bei der Vergößerung bzw. Detailauflösung kräftig mithilft. Ich hoffe, meine Begeisterung ist ein wenig rübergekommen.
Einser00
 
Hallo hanz,

Fujinon SX1. Habe ich damals (noch DM-Zeit) neu für weniger gekauft, als die heute im Gebrauchtmarkt inseriert werden <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

Am 10x70 reizt mich die Option, es gerade noch in der Hand halten zu können und dass eine brauchbare Stativ-Monti-Kombination noch im preislichen Rahmen lag (ICS Fernglasstativ + M222 Kugelkopf). Leider ist die AP sehr gross und ich komme kaum in Gebiete, wo ich die auch nutzen kann.

Hätte gerne etwas mit höherer Vergrösserung und trotzdem 20+ mm Pab. Die 20x90 oder so werden mit gut 4kg so richtig teuer zu motieren. Vielleicht ein 20x80 Triplett mit TS Binomount und eingebauter Genickstarre... Leider nur 17mm Pab. Man wird sehen.

Fröstelnde Grüße vom
 
Re: Nochmal Großfernglas? Quali 20x100 45°

Nachfrage:

Ich hatte auf einem ITV mal durch ein 20x100 Futschinohn durchgeschaut mit 45° Einblick. Das war jetzt bei Tag eher gelbe Sosse,a ber bei Nacht schon schön. Hatschi mit Farben und so macht schon Laune. Aber über 5000 Deutesch Mäuse damals, das war nicht drin.

Aber eben denk ich mir so, es gibt doch zB das 22x100 von TS mit Geradeausblick. Da ist doch viel weniger Optik notwendig. Hast Du eine Idee, wie sich die zwei Gläser (oder auch das 20x100 von APM - auch wenn uns der Markus wohl kaum antworten kann <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />) im optischen Vergleich benehmen? Bezahle ich beim Fu* hauptsächlich die Bequemlichkeit?

Viele Grüße vom
 
Re: Fujinon 10x70

Hallo Mainzelmann,
das Fujinon hat mich auch immer gereizt, aber als ich dann das Danubia 11x80 günstig gesehen hatte, hab ich das genommen und es eigentlich nie bereut. Auch andere hier sind von den 11x80 Gläsern voll begeistert - so ab einem 5er Himmel einfach toll, bei weniger ist mein Tento 20x60 dann optimal - das kommt aber für Dich nicht in Frage da der Pab wirklich sehr klein ist (dafür halt ein tolles WW-Glas). Zu den ganz großen mit 90mm und mehr Öffnung braucht man sich dagegen eigentlich nur das Gewicht ansehen: prohibitiv. Ein Bekannter hat sich bei TS das 20x80 gekauft und ist sehr zufrieden (das teurere weiße mit der stabileren Mechanik)
 
Re: Fujinon 10x70

Hi,

mich stört auch, dass die großen Gläser alle eine recht kleine AP haben. Der Grund ist vermutlich, dass die kurzbrennweitigen, weitwinkeligen Okulare aufwändig und damit teuer sind.

Ein 15x90 mit 6° sGF- DAS wärs! Ein 70er ist mir etwas zu klein; ich hatte bis vor kurzem ein 12x60 und der Sprung wäre einfach zu gering. Mit dem 60er war übrigens die Milchstraße im Urlaub an der Nordsee ein Knaller; jede Menge farbiger Sterne und strukturreiche Milchstraßenwolken.

Wo gibts eigentlich dieses famose Danubia? Habe beim Googeln nichts finden können. Ich meine, ICS hatte das mal im Programm, aber jetzt offenbar nicht mehr.

Viele Grüße
Andreas
 
Re: Fujinon 10x70

Hi, R_Andreas,

was stört Dich an der Austrittspupille von einem 10X70? Das sind fette 7mm, die sich unter Mitteleuropa-Bedingungen kaum wirklich ausnutzen lassen.

Abgesehen davon ist so ein Glas wirklich eine feine Sache; mit dem riesigen Gesichtsfeld reicht es meistens schon, die Richtung grob anzupeilen, und das gesuchte Objekt ist im Bild. Auf Reisen in den Mittelmeerraum ist mein Fujinon 10x70 FMT-SX immer dabei. Ein konstruktiver Nachteil wandelt sich da mitunter zu einem Vorteil: man muss praktisch kein Zubehör mitnehmen(Okulare etc.), alles nötige ist dran. Abgesehen von einem Stativ mit Neigekopf, aber das ist schon zum Fotografieren meistens eh dabei.

Eine Fahrt durchs Milchstraßenband vom Schwan bis hinunter in den Schützen ist mit so einem Glas mit das beste, was man sich anschauen kann.

Grüße,

astroklaus

 
Re: Fujinon 10x70

Hi Klaus!

was stört Dich an der Austrittspupille von einem 10X70?

Gar nichts, das ist es ja! Die großen, günstigen Gläser haben maximal eine AP von ca. 4,5 (20x90; 22x100). Es wäre doch schön, wenn es auch ein 15x100 gäbe, das eine maximale AP zulässt. Es gibt noch 11x80 und 12x80 Gläser, die liegen aber dann bereits wieder über 500 Euro.

Von daher sind wir einer Meinung, glaube ich.

Viele Grüße
Andreas
 
Re: 11x80 Gläser

Hab das 11x80 Danubia jetzt auch nicht mehr gefunden, aber das waren eh nur Handelsmarken von (ich denke mal)
bei der geringen Stückzahl) demselben japanischen Hersteller. Das Helios gibt's wohl noch:
http://www.teleskope.de/helios_binokulare.htm
erwähnt wird: ab Lager lieferbar - dieses Glas war bisher als Restposten billig angeboten (300€).
der Neupreis ist bei den heute üblichen Preisen für gute China 20x80 (TS und Markus Ludes etc) eigentlich
nicht mehr akzeptabel. Vergleichbar sollte das Glas sein mit dem Vixen 12x80. Das Danubia dagegen hat(te)
BK7 Prismen, was man deutlich an den eckigen Austrittspupillen sieht. Wenn das Fujinon 10x70 zum vergleichbaren
Preis zu haben ist, ist es sicher besser (der Zentralfokus beim 11x80 geht normal eh nur bis so 20m, da kann
man auch gleich Einzelokulareinstelung nehmen).

Gruß
 
Re: 15x90 mit 6°real

Tja, ein 15x90 mit 6° real wäre wohl schon ein Optimum (90° scheinbar und Pupille 6), aber davon ist alles was ich
so kenne weit weit entfernt. Falls kleinere Brötchen akzeptabel sind: den WW-Rekord bei Pupille 7 hat gerade das
Zeiss Victory 8x56 mit 60° scheinbar (6° real). Weil > 60° scheinbares Gesichtsfeld normalerweise Probleme bei
Brillenträgern ergeben (sehr geringer Hornhautscheitel-Abstand, da paßt keine Brille mehr dazwischen) ist bei
WW-Ferngläsern heute eher weniger auf dem Markt als früher! (oder es taugt nichts wie mir hier für das Bresser
10x50 SUW versichert wurde (hat ca. 90° scheinbar)).
Ansonsten ist bei Pupille 6-7 fast immer nur 50° scheinbar drin.

Gruß
 
Re: 11x80 Gläser

Hallo ich habe das Danubia und andere beim Astroshop gefunden.

Aber wie Du schon bemerkt hast, sind die Preise nicht mehr marktgerecht. Für 200 Euro wäre so ein Glas aber eine schöne Lösung für den Spezialfall, dass man mal sehr dunklen Himmel zur Verfügung hat, was bei mir leider nur im Urlaub der Fall ist.

Wie ist denn das Danubia 11x 80 hinsichtlich des Augenabstandes und des Sehrfeldes einzuschätzen? Mit Sehfeld meine ich den subjektiven Eindruck Tunnelblick ja oder nein. Dass es kein extremes Weitwinkel sein kann, ist mir schon klar.

Viele Grüße
Andreas
 
Re: 11x80 Gläser

Hallo R_,

das Sehfeld ist 4,5° real = bei 11 fach 49,5° scheinbar, kein Tunnelblick aber auch kein WW. Den Augenabstand
kann ich nicht beurteilen, da mir da auch sehr kleine Werte wenig ausmachen - ich würde sagen so etwa wie bei
einem 20er Plössl (bequem). Da die Brennweite der Objektive so bei 400mm liegt, ergeben sich etwa 35mm Brennweite
für die Okulare (zwangsläufig), da siehst Du auch, warum da mehr Gesichtsfeld schwierig wäre: man brauchte dann
Prismen mit mehr als 30mm freier Öffnung (erst mit knapp 2" wären wirklich große Gesichtsfelder machbar).
Die Vergütung ist blau (MgF2?) und nix besonderes - ich denke, daß im Endeffekt das Fujinon 10x70 so etwa
dieselbe Lichtmenge ins Auge bringen wird. An das geringe Gesichtsfeld gewöhnt man sich ganz gut in den ersten
Minuten, es ist halt nicht sehr viel Platz zum indirekt sehen vorhanden, aber es reicht (ein üblicher Fernsehapparat
aus 3m Entfernung ist deutlich weniger und geht auch, das Hirn zoomt da rein).
Bei e-bay verscheuert übrigens gerade jemand ein 11x80, sind noch so bei 60€ (meines habe ich für 230€
bekommen) Marke habe ich noch nie gehört.

Gruß
 
Re: 11x80 Gläser

Hi,

danke für die Infos. Ich werds erst mal mit dem 20x90 versuchen, ein ausführlicher Bericht wird folgen. Wie schon erwähnt, mein Gartenhimmel verträgt sicher keine AP über 5, von daher dürfte das AP 4,5-Glas optimal sein.

Grüße,
Andreas

 
Re: 15x90 mit 6°real

Weil > 60° scheinbares Gesichtsfeld normalerweise Probleme bei Brillenträgern ergeben (sehr geringer Hornhautscheitel-Abstand, da paßt keine Brille mehr dazwischen)
Hallo hanz,

das verstehe ich nicht. FG-Okulare sind doch auch nur Okulare und nach der Argumentation dürfte es ja z.B. gar keine Pentax XL geben (gibts ja leider auch nicht mehr <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" />) mit 20mm Pab und deutlich über 60°.

Hab ich was falsch verstanden?

Der
 
Re: 15x90 mit 6°real

Hallo Mainzelmann,

das Ganze ist leider etwas komplizierter als ich es oben dargestellt habe, aber die Kernpunkte sind:

langbrennweitige Okulare mit großem Gesichtsfeld brauchen große Strahlquerschnitte (Tuben, Prismen usw.),
auch bei Pentax ist das langbrennweitige 40er eine eigene 2" Konstruktion und 2" freien Durchmesser für die
Prismen hat kein mir bekanntes Fernglas. Für geringe Vergrößerungen (das entspricht großen Austrittspupillen,
da diese über die f-Zahl des Objektivs verknüpft sind, bei der man f5 für Achromaten besser nicht überschreitet)
und große AP braucht man langbrennweitige Okulare und langbrennweitige Objektive, da die Objektive für
Ferngläser meist so f5 haben (50er Öffnung z.B. etwa 250mm Brennweite), braucht man also Pupille 7 (entspricht
bei 50mm Objektiven 7facher Vergrößerung) so grob 35mm Okulare (das gilt auch für andere f5 Objektive) -
und um ein 35mm mit 70-80° Gesichtsfeld auszustatten, braucht man ein Bildfeld (Feldblende) von etwa 2" (50mm)
Durchmesser, das entspricht in erster Näherung dann auch Prismen mit knapp 50mm freiem Durchmesser -
sowas gibt es zwar für Teleskope, aber für Ferngläser wäre das zu schwer und unhandlich. Eine alternative
Lösung wird bei den Bresser SUW Gläsern verwendet: je ein Spiegel und eine Linse pro Rohr, das wird dann
leichter.
Für die hohen Vergrößerungen (kleineren AP) sieht es da gleich besser aus, da die okulare kürzere Brennweiten
haben können und ab so knapp 20mm Brennweite ein Bildfeld von 80° in ein 1 1/4" Rohr paßt (und durch
die bei Ferngläsern meist ebenfalls so knapp 3cm messenden freien Querschnitte der Prismen). Mit 20mm
Okularen bekommst Du am Beispiel 50mm Objektiven mit f5 = 250mm Brennweite 12,5 fache Vergrößerung
(für andere f5 dann auch) und damit AP4 und so sieht man, warum WW-Okulare erst ab AP5 zu haben sind
(manche Hersteller, z.B. Pentax, machen da bei ihren Ferngläsern aber trotzdem Minigesichtsfelder von <50°
rein, um das Prädikat "voll randscharf " zu bekommen - ist halt einfacher, die Feldblende kleiner zu machen
als ein weites Gesichtsfeld scharf).
Bezüglich Brillenträgerokularen muß man sagen, daß bei kurzbrennweitigen Okularen ein großer Hornhautscheitelabstand
normalerweise mit Barlow-Elementen vor dem eigentlichen Okular gemacht wird (Nagler, Pentax, Vixen LV usw.),
dies ist aber bei preisgünstigen Ferngläsern bisher nicht üblich (und für lange Okularbrennweiten auch
nicht nötig, da reicht der "natürliche" Abstand der bei billigen Ferngläsern üblichen Kellner- und bei teureren
meist König-Konstruktion). So haben die meisten WW-Ferngläser mit >60° Gesichtsfeld halt
kurze Hornhautscheitelabstände, die ein Tragen von Brillen nicht zulassen (sieht man nicht mehr das ganze
Bildfeld). Bei Leica und Zeiss treibt man da viel Aufwand, um die schönen großen Gesichtsfelder auch brillentauglich
zu bekommen.

Gruß

 
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