Wozu Mini-PCs

Kerste

Mitarbeiter
Hallo allerseits,

es ist soweit: Ich habe meine Windows-7-Installation endgültig in den Orkus geschossen, ein neuer Rechner muss her. Jetzt sind ja irgendwie Mini-PCs der neue "heiße Scheiß". Ich frage mich nur, welchen Vorteil sie haben...

20200911-14h-03m-P1240393.jpgErstmal kurz meine Situation: Der Windows-PC wird zur Steuerung vom Teleskop (EQStar Pro via ASCOM) und für die QHY-Mono-Kamera oder eine Nikon genutzt (gelegentlich auch für die Vereins-Kameras von ATIK und QHY), mit Sharpcap oder APT. Motorfokussierer sind Baader und Astro-Gadget via ASCOM. Meine einzige ZWO-Kamera ist die 120MM für das Guiding mit PHD, wobei ich aktuell fast nur Sonne/Mondfotografie ohne Guiding mache. ASIAir scheidet also aus.

Der PC wird nur für Foto genutzt. Wenn ich visuell unterwegs bin und ein Planetariumsprogramm will, kommt entweder SkySafari auf dem Handy mit der Goto-Montierung zum Einsatz, oder die StarSense Explorer App.

Mit NINA bin ich nie warm geworden, weil Platesolving unter Win7 nicht läuft. Mein Workflow ist auf Sharpcap optimiert. Und Sharpcap über das Handy zu steuern, stelle ich mir unmöglich vor. Da war schon das 11" Display vom alten Laptop fast zu klein.

Einsatz ist entweder auf dem Balkon, wo ein Tisch vorhanden ist, oder auf dem Acker, wo ich den Laptop im iCap Notebook-Zelt sonnengeschützt auf eine Ablage am Stativ stellen kann.

Jetzt stellt sich mir die Frage: Hat so ein Mini-PC (für mich) irgendwelche Vorteile gegenüber einem Laptop, die ich übersehe?

Preislich nehmen sich ein Mini-PC und ein refurbished Laptop nicht viel, und bislang hat mir ein MacBook Air von Mitte 2013 gereicht – Rechenpower sollte also kein Problem sein; Bildbearbeitung findet eh nicht auf dem Gerät statt.

Vorteil Laptop:
  • Monitor und Tastatur sind integriert, kein weiteres Gerät nötig
  • Kann zur Not im Heimnetz per Remote Desktop gesteuert werden, genau wie ein Mini-PC
  • Akku ist integriert
Nachteil Laptop:
  • Irgendwann ist der Akku hinüber...
Vorteil Mini-PC:
  • Kann fest an Teleskop oder Montierung installiert werden
Nachteil Mini-PC
  • Braucht eigene Stromversorgung
  • Braucht ein weiteres Gerät zur Steuerung (kann ich als Vorteil nachvollziehen, wenn wie bei ASIAir nur die Parameter für den Aufnahmestart eingestellt werden und er danach alleine arbeitet; bei Sonne/Mond wird ja doch öfter der Bildausschnitt geändert). Mein iPhone 12Mini hat auch nur einen begrenzten Bildschirmplatz...
Von daher bin ich ziemlich sicher, dass ein kleiner Laptop für mich sinnvoller ist.

Übersehe ich was, oder warum nutzt ihr Mini-PCs statt Laptops?

Clear Skies,
Alex
 
Hallo Alex,

vorweg, ich kann mich mit den kleinen Schachteln, egal ob Mini-PC oder RPi basierend, auch nicht anfreunden ;).

Du hast doch für Dich alles relevante aufgeführt.

Vorteil Mini-PC:
  • Kann fest an Teleskop oder Montierung installiert werden
das wäre für mich der einzige Punkt, der für eine dieser Schachteln sprechen würde. Kürzere Kabel und so.
Wobei ein daneben stehender Tisch, wenn man ein bisschen überlegt ;), auch kein Problem für die Kabelführung ist. Und Dein iCap Notebook-Zelt ist ja auch, s. Bild, recht nah an allem dran. Also 'so what'.
Wobei ein Mini-PC größer ist, als alle die Teile die auf einem RPi basieren.

Sowohl auf dem Balkon wie auf dem Acker bist Du doch bestens ausgerüstet um ein Notebook zu betreiben.
Du hast doch deine Abläufe dahin gehend so eingerichtet das Du bestens klar kommst.

So meine Einschätzung.
 
Hi Alex,

Was ist ein Mini PC? Zählt der Raspberry auch mit dazu?

Ich nutze 2 Raspberry Pi4, einmal eingebaut in meine EQ8, einmal Standalone, je mit Stellarmate. Mit Mosfets hab ich mir ein paar PWM regelbare Power-Ports geschaffen, GPS integriert und aktive USB-Hubs integriert. Läuft alles via 12 bzw 13,8V

Als direkten Mini PC nutze ich parallel einen MiniX N300 mit 32 GB RAM, 4TB SSD Windows 11 mit NINA.

Vorteile:
- 12V Versorgung
- Passiv, Abwärme hält das Gerät taufrei
- 2,5 Gbit LAN
- hervorragendes WLAN
- Performance, besonders für Lucky Imaging
- Remotefahig
- Kompakt
- Metallgehäuse
- Reichlich USB

Nachteil:
- gegenüber Raspberry schwieriger in Eigenregie Stromverteilungen und PWM zu bauen

Da ich meist aus dem Warmen heraus werkel, kann egal welche Steuerung verwendet wird, direkt am Teleskop bleiben. Das geht natürlich auch mit einem kleinen Laptop, auch der kann ggf. von einem Zweitgerät bedient werden. Das schöne an den kleinen PCs ist, dass sie direkt auf der Schiene, nah am Instrument mitfahren können, keine Fehllichtquelle sind und die Kabelführung meist deutlich vereinfachen.

Langfristig möchte ich die Raspberries ablösen und mehr mit NINA arbeiten. Power macht mir noch etwas Kopfschmerzen, da weder die Pegasus noch die Wanderer Box vollständig überzeugen. Die eine hat Features, die der anderen fehlen und umgekehrt.

CS, Ralf
 
Hi!

Unter Mini-PC verstehe ich die ganzen kleinen Dinger, die in eine Handfläche passen, erst einmal unabhängig vom Innenleben. Ich komme noch aus der Zeit, als ein BigTower unter dem Tisch stand, und die PS2 von IBM kam statt von Sony und 20 Kilo wog ;) Da ist so ein kleines Kästchen schon sexy, aber das allein langt mir als Kaufgrund nicht...

Kabelführung ist ein Argument (vor allem wenn der PC und das andere Zubehör am Teleskop verbleiben kann), wobei ich das mit einem USB-Hub erledigt habe. Direkt am Laptop wird nur das Kabel vom aktiven USB-Hub angeschlossen (Montierung, Guiding, Fokus - alles, was keine schnelle Verbindung braucht - und jeder Port beschriftet, damit Windows keine COM-Ports verwürfelt), sowie die Kamera für schnelle Datenübertragung.

Ich gehe auch davon aus, dass ich mit einem neuen Laptop am besten fahre, aber manchmal übersieht man ja doch was, weil man es schon immer so gemacht hat.

Clear Skies,
Alex
 
Ich komme noch aus der Zeit, als ein BigTower unter dem Tisch stand
dito.

wobei ich das mit einem USB-Hub erledigt habe.
man muss sich halt zu helfen wissen ;).

aber manchmal übersieht man ja doch was, weil man es schon immer so gemacht hat.
das ist wohl richtig. Aber es gilt auch 'never touch a running system'.

Wie Du ja auch schreibst, bist Du ja auch mal draußen auf dem Acker und sich da dann mit so einer Schachtel vom SmartPhone oder Tablet drauf verbinden (SharpCap und so)... :eek:.Mit den 10" Tablets auch nicht der Knaller. Dann gleich ein 14" oder 15" Notebook. Da sieht man auch was :cool:. Und dann das blöde getappse auf dem Display :whistle:.
Ich komme auch aus der Zeit der BigTower und bin es einfach gewohnt. Mein SmartPhone ist nicht am Daumen oder am Ohr fest gewachsen ;). Ich mag einfach größere Displays und das Maus geschubse.
 
Hallo Alex,

ich finde die kleinen PCs super, weil ich aber auch gewohnt bin, mit dem Ipad zu steuern. Daher halt bei mir zur Zeit Asiair oder eben später mal die neue Stellavita. Kleine Windows-PCs kann man auch remote über ein Tablet steuern, mir gefällt das. Aber wenn Du eh gewohnt bist, ein Laptop mitzunehmen und darüber Sharpcap sinnvoller bedienbar ist, dann ist für Dich ganz klar das Laptop das Mittel der Wahl. Es hängt an der Software, die Du brauchst.

LG Olaf
 
Ja, Tablet wäre bei mir noch ein Kostenpunkt mehr. Daher die Frage, warum bzw. für welche Szenarien Tablet + Mini-PC + Stromvesorgung gegenüber einem Laptop bevorzugt wird.
 
Aus meiner Sicht ist ein großer Vorteil der Mini PCs, dass ich sie remote aus dem warmen Büro bedienen kann.

Man könnte natürlich auch draußen einen Laptop hinstellen und remote steuern. Der Nachteil ist dann die Stromversorgung > 12V und der Kabelsalat.

Die Mele Quieter haben zudem den Vorteil, dass sie nur 12V benötigen, vergleichsweise preiswert sind, 4 USB 3.x Schnittstellen haben und gleich mit Windows 11 Pro kommen. Ein USB Hub sollte also in den meisten Fällen nicht benötigt werden.

Am Ende muss das jeder für sich selbst entscheiden.

CS,

Günther
 
Mal jetzt davon abgesehen das ich die kleinen Schachteln nicht mag, ist wohl der Knackpunkt wie lange der Akku des Notebook hält.
Das Teil an sich braucht Strom und muss, in Deinem Fall, auch den USB-Hub mit den daran angeschlossenen Gerätschaften versorgen.
Auf dem Balkon alles kein Problem. Da ist meist eine Außensteckdose vorhanden oder es ist möglich ohne großen Aufwand Strom hin zu bekommen.

Acker ist da was anderes.
Wenn der Akku des Notebook eine gute Leistung hat, wird wohl keine Power-Station benötigt.
Bei allem anderen halt das
 
Hallo!
"Mini-PCs" sind eigentlich kleine Rechner mit irgendeiner Spielart von ITX-Mainboards. Sie haben relativ normale Prozessoren von Intel oder AMD und man kann darauf ein ganz normales und flottes Windows aufsetzen.
Die Computer der "Handflächenklasse" nenne ich eher "Einplatinencomputer". Die sind in der Regel mit ARM-Prozessoren versehen und als Betriebssystem wird da sinnvoller Weise Linux verwendet. Ich habe damit immer mal wieder Experimente am Teleskop gemacht, aber mir ist das zu mühsam mit denen. Etwas Anderes ist es vermutlich, wenn man ein ASIAir verwendet, aber das scheidet hier ja aus.

Ein Mini-PC in diesem Sinne ist also von Vorteil, wenn
- man den unbedingt am Teleskop anbringen will.
- man sich um Schwitzwasser sorgt, das da ggf. am Notebook herunterrinnt.
- man etwas Lüfterloses umsetzen möchte, damit unter den harschen Bedingungen nicht evtl feuchte Luft in das Gerät gesogen wird.
- man sein teures Notebook nicht riskieren mag.
- man den PC gerne fest draußen installieren möchte.

So sehe ich das und deswegen habe ich in der Sternwarte einen robusten Industrie-PC installiert.
Aber ehrlich gesagt: Wenn du mit einem Notebook glücklich bist, dann mach das einfach. Ich habe früher nie ein Notebook geschrottet. Die haben das immer ausgehalten, obwohl das durchaus keine Outdoor-Geräte waren. Ich habe da einen Pappkarton drüber gestülpt oder etwas Zeitung draufgelegt. Es ist nie was passiert.
Remote bedienen kann man die natürlich auch.
Tablet habe ich auch mal probiert, aber das ist für mich der größte Mist. Knifflig einzurichten und alle 2 Wochen installiert da irgendwer ein Update und man fängt von Vorne an. Ich will einschalten und loslegen.

Gruß
Sebastian
 
Ich habe früher nie ein Notebook geschrottet. Die haben das immer ausgehalten, obwohl das durchaus keine Outdoor-Geräte waren.
ich betreibe mein Teleskop-Notebook jetzt auch schon zwei Jahre auf dem Balkon. Bleibt nicht dauerhaft draußen.
Ob Winter oder Sommer, wurscht.
Hatte schon Reif und Eis auf dem Deckel. Tastatur feucht und nix passiert.
Wird dann am Ende runter gefahren, rein geholt, Klappe hoch, ohne Strom hingestellt. Am nächsten Tag alles trocken und er brummt wieder los.
Hatte anfangs zwar auch Zweifel, aber nix is.

Und wenn ich da an meine GoTo AZ Montierung denke, da ist ja auch eine Platine drin und irgendwas von besonderen Dichtungen im/am Gehäuse habe ich auch nicht gefunden. Da ist evtl. das Notebook dichter.
 
Bislang ist es ein altes MacBook Air, Akkulaufzeit ist mehr als ausreichend (mal schauen, was aktuelle Modelle können), den Lüfter habe ich auch noch nie gehört, und das iCap-Zelt gibt auch genug Schutz. Solange die Elektronik läuft und Abwärme macht, ist Kondensation eigentlich kein Problem.

Die Platinen in der Montierung sollten schutzlackiert sein, da ist eher das Problem, wenn Wasser in die Buchsen reinläuft.
 
Könntet ihr vielleicht kurz was zur Mindestanforderung des Mini-PCs sagen? Meiner ist ein NUC, der vor vielen Jahren 120€ neu gekostet hatte (glaub ich). Der hier erwähnte Minix hat schon 400€. Ist das mit SharpCap, Nina, phd2, Speichern etc heutzutage notwendig?
 
Ich kann zumindest sagen, dass mein MacBook Air von 2013 mit
  • 1,3 GHz Dual-Core Intel Core i5 (Turbo Boost bis zu 2,6 GHz) mit 3 MB gemeinsam genutztem L3-Cache
  • 4 GB 1600 MHz LPDDR3 Arbeitsspeicher (On-Board)
  • Zwei USB 3 Anschlüsse (bis zu 5 Gbit/s)
  • Bis zu 10 Stunden Wiedergabe von iTunes Filmen
zumindest unter Windows 7 keine Probleme hatte, solange genug Festplattenspeicher frei ist. Ich hoffe mal, dass das aktuelle Windows noch ein paar Ressourcen frei lässt. Wenn auch mit Sharpcap statt NINA.
 
Ich habe Mele Quieter 2C, 3C und 3Q jeweils mit 8 GB RAM und nutze N.I.N.A.

Alle genannten Quieters reichen problemlos aus.

Meinen letzten Mele Quieter 3Q habe ich letzte Woche für 150€ Ordnung original verpackt und verschweißt als gebraucht bei ebay gekauft.

Viele Grüße,

Günther
 
Ich hoffe mal, dass das aktuelle Windows noch ein paar Ressourcen frei lässt. Wenn auch mit Sharpcap statt NINA.
auf meinem Teleskop-Notebook läuft ein
Betriebsystemname Microsoft Windows 11 Pro
Prozessor Intel(R) Core(TM) i5-6200U CPU @ 2.30GHz, 2401 MHz, 2 Kern(e), 4 logische(r) Prozessor(en), also schon betagt.
Installierter physischer Speicher (RAM) 12,0 GB
Modell Samsung SSD 850 EVO 1TB
mit SharpCap, Sky Chart, ASCOM und diverse Treiber.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Alex,
für mich ist die Antwort ganz simpel, ich habe an jeder Montierung einen Mini-PC (Intel NUC bzw. Raspberry). Dort läuft alles, was die Aufnahme einer gesamten Nacht steuert. Über das Laptop greife ich remote darauf zu und greife notfalls ein. Sobald alles mal angelaufen ist, klappe ich das Laptop zu und gehe ins Bett.

Für so ein Setup würde ich immer plädieren, wenn man nicht während der gesamten Aufnahmezeit neben dem Rechner sitzen möchte.
LG Wolfgang
 
Ach ja, noch ein Kommentar: bei den kleinen Boxen darauf achten, dass sie mit 12V oder weniger betrieben werden können. Die neuen NUCs sind leider alle auf >12V angewiesen und damit aus dem Spiel raus.
 
Nachdem mein erster Mini PC fürs Teleskop nach 10 Jahren ein paar für mich wichtige Aspekte nicht mehr erfüllte (USB, Ethernet) hab ich vor kurzem in Ruhe aufgestockt:

i3-1315u
16gb ram
2tb ssd

Zwar aktuell überdimensioniert, aber damit ist dann wieder eine ganze Zeit lang Ruhe.

Darauf läuft je nach Ziel Nina oder Sharpcap. Ein Monitor war zuletzt bei der Installation dran. Gesteuert wird entweder vom ipad, Macbook oder Arbeitszimmer PC.

Der Vorteil ist für mich letztendlich die vollständige physische Trennung von dem Gerät, was die Aufnahme und die Montierung steuert und dem Gerät und Ort von dem ich das bediene (und parallel eben im Zweifel anderes mache). Ganz egal ob die räumliche Trennung nun 1m oder mehrere 100km beträgt.
 
Hallo Alex,
ich bin nach einigen Jahren jetzt auch bei einem MeLE Quieter 4C (8GB/256GB) angekommen, der wirklich winzig ist, obwohl W11-Pro tauglich und auch richtig fix.
(SW: NINA, PHD2, Pegasus-Unity, Firecapture, iPolar)
Das winzige Teil sitzt mit einer 3D-gedruckten Halterung innen an einem Stativbein. Zusätzlich gibt es oben kurz unter der Montierung noch eine Pegasus-Powerbox und an einem zweiten Stativ-Bein sitzt ein kleines 12V-Schaltnetzteil mit 6A. Die gesamte Verkabelung ist fest verlegt.

Da ich keine Hütte mit Schiebedach habe, muss ich das Teleskop immer aus meiner Hütte in Garten zum Beobachtungsplatz tragen (ca 10m). Dort sind im Rasen 3 Granit-Palisaden eingegraben, in denen oben 1cm tiefe kleine Löcher eingebohrt sind, in die die 3 Stativfüsse genau hineinpassen. Das Ganze ist also in ca 1 min aufgestellt und perfekt ausgerichtet. Nun muss ich nur noch das 220V Verlängerungskabel ans Netzteil anstecken und Power-ON drücken.
Der Mini-PC ist so konfiguriert, dass er ohne Tastatur und Bildschirm hochfährt und sich im WLAN anmeldet.
Ich brauche nun nur auf meinem Notebook im Wohnzimmer Remote-Dektop starten und habe sofort den Bildschirm vom Mini-PC auf dem Monitor.

Das ist für mich fast so schnell erledigt, als ob ich alles fix in einer Hütte mit Schiebedach hätte.

Ich hatte auch mal ein Notebook auf einem Tischchen und einem Schemel am Teleskop.
Nachts gefiel es mir nicht, weil Bildschirm, Mouse und Tastatur mitunter klatschnass waren.
Tagsüber nehme ich auch Sonne (H-alpha) auf. Da kann man auf dem Monitor vom Notebook draussen bei Sonne fast nix erkennen. Da hatte ich dann aus Sperrholz eine Kiste für das Notebook gebaut (aussen weiss, innen schwarz), bei richtig Sonnenschein war das aber immer noch sehr schlecht zu erkennen.
Mit dem Notebook im Wohnzimmer (oder irgendeinem anderen Ort) ist das höchst komfortabel, in der Hitze angenehm kühl und in der kalten Nacht trocken und angenehm warm.

Ende der Session:
Mini-PC über Remote-Desktop herunterfahren, Netzteil ausschalten, Netzkabel abziehen und das komplette Teil in die Hütte tragen. Das geht, weil ich ein Carbon-Stativ habe, eine leichte HD-Montierung und keine wirklich unhandlichen und schweren Teleskope. Habe ich mal das 106mm Triplet drauf oder das Mewlon180, dann nehme ich das Teleskop vorher ab.

Für mich ist diese Lösung die optimale Alternative zu einer fest installierten Anlage in einer Hütte mit zu öffnendem Dach. Ich denke aber, die optimale Lösung ist für jeden anders, je nach gegebenen Randbedingungen.

CS
Jürgen
 
Hallo zusammen,

mal so als "Außenstehender", wieso nicht beides tun? Also Schachtel-Rechner am Teleskop um die Kabelwege übersichtlich zu halten, remote bedient über irgendein günstiges Notebook. So könnte man das Notebook vom Teleskop absetzen ohne Stolperfallen.
 
Also Schachtel-Rechner am Teleskop um die Kabelwege übersichtlich zu halten, remote bedient über irgendein günstiges Notebook. So könnte man das Notebook vom Teleskop absetzen ohne Stolperfallen.
Hallo Toni,
ist doch genau, was ich beschrieben habe.

Für mich stand einfach eine "Grab 'n Go" Lösung auf Prio 1.
Ich habe davon zwei nahezu identische Setups:
Das eine mit einer HEM27A ( Carbonstativ 2kg, Montierung 3,6kg, trägt bis über 10kg ohne GGW, nehme ich auch als Reiseteleskop, dann mit 61EDPH oder TLAPO804)
Das zweite mit einer HEM44A ( Carbonstativ 2kg, 25cm Stativ-Verlängerung (Alu ca1,5kg), Montierung 6,2kg, trägt bis über 20kg ohne GGW, nehme ich nur für das Mewlon und das 106mm Triplet-APO, wegen der Stativ-Verlängerung und ist natürlich etwas "stabiler")
Beide stehen immer komplett bestückt parat, das mit der HEM27A zumeist mit dem aufgesattelten TLAPO804, das mit der HEM44 ohne aufgesatteltes Teleskop, sonst doch zu schwer um es zu schleppen, auch wenn es nur 10m sind......

So bin ich absolut flexibel und in wenigen Minuten aufnahmebereit.

CS Jürgen
 
Zuletzt bearbeitet:
Jürgen hat das sehr gut beschrieben wie ich das mache!🤓

Der Laptop oder PC zur RDP Steuerung des Mini PCs darf dann auch gleich zur Bildbearbeitung genutzt werden.

CS,

Günther
 
Könnte ihr mal paar Fotos von eurem Grab an Go Setup teilen? Mich würde vor allem interessieren, wie genau(!) und womit und wo ihr die ganzen Teile verschraubt, verklebt, verklemmt, … habt! :)
 
Meine Lösung ist ein simples Holzbrett, an dem ich meine selbstgebaute Stromverteiler-Box, den Raspberry und den Focus-Controller drangeschraubt bzw. mit einem Klebeband festgezurrt habe. Oben seht ihr noch die Haken eines simplen Gummispanners, mit dem ich das Kunstwerk an meine Säule hänge.

In der gleichen Bauweise habe ich noch ein Setup mit Intel NUC statt Raspberry.

Alles nicht schön, aber selten :p - und es funktioniert.

LG Wolfgang

1744399797052.jpeg
 
Hallo Alex,

am ökonomisch sinnvollsten scheint mir "fürs Feld" der Einsatz eines Seestar + 100€ Tablet. Bildbearbeitung mit SEESTAR App bzw. PS Express (hier Android).

Für einen festen Standort ein MiniPC z.B. vom Schlage des MELE Quieter direkt am Montierungskopf befestigt und mit Remote Zugriff.
Adressvergabe dann im Heimnetz z.B. 192.168.1.1xx für die Monti und 192.168.1.2xx für den MiniPC. Bei Win10 Steuerung mit SynScan/Stellarium und TightVNC.

Gruß,
Peter

s.a. mini PC /NUC und Stromversorgung
 
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