Bevor ich 10 000 Euro für ein reines Planetengerät ausgeben würde, hätte ich aber eine Menge Fragen und Zweifel:
(1) Die Spot Rechnungen, die da gezeigt werden, gelten ja nur für zwei Wellenlängen, nämlich 501 und 656 nm, die dort als "blau" und "rot" bezeichnet werden:
"It is usual to use only these two wavelengths for blue and red, and to interpolate for the green."
Ob man 501 nm schon als "blau" bezeichnen kann, darüber kann man streiten. Mit Sicherheit decken diese beiden Wellenlängen nicht den vollen visuellen Spektralbereich bei der Planetenbeobachtung ab, von photographischen Anwendungen ganz abgesehen. Bei 400 und 700 nm sieht die Sache dann vermutlich nicht mehr annähernd so gut aus. Und ob die Wellenlängen dazwischen "interpolieren", ist auch nicht immer selbstverständlich.
(2) Farbabhängiger Fokus-Shift:
"One other point is that there is a small difference in focus between the 501nm and 656nm images of 0.55mm. As the instrument comes with an electronic focuser, it is simple to adjust the focus. The Moonlite focuser has a "click-stop" feature, so the distance between these just requires one click.
Das hilft aber nur bei monochromer Photographie mit Farbfiltern. Dem rein visuellen Planetenbeobachter nützt das nur, solange er immer nur mit Farbfiltern beobachtet, und wer macht das schon?
"Under very good sky conditions, it is possible to use a magnification of 500x, and the Zerochromat shows bright stars as perfect Airy discs, with faint diffraction rings. Inside and outside focus is textbook perfect. There is no chromatic aberration visible at all."
Kaum zu glauben bei dem chromatischen Fokus-Shift.
(3) Über eine Vergütung der Linsen findet man gar nichts. Für so viel Geld sollte man aber schon eine erstklassige Mehrschichtvergütung verlangen, zumal bei einem Planetenspezialisten.
(4) Feldgröße: ein f/12 Planetenspezialist mit 2.4 m Brennweite ist natürlich kein Richfield Gerät. Mit einem 2" Okular geht da maximal 1.1° an Feld durch, wobei davon die zentralen 0.5° abschattungsfrei sein sollen. Das wäre also ähnlich wie bei langsamen Maks und Schiefspieglern, mit denen dieses Design in direkter Konkurrenz stünde.
(5) Wie stabil die Justierung der gefalteten Optik sein wird, bleibt wohl für die ersten Käufer herauszufinden ...
Ist jedenfalls ein interessantes, wenn auch nicht völlig neues, Rohrkonzept. Vielleicht wird man ja auf UK-Starparties in Zukunft das eine oder andere Exemplar davon antreffen. Die hatten dort ja schon immer ein Faible für
besondere Instrumente ...
Mit freundlichen Grüßen,
Peter