x-100er Ferngläser

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gersh

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Hallo,

ich habe mich nun bei 2 Astronomievereinen umgesehen und man hat mir (als Anfänger) geraten, mir zunächst einmal ein "Astro"-Fernglas zuzulegen, um den Himmel und meinen Begeisterungsfaktor kennenzulernen.
Zuvor hatte ich eigentlich mit dem Kauf eines 8" bzw. 10" Dobson geliebäugelt.

Gut ... der Bauch möchte natürlich ein Teleskop, mein Versand kann der Argumentation folgen.
Auch wenn es natürlich (sicherlich sehr gute und) teure Ferngläser gibt (u.a. mit 45° oder 90° Winkel), jenseits der 600 EUR, sehe ich es derzeit so, dass ich mir da ggf. eine Grenze von 350 EUR setze (man braucht ja zzgl. noch ein stabiles Stativ). Quasi zum Himmellernen, zudem ja nicht so umständlich im Transport wie ein Teleskop. Mir dann weiteres Geld für ein späteres Teleskop mit allem Drumherum aufhebe.
Jetzt 1000 EUR für ein Fernglas und später nochmals mehr als 1000 EUR für ein Teleskop erscheint mir gerade etwas unlogisch.

Vorab: Klar habe ich schon 2 Foren durchgestöbert, aber vielleicht kann man mir kurz ein paar subjektive Empfehlungen schreiben für:

- TS25100
- TS25100 Astro
- Celestron Skymaster 25x100
- Omegon Nightstar 25x100
- ein Vixen gibt es glaube ich auch, finde den Link aber grad nicht

Wie gesagt:
Ich weiß von der "Stiernacken-Problematik", dass man dafür ein gutes Stativ + Kopf benötigt, ich brauche auch keine 100% Randschärfe oder 0% Farbsaum. Es geht ums Sternegucken, Himmelabgrasen sowie um einen Lerneinstieg in die Astronomie (Sternenbilder, DS, Planeten).
Ich möchte aber auch keinen Fehlkauf machen, da ich Brillenträger bin (wegen Okularabständen), mir einen (wie nennt Ihr das) "Farbfernseher" kaufe oder eine gefakte Öffnung habe (wegen zu klein eingebauter Prismen).
Man hat zwar 14 Tage Rückgaberecht, aber ob in diesen 14 Tagen klarer Himmel ist, weiß man ja nie.

Vielen Dank im Voraus!
Finde das Forum toll.

Grüße
Gersh
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi Gersh - ich würde mir für den Einstieg ein kleineres Fernglas, etwa 10x50, kaufen. Das hat viele Vorteile: Geringes Gewicht, kein Stativ notwendig (freihändig mit aufgestützten Armen im Garten/Liegestuhl geht gut). Sehr großes Gesichtsfeld, besserer Überblick. Kann auch gut für Naturbeobachtungen, Wandern etc. eingesetzt werden.

Ich bin auch Brillenträger und bin mit meinem Nikon Action EX 10x50 (6,5° Gesichtsfeld) sehr zufrieden. Wenn ich mich recht erinnere hat es etwas über 100Euro gekostet.

Die höheren Vergrößerungen hast du dann später mit deinem Teleskop.

Mit dem 10x50 kannst du bereits viele Messier-Objekte beobachten: Kugelsternhaufen, offene Sternhaufen aber auch viele Galaxien, auch Doppelsterne gehen. Natürlich auch der Mond - aber da wäre ein Stativ ganz nützlich. Nur mit Planeten wird´s nichts (d.h. die Scheibchen lassen sich nicht erkennen) - beim Jupiter kann man aber immerhin die Monde beobachten.

Thomas
 
Hi!

Die Vixen-Ferngläser findest du u.a. beim Hersteller auf http://vixen-europe.de

Ein Bekannter von mir hat das 25x100 von Celestron und ist von dem Gerät soweit ganz angetan, bis auf die Stativbefestigung - da war wohl Basteln angesagt. Randunschärfe und Farbfehler am Rand sind wohl da, aber nicht störend (gerade für die Preisklasse). Wie es mit dem Augenabstand aussieht, weiß ich mangels Brille aber nicht. Allerdings: Das Fernglas wiegt um die 6 Kilo, er hat's jetzt auf einer Giro-2-Montierung und einem schweren Videostativ - mit anderen Worten auf einer Kombi, die auch ein Teleskop trägt (Meins ist sogar leichter und hat weniger Öffnung als dieses Fernglas!).

Ich geb zwar auch gerne den Tipp, mal mit dem Fernglas in die Sterne zu sehen, aber dabei denke ich eher an ein 7x50 bis 10x50 (letzteres eher für Astro), das man ohne Stativ verwenden kann und auch außerhalb der Astronomie einsetzen kann. So ein Großfeldstecher ist eine nette Sache, zeigt aber weder sehr große Gesichtsfelder noch ist es planetentauglich (Galaxien und Sternhaufen gehen dafür ganz ordentlich).

Um dich noch mehr zu verwirren: Bei deinem Budget würde ich eher zum Dobson greifen als zum Großfernglas, also deinem ursprünglichen Plan folgen. Wenn noch ein solides, ausreichend hohes Stativ samt Montierung dazu kommt, das so ein Fernglas stabil trägt, ist der 8"-Dobson bald billiger und universeller... Bei einem gebrauchten Dobson hier aus dem Biete-Board machst du auch keinen nennenswerten Verlust, falls du ihn später wieder verkaufst.

Hast du bei den Vereinen mal die Chance gehabt, durch ein Großfernglas und einen 8"er zu schauen? (Bzw. besteht sie prinzipiell - ich kenne das Problem mit dem Wetter).

Gruß,
Alex
 
Hi, Gersh,

ich würde auf jeden Fall auch ein kleinere Fernglas nehmen. Ein 8"-Dobson zeigt dir nämlich mehr als jedes x100-Fernglas. Stell dir vor, Du gibst viel Geld für ein teures Fernglas aus und hättest für die Hälfte bereits den Dobson zu Hause stehen haben können. Und nun stell dir vor, die Erfahrungen mit dem Fernglas lassen dein Interesse am Sternenhimmel erlöschen - dann hast Du ein nutzloses Gerät zum Preis des Dobson rumliegen ;-)

Also: Am besten ein 10x50 mit Porroprismen-Technik kaufen, vielleicht sogar gebraucht, für max. 150€. Wenns dann nichts für dich ist, hat du immernoch ein Fernglas, welches man auch anderweitig in der Freizeit gebrauchen kann (jeder sollte ein Fernglas haben :-)) und hast nicht sinnlos viel Geld für Spezialoptiken ausgegeben. Wenns dann gefällt ist ein neuer Dobson 20cm mit guten Okularen für um die 500€ zu haben (Okulare sind auch nicht ganz billig, wird gern vergessen).

Grüße,
Pascal
 
Danke erstmal für Eure Antworten.
En detail:

@ThN
Der Tipp mit einem "kleineren" FG ist zwar richtig, ich war aber noch nie der Wander-Natur-Fernglastyp. Ich habe 44 Jahre keines besessen und bislang auch nicht vermisst. Vielleicht wäre für mich der einzige Grund das Spechteln im Urlaub und deswegen dann ein leichteres Glas.
Ich weiß halt auch nicht, wieviel Licht ein 55er sammelt. Möchte halt doch schon Nebel etc. gescheid sehen, anstatt zu denken "das wars nun?".

@Kerste
Danke für den Link. Vixen scheint aber wohl über meinem Preisrahmen zu sein. Danke auch für die Aussage zum Celestron und Deinem Rat zum Dob.
Mit FG und Stativ komme ich auch locker auf mind. 600 EUR (oder mehr). Das Stativ wird aber nicht schlecht und ich kann es ggf. später auch für ein Teleskop nutzen. Aber ein guter Überlegungs-Anstoß.

@Apollo17
Danke für den Link. Den Artikel kannte ich noch nicht, wenn auch sehr muhsam zu lesen (so ohne Textformatierung). Dank auch wegen dem Porro

@pacolov
OK ... die Tipps wegen eines kleineren FG reißen ja nicht ab ;). Stimmt, für das FG mit Stativ (gescheites) ist auch ein Dob. drin. Mit gescheit meine ich z.B. ein Manfrotto das genug trägt und auch hoch ausziehbar ist. Mir nutzt ja kein kleines Teleskopstativ für das FG, wenn ich dann eine Isomatte zum liegen brauche.

Wie groß ist denn der Unterschied vom 10x50 zum 20x100 - im Bezug auf das Erlebnis bei DS-Objekten? Ich meine jetzt nicht technisch, sondern visueller Erlebnisfaktor?

Danke & Grüße
Gersh


 
Hi!

Der Unterschied 10x50 zu 20x100 ist schon deutlich, allerdings sind die viele Nebel dann immer noch recht klein - auch bei den großen (also in erster Linie Nordamerika und Cirrus) dürfte für einen Einsteiger der Wow-Effekt fehlen. Milchstraße, größere Sternhaufen wie Plejaden, Andromedagalaxie M31 und der Orionnebel sind natürlich Paradeobjekte für so eine Optik.

Mit dem Übersichtsokular ist mein ED80-Teleskop (da noch auf Berlebach Report, das wegen leichtem Wackeln jetzt durch ein Berlebach Uni28 ersetzt wurde) im Prinzip ein monokulares 16x80 und wildert im selben Revier wie Großferngläser - schön, um die Milchstraße abzugrasen und darin viele kleine Flecken zu sehen, die sich bei höherer Vergrößerung dann als Sternhaufen oder teils sogar als planetarische Nebel entpuppen. Bei vielen Galaxien (Messier-Katalog) sind das helle Zentrum und die Randbereiche bei höherer Vergrößerung gut zu erkennen, aber ich merke schon, dass dem Gerät dann langsam die Puste ausgeht. Um dir eine Vorstellung von den Größenverhältnissen zu geben: Die großen Galaxien des Messier-Katalogs (mit Ausnahme von M31 und M33, die riesig sind) haben etwa ein Drittel vom Vollmonddurchmesser (also etwa 10 Bogenminuten, was häufig erst fotografisch deutlich wird; der Vollmond selbst hat etwa 30 Bogenminuten oder 0,5° Durchmesser). Das Celestron hat 3° Gesichtsfeld oder sechs Vollmonddurchmesser; mit meinem Teleskop komm ich sogar auf über 4° bei 16x - erst bei 120x bis 140x (je nach Okular) hab ich den Mond bildfüllend. Die Planeten sind noch kleiner... Für mich ist der ED80 das endgültige Teleskop, aber ich würde ihn keinem Einsteiger empfehlen, da ihm zu bald die Puste ausgeht - ich konnte mich an den großen Teleskopen der nächsten Sternwarte satt sehen, bevor ich das auf Transportabilität optimierte Gerät gekauft hatte.

Daher will ich dir das Großfernglas auch keinesfalls ausreden - als einziges Gerät wäre es mir aber zu wenig. Ich würde es eher als tolle Ergänzung zu einem großen Teleskop wie einem 8"er sehen, der keine ganz so großen Gesichtsfelder liefern kann. Ich sehe die Gefahr, dass dir das Fernglas alleine nicht reicht und du entweder enttäuscht bist oder kurz darauf ein Teleskop kaufst.

Ich neige mittlerweile dazu, für den Einstieg die größte bezahlbare und bequem transportierbare Öffnung zu empfehlen - kleinere Öffnungen lernt man erst mit der Zeit richtig zu schätzen. Ein 20x100 ist natürlich alles andere als klein, aber es fehlt eben doch die Möglichkeit, höher zu vergrößern oder Nebelfilter einzusetzen. Gleichzeitig ist es schon eine ordentliche Investition.

Unabhängig davon ist der Blick durch so ein Großfernglas ein Erlebnis!

Knifflige Entscheidung...

Gruß,
Alex
 
Hallo Alex,

nein, soll eigentlich nicht das endgültige Gerät sein. Ziel wäre (vergeht mir vorher nicht die Lust) ein 8" oder 10" Dobson, später vielleicht ein SC > 10" (ich spinne mal grad so in die Zukunft).
Man meinte eben nur, ich würde mit einem FG durch a) unkompl. Transport, b) großeres Sichtfeld den Himmel besser kennenlernen und erlernen können, als mit einem ungelenken Dob. mit kleinem Sichtfeld.
Leuchtet mir ja auch ein. Das 25x100 wäre dann später eine mobilere Ergänzung.
Ich interessiere mich schon seit der Kindheit für Astronomie, nur wollte jetzt endlich mal damit praktisch beginnen.

Nebenbei: Bringt eigentlich das TS25100 Astro (mit einschwenkbaren UHC Nebenfilter) etwas, gegenüber dem selben ohne NF (Aufpreis ca. 100 Eur)?

Grüße
Gersh
 
Hi!

Noch ein letzter Kommentar, bevor ich Feierabend mache: Mit 3° hat so ein Großfernglas schon recht wenig Gesichtsfeld, was die Orientierung etwas kniffliger macht - ein 8"-Dobson kommt auf etwas mehr als 2°, ein gutes 10x50 zeigt über 5°. Mit letzterem ist die Orientierung einfach; beim Großfernglas wird's schon anspruchsvoller, weshalb es auch Sucherhalterungen für Ferngläser gibt - entweder fertig z.B. bei TS oder als Eigenbau (evtl. interessanter Thread bei Cloudy Nights). Leuchtpunktsucher sind auch bei Teleskopen sehr beliebt.

Das TS mit Nebelfilter hab ich noch nicht in der Hand gehabt.

Gruß,
Alex
 
Hallo Gersh,

wie Alex schon schrieb: knifflige Entscheidung. Ist ein Dobson wirklich ungelenker als ein Großfernglas, bei dem schon Objekte ab 45° Höhe wehtun? An meinem 8"-Dobson erhalte ich auch ein 2°-Feld und kann wunderbar über den Himmel surfen, die Großfeldstecher haben meistens auch nur ein Feld von 2,5°.

Momentan würde ich zu Pascals Meinung tendieren, denke ich. Hol dir ein 10x50, das bietet immerhin 6,5°. Dadurch, dass man nicht auf ein Stativ angewiesen ist, lernt man bequem vom Liegestuhl aus sich am Himmel zu orientieren und übt sich schon im Starhopping. Ich denke aber, schnell wirst du mehr Auflösung für Planeten, Kugelsternhaufen und Galaxienhaufen wollen, darum würde ich ebenfalls zum Achtzöllers tendieren.
 
Zitat von gersh:
Gut ... der Bauch möchte natürlich ein Teleskop, mein Versand kann der Argumentation folgen.

Wenn Dein Bauch ein Teleskop will, würde ich mir auch ein Teleskop zulegen und nicht ein Fernglas. Es gibt leider immer noch zu viele Zeitgenossen, die meinen, man muss erst mal ein paar Jahre exzessiv unscheinbare Wattebäuschchen beobachtet haben, bevor man sich die Meriten für ein "richtiges" Teleskop verdient hat. Wenn Du ein Teleskop willst, kauf Dir einen der Dobsons und leg Dir ein Fernglas später als Zweitgerät zu. Man kann den Himmel auch mit einem Teleskop kennen lernen und muss das nicht zwingend mit einem Fernglas tun.

Viele Grüße
Reiner

 
Hallo Gersh,

auch mein Bauch wollte ein Teleskop haben und er hat es bekommen. Ein Fernglas kam erst später. Ich bereue diese Reihenfolge der Anschaffungen keinesfalls. Fernglas und Teleskop dienen unterschiedlichen Zwecken. Ich weiß nicht, wie ich daraus eine zeitliche Abfolge ableiten könnte. Um den Sternhimmel kennenzulernen braucht man keines von beiden. Dazu braucht man nur die Augen und gegebenenfalls geeignete Literatur. Ich bekam als Jugendlicher das Büchlein "Welcher Stern ist das?" geschenkt und bin damit recht weit gekommen. Heute würde ich zum Kennenlernen des Nachthimmels eine gute, drehbare Sternkarte bevorzugen.

Grüße Kurt
 
Hallo Gersh,
da muß ich dem Kurt uneingeschränkt Recht geben.
Ich nutze auch beides, aber wer mit Hobbyastronomie anfängt, will ein Teleskop haben und das ist gut so.

Himmel kennenlernen ist eines, das geht aber auch am PC, mit einem Buch oder eben mit einer Sternkarte am Himmel.
Aber um die Objekte gut zu sehen, die z.B. im Karkoschka oder im DeepSky Reiseführer kartografiert sind, ist das Teleskop definitiv die bessere Wahl in meinen Augen.
Man findet zwar die meisten davon auch mit einem Fernglas, dann sind sie aber eben nicht mehr als ein kleiner grauer "Fleck".

Ich nutze ein 20x80 oder ein 12x50 gern und habe auch immer beides "aufgebaut", also Dobson und Fernglas.
So kann man Objekte einfach suchen und dann mit dem Dobson "anfahren". Oder ich surfe einfach durch den Himmel, während Mitbeobachter grad an meinem Okular hängen.

Mein Vorschlag also: bleib bei Deiner ersten Idee und hol Dir dann mal ein Glas dazu - 8x40 oder 10x50 als freihändige Ergänzung (und das muss auch keine 350,- kosten).
 
@Ralf: Zustimmung! Die meisten Anfänger sind wohl - auch auf Grund mangelnder Erfahrung - etwas enttäuscht und gefrustet, wenn sie die Objekte ihrer Begierde im FG nur klein und schwach erkennen.

Bei mir kam die Lust nach dem großen Gesichtsfeld erst nach einiger Erfahrung mit größeren Teleskopen / stärkerer Vergrößerung. Außerdem macht es mir Spaß, schwache Objekte quasi im Vorbeigehen zu entdecken. Es ist z.B. ein schönes Erlebnis wenn man durch das Füchschen streift und M27, der Hantelnebel, geisterhaft durchs Bild huscht. ;)

Trotzdem macht es denke ich, auch einem Anfänger Spaß mit dem Fernglas z.B. durch die Milchstraße zu streifen. Also empfehle ich trotzdem ein Fernglas von Anfang an: Es ist nicht allzu teuer, vielseitig, mobil, nützlich beim Sterne-suchen. Außerdem sorgt es für Abwechslung in einer Beobachtungsnacht, wenn man z.B. wegen mangelndem Erfolg am liebsten die Sachen zusammenpacken möchte. Dann kann man etwas Auszeit nehmen, FG-Gucken und dann einen neuen Versuch starten.

Man sollte ein FG ebenes einfach haben. ;)

Thomas
 
Danke für Eure ganzen Antworten!

Oh man, Ihr macht mir die Entscheidungsfindung nicht leichter.
Sicherlich bin ich auch der Meinung, dass ein zusätzl. FG nur von Vorteil sein kann.
Die Frage, die ich nun mit mir ausmachen muss:
Höre ich auf meinen Bauch (8 oder 10 Zöller) - quasi schon mein Jugendwunsch. Erstmal Dobsenschubsen und dann peu à peu ausbauen (Okulare, Montierung).
Alle Argumente haben etwas für sich.

Beim FG die Entscheidung Öffnung/Vergrößerung gegen Gewicht/Flexibilität.

Wer noch etwas zu schreiben hat, nur her damit ;)

Gersh
 
Einn 100er Fernglas ist nicht "flexibel". Es muss ein Stativ aufgebaut werden, möglicherweise noch ein Liegestuhl. Sehr flexibel ist ein 10x50, manche kommen auch noch mit ein paar Einschränkungen mit einem 15x70 zurecht. Ich kenne niemanden, der ein 20x80 vernünftig frei hält.

Ich rate zum Dob und zu einem Fernglas in der Region 8x40 ... 15x70, je nach persönlichen Vorlieben. Ein 15x70 kostet kaum mehr als ein mittelgutes Okular:
http://www.amazon.de/Celestron-7100...=sr_1_1?ie=UTF8&s=ce-de&qid=1281420817&sr=8-1
Das ist neben einem gebrauchten 8-Zöller wahrscheinlich sogar noch im Budget. Du musst freilich probieren, ob due (mit allen Tricks wie anlehnen) 15-fach einigermaßen ruhig halten kannst.
 
Hallo,

zum Thema Anschaffungsreihenfolge. Ich tendiere aus folgendem Grund dazu, zuerst ein Fernglas und das bloße Auge zum Kennenlernen des Himmels zu empfehlen:

Ein 10*50er hat wie bereits gesagt 6,5 Grad GF, ein Dobson 200/1200 maximal ca. 2 Grad. Mit dem Fernglas hat man also gleichzeitig mehr Himmel im Blickfeld. Ich bin der Auffassung, dass im Deep Sky-Bereich eine Teleskop-Anschaffung erst Sinn macht, wenn man mit dem Fernglas Objekte sicher gezielt findet, die mit freiem Auge unsichtbar sind, indem man sich über Sternmuster heran tastet.

Sonst läuft man Gefahr, (bei vielleicht zusätzlich schlecht justiertem Sucher) am Himmel "Herumzustochern", wenn man die Objekte der Begierde im Sucher nicht gut findet, und der Frustfaktor steigt. Zumal der Sucher-Einblick i.d.R. unbequemer ist als der durchs Fernglas. Und Star-Hopping erlernt man am besten mit einem möglichst großen Gesichtsfeld.

So war es jedenfalls bei meinen ersten Deep Sky-Erfahrungen. Wenn ich in diesem Punkt zu einer eher seltenen Spezies gehören sollte, lasse ich mich gern durch entsprechende gegenteilige Erfahrungen davon überzeugen.

CS und VG Christian
 
Hallo Gersh!

Es ist ein Hobby! Da hört man in der Regel immer auf seinen “Bauch” ;)
Wenn es schon immer Dein Traum war einen Dobson zu kaufen…
Kauf Ihn Dir! :super:
Das mit dem langsam angehen, erst mal den Himmel kennen lernen ist zwar der vernünftige Weg, aber nicht unbedingt notwendig. So ein Teleskop ist ja nicht nur Mittel zum Zweck. Es spornt dessen Besitzer auch an, endlich “loszulegen“.
Was nun mehr frustet, das Objekt der Begierde nicht gleich am Himmel zu finden (Teleskop), oder eben, von dem Objekt kaum etwas zu erkennen (Fernglas (es gibt Ausnahmen)), musst Du wissen.

Es ist wunderschön mit dem Fernglas am Himmel spazieren zu gehen. Diesen Anblick kann Dir kaum ein anderes Instrument bieten (Ausgenommen das bloße Auge unter sehr dunklem Himmel). Als Hobbyastronom willst Du aber tiefer in diese “Welt” vordringen und die Natur der Objekte erkennen. Das kann aber nur ein Teleskop mit seinem stärkeren Lichtsammel- und Auflösungsvermögen bieten. Informiere Dich aber vorher, WAS Du mit dem Dobson WIE sehen kannst.

VG,
Michael

Ps.: Was mache ich mit dem FG bei hellem Mondschein?

Den Sucher Justiere ich am Tag, an einem weit entfernten Objekt.

Eine Gute Sternkarte ist Pflicht und das Fernglas kommt (später?) mit Sicherheit auch ;-)
 
Hallo Christian,

das von Dir beschriebene Starhopping ist ja nicht die einzige Mrthode, um ein Objekt zu finden. Mit dem Telrad-Finder, zusammen mit den Telrad-Kreisen des Deep Sky Reiseatlas, bin ich immer sehr schnell zu meinem Ziel gekommen.
Schließlich gibt es noch den Mond und die Planeten, die man lange betrachten kann und die aufzufinden ja völlig problemlos ist.
Aus diesen Gründen würde ich zuerst das Teleskop kaufen.

Gruß Kurt
 
Hallo Kurt,
Zitat von Kurt_Schneider:
...Mit dem Telrad-Finder, zusammen mit den Telrad-Kreisen des Deep Sky Reiseatlas, bin ich immer sehr schnell zu meinem Ziel gekommen.
Schließlich gibt es noch den Mond und die Planeten, die man lange betrachten kann und die aufzufinden ja völlig problemlos ist...

Darüber gibt es überhaupt keine Diskussion, ich sagte ja auch, dass ich mich auf Deep Sky beziehe. Wenn ich nur den Mond beobachten möchte, setze ich den Sucher gar nicht erst aufs Teleskop: In der Zeit, wo ich den Sucher montiert und justiert habe, habe ich den Mond auch mit einem Aufsuchokular (z.B. 32mm Plössl) selbst mit nur 1 1/4 Zoll Steckhülse schneller im Bild, als die Suchermontage dauert.

CS und VG Christian
 
Hi Christian,

im Prinzip bin ich auf deiner Linie, aber mit Einschränkungen... Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich irgendwann in den 90ern mit einem Fernglas (wohl 12x50) längere Zeit den Ringnebel gesucht hatte, mangels Vergrößerung dieses Sternchen aber nicht erkannt hatte. Nach längerem Herumstochern in der Leier griff ich dann doch zum C8 (mit 6x30-Sucher und 1,25"-Plössl) und hatte M57 auf Anhieb im Okular. Das lag natürlich auch daran, dass ich nur noch im Hinterkopf hatte, dass M57 im Fernglas geht, ich aber nur einfache Sternkarten dabei hatte und keine Vorstellung, wie groß eine Bogenminute eigentlich ist...

Mit dem Fernglas hatte ich die Himmelsregion zwar kennengelernt, aber das Erfolgserlebnis kam erst mit dem Teleskop. Umgekehrt ist die Andromedagalaxie im Teleskop fast immer enttäuschend und im Fernglas mit großem Gesichtsfeld ein Genuss - im Großfernglas dürfte das Bildfeld auch schon wieder fast zu eng sein.

Und zum Himmel kennen lernen sollte es ein Fernglas mit großem Gesichtsfeld sein, sonst fällt die Orientierung ähnlich schwer wie im Teleskop - die 6x30-Sucher haben nicht zu unrecht so einen schlechten Ruf...

Solange der Himmel genug Sterne zeigt und ein vernünftiges Übersichtsokular vorhanden ist, ist Starhopping mit Telrad und passenden Karten kein Hexenwerk. Messiergalaxien jagen ist mit meinem ED80 bei 4° Gesichtsfeld und Leuchtpunktsucher fast schon unsportlich einfach... wobei ich den Sucher in der Regel immer am Teleskop habe. Ihn abzumontieren wäre mir zu aufwändig.

Das oben erwähnte 12x50, das ich Mitte der 90er für 50 Mark gebraucht auf dem ATT gekauft hatte, hab ich übrigens immer noch im Einsatz - war eine meiner besten Investitionen, auch wenn ich als Immer-Dabei-Glas jetzt ein kleines 8x25 Dachkant im Handschuhfach vom Auto liegen hab. Ein handliches Fernglas ist eine tolle Sache, aber zum "Sattsehen" würde ich jederzeit zur größten Öffnung raten, die man noch problemlos einsetzen kann.

Gruß,
Alex
 
Hallo,

ich möchte mich zunächst für Eure ganzen Antworten und die Teilnahme herzlich bedanken!
Ich habe soeben spontan folgendes beschlossen:

- Ich werde meinen Bauch befriedigen und mir eine 10" Dobson "gönnen". Wahrscheinlich einen Gebrauchten, da ein Neuer mein angepeiltes Budget etwas sprengt. Dachte da an einen Galaxy, da ich hier (im Forum) irgendwie verstanden habe, dass Galaxy wohl etwas besser wie die Hausmarken oder Skywatcher etc. sind. Richtig?
Oder sagt Ihr "nur Neugerät"? Bei der Bucht und hier werden ja ab und zu Gebrauchte privat angeboten.

- Weiterhin verabschiede ich mich von einer 25x100 FG-Kanone und gehe auf 50 oder 70 runter.

- Parallel versuche ich ein gutes Stativ (zB. Manfrotto) zu ergattern. Kann ich auch für Fotografie nutzen.

Wenn wir schon dabei sind: Ein Tipp für eine gute, praktische Sternenkarte?

Vielen Dank!
Gersh
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Gersh,

ich finde die drehbare Himmelskarte vom Oculum-Verlag sehr gut. Ist zwar ganz schön vollgepackt mit Objekten, eignet sich aber super um die Sternbilder zu lernen. Außerdem kann man die Lage der DS-Objekte überblicken und so eigene Himmelstouren zusammenstellen.

Freundliche Grüße
Markus

p.s. ich würde auch das kleinere Fernglas empfehlen + Dob
 
Hi!

Welche Marke besser ist, wird im Fernrohr-Board öfter mal diskutiert, das verfolge ich aber normalerweise nicht.

Gegen Gebrauchtkauf spricht erstmal nichts, vor allem, wenn du dir das Gerät vorher mal anschauen kannst. Mit etwas Glück wurden auch schon ein paar Tuningmaßnahmen wie Veloursauskleidung ausgeführt.

Ich empfehl dir die Kombi Telradsucher + Deep Sky Reiseatlas (Oculum-Verlag), ergänzt durch eine drehbare Sternkarte für den groben Überblick. Ob die Drehbare von Oculum oder Kosmos kommt, ist relativ egal. Im Reiseatlas sind die Markierungen für den Telradsucher schon mit abgedruckt, das macht die ganze Sache sehr benutzerfreundlich.

Beim 10" f/5 Dobson erwarten dich teurere Okulare, wenn du eine gute Randschärfe willst - auch da gibt's diverse Threads zu. Außerdem hängt's von deiner "Leidensfähigkeit" ab, was für dich gut genug ist. Evtl. kannst du bei einem Händler ein paar Okulare zur Auswahl bestellen. Aber auch bei Okularen lohnt sich der Gebrauchtkauf, meistens werden sie pfleglich behandelt. Hier ist mal ein Thread zum Thema, aber die Okularwahl ist immer sehr individuell - da gibt es zu viele unterschiedliche Schwerpunkte. Wichtig wäre mir vor allem ein gutes Übersichtsokular mit großem Gesichtsfeld - damit findest du die Ziele leichter. Für die höheren Vergrößerungen sollen Mittelklasseokulare wie die Hyperions an f/5 ganz brauchbar sein (ich hab zwei Hyperions an f/7,5, was wesentlich weniger anspruchsvoll für das Okular ist, und mag die Dinger) - gebraucht sind sie als recht günstig zu haben.

Viel Spaß,
Alex
 
Hallo Gersh,

mein Tipp würde dich ca. 650 € kosten:


Fernglas Nikon Action EX 10 x 50 CF für ca. 150 €
+
Dobson GSO 200/1200mm für ca. 300 €
+
zwei Okulare für ca. 150 €
+
eine Barlowlinse für ca. 50 €


Damit bekommst du ein Fernglas, das nachts im Liegestuhl ohne Stativ aber auch am Tage ziemlich gut zu gebrauchen ist.
Mit dem Dob kannst du Kugelsternhaufen auflösen, strukturierte Nebelgebiete, Mond und Planeten anschauen.
Wenn dir der billige Dob nicht mehr reicht, kannst du die Spiegel ausbauen und dir einen schönen Gitterrohr-Reisedobson damit bauen.


cs
Bernhard
 
Hallo,

habe mir gestern noch ganz spontag bei Amazon bestellt:

- Drehbare Himmelskarte
- Deep Sky Reiseatla
- Celestron Skymaster 15x70 (70,- , günstiger da ein kleiner "Schönheitsfehler beim Zubehör)

Wenns nix ist, kann ich es zurückschicken.

Grüße
Gersh
 
Hallo Gersh,

mit Sicherheit nicht die schlechteste Auswahl!
Ich würde noch ein Fotostativ dazukaufen, aber nicht unbedingt bei amazon (viel Plastikzeug dabei), sondern bei einem Astrohändler. Die haben etwa zum Preis des Skymasters (oder ganz wenig mehr) solide(re) Qualität. Erst dann hast du die Möglichkeit, entspannt Detailbeobachtungen zu machen.
Das 15x70 ist punkto Deep Sky-Tauglichkeit dem 10x50 sicher überlegen. Das 10x50 wäre sicher der beste Kompromiss zwischen längerfristiger Freihandtauglichkeit, großem Gesichtsfeld, ordentlicher Vergrößerung und Austrittspupille.
Das 15x70 zeigt dir mehr, du mußt aber Abstriche machen punkto (noch vorhandener!) freihändiger Benützbarkeit. Die meiste Freude wirst du vermutlich dann mit dem 15x70 haben, wenn du zwischen freier Hand (bzw. abgestützt, angelehnt, Liegestuhl, Einbein-Stativ?...) und Dreibein-Stativ wechseln kannst! Diese verschiedenen Möglichkeiten machen das Skymaster zu einem erstaunlich vielseitigen Gerät.
Die 4,4° Gesichtsfeld gestalten das Auffinden von Objekten zwar nicht ganz so leicht wie die 6,5° eines 10x50, dafür hast du etwa beim Paradeobjekt Andromedagalaxie den idealen Kompromiss zwischen Vergrößerung und Gesichtsfeld - bei sehr gutem Himmel kannst du die volle Ausdehnung und (nur) etwas Umgebung sehen (für den Kontrast wichtig).
Vielleicht besorgst du dir später ja noch mal ein leichtes, reines Freihand-Glas mit Riesen-Gesichtsfeld (über 8°, 8x30 oder 7x42 - je nach Himmel), das wäre dann - auch neben einem Teleskop - besonders handlich?

Viel Freude!
Herbert
 
Der Stativadapter des Celestron Skymasters ist unbrauchbar, du musst dir etwas anderes besorgen. Das Gewinde ist normales Fotogewinde, da passt einiges. Rückläufer dieser Ferngläser sind meist dejustiert. Es gibt aber Justageschrauben. Ich habe bei Amazon etwas dazu geschrieben.
 
Sollte es sich beim mitgelieferten Stativadapter um jenen handeln, den (ähnlich) auch Bresser führt (Plastik mit seitlichen Hohlräumen), so ist er wie geliefert tatsächlich unbrauchbar, weil er sich horizontal verdreht und das Glas daher zittert.
Man kann die Hohlräume aber unschwer mit Kunstharz füllen (2-Komponenten-Kleber, etwa Uhu plus endfest), dann funktioniert er tadellos.
 
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