Hallo Wolfgang,
sehr schöne Sammlung. Ich nutze unter anderem auch die komplette TPL Reihe (außer 50mm ; ) in meinem APO SS und BIG Zeiss und bin (für mich) zu der Erkenntnis gekommen, dass es von der Bildqualität nicht besser geht und habe deswegen keine weiteren Okulare mit diesem engen Sichtfeld. Mich würde interessieren wie Du die Leistung der TPLs gegen die Pentax Orthos und RKEs einschätzt.
Danke,
Leo
Hallo Leo,
danke dir, für deine Zustimmung.
Die Brennweiten der Baureihen, TPL, RKE, Pentax SMC Orthos und auch Zeiss ZAO, unterscheiden sich in einigen Bereichen, deshalb versuche ich, daraus, die jeweils Besten, für mich zu finden.
Da ich meisst mit dem langbrennweitigen Tak Mewlon 300, mit 3572mm, Mond und Planeten beobachte, beginne ich meisst, zuerst mit den 42mm Celestron Ultimas.
In dieser Brennweite, gibt es wenige Alternativen und andere Brennweiten, dieser hochwertigen Baureihe, hat ja auch Baader ebenfalls verwendet (Masuyama Design Japan) und sie Eudiaskopische genannt.
Danach kommen die 33mm TPL zum Einsatz, etwas schärfer und heller, als die 35mm Eudias, welche ich ebenfalls verwendet habe.
Die 28mm RKE, wären dann die nächsten, welche ich aber an Planeten und Mond, wegen dem etwas unruhigen Einblick, durch weiten Augenabstand, gerne überspringe.
Für M13 und ähnlich Objekte, verwende ich sie jedoch sehr gerne, sie bieten hier ein wow Erlebnis, schwer zu beschreiben...man muss einfach selbst durchgeschaut haben.
Die 25mm TPL, haben in der Brennweite, hier für mich ein Alleinstellungsmerkmal, alleine die Zeiss ZAO, wären hier eine ( leider teure ) Alternative.
Danach kommen die 21,5mm RKE, welche ich öfters, je nach Beobachtungsbedingungen, aber überspringe und gleich auf die Pentax SMC Orthos, in 18mm wechsle.
Die ebenfalls sehr guten, und leider nicht mehr lieferbaren 15mm RKE, waren lange Zeit in meinem Okularkoffer, bis ich sie vor kurzem durch Zeiss ZAO-1 in 16mm ersetzt habe.
Die Zeiss sind noch transparenter und schärfer, haben allerdings, auch ihren Preis..und jeder muss das für sich selbst entscheiden.
Ich finde aber, bei vorgeschalteten, hochwertigen Optiken, sollte auch die ganze, hinterher folgende Beobachtungskette, optimal sein.Zumindest, so gut als möglich, selbstverständlich.
In 18mm und 12, bzw 12,5mm, 9mm und 6mm, gibt es die sonst einzigen Übereinstimmungen, der Baureihen.
6mm wären jedoch binokular, etwas zu optimistisch und in 9mm und 12mm, suche ich jeweils noch ein zweites Pentax SMC Ortho, für´s Bino.
Ich selbst, habe auch nicht alle Okulare, side by side vergleichen können.
Ein Vergleich der 12,5mm TPL vs. 12mm RKE, von mir an Mond und Planeten, ging knapp, zu Gunsten der TPL aus.Sie zeigten einen Hauch mehr Schärfe und Transparenz, aber alles auf hohem Niveau.
Ein sehr erfahrener und guter Sternfreund von mir, hat sich ausführlich einem Vergleich der 12,5mm TPL mit den 12mm Pentax Orthos gewidmet.
Hier ein akribischer dokumentierter Vergleich, von Schiefspiegler:
" Heute konnte ich einen ersten Test Deines TPL 12,5 machen. Teleskop:
Takahashi FC 100 DZ, 100/800 Fluorit Zweilinser, auf nachführender Montierung. Saturn war zum Zeitpunkt der Beobachtung hinterm Baum und Jupiter/Mars noch nicht aufgegangen. Also habe ich mich auf
Epsilion Lyrae konzentriert. Das war ein gutes Testobjekt weil es heute abend lange und hoch am Himmel stand und das Eps Lyrae System mehrere aussagekräftige und eindeutige Aspekte bietet, auf die man achten kann:
# Trennung der Komponenten:
Epsilon 1 besteht aus Komponenten A mit 5,2mag Helligkeit und B mit 6,1mag, Abstand von A und B ist 2,15“.
Epsilon 2 besteht aus Komponenten C mit 5,3mag Helligkeit und D mit 5,4mag, Abstand von C und D ist 2,34“.
Eps1 mit 2,15“ Komponentenabstand bei Vergrößerungen um 60-70x zu trennen ist eine absolute Grenzbeobachtung, Eps2 mit 2,34“ ebenso. Bei Grenzbeobachtungen in der Doppelsternbeobachtung, bei denen die Trennung nicht dauerhaft gehalten werden kann, ist es hilfreich anzugeben, über welchen Anteil der Beobachtungszeit – längere Beobachtung vorausgesetzt, ich war eine gute Stunde dran mit mehrfachem Okularwechsel hin-und-her – der Doppelstern als getrennt zu sehen ist.
# Erkennen der Helligkeitsunterschiede innerhalb von Eps1 und innerhalb von Eps2, somit Komponentenrichtung
# Sehen der weiteren Systemkomponenten E mit 12,3mag und F mit 12,7mag. Schaue Dir mal hierzu dein Eintrag Epsilon Lyr im BAfK, den ich Dir geschenkt habe. Dort sind die Positionen von E und F gezeigt.
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Testergebnisse am Eps Lyrae System:
Pentax SMC Ortho 12mm, gibt 67x
Eps1 blickweise getrennt, Eps2 die Hälfte der Zeit getrennt.
Bei Eps1 Komponentenrichtung blickweise erkennbar, bei Eps2 dauerhaft erkennbar.
Leichte Verschlechterung der Bildqualität auf den letzten 1/20 des Weges von Feldmitte bis Feldrand, dort Eps2 nicht mehr trennbar.
Takahashi TPL 12,5mm, gibt 64x
Eps1 nicht getrennt, Eps2 ein Viertel der Zeit getrennt.
Bei Eps1 Komponentenrichtung nicht erkennbar, bei Eps2 ein Viertel der Zeit (bei Trennung) erkennbar, den Rest der Zeit nicht eindeutig.
Verschlechterung der Bildqualität auf 2/3 des Weges von Feldmitte bis Feldrand, an dieser Stelle Verlust der Trennbarkeit von Eps2. Nachfokussieren hilft um Trennung wieder ein Viertel der Zeit zu erreichen. Doch auf 4/5 des Weges endgültiger Verlust der Trennbarkeit und weiter zunehmende Bildverschlechterung bis Feldrand.
Pentax SMC Ortho 12mm PLUS Zeiss Abbe Barlow 2x, gibt 133x
Eps1 und Eps2 dauerhaft deutlich getrennt, blickweise von erstem Beugungsring umgeben. Komponentenrichtungen klar und deutlich.
Keine Veränderung der Bildqualität bis zum Feldrand.
Komponente E (12,3mag) dauerhaft mit indirektem Sehen zu halten.
Komponente F (12,7mag) zwei Drittel der Zeit mit indirektem Sehen erkennbar.
Takahashi TPL 12,5mm PLUS Zeiss Abbe Barlow 2x, gibt 128x
Eps1 und Eps2 dauerhaft deutlich getrennt, blickweise von erstem Beugungsring umgeben. Komponentenrichtungen klar und deutlich.
Keine Veränderung der Bildqualität bis zum Feldrand.
Komponente E (12,3mag) dauerhaft mit indirektem Sehen zu halten.
Komponente F (12,7mag) ein Viertel der Zeit mit indirektem Sehen erkennbar.
Diskussion:
Das TPL zeigt ein Feld, das 18% größer im Durchmesser ist als jenes des O-12 (der Unterschied ist mehr als ein Sechstel, weniger als ein Fünftel).
Das TPL zeigt eine wärmere Tönung als das O-12. Dies wurde an den Komponenten A und C mit Barlow erkennbar.
Beim Wechsel von O-12 zu TPL hatte ich jedesmal den Eindruck – sowohl ohne als auch mit Barlow – dass das Bild im TPL ästhetischer sei. Dies führe ich auf die Kombination von mehr Feld, somit mehr Feldsterne, und die wärmere Tönung zurück. Beide Aspekte könnten beim Mond ausschlaggebend für das TPL sein. Ich habe z.B. eine Präferenz für die alten Takahashi MC Orthos am Mond über die Pentax SMC Orthos aus genau diesen Gründen obwohl die Pentaxe an Doppelsterne, Sternhaufen und Planeten eindeutig überlegen sind.
Beim Wechsel von TPL zu O-12 erschienen stets – sowohl ohne als auch mit Barlow – Sterne kompakter und kälter, die Sterntrennung sauberer, Helligkeitsunterschiede deutlicher, und (mit Barlow, habe es versäumt ohne Barlow auf diesen Aspekt zu achten) schwächste Sterne an der Wahrnehmungsgrenze besser erkennbar.
Die beträchtliche Randschwäche des TPL in diesem Test ist nicht unbedingt als Schwäche des Okulars an sich zu deuten. Vielleicht hat das Okular eine Feldkrümmung die gegenläufig zur Feldkrümmung meines Refraktors ist. Mit Zeiss Barlow wird im FC 100/800 das Problem komplett behoben.
Soweit sein ausführlicher Vergleichstest, hier auch nochmals meinen Dank, dafür!
CS, Wolfgang