Zeigt her eure Bino-Okulare

Hallo Sebastian,

diese Okus kommen aus einem militärischen Fernglas von Hensoldt. Sie wurden von verstorbenen Manfred Pieper mit 1,25-Zoll Stecknasen ausgestattet und von ihm in dieser Form vertrieben. Vor lauter Begeisterung ob ihrer Farbneutralität und Eigenfokussierung habe ich mal ein halbes Dutzend erworben und sie dann langsam wieder abgegeben - vielleicht kommen Deine von mir?

Beste Grüße, Christopher
 
Hallo Christopher,

das wäre möglich, aber ich kann es nicht mehr nachvollziehen. Jedenfalls scheinen diese Okulare doch häufiger geschätzt zu werden. :)

Spannend finde ich, dass offenbar wenige die Panoptic 27er binokular genutzt haben, trotzdem das Okular mono recht beliebt zu sein scheint. Aber vielleicht meldet sich ja auch noch jemand.

Herzliche Grüße
Sebastian
 
Hallo Sebastian,

ich habe tatsächlich die Panoptic 27 eine Weile binokular ausprobiert. Ich mag dieses Okular nämlich mono und wollte mal sehen ob das bino funzt. Eins davon habe ich auch behalten weil es in dieser Brennweite ein unaufgeregt gutes und gutmütiges Okular ist.

Bino waren die Panoptic 27 schon OK, aber für mich weder Fisch noch Fleisch. Sie sind nicht im Ansatz so immersiv wie die Nagler T4 22 bei praktisch identischem Feld, und sind weit entfernt von der maximalen Austrittspupille bzw. Feld welche die Hyperion 31 bzw. 36 liefern. Ich bin schnell wieder zu Nagler T4 22 + Hyperion 31/36 zurück gegangen. Ich hatte damals Doppelteleskope mit f/4,2, f/6,4 und f/6,9. Bei f/4,2 haben die Hyperion 31 überraschend gut funktioniert und max. AP geliefert, bei f/6,4 und f/6,9 erfüllten die Hyperion 36 diese Funktion.

Heute habe ich nur noch ein einziges Doppelteleskop mit 2" Anschluss, nämlich jenes mit f/6,9 (80/550). Dort lasse ich die Nagler T4 22 dauerhaft drin. Damit bin ich vollkommen glücklich und verspüre überhaupt kein Verlangen nach Okularwechsel. Das hat teils mit der Austrittspupille zu tun, denn ca. 3mm AP ist für mich ein Sweet Spot, und teils damit, dass ich für höhere Vergrößerungen jede Menge andere, letztlich bessere Mono-Optionen habe.

Für Grossferngläser mit 1,25" Anchluss nutze ich heute in gleicher Weise nur die Docter 12,5 und hole höchstens mal ein paar einfache 32mm Plössls raus wenn ich enge Linienfilter in OIII (6nm) oder H-Beta (5,5nm) mit max. AP einsetzen will.

Beste Grüße, Christopher
 
Hallo zusammen,

ich habe ein Pärchen 27er Panoptics, eines der beiden war vorher bei Christopher. Genutzt werden diese am 10" f/5 Doppelnewton und seit Kurzem am FC100-Doppeltak. Ich mag sie, muss aber zugeben, dass sie doch seltener zum Einsatz kommen, als ich angenommen hatte. Bei f/5 nehme ich sie praktisch nur mit Filtern her und da funktionieren sie einwandfrei.

Bei großen APs muss ich inzwischen mit Brille beobachten und das geht sehr gut mit ihnen. Die Abbildung zeigt eine spürbare Verzerrung des Bildfeldes, so dass man beim Scannen des Himmels meinen könnte, durch eine Glaskugel zu schauen (übertrieben gesagt), das stört mich bei stehendem Bild aber gar nicht.

Den Doppelrefraktor habe ich noch nicht so lange, dass ich ein vollständiges Bild hätte. Aber Passform und Einblick sind auf jeden Fall sehr angenehm für mich.

Vorteile der Panos: leichter und günstiger als die Nagler.

Viele Grüße, Andreas
 
Danke für die ausführlichen Antworten, Christopher und Andreas!

Das klingt sehr anschaulich und nachvollziehbar. Ich stelle halt gerade fest, dass ich ausgerechnet in diesem Bereich bisher immer am meisten zu kämpfen hatte und irgendwie immer noch nicht vollkommen zufrieden bin.

Als Voraussetzung muss ich vorschicken, dass meine Matsumoto EMS-UM ja "nur" 30 mm Umlenkspiegel haben. Rein von der theoretischen Geometrie her passen also die maximalen Feldblenden von 2"-Okularen gar nicht. Praktisch gesehen lässt sich dieses Limit aber gut überschreiten, ohne dass man sichtbare Vignettierung hätte. Bisher hatte ich mit keinem der getesteten Okulare (siehe unten) Schwierigkeiten, wobei ich natürlich die Extreme auch gar nicht erst probiert hatte.

Zudem ist mein Augenabstand mit 62-63mm ziemlich eng, das macht mit vielen Okularen auf Dauer wenig Spaß. Ich mochte meine Siebert Observatory 34 mm (70°) sehr, aber auf Dauer beschwerte sich meine Nase über das ständige Anstoßen. Ebenso ergeht es mir mit den TAL UWA 25 mm oder den 31er Hyperions. Auch die Fase am 22er Nagler T4 reicht nicht wirklich, weil es doch bis weit nach oben einen heftigen Durchmesser hat.

IMG_8222.jpeg
IMG_8221.jpeg


Die APM UFF 30 mm passen gut, aber ehrlich gesagt, finde ich das Bild auf Dauer doch zu warmstichig. Aktuell nutze und schätze ich sehr die Nagler T5 20 mm. Die liegen mit einem Feldblendendurchmesser von 27,4 mm aber noch deutlich unter dem theoretischen Maximum und erst recht weit von den praktischen Möglichkeiten meines Gerätes entfernt.

Die Panoptic 27 mm mit 30,5 mm Feldblende kämen doch etwas weiter, ein wenig in Bezug auf das mögliche Feld und deutlich in Bezug auf die AP. Unter dunklen Himmeln sollten sie dann eventuell mehr zeigen als meine 20er Nagler, bei offenbar nicht geringerem Komfort.

Auf der anderen Seite macht man sich auch leicht zu viele Gedanken und sollte einfach losgehen und beobachten...

Viele Grüße
Sebastian
 
Bei mir hat es sich inzwischen auch ganz gut zurechtgeschüttelt. Die 30mm APM UF habe ich ausgemustert, das viele Feld und die große AP hab ich selten genutzt und den leichten Gelbstich fand ich dann doch manchmal störend.

Momentan fange ich mit TeleVue Nagler T5 20mm an, die am 90mm-Doppelteleskop 25-fache Vergrößerung bei über 3° wahrem Gesichtsfeld erzeugen. Demnächst probiere ich für diese Position ein Pärchen TAL UWA 25mm aus, die ergäben dann 20-fach mit knapp 4° Feld.

Immer noch mein wichtigstes Okularpaar sind die Docter/Noblex UWA 12,5mm. Die ergeben quasi ein 40x90 Fernglas, mit dem sich entspannt über den Nachthimmel spazieren lässt.

Für einzelne Deep-Sky-Objekte kommen 6mm TeleVue Ethos Okulare zum Einsatz. Sie ergeben gut 80-fache Vergrößerung. Bei denen ist für mich der Platz dazwischen recht eng, es geht aber gerade noch so.

Für Planeten oder den Mond werden dann je nach Bedingungen entweder Siebert Optics StarSplitter 3,4mm oder sogar die 2,5mm TeleVue Nagler Type 6 eingesetzt. Mit 150-fach bzw. 200-fach ist damit das obere Ende meines Instruments erreicht.

Viele Grüße
Sebastian
Hallo Sebastian,

welche Tuben hat denn dein Doppelrefraktor? Ich würde vermuten, dass du weit über 200x gehen kannst. Mit meinem Borg 107fl Doppelrefraktor gehe ich auf bis zu 341x ohne ein softes Bild zu bekommen und würde noch höher gehen, wenn ich eine Kombination aus Okularen + Barlow hätte, die das leisten könnte (natürlich nur an Objekten wie dem Mond oder Saturn).
Ansonsten nutze ich auch die Panoptic 24mm binokular und LIEBE sie.
 
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