Zeigt her eure Leitrohre

joerg21

Aktives Mitglied
Hi zusammen,

Ich möchte mal in den praktischen Erfahrungsaustausch kommen und fände es interessant eure Kombination von Teleskopbrennweite, Nachführkamera und Brennweite des Leitrohrs zu erhalten.
Phd2 und mgen guiden beide im Subpixelbereich.

Wäre toll viele Erfahrungen sammeln zu können. Welche Leitrohre nutzt ihr für euer setup? Was ist empfehlenswert und was nicht? Wie zufrieden seid ihr mit eurem Leitrohr und musstet ihr schon wechseln, weil ihr unzufrieden wart?

Interessant fände ich insbesondere Empfehlungen zu bekommen hinsichtlich Brennweite, feine Fokussierung möglich und Stabilität.

Könnt ihr was für folgendes Setup empfehlen:
- 10" f5 Newton
- Asi071 mc pro
- Nachführung mit eq8 und asi 120 mini

Ich denke so 60mm Öffnung bei 240mm Brennweite sollte gut funktionieren. Evtl. sogar weniger. Unter 200mm würde ich glaube ich nicht gehen.

Ich würde das Leitrohr auf einer Prismenschiene auf den Rohrschellen montieren.

Was meint ihr?

Bin über jeden Tipp dankbar.

CS

Jörg
 
Ja ich habe vor zwei Jahren, eine neue Teleskopmontierung (Heq-5) gekauft und dazu noch dieses Leitfernrohr mit 50 mm Brennweite, das ich gegen den Sucher austauschen kann und eine Guiding Cam "Omegon Astro Camera". Auch unter der Bezeichnung "Guide 1200M" bekannt. Mein Spiegelteleskop hat eine Brennweite von 750 mm und einen Durchmesser von 150 mm. Viele meiner Astroaufnahmen habe ich über Phd2 angewandt, also das Guiding wenn mehr als 1 Min Belichtungszeit in Anspruch genommen wird. Ja ich hatte auch damals das Teleskop auf dem Balkon eingenordet, aber aktuell an meinen Wohnort, geht das leider nicht mehr, weil das Dach zu weit hinein ragt und nicht arg hoch hinaus komme.

Denke mal wenn das Wetter wohl wieder mitmacht - Chancen könnten im Oktober noch sich ergeben, kommt das ganze Setup in den Garten. Im Juni bei einem Test dort unten schnitten erfolgreich ab. Ja bei meinem Leitfernrohr ist eine feine Justierung möglich, das ich auch am Laptop dann auch sehen kann. Ja dabei hatte ich eine bestimmte Einstellung gefunden, die mir gute scharfe Ergebnisse geliefert hatte. Das Leitfernrohr ist nicht schwer, bin bis jetzt gut zufrieden gewesen, bei dem Kauf dieses Leitfernrohres. Es gibt zwar sehr viele Angebote von Leitfernrohren, was hier zu empfehlen ist, ist Erfahrungssache.

6P1A3465.jpg
 
Hallo Manfred,
mein Sucherfernrohr sieht deinem sehr ähnlich, ist das SV106 von SvBONY. Dies hat 50 mm Öffnung und 190 mm Brennweite. Wird bei deinem ähnlich sein.

Gruß
Rainer
 
Moin
Ich knipse mit APO oder Newtons , also zwischen 80/480 und 200/800 mm . Ich bin ausschließlich mobil unterwegs und verwendete ein 50/200 Guidescope von TS mit 2 Rohrschellen mit je 3 Justageschrauben. Transport bedingt verstellte sich das Guidescope zu oft und ich wechselte auf eines von William Optics 30/120 mm mit fester Justage. Das hat mir die nervige Justagearbeit deutlich erleichtert. Für ein fest installiertes Setup ist das Tool sicher sehr gut geeignet aber m.M.n.nicht im mobilen Einsatz.


Gepaart mit dem MGEN3 Autoguider verlor ich anfangs gelegentlich den Leitstern bis mir ein erfahrener Astrokollege den Rat gab , nicht ganz sauber zu focussieren ,sondern wieder den Focus ganz leicht zurückzunehmen. Seitdem mindestens 25 Einsätze ohne Leitsternverlust , also bin ich sehr zufrieden.
Das das kleine Röhrchen keinen Leitstern zum Guiden findet ist mir bisher nicht passiert.

CS Knut
 
Hallo

Ich nutze das, zusammen mit einer ASI220mm mini und einem IR Filter : Askar 52 mm f/4.8 Super ED Leitrohr

VG Walter
 
Moin, ich habe folgendes Equipment:
  • Skywatcher 150P (750mm, mit Reducer 560mm Brennweite)
  • svbony SV165 30mm Guide Scope (120mm Brennweite)
  • Lacerta PlanetPro 178GM
  • svbony IR Pass-Filter 685nm
Ich bin mit dem Guiding-Setup zufrieden und sehe keinen Grund, aufzurüsten. Die Guidecam ist hervorragend, auch bei kurzen Belichtungszeiten habe ich immer reichlich Leitsterne. Die kleinen Pixel gleichen die kurze Brennweite etwas aus.

Für das Guiden würde ich grundsätzlich immer eine Monokamera nehmen. Die Brennweite des Guidescopes ist sicher am unteren Minimum, aber es ist schön leicht, was mir wichtig ist. Das Fokussieren ist allerdings ein Horror und auch mit Bahtinov-Maske wirklich schwierig. Ein IR Pass-Filter ist in meinen Augen ein No-Brainer.
Gruß, Malte
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi Walter,

Welche Brennweite hat dein Teleskop?
 
Hallo,

Ich hatte auch eine Zeit lang das SVBony 30/120 und bin dann auf das WO 32/120, das Knut oben zeigt, gewechselt. Mit beiden bin ich gut klargekommen. Das Fokussieren ist bei beiden etwas mühsam, aber das musste ich nur einmal machen, seitdem lass ich es so wie es ist und habe keine Probleme. Ich hatte gelesen, dass man beim Guiden den Fokus nicht 100% treffen muss, es sei sogar hilfreich, wenn die Sterne nicht stecknadelfein seien. In der Praxis kann ich das zumindest nicht dementieren, ich bin mit meinen Guidingwerten sehr zufrieden. Als Guidingkamera dient die Asi120MM Mini.

CS Olaf
 
Hallo Jörg,

Es gibt viele Kombinationsmöglichkeiten die funktionieren.
Als Ausgangspunkt steht erst einmal das Haupteleskop bzgl. Brennweite und die eingesetzten Aufnahme-Kamera.
Daraus berechnest du das Sampling ( = 206,265 x Pixelgröße [mm] / Brennweite [mm]).
Das Guide-Scope kann eine 3-5x kleinere Auflösung (Sampling) haben als das Haupteleskop, da PHD2 mit Sub-Pixel Auflösung arbeitet.
Ein Guide Scope mit sehr hoher Auflösung kann u.U. sogar das Guiding verschlimmbessern, da es dann zu sensibel reagiert. Daher oft der Tip den Fokus nicht zu scharf einzustellen.
Ich verwende mein Guidescope (240mm / f4,8) für alle meine Teleskope 360mm...800mm.
Dazu eine ASI220M Guide Kamera mit 2,9µm Pixel. Damit ergibt sich ein Sampling von 2,5"/pixel für das Guidingsystem und 0,97"/pixel für das Hauptteleskop mit f=800mm und einer Kamera mit 3,76µm Pixel.
Somit erhält man ein Samplingverhältnis von 2,58. Also im perfekten Range.

Auf einen On-Axis Guider zu wechseln sehe ich aktuell eher als Nachteil :
- Ich beschneide meinen Backfokus für weiteres Zubehör wie Rotator etc.
- Muß nach jeder Positionsänderung der Aufnahmekamera das Guidingsystem neu kalibrieren
- Habe nicht immer genügend Guiding Sterne zur Auswahl
- Muß beim Umbau des Image Trains alles neu justieren und kalibrieren (Mein Guide Scope ist fest am RA-Sattel)
Das nur als Info falls du mit einer Off-Axis Guider Lösung liebäugelst.

CS,
Franz
 
Hallo

Ich habe mein kleines 30mm Leitrohr schon gegen ein 50mm wechseln müssen, bei PHD musst du aufpassen weil das guiding da oft erst ab 0.2 Pixel eingreift, die Toleranz dann besser auf 0.1

Gruß Frank
 
Hallo,

Guiding ist für mich auch immer noch ein böhmisches Dorf. Ich kann damit zwar praktisch umgehen, aber richtig verstanden habe ich das komplexe Zusammenspiel aus Sampling, Aggression und Seeing noch nicht. Try and Error ist da bei mir die Devise.

Gilt das Sampling-Verhältnis auch für OAG? Ich glaube, dass die Richtzahl 3 - 5 für das Samplingverhältnis zwischen Hauptsetup und Guidesetup nur eine sehr grobe Richtlinie ist, die große Toleranzen hat. Bei meiner Asi2600mc Air hat der Hauptchip ja 3,76 µm große Pixel und der Guidechip 2,9 µm große Pixel. Bei gleicher Brennweite ergibt das ein Verhältnis zwischen Haupt- und Guidesetup von 1,3 - also deutlich unter 3.

Bei meinem anderen Setup mit Asi 585 (2,9 µm) bei 490 mm Brennweite und Asi120mm (3,76 µm) bei 120 mm Brennweite komme ich auf ein Verhältnis von 5,29. Mit beiden Setups erreiche ich aber gleich gute Guidingwerte zwischen 0,3 und 1,0 rms. Bei langen Teleskopen mag das dann eine größere Rolle spielen, oder?

LG Olaf
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,

Guiding ist für mich auch immer noch ein böhmisches Dorf. Ich kann damit zwar praktisch umgehen, aber richtig verstanden habe ich das komplexe Zusammenspiel aus Sampling, Aggression und Seeing noch nicht. Try and Error ist da bei mir die Devise.

Gilt das Sampling-Verhältnis auch für OAG? Ich glaube, dass die Richtzahl 3 - 5 für das Samplingverhältnis zwischen Hauptsetup und Guidesetup nur eine sehr grobe Richtlinie ist, die große Toleranzen hat. Bei meiner Asi2600mc Air hat der Hauptchip ja 3,76 µm große Pixel und der Guidechip 2,9 µm große Pixel. Bei gleicher Brennweite ergibt das ein Verhältnis zwischen Haupt- und Guidesetup von 1,3 - also deutlich unter 3.

Bei meinem anderen Setup mit Asi 585 (2,9 µm) bei 490 mm Brennweite und Asi120mm (3,76 µm) bei 120 mm Brennweite komme ich auf ein Verhältnis von 5,29. Mit beiden Setups erreiche ich aber gleich gute Guidingwerte zwischen 0,3 und 1,0 rms. Bei langen Teleskopen mag das dann eine größere Rolle spielen, oder?

LG Olaf
Hallo Jörg,

deswegen meinte ich das Guidescope kann ein 3-5x schlechteres Sampling haben ohne das es Probleme gibt. Weniger funktioniert natürlich, sonst gäbe es ja keine OAG‘s 😉
 
Ich nutze zum Guiden den Standardsucher 9 x 50 von Skywatcher (für meinen SW-Newton 130/650 PDS und den TS 71 SDQ Quadruplet-APO) sowie einen achromatischen Refraktor von Pentax 80/400 für meinen älteren blauen SW-Newton 200/1000 im Kleingarten, parallel montiert. In beiden Fällen kommt jeweils ein MGEN Version 2.42 von Lacerta zum Einsatz. Bislang wurde auch ich bei der Leitsternsuche nicht enttäuscht.
Mann, wenn ich da noch an die analoge Zeit zurückdenke, mit dem (müden) Auge hinter dem Fadenkreuzokular des Leitrohres, ständig den Handtaster bedienend, so dass der Leitstern stets in Fadenkreuzmitte blieb. Eine gewisse Hilfe war dann später noch der Nachführansatz GA 2 von Vixen, mittels dessen via roter dimmbarer LED mehrere Fadenkreise verschiedenen Durchmessers in das Gesichtsfeld des Nachführokulars gespiegelt wurden, wobei der Leitstern immer im kleinsten zentralen Kreis gehalten werden musste, sehr anstrengend. Gott sei dank sind diese Zeiten längst vorbei.
CS
Stefan
 
Ich habe den Svbony 60mm Guide Scope (Brennweite 240mm) in Kombination mit der ALccd 6 . Ich hatte trotz Bortle 6 nie Probleme einen Leitstern zu finden.
Mit meinem APO und 1600mm komme ich auf einer Verhältnis von 1:3.42. Mit meinem Ritchie 6" f9 würde ich knapp 1:10 kommen. Ob das wirklich klappt, weiß ich aber nicht. Noch nicht wirklich intensiv ausprobiert.
 
Moin,
ich guide seit Jahren alles vom der 10cm f/6 Linse bis zum 8"f/8 RC mit dem Ding.
CS Dietmar
 
Hallo Dietmar ,und alle andern natürlich auch ...
Ja das habe ich auch nur irgend wie gibt das keine schönen Bilder .
1000037563.jpg

Kann mir einer sagen warum ?

Mfg Willi
P.s cam ist eine ZWO 120,uv-ir cut.
 
Ist halt ein schneller, bunter Achromat mit f/4. Irgendwo muss der Farbfehler hin, hier halt ins Rote.

Ich habe auch das 50er MicroGuide (mit Omegon/Astroshop-Label), und EAA-Versuche mit der Optik ganz schnell aufgegeben. Seitdem nutze ich den VarioFinder, wenn ich mal EAA machen will. Bei einem Leitrohr stört der Farbsaum wohl weniger...

Clear Skies,
Alex
 
... ok Danke für dir Antwort.
Kann mann nix dagegen tun ?

Mfg Willi
 
Es gibt Filter wie den Semi APO Filter von Baader. Hilft schon, aber kommt immer darauf an, wie stark der Farbfehler ist. An langsameren Achromaten hat er es einfacher. Wunder kann er nicht, aber besser wird es – kann einen Versuch wert sein.
 
Danke für den Tip.
Schauen wir mal was geht .

Mfg Willi
 
Wegen dem Farbfehler vielleicht einfach nur Grünfilter? Mondfilter? Oder selbst Buntglasfilter sollte helfen.

Gruß Frank
 
Guten Morgen Franz . ..
Ja schon ok . Dachte halt ich könnte so das ein oder andere Foto da mit machen .

Mfg Willi
 
Moin,
natürlich hat 'n f/4 Achromat 'n heftigen Farbfehler, na und?
Dafür findest du auch in sternarmen Gegenden immer eine Auswahl geeigneter Leitsterne.
Hallo Dietmar ,und alle andern natürlich auch ...
Ja das habe ich auch nur irgend wie gibt das keine schönen Bilder .Den Anhang 509720 betrachten
Kann mir einer sagen warum ?

Mfg Willi
P.s cam ist eine ZWO 120,uv-ir cut.
Was willst du denn? Sieht doch gut aus. Die Sterne müssen nur scharf genug sein um sich ausreichend vom Hintergrund abzuheben und das sind sie. Zu scharf dürfen sie auch gar nicht sein, weil, um mit so kurzen Brennweiten zu guiden, der Schwerpunkt der Sternabbildung berechnet werden muss und das geht bei einem einzelnen Pixel schlecht.
Filter wären eher kontraproduktiv, weil du dadurch Licht wegschmeißt und schwächere Sterne sich u.U. nicht mehr vom Hintergrund abheben.

CS Dietmar
 
Hey zusammen.
Vielen Dank für eure Beiträge!
Hat mich wirklich gefreut zu hören und zu verstehen, wie so die Erfahrungen sind. Auch dass das mit dem genauen Fokussieren gar nicht so relevant ist und sogar kontraproduktiv sein kann, fand war ein wichtiger Hinweis.

Hoffentlich reißt die Wolkendecke bald wieder auf!

CS

Jörg
 
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