Zeigt her eure Schiefspiegler und andere Exoten

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Kerste

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Hallo allerseits,

wollen doch mal sehen, was sich hier noch an exotischeren Geräten tummelt, wenn grad schon alle ihre Teleskope für Fotos aus dem Winterschlaf holen :cool:

Ich hätte einen Lichtenknecker 125/3500 zu bieten, der wegen seinem Gewicht vor allem bei öffentlichen Beobachtungsnächten zum Einsatz kommt und nicht auf dem Balkon, wo er an der Markise anstößt.
20200205235259.jpg

Nett bei Sternennächten: Alle Welt denkt dann, das wäre das größte Gerät am Platz, nur weil der Okularrevolver schon mehr wiegt als ein C6. Wobei es letztes Jahr eine völlig untypische Session gab, bei der zwei Schiefspiegler, ein Schmidt-Cassegrain und kein Newton oder Refraktor auf Gäste warteten...

Die Bilder sind nicht ganz aktuell, weil der Sucher mittlerweile durch einen 10x60 VarioFinder ersetzt wurde (mit dem man deutlich leichter was findet als mit dem ursprünglich (aber wohl nicht originalen) Sucher. Die Montierung ist eine alte Vixen Saturn, noch mit Boxdörfer-Steuerung, die wohl im Lauf des Jahres durch eine etwas schnellere SimpleDreamEQ5-Steuerung samt neuen Motoren ersetzt wird.
Schiefspiegler-IMG_2838.jpg


Mittlerweile gibt es auch einen passenden Zenitspiegel mit 2"-Anschluss für moderne Okulare/Bino-Ansatz, wobei die alten Orthos gar nicht schlecht sind – und bei 18mm oder so auch noch gut Augenabstand haben;)

Und was habt ihr so an Raritäten?

Clear Skies,
Alex
 

Der 150/3000mm Schiefspiegler.


Hallo,

Dieses Teleskop, ein 6" ƒ20 Kutter- Schiefspiegler, setzte ich vor allem für die Beobachtung der Sonne im Weißlicht mit einem Herschelprisma ein. Die Bauweise von diesem Schiefspiegler ist katadioptrisch mit einer Korrekturoptik.
Aufgebaut wurde dieses Teleskop auf einer Losmandy G11.
Dieses Teleskop bildete auch am Mond und den Planeten hervorragend ab.


Schiefspiegler.jpg


Viele Grüße
Gerd
 
Zuletzt bearbeitet:
Hier ein 2000/4000 Eigenbau den ich von einem Sternfreund gekauft hatte und aktuell noch in meinem Besitz ist.

Der Kutter war ursprünglich hängend montiert, ( Bild 1 ) ich habe ihn dann provisorisch erst einmal für parallaktische Nutzung umgebaut.
Die Hauptspiegelzelle wurde mittlerweile deutlich leichter und belüftet gestaltet und alles weitere, sollte eigentlich, von einem leider verstorbenen Sternfreund und Feinmechanikermeister komplett umgebaut werden.
Die ursprünglichen Komponenten sind noch vorhanden, HS+FS, Korrekturlinse, Okularauszug, ebenso neu gekaufte Tubusrohre.
Leider blieb das Projekt bisher unvollendet und ich hab nicht die nötige Zeit und Fachkenntnis zur Fertigstellung.

Der Hauptspiegel ist ein Selbstschliff eines holländischen Sternfreundes und wurde mit mindestens beugungsbegrenzt angeboten, der Fangspiegel ist von Lichtenknecker und beide Spiegel wurden von Orion UK Hilux verspiegelt.Bei Beobachtungen hat das Gerät sehr schöne Bilder geliefert.

Kutter.jpg
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Liebe Glasaugen,

anbei ein Bild von meinem Schiefspiegler:

P1310547.JPG

Okay, ein temporärer zustands- und nicht bauartbedingter Schiefspiegler ... weil ich den Hauptspiegel beim Versuch ihn im Dunkeln und ohne wirklichen Plan zu zentrieren so dermaßen verstellt habe, dass jetzt überhaupt nichts mehr geht. Ich bin gespannt, ob ich das ohne Hilfe jemals wieder hinbekomme. Sobald es wärmer wird, muss ich da mal dran.

Schiefe Grüße in die Runde vom
Ursus

******Disclaimer: Falls das nicht lustig sein sollte, bitte ich um Entschuldigung*******
 
Hallo Urs,

den Schiefspiegel-Status kann man ja beseitigen, aber zumindest die offene Tubus-Konstruktion dürfte ausreichend exotisch sein :cool:

Beste Grüße,
Alex
 
Danke, Alex.

Ich hatte mir schon wieder Sorgen gemacht, ich blödel' zu sehr 'rum und trorpediere dadurch Deinen Threat. Und das will ich natürlich nicht!
Aber das Teil ist wirklich funky.

Hier noch ein Exot:
Wiederum nicht unbedingt system- aber diesmal Bauartbedingt.

72f03da8-8eb3-4038-a2d9-3fcf39adbc33.jpg 9039782d-67ae-4457-88f8-e6867bf98cc5.jpg
(Harald, ich hoffe das ist okay, dass ich hier Deine Fotos verwende. Urheber der Fotos: Harald Richter)

Ein ausziehbarer (!) 114er Newton von Eikow. Der wurde durch diese Konstruktion auf 1200 mm "aufgebohrt". Ich habe ihn von einem Astro-Buddy für mein Museum gekauft . Er meinte damals, es sei möglicherweise der - oder zumindest einer der - erste Gitterrohr-Newton ever. In der orignalen Holzkiste mit ziemlich viel Zuhör.
Falls jemand noch mehr drüber weiß, würde ich mich freuen, wenn er sich melden würde.

Schöne Grüße in die Runde,
Urs
 
Oh Mi$t - zwei Schreibbfehler in einer Mail ... wenigstens des "Threat" möchte ich in "Thread" korrigieren, da der Sinn sonst ein komplett anderer wäre.

Sorry!
Ursus
 
Hallo in die Runde,
Kein Schiefspiegler, aber vermutlich ein Exot.
In meiner Jugend stand dieses Teleskop in der Fotoabteilung des Kaufhauses und hat mich immerwieder magisch angezogen. Ich schlich damals drum herum wie die berühmte Katze um den heißen Brei. Aber mehr als der kostenlose Prospekt war damals nicht drin. Dann, 35 Jahre später tauchte eines in der Bucht auf und ich habe zugegriffen. Der erste Blick durch das Fernröhrchen war ernüchternd. Es lieferte kein scharfes Bild. Die Justierung des Fangspiegels brachte keine wesentliche Verbesserung. Das ließ mir keine Ruhe. Also das Gerät aufgeschraubt und begutachtet. Vor dem Hauptspiegel auf einer Art Blendrohr sitzt ein Korrektor, dessen Position sich durch ein Gewinde verändern lässt. Er ließ sich etwa eine 1/15 Umdrehung in Richtung Hauptspiegel verdrehen, was ich auch getan habe. Nach dem Zusammenbau war ich sehr gespannt, hatte allerdings keine hohen Erwartungen. Doch siehe da, das Bild war scharf, zumindest so scharf, wie es einem Gerät dieser Größe und Bauart entspricht. Nun bin ich glücklich mit dem Teil, es sieht für meinen Geschmack toll aus und die Montierung ist sehr steif. Ein praktisches kleines Teleskop für schnelle Beobachtung.

Grüße Daniel
 

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Hallo Ursus,

das ist ein Selbstbaustativ mit einer Staus Stakumontierung, die keine 40 kg tragen muß. Die niedrige Höhe hat sich schon als sehr komfortabel erwiesen, als ein Gast im Rollstuhl bequem beobachten konnte.

Auch das 80mm Okular (3") von Harry Siebert hat schon manchem Atembeschwerden bereitet.

Gruß Thomas
 
zu #10:
Hallo.

das mit den Lüftern im Hauptspiegeltubus hätte ich vielleicht nicht gemacht, denn der Schiefspiegler (aus Duran, wenn Lichtenknecker) kühlt trotzdem schnell genug aus., da überall mehr oder weniger offen. Aber gut, ich finde so einen Schiefspiegler auch nicht so "mobil", sondern eher doch stationär geeignet.

Ich juss dennoch sagen, dass ich im Rahmen einer Hale-Bopp-Nacht auch einen 20cm Schiefspiegler im Einsatz hatte, welcher als "Reiseteleskop" kontruiert war.
Tolles Gerät so ein 30er.

Tom
 
das mit den Lüftern im Hauptspiegeltubus hätte ich vielleicht nicht gemacht, denn der Schiefspiegler (aus Duran, wenn Lichtenknecker) kühlt trotzdem schnell genug aus., da überall mehr oder weniger offen. Aber gut, ich finde so einen Schiefspiegler auch nicht so "mobil", sondern eher doch stationär geeignet.

Hallo Tom,
ein 12" Spiegel wiegt netto je nach Dickenverhältnis zwischen 4-8kg (25-50mm).
Wenn es ein original Lichtenkneckerspiegel ist, hat er ein Dickenverhältnis von 1:6, also 300/50mm, in Duran 50, Gewicht 7,9kg.
Ob so ein Spiegel schnell auskühlt, hängt im wesentlich davon ab, wie seine Rahmenbedingungen sind.
Also von der Anfangstemperatur des Spiegels/Teleskop und der Anfangs- und Endlufttemperatur der Nacht (Temperaturgang).
Der Durchschnitts Temperaturgradient, wird häufig mit ca. 9°C angenommen.
Die Grenzschichtbildung hört dabei eigentlich erst auf, wenn sich Außenluft und Spiegel/Teleskop auf unter 1°C angenähert haben.
Dazu bräuchte dann ein 8kg Spiegel ohne Lüfter ca. 4h.

Die Dämmerungsbeobachtung wird von vielen Planetenbeobachtern häufig als die Stunde mit dem besten Seeing beschrieben.
Daher machen Lüfter bei einem Spiegelteleskop immer Sinn.
In diesem Fall wurden die Lüfter sogar mal richtig angebracht um die Grenzschicht über dem Spiegel effektiv abzusaugen bzw. zu zerreißen.
Ungünstig ist evtl. die Bodennahe Aufstellung und die Anthrazitfarbenen Betonplatten, welche Locales Seeing machen können.
LG
 
Hallo Quanten, wenn das Gerät aus dem Warmen nach draussen gebracht wird, dauert es sowieso zu lange und wenn er schon vorher angeglichen wurde, reicht meiner Erfarung nach die offene Konstruktion, zumal der Hautspiegeltubus hier auch recht kurz ist. Man könnte den auch noch abnehmbar machen.

Tom
 
Hallo Tom,
ja mit "vorkühlen" z.B. im Hausschatten kann man die Spiegeltemperatur schon etwas angleichen.
Allerdings kann man den Termperaturgang welcher mit einsetzen der Dämmerung verstärkt zunimmt und bis zum Temperaturtiefpunkt der Nacht abläuft, nicht ohne weiteres an- bzw. ausgleichen.
Dazu braucht es dann entweder Zeit, bis der Spiegel ebenfalls die Lufttemperatur erreicht hat, oder eben technische Hilfsmittel wie Lüfter oder eine aktive Spiegelkühlung.

Auch eine offene Konstruktion reicht nicht aus um die Grenzschicht effektiv zu beseitigen, diese kann zwar das Auskühlen beschleunigen, da keine weiteren Bauteile wie Tubus usw. die Luftspülung behindern, allerdings ändert das nichts am zeitlichen "Ausdampfen" des Spiegels durch seine Masse.
Die Grenzschicht hält sich relativ hartnäckig auf dem Spiegel, so dass auch ein laues Lüftchen welches vielleicht gerade weht, es nicht vermag die Grenzschicht zu zerreißen.
Evtl. bekommt man dadurch sogar weitere Seeing Probleme, wie Beobachter Seeing (Atemluft) und Lokales Seeing (Plattenbelag).
Auch der Streulichtschutz ist bei Gitterkonstruktionen immer so ein Thema.

C.M. Lowne hat viele Untersuchungen zum Spiegelseeing angestellt und z.B. hier veröffentlicht.
Darin wird eine Luftströmung von ca. 1m/s genannt um die Grenzschicht weg zu pusten.
Seine Arbeiten waren später die Grundlage für das NTT- New Technology Telescope der ESO, bei dem der Hauptspiegel sowie das ganze Gebäude ein extra Kühlsystem bekommen haben, wodurch u.a. bis dahin fantastische Auflösungswerte erreicht wurden.
Ebenso die Arbeiten von Iye et al., gugst du hier.
LG
 
Hallo,

anbei ein Bild von meinem grossen Schiefspiegler. Wie ihr seht hat der keinen Lüfter und auch keinen Hauptspiegeltubus, aber er ist fest aufgestellt. Ich benutzte diesen 300/6000mm Kutter früher für Planetenfotografie und vor allem für visuelle Beobachtungen, für alles was ab 60fache Vergrösserung beobachtbar ist. Mit seinen 6000mm Brennweite ist er für geringe Vergrösserungen nicht direkt nutzbar, aber ich habe eine Brennweitenverküzungslinse um etwa auf die Hälfte zu verkürzen. Dennoch mache ich das praktisch nie, denn ich habe noch andere Geräte.

Meine "immer dabei"-Okulare sind ein
- 50mm Erfle-Weitwinkel (60mm Gesichtsfeld = etwa scheinbar 70 Grad = etwa 35 arcmin) oder ein
- Manfred Piper 30mm Leitz Okular (43mm Gesichtsfeld = etwa 90 Grad (scheinbar, mit ener gewissen Kissenverzeichnung) = 25 arcmin oder ein
- 1 Pärchen Spectros WW 15mm Okulare (15,7mm Gesichtsfeld = 60 Grad (scheinbar) = 9 armin

Planeten: Die 15er sind eher unscheinbar aber extrem scharf an langen Blenden und dazu völlig verzeichnungsfrei. Es sind meine Planetenokulare bei 400x Vergrösserung. Falls der Himmel mies ist, nehme ich 25er WW Masuyama oder diese Zeiss Othos, allerdings beschlagen letztere sehr leicht, so dass ich die Zeiss seltener benutze. Bei Mond kann man bei extrem ruhiger Luft noch weiter gehen und ich habe dafür noch Paare in 10mm sowie 12,5mm im Koffer, aber die kommen höchstens einmal im Jahr raus, weil es sehr selten ist, so weit vergrössern zu können. Diese 15er Spectros funktionieren übrigens gar nicht an SCTs oder anderen "schnellen" Geräten.

Sternhaufen: Das 30er Leitz zeigt die Farben (der Sterne!!) sehr gut, besser als alles von Televue, egal was da drauf steht. Die TeleVue habe ich aber gern am Dobson.

Das 50er Okular ist sehr schwer und man muss das Teleskop neu balancieren. Ich nehme es eigentlich nur, wenn ich suchen will oder wenn ich kein kleineres Gerät aufgebaut habe. Früher hatte ich ein 10cm Leitrohr dazu und hatte damit zwei Brennweiten zur Verfügung.

Leider wird der Schiefspiegler kaum benutzt, seitdem ich seit Corona wieder Astrofotografie mache. Es ist tatsächlich recht schwer aber sehr stabil und ständig ausgekühlt, wegen des offenen Aufbaus. Mit Okularauszug (5kg) wiegt das Teil ohne weiteres Zubehör soviel wie ein Zentner Kartoffeln. Einmal scharfgestellt, braucht man es nicht neufokussieren, wenn man die Okulare nicht wechselt. Auch die Justage ist stabil, da das Instrument nicht mobil genutzt wird. Ich kann das Teil "on-the-fly" justiere, da alle notwendigen Schrauben vom Okularende aus zugänglich sind. Lediglich den Fangspiegel muss man einmal richtig vorjustieren. Die Feinjustage mache ich mit einer kleinen Kamera (asi174mm) und einer Hartmann-Maske in wenigen Minuten. Feinde sind die lokale Luftunruhe (grosse Öffnung), Taubeschlag (offene Konstruktion) und die Landwirtschaft, da alles verstaubt, wenn man nicht jede Nacht abdeckt. Die Wärme des Beobachters machte bei meinen Experimenten nur einen kleinen Teil aus, was mich erstaunte. Die ruhigste Luft habe ich in der Dämmerung. Am schlimmsten ist es wenn es sehr kalt ist (alles tanzt), egal ob offen (so wie jetzt) oder eingekleidet. Es ist die Luft in der Atmosphäre, die dem Gerät zu schaffen macht. Ich habe noch ein 20cm Gerät - da ist dieses Problem wesentlich weniger.

Tom.
 

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Hallo Tom,
cooler Schiefspiegler, ein ATM nach meinem Geschmack!
Ich hoffe mit den nun zunehmenden Kulminationshöhen der Planeten in den nächsten Jahren wirst du das gute Stück wieder öfters benutzen, ist die Optik von Lichtenknecker?

Ich möchte jetzt auch nicht länger auf den Lüftern herumreiten, mach einfach was du für richtig hältst.
Aber das was du hier beschreibst ist im Grunde die klassische Situation um die es ja im Grunde beim Spiegelseeing geht.
Am schlimmsten ist es wenn es sehr kalt ist (alles tanzt), egal ob offen (so wie jetzt) oder eingekleidet. Es ist die Luft in der Atmosphäre, die dem Gerät zu schaffen macht.

Kalte Luft strömt auf einen warmen Spiegel, die unterschiedlichen Luftmassen vermischen sich, mit der Folge von heftigen Seeingbewegungen.

Ich vermute mal, dass sich deine Sternwarte tagsüber auch erwärmt?
Bei mir messe ich im Winter Tagsüber meistens Plusgrade, gegenüber der Außenluft auch wenn es nur 4-5°C sind.
Mit öffnen des Daches strömt die kalte Luft ein und wenn die Temperatur fällt, hat man ganz schnell einen Gradienten von 5-9°C zwischen Luft und Spiegel.
So gesehen ist eine Sternwarte oder eine offene Bauweise noch kein Garant für einen ausgekühlten Hauptspiegel.

Kalte Luft bzw. Temperaturen, machen ja nicht per se schlechtes Seeing, von daher würde ich da mal Untersuchungen anstellen, ob man nicht doch ein besseres Bild mit Lüfter hinbekommt?

Ohne Lüfter oder Spiegelkühlung, kann man die unterschiedlichen Seeingarten meist gar nicht voneinander unterscheiden, oft potenzieren sie sich zu einem Matschebrei.
Wenn man jedoch den Spiegel herunterkühlt kann man auch Veränderungen im Sterntest erkennen, oft auch mit einer Veränderung der sphärischen Korrektur sofern kein Quarz oder Zerodur Spiegel verbaut ist.

Wenn du solch fette und helle Luftschlangen im Sterntest siehst wie in dem folgenden Video, ist der Spiegel noch zu warm.
Du siehst hier die blubbernde Grenzschicht auf dem Spiegel und nicht das atmosphärische Seeing.
LG
 
Hallo,

ich spreche hier natürlich aus eigener Erfahrung, nicht in Anbindung an wissenschaftlicher Forschung.

Bei mir ist die ruhigste Luft am Abend, wenn es eigentlich noch zu hell ist. Vermutung: Vor der Sternwarte liegt ein Feld, dass von der Sonne gewärmt wird. Das strahlt dann nachts wieder ab, so dass die Luftruhe grausam ist. Es gibt einen Zeitpunkt wo sich die Luftströmungen die Waage halten. Da kann ich sogar eine Antenne in 1,5km Entfernung praktisch windstill erfassen, obwohl ich den Strahlengang flach über einen Kuhstall halte, der etwas davor steht. Manchmal habe ich gegen Morgen auch noch so einen Punkt, aber sehr selten. Lüfter verdrecken hier alles. Ich versuche sie zu vermeiden wo es nur geht. Die Temperaturen sind innen und aussen halbwegs gleich. Im Winter sind es höchstens 2 Grad Unterschied und im Hochsommer st die Sternwarte nicht in Betrieb, da ich anderen Beschäftigungen nachgehe oder das Intrumentarium reinige und/oder umbaue. Ich gehe die Störungsliste der letzten Saison durch...

Die Optik ist aus den 60ern von Lichtenknecker. Ich weiss nicht ob es noch einen Hersteller gibt oder gab, wo diese Kutter-Schiefspiegler hergestellt werden oder wurden. Im Sterne und Weltraum (aus den 60ern?) soll ein Instrument abgebildet sein, worin sich diese Optik befand. Ich habe die SuW Ausgabe nicht gefunden, aber bin der Meinung irgendwo mal ein so graues Ungetüm gesehen zu haben.

Und ja, ich plane Saturn noch abzuwarten. Danach kommt der grosse Schiefspiegler weg, vielleicht auch der kleinere Bruder davon. Vielleicht habe ich meinen Fotonewton dann endlich fertig.

Tom.
 
Hallo,

hier einer aus meiner Sammlung, mein erster Schiefspiegler. Die Optik habe ich vor 30 Jahren gekauft. Den Hauptspiegel habe ich später überarbeitet und verbessert. Dieser 110er Kutter dient seit vielen Jahren als Sonnenteleskop. Hier ein Bild von heute, mit Sonnenblende, und dem sehr guten 30mm Ultra Flat von APM.
Das Gerät lässt sich auch bestens mit einem Binokularansatz verwenden.
Dieses Teleskop liefert ein über das ganze Feld scharfes Bild, und ist weitgehend justierstabil. Den Tubus und die Dobson- Montierung habe ich selbst zusammengezimmert.

DSC_6935_2.jpg


Etliche Jahre später habe ich dann einen 130mm f/25 Kutter berechnet und gebaut, der sich im optischen Entwurf (Umlenkspiegel weit innerhalb des Instrumentes) an diesem Gerät orientierte. Er wurde nach zehn Jahren wegen Platzmangels verkauft.

LG,
Guntram
 
Hallo Gutram,

hat A.Kutter derartige Konstruktionen tatsächlich berechnet/veröffentlicht? Ich kenne von ihm eigentlich nur die anastigmatischen, die comafreien mit der Zylinderlinse nahe am Okular und die gemischte Version mit der Schräglinse, welche auch von Lichtenknecker vermarktet wurde.

Tom.
 
Hallo Tom.

Kutter hat einige anastigmatische Schiefspiegler berechnet und veröffentlicht. Beide oben erwähnten Geräte sind anastigmatische Schiefspiegler. Die einzige Abweichung ist der fix eingebaute Umlenkspiegel, aber das ist trivial. Jeder kann einen Planspiegel nach Belieben platzieren; das ändert an der Leistung der Geräte nichts.
Der 130er stüzt sich auf Arbeiten von Michael Brunn, ist aber auch ein anastigmatischer Schiefspiegler, allerdings mit besserer Korrektur als sie die Standardentwürfe von Kutter aufweisen. Auch ist die Feldneigung geringer.

Viele Grüße,
Guntram
 
Hallo,

ja, wenns nur ein Planspiegel ist, darf man das wohl so nennen. Der 125/3500mm von Lichtenknecker war mit einem zylindrisch veränderten Fangspiegel versehen um die Korrektur zu unterstützen.

Tom.
 
Hallo !
Anbei ein paar Bilder von meinen (für mich neuen) Kosmos-Schiefspiegler, 110/2720.
Ich habe ihn zusammen mit der Bauanleitung bekommen, und die datiert auf 1964. Auf den ersten Blick scheint er fast baugleich zum dem von Wolfgang Ries, aber es gibt doch ein paar kleine Unterschiede.
Leider sind die Okulare verschollen. Der Hauptspiegel war ziemlich verdreckt, ich hab ihn aber ganz gut und ohne Kratzer reinigen können.
Bin gespannt auf den ersten Test mit neuem Okular.
Andreas
 

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Hallo Freunde der Schiefspiegler
auch von mir ein Foto meines Kosmos Schiefspiegler 110/2720mm aus den 60er Jahren.
Visuell bietet er heute noch sehr gute Bilder vom Mond, den Planeten und von Doppelsternen
Hier ist er meinem 100 mm APO nicht unterlegen.
Gewöhnungsbedürftig ist halt immer das Aufsuchen weil er eben schief spiegelt.

Viel Spass mit diesen schönen OldiesKosmos Schiefspiegler 110 2720.jpg
 
Hallo Pluto,

offensichtlich hast du den auf der Glockensäule von Zeiss. Verbirgt sich dann hinter dem Schiefspiegler auch die 1b Montierung?

CS Gerhard
 
Hallo Gerhard,
richtig beobachtet, alle meine Instrumente haben die Möglichkeit einer Zeissschiene und können daher gut auf der 1b befestigt werden.
Die 1b ist mein Arbeitstier. Die Zeisssäule steht schon seit über 10 Jahren unverändert auf diesem Platz. Montierung darauf, Teleskop befestigen und schon kann es los gehen. Keine Einnordung ist nötig, jedes Teleskop ist somit immer sofort einsatzbereit. Für visuelle Beobachtungen ist die Nachführung perfekt. Auch nach längeren Pausen ist das Objekt immer noch im Bildfeld.
Natürlich wäre zu diesem Schiefspiegler eine Wachtermontierung oder eine Orion 1 das genau passende. Der weit hinten (an der Achse) liegende Schwerpunkt des Schiefspieglers könnte auch von diesen kleineren Montierungen ausreichend getragen werden.
Leider habe ich keine hohe Säule für diese Montierung. Also bleibt ein 110er Kosmos Newton darauf für den die kurze Säule ausreichend hoch ist.

Viel Spass mit den alten Teleskopen wünscht
Willi
 
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