Zeiss Jena 8 x 30 Fernglasvarianten

  • Ersteller des Themas Ersteller des Themas Papshmir
  • Erstellungsdatum Erstellungsdatum
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Papshmir

Aktives Mitglied
Hallo zusammen,

mit ist da mal was aufgefallen, und ich bin mir nicht sicher, ob es eine wirkliche Regelmäßigkeit gibt. Also, innerhalb der älteren Carl Zeiss Jena 8x30 Gläser aus der DDR gibt es ja:

- Deltrintem (einfach vergütet und multi-vergütet)
- Jenoptem (einfach vergütet und multi-vergütet)

Ich besitze ein einfach vergütetes Deltrintem (die allererste Generation sozusagen), und dieses Glas aus dem Jahre 1956 ist der absolute Hammer: knackscharf, guter Kontrast, geringste Reflexionen.

Nun hatte ich auch mal multi-vergütete 8x30 Deltrintems und Jenoptems in den Händen und obwohl neueren Datums und Mehrfachvergütung, diese kamen niemals an mein 1956er Glas heran. Die mehrfach vergüteten zeigten wesentlich mehr Reflexionen vor allem am unteren Bildausschnitt.

Nun frage ich mich, sind die mehrfach vergüteten doch nicht so toll im Unterbinden von Reflexionen oder habe ich einfach nur schrottige Gläser gehabt.

Weiss jemand dazu was oder kann ähnliche Erfahrungen schildern?

Ich besitze auch multi-vergütete 7x50 Binoctems und Jenoptems, aber diese sind top. Die Ausreisser scheint es nur bei den 8x30 Varianten zu geben.
 
Hallo Ralf,

vielen Dank. Ich denke, das trifft genau das, was ich beobachtet habe.
 
Ralf hat da völlig Recht. Und auch die Prismenabdeckungen waren bei den neueren Modellen aus glänzender Plaste anstatt wie bei deinem älteren Glas aus schwarz mattiertem Metall.

PS: die Dekarem, Binoctem... aus der Epoche deines Deltrintem sind ebenfalls hochwertiger da noch in deutlich kleineren Margen und unter deutlich strengeren Qualitätsansprüchen gefertigt. SN ~24 Mio - ~33 Mio. das ist die Elite nach meiner Erfahrung.

Gruß
Stefan
 
Das Ganze ist aber echt mehr als nur bedauerlich. Da bringt einem ja die ganze Mehrfachvergütung nichts, wenn bei den inneren Tuben geschlampt wurde (wenn auch nicht absichtlich).
 
Hallo Frank,

hast Du denn die 8x30 Zeiss Jena des älteren und des neueren Datums mal am Sternhimmel vergleichen können?
Die MC-Gläser dürften ja von der Transmission her höher liegen. Also rein für die Himmelsbeobachtung, würdest Du mir trotz dessen zur älteren Variante raten? Ich stehe evtl. vor einem erwerb, bin mir aber nicht sicher bezüglich der Modelle.

Gruß

Mike
 
Hallo Mike,

ich meine, am Himmel keine großen Unterschiede gesehen zu haben. Am Tage war dies jedoch sehr deutlich, und bei den neueren Modellen wirklich störend.

Ich würde darum zu den älteren 8x30 Modellen raten, da Du damit die Gläser auch am Tage gut benutzen kannst.
 
Hallo Frank,

danke für die Antwort!

Die 8x30 Gläser kenne ich halt überhaupt nicht. Ein kurzer Blick war mir mal vergönnt. Das war ein Modell mit 30iger Seriennummer. Sehr schön!
Am meisten liegt mir der Weitwinkel, auch wenn die Schärfe zum Rand ja schon sehr früh einsetzen soll. Bei dem kurzen Blick durch das 30iger am Tage empfand ich das jedoch nicht als störend.

Gruß

Mike
 
Streulicht habe ich als nebelartigen Halbkreis am unteren Rand des Objektivs wahrgenommen.
 
Kann ich jetzt bestätigen, habe auch ein Jenoptem 8x30 Multi-Coated hier. Das Streulicht ist sehr stark, ständig wird alles weiss wie im Nebel. Da ist ein neues 50 Euro Olympus DSP I 7x35 9,3° um Längen besser.

Wenn ich eine gerade horizontale Linie mit dem Jenoptem betrachte, und das Fernglas etwa 15cm von den Augen entferne, dann ist die Linie im linken Okular höher.

So sieht es aus:
-------...........
..........-------

Lässt sich sowas durch drehen des Exzenterringes beheben?
 
Weiss man ab welcher SN die glänzenden Tuben vorhanden sind?

Es ist kaum möglich das Fernglas zu nutzen, nicht nur in der Nähe einer tiefstehenden Sonne. Auch bei bewölktem Himmel wird ständig alles neblig-weiss, wenn man die Blickrichtung nach oben/unten ändert. Wie bei einem billigen China-Fernglas.

Sehr schade, sonst wirklich saubere Linsen/Prismen erwischt bei diesem Jenoptem 8x30. Nur etwas dejustiert, siehe oben.
 
Hallo loascutr (Vorname wäre nett),

üblicherweise ab etwa SN 4,2 Mio, vielleicht kennt aber jemand einen genaueren Wert.

Aber das Entscheidende ist, dass man ja die Vergütung an den Gläsern selbst erkennen kann.
 
Die Multi-Coated sind erst ab SN 4,8 Mio habe ich mal aufgeschnappt.

Und glänzende Tuben also ab 4,2 Mio, gut zu wissen.

Weiss dann aber nicht ob es sich noch lohnt ein 8x30 Deltrintem zu holen.

Für 50 Euro bekommt man wie gesagt von Olympus fabrikneu den DPS I mit 7x35 (162m/1000m) oder 8x40 (143m/1000m), mit Asphärischen Linsen und absolut Spitzen-Abbildung. Streulicht ist zumindest beim 7x35 zwar auch vorhanden, aber nicht so schlimm wie beim 8x30 Jenoptem Multi-Coated.
 
Habe jetzt ein 6x30 Silvarem hier. SN 3,0 Mio. Hat matte Tuben. Jedoch auch Streulicht, zwar nicht so stark wie das 8x30 Jenoptem, aber deutlich zu sehen BEI BEWÖLKTEM HIMMEL wenn ich eine Tanne in 10m Entfernung von unten nach oben anschaue.

Habe das 7x35 Olympus DSP I im Vergleich dazu genommen, da sind deutlich weniger Störungen obwohl es gar keine geriffelten Tuben hat.

Mit 7x50 Jenoptem ist absolut kein Streulicht - ein Traum.

Die Farben sind beim 8x30 MC Jenoptem viel knackiger und scheinen auch kontrastreicher zu sein als das fast baugleiche 6x30 Silvarem ohne Mehrfachvergütung.

Ich würde keinen von den beiden (Deltrintem/Silvarem) haben wollen, höchstens für Sammler interessant. Ich bleibe bei dem Olympus 7x35.

Weiss aber nicht wie die beiden in der Nacht sind, da momentan alles ständig bewölkt ist. Tagsüber aber sind die ziemlich mies finde ich. Bin enttäuscht. :)
 
Hallo Andi,

ja, ich finde auch dass das 7x50 Binoctem oder Jenoptem verglichen mit den 8x30 mehrfach vergüteten Gläsern in einer anderen Liga spielt.
 
Zitat von loascutr:
Habe jetzt ein 6x30 Silvarem hier. SN 3,0 Mio. Hat matte Tuben. Jedoch auch Streulicht, zwar nicht so stark wie das 8x30 Jenoptem, aber deutlich zu sehen BEI BEWÖLKTEM HIMMEL wenn ich eine Tanne in 10m Entfernung von unten nach oben anschaue.
Hallo Andi,

ich kann deine Beobachtung bezüglich des Streulichts für mein Silvarem (ebenfalls Seriennr. 3,0 Mio.) nicht bestätigen. Ich habe es heute bei bewölktem Himmel getestet.

 
Hallo Ralf, und auch Andi,

da kann ich eine doch für mich interessante Frage reinwerfen.

Das Silvarem ist eigentlich noch nie so in mein Bewusstsein aufgetaucht. Dennoch aus Neugier, wie ist es eigentlich so vom optischen einzustufen. Gleich einem Deltrintem mit kleinerem scheinharen Sehfeld etwa?
Ich glaube es gab es auch nur mit Einschichtvergütung (?).

Gruß

Mike
 
Mein Silvarem hat viel kleine Okulare als das Deltrintem. Vergrößerung merkt man auch, Himbeeren im Garten sehen nicht so groß aus wie mit Deltrintem. Auf das scheinbare Sehfeld habe ich gar nicht geachtet, bei dem Streulicht... macht es kein Spaß.

Bei Silvarem ist Streulicht zwar nicht so ausgeprägt wie beim Deltrintem Multi-Coated, aber dennoch deutlich vorhanden. Wenn man ein 7x50 Binoctem als Vergleich hat, merkt man erst recht wie störend das ist.

Heute habe ich meine kleine Samlung in ein Schloßgarten mitgenommen, zum Schluss habe ich und meine 3 Begleiter nur noch das Olympus 7x35 DPS I und Binoctem MC 7x50 benutzt. Das Silvarem und Deltrintem sowie ein Hawke 8x25 wollte keiner mehr haben nach 10 Minuten.
 
Hallo Mike und Andi,

zum Silvarem habe ich eine besondere Beziehung. Mein Großvater hatte ein solches Glas. Es war das erste Fernglas, mit dem ich als kleiner Junge beobachtete und staunte. Ich streifte stundenlang damit durch den Garten und die Umgebung. Dieses leichte Fernglas mit nur 6-facher Vergrößerung war dabei ideal für meine Kinderhände. Später kaufte mein Vater ein Dekarem mit dem ich dann den Himmel erforschte. Meine Interesse an Fernoptik war damit besiegelt.

Die Herstellung des Silvarem (und Pentekarem) wurde Mitte der 1970er Jahre vor der Einführung der MC-Vergütung eingestellt. Es hat das gleiche wahre Gesichtsfeld 8,5° (150 m / 1000 m) wie das Deltrintem aber keine Weitwinkelokulare. Bei einem vergleichbaren Preis wird man wohl lieber zum stärker vergrößernden Deltrintem mit großem scheinbaren Gesichtsfeld gegriffen haben, so dass man das Silvarem weniger gut verkaufte und schließlich die Produktion einstellte.

Heute Abend war ich mit dem Silvarem und einem Dodecarem unterwegs. Im Gegenlicht der untergehenden Sonne schlug sich das Silvarem sehr gut. Es gab keine Auffälligkeiten, wogegen das Dodecarem in einer Positionen leichte Reflexe zeigte.

 
Kann sein dass mein Silvarem defekt ist. Denn auch ganz ohne Sonne bei bewölktem Himmel tretten leichte nebelartige Schleier auf.

Gibt es eine Möglichkeit die Objektive beim Silvarem/Deltrintem abzunehmen und von Innen zu reinigen? Ohne das nachher alles dejustiert ist...

Da ist etwas Staub drin.
 
Hallo Ralf und Andi,

Ralf, Deine Geschichte wie Du zur Fernoptik gekommen bist, wunderbar! Was mich bezüglich dessen immer zur Neugier treibt, zu welcher Zeit war das in etwa?

Na vielleicht läuft mir mal ein Silvarem über den Weg. Interessant scheint es allemal, so ein altes CZJ Porro. Könnte mir vorstellen daß ich evtl. Probleme mit dem wohl engen scheinbaren Sehfeld hätte. Ich mag halt ein gewisses Grad an Weitwinkligkeit im wahrsten Sinne des Wortes sehr gerne. Obgleich, eine sehr gute Schärfe kann so manches ausgleichen. Das habe ich kürzlich bei einem Hensoldt Wetzlar 7x50 erlebt. Relativ enges scheinbares Sehfeld, dennoch phänomenal gut für mein Empfinden. Aber das schwiert jetzt zu sehr ab...

Andi, also ich würde mich zwecks einer Reinigung da nicht rantrauen. Aber suche mal hier oder generell nach Reinigung und Justierung von Ferngläsern. Da findet sich das eine oder andere. Zur Not könntest Du es auch machen lassen wenn es Dir das wert ist.

Gruß

Mike
 
Das Silvarem bekommt man schon für 20-30 Euro, Geld in Reparatur reinstecken lohnt da sicher nicht. Einige UdSSR Tento habe ich schon zerlegt, gereinigt und zusammengebaut, waren danach immer noch super justiert (vorher die Positionen der Tuben gekennzeichnet und dann genauso wieder zusammengebaut).

Beim Silvarem ist die Objektivfassung leider mit schwarzem Teer/Pech zugekleistert. Ich glaube das wird nichts mit Reinigen ...

Für mich hat das mit Silvarem/Deltrintem aber eh erledigt, es würde bei mir nur rumliegen. Da schaue ich viel lieber mit dem Zeiss Binoctem 7x50 oder Olympus 7x35 DPS I.

Ich probiere noch ein Deltrintem ohne Multi-Coated, mal schauen ob es besser als das Olympus ist. Ich denke jedoch nicht, allein schon das Sehfeld ist bei Olympus größer. Mal sehen...
 
Hallo Mike, Andi und Frank,

Zitat von MikeS55:
Ralf, Deine Geschichte wie Du zur Fernoptik gekommen bist, wunderbar! Was mich bezüglich dessen immer zur Neugier treibt, zu welcher Zeit war das in etwa?
Das war Mitte der 1970er Jahre.

Zitat von loascutr:
Das Silvarem bekommt man schon für 20-30 Euro, Geld in Reparatur reinstecken lohnt da sicher nicht.
Das würde ich so nicht unbedingt sagen. Meins habe ich ungesehen für ganze 15 € bekommen und da konnte ich nicht nein sagen. Der erste Blick durch das Fernglas war dann allerdings ernüchternd. Inzwischen war es bei Optixxx und ist nun wieder in einem hervorragenden Zustand. Bezüglich Schärfe und Kontrast kann mein KOMZ 6x24 nicht mithalten. Aber jeder muss hier selbst entscheiden, für mich hat es sich gelohnt.


Nun habe ich mir mal ein multi-vergütetes 8x30 Deltrintem mit den glänzenden Plaste-Innentuben ausgeliehen. Gestern Abend habe ich es dann mit meinem einfach-vergüteteten 6x30 Silvarem mit mattschwarzen Innentuben im Gegenlicht der untergehenden Sonne verglichen. Das Silvarem zeigte praktisch keine Störungen, außer einen zarten sichelförmigen Reflex bei einem bestimmten Winkel zur Sonne. Das Deltrintem dagegen zeigte erhebliche sichelförmige und halbkreisförmige Reflexe in fast jeder Gegenlichtposition. Gelinde gesagt ist es nicht gegenlichttauglich. Mit dem Einbau der glänzenden Plaste-Innentuben hat sich CZJ einen absoluten Fehlschlag geleistet - sehr bedauerlich.
 

Anhänge

  • SilvaremDeltrintem.jpg
    SilvaremDeltrintem.jpg
    92,9 KB · Aufrufe: 10.689
  • Innentuben.jpg
    Innentuben.jpg
    93,6 KB · Aufrufe: 6.642
Hallo Ralf,

Mitte der 1970er Jahre, aha. Das ist ja schon eine Weile her.

Sehr schöne Bilder! Man sieht die unterschiedlichen Schwärzungen bzw. Materialien sehr deutlich.

Apropos Mitte der 1970er Jahre. Ich habe ein Deltrintem aus genau dieser Zeit erworben. Genauer, aus 1974. SN 4,1 Mio. Bei diesem ist der Innentubus noch matt. Die Vergütung einfach.
Mein erster Eindruck: Ansetzen, scharf stellen und fertig. Der optimalen Schärfepunkt rastet sofort ein, ohne gefummel an der Fokussierung. Perfekt justiert. Wermutstropfen, die Prismen scheinen etwaig an einigen Stellen belegt, man sieht es auch beim Durchblick. Ansonsten gut erhalten. Aufgrund des Wermutstropfens wird es aber über kurz oder lang wohl Richtung Fachwerkstatt gehen denke ich.

Gruß

Mike


 
Ein Hörsaal mit Stil... :/

http://www.bau.unibe.ch//architektur/murtenpathologie/murtenpathologie02.htm

Frohe Weihnachten!

Mike
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben