Zeiss Telementor C-63 in neuen Schläuchen

Hydrazine

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Oder so.

Das hier soll mein Thread über den Zeiss Telementor 2 (C-63) werden, den ich letztes Jahr als OTA gebraucht erwerben konnte. Viele Fragen zum Telementor wiederholen sich (seit Jahrzehnten), vieles muss man als Telementor-Besitzer neu rausfinden und suchen. Daher dieser Thread -- es soll gehen um: alte und moderne Okulare von 0.965" bis 2", Zenitspiegel und Prismen, Montierungen, Zubehör u.v.m.

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Was sich sagen läßt: Der Telementor liefert selbst im mittleren Alter bestechend scharfe Bilder. Bei 63/840 kein großes Wunder, aber die nüchtern-kühle Abbildung konkurriert mit meinen APOs, die Optik aus Jena ist top. Ich persönlich mag auch das etwas grobe äußere Design -- fand aber DDR-Industriedesign schon immer cool.

Wie man oben sieht -- viele Originalteile waren nicht dabei und ich musste Alternativen finden, ohne der Zeiss-Sammlerei zu verfallen.
 
Die erste größeren Änderung -- das Zenitprisma. Der Telementor kam mit gar keinem Prisma, und ein Plastik 0.965"-Prisma erschien mir der Optik nicht gerecht. Ich erstand dann ein Zeiss Jena 60° Bauernfeindprisma, dass direkt auf den M44-Anschluss vom Asiolator passte. Das Prisma war an sich super, eignete sich aber nicht für die 2" Okulare, die ich am Telementor noch testen wollte. Mit 1" Okularen eine ganze Weile genutzt.

Über einen Baader-Adapter von M44 auf T2 (1508005) passte ein T2-2" ClickLock an den C 63, dort konnte ich einen 2" William Optics Zenitspiegel anschließen.

C63_2.jpeg


Das funktioniert wirklich super, und die Abbildung ist, auch wenn der Telementor wohl eher ein Prisma mit Glas mag, top. Am Tag sehe ich einen leichten Blausaum außen, den ich mit dem Prisma nicht sah, aber am Stern ist es super. In den Fokus komme ich mit der Kombination (M44-T2-2"-Zenitspiegel) mit allen getesten 2" und 1.25" Okularen -- bis auf das 35mm Ultima.

Ein T2 Baader Zeissprisma wäre eine Alternative, aber da ist der Durchlass deutlich schmaler als beim 2"-Spiegel und ich habe gerade kein T2-Prisma frei.

PS: Oben den 3D-gedruckten Sucherschuh durch einen kontemporären von Vixen ersetzt, Montage wie von @hasebergen beschrieben.
 
Hallo,

so ähnlich nutze ich meinen Telementor auch. Mit dem Baader Adapter auf T2 und dann in meinem Fall das einfache T2-Prisma von Baader mit 1,25 Zoll Okularklemme.

Ich bin immer wieder von der wunderbaren Abbildung begeistert, die das kleine Fernrohr liefert! Zuletzt habe ich einen Schattendurchgang von Io und den GRF beobachtet. Das ging super.

Bisher nutze ich nur den originalen Peilsucher und arbeite mich ggf. per Starhopping ans Zielobjekt heran. Das blöde ist nur, dass man den Peilsucher im Dunkeln nicht sieht. Im Urlaub habe ich zum peilen kurz das Terassenlicht angemacht. Das ist natürlich für die Dunkeladaption suboptimal…:)

Freundliche Grüße,
Felix
 
Ich bin immer wieder von der wunderbaren Abbildung begeistert, die das kleine Fernrohr liefert!

Bisher nutze ich nur den originalen Peilsucher und arbeite mich ggf. per Starhopping ans Zielobjekt heran.
Mit einem 'richtigen' Sucht macht es deutlich mehr Spaß, ich nutze einen 6x30 Winkelsucher, das passt super.

Und so "klein" finde ich den Telementor gar nicht. :)
Dafür kommt das Bild an deutlich neuere und eigentlich 'bessere' Fernrohre ran.
 
Bei meinem Telementor fehlte die Staubkappe vorne zur Abdeckung des Objektivs.

Die Suche hat dann deutlich länger gedauert als gedacht, bei mir passte super die folgende aus Metall mit 80mm Innendurchmesser.
 
Liebe Altglassammler,

wie schön, dass hier (wieder) ein neuer Thread zum alten Telementor entsteht. Für mich passt das perfekt, denn ich entdecke mit diesem Teleskop meine erste große astronomische Liebe gerade wieder neu.

P1300850korr.JPG

Nach diversen einfachen 60 mm Refraktoren aus Japan war der Telementor das erste einigermaßen ernstzunehmende Instrument, das bei mir einzog. Und die Begeisterung war groß - was für Bilder und Eindrücke für jemanden, der zuletzt als 7.-Klässler mit Astronomie in Berührung gekommen war.
Für ein "astronomisches Heidenkind" war es schlicht Atemberaubend!

Da bei mir Design und Haptik bei fast allem eine Rolle spielen, hat mich die Konstruktion des Telementor anfangs ... irritiert. So ähnlich wie bei einem Simson Moped. An das Design muss man sich auch erst gewöhnen. Dem Telementor geht die natürliche Eleganz eines klassischen Refraktors japanischer Provenienz ab, da er größtenteils aus nur einem durchgehenden Rohr besteht. Eleganz sieht anders aus.
Doch es gibt genügend Dinge, an die man sich erst gewöhnen muss, bevor man ihren wahren Wert entdeckt (Das erste Bier schmeckte furchtbar, für den Einstieg in die klassische Musik habe ich Jahrzehnte gebraucht). So auch beim Telementor, der seine inneren Stärken erst beim genauem Hinsehen preisgibt.

Was mich neben seiner Leistungsfähigkeit (immer im Rahmen seiner technischen Möglichkeiten betrachtet) am meisten beeindruckt, ist seine hohe Fertigungsqualität.
Und natürlich seine Gestalt: Ich meine jedes Mal einen Hauch hochklassiker und -klassischer DDR-Technik zu erhaschen, wenn ich damit arbeite - im typisch-spröden osteuropäischen Kleidchen, einem Design, das irgendwo im gestalterischen Nirvana zwischen stählerner Panzertechnik und feinmechanischer Perlentaucherei begründet liegt.

Ich liebe die Möhre. Ganz einfach. Und sie wäre vermutlich eine der - wenn nicht DIE - letzte, die gehen würde, müsste es sein.

Dass der Telementor aus der Zeit gefallen sei, wie man manchmal vernimmt, mag nur stimmen, wenn man elektronische Steuerungen oder moderne Fotografie als Maßstab zugrunde legt. Als reines Beobachtungsinstrument spielt er meines Erachtens auf jeden Fall im Reigen vieler anderer, guter Instrumente noch problemlos mit; und zwar ziemlich weit oben - in seiner Klasse, wie gesagt.

Da ich mich entschlossen habe, ihn neben einem größeren Fernglas mit in den Urlaub zu nehmen, habe ich mir einen 4-fach Okularrevolver besorgt. Und ein 40-H, um das große Loch darin zuzumachen, damit kein Staub reinkommt. :rolleyes:
Ich möchte ihn mit meinen einzölligen High-End-Okulare füttern und mal sehen, was geht. In Stellarium habe ich mal gespickelt: in der Zeit, in der ich dort* bin, kann ich in der zweiten Nachthälfte den kompletten Skorpion sehen. Und die Kaffeekanne sowieso. Und damit einen ganzen Sack voll Zeugs, das ich bisher nur aus Afrika kenne. Wie geil ist das?!

Sobald das Wetter passt, fange ich mal an, ein bisschen damit herumzuprobieren, mit unterschiedlichen Okularen und Objekten.
Klar, ein Maultier ist kein Rennpferd, was DSOs angeht, aber - hey! - ich wette, der eine oder andere Fluffi sieht trotzdem ganz passabel aus. Außerdem steht ein 20/80 mit 4 mm AP direkt daneben ...


Schöne Grüße an die TELE-Heads hier, Rock' n' Roll never dies!
Urs



*die letzten drei Wochen im April, Südostspitze Peloponnes
 
Zuletzt bearbeitet:
Liebe politechnischen Oberschüler,

mir geht es mit dem Telementor genauso wie Dir, Felix ...

Das blöde ist nur, dass man den Peilsucher im Dunkeln nicht sieht.

Und ich habe mich dabei immer gefragt, wer sich so einen Mi$t ausgedacht hat - eine Dioptervisierung, ausgerechnet!
Bis gestern Abend.

Da habe ich den fast vollen Mond angepeilt im mitteldichten Nebelschleier (ich musste einfach mal wieder raus, wenn auch nur kurz und unter miesen Bedingungen). Und siehe da ... das hat absolut wunderbar funktioniert. Jetzt hat auch der Ursus kapiert, dass die Visierung eben für den Mond ist. Klar, der Telementor war ein Schulteleskop und der Mond dürfte das am meisten beobachtete Objekt damit gewesen sein, vermute ich.

Oder täusche ich mich als Wessi* da, liebe politechnischen Oberschüler? :geek:


Schöne Grüße,
Urs



*- der Euch um Euren Astro-Unterricht in der Oberstufe noch immer beneidet!
 
Lieber Urs,

ich komme zwar ganz aus dem Osten (Görlitz an der polnischen Grenze) aber wurde erst Anfang der 90er eingeschult. Mein Astronomieunterricht war trotzdem ziemlich gut. Soviel vielleicht vorweg…:)

Ich finde den Peilsucher tatsächlich auch gar nicht so schlecht. Planeten gehen ja so wie der Mond super und bei Doppelsternen und Messier-Objekten, die nicht freiäugig sichtbar sind, findet sich eigentlich immer ein Stern in der Nähe, von dem aus man per Star-Hopping zum Ziel kommt. Einzig, dass er nicht beleuchtet ist, macht die Sache etwas kompliziert. Ich habe mal (ich glaube hier im Forum) ein Bild gesehen, bei dem jemand den Peilsucher mit fluoreszierender Farbe eingepinselt hatte.

Bei mir gehört der Telementor inzwischen auch standardmäßig zum Urlaubsgepäck. :)

Viel Freude damit in Griechenland!

Felix
 
Lieber Felix,

danke für den Tipp mit der fluoreszierenden Farbe. Ich war vorhin in meinem Farbengeschäft des Vertrauens und habe mir etwas davon besorgt (bestellt - ich krieg' sie morgen oder übermorgen). Sobald ich mehr weiß, würde ich es hier darüber berichten. Es gibt sicher noch mehr TELE-Heads mit demselben Problem.

Und Griechenland ... aaaaaahhhhh! Irgendwo zwischen Bortle II und III. :giggle:

Schöne Grüße,
Urs
 
Hallo Urs,
ich habe da einfach rotes (eigentlich orange) floureszierendes Klebeband von Amazon eingearbeitet. Einmal angeleuchtet, hält das die ganze Nacht durch ;-)

Gruss Jens
 
Letzte Nacht den Telementor wieder unter dem Sternenhimmel gehabt. Seeing und Licht naja, aber ich hatte eine halbe Stunde Glück.

Begonnen nur mit Peilsucher und dem 50mm Vixen 2" Plössl. Einblick und AP etwas gewöhnungsbedürftig, aber im Fokus tiefschwarzer und klarer Himmel - wunderschönes Sternenwandern. Über das 24er Pan dann bei bis zum 5mm NLV, eigentlich schon sehr drüber, Trennungen waren aber gut (95 Her & co.).

Ein schönes Instrument das alte Glas.
 
Hallo

Ich habe mein AS 63/840 auch mit Adapter versehen und kann so normale Okulare nutzen in Verbindung mit einem Zenitprisma.
Am liebsten nutze ich das 10 mm Pentax XW also 84 x Vergrößerung .....einfach genial.
CS mario
 
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