Zeiss Telementor C-63 in neuen Schläuchen

Hydrazine

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Oder so.

Das hier soll mein Thread über den Zeiss Telementor 2 (C-63) werden, den ich letztes Jahr als OTA gebraucht erwerben konnte. Viele Fragen zum Telementor wiederholen sich (seit Jahrzehnten), vieles muss man als Telementor-Besitzer neu rausfinden und suchen. Daher dieser Thread -- es soll gehen um: alte und moderne Okulare von 0.965" bis 2", Zenitspiegel und Prismen, Montierungen, Zubehör u.v.m.

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Was sich sagen läßt: Der Telementor liefert selbst im mittleren Alter bestechend scharfe Bilder. Bei 63/840 kein großes Wunder, aber die nüchtern-kühle Abbildung konkurriert mit meinen APOs, die Optik aus Jena ist top. Ich persönlich mag auch das etwas grobe äußere Design -- fand aber DDR-Industriedesign schon immer cool.

Wie man oben sieht -- viele Originalteile waren nicht dabei und ich musste Alternativen finden, ohne der Zeiss-Sammlerei zu verfallen.
 
Die erste größeren Änderung -- das Zenitprisma. Der Telementor kam mit gar keinem Prisma, und ein Plastik 0.965"-Prisma erschien mir der Optik nicht gerecht. Ich erstand dann ein Zeiss Jena 60° Bauernfeindprisma, dass direkt auf den M44-Anschluss vom Asiolator passte. Das Prisma war an sich super, eignete sich aber nicht für die 2" Okulare, die ich am Telementor noch testen wollte. Mit 1" Okularen eine ganze Weile genutzt.

Über einen Baader-Adapter von M44 auf T2 (1508005) passte ein T2-2" ClickLock an den C 63, dort konnte ich einen 2" William Optics Zenitspiegel anschließen.

C63_2.jpeg


Das funktioniert wirklich super, und die Abbildung ist, auch wenn der Telementor wohl eher ein Prisma mit Glas mag, top. Am Tag sehe ich einen leichten Blausaum außen, den ich mit dem Prisma nicht sah, aber am Stern ist es super. In den Fokus komme ich mit der Kombination (M44-T2-2"-Zenitspiegel) mit allen getesten 2" und 1.25" Okularen -- bis auf das 35mm Ultima.

Ein T2 Baader Zeissprisma wäre eine Alternative, aber da ist der Durchlass deutlich schmaler als beim 2"-Spiegel und ich habe gerade kein T2-Prisma frei.

PS: Oben den 3D-gedruckten Sucherschuh durch einen kontemporären von Vixen ersetzt, Montage wie von @hasebergen beschrieben.
 
Hallo,

so ähnlich nutze ich meinen Telementor auch. Mit dem Baader Adapter auf T2 und dann in meinem Fall das einfache T2-Prisma von Baader mit 1,25 Zoll Okularklemme.

Ich bin immer wieder von der wunderbaren Abbildung begeistert, die das kleine Fernrohr liefert! Zuletzt habe ich einen Schattendurchgang von Io und den GRF beobachtet. Das ging super.

Bisher nutze ich nur den originalen Peilsucher und arbeite mich ggf. per Starhopping ans Zielobjekt heran. Das blöde ist nur, dass man den Peilsucher im Dunkeln nicht sieht. Im Urlaub habe ich zum peilen kurz das Terassenlicht angemacht. Das ist natürlich für die Dunkeladaption suboptimal…:)

Freundliche Grüße,
Felix
 
Ich bin immer wieder von der wunderbaren Abbildung begeistert, die das kleine Fernrohr liefert!

Bisher nutze ich nur den originalen Peilsucher und arbeite mich ggf. per Starhopping ans Zielobjekt heran.
Mit einem 'richtigen' Sucht macht es deutlich mehr Spaß, ich nutze einen 6x30 Winkelsucher, das passt super.

Und so "klein" finde ich den Telementor gar nicht. :)
Dafür kommt das Bild an deutlich neuere und eigentlich 'bessere' Fernrohre ran.
 
Bei meinem Telementor fehlte die Staubkappe vorne zur Abdeckung des Objektivs.

Die Suche hat dann deutlich länger gedauert als gedacht, bei mir passte super die folgende aus Metall mit 80mm Innendurchmesser.
 
Liebe Altglassammler,

wie schön, dass hier (wieder) ein neuer Thread zum alten Telementor entsteht. Für mich passt das perfekt, denn ich entdecke mit diesem Teleskop meine erste große astronomische Liebe gerade wieder neu.

P1300850korr.JPG

Nach diversen einfachen 60 mm Refraktoren aus Japan war der Telementor das erste einigermaßen ernstzunehmende Instrument, das bei mir einzog. Und die Begeisterung war groß - was für Bilder und Eindrücke für jemanden, der zuletzt als 7.-Klässler mit Astronomie in Berührung gekommen war.
Für ein "astronomisches Heidenkind" war es schlicht Atemberaubend!

Da bei mir Design und Haptik bei fast allem eine Rolle spielen, hat mich die Konstruktion des Telementor anfangs ... irritiert. So ähnlich wie bei einem Simson Moped. An das Design muss man sich auch erst gewöhnen. Dem Telementor geht die natürliche Eleganz eines klassischen Refraktors japanischer Provenienz ab, da er größtenteils aus nur einem durchgehenden Rohr besteht. Eleganz sieht anders aus.
Doch es gibt genügend Dinge, an die man sich erst gewöhnen muss, bevor man ihren wahren Wert entdeckt (Das erste Bier schmeckte furchtbar, für den Einstieg in die klassische Musik habe ich Jahrzehnte gebraucht). So auch beim Telementor, der seine inneren Stärken erst beim genauem Hinsehen preisgibt.

Was mich neben seiner Leistungsfähigkeit (immer im Rahmen seiner technischen Möglichkeiten betrachtet) am meisten beeindruckt, ist seine hohe Fertigungsqualität.
Und natürlich seine Gestalt: Ich meine jedes Mal einen Hauch hochklassiker und -klassischer DDR-Technik zu erhaschen, wenn ich damit arbeite - im typisch-spröden osteuropäischen Kleidchen, einem Design, das irgendwo im gestalterischen Nirvana zwischen stählerner Panzertechnik und feinmechanischer Perlentaucherei begründet liegt.

Ich liebe die Möhre. Ganz einfach. Und sie wäre vermutlich eine der - wenn nicht DIE - letzte, die gehen würde, müsste es sein.

Dass der Telementor aus der Zeit gefallen sei, wie man manchmal vernimmt, mag nur stimmen, wenn man elektronische Steuerungen oder moderne Fotografie als Maßstab zugrunde legt. Als reines Beobachtungsinstrument spielt er meines Erachtens auf jeden Fall im Reigen vieler anderer, guter Instrumente noch problemlos mit; und zwar ziemlich weit oben - in seiner Klasse, wie gesagt.

Da ich mich entschlossen habe, ihn neben einem größeren Fernglas mit in den Urlaub zu nehmen, habe ich mir einen 4-fach Okularrevolver besorgt. Und ein 40-H, um das große Loch darin zuzumachen, damit kein Staub reinkommt. :rolleyes:
Ich möchte ihn mit meinen einzölligen High-End-Okulare füttern und mal sehen, was geht. In Stellarium habe ich mal gespickelt: in der Zeit, in der ich dort* bin, kann ich in der zweiten Nachthälfte den kompletten Skorpion sehen. Und die Kaffeekanne sowieso. Und damit einen ganzen Sack voll Zeugs, das ich bisher nur aus Afrika kenne. Wie geil ist das?!

Sobald das Wetter passt, fange ich mal an, ein bisschen damit herumzuprobieren, mit unterschiedlichen Okularen und Objekten.
Klar, ein Maultier ist kein Rennpferd, was DSOs angeht, aber - hey! - ich wette, der eine oder andere Fluffi sieht trotzdem ganz passabel aus. Außerdem steht ein 20/80 mit 4 mm AP direkt daneben ...


Schöne Grüße an die TELE-Heads hier, Rock' n' Roll never dies!
Urs



*die letzten drei Wochen im April, Südostspitze Peloponnes
 
Zuletzt bearbeitet:
Liebe politechnischen Oberschüler,

mir geht es mit dem Telementor genauso wie Dir, Felix ...

Das blöde ist nur, dass man den Peilsucher im Dunkeln nicht sieht.

Und ich habe mich dabei immer gefragt, wer sich so einen Mi$t ausgedacht hat - eine Dioptervisierung, ausgerechnet!
Bis gestern Abend.

Da habe ich den fast vollen Mond angepeilt im mitteldichten Nebelschleier (ich musste einfach mal wieder raus, wenn auch nur kurz und unter miesen Bedingungen). Und siehe da ... das hat absolut wunderbar funktioniert. Jetzt hat auch der Ursus kapiert, dass die Visierung eben für den Mond ist. Klar, der Telementor war ein Schulteleskop und der Mond dürfte das am meisten beobachtete Objekt damit gewesen sein, vermute ich.

Oder täusche ich mich als Wessi* da, liebe politechnischen Oberschüler? :geek:


Schöne Grüße,
Urs



*- der Euch um Euren Astro-Unterricht in der Oberstufe noch immer beneidet!
 
Lieber Urs,

ich komme zwar ganz aus dem Osten (Görlitz an der polnischen Grenze) aber wurde erst Anfang der 90er eingeschult. Mein Astronomieunterricht war trotzdem ziemlich gut. Soviel vielleicht vorweg…:)

Ich finde den Peilsucher tatsächlich auch gar nicht so schlecht. Planeten gehen ja so wie der Mond super und bei Doppelsternen und Messier-Objekten, die nicht freiäugig sichtbar sind, findet sich eigentlich immer ein Stern in der Nähe, von dem aus man per Star-Hopping zum Ziel kommt. Einzig, dass er nicht beleuchtet ist, macht die Sache etwas kompliziert. Ich habe mal (ich glaube hier im Forum) ein Bild gesehen, bei dem jemand den Peilsucher mit fluoreszierender Farbe eingepinselt hatte.

Bei mir gehört der Telementor inzwischen auch standardmäßig zum Urlaubsgepäck. :)

Viel Freude damit in Griechenland!

Felix
 
Lieber Felix,

danke für den Tipp mit der fluoreszierenden Farbe. Ich war vorhin in meinem Farbengeschäft des Vertrauens und habe mir etwas davon besorgt (bestellt - ich krieg' sie morgen oder übermorgen). Sobald ich mehr weiß, würde ich es hier darüber berichten. Es gibt sicher noch mehr TELE-Heads mit demselben Problem.

Und Griechenland ... aaaaaahhhhh! Irgendwo zwischen Bortle II und III. :giggle:

Schöne Grüße,
Urs
 
Letzte Nacht den Telementor wieder unter dem Sternenhimmel gehabt. Seeing und Licht naja, aber ich hatte eine halbe Stunde Glück.

Begonnen nur mit Peilsucher und dem 50mm Vixen 2" Plössl. Einblick und AP etwas gewöhnungsbedürftig, aber im Fokus tiefschwarzer und klarer Himmel - wunderschönes Sternenwandern. Über das 24er Pan dann bei bis zum 5mm NLV, eigentlich schon sehr drüber, Trennungen waren aber gut (95 Her & co.).

Ein schönes Instrument das alte Glas.
 
Hallo

Ich habe mein AS 63/840 auch mit Adapter versehen und kann so normale Okulare nutzen in Verbindung mit einem Zenitprisma.
Am liebsten nutze ich das 10 mm Pentax XW also 84 x Vergrößerung .....einfach genial.
CS mario
 
Hallo,

Da hier bereits eine lebhafte Diskussion um dieses schöne Teleskop läuft, möchte ich mich mit meinen Fragen gleich mal anhängen.

Ein Kollege reaktiviert auf meine Empfehlung hin gerade den Telemator seines Vaters. Zunächst scheint alles zu funktionieren, aber zwei Fragen hätten wir an die Auskenner hier.

1. Flecken auf der Objektivlinse. Schaut man von vorn in den Tubus erkennt man auf der Frontlinse mehrere dreidimensional wirkende „Flecken“. Es könnten Staubklumpen sein. Könnte/sollte man da mal einen Wischversuch starten? Oder was wären andere Möglichkeiten?

2. Verbogene Stellschraube an der Montierung. Die Schraube zum Einstellen der oberen Drehachse ist etwas verbogen, was ihre Nutzung erschwert. Wir wollten nicht einfach mit Kraft dagegenbiegen, denn wenn die Achse dabei bricht, ist die Montierung erstmal nicht nutzbar. Gibt es da Ersatzteile? Oder eine Vorstellung, wie ein Ersatz aussehen müsste? Kann man diese Schraube herausdrehen?

Die Klemmschraube für diese Achse ist auch beschädigt und hat ihre rote Markierung verloren. Aber da wird es wohl schwierig mit Ersatz, vermute ich.

Erstmal habe ich einen M44 auf T2-Adapter bestellt und versuche mich dann mal an der Adaption eines Zenitprismas und moderner Okulare. Wobei die vorhandenen zwei Orthos und auch das H-25 schon gute Bilder liefern.

Vielen Dank und viele Grüße
Sebastian
 
Hallo Sebastian,

Fotos sagen meistens mehr als tausend Worte ... dann würde man z.B. auch sehen, ob es ein Telementor oder ein Telementor II ist (also der, mit dem großen Fokussierknopf seitlich am Tubus).

Wenn das Objektiv Staubklumpen gesammelt hat, gehen die mit Druckluft aus der Dose (oder mit Druckluft vom freundlichen Lackierer nebenan) weg. Bitte nicht zum Landmaschinenschlosser fahren und dessen dreckige Luft samst Inhalt auf's Objektiv pressen lassen :-) .
Grundsätzlich kann man das Objektiv ausbauen und begutachten und DANACH über weitere Reinigungsversuche (mit den bekannten Hilfsmittel und dem dafür notwendigen Wissen) nachdenken.

Mechanische Teile kann man meistens ebenfalls retten ... oder durch Zukauf von Gebrauchtteilen (wie auch bei anderen Hobbies üblich) wieder voll einsatzfähig machen. Ein Auto-Narr, der einen Oldtimer besitzt, hat ein scheinbar nutzloses Zweitobjekt in der Scheune stehen und Ersatzteile für mindestens zwei weitere Fahrzeuge trocken gelagert im Haus.

Sprich, wenn du dir eine teuere Nachfertigung von defekten (Mechanik-)Teilen ersparen willst, wirst du dir im Notfall eine zweite T-Montierung zulegen müssen. Die kosten keine Unsummen, auch wenn dort ein Zeiss-Logo aufgeklebt ist :-) ...

Aber ... ohne ein Bild vom aktuellen Zustand wären alle meine Aussagen zur Reparatur-Varianten wohl eher kirchensteuerpflichtig ...

CS,
Marcel
 
... ohne ein Bild vom aktuellen Zustand wären alle meine Aussagen zur Reparatur-Varianten wohl eher kirchensteuerpflichtig ...
:jungehier: Na, na, na!
Obwohl ich kein großer Verfechter der Kirchensteuer bin, muss ich doch entschieden widersprechen, dass wir in der Kirche vor allem mit vagen Vermutungen umgehen. So als wäre Glaube eine minderwertige Form von Wissen…;)

Aber die Formulierung ist lustig, dass muss ich schon zugeben… :)

Viel Freude jedenfalls dem neuen Telementor-Nutzer!

Ich habe meinen auch auf 1,25 Zoll Zubehör umgerüstet und damit schon viele schöne Beobachtungen gemacht.

Freundliche Grüße,
Felix
 
Hallo Felix,

ich wollte halt nur auf die Prophezeiungen anspielen, die es ohne Bilder tatsächlich werden könnten.
Für die Heiden unter uns: Glaskugel lesen kommt dem dann auch sehr nahe ;-) .
Das ist aber alles noch keine Blasphemie (glaube ich zumindest :LOL: ) . Der nächste Schritt wäre dann Heilung (sprich Reinigung) durch Handauflegen ... aber dazu fehlen mir noch ein paar Online-Seminare :ROFLMAO:.

Kurz und gut ... solange keine Scherben im Tubus klappern, kann man alles anrichten. Die Frage ist nur, was will man am Ende haben und was ist man bereit, dafür auszugeben.
Aber blind eine Oduktion zu machen, stellt wohl fast alle (seriösen) Mitmenschen vor eine große Herausforderung.


Noch kurz zum "Umbau" der Okularseite ... auch wenn ich nur die M44-D24.5-Strecke am Telementor nutze...

Aber ... man kann am M44-Ende (also Ausgang Fokussierer beim Telementor bzw. Ausgang Tubus beim Telementor II) idealerweise auf 2" adaptieren.
Dazu braucht man nur einen Adapter M44x1 auf M48x0,75 (also Filtergewinde).
Dann kann man den handelsüblichen 2-Zollstutzen aufschrauben und hat mit dem 2-Zoll-Anschluss auch gleich eine Rotiermöglichkeit.

Nein, das nutzbare Bildfeld ist beim Telementor keine 46mm ... das ist schon klar. Aber manche nutzen halt gerne 2-Zoll-Zubehör oder ein langbrennweitigeres Okular (40....55mm). Und das ist mit einem kleineren Okularsteckhülsen nicht wirklich schön. Der eine oder andere hat sicher schon mal ein 40mm Kellner (Celestron) mit 24,5mm-Anschluss genutzt ... schön ist anders. Daher ist für mich die Grenze (1,25-Zoll) mit dem 35mm Celestron Ultima oder dem 32er TeleVue Plössl erreicht.
Aber beim Telementor würde ich ungern auf so ein 40mm Huygens (M44-Anschluss) verzichten wollen.
Streulichtarme 2-Zoll-Okulare funktionieren am f/13-Gerät sicher bestens, ohne dass man ein 41er Panoptic einstecken muss (zum Glück geht das dann nicht mehr auszutarieren ... und spätestens dann sollte man merken, dass man gerade groben Unfug betreibt.

Alternativ ist man mit M44 auf T2 (und dann weiter mit 1,25 Zoll) sicher am besten beraten ... so wie es oben schon erwähnt wurde.
Da kommt man mit jedem Okular (30mm Brennweite und kürzer) jederzeit zurecht.
Man muss halt nur die Rohrverkürzung im Auge behalten ... beim Telementor II hat man z.B. nur 63...163mm zur Verfügung (beim Telemator, also mit Sucher und Klemmhülse) sind es dann nur noch 40...140mm). Wenn man also haufenweise Adapter dazwischen baut (und evtl. eine Rotationseinrichtung nutzen will), wird es beim 2-Zoll-Zubehör dann ganz schnell eng.
Und nichts ist ärgerlicher, als festzustellen, dass die Schnittweite eines Objektivs 10mm vor der Okularbrennebene endet :LOL: ...

CS,
Marcel
 
Hallo,

Druckluft hatte ich auch schon erwogen, da werden wir wohl mal in eine Dose investieren. Fotos folgen leider erst in der kommenden Woche, das Gerät steht im Büro und mein Kollege und ich sind bis Freitag auf einer Konferenz.

Danke dennoch für die Ausführungen!

Viele Grüße
Sebastian
 
Hallo Sebastian,

schicke gerne mal Fotos ... evtl. kann ich auch bei Teilen oder einer Reparatur helfen.
Ja, so eine Dose Druckluft (oder für Okulare so ein Blasebalg mit Pinsel) macht durchaus Sinn für zuhause.
Vorsicht aber bei Küchenrolle, Wattestäbchen etc. ... die enthalten alle noch feine "Holzspäne" oder andere Beimengungen, die Kratzer auf die Linse machen oder die Vergütungen beschädigen.

VG und CS,
Marcel
 
Also zuerst die Linse. Ich fürchte, da ist nicht nur Staub. Vielleicht doch Pilz? Jedenfalls bin ich sicher, dass sich die Flecken nicht wegpusten lassen.

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Bei der (elektrifizierten) Montierung sehen die Probleme beherrschbarer aus. Die Klemmschraube für das Teleskop muss wohl einen neuen Kopf bekommen. Es bleibt die Frage, ob man bei der Stellschraube einen Biegeversuch starten sollte. Farblich sieht das ja nach Aluminium aus und da wäre ich eher vorsichtig. Kennt jemand den Aufbau dieser Schraube und weiß, wie man sie ausbauen könnte?

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Vielen Dank und viele Grüße
Sebastian
 
Hallo Sebastian,

auch wenn es farblich nach Aluminium aussieht, es handelt sich höchstwahrscheinlich um matt verchromtes Messing. Wie dem auch sei, Rückbiegen birgt immer die Gefahr, dass der verbogene Zapfen abbricht, egal ob Alu oder Messing. Was ist denn am dünnen Ende der Triebwelle (Stellschraube) dran, eine Schnecke für ein Schneckenrad oder ein Gewindezapfen für eine Klemmung bzw. einen federgespannten Druck-Feintrieb?

Viele Grüße Kay
 
Hallo Sebastian,

also das Objektiv muss man ausbauen und einen Reinigungsversuch starten. Die (für das Objektiv) verwendeten Gläser sind nicht allzu empfindlich (im Vergleich zu ED-Gläsern oder gar CaF2).

Der Tubus sieht stark nach Telementor 2 aus ... wegen des Abstandes vom Objektiv zum Tubusinneren ... da ist der Ausbau des Objektives dann etwas komplexer (aber es gibt auch Videos dazu auf Youtube).
Außerdem kann man den Fokussierer (am Tubus angeschraubt) erkennen. Ein eindeutiges Indiz, dass es ein Telementor-2-Tubus ist.

Tja, und was soll ich sagen ... du hast sogar einen Telemator ... ich sehe auf dem Foto, dass es eine TM-Montierung ist (also mit motorischer Nachführung).
Bei so was Wertvollem lohnt es sich gleich gar, die Montierung und den Tubus/ das Objektiv wieder fit zu machen!
Der Tubus dürfte auch (entweder noch angeflanscht oder evtl. in ner Kiste liegend) das gute Zeiss-Sucherfernrohr haben.

Gibt das Fernrohr ja nicht einfach so weg!
Bitte erhalten und wieder hübsch machen ... wir helfen dir gerne dabei.

Tja, und der Feintrieb für die Deklinationsachse ist relativ einfach zu reparieren. Dazu kannst du die Alu-Stange herausdrehen (gegen den Uhrzeigersinn) ... da kommt dann ein langes Gewinde zum Vorschein.
Da du das Gegenstück nicht ausbauen musst, brauchst du die Montierung auch nicht zu zerlegen.

Man kann jetzt schauen, ob man so einen einzelnen Trieb bekommt ... oder einfach reparieren (wenn man die Möglichkeit dazu hat).
Beim Zurückbiegen dürfte das Alu brechen ... aber selbst das kann man in erster Instanz probieren.

Danach würde ich:
1) das verbogene Gewindestüclk einfach absägen,
2) ins verbliebene (heile) Stück ein Loch oder am besten ein Gewinde einbringen (Drehmaschine),
3) einen Bolzen fertigen, der das Gewinde für die Feinverstellung und ein weiteres Gewinde für das Einschrauben in das Griffstück,
4) den Bolzen dann in das Griffstück einkleben,
5) den Bolzen dann wieder in die Montierung einsetzen ... und drehen, bis die Montierung sich bewegt, Idealerweise dreht man so lange am Feintrieb, bis der Bolzen ungefähr mittig in dem Langloch zum Stehen kommt.

Ich würde es jedenfalls so machen, weil ich die Arbeiten selbst erledigen und das Material dafür auch im Schrank habe.
Beim Material kann man sich überlegen, was man nimmt ... entweder wieder Alu, oder dann alternativ dazu Messing oder Edelstahl. Von blankem Stahl würde ich abraten.

Und der Befestigungsknopf für den Tubus (auf dem Bild ist er ja teilweise ausgebrochen und das Käppchen fehlt) hat Prio 2 ... darum kümmern wir uns, wenn der Rest passt.

Also, wenn du das Schätzchen wieder ernsthaft anrichten möchtest ... dann geht's los ;-) .

Frag einfach, wenn du noch was benötigst.

CS,
Marcel
 
Vielen Dank für die wertvolle Information! Dass man den Trieb abschrauben kann, hilft schon mal sehr. Eine passende Gewindestange bekommen wir sicher gefertigt bzw. nach Deinen Hinweisen repariert.

Bei einem Ersatzteil wüsste ich nicht, wo ich suchen sollte, daher wird es wohl auf eine Nachfertigung oder Reparatur hinauslaufen. Aber das erscheint mir nach Deiner Beschreibung machbar.

Zum Ausbau des Objektivs schaue ich mich mal bei YouTube um.

Das Sucherfernrohr ist dabei und sieht gut erhalten aus. Die Nachführung des Motors funktioniert auch. Insgesamt ist es ein sehr schönes Gerät.

Vielen Dank und ich werde weiter berichten!
Sebastian
 
Hallo Sebastian,

wenn du Hilfe benötigst, dann melde dich gerne ... ich kann bei fast allem unterstützen.

Natürlich bekommst du keine Ersatzteile neu zu kaufen ... aber der eine oder andere Sternfreund hat evtl. einen Fundus mit Ersatzteilen.
Da macht ein Kaufgesuch durchaus Sinn (hier im Forum). Das wäre im Falle des defekten Befestigungsknopfes durchaus hilfreich. Denn dort kann man nur ersetzen; reparieren funktioniert da nicht.

Aber des Ausbau des Objektivs (inkl. Reinigung) und das Anrichten des Deklinations-Feintriebs ist keine Atomphysik und definitiv lohnenswert.
Ich würde aber von ungestümen Reinigungsversuchen des Objektivs abraten ... ebenso sollte den Ausbau des Objektivs jemand machen, der weiß was er tut.

Ich kenne deine Fähigkeiten und Fertigkeiten nicht, daher möchte ich (ohne belehrend zu wirken) mahnend den Zeigefinger heben :-) .
Für den einen ist es nur alter DDR-Schrott, für den anderen (wie mich, und sicher auch für viele weitere Mitlesende) glänzen die mittlerweile trüben Augen wieder sehr stark, wenn man so ein ehemals hochpreisiges Produkt aus Jena sieht.
Ich erinnere nur mal daran, dass so ein Telemator zu DDR-Zeiten 3...4 Ingenieur-Monatsgehälter gekostet hat.

CS,
Marcel
 
Bei einem Ersatzteil wüsste ich nicht, wo ich suchen sollte, daher wird es wohl auf eine Nachfertigung oder Reparatur hinauslaufen.
Nachfertigung?!? - Quatsch, Sebastian, gib' mal nicht gleich auf. Telementoren gibt es (fast) wie Sand am Meer. Starte doch mal eine Anfrage in der Rubrik Marktplatz/Suchen - da werden Sie geholfen!

Ich kann' grad nicht so richtig - bin im Büro - melde mich heute Abend aber gerne nochmal und dann sehen wir weiter. Ich hab' auch einen (Telementor) und liebe ihn sehr. Ein unglaublich geiles Fernrohr!

Und gib' ihn auf keinen Fall einfach so ab, nur weil er ein bisschen verwohnt aussieht. Oder gib' ihn einfach MIR! :giggle:

Bis später, schöne Grüße,
Urs
 
Hallo Marcel,

ich kann Dich ein wenig beruhigen. Für uns (also den Besitzer und mich) ist es kein DDR-Schrott, an dem man bedenkenlos rumwerkeln sollte. Deswegen fragen wir ja auch die Experten hier. :)

Meine feinmechanischen Fähigkeiten sind begrenzt, aber wir haben Zugriff auf eine gut ausgestattete und bisher gut besetzte Werkstatt. Leider verlässt uns die Werkstattleiterin gerade und wir müssen Ersatz finden. Aber dennoch sind die Voraussetzungen für sorgfältige Arbeit gegeben.

Vielen Dank - auch an Urs - für den Tipp mit der Suchanfrage! Das werden wir mal formulieren.

Wir sehen in jedem Fall die Erhaltungswürdigkeit des Gerätes. Erste Blicke in die Umgebung zeigen auch schon das Potential dieses Fernrohres. Wenn es weiter aufklart, werden wir es auch mal nachts ausprobieren.

Viele Grüße
Sebastian
 
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