Bochumer1981
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Hallo zusammen,
ich hatte heute Morgen das Glück, H-alpha-Spektroheliogramme während der Entwicklung eines M1.8-Flares in der aktiven Region AR4479 aufnehmen zu können. Da der Flare praktisch von der Anstiegsphase bis in die Abklingphase verfolgt werden konnte, ergibt sich eine schöne zeitliche Dokumentation seiner Entwicklung. Zum Einsatz kam der SHG-700 mit ASI 678MM am FS-78.
Die Beobachtungsbedingungen waren allerdings nicht optimal. Leichter Wind und mäßiges Seeing beeinträchtigten die Abbildungsqualität, was sich unter anderem an den gezackten Sonnenrändern erkennen lässt. Die Angaben zur Flare-Klassifikation und den Ereigniszeiten/-Intensitäten stammen von SolarWeather.
Bereits Stunden vor dem eigentlichen Ereignis war die Region durch mehrere C-Klasse-Flares aktiv. Gegen 09:50 Uhr MESZ nahm die Aktivität deutlich zu. Im Spektrum werden eine zunehmende Emission sowie eine Verbreiterung der Halpha-Linie sichtbar – typische Anzeichen der durch magnetische Rekonnexion ausgelösten Energiefreisetzung.
a) Moustache-Profil einer Ellerman-Bombe: Die Emission tritt überwiegend in den Linienflügeln auf.
b) Flare-Profil: Im Gegensatz dazu hellt sich beim eigentlichen Flare zusätzlich der Linienkern deutlich auf – ein Hinweis darauf, dass die Energie bis in die höheren Schichten der Chromosphäre eingetragen wird:
Das Intensitätsdiagramm zeigt eine deutliche Zunahme der Emission bis über das photosphärische Kontinuum hinaus an der Flare-Position (rote Datenpunkte). Gleichzeitig verbreitert sich das Halpha-Profil erheblich. Diese Verbreiterung weist auf hohe Temperaturen sowie starke Geschwindigkeitskomponenten des Plasmas entlang der Sichtlinie hin (Dopplerverbreiterung). Auffällig ist außerdem der Wing-Dimming-Effekt, bei dem die Linienflügel unter das Referenzprofil von BASS2000 (gelbe Datenpunkte) absinken. Er steht mit Veränderungen der Linienbildung und den dynamischen Plasmabedingungen während des Flares in Zusammenhang. Die grüne Messreihe markiert das Continuum-Licht der Photosphäre mit 100% Intensität, der Flare zeigt vereinzelt hellere Emissionen.
ich hatte heute Morgen das Glück, H-alpha-Spektroheliogramme während der Entwicklung eines M1.8-Flares in der aktiven Region AR4479 aufnehmen zu können. Da der Flare praktisch von der Anstiegsphase bis in die Abklingphase verfolgt werden konnte, ergibt sich eine schöne zeitliche Dokumentation seiner Entwicklung. Zum Einsatz kam der SHG-700 mit ASI 678MM am FS-78.
Die Beobachtungsbedingungen waren allerdings nicht optimal. Leichter Wind und mäßiges Seeing beeinträchtigten die Abbildungsqualität, was sich unter anderem an den gezackten Sonnenrändern erkennen lässt. Die Angaben zur Flare-Klassifikation und den Ereigniszeiten/-Intensitäten stammen von SolarWeather.
Die aktive Region AR4479
AR4479 war bereits in den vergangenen Tagen ausgesprochen aktiv und produzierte mehrere Flares der M-Klasse. Der bislang stärkste Ausbruch erreichte am 03.07.2026 die Klasse M6.8. Der hier gezeigte Flare wurde als M1.8 klassifiziert. Inzwischen befindet sich die aktive Region bereits am Westrand der Sonnenscheibe und wird in den nächsten Tagen hinter dem Sonnenrand verschwinden.Bereits Stunden vor dem eigentlichen Ereignis war die Region durch mehrere C-Klasse-Flares aktiv. Gegen 09:50 Uhr MESZ nahm die Aktivität deutlich zu. Im Spektrum werden eine zunehmende Emission sowie eine Verbreiterung der Halpha-Linie sichtbar – typische Anzeichen der durch magnetische Rekonnexion ausgelösten Energiefreisetzung.
Anstiegsphase (09:47 MESZ)
Zu Beginn des Ereignisses zeigen sich zunächst lokale Emissionsüberschüsse in AR4489. Folgende Phänomene konnten identifiziert werden:a) Moustache-Profil einer Ellerman-Bombe: Die Emission tritt überwiegend in den Linienflügeln auf.
b) Flare-Profil: Im Gegensatz dazu hellt sich beim eigentlichen Flare zusätzlich der Linienkern deutlich auf – ein Hinweis darauf, dass die Energie bis in die höheren Schichten der Chromosphäre eingetragen wird:
Das Intensitätsdiagramm zeigt eine deutliche Zunahme der Emission bis über das photosphärische Kontinuum hinaus an der Flare-Position (rote Datenpunkte). Gleichzeitig verbreitert sich das Halpha-Profil erheblich. Diese Verbreiterung weist auf hohe Temperaturen sowie starke Geschwindigkeitskomponenten des Plasmas entlang der Sichtlinie hin (Dopplerverbreiterung). Auffällig ist außerdem der Wing-Dimming-Effekt, bei dem die Linienflügel unter das Referenzprofil von BASS2000 (gelbe Datenpunkte) absinken. Er steht mit Veränderungen der Linienbildung und den dynamischen Plasmabedingungen während des Flares in Zusammenhang. Die grüne Messreihe markiert das Continuum-Licht der Photosphäre mit 100% Intensität, der Flare zeigt vereinzelt hellere Emissionen.