Zeitungsartikel: Hat die Erde 2 'Mondwolken' ?!

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MarkusD

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Hallo,

habe heute diesen Zeitungsartikel zugeschickt bekommen:
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Weiss jemand, worum es da geht?! Ich habe zwar von einem temporären Mini-Mond der Erde gehört, aber was in dem Artikel steht, wär' mir völlig neu.

Gruss

Markus
 
Re: Zeitungsartikel: Hat die Erde 2 'Mondwolken' ?

Hallo Markus,

es geht anscheinend um Trojaner im Erde-Mond-System. Sie sollen sich in den Lagrangepunkten L4 und L5 befinden.

Wie ich gerade bei Google lesen musste, hat man sogar zwei Trojaner im Mars-System entdeckt. Der Planetoid 5261 Eureka (L4) und der Kleinkörper 1998 VF31 (L5) umrunden den Roten Planeten und mögliche weitere Trojaner stehen auch auf der Liste.

Doch für unser System waren mir Trojaner oder sogar eine ganze Trojanerfamilie bisher nicht bekannt.

Gruß - Nico
 
Ich habe in den 80ern dazu mal einen Artikel gelesen. Bilder gibt es keine, aber in dem damaligen Aufsatz waren Beobachtungen erwähnt. Sehen kann man nur in Äquatornähe (steile Ekliptik) etwas. Man muß kurz vor Vollmondaufgang das richtige Areal ansehen, denn die Lagrangepunkte sind nahe beim Mond. Es wurde damals beschrieben, daß auch nicht eingeweihte Beobachter etwas gesehen haben.

Aber wir Astronomen wissen ja, daß Sehen, Schätzen, Vermuten und Phantasieren nur Punkte auf einer kontinuierlichen Skala sind...
 
Hallo,

Sie hat!
es handelt sich um sehr dünne, ausgedehnte Wolken aus kleinsten Partikeln, die sich im Laufe der Zeit auf den Lagrangepunkten des Erde-Mond-Systems angesammelt haben. Mit weiteren "Monden" der Erde hat das nichts zu tun, es sei denn, dass man jedes Staubkörnchen, das um die Erde kreist als "Mond" bezeichnen wollte...
Diese Staubwolken sind sehr ausgedehnt und zugleich sehr massearm. Man braucht schon sehr gute Beobachtungsbedingungen, um sie zumindest fotografisch nachweisen zu können. Ihr Flächenhelligkeit ist viel niedriger als die des Zodiakallichts. Sie sind diffus und sie haben jeweils über 1° Durchmesser. Man braucht eine lichtstarke Optik mit sehr großem Bildfeld und einen extrem dunklen und vollkommen transparenten, mondlosen Nachthimmel.
Visuell ist meines Wissens da nichts zu machen. Bei niedrigen Vergrößerungen sieht man sie nicht, weil der Hintergrund für sie zu hell wird. Bei hohen Vergrößerungen passen sie nicht mehr ins Bildfeld: Darum guckt man sich ja auch den Nordamerika-Nebel nicht im Teleskop an.

Mars hat mindsetens einen Trojaner auf seiner Bahn. Die Erde hat meines Wissens auch ein paar. Trojaner sind etwas ganz Normales.

Grüße,

Günther
 
'Echte' Trojaner hat auch Neptun (2001 QR322 und 2004 UP10 - sitzen beide bei L4). Die Erde hat allerdings keine 'echten' Trojaner, sondern nur einen (zwei?) Begleiter, die eine Art hufeisenförmige Bahn zur Erde haben (2002 AA29 definitiv, (3753) Cruithne ist fraglich).

Gruß
André
 
Re: Zeitungsartikel: Hat die Erde 2 'Mondwolken' ?

Hallo André,

wird eigentlich zwischen Trojanern in einem Planet-Mond-System (z.B. Telesto und Calypso in den Lagrangepunkten vom Tethys-Orbit) und einem Sonne-Planet-System (z.B. Mars, Jupiter, Neptun) unterschieden? Zum Beispiel mit der Bezeichnung von Planeten-Trojanern und Mond-Trojanern.

Gruß - Nico
 
Re: Zeitungsartikel: Hat die Erde 2 'Mondwolken' ?

Hallo Nico,

da fragste mich zuviel - das weiss ich leider nicht...

Gruß
André
 
Re: Zeitungsartikel: Hat die Erde 2 'Mondwolken' ?

Hallo Nico,

"wissen" tue ich es zwar auch nicht,
aber ich denke, durch die Bezeichnung,
von welchem Himmelskörper das Objekt Trojaner ist,
wird die Sache doch eindeutig.

Ein "Trojaner von der Erde" wäre also ein Objekt,
das auf der Erdbahn um die Sonne läuft,
und zwar 1 AE (60º) voraus oder hinterher.

Die hier besprochenen "Mondwolken"
(hab ich auch noch nie gehört... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/mad.gif" alt="" />)
sind "Trojaner vom (Erd-)Mond".

Alle einverstanden?

Sonnige <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" /> (puh! heiss! 37º!) Grüsse vom MittelMeerDobservatorio
Thorsten
 
Hi,

in der Nähe der Lagrange-Punkte sollen doch schon die Hagen'schen Wolken gesehen worden sein. Such doch mal in dieser Richtung weiter.

ROLAND
 
s. Kordylewskische Staubmonde

Hi!

Da ich in diesem Forum neu bin, erstmal ein herzliches Hallo an alle!

Wie Günther schon richtig anmerkte, handelt es sich um Staubwolken in den Lagrange-Punkten L4 und L5 des Erde-Mond-Systems. In der Literatur werden diese als Kordylewskische Staubmonde oder Librationswolken bezeichnet, benannt nach dem polnischen Astronomen Kordylewski. Im Handbuch für Sternfreunde (nur 3. Auflage) findet sich auch ein Abschnitt hierzu (mit den Hagenschen Wolken haben die Librationswolken übrigens nichts zu tun).

Sie sollen eine Flächenhelligkeit haben, die etwa der der Lichtbrücke zwischen Zodiakallicht und Gegenschein entspricht. Wer schon mal in Namibia war, weiß, daß man die Lichtbrücke dort durchaus visuell erfassen kann. Dennoch sind die Beobachtungsumstände eher ungünstig: die Entfernung zum Mond beträgt 60°, d.h. sie erreichen ihre optimale Beobachtungshöhe, wenn der Mond knapp unter dem Horizont steht. Außerdem darf die Position der Librationswolke nicht mit dem Zodiakallicht zusammenfallen, was durch die Neigung der Mondbahn von etwa 5° durchaus möglich ist. Natürlich darf die Librationswolke auch nicht in der Milchstraße liegen.

Wegen der Steilheit der Ekliptik sind die Beobachtungsbedingungen in äquatornahen Breiten am besten. Die besten Zeitpunkte sind etwa 4 Tage vor oder nach Vollmond. Nach Möglichkeit sollten für eine erfolgreiche Sichtung alle genannten Bedingungen gleichzeitig erfüllt sein.

Gruß Talby

 
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