Zum Mitmachen: Klassiker mit kleinen Öffnungen (bis 79 Millimeter)

... Für mich ist dabei interessant, was ich sehe. Natürlich bin auch ich optisch-theoretisch nicht völlig unbedarft. Trotzdem schrecken mich diese theoretischen Betrachtungen, welches Gerät wohl was überhaupt können kann, und die hier regelmäßig zu Streit unter den "Supertheoretikern" führen, eher ab.
Hallo Gerhard ...
kann ich 100 % unterschreiben. Besonders der Streit " darum " ist nicht meiner. Natürlich kann man(n) Dinge versuchen zu vergleichen oder zu ergründen. Keine Frage. Vielen Menschen geht es oft aber um ganz anderes. Z.B. Recht zu haben , sich darzustellen usw.

Natürlich gibt es aber auch welche die tatsächlich den theoretischen Vergleich an sich sehr schätzen.

Für mich selber ist es schöner , auch mit " 0815 Strehl", => ohne diesen theoretisch beurteilen zu wollen / können auch mit einer xy- Optik , anhand meiner eigenen Augen, Dinge schön finden zu können.

Man könnte sagen ich bin ( beruflich schon ) Techniker und in der Auführung dann Praktiker :)

Vieles was in der Theorie wichtig ist, zeigt sich da praktisch belanglos ...

Spass im Hobby soll jeder haben, in welcher Form auch immer ...
... nur Streit sollte dabei nicht vorkommen.

Gruss an alle Theoretiker und Praktiker
sendet ein Techniker :love:
Marco
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,
ich hatte in den vergangenen Tagen das Glück Jupiter im Vixen 70/560 zu sehen.
Die Bänder waren kontrastreich und fast ruhig mit einem Vixen Plössl 10mm und 2x Barlow.
Ich bin nicht so der Freund von hohen Vergrösserungen, und doch würde ich jetzt gerade etwas mehr Vergrößerung bevorzugen.
Leider habe ich keine Okulare unter 10mm. Die kleineren Brennweiten sind nicht für mich. Zu nah an der Linse und eine unentspannte Sichtweise. Eine Barlow, vielleicht mit 3x könnte ich versuchen.
Meine Wahl viel auf eine apo Barlow 2,5x. Mit dem Plössel 10mm komme ich auf 4mm und 0,5 AP.
2 Tage später kommt sie am Dienstag mit Gummibärchen.
Am gleichen Abend bei gutem Himmel wird sie ausprobiert.
Bei 140facher Vergrößerung sehe ich Jupiter etwas größer als vorher. Sauber und ohne Verfärbung (Fluorid) mit 3 Monden. Sollten es nicht 4 sein. Was ist das? Zum ersten Mal sehe ich den Schatten eines der Jupitermonde in diesem Teleskop.
Ich bin total fasziniert. Wie gebannt versuche ich den Mond vor der Scheibe Jupiters zu finden. Leider nicht zu sehen. Und in diesem Moment löst sich ein kleiner Punkt von der Scheibe.
Da ist er also. Sein Schatten ist immer noch auf dem Planeten zu sehen. Langsam zieht er weiter.
Jetzt fällt mir ein warum ich ihn nicht gesehen habe. Ich habe auf der Westseite versucht ihn zu finden. Der Schatten war ja schon auf der Mitte.
Zenitprisma bildet seitenverkehrt ab.
Ja, ja wenn man(n) älter wird.
Immer noch fasziniert mich der Schatten auf der Oberfläche.
Dann ist er plötzlich weg obwohl er den Rand noch nicht erreicht hatte.
Ich sollte noch erwähnen das ich bei längeren Beobachtungen eine kleine Celestron AZ- Goto Montierung benutze die mir nicht wegen goto sondern wegen der entspannten Auto- Nachführung sehr angenehm ist.
Nach ca. 2 Stunden trinke ich erst einmal einen warmen Tee. Ich bin immer noch etwas aufgeregt von dem schönen Ereignis den Schatten, mit dem kleinen 70ger, gesehen zu haben.

Später will ich es noch einmal mit der neuen Barlow am Mond versuchen, der gerade sehr hell am Himmel steht.

CS Harald
 
> Vieles was in der Theorie wichtig ist, zeigt sich da praktisch belanglos ...

Nur mal um das klarzustellen: ich bin weiß Odin auch kein Theoretiker, der auf der letzten Strehl-Lichtwelle herumreitet. Aber wenn man gewisse Dinge eigenhändig im Bild sieht, was eine durchaus legitime theoretische Grundlage hat, dann darf man das ruhig erwähnen.

Gerade letztens schrieb Lotz was von der Erkennbarkeit des größten Jupitermondes als Scheibchen mit einem 60-mm-Refraktor durch beide Foren und ich selbst hatte schon direkt den Unterschied zwischen einem "nicht ganz" visuell optimierten TAL-2M mit Kugelspiegel und einem anderen, mit den nahezu besten (theoretischen) Vorgaben gebauten Newton gesehen.
Manchmal habe ich das Gefühl, hier werden bestimmte Gerätschaften von vorneherein völlig widerspruchslos mit Vorschuß-Lorbeeren versehen oder kritiklos über den grünen Klee gelobt. Wenn dann so der eine oder andere Teleskop- oder Optikmythos kritisch hinterfragt oder gar zerlegt wird, dann steht man da, als wenn man "Jehova" gesagt hätte. Auf einige (Tat-) Sachen darf eben bloß kein Schatten fallen, sonst ist man gleich die Spaßbremse. Von den Jubelpersern hier will ich gar nicht erst anfangen.

Okay, ich hatte mich ob des Themas "beugungsbegrenzte Abbildung eines Kugelspiegels" wenigstens etwas weiter infomiert - u.a. durch einen Thread, der hier im Forum bereits 2011 stattfgefunden hat. Damals aber mit wirklichen eingefleischten Theoretikern. Aber egal. Man kann aber auch aus solchen Threads gute praktische Informationen ziehen.

Da war zum Beispiel die Formel für das größte ÖV, das ein Kugelspiegel bestimmter Größe noch haben darf, um beugungsbegrenzt abbilden zu können.
Die Formel lautet dazu: F = (3,55 x D) ^ 1/3 --- Öffnungsverhältnis gleich Dritte Wurzel aus 3,55 x Objektivdurchmesser (in mm)

Auch für den TAL-M (80/520 mm) sieht es danach gar nicht mal so düster aus. Bei 80 mm Öffnung wäre eine beugungsbegrente Abbildung bereits bei f/6,57 gegeben, das sind 525 mm Brennweite. Also ist diese Optik gar nicht mal so weit daneben. Ähnliches gilt übrigens auch für den TAL-2M - hier liegt die Grenze bei f/8,1 - also sehr nahe am tatsächlichen Wert von f/8. "Die Russen haben sich dabei schon etwas gedacht", hat selbst 2011 schon jemand zu dem Thema geschieben.

Gut, weiter will ich gar nicht auf dem Thema herumreiten. Seht es einfach als kritischen Komentar. (Kritik im Sinne von konstruktiv.)
 
Hallo Winnie ...
auch von mir eine kurze Erklärung, um keinen falschen Eindruck zu erzeugen.
Auch nur, da Du einen Satz von mir als Einleitung in Deiner Nachricht hast.

Dieser Satz war weder auf Dich oder Deine Meinung, welche ich respektiere, zu beziehen.
Theorie und Praxis begründet sich bzgl. " belanglos " als Unterschied in meiner beruflichen Tätigkeit und ist eine allgemeine Erfahrung welche ich auf 35 Jahre landesweiten Außendienst mit unterschiedlichsten Problemstellungen / Lösungen gemeint habe.

Ich denke hiermit wird sicher nun verständlich sein wie mein Beitrag gemeint war.
Keinen falls auf Dich oder Deinen Beitrag selbst.

Gruß
Marco
... einer der immer auch andre Meinung respektiert. :)
 
Hallo,
vor einigen Monaten gab es einen 76/350 Dobson Tischteleskop für 19,99€ im Angebot. Na ja habe ich gedacht so als Vitrinenmodel macht er sich vielleicht ganz gut, kosten die doch sonst so um die 80,-€.
Ich bin dann später doch mal in den Garten auf dem kleinen Tisch nur mal so zum gucken, Kollimationsbesteck in den Okularauszug, und es sah überraschend gut aus. Der Hauptspiegel war sowieso nicht einstellbar.
Dann sofort auf die Plejaden geschwenkt, halb den Kopf abdrehend um überhaupt den Leuchtpunksucher einsehen zu können, und da waren sie die Plejaden im 26ger Plössl. Unglaublich, im Zentrum nadelfeine Sterne zum Rand hin etwas unscharf werdend, aber immerhin, hätte ich nicht gedacht. Für so ein billig Dingen mit Plastik- Okularauszug. Die Hauptsterne waren deutlich neben vielen Anderen zu sehen. Im 32ger Plössl hatte ich leider einen leichten Röhrenblick mit meinen alten Augen. Aber auch im 10ner Plössl bei 35x waren alle Plejadensterne beeindruckend gut zu sehen. Nebelschleier konnte ich keine sehen, wäre vielleicht auch ein bisschen viel verlangt bei dieser Spiegelgrösse. Rein rechnerich wurde von dem 76 Spiegel ca. 64mm genutzt.
Der Orionnebel war leider schon hinter dem Dach des Nachbarhauses verschwunden.
Ich habe dann noch einige Zeit den Anblick um die Plejaden, bis die Wolken aufzogen, genossen.
Wer weiß, vielleicht habe ich ein neues "Schnellspechtelgerät" gefunden. Ich werde es auf jeden Fall mehr als nur für die Vitrine nutzen.

CS Harald
 
Hallo,
Ich hab nicht alles im Detail gelesen , dennoch spannender thread.

Ich weise hier auf das Coronado PST 40/400 hin. Damit mache ich seit Jahren meine schnellen Sonnenbeobachtungen und bin sehr glücklich über den schnellen Einsatz und die tollen Protuberanzen. Mit der Zeit erkannte ich immer mehr Oberflächenstrukturen, wobei das PST auf die Protuberanzen ausgelegt ist.

Uwe
 
Hallo zusammen,
So: jetzt hab ich auch Jupiter im 70/420 Apo besichtigt. Trotz hoher Cirren waren die Äquatorialbänder bei 33x schön zu sehen. Bei 24x auch, wenn man weiß, das sie da sind. Ohne Cirren geht das vlt besser.

Uwe
 
@all & @Uwe65 ...
Jupiter ist immer, egel wie oder mit was, eine Beobchtung bzw. einen Blick wert.
Zumindest für mich ist es so, ... " er " und die Monde sind einfach ==》 :cool:
Gestern habe ich ihn spektroskopisch beobachtet, um zu sehen ob das mit meiner
einfachen Vorgehensweise und Ausrüstung ( grundsätzlich ) geht.
Für mich ist, wie fast immer, der Weg das Ziel ...
... dieser Weg macht Spass, auch ohne hohe " Genauigkeiten " oder grosse Optik
und Ausrüstung.
Die Sache selbst ist wesentlich !
Gruss
Marco
 
Hallo liebe Beobachter ...
Um dieser Infoabfolge zu Beobachtungen wieder etwas beizufügen eine nur kleine Info.
Am Samstag konnte ich eine tolle Mondbeobachtung machen.

Eine Mondkorona.

Für mich war es visuell eine der schönsten "Himmelserscheinungen" der letzten Zeit !

Ich schaue am Abend immer und oft einfach mal aus dem Fenster nach "oben" um event. mit geeigneter Ausrüstung , auf dem Balkon dann ( sofern halt möglich ) den Himmel zu beobachten.

Da die Schönheit der zu sehenden Mondkorona kaum zu beschreiben ist dachte ich, wer sie nicht gesehen hat kann hier mal schauen =>> Die Möglichkeiten moderner Smartphones

Viele Grüsse
sendet
Marco
 
Hmm ... gehts jetzt hier nur um klassische "alte" Teleskope oder um kleine Öffnungen?
So als Einsteiger mit den ersten Beobachtungen schreib ich einfach mal ...

Gestern Abend (ca. ab 2100) Venus und Jupiter gesehen!
72/432 TS Photoline
2" Spiegel
Baader Mark IV & Barlow und auch SVBony 3-8

Kurz vor Ende der Dämmerung verzogen sich doch die Wolken - alles schnell im Dunkeln auf den Balkon. Sucher vergessen, also Himmel mit dem 31er Hyperion gescannt. Ging erstaunlich gut - im Sinne von schnell - bei beiden Planeten. Entweder hab ich in der Dunkelheit ein paar Bauteile vertauscht - ich kam mit dem 31er wieder nicht in den Fokus - ich muss einfach mal mit Ruhe alles nochmal ausprobieren.

Zuerst war die Venus dran, da sie ja nicht so lange sichtbar bleibt. Erste Mal gesehen, dass ist ja schon etwas enttäuschend. Eigentlich nur eine kleine oder kleinste Scheibe entdeckt. Nicht viel Zeit da verbracht ...

... ab zum Jupiter. Der stand schön hoch, vier Monde dazu. Das beste Bild hatte ich: Mark IV auf 16 + Barlow. Bänder schön zu sehen, ziemlich klares Bild (mir fehlt jeglicher Vergleich). Bin ich weiter runter auf 12 oder 8, musste ich mit dem Auge schon extremst "zoomen" um für eine halbe Sekunde klar zu sehen. Insgesamt wars schön zu schauen, freu mich, dass sich die Barlow lohnt. Mit dem SVBony bin ich wieder nicht so richtig warm geworden.

Hatten wir gestern ein gutes oder ein mäßiges Seeing?
Bietet die Venus meist so einen "minimalistischen" Anblick?

Beste Grüße
Ralf
 
Hallo Ralf,

herzlich willkommen im Beobachterkreis! Spannend an der Venus ist die ständige Veränderung der Phase während sie auf uns zuläuft (aktuell am Abend) oder von uns weg (später als Morgenstern). Sie nimmt ab und zu wie unser Mond. Um das gut (sprich: scharf und ruhig) zu sehen hilft ein Atmosphärischer Dispersionskorrektor (ADK - Englisch ADC) enorm. Auch ein schlichter Gelbfilter hilft, aber erst der ADK haut richtig rein.

Auch ein grüner Linienfilter kann sehr helfen um das bild zu schärfen und zu beruhigen, und sogar die Wolkenbänder auf der Oberfläche sichtbar machen. Zum Grünfilter habe ich hier Einiges geschrieben.

Beste Grüße
Christopher
 
Auch ein schlichter Gelbfilter hilft, aber erst der ADK haut richtig rein.
Danke Christopher, ich werde heute nochmal ran. Einen "schlichten" Gelbfilter (1,25") hab ich sicher. Mit etwas Glück hab ich auch irgendwo ADK gelesen (allerdings eher 2") ... die Filter hatte ich noch nicht gesichtet/genutzt.

Mein Bild war richtig schlecht. Gut - vielleicht ist das Teleskop dann auch zu schwach, dazu der lange Weg durch die Atmosphäre zur tiefstehenden Venus. Dazu blaue und gelbe Ränder, Ränder ist fast untertrieben. Die dann Minuten später am Jupiter nicht im Geringsten auftraten. Da war das gesamte Bild erfreulich.
Heute hoffentlich mit der nötigen Ruhe ans Werk :-)
 
Lieber Ralf,

Hast Du zum Horizont hin einen gelb-roten Rand an der Venus (und an hellere Sterne) sowie auf der gegenüber liegenden Seite blau, und zwar über das gesamte Gesichtsfeld, auch in Feldmitte? Dann ist das atmosphärische Dispersion. Den blauen Teil kannst du mit einem Gelbfilter herausfiltern. Gleichzeitig wird das Bild etwas ruhiger, da die Luftunruhe sich im Blauen stärker auswirkt als im Gelb-Roten. Ein grüner Linienfilter wie dieser hier hat, auf den gleichen Wirkmechanismus beruhend, einen nochmal wesentlich stärkeren Effekt als ein Gelbfilter.

Vom Preis-Leistungsverhältnis her betrachtet - wohlgemerkt nur in Bezug auf die Venusbeobachtung - ist ein grüner Linienfilter meines Erachtens die günstigste Lösung. Ein ADK kostet mehr, ist aber häufiger von Nutzen an viele Objekte. Das gilt nicht nur in Horizontnähe. Ich sehe häufig auch bei 40° über Horizont eine positive Wirkung. Ich wünschte, ich hätte das früher gewusst. Das hätte über viele Jahre hinweg meine Planeten- und Doppelstern-Beobachtung sehr befördert.

"Zu schwach" ist Dein Teleskop für die Venus keinesfalls. Im Gegenteil: die kleine Öffnung macht dieses Teleskop weniger anfällig für die Luftunruhe. Da die Venus eine enorme Oberflächenhelligkeit hat macht es Sinn, hohe Vergrößerungen zu nutzen da auch bei höchster Vergrößerung die Verdunkelung des Bildes kein Thema ist. Mit Deiner 72mm Öffnung würde ich an der Venus 130x empfehlen.

Bei dieser Vergrößerung wird es freilich wiederum nötig, Maßnahmen zu ergreifen um die Luftunruhe und die Dispersion in Horizontnähe zu bändigen, die beide mit tiefem Stand anwachsen - also Filter und/oder ADK zu verwenden. Dann wird die Venus zu einem spannenden Objekt - und gerade eines, das für kleine Öffnungen geeignet ist, um zum Anliegen dieses Threads zurück zu kommen!

Beste Grüße, Christopher
 
Der schnelle Blick zum Himmel

Ein Beobachtungsbericht
Dienstag, 14. April 2026 – ca. ab 21:55 Uhr

Es sind genau diese Abende, die den Reiz der Astronomie für mich ausmachen, spontan hinaus auf den Balkon, der Himmel zunächst klar, die Durchsicht überraschend gut und alles ist bereit für eine entspannte Beobachtung. Der Tisch steht, der Stuhl ist bequem, und ein gutes Glas Rotwein rundet die Atmosphäre ab. Kein großer Aufwand, sondern einfach Freude am Blick nach oben.

Zum Einsatz kommt meine bewusst kompakte, aber leistungsfähige Ausrüstung. Ein TS ED Refraktor mit 50 mm Öffnung und 242 mm Brennweite, montiert auf einem Manfrotto 410 Getriebeneiger auf einem stabilen Tischstativ. Dazu Okulare mit 6, 9, 15 und 20 mm Brennweite, vergleichbar mit den bekannten „Goldkanten“. Eine Kombination, die sich an diesem Abend als durchweg brauchbar an dieser Optik erweist. Lediglich das 6 mm Okular zeigt seine Stärke speziell ( nur ) bei der Planetenbeobachtung.

Mein Blick richtet sich in den westlichen Himmel, wo offene Sternhaufen das Beobachtungsprogramm bestimmen sollen. Schon beim ersten Objekt zeigt sich, dass die Bedingungen gut genug sind, um trotz der kleinen Öffnung schöne Eindrücke zu gewinnen.

Schön zeigt sich M35 im Sternbild Zwillinge (GEM). Mit einer Helligkeit von 5,1 mag zeigt sich dieser offene Sternhaufen vom Typ III2m als lockeres Sternfeld. In Okularen mit 9 mm bis 20 mm ist es ein sofort ins Auge fallendes Objekt. Es ist an diesem Abend eines der Highlight's unter den beobachteten Haufen.

Doch auch die Objekte im Sternbild Fuhrmann (AUR), nahe dem hellen Stern Capella, können überzeugen. M36 (Typ II3m, Helligkeit 6,0 mag) zeigt sich kompakt jedoch leicht diffus strukturiert. M37 (Typ II1r, 5,6 mag) wirkt dichter und reicher an Sternen, fast körnig in seiner Erscheinung Es ist der schönste Anblick des Abends bzgl. der beobachteten Sternhaufen . M38 (Typ III2m, 6,4 mag′) schließlich erscheint etwas lockerer verteilt, aber dennoch gut erkennbar. Alle Haufen sind mit den mittleren Vergrößerungen (9–20 mm) gut sichtbar und machen deutlich, dass auch kleine Teleskope viel zeigen können.

Mein Blick geht weiter zu den Zwillingen, wo Pollux und Castor als markante Fixpunkte dienen. Sie helfen nicht nur bei der Orientierung, sondern geben dem Himmel auch eine vertraute Struktur.

Später richtet sich das Augenmerk auf Jupiter. Hier kommt das 6 mm Okular zum Einsatz, das die nötige Vergrößerung liefert. Trotz der inzwischen aufziehenden leichten Schleierwolken, welche die kleine Öffnung bei den Sternhaufen zunehmend forderten, bleibt der Gasriese ein faszinierendes Ziel.
Eigentlich sind sie dort sogar hilfreich. Sie nehmen etwas Licht des Planeten bzw. erlauben ab und an die Wolkenbänder zu " erahnen ". Besonders eindrucksvoll ist jedoch die Aufreihung der Monde : Europa, Io, Ganymed und Kallisto sind klar zu erkennen und zeigen sich in der " Paradepositionierung " um den Planeten. Ein klassischer und für mich immer wieder begeisternder Anblick.

Mit fortschreitender Zeit verschlechtern sich dann die Bedingungen durch die Schleierwolken weiter, doch das trübt die Stimmung keineswegs. Im Gegenteil. Es unterstreicht worum es ( mir ) wirklich geht. Nicht Perfektion oder besondere Optik sondern das Erleben. Der Weg ist das Ziel, wobei der Spaß am Hobby steht im Vordergrund.

Ein einfacher Abend, eine kleine Ausrüstung – und doch ein großes Erlebnis unter dem Sternenhimmel.
Was will man mehr ...
Gruss
Marco

ps. alle Typ.-Helligkeitsdaten entstammen dem Programm Guide 9 ;) ... für mich seit Jahren ( und noch immer ) das Programm meiner Wahl
 
Dienstag, 14. April 2026 – ca. ab 21:55 Uhr

... Besonders eindrucksvoll ist jedoch die Aufreihung der Monde : Europa, Io, Ganymed und Kallisto sind klar zu erkennen und zeigen sich in der " Paradepositionierung " um den Planeten
Exakt zu dem Zeitpunkt hab ich die von dir beschriebene "Paradeposition" auch genossen. Allerdings mit einem (neuen) Spektiv ... welches die hier vorgegebene Öffnung um einen Millimeter überschreitet. Auch mit 60fach war der Jupiter mit Monden ein Highlight. Obwohl ich Spektive sehr oft und Jahrzehnte nutze, war ich damit - außer dem Mond ganz selten mal - das erste Mal auf einem Planeten. Vom Bild war ich schon begeistert. Betrachtet man den geringen Aufwand, ist der Spaß schon riesig. Nix Sucher oder aufwendige Montierung, Kugelkopf etwas den Himmel scannen und zoomen.

Hast Du zum Horizont hin einen gelb-roten Rand an der Venus (und an hellere Sterne) sowie auf der gegenüber liegenden Seite blau
Hey Christopher, danke für deine Tipps. In meinem Filterbestand bin ich leider nicht fündig geworden. Mit der Venus - auch mit dem oben beschriebenen Spektiv am Dienstag - tue ich mich schon schwer. Laienhaft beschrieben bekomme ich eigentlich immer nur einen hellen Klecks mit gelben und blauen Anteilen hin. Ganz anders als beim Jupiter.

Kommendes Wochenende hab ich Zeit und Muße und werd die gesamte Equipment (inlusive neuem Spiegel & Okular) an der Venus abarbeiten. Sollte klare Sicht sein, melde ich mich nächste Woche!

Beste Grüße
Ralf
 
... Betrachtet man den geringen Aufwand, ist der Spaß schon riesig. Nix Sucher oder aufwendige Montierung, Kugelkopf etwas den Himmel scannen und zoomen.
Beste Grüße
Ralf
Hallo Ralf ... ( @Sachranger )
genau jenes ist der " Vorteil " welchen ich auch schätze.
Weniger ist manches mal, bzw. für mich, dann ( auf Dauer ) doch mehr :).
Die Ursachen hierfür sind natürlich für jeden ganz subjektiv und unterschiedlich.
Auch große Ausrüstung hat natürlich Vorteile ...
... keine Frage !
Gruß
Marco
 
Etwas allgemeines zu " Small Optics "

Am Beispiel der Sonne !
Für mich seit vielen Jahren eine echte „Klassikerbeobachtung“.

Heute ( 17. April 2026, ca. 13:30 Uhr bis jetzt ) standen vor allem die aktiven Regionen 4415, 4416 und 4419 im Fokus meines Interesses.

Was mir dabei immer wieder bewusst wird :
Es muss nicht zwingend die große Ausrüstung sein, um im Hobby auf seine Kosten zu kommen.
Auch muss nicht immer ein Foto das Ziel im Hobby sein. Im Gegenteil. Der visuelle Okulareindruck
ist gerade an bei der Sonnenbeobachtung ( zumindest für mich ) eindrücklicher.

20260417_132358_small.jpg


Gerade die klassische Sonnenbeobachtung mit kleiner Optik ist für mich also eine ausgesprochen angenehme klassische Alternative. Der schnelle Aufbau, die unkomplizierte Handhabung und nicht zuletzt die oft geringeren Seeing-Probleme machen diese Art der Beobachtung besonders reizvoll.

Ein weiterer Pluspunkt : Die Ausrüstung ist praktisch jederzeit einsatzbereit – in die Hand nehmen, rausgehen und loslegen. Genau das ist für mich ein entscheidender Faktor im Alltag.

20260417_132258_small.jpg


Natürlich zeigt mehr Öffnung und Brennweite auch mehr Details, keine Frage.
Aber das geht eben immer auch mit mehr Aufwand, mehr Equipment und entsprechend höherem " Geldeinsatz " einher.

Mit der hier verwendeten Konfiguration lassen sich die wesentlichen Erscheinungen der täglichen Sonnenaktivität dennoch sehr gut verfolgen.

Gerade auf dem Balkon oder auch unterwegs im Urlaub hat sich dieses Setup für mich bewährt. Flexibel, effizient und zuverlässig.
Und nicht nur tagsüber, auch für gelegentliche Nachtbeobachtungen habe ich damit bereits gute Erfahrungen gemacht, wie ich an anderer Stelle schon beschrieben habe.

Am Ende steht für mich , wie so oft schon angemerkt, vor allem eines im Vordergrund, ...
Spaß an der Beobachtung unabhängig von der Größe der eingesetzten Optik.

Viel Grüße und ein sonniges, wolkenfreies Wochenende ...
... sendet Marco
 
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Ich mag kleines Gerät…

Hier eines meiner kleinen Geräte:
Ein Tak 76 DCU auf einer Giro Ercol Mini mit Manfrotto-Stativ.
Als Okulare nutzen ich Meade Serie 3000 und 4000 Plössl (natürlich Made in Japan) ;) ;)

Wenn das Dwarf auf einem am Balkon befestigen MonoPod läuft, schaue ich gerne mit den Taks (FOA 60 // FSQ85 und FC76DCU) ganz klassisch in den Himmel.
Oder auch gerne noch mit meinem ersten Teleskop…einem 76/700 Newton (Tchibo-Torpedo)

Grüße und CS Nils
 

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Hallo zusammen,

vielleicht etwas o.T….unabhängig von den Berichten und den tollen Fotos oben hat ein kleiner Refraktor mit ca. 70 mm Öffnung auch noch einen ganz anderen Charme: Man kann den sehr schnell und bequem rausstellen und mal gucken wie die Bedingungen (Seeing) sich darstellen. Das kleine Gerät ist ja flink einsatzbereit und ausgekühlt.

In einigen Fällen lohnt dann der Aufbau mit größerem Kaliber evtl. erst gar nicht. Bin jüngst am überlegen, ob ich mir zu den bereits vorhandenen, etwas größeren 4 Fernrohren genau so ein Teil noch zulegen werde. ;)

Viele Grüße
Werner
 
Hallo zusammen,

vielleicht etwas o.T….unabhängig von den Berichten und den tollen Fotos oben hat ein kleiner Refraktor mit ca. 70 mm Öffnung auch noch einen ganz anderen Charme: Man kann den sehr schnell und bequem rausstellen und mal gucken wie die Bedingungen (Seeing) sich darstellen. Das kleine Gerät ist ja flink einsatzbereit und ausgekühlt.

In einigen Fällen lohnt dann der Aufbau mit größerem Kaliber evtl. erst gar nicht. Bin jüngst am überlegen, ob ich mir zu den bereits vorhandenen, etwas größeren 4 Fernrohren genau so ein Teil noch zulegen werde. ;)

Viele Grüße
Werner

Moin zusammen

Ich muss ja wirklich gestehen, ich denke immer wieder mal über etwas Größeres nach, aber genau diese Punkte von @ws_mark12 bringen mich hier im Osten von Hamburg jedes Mal wieder davon ab.

Ich stelle immer wieder gerne spontan meinen Pentax 75 SDHF auf die Terrasse um mal eben einen Blick durch eine Lücke zwischen den Wolken zu erhaschen. Oder seltener auch für eine kurze Sequenz mit der Kamera.

Aber ich freue mich über jeden Moment mit diesem kleinen Oldtimer und so soll das doch eigentlich bei einem Hobby auch sein 😃

Schönen Rest-Sonntag und clear sky
 
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Hallo Nils
zwei mal ... prima !
Deine Vorgehensweise ist ( für mich ) sehr stimmig. Es ist ( auch wieder nur für mich ) genau richtig, ...
denn beide " Welten " der Beobachtung können sich prima ergänzen ! Digital, wie auch visuell am Okular.
Beobachten, betrachten bleibt beobachten und betrachten , egal wie und womit.
Immer aber nur solange die Beobachtung und nicht das ( ausgearbeitete ) Foto im Vordergrund
zum Beispiel zur (Pretty Picture Wiedergabe ) im Internet steht.
Gruß Marco
 
Drei heiße, kurze und helle Nächte – Messier 3 mit drei unterschiedlichen Instrumenten

Die vergangenen Nächte waren zwar kurz, warm und aufgrund der Jahreszeit nicht gerade von optimaler Dunkelheit geprägt, dennoch boten sie Gelegenheit für eine kleine Beobachtungsreihe. Zielobjekt war der Kugelsternhaufen Messier 3 im Sternbild Jagdhunde ( Canes Venatici ), den ich an drei verschiedenen Abenden jeweils mit einer anderen Optik beobachtet habe. Er ist zur Zeit für mich am " besten " zu beobachten.

Meine eingesetzten Instrumente

TS ED 50/200 mm
Montierung : Videoneiger auf Tischstativ

| Okular | Vergrößerung | Austrittspupille |
| 9 mm | 22× | 2,3 mm |
| 6 mm | 33× | 1,5 mm |

--------------------------------------------------------------

Skywatcher ED 72/420 mm
Montierung : Manfrotto-Fotostativ mit Gabelmontierung

| 15 mm | 28× | 2,6 mm |
| 9 mm | 47× | 1,5 mm |

Noch sehr gut Nutzbar
| 6 mm | 70× | 1,0 mm |

--------------------------------------------------------------

Baader Variofinder 61/250 mm mit William Swan-Binoansatz
Montierung : Gimbalmontierung mit Tischstativ

Vermutlich weit mehr da Extender im Strahlengang
Binokular und für mich der schönste Anblick
durch die beidäugige Beobachtung
| 20 mm | 12,5× | 4,9 mm |

---------------------------------------------------------------

Meine Beobachtungsbedingungen

Beobachtet wurde von meinem Stadtbalkon aus. Entsprechend waren die Bedingungen durch Lichtverschmutzung, die hellen Sommernächte und die aufgehellte Horizontsicht ( nach Zenit ) in Richtung Beobachtungsobjekt nicht optimal. Gerade deshalb interessierte mich, welchen Eindruck M3 mit den verschiedenen Instrumenten unter diesen Alltagsbedingungen vermittelt.

Meine Beobachtung

Die Erwartungen wurden im Grunde bestätigt. Mit zunehmender Öffnung und Vergrößerung nahm die Sichtbarkeit des Kugelsternhaufens zu. Mehr Öffnung sammelt mehr Licht, und mit steigender Vergrößerung wird der Haufen deutlicher vom Himmelshintergrund abgesetzt.

Unter den gegebenen Bedingungen blieb Messier 3 jedoch in allen drei Instrumenten ein heller, diffuser Lichtfleck mit deutlich ausgeprägter Zentralverdichtung – der klassische "Wattebausch". Eine Auflösung der Randbereiche in Einzelsterne war bei der Ausrüstung erwartungsgemäß nicht möglich.

Dennoch empfand ich jede einzelne Beobachtung als gelungen. Gerade der Vergleich zeigte eindrucksvoll, wie unterschiedlich sich derselbe Deep-Sky-Objekt mit verschiedenen Öffnungen, Brennweiten und Austrittspupillen präsentiert.

Mein persönliches Fazit

Natürlich eröffnet eine größere Öffnung mehr Möglichkeiten, darüber muss man nicht diskutieren. Gleichzeitig haben die kleineren Instrumente ihre ganz eigenen Stärken. Kurze Aufbauzeit, geringes Gewicht, unkomplizierte Handhabung und der minimale Platzbedarf machen sie für spontane Beobachtungen auf dem Balkon zu idealen Hobbybegleitern.

Diese drei Nächte haben mich einmal mehr daran erinnert, dass erfolgreiche Astronomie nicht zwangsläufig große Teleskope oder aufwendige Technik voraussetzt. Ein kleines ED-Teleskop auf einem stabilen Unterbau kann ebenso Freude bereiten wie ein größeres Instrument.

Für mich war es eine schöne Bestätigung, dass Astronomie auch ganz unkompliziert funktionieren kann : Teleskop aufstellen, Okular einstecken, den Himmel genießen. Ein gutes Glas Wein , ... etwas Musik , alles ohne GoTo, ohne Plate Solving und ohne " Kabel ". :)

Genau diese Einfachheit macht für mich einen wesentlichen Reiz unseres Hobbys aus. Keine Kritik an " Elektronik ", die ich auch oft nutze ...
... es geht hat aber auch anders ;)

Clear Skies !

Marco
 
Hallo Marco,

Kugelsternhaufen sind nicht gerade prädestiniert für kleine Öffnungen, so richtig Spaß machen diese erst mit einer gewissen Auflösung, ich denke so ab 5" wenn Einzelsterne zu erkennen sind. Mit einem 8" Dobson M13 zu schauen ist ein ziemlich einmaliges Erlebnis.

Auf der anderen Seite - besser mit kleinen Öffnungen schauen als gar nicht, so wie ich aktuell (zu faul).

Grüße
Andreas
 
Hallo Andreas ...
kann ich alles gut verstehen. Keine Frage !
Ich hatte selbst schon einige " größere " Optiken. Beobachten entwickelt sich dann ( wie von Dir beschrieben ) natürlich auch zum " erkennen ".
Meine " WOW" Erlebnisse beim durchsehen fremder Optiken waren : 30" Dobson und einem 20" Obsession und ein Russischer Maksutov-Newton.
Jeder ist mir aus den unterschiedlichsten Gründen in Erinnerung geblieben ...

... ansonsten wie Du es hier selbst siehst =>> " Auf der anderen Seite - besser mit kleinen Öffnungen schauen als gar nicht ... " :)

Bei mir sind es viele andere Dinge welche mich ( zur Zeit ) zu kleiner Optik geführt haben.
Gruß
Marco
 
Hallo, Urs,
ich wollte mich auch mal wieder melden. Wenn ich meinen 100mm Pentax Refraktor mit einer Pappschablone auf 78mm abblende kann ich dann auch bei euch mitmachen?.
Beste Grüße
Thomas
 
Von mir aus ja!

Ich warte übrigens gerade, dass Saturn hinterm Schornstein vorkommt.
Der FS60Q ist schon aufgebaut… :coffee: :)

Freundliche Grüße in die Runde!
Felix
 
Das war nun also mein erster Saturn dieses Jahr. :)

Beobachtungsort: Süd-Ost Rügen
Beobachtungszeit: 22. Juli, 0:15-1:15 Uhr
Takahashi FS60Q 60/600
92x, 109x

Das war ein freudiges Wiedersehen!

Trotz der Horizontnähe ein schönes Bild:
Nach der Kantenstellung im vergangenen Jahr konnte ich nun wieder neben dem Planeten durch den Ring schauen. Der Schatten von Saturn auf dem Ring und der Schatten vom Ring auf Saturn waren schön zu sehen. Dazu die beiden Monde Titan und Rhea. Was will man mehr mit 60mm Öffnung. :)

Herzliche Grüße,
Felix
 
Hallo Felix ...
Saturn ist immer ein schönes Beobachtiugsobjekt, auch für mich.
Den " Positionswechsel " der Ringstellungen empfinde ich auch, seit
vielen Jahren " immer wieder als etwas besonderes.
Gruss
Marco
 
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