Drei heiße, kurze und helle Nächte – Messier 3 mit drei unterschiedlichen Instrumenten
Die vergangenen Nächte waren zwar kurz, warm und aufgrund der Jahreszeit nicht gerade von optimaler Dunkelheit geprägt, dennoch boten sie Gelegenheit für eine kleine Beobachtungsreihe. Zielobjekt war der Kugelsternhaufen Messier 3 im Sternbild Jagdhunde ( Canes Venatici ), den ich an drei verschiedenen Abenden jeweils mit einer anderen Optik beobachtet habe. Er ist zur Zeit für mich am " besten " zu beobachten.
Meine eingesetzten Instrumente
TS ED 50/200 mm
Montierung : Videoneiger auf Tischstativ
| Okular | Vergrößerung | Austrittspupille |
| 9 mm | 22× | 2,3 mm |
| 6 mm | 33× | 1,5 mm |
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Skywatcher ED 72/420 mm
Montierung : Manfrotto-Fotostativ mit Gabelmontierung
| 15 mm | 28× | 2,6 mm |
| 9 mm | 47× | 1,5 mm |
Noch sehr gut Nutzbar
| 6 mm | 70× | 1,0 mm |
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Baader Variofinder 61/250 mm mit William Swan-Binoansatz
Montierung : Gimbalmontierung mit Tischstativ
Vermutlich weit mehr da Extender im Strahlengang
Binokular und für mich der schönste Anblick
durch die beidäugige Beobachtung
| 20 mm | 12,5× | 4,9 mm |
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Meine Beobachtungsbedingungen
Beobachtet wurde von meinem Stadtbalkon aus. Entsprechend waren die Bedingungen durch Lichtverschmutzung, die hellen Sommernächte und die aufgehellte Horizontsicht ( nach Zenit ) in Richtung Beobachtungsobjekt nicht optimal. Gerade deshalb interessierte mich, welchen Eindruck M3 mit den verschiedenen Instrumenten unter diesen Alltagsbedingungen vermittelt.
Meine Beobachtung
Die Erwartungen wurden im Grunde bestätigt. Mit zunehmender Öffnung und Vergrößerung nahm die Sichtbarkeit des Kugelsternhaufens zu. Mehr Öffnung sammelt mehr Licht, und mit steigender Vergrößerung wird der Haufen deutlicher vom Himmelshintergrund abgesetzt.
Unter den gegebenen Bedingungen blieb Messier 3 jedoch in allen drei Instrumenten ein heller, diffuser Lichtfleck mit deutlich ausgeprägter Zentralverdichtung – der klassische "Wattebausch". Eine Auflösung der Randbereiche in Einzelsterne war bei der Ausrüstung erwartungsgemäß nicht möglich.
Dennoch empfand ich jede einzelne Beobachtung als gelungen. Gerade der Vergleich zeigte eindrucksvoll, wie unterschiedlich sich derselbe Deep-Sky-Objekt mit verschiedenen Öffnungen, Brennweiten und Austrittspupillen präsentiert.
Mein persönliches Fazit
Natürlich eröffnet eine größere Öffnung mehr Möglichkeiten, darüber muss man nicht diskutieren. Gleichzeitig haben die kleineren Instrumente ihre ganz eigenen Stärken. Kurze Aufbauzeit, geringes Gewicht, unkomplizierte Handhabung und der minimale Platzbedarf machen sie für spontane Beobachtungen auf dem Balkon zu idealen Hobbybegleitern.
Diese drei Nächte haben mich einmal mehr daran erinnert, dass erfolgreiche Astronomie nicht zwangsläufig große Teleskope oder aufwendige Technik voraussetzt. Ein kleines ED-Teleskop auf einem stabilen Unterbau kann ebenso Freude bereiten wie ein größeres Instrument.
Für mich war es eine schöne Bestätigung, dass Astronomie auch ganz unkompliziert funktionieren kann : Teleskop aufstellen, Okular einstecken, den Himmel genießen. Ein gutes Glas Wein , ... etwas Musik , alles ohne GoTo, ohne Plate Solving und ohne " Kabel ".
Genau diese Einfachheit macht für mich einen wesentlichen Reiz unseres Hobbys aus. Keine Kritik an " Elektronik ", die ich auch oft nutze ...
... es geht hat aber auch anders
Clear Skies !
Marco