ZWO EAF an Lacerta OCTO-PLUS (Newton) anbringen

Hoschie

Aktives Mitglied
Moin Forum,

ich habe zu meiner Fragestellung hier nichts gefunden, daher gibt es einen neuen Thread. Ich möchte einen ZWO EAF Fokusser an einen Lacerta OCTO-PLUS 2-Zoll Okularauszug für Newton anbringen, Bezeichnung 508N. Der EAF verfürt über eine 5mm Welle und vier Wellenadapter (5-4, 5-5, 5-6 und 5-7 mm). Zwar wird der Octo als kompatibler OAZ aufgeführt, über die Anbringung des Fokussers am OAZ hüllt man sich bei ZWO jedoch in Schweigen.

Der Octo-Plus OAZ hat auf der einen Seite (die ohne Mikrofokussierung) eine 4mm Welle. Leider passt der Wellenadapter dort nur drauf, wenn ich seinen Außendurchmesser reduziere, da die Welle in einem 19mm Rundloch liegt und der Wellenadapter (19 mm Durchmesser) dann darin schleift. Das wurde bereits hier so realisiert.

Auf der anderen Seite befindet sich die Mikrofokussierung. Nimmt man die Drehrädchen ab, erscheint eine 8mm Welle und eine darinliegende, dünnere Welle für die Mikrofokussierung. Auf die 8mm Welle kann ich den EAF so nicht setzen, weil die untersetzte Welle im Weg ist. Man liest bei den Bebilderungen, man soll die Mikrofokussiereinheit abnehmen, das schreibt Tommy auch explizit in einem Nachbarthread. Ich bin mir aber unsicher, wie ich das ausbaue und wo ich da überall dran rumdrehen kann, ohne plötzlich Einzelteile in der Hand zu haben. Ich habe hier zwei Inbusschräubchen auf der untersetzten Seite ("Inbus 2mm"), der äußere davon scheint aber die komplette Mechanik zu halten. Vielleicht kann mir Jemand einen Tipp geben, der so einen OAZ schonmal zerlegt hat?

Besten Dank,
Hoschie

Lacerta Octo-Plus (508N).jpg
 
Hallo Hoschie,

hab das Ganze vor 3 Wochen auch gemacht. Du musst den Feinantrieb komplett raus nehmen, wie schon beschrieben. So sieht das bei mir aus:

IMG_1801.jpg

IMG_1802.jpg


folgendes bleibt übrig, wurde ausgebaut:

IMG_1804.jpg


Beim Ausbau musst du beachten, dass die meisten Teile mit zwei(!) um 90° versetzte Inbusschrauben an der Achse fixiert sind. Wenn du als letztes die schwarze, zum Antrieb konisch verlaufenden Zentrier- und Abstandshülse (siehe unteres Bild, links am ausgebauten Feintrieb) ausgebaut hast, hat die Achswelle keine Lagerung mehr im OctoPlus Lager, das Feintriebseitige Gegenlager fehlt und die Achse hängt frei in der Luft, das ist unschön, da du den Motor eigentlich dann genau zentrieren musst. Die schwarze Hülse sollte eigentlich als Lager wieder rein, aber das geht nicht wirklich, da sie am Feintrieb klemmt und nicht an der Achse. Wenn du sie nach Ausbau des Feintriebs versuchst an der Achse zu klemmen sind die Schrauben zu kurz, da der Achsdurchmesser wesentlich kleiner ist! Durch längere Inbusschrauben ersetzen, wäre vermutlich eine Lösung (wenn man welche hat), oder man dreht sich aus Kunstoff oder Metall eine entsprechende Lagerhülse (die optimale Lösung). Vorsicht der Konus ist wichtig, da die Hülse in den Zahntrieb ragt und sonst verklemmt! Hast du diesen nicht, dann nicht ganz reinschieben!!!

Ich hab den passenden Wellenadapter der mit dem Motor geliefert wurde ins Lager geschoben. Leider ist dessen Durchmesser ein wenig kleiner, zum Ausgleich habe ich mit Teflon-Gewebeband einen Ring um den Wellenadapter geklebt (mit Öffungen an den Schrauben) und so passend als Gleitlager gemacht und ins Lagergehäuse geschoben. Über die Öffnungen im OctoPlus kannst du ihn dann mit den Inbusschrauben verklemmen. Damit ist die Welle wenigstens einigermaßen zentriert und du hast sowas wie ein Gegenlager auf der Motorseite. Sicher geht das besser wenn man eine passende Lagerhülse selber drehen kann, aber es funktioniert und läuft rund.

Ohne dieses Gegenlager funktioniert das Ganze sicher auch, da der Motort fest verschraubt ist und die Welle an beiden Seiten des Zahntriebes ebenfalls locker gelagert ist, aber ich hätte Angst, dass mit der Zeit die Welle verbiegt oder der Zahntrieb reibt, wenn kein Gegenlager vorhanden ist und der Motor nicht exakt auf der Achse zentriert ist.

Den zentralen Schlitz in der Alubefestigung, musst du für die Schraube in der "Locköffung" ein wenig aufbohren, das ist aber in der "Bild-Anleitung" für den OctoPlus beschrieben.

Leider kann ich dir nicht mehr Bilder schicken, da ich mein Konstrukt so schnell nicht wieder zerlegen möchte.

Ich hoffe meine Beschreibung hilft dir!

Viele Grüße
Markus

P.S.: wenn ich dir das so beschreibe... versuch mal die Schwarze Hülse locker auf der Welle ins Lager zu schieben. Vielleicht geht das ja und man muss sie gar nicht klemmen. Weiss nicht ob ich das ausprobiert hab...das wär ja die beste Lösung, wenns geht...
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi Markus,
danke für deine Antwort!
Ich habe mittlerweile den Mikrofokus ausgebaut, indem ich die beiden auf meinem Bild als "Inbus 2mm" bezeichneten Schrauben gelockert habe (sowie ihre um 90° versetzten Pendants). Leider habe ich seither, je nachdem wie ich das Teleskop hinstelle, ein schabendes Geräusch beim Drehen der Welle. Selbige lässt sich auch axial vor- und zurückschieben, wenn ich die zentral angeordnete Inbusschraube an dem schwarzen Gehäuse lockere. Bin mir nicht sicher, wie stark ich die anknallen darf, ich glaube aber nicht stark. Ich konnte noch nicht ertasten, wo genau es schabt, wahrscheinlich aber an dem Wellenadapter oder an dem verbliebenen silbernen Drehrädchen - genau wegen des von dir angesprochenen fehlenden Gegenlagers!
Ich habe erstmal nicht weitergemacht, weil ich bei Tageslicht deutlich mehr sehe. Dann muss ich wohl sehen, dass ich den schwarzen Zylinder wieder einsetze oder mir was drehen lasse. Alternativ könnte ich auch den Mikrofokus wieder einbauen, und den Motor auf der anderen Seite befestigen, dazu müsste ich dann den Wellenadapter abdrehen. Dafür könnte ich manuell fokussieren (vorausgesetzt die Welle lässt sich mit Motor überhaupt bewegen).

Viele Grüße,
Horst
 
Hallo Horst,
der Fokustrieb lässt sich mit installiertem Motor nicht mehr gegen den Motorwiderstand manuell drehen, zumindest hab ich es nicht mit viel Kraft probiert.

Das kratzende Geräusch hatte ich auch, das ist der Zahntrieb. Dieser liegt zwischen zwei Gleitlagerböcken, die mit einem Gegenstück auf einer Platte im Innern des OAZ Deckels (kann mit den 4 Schrauben links und rechts entfernt werden) durch die mittlere Inbusschraube fixiert wird. Theoretisch solltest du mit der mittleren Schraube den Andrdruck der Lagerplatte kontrollieren können, da sie nur durch die Schraube auf den Lagerbock gedrückt wird, ist sie eigentlich flexibel und kann sich theoretisch leicht bewegen (kippen und bewegen). Die Welle mit den Schrägzahnrad kann sich im Lagerbock leicht hin und herschieben.

Durch die schräge Zahnung des Zahntriebes wirkt physikalisch immer eine Kraft in Achsrichtung und die Achse wird immer nach links oder rechts gedrückt, sobald man die Achse und das Zahnrad dreht.

Durch die fehlende Fixierung (hier ist es die Fixierung gegen Bewegungen in Achsrichtung) durch das Gegenlager bewegt sich deswegen die Achse leicht nach rechts oder links je nach Drehrichtung, wenn du den Trieb ohne angebauten Motor oder Feintrieb drehst. (wenn du genau hinsiehst, kannst du die Bewegung sehen, der Abstand zwischen verbliebenem Drehknopf und dem OAZ Gehäuse verändert sich). Irgendwann kratzt es dann, war bei mir in diesem Zustand auch, das ist ganz normal!

Wenn der Motor fest installiert ist, fixiert dieser die Achse wieder gegen Verschiebung nach links oder rechts (da ist kein Spiel in der Motorachse, die Motorlager übernehmen die Rolle des Feintriebblockes). Das Kratzen sollte dann nicht mehr auftreten, wenn das Zahnrad schön in der Mitte zwischen den zwei Lagerböcken läuft.

Grüße
Markus
 
Hallo Leute,
Habe gestern nach unsäglich langer Lieferzeit endlich meinen ZWO EAF bekommen und mich gleich, inspiriert durch eure wertvollen Hinweise mich ans montieren gemacht. Die Variante mit Montage am Feintrieb hatte mich etwas verunsichert und daher die andere Seite gewählt. Man muß lediglich den großen Stellknopf abnehmen und das Loch für den Madenschraubenzugang mit einem M6 Gewinde beglücken. Bohren ist hier nicht notwendig. Den passenden Wellenadapter habe ich in eine Bohrmaschine mittels langer M4 Schraube + Mutter verspannt und wie einen Bohrer eingespannt. Mit einer groben Feile bei mittlerer Drehzahl den Adapter um ca. 1mm abgedreht.
Nun mußte ich nur noch an der Position der M6 Halteschraube den Durchgangsschlitz erweitern (Dank Dremel schnell erledigt).
Das zusammensetzen war dann ein Kinderspiel. Wichtig ist darauf zu Achten das beide Wellen exakt fluchten. Daher beim Verschrauben der beiden Wellen über die Wellenkupplung den Montagewinkel am EAF Gehäuse leicht lösen und ausrichten.
Testlauf ohne Probleme oder unschönen Geräusche hat mich bestätigt alles richtig gemacht zu haben. Die ganze Aktion war in 45min erledigt und die Justage des Zahntriebs bleibt dabei völlig unangetastet !

LG
Franz
 

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Kleine Ergänzung betreff 'Abnehmen des Stellknopfes':

Bei meinem Octo war die Madenschraube die den Grob-Stellknopf hielt so festgefressen, auch nach Versuch mit WD40 und mit Präzisionsinbus, dass ich schon überlegt habe, einen Schraubenausdreher zu besorgen.
Erst nach (vorsichtigem) Hämmern und Aufheizen der OAZ-Welle mit Heißluft gelang es das Inbus-Schräubchen zu lösen.

Dürfte sich übrigens tatsächlich um einen M4 x 4 mm Gewindestift nach DIN 916 handeln; müsste es ja nicht bei US-Patent, wobei 5/64in sehr nahe an 2mm Inbus liegen würde ;-)

Wenn der Motor fest installiert ist, fixiert dieser die Achse wieder gegen Verschiebung nach links oder rechts (da ist kein Spiel in der Motorachse, die Motorlager übernehmen die Rolle des Feintriebblockes). Das Kratzen sollte dann nicht mehr auftreten, wenn das Zahnrad schön in der Mitte zwischen den zwei Lagerböcken läuft.
Bei erhöhtem Druck auf die Lagerplatte schleift der Wellenadapter, ähnlich wie beschrieben, aber vor allem in Richtung der mittleren Schraube, welche den Andruck der Lagerplatte kontrolliert - lässt sich evtl. auch durch Justage des OAZ-Rohres beheben.

Natürlich nur, wenn dadurch die (von mir noch nicht kontrollierte) optische Achse meines 72mm-Refraktors nicht gestört wird.

LG,
Woody
 
Die hält die Druckplatte für den Andruck an die Zahnstange…..
 
Ich habe es ähnlich wie Franz gemacht. Nur hatte ich mir von Touptek den AAF gekauft. Dieser kostet ca 150 € und alles was benötigt wird liegt dabei.
Die Kupplung selbst hat einen geringeren Durchmesser so dass man diese nicht einmal wie in der Anleitung von Franz herunterschleifen muss.

Die einzigen beiden handwerklichen Arbeiten waren diese: In das linke Loch, wo die Madenschraube angezogen wird, muss ein M6 Gewinde geschnitten werden und das Langloch der Adapterschiene des AAF muss mit einer Feile einen halben Millimeter verbreitert werden, damit die M6 Schraube durchpasst.

Falls ihr einen Gewindeschneider kaufen müsst, bitte darauf achten, dass es kein all-in-one-Schneider ist (Bohren, Vorschneiden, Schneiden), sondern einzelne Schneidgeräte. Denn im Inneren des Antriebes des OAZ ist die Welle die ihr nicht beschädigen dürft mit einem langen Schneidegerät.

VG...Heiko
 

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