Die ganzen Influencer bringen ja auch schon extra Videos und Vergleiche raus zum IMX585
Und nein ich habe nix gegen Smarties ... nur um das S50Pro bzw. besser dessen Nachfolger wurde ein Buhei gemacht und dann kommt so ein "Update" bei rum.
Warum kein richtiges Pro? 1.000€ ist kein Einstiegspreis für Einsteiger
Warum kein 70er oder 80er ?
Warum nicht 3 Kameras ala 585MC Air mit ner extra Guding Cam für runde Sterne im EQ Modus + Weitwinkel ?
Mit Kühlung bei verwendung ner extra Stromquelle?
Keine Styropor Kiste sondern in nen netten Rucksack mit Platz für Stativ und Polhöhenwiege ?
usw. ...
Preis dann halt 1.500 bis 2.000€ und damit auch im Pro Bereich in Preis und Ausstattung.
Und vll. noch ne Mono Variante mit fest verbauten Filtern oder irgendwie ne Filterkaseete / Schieber für RGB / SHO ?
Und nicht wieder so ein "Spielzeug" was es ja schon praktisch gibt ?
Bis zu den Vespera Teilen, die werden ja auch gekauft trotz deutlich teurer, ist noch viel Luft beim Preis um mit Hardware features zu Punkten!
Hi Marco,
mal versöhnlich: Vielleicht kommt ja doch noch eine echte Diskussion zustande. Der "Buhei" wirkt vermutlich auch deshalb so groß, weil Dein Social-Media-Algorithmus ihn Dir entsprechend ins Geweih bläst. Da hilft manchmal etwas digitale Hygiene. ;-)
Ein Denkfehler ist, den Teilewert mit dem Verkaufspreis gleichzusetzen. Ja, Sensor, Optik, Motoren und Elektronik eines Seestar sind im Einkauf vergleichsweise günstig. Aber ZWO verkauft keine Teilekiste, sondern ein komplett integriertes System inklusive Entwicklung, Software, App, Fertigung, Qualitätskontrolle, Garantie, Support, Logistik, Handel und Steuern. Aus 600–700€ Endkundenpreis werden also keineswegs 600–700€ ZWO-Umsatz und schon gar nicht Gewinn. Selbst ein Materialwert von vielleicht 175–250€ bedeutet daher keine absurde Marge. Der eigentliche Wert liegt in der Integration: Optik, Kamera, Montierung, Autofokus, Platesolving, Tracking und Live-Stacking funktionieren nahezu [zensiert]ensicher zusammen. "Günstige Komponenten" heißt nicht automatisch "überteuertes Produkt".
Und bei Deiner Wunschliste wird das nächste Missverständnis sichtbar: Du möchtest eigentlich keinen "Seestar Pro", sondern einen 70–80-mm-APO mit mehreren IMX585, separatem Guiding, EQ-Betrieb, Kühlung, Weitwinkelkamera, Mono-/SHO-Lösung, externer Stromversorgung und entsprechendem Transportkonzept.
Also praktisch eine komplette Astrofotografie-Ausrüstung in einem Gehäuse für 1500–2000€. Kann man sich wünschen. Nur ist das irgendwann nicht mehr das Seestar-Konzept. Dessen Erfolg beruht gerade darauf, klein, leicht, bezahlbar, akkubetrieben und innerhalb weniger Minuten einsatzbereit zu sein. Größere Optik, Kühlung, Guiding und mehrere Kameras bedeuten größere Mechanik, stärkere Motoren, mehr Strom, mehr Akku, mehr Gewicht und mehr Kosten.
Irgendwann sind wir dann wieder bei klassischer Astrofotografie – nur fest miteinander verschraubt.
Dass Vaonis oder das Celestron Origin für deutlich mehr Geld andere Wege gehen, zeigt ja gerade, dass solche Systeme bereits existieren. ZWO bedient mit Seestar offensichtlich bewusst einen anderen Markt: maximale Integration und möglichst viel Ergebnis für möglichst wenig Geld und Aufwand. Man darf sich natürlich einen 2000€-Smart-Astrographen wünschen. Aber daraus folgt nicht, dass ein evolutionär verbessertes S50 plötzlich "Spielzeug" ist.
Und spannend bleibt es trotzdem: Im offiziellen ZWO-Forum wird ein S80 ausdrücklich diskutiert, und Seestar-Support antwortete darauf tatsächlich: "The S80 fits our needs, but whether it's in development is confidential." Dazu passen ältere Hinweise von der NEAF und eine auffällig ausweichende Aussage von Seestar-Support zum S80.
Smart-Teleskope stehen also eher am Anfang als am Ende ihrer Entwicklung. Einfach dranbleiben und neugierig bleiben.
CS Thomas