Theophilus, Arzachel, Birt - Tutorial Teil 4......

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Wellmann

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Link zur Grafik: http://www.gym-vaterstetten.de/faecher/astro/galerie/Bilder/Theophilus3.jpg

Link zur Grafik: http://www.gym-vaterstetten.de/faecher/astro/galerie/Bilder/Arzachel.jpg

Bild 17 und 18 der "grünen :super: Serie". Diese Bilder sind nicht besonders perfekt. Sie sind Beispiele zum Tutorial unten, und sollen zeigen, was unter ganz normalen Bedingungen bei einer ganz normalen Bearbeitung ohne Aufwand herauskommt. Das erste Bild ist ein einfaches "Standardprodukt", und zeigt Theophilus, darunter Cyrillus. Die auffälligen kleinen Krater rechts oberhalb und links von Theophilus sind Mädler und Kant.
Das zweite Bild zeigt einen Ausschnitt aus einem größeren Mosaik, oben der Krater Alphonsus, darunter Arzachel mit seinen interessanten Strukturen im Inneren. Links davon der kleinere dunkle Krater mit Zentralberg ist Alpetragius. Unter Arzachel Thebit am Rand der Langen Wand, und rechts unter Thebit der große Krater Purbach. Rechts oberhalb von Purbach noch die Krater La Caille und der zerklüftete Delaunay ganz am Bildrand. Besonders interessant ist der Lichteinfall durch eine Scharte im Grat von Birt, der zu einer hellen Ecke auf der Gegenseite des Kraters führt.

Und nun die Fortsetzung des „Tutorials“. Gedacht ist diese Information für Anfänger in Sachen hoch auflösende Mondfotografie, für Profis ist das Lesen Zeitverschwendung.

Teil 4: Normale Bildverarbeitung

Qualitätstest und Stacken: Bei der Addition von Mondbildern mit Registax ist unbedingt die Multipoint-Option zu nutzen, die das Bild in einzelne Teile zerlegt bearbeitet. Nur so kann die durch Seeing verursachte ungleichmäßige Schärfe ausgeglichen werden. Unsere Versuche haben gezeigt, dass viele Optionen von Registax die Bearbeitungszeit stark verlängern, und kaum Vorteile bringen. Wir verwenden bei Multipoint die einfache Version „Simple“, und das Filter „Gradient“ zur Qualitätskontrolle (processing area 512 pixel). Bei den Filteroptionen steht bei Gradient „Pixelradius 2“, das haben wir nicht verändert, im „multi align window“ ist der minimale Punktabstand auf 64 gesetzt. Wir arbeiten mit etwa 10 bis 25 Punkten in der großen DMK41-Aufnahme. Ganz zu Beginn ist es sinnvoll, aus dem Video ein möglichst gutes Bild als Vergleichsbild herauszusuchen, bevor man die Multi-Points festlegt. Beim Festlegen der MP verwenden wir die Boxengröße 128 und bei kleinen Kratern in ebenen Fächen auch mal 64. Am Ende sollte man die gewählten Multipoints speichern, damit sie zur Verfügung stehen, wenn ein Programmfehler einen zur erneuten Auswahl des Videos zwingt. Nach dem Alignment begrenzen wir die Zahl der Bilder (Limit) auf ca. 200 – 400, und führen die Optimierung („single run“ optimizer) aus. Danach wählen wir das Menü „Stack“, und setzen die Option „Feather“ auf ca. 7 Pixel (unscharfe Kante beim Überlagern der Bildteile), sowie die Option „expand to maximum imagesize“, und starten das Stacken. Nach dem Stacken sofort(!) das Bild speichern (!!keinesfalls darf zuvor der Modus der Wavelet-Filterung aufgerufen werden!!). Wer es unbedingt noch genauer will, kann nach dem Begrenzen mit „Limit“ noch ein neues Vergleichsbild aus den besten 50 Einzelbilden erstellen (create new reference) und leicht mit dem 2. Regler von Wavelet schärfen. Das geht sehr schnell und in wenigen Sekunden, schaden kann das nicht. Nach dem Optimieren könnte man noch den Stackgraph aufrufen, und für jeden Multipoint einzeln noch eine zusätzliche Qualitätsauswahl durchführen., bevor man das Stacken startet. Das geht ebenfalls recht schnell, und kann nicht schaden. Die Arbeit von Registax ist dann getan. Registax ist ein sehr nützliches aber nicht sehr ausgereiftes, fehlerhaftes Programm. Ständig nerven Fehlfunktionen bei der Bedienung (wichtige Funktionen laufen aber glücklicherweise weitgehend korrekt), man findet aber schnell Wege die Fehler zu umgehen. Treten ernsthafte Probleme auf, so ist gelegentlich ein kompletter Neustart die beste Lösung um weitere Fehler zu vermeiden.

Schärfen und Rauschfiltern: Das von Registax 4 gelieferte TIF-Bild ist aus unerfindlichen Gründen der Grünkanal einer Farbaufnahme, und muss in Photoshop etc. in ein Graustufenbild umgewandelt werden, das dann in Giotto geladen und dort geschärft wird. Übersichtsaufnahmen ohne Barlow oder sogar mit Reducer muss man ganz anders bearbeiten (das geht oft sogar mit dem Filter von Registax ganz gut), als die hoch auflösenden Bilder. Die hoch auflösenden Bilder filtere ich alle mit Giottos Mexican Hat, und zwar nur(!) mit Form: Rechteck, Charakteristik: Quadrat, Rauschfilter: Rechteck. Die Einstellungen der Filtergröße muss man ausprobieren, aber der Rauschfilter sollte immer direkt unter dem Schärfungsfilter liegen, also z.B. 3/5 oder 5/7 oder 7/9. Wie stark man schärft ist eine kritische Angelegenheit, weil auf diese Weise Artefakte im Bild entstehen können. Bei wissenschaftlichen Aufnahmen sollte man die Option „Kritische Dämpfung“ aktivieren, das verhindert zuverlässig „Überschwinger“ bei der unscharfen Maske. Will man viele Details hervorbringen, so ist aber mit dieser Option kein Blumentopf zu gewinnen, und man muss vorsichtig weiter schärfen. Spätestens(!) kurz bevor die ersten aus dem Bildrauschen hervorgehenden Artefakte in ebenen Flächen auftreten, ist Schluss! Allgemein gilt: Will man später noch ein professionelles Rauschfilter einsetzen, so darf etwas mehr geschärft werden, sonst eher weniger. Das in einigen Giotto-Versionen fertig geschärfte TIF-Bild ist übrigens aus unerfindlichen Gründen ein Negativ, und muss mit Photoshop etc. erst in ein Positiv umgewandelt werden. Mit Photoshop kann dann noch eine Randbeschneidung und eine leichte Tonwertkorrektur erfolgen, sowie ein Rahmen und Beschriftung eingefügt werden. Bei gutem Seeing und ordentlichen Videos war das dann schon die Endstation.

Nächstes Thema: Bildverbesserung


1. Hadley-Rille - Apollo 15 im Anflug.....
2. Alpental - sogar mit Rille.....
3. Clavius - der Klassiker.....
4. Apenninen - ein ganz böses Bild.....
5. Aristoteles/Eudoxus - zwei sonnige Gesellen.....
6. Archimedes - drei zwielichtige Gestalten im Morgengrauen.....
7. Messier - Kaffeebohne mit Kometenschweif.....
8. Petavius - leider nur 5/10.....
9. Janssen - Lunar Orbiter kann einpacken.....
10. Deslandres – Vergleich mit Lunar Orbiter…..
11. Mare Frigoris - weichgespült.....
12. Terminator – interessant ist, was man nicht sieht.....
13. Terminator 2 – mal ohne Schwarzenegger...
14. Hyginusrille – Tutorial Teil 1....
15. Ptolemaeus – Tutorial Teil 2....
16. Stoefler/Lange Wand - Tutorial Teil 3....

Gruß, Peter
 
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