Es wird oft angenommen, dass man die Schnecke als Werkzeug laufen lassen kann, und sich das Ganze von alleine irgendwie passend schleift. Klingt plausibel, aber es ist mit Sicherheit nicht automatisch so. Liegt die Schnecke nicht exakt in der vorgesehenen Position, dann findet die Reibung nur auf einer relativ kleinen Fläche statt.
Wenn dann Schleifpaste dazu kommt (also so ziemlich das Gegenteil von Schmierung) dann wird das Eingraben der Schneckenbereiche, die tatsächlich Kontakt haben, verstärkt. Mit dem Läppen soll jedoch erreicht werden, dass die reibenden Flächen möglichst glatt sind, und sich keine Rauhheiten "verzahnen" können.
Meines Erachtens wird das am besten erreicht, wenn Schnecke und Schneckenrad separat poliert werden, und die Schnecke dann exakt eingestellt wird.
Ich habe das an einer EQ-5 so gemacht. Die Schnecke lief derartig rauh, dass man denken konnte, Sand wäre im Getriebe. Neufetten half nichts. Das Schneckenrad habe ich mit dem Dremel bearbeitet: Eine Kunststoffbürste, die ungefähr Schneckendurchmesser hat mit etwas Chromoxidpaste. Zahn für Zahn, ganz kurz, nur 1-2 Sekunden.
Die Schnecke habe ich mit einem Wollfaden bearbeitet. Ebenfalls mit Chromoxid. Den Faden habe ich in einen Sägebogen gespannt, und dann die Schneckenflanken bei langsamer Drehung mit sägender Bewegung poliert.
Mit Bremsenreiniger sauber gemacht, Fett drauf - Fertig. Der ganze Poliervorgang hat keine halbe Stunde gedauert.
Das Ergebnis hat mich dabei selbst überrascht. Die Schnecke läuft nun butterweich, ohne die geringsten Rauhheiten.
Ich konnte mir den Versuch mit der EQ-5 leisten, weil die Montierung sowieso im Ar........ war.
Aus dem überlebenden Teil habe ich dann einen Tangentialneiger für eine Doppelbefestigung gebaut.
Genau so werde ich das auch an unserer neuen EQ-8R machen. Wenn die Montierung schnell läuft, hört sie sich ein klein wenig heiser an. Das sind Reibungsgeräusche, die zu 100% vom Zusammenspiel von Schnecke und Schneckenrad kommen. Ich dachte, das schleift sich ein, tut es aber nicht.
Ich hatte es zwar nicht vor, aber durch diesen Thread angeregt werde ich mal mit dem MGEN 3 jeweils einen Guiding Graph vor, und nach der Prozedur aufzeichnen. Mal sehen, ob sich das irgendwie bemerkbar macht.
Ich habe nur an die Materialpaarung gedacht, bei der Alu und Stahl weit auseinander liegen.
Hallo Bernd,
gibt es bezüglich Materialpaarung noch eine andere als die elektrochemische Spannungsreihe?
Es ist der Sauerstoff, der Metalle oxidieren lässt und wenn Du zwei Metalle miteinander kombinierst, wie im Beispiel Alu und Stahl, zersetzt der Sauerstoff zuerst das Alu
Da stimme ich Dir zu, denn was in einer galvanischen Zelle passiert ist eine Redoxreaktion;
die beinhaltet eben die Reduktion und die
Oxidation.
Ganz sicher ist die Materialpaarung alles andere als ideal anzusehen, darüber gibt es (zumindest bei uns beiden ) bestimmt keine zwei Meinungen. Doch in der Praxis wirkt sich das bei Weitem nicht so dramatisch aus, wie es der Versuch Deines Lehrmeisters vermuten lässt.
Bei dem -bestimmt sehr beeindruckenden- Versuch ging es weitestgehend um Präzision.
Und er zeigt, dass da tatsächlich nicht nichts passiert.
Aber wie weit weg sind die Synta-Produkte von Präzision?
"Synta" und "Präzision" sind Begriffe, die eigentlich nicht in einem Satz genannt werden dürften.
Hier wirken sich Fertigungstoleranzen und Konstruktionsignoranzen mit Sicherheit schlimmer aus, als eine langsam verlaufende Materialveränderung.
Sonst dürfte es keine funktionierende EQ-6 der ersten Fertigungsgenerationen mehr geben.
Wir haben noch eine alte "Schwarze" im Bestand. Alles tadellos.
Die müsste jetzt Löcher in den Schneckenrädern haben. Zeit genug hatte sie in jedem Fall dafür.
CS
Dietmar