Montierung läppen

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timkomm

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Da meine Vixen SP-DX einen recht sprunghaft einsetzenden PE aufweist, welcher mir einen Teil meiner Astrofotos verschandelt, bin ich nach lesen einiger Beiträge auf die Idee gekommen, es einmal mit Läpppaste zu versuchen. Das ein PE verbleibt, ist mir klar. Allerdings sollte sich dieser dann aber besser durch den Autoguider korrigieren lassen. Die Montierung hatte ich schon einmal komplett zerlegt, gereinigt, poliert und neu gefettet sowie das Spiel eingestellt. Lief danach auch besser.

Hat jemand so etwas schon einmal gemacht und kann ein paar Tips geben?

CS Tim
 
Jein, ich habe zugeschaut. Du musst ungeheuer aufpassen, dass keine Paste in die Lager kommt. Man darf es auf keinen Fall übertreiben, sonst ruiniert man die Schnecke, weil deren Abnutzung heftiger ist, als man glaubt, d.h. auf die Weise kriegt man Fehler des Schneckenrads kaum korrigiert. Die Ausrichtung sollte 1a sein (Tragbild am Schneckenrad prüfen). Es ist sehr empfehlenswert, den Vorgang zu überwachen, damit sich der Antrieb auf keinen Fall fest frisst, auch wenn's todlangweilig ist.

Macht man alles richtig, kann man die hochfrequenten Fehler stark verringern. Der absolute Fehler wird nicht kleiner, aber der Autoguider kann ihn besser kompensieren, weil es keine Sprünge mehr gibt.

Michael
 
Ok. Das ist ja genau das was ich erreichen möchte.
 
Hallo Freunde

Der periodische Fehler eines Schneckenantriebs entsteht immer wenn der Achsabstand von Schnecke und Schneckenrad vom Sollwert abweicht. Der Sollabstand errechnet sich aus Teilkreisdurchmesser-halbe-Schnecke plus Teilkreisdurchmesser-halbe-Schneckenrad. Wird der Sollabstand unter oder überschritten so passt die Steigung der Schnecke nicht mehr zum Teilkreisdurchmesser des Schneckenrads. Ist der Kontaktpunkt außerhalb der Teilkreises so ist der Umfang des Kontaktkreises größer als der Teilkreisumfang und die Steigung der Schnecke passt nicht mehr richtig zum zu großen Umfang genauso wie wenn der Kontaktkreis kleiner ist als der Teilkreis. Dann ist der Kontaktumfang kürzer als der Teilkreisumfang und die Steigung der Schnecke passt dann ebenfalls nicht. Der Soll-Achsabstand muß daher exakt eingehalten werden! Ein spielfreier Lauf setzt also voraus das die Zahnbreiten exakt eingehaltenwerden. Das bestreben das Flankenspiel durch Reduzierung der Achsabstände unter Ausnutzung des Kopfspiels führt daher immer zu einer Vergrößerung des periodischen Fehlers. Immer dann wenn der Wendelanfang der Schnecke bei jeder Umdrehung aufs neue ins Schneckenrad eingreift. Der "Knackpunkt" ist also die exakte Einhaltung der Zahnbreite sowohl bei Schnecke als auch beim Schneckenrad und da hapert es meistens in der Fertigung.
Ein Einschleifen / Polieren der Zahnflanken führt zwangsläufig zu einer Vergrößerung des Flankenspiels und die Spielkorrektur durch Reduzierung der Achsabstände führt zu einem größeren periodischen Fehler. Die Schleifpartikel der Schleifpaste lagern sich leicht in das weiche Material von Schnecke und Schneckenrad ein und führen sehr leicht zu einem andauernden Verschleißvorgang. Das ist also nicht zu empfehlen! Auch das Flankenspiel an sich vergrößert den periodischen Fehler.
Das ist ein Teufelskreis der nur durch eine exakte Fertigung der Zahnform und exakte Einhaltung des Sollachsabstand zu durchbrechen ist!

Gruß Peter
 
@arago_
klingt und ist logisch. Nur warum führt Lappen dann zum Erfolg, oder ist das nur Augenwischerei?

Gruß Tim
 
Hallo Tim

Was da teilweise verbaut wird, da dreht sich mir als Handwerker der Magen um. Vergleiche mal die Teile der EQ 5 mit den Teilen der HEQ5-Pro. Messingschnecke auf Alu-Schneckenrad das geht gar nicht, das ist Materialpaarung mit Verschleißgarantie. Das kann man sauber einstellen und nach 2-3 Abenden hat man wieder Spiel und das wird immer mehr. Bei der HEQ 5-Pro ist das schon etwas besser. Da ist die Schnecke aus Stahl und das Schneckenrad hoffentlich aus Bronze und nicht Messing. Aber auch das wird erst dann was wenn die Schnecke geschliffen und nitriert wird. Erst dann ist es perfekt und so wie es sein sollte. Aber eine Messingschnecke zu ein Aluschneckenrad hin polieren ist so was von sinnlos das verschleißt zu einander so oder so in null-komma-nix, egal womit Du schmierst! Und genau so habe ich es an der Celestron AV-GT erleben müssen!

Gruß Peter
 
Bei der Vixen SP-DX ist beides aus Messing, Schnecke und Schneckenrad. Bei der Vixen SP/GP ist das hingegen anders. Da ist das Schneckenrad aus Alu.
 
Hallo Tim,

schau mal in diesen Thread rein:


Gruß und CS
Tom
 
Messingschnecke auf Alu-Schneckenrad das geht gar nicht,
Hallo Peter,
wenn man eine „richtig gute“ Montierung konstruiert, Geld keine Rolle spielt, und nur ein Top-Ergebnis zählt, dann wird eine solche Materialpaarung sicher nicht dabei sein.

Wird aber von vorne herein ein Verkaufspreis festgelegt, der für die angestrebten Käufer bezahlbar ist, und alle Beteiligten in der Wertschöpfungskette sollen etwas verdienen, dann kommt man schnell in die Situation Kompromisse eingehen zu müssen.
Dann kommen Fragen auf, wie: „Wollen wir was verdienen, oder machen wir das Schneckenrad aus Bronze?“ (Stellvertretend für Wellen, Lager, Schrauben usw. bis hin zum Fett)

Und so kommt es, dass in den Montierungen eben Schneckenräder aus Aluminium von Messingschnecken angetrieben werden.

Ich möchte nicht den Eindruck erwecken, das ich das ideal finde, aber scheinbar funktioniert es besser, als man vermuten möchte.
Und zwar von der EQ1 bis zur EQ-8R.
Ja, auch in der 8 sind die Schneckenräder aus Aluminium.

Das muss ich akzeptieren.
Wollte ich das nicht akzeptieren, müsste ich gewaltig tiefer in die Tasche greifen. Dann würde sich aber mir die Frage stellen:
„Fahren wir in Urlaub, oder gibt’s ein Schneckenrad aus Bronze?“

CS

Dietmar
 
Auf jeden Fall wird die Schnecke schneller verschleißen als das Schneckenrad. Wie schnell das im normalen Einsatz geht, vermag ich noch nicht zu sagen. Ich sah (darum meine Warnung, dabei zu bleiben) schon eine Schnecke, die in der Mitte erheblich dünner wurde. Hier verliert Stahl gegen Alu.

Warum funktioniert Einschleifen? Weil es die Stellen abrundet, die sonst die heftigen Sprünge verursachen. Man sieht das an der Schnecke und man sieht das an der FFT des periodischen Fehlers. Das setzt natürlich voraus, dass der Fehler an der Schnecke liegt und nicht wie hier, an den Lagern.

Michael
 
@papastratos:
Danke für den Link!
Das werde ich wohl genau mal so ausprobieren. Denn ganz ehrlich: Die SP-DX ist ja jetzt keine Edel-Montierung (obwohl ich sehr lieb gewonnen habe!!!). Wenn da was schief läuft, dann ist das eben so. Aber die Aussicht, die Montierung zu verbessern, läßt das Risiko gering erscheinen.

Danke und CS
Tim
 
Hallo Tim,

bitte, bitte!

Habe nach dieser Anleitung meine Vixen GP-DX gepimpt, kein Vergleich zu vorher.

Ok, das Zerlegen war ein wenig ein gepfriemel, aber es gibt hierfür ja schöne Anleitungen im Netz zu finden.

Schneckenrad und Schnecke sind bei der GP-DX ja aus Messing / Bronze, aber gerade das Schneckenrad
hatte noch ganz gehörig Grate, das war nach dem läppen alles echt glatt und somit hatte der MGEN
leichtes Spiel.

Also für mich hat sich der Aufwand auf alle Fälle rentiert.

Ich habe allerdings die Finder von den Alu Gleitflächen gelassen, einzig an den Achsenden, wo das Gewinde
für die Verschraubung drauf ist (das echt rauh ist) da habe ich dem Gewinde, damit es besser wieder zum
Zusammen bauen ist, die Rauhheit mit nem Schleifvlies genommen.

Dir viel Erfolg beim Pimpen Deiner Montig!

Gruß Tom
 
Vielen Dank. Die SP-DX hatte ich bereits einmal vollständig zerlegt. Mit den Tipps von CG5.de ging das ganz gut.

Gruß Tim
 
Mit Finder meinst Du die Riefen bzw. zirkulären Erhabenheiten an den Achsen?

Gruß
Tim
 
Hi Tim,

Sorry, da hat mir die Autokorrektur wieder ein Schnippchen geschlagen :(

Ich meinte natürlich die Flächen der Gleitlager, also dort wo das Messing
auf dem Alu des Montierungsgehäuses läuft.

Gruß Tom
 
Ah...ok!!!
 
Auf jeden Fall wird die Schnecke schneller verschleißen als das Schneckenrad. Wie schnell das im normalen Einsatz geht, vermag ich noch nicht zu sagen. Ich sah (darum meine Warnung, dabei zu bleiben) schon eine Schnecke, die in der Mitte erheblich dünner wurde. Hier verliert Stahl gegen Alu.
Michael

Hallo Michael.

Stahl kann gegen Alu nicht verlieren. Wie kann man nur solch einen Quatsch schreiben?
 
Wie ich schrieb: Weil ich es gesehen habe. Das Schneckenrad hat eine riesige Kontaktfläche, weil jeder Zahn nur selten an der Schnecke vorbeikommt. Darum verschleißt eine Schnecke aus Stahl mit einem Schneckenrad aus Alu beim Einschleifen schneller. In meinem Beispiel war es ein Schneckenrad mit 180 Zähnen und 120 mm Durchmesser. Es war danach gerade mal ein wenig blanker, aber die Schnecke war in der Mitte erheblich dünner.

Michael
 
Beim Einschleifen.... ok... habe ich übersehen. Das mag stimmen. Aber trotzdem: Alu und Stahl paart man nicht. Das liegt in der Spannungsreihe so weit auseinander. Auch ohne das da sich etwas bewegt wird sich das Alu mit der Zeit zersetzen.

CS *entfernt*
 
Das liegt in der Spannungsreihe so weit auseinander. Auch ohne das da sich etwas bewegt wird sich das Alu mit der Zeit zersetzen.
Hallo Bernd,
das ist nicht ganz richtig. Du denkst bei der Materialpaarung an die Bildung eines galvanischen Elements / einer galvanischen Zelle, bei der die Kathode reduziert, bzw. wie hier das unedelere Metall zersetzt wird.
Eine galvanische Zelle besteht aber nicht nur aus den beiden Elementen, die in der elektrochemischen Spannungsreihe eine entsprechende Differenz in ihrem jeweiligen Standartpotential aufweisen.
Für eine Zelle wird auch ein mindestens noch ein Elektrolyt benötigt.
Ohne Elektrolyt passiert gar nichts.

Fett ist kein Elektrolyt.

Fett wirkt den elektrochemischen Reaktionen entgegen.
Das Schneckengetriebe der Montierungen ist typischerweise gefettet.
Und selbst wenn das Getriebe wegen Pflegemangel „trocken“ läuft, ist die galvanische Elementbildung noch weit entfernt.

Es fehlt der Elektrolyt.

Auch eventuell in der Montierung sich bildende Feuchtigkeit ist nicht gleich ein Elektrolyt. Lediglich dann, wenn Salz ins Spiel kommt, sieht die Sache anders aus. Salzwasser ist ein recht guter Elektrolyt.
Der Elektrolyt, der - nebenbei erwähnt- unsere Autos im Winter so rosten lässt......

CS

Dietmar
 
Rein mechanisch ist Alu und Stahl prinzipiell dennoch eine schlechte Paarung, völlig richtig.

Allerdings ist Alu billig und gut zu bearbeiten, darum sind solche Montierungen bezahlbar und darum gerne gekauft. Und für bezahlbares Geld kann man Montierungen nicht so präzise fertigen, wie es optimal wäre.

Und dann steht man mit dem bezahlbaren Kompromiss da und fragt sich: Kann man das noch verbessern? Und da ist Einschleifen nachweisbar durchaus sinnvoll, aber man muss etwas aufpassen, nichts kaputt zu machen. Es wurde gesagt, dass der Gesamtfehler eher größer wird: Das kann ich nicht direkt bestätigen, aber kleiner wird er auf keinen Fall. Es geht aber nicht um den Gesamtfehler, sondern um sein Frequenzspektrum. Wenn er niederfrequent ist, kann der Guider mit +- 20 arcsec leben und effektiv +- 1 arcsec erreichen. Reicht.

Ich geb's aber zu: Bei der verhunzten Stahlschnecke habe ich auch erstmal erstaunt geschaut. Wenn man sich das Verhältnis der Kontaktflächen anschaut, ist es klar. Und damit stellt man fest, dass man mit einem Schneckenrad aus Alu besser leben kann, als man erst dachte.

Michael
 
Hallo *entfernt*,
das ist nicht ganz richtig. Du denkst bei der Materialpaarung an die Bildung eines galvanischen Elements / einer galvanischen Zelle, bei der die Kathode reduziert, bzw. wie hier das unedelere Metall zersetzt wird.

Nein, das habe ich nicht gedacht. Ich habe nur an die Materialpaarung gedacht, bei der Alu und Stahl weit auseinander liegen. Mit einem Elektrolyt könnte man daraus eine Element bauen. Dann könnte man sehen, wie das Alu sich auflöst.

Mit dem Elektrolyt liegst Du auch weiterhin daneben. Es ist der Sauerstoff, der Metalle oxidieren lässt und wenn Du zwei Metalle miteinander kombinierst, wie im Beispiel Alu und Stahl, zersetzt der Sauerstoff zuerst das Alu.

Ein "edles" Metall mit einem "unedlen" Metall zu kombinieren macht man sich in der Technik zu Nutze. Zum Beispiel in einem Wasserboiler aus Stahl mit integrierter Opferanode aus Magnesium. Die (billige) Opferanode aus Magnesium zersetzt sich in dem Wassertank und muss nach einer vorgeschriebenen Zeit ersetzt werden. Der Wassertank bleibt dabei rostfrei.

Verzinken ist im Prinzip auch nichts anderes. Zink ist unedler als Stahl und oxidiert mit dem Sauerstoff in der Luft (und schützt somit den Stahl).

Vielleicht noch ein Schwank aus meiner Jugend :)

Ich habe eine Ausbildung zum Präzisionsmechaniker nach der "alten" Lehrmethode genossen, also ohne Berufsgrundbildungsjahr. Dafür bin ich heute noch sehr dankbar, wenn ich gesehen habe, was für ein "Dreck" damals aus den Schulen kam. Jedenfalls hatten es die Berufsanfänger damals sehr viel schwerer im späteren Beruf, weil einfach die Grundlagen fehlten. Kurz und gut: Wir mussten im 1. Ausbildungsjahr noch alle handwerklichen Fähigkeiten lernen. Dazu gehörte es auch, Bohrer anzuschleifen. Wir mussten die Bohrer so anschleifen, dass die Probebohrung in einer Aluplatte gleichzeitig eine Passung für einen Paßstift war (Übergangspassung). Die Wandung der Bohrung musste absolut glatt sein und die Bohrung natürlich absolut rund. Zur Kontrolle nahm der Meister einen Paßstift und drückte ihn mit mäßiger Kraft in die Bohrung der Aluplatte. Das wurde dann benotet. Nach langer Zeit nahm unser Meister die Probestücke wieder aus der Schublade seines Schreibtisches und rief uns zu sich. Zu unserer Verwunderung fielen nun alle Paßstifte aus den Bohrungen. Kein Einziger passte mehr. Außerdem waren alle Bohrungen innen schwarz. Im anschließenden Betriebsunterricht erklärte uns unser Meister dann, was da passiert ist.

Wenn man sich den Preisunterschied Alu / CuZn ansieht, kann das kein Grund sein. CuZn lässt sich auch wesentlich besser bearbeiten als Alu. Da wird doch einfach nur nachgebaut ohne nachzudenken. Ich bin nun schon 43 Jahre in der Entwicklung und Konstruktion tätig und habe schon öfter mit chinesischen Kollegen zu tun gehabt. Da fällt einem manchmal nichts mehr ein...
Aus diesem Grunde habe ich meine Astroterrassse zur "chinafreien" Zone erklärt, jedenfalls, was die Mechanik angeht.
Halt Stopp: Seit einem Monat habe ich auch einen "Chinaböller" im Einsatz. Es ist eine Asi183MM. Nun ratet mal, was dauernd Schwierigkeiten macht :whistle:. Ich habe (unter anderem) auch eine elektotechnische Ausbildung und bin nach einem regen Briefweclsel und Austauschteilen dem Fehler auf den Grund gegangen. Bleibt zwar eine Fehlkonstruktion... kann ich aber jetzt verwenden. Vielleicht stelle ich den Fehler hier mal als "Osterrätsel" ein :).

CS *entfernt*
 
Habe nun auch schon einiges in Sachen Wartung und Einstellen von Montierungen durch, aber
einiges hier kann ich nicht nachvollziehen.

Es war danach gerade mal ein wenig blanker, aber die Schnecke war in der Mitte erheblich dünner.

Zwischen den Zahnflanken ist eine Fläche ( Steg ), die nicht im Eingriff steht. Wenn die Flanke so weit runtergeschliffen ist, das aus der Fläche eine Spitze wird, ist alles zu spät. Erst ab dann ändert sich der Schneckendurchmesser!
Das Stahl/ Alu eine schlechte Materialpaarung ist, ist klar. Aber man darf auch nicht übertreiben und immer daran denken, das unsere Gertriebchen wetterbedingt selten arbeiten müssen und nicht wie in techn. Anlagen 24/7, sonst würde man sie in einem geschlossenem Gehäuse mit Fett- bzw. Ölfüllung laufen lassen.
Läppen ist sicher mit einem Zugewinn an Genauigkeit verbunden, aber man sollte wissen, was man tut und wie Läpppaste wirkt.
Das an den Zahnflanke große Kräfte auftreten ist technologisch klar. Den Verschleiß soll ein geeignetes Schmirmittel minimieren. Das man seine Monti ordentlich ausbalanciert um eben diese Kraft und damit den Verschleiß zu minimieren ist klar. Da habe ich schon haarstreubendes beobachten können. Wer meint, in einem kleinen Schneckenlager ( Vixen GP und Clone) die Zahnflanken 10 kg Gegengewicht am 300mm Hebelarm beaufschlaggen zu müssen, braucht sich nicht wundern, wenn sein Schneckenlager zerbröselt.

Gruß und bleibt gesund
Thomas
 
Der Thread begann damit, dass nach Erfahrungen gefragt wurde. Natürlich war die Schnecke ruiniert, weil zu viel abgeschliffen wurde, darum sagte ich: Beobachten, nicht alleine lassen. Ich weiss es nicht mehr, aber ich meine das geschah innerhalb einer Stunde oder so. Erfahrung ist, was man kriegt, wenn man nicht kriegt, was man will.

Es ist immer gut, wenn man weiß, was man tut. Wie wirkt die Paste und wie soll man damit umgehen? Wo kann man das als Amateurastronom lernen? Ich warte auf den Rat von Fachleuten, wie man es am besten macht, idealerweise von solchen, die sich vorher und hinterher das Frequenzspektrum ansahen und die Verbesserung bewerteten.

Michael
 
Es wird oft angenommen, dass man die Schnecke als Werkzeug laufen lassen kann, und sich das Ganze von alleine irgendwie passend schleift. Klingt plausibel, aber es ist mit Sicherheit nicht automatisch so. Liegt die Schnecke nicht exakt in der vorgesehenen Position, dann findet die Reibung nur auf einer relativ kleinen Fläche statt.
Wenn dann Schleifpaste dazu kommt (also so ziemlich das Gegenteil von Schmierung) dann wird das Eingraben der Schneckenbereiche, die tatsächlich Kontakt haben, verstärkt. Mit dem Läppen soll jedoch erreicht werden, dass die reibenden Flächen möglichst glatt sind, und sich keine Rauhheiten "verzahnen" können.
Meines Erachtens wird das am besten erreicht, wenn Schnecke und Schneckenrad separat poliert werden, und die Schnecke dann exakt eingestellt wird.

Ich habe das an einer EQ-5 so gemacht. Die Schnecke lief derartig rauh, dass man denken konnte, Sand wäre im Getriebe. Neufetten half nichts. Das Schneckenrad habe ich mit dem Dremel bearbeitet: Eine Kunststoffbürste, die ungefähr Schneckendurchmesser hat mit etwas Chromoxidpaste. Zahn für Zahn, ganz kurz, nur 1-2 Sekunden.
Die Schnecke habe ich mit einem Wollfaden bearbeitet. Ebenfalls mit Chromoxid. Den Faden habe ich in einen Sägebogen gespannt, und dann die Schneckenflanken bei langsamer Drehung mit sägender Bewegung poliert.
Mit Bremsenreiniger sauber gemacht, Fett drauf - Fertig. Der ganze Poliervorgang hat keine halbe Stunde gedauert.
Das Ergebnis hat mich dabei selbst überrascht. Die Schnecke läuft nun butterweich, ohne die geringsten Rauhheiten.

Ich konnte mir den Versuch mit der EQ-5 leisten, weil die Montierung sowieso im Ar........ war.
Aus dem überlebenden Teil habe ich dann einen Tangentialneiger für eine Doppelbefestigung gebaut.

Genau so werde ich das auch an unserer neuen EQ-8R machen. Wenn die Montierung schnell läuft, hört sie sich ein klein wenig heiser an. Das sind Reibungsgeräusche, die zu 100% vom Zusammenspiel von Schnecke und Schneckenrad kommen. Ich dachte, das schleift sich ein, tut es aber nicht.
Ich hatte es zwar nicht vor, aber durch diesen Thread angeregt werde ich mal mit dem MGEN 3 jeweils einen Guiding Graph vor, und nach der Prozedur aufzeichnen. Mal sehen, ob sich das irgendwie bemerkbar macht.



Ich habe nur an die Materialpaarung gedacht, bei der Alu und Stahl weit auseinander liegen.
Hallo Bernd,
gibt es bezüglich Materialpaarung noch eine andere als die elektrochemische Spannungsreihe?
Es ist der Sauerstoff, der Metalle oxidieren lässt und wenn Du zwei Metalle miteinander kombinierst, wie im Beispiel Alu und Stahl, zersetzt der Sauerstoff zuerst das Alu
Da stimme ich Dir zu, denn was in einer galvanischen Zelle passiert ist eine Redoxreaktion;
die beinhaltet eben die Reduktion und die Oxidation.

Ganz sicher ist die Materialpaarung alles andere als ideal anzusehen, darüber gibt es (zumindest bei uns beiden ) bestimmt keine zwei Meinungen. Doch in der Praxis wirkt sich das bei Weitem nicht so dramatisch aus, wie es der Versuch Deines Lehrmeisters vermuten lässt.
Bei dem -bestimmt sehr beeindruckenden- Versuch ging es weitestgehend um Präzision.
Und er zeigt, dass da tatsächlich nicht nichts passiert.

Aber wie weit weg sind die Synta-Produkte von Präzision?
"Synta" und "Präzision" sind Begriffe, die eigentlich nicht in einem Satz genannt werden dürften.
Hier wirken sich Fertigungstoleranzen und Konstruktionsignoranzen mit Sicherheit schlimmer aus, als eine langsam verlaufende Materialveränderung.

Sonst dürfte es keine funktionierende EQ-6 der ersten Fertigungsgenerationen mehr geben.
Wir haben noch eine alte "Schwarze" im Bestand. Alles tadellos.

Die müsste jetzt Löcher in den Schneckenrädern haben. Zeit genug hatte sie in jedem Fall dafür.


CS

Dietmar
 
So. Ich melde mich mal wieder. Es ist vollbracht! Ich habe die Viren SP-DX geläppt.

Dabei bin ich wie folgt vorgegangen:
- Montierung komplett zerlegt.
- Altes Fett mit Zahnbürste/Terpentin entfernt.
- Schnecken/Schneckenräder mit Autosol poliert (Standbohrmaschine mit Polieraufsatz).
- Schneckenräder: Die Rillen mit Autosol aufgefüllt und dann mit einer schmalen Polierbürste (Kunststoff) auspoliert.
- Läppaste aus Macolaepp 2000 und Dämpferöl (RC-Auto: ist sehr zäh) hergestellt.
- Schnecken: Wollfaden in Läppaste getränkt, in Laubsäge eingespannt. Schnecken in Standbohrmaschine eingespannt und dann unter langsamen Lauf die Säge in den Rillen führen lassen. Einige Wiederholungen.
- Alles wieder gründlich gereinigt.
- Läppaste auf Schnecken und Schneckenräder aufgetragen.
- Montierung wieder so weit wie nötig zusammengebaut. Dann mit Akkuschrauber 2 Umdrehungen vor und wieder zurück unter langsamen Lauf.
- Montierung wieder zerlegt und alles gründlich von der Läppaste befreit. Die letzten kleinen Partikel in den Rillen mit Druckluft aus Dose weggeblasen.
- Grate von Laufflächen der Deklinations- und Rektaszenzionsachse entfernt.
- Grate von den Teflonringen entfernt (Ja, auch die hatten kleine Grate an der Außenseite (hat mich auch überrascht!).
- Anmischen des Fetts (Liqui Moly LM47 mit Graphit)
- LM47 mit Graphit auf Rillen des Schneckenrades und Schnecke aufgetragen
LM47 OHNE Graphit auf die Laufflächen und Teflonringe (Keine Ahnung ob das Sinn macht hier auf das Graphit zu verzichten...war nur so ein Gefühl. Habe mir gedacht, dass es hier ohne das Graphit vielleicht leichter läuft :unsure:.)
- Alles wieder zusammengebaut.
- Spiel eingestellt.
- Skywatcher SynScan Goto montiert.

Vorläufiges Fazit:
Die Achsen lassen sich ganz gleichmäßig und weich mit den Fingern bewegen (bevor ich die Motoren montiert hatte). Und das bei sehr wenig Spiel. Auch wenn die Achsen entsperrt sind, laufen diese jetzt weicher. Das ist schonmal deutlich besser als vorher. Von daher bin ich schon man sehr angetan von dem Effekt.

Ob das Problem mit dem hochfrequenten PE auch gelöst ist, wird sich bei nächster Gelegenheit am Himmel und auf den Fotos zeigen müssen.

LG und CS
Tim
 
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