Problem bei Jupiter nach Stacking und Schärfen

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Mario Stroblmayr

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Hallo zusammen,

ich habe ein Problem beim erstellen von Jupiterbildern, dass ich nicht in den Griff bekomme.

Ausrüstung: 16'' Dobson (f/4,2)
Kamera: ZWO ASI 178 MC
2x Barlow (Cemax)

Vorgehen:
Ich filme (je nachdem wie ich mit dem Nachführen zurechtkomme) zwischen 3000 und 10.000 Bilder mit der ASI 178 MC.
Ich lade den Film in Autostakkert und stacke ihn dort.
Dann lade ich das Ergebnis in Registax und schärfe dort mit den Wavelet-Reglern.

Ergebnis sind jedes Mal ringförmige Strukturen im Randbereich des Planeten.
(Hab letztens 5 Filme gemacht - bei jeden davon das selbe Problem.)
Jupiter 16er 30-7-2020.png

Als ich es in einem anderen Thema erwähnt habe, kam folgende Antwort:

Eventuell ist das auch ein Stackingproblem durch zu viele oder zu kleiner Ap's. Gerade bei schlechten Bedingungen können große Alignmentpoint die Rettung sein.

Also habe ich verschiedene Größen der Alignmentpoints ausprobiert. Überall das selbe. Ich habe sogar das Gefühl, dass der Effekt mit größeren Alignmentpoints noch stärker wird:
2020-07-30-2147_1-U-G-Jup_g4_ap63 sch.png

Hat jemand eine Idee dazu?
Wo könnte das Problem oder der Fehler liegen?

So sieht ein Einzelbild so eines Films vor dem Stacken aus:
Unbenannt-2.jpg

Weiters liefern die in den selben Nächten gemachten Saturnaufnahmen dieses Problem, trotz gleichem Workflow, nicht.
Saturn 16er 30-7-2020.png

Danke für eure Hilfe,
Mario
 
Hallo Mario,

schade, dass das mit den größeren Aps nicht klappt, an anderer Stelle hat es geholfen. Allerdings waren dort auch senkrechte Streifen im Bild.
Man könnte es noch mit nur einer manuell um den Planeten gezogenen Ap versuchen. Aber dieses ringförmige macht mich da skeptisch. Das Einzelbild sieht völlig normal aus. Wie sieht das denn im gesamten Avi aus ?

Führst Du den Dobson mit einer Plattform nach ?
Wie stabil bleibt der Jupiter im Bild ?

Vielleicht hilft es mit der Freeware castrator oder pipp den Planeten aus dem Avi zu schneiden und dann ein stabileres Avi zu erhalten.

Gruß,
Holger
 
Hallo Holger,

Das *avi sieht ganz normal aus. Also aus lauter Bildern die wie das gezeigte Einzelbild aussehen bestehend.
Ich schau mal, ob ich so ein Video irgendwo hochladen kann, damit ihr euch das direkt ansehen könnt. Sind halt fast 3GB ...

Führst Du den Dobson mit einer Plattform nach ?
Wie stabil bleibt der Jupiter im Bild ?
Ich führe mit einer EQ-Plattform nach, aber durch die hohe Vergrößerung ist es doch nicht einfach bzw. läuft die EQ nicht so exakt.
Um den Planet im Bild zu behalten, wähle ich bisher in Firecapture das Scherensymbol - dadurch entsteht ein zugeschnittenes Feld, dass sich mit dem Planet mitbewegt und nur diesen aufnimmt, solange er irgendwo am Chip ist.
Das gelingt ganz gut, aber er wandert dennoch herum.

Vielleicht hilft es mit der Freeware castrator oder pipp den Planeten aus dem Avi zu schneiden und dann ein stabileres Avi zu erhalten.
Habe ich beides schon versucht. Das Ergebnis nach dem Stacken ist genau das gleiche. Immer diese Strukturen am Rand.

Ich bin echt überfragt, vor allem da es nur bei Jupiter, nicht aber bei Saturn auftritt.
Mars konnte ich noch nicht probieren, da ich keine freie Sicht nach Südosten habe.

Weitere Ideen, was ich probieren könnte um das Problem zumindest einzugrenzen?

Mario

EDIT:
Ich habe jetzt auch noch versucht eines der Videos von PIPP in einzelne Fotos zerlegen zu lassen und die dann mit Registaxx zu stacken. Genau das selbe Ergebnis nach dem Schärfen. Wieder diese Strukturen ... :cry:
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Marco,

wähle ich bisher in Firecapture das Scherensymbol - dadurch entsteht ein zugeschnittenes Feld
also ich ziehe immer eine Roi um den Planeten, damit ich mit höherer Framerate aufnehmen kann.

Video irgendwo hochladen kann, damit ihr euch das direkt ansehen könnt. Sind halt fast 3GB ...
ich mache da immer kleine gif Anis mit virtualdub.
Ich nehme z.B. 40 Frames aus dem Avi und exportiere die als gif Animation.

Das gelingt ganz gut, aber er wandert dennoch herum.
erstaunlich, ich kann mit meiner manuellen Plattform mit dem Hebel den Planeten locker über 1 Minute in der Roi halten.

Vielleicht könntest Du nur zum Testen z.B. 100 gute Frames manuell selektieren (z.B. mit virtualdub) und als Avi speichern.
Wichtig: Unter Video - Color Depth - Outup same as decompression format einstellen.
Dieses Avi dann mal stacken.

Vielleicht könntest Du auch mal das Summenbild zeigen ?

Gruß,
Holger
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Holger!

Also ...

also ich ziehe immer eine Roi um den Planeten, damit ich mit höherer Framerate aufnehmen kann.
Ich kenne mich da noch nicht so aus (filme Planeten erst seit kurzem), aber bei ROI sehe ich nur einen kleinen Ausschnitt des Vollbildes am Bildschirm und den Planeten da drinnen zu halten gelingt mir definitiv nicht. So gut arbeitet die Plattform dann wohl doch nicht. Alleine durch das Zahnrad des Antriebs wandert er periodisch immer etwa 1/4 Kamerasichtfeld hin und her, je nachdem in welcher Stellung die Antriebsräder gerade sind.
Aber auch mit dem Zuschneiden, dass dann mit dem Planeten mitwandert, geht die Framerate massiv nach oben. Von daher dachte ich, das sollte so passen.

ich mache da immer kleine gif Anis mit virtualdub.
Ich nehme z.B. 40 Frames aus dem Avi und exportiere die als gif Animation.
Das kann ich morgen gerne mal versuchen.

Vielleicht könntest Du nur zum Testen z.B. 100 gute Frames manuell selektieren (z.B. mit virtualdub) und als Avi speichern.
Wichtig: Unter Video - Color Depth - Outup same as decompression format einstellen.
Dieses Avi dann mal stacken.
Das habe ich schon versucht. Ich habe 10 Bilder gestackt, 50 Bilder, 100 Bilder, 500 Bilder, usw.
Bei 10 ist das Ergebnis zu schlecht. Und bei 50 sind schon diese Ringstrukturen da. Die Strukturen werden aber um so intensiver, je mehr Bilder ich stacke. Ab etwa 1000 Bildern bleiben sie dann gleich.

Summenbild (nach dem Stacken, aber vor dem Schärfen):
2020-07-30-2147_1-U-G-Jup_g4_ap439.png

Grüße, Mario
 
Hallo Mario.
Stell doch bitte ein Bild nach dem Stack ohne schärfen ein. Ich kenne diese Zwiebelringe auch, und je mehr man schärft um so deutlicher werden die.
CS Jozef
 
Oh.. jetzt wars Du schneller.
Wie ich dachte! Wenn Du jetzt dieses Summenbild, das doch etwas zu wenig Informationen zeigt, schärfst und eben über schärfst, rutschen die Randpartien als Ringe nach innen.
CS Jozef
 
Wie ich dachte! Wenn Du jetzt dieses Summenbild, das doch etwas zu wenig Informationen zeigt, schärfst und eben über schärfst, rutschen die Randpartien als Ringe nach innen.

Danke!

Ich bin schon mal froh, dass das Problem jemand kennt.

Gibt es denn eine Möglichkeit so zu schärfen, dass das nicht passiert?
Wenn ich nur so wenig schärfe, dass diese Ringe nicht entstehen, sind die Details des Planeten alle total verwaschen.
Sobald ich ausreichend schärfe um die Strukturen auf der Oberfläche gut abzubilden, sind diese Ringe sehr deutlich da.

Grüße, Mario

EDIT:
Sollte es jemand versuchen wollen und etwas Zeit (und Downloadkapazität) übrig hat, hier eines der besseren und längeren Originalvideos:
 
Hallo Mario,

in der Nacht kam mir auch schon die Zwiebelringen in den Sinn. Stichwort Jupiter Zwiebelringe im Internet findest Du dazu reichlich Infos.
Dein Summenbild habe ich testweise nach meinen üblichen Methoden mit fitswork geschärft und die Ringe sind da noch nicht so klar zu sehen. Erst wenn ich dann weiter schärfe treten die deutlicher hervor.
Das Seeing war aber zu schlecht, so dass das Summenbild einfach nicht mehr zulässt. Klar kann man die Schärfungsradien und Stärke erhöhen um dennoch kräftigere Strukturen zu bekommen. Aber das Ganze hat Grenzen, aus einem durch Seeing verwaschenem Summenbild kan ich kein Top-Ergebnis erzeugen.

Dennoch habe ich weiter geforscht und ältere Aufnahmen mit Asi120mc geschärft bis zum geht nicht mehr.
So kräftige Zwiebelringe treten bei meinen Aufnahmen nicht auf.

Nur woran kann das jetzt bei Dir liegen ?
1. Kamera
Das wäre natürlich ärgerlich und nur mit Vergleichskamera am gleichen Abend zu kontrollieren.
2. Seeing
Vielleicht war das Seeing einfach extrem ungünstig.
Also mehrere Nächte aufnehmen und Du wirst sehen, ob die Ringe generell auftreten.
3. Firecapture Einstellungen
Kann ich mir zwar nicht vorstellen aber vielleicht mal dieses Scherensymbol weglassen.
4. Autostakkert
Mal ein anderes Stackingprogramm testen zB. PSS

Am wahrscheinlichsten ist für mich Punkt 2, Seeing, vielleicht kann ich gleich mehr sagen wenn ich deine Datei gesehen habe.

Gruß,
Holger
 
Hallo und danke für deine Hilfe.

Alles sehr spannend und jetzt, wo ich dank dir weiß nach welchen Stichworten ich im Internet suchen muss, finde ich auch etwas zu dem Problem.

1. Ich schau mal, ob ich jemanden mit einer Vergleichskamera finde. Ich selbst habe keine andere.

2. Ja, das Seeing war nicht das Beste, aber für die Gegend hier und den niedrigen Stand der Planeten eigentlich recht ok.
Und das "Zwiebelring-Problem" taucht leider immer, also in Videos verschiedenster Nächte, auf.

3. Ja, ich werde noch weitere Varianten in Firecapture ausprobieren.

4. Autostakkert und Registax ergeben beim Stacken das selbe Problem. PSS hab ich noch nicht probiert.


Danke schon mal,
Mario
 
Nachtrag: Bin gerade am Runterladen und sehe ser format. Ich nehme immer in Avi auf.
Mal sehen wie kompatibel ser mit den Programmen wie virtualdub ist.

Gruß,
Holger
 
Hallo Mario,

So gut arbeitet die Plattform dann wohl doch nicht. Alleine durch das Zahnrad des Antriebs wandert er periodisch immer etwa 1/4 Kamerasichtfeld hin und her, je nachdem in welcher Stellung die Antriebsräder gerade sind.
Welche Plattform ist das genau ?
Ich hatte ja immer schon mit einer professionellen Plattform vom Händler geliebäugelt aber der Preis ist schon happig.
Allerdings dachte ich, die sind viel genauer als meine manuelle Selbstbauplattform und z.B. Deepsky im 2 Sek. Bereich wäre damit verlässlicher möglich.

Gruß,
Holger
 
So erster Zwischenbericht, da mein alter Rechner lange für's stacken benötigt.

Das ser habe ich mit pipp in Avi umgewandelt und dieses konnte ich dann in virtualdub laden.
Ja der Planetenrand ist durch das Seeing schon sehr unruhig. Ich persönlich finde die Aufnahme sehr hell.
Ich selbst nehem eher dunkler auf, gehe mit der Belichtungszeit entsprechend runter und kann dadurch auch noch mit höherer Framerate aufnehmen.

Zu den Zwiebelringen: Durch die große Brennweite ist der Jupiter schon ziemlich groß. Seeingeinflüsse werden deutlicher.
Vielleicht kannst Du mal ohne Barlow testen, ob dann bei dem kleineren Jupiter ähnliche Ringe auftauchen.

Gruß,
Holger
 
Hallo Mario,

so ich habe meine Tests abgeschlossen. Egal was ich versuche, die Ringe tauchen nach einigen Schärfungen immer mehr auf.

Ich kann Dir aber einen guten Weg erklären, die im nachhinein zu beseitigen ohne auf das extreme Schärfen zu verzichten.
Ich verwende dazu gimp.

Erst einmal geht's mit dem Summenbild bei fitswork weiter, ist einfach mein Lieblingsprogramm.

1. Farblayer zurechtrücken
2. itarat. Gauss mit 2 Durchgängen
a) Radius: ca 4, Iter. 6, Stärke 60
b) ca. 3, 6, 60
3. Glätten - Wavelet Rauschfilter
Rauchfilter auf 0, Detailsverstärkung Layer 1-3 nach eigenem Geschmack hochregeln.
Da sollten dann noch keine Ringartefakte auftreten.
Diese Version abspeichern und dann weiter schärfen und das Endergebnis abspeichern.

Jetzt in gimp auf Datei - Als Ebene öffnen - gehen und die beiden Bilder laden.
Im rechten Ebenenfenster sollte die Dateien auftauchen, mit der scharfen Version oben.
Diese mit der rechten Maustaste anklicken und Alphakanal hinzufügen wählen.
Im Fenster Werkzeugkasten den Radierer nehmen.
Dann einen weichen Pinsel , passende Größe / Skallierung einstellen und Deckkraft runter regeln. Vielleicht 40%.
Jetzt kannst Du mit der Maus und gedrückter linker Maustaste den weichen Rand der weniger geschärften Version in die scharfe einarbeiten und so die Ringe sehr schön eleminieren.

Gruß,
Holger
 
Die hier.
Läuft die ganze Stunde lang recht verlässlich und genau, wenn sie gut eingenordet ist (wobei ich beim Einnorden meist zu faul bin, mehr zu tun als sie mit Kompass und Wasserwaage hinzustellen) hat aber bei hoher Vergrößerung das Problem, dass das Objekt immer periodisch rechts/links wandert. Etwa wie ein periodischer Schneckenfehler. Daher ist es nicht möglich eine kleine ROI zu verwenden, da das Objekt zu sehr hin und her wandert.

Ich habe die Plattform aber erst seit einigen Wochen.
Davor habe ich komplett händisch nachgeführt. Von daher ist das jetzt ein großer Fortschritt!

Bin gerade am Runterladen und sehe ser format. Ich nehme immer in Avi auf.
Da ich bisher keine Probleme mit *.ser hatte und im Netz mehrfach gelesen habe, ser sei für Planeten besser als avi (z.B. hier SER or AVI? - Solar System Imaging & Processing - Cloudy Nights ), habe ich bisher immer als ser aufgenommen.

Aber ich werde es demnächst auch mal mit *.avi versuchen.

Ich persönlich finde die Aufnahme sehr hell.
Danke für den Hinweis. Ich habe mich auch hier bisher an Angaben im Internet gehalten wonach das Histogramm in Firecapture etwa bis 90% des angezeigten Balken gehen solle.
Beim nächsten Mal versuche ich es dunkler!

Vielleicht kannst Du mal ohne Barlow testen, ob dann bei dem kleineren Jupiter ähnliche Ringe auftauchen.
Ja, das werde ich machen!
Die nächsten Tage sind aber leider Regen und bedeckter Himmel vorausgesagt.
Nach den Empfehlungen im Internet sollte ich bei der ASI 178 sogar noch mehr Brennweite benutzen, nämlich etwa f/12. Das wäre dann eine 3-fach Barlow an meinem f/4,2 Teleskop und nicht wie hier eine 2-fach.

Ich verwende dazu gimp.

Erst einmal geht's mit dem Summenbild bei fitswork weiter, ist einfach mein Lieblingsprogramm.
Ich habe noch nie mit fitworks gearbeitet und auch nicht mit Gimp.
Ich hab bisher nur Autostakkert, Registax und Photoshop verwendet. Werd mich aber dann wohl da auch mal einarbeiten. Danke!

Ich werde das alles mal so probieren!

Vielen Dank für deine ganze Hilfe!
Willst du vielleicht posten, wie das Ergebnis aus meinem Film dann bei dir aussah?

Grüße, Mario

PS. Und nochmal danke für den Begriff "Zwiebelringe". Darüber finde ich jetzt viel dazu im Internet!
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Mario,
Willst du vielleicht posten, wie das Ergebnis aus meinem Film dann bei dir aussah?
Ok, hier mal auf die Schnelle:
Weiche Version:
2020-07-30-2147_1-U-G-Jup_g4_ap97_4nc.jpg

voll geschärft:
2020-07-30-2147_1-U-G-Jup_g4_ap97_6neuc.jpg

Endergebnis mit gimp, zusätzlich noch mit freier Auswahl und unscharfe Maskierung einige Bereiche geschärft:
2020-07-30-2147_1-U-G-Jup_g4_ap97_6neug1s2c.jpg

Mit etwas mehr Zeit ginge das vielleicht auch noch besser. Z.B. könnte die weiche Version noch etwas mehr ohne Ringbildung geschärft werden, aber um zu zeigen wie gut das mit den Ebenen geht, reicht es bestimmt.

Aber ich werde es demnächst auch mal mit *.avi versuchen.
Brauchst Du nicht, daran liegt es nicht.

Gruß,
Holger
 
Daher ist es nicht möglich eine kleine ROI zu verwenden, da das Objekt zu sehr hin und her wandert.
Das hätte ich nie gedacht. Schau Dir mal meine simple manuelle Plattform an:
plattform-oben.jpg

Um den Planeten ziehe ich ein Rechteck, mehr breit als hoch. Dann kann ich mit dem Hebel und gleichmäßigem Zug den Planeten in diesem Fenster halten. Durch die ungenaue Verarbeitung driftet der Planet auch mal nach oben oder unten ab. Dies geschieht aber ganz langsam und meist reicht es für 1 bis 2 Minuten. Manchmal drücke ich auch kurz Pause und stelle direkt am Dobson den Planeten wieder passender ein um dann weiter aufzunehmen.

Das geht ja so ruckelfrei, dass ich sogar DeepSky Aufnahmen mit 2 Sek. Belichtungszeit und punktförmigen Sternen hinbekomme. Die Verwendungsrate liegt da aber meist nur bei 20%.
z.B .hier: https://forum.astronomie.de/threads...-76-300-selbstbau-und-300-1500-dobson.287555/

Wenn ich das richtig verstehe, wäre das mit Deiner Plattform nicht möglich oder ?

Gruß,
Holger
 
Danke für die Bilder.
Damit habe ich einen Anhaltspunkt und das Letzte ist ein gutes Ergebnis zwischen Schärfe und kaum erkennbaren Zwiebelringen.
Ich werd da nochmal üben.

Laut den ersten Infos im Netz zu "Zwiebelringen" die ich dank dir gefunden habe sind die meisten der Meinung, dass sie nur auftreten, wenn das Seeing nicht ausreichend gut ist und dabei natürlich um so stärker, je höher die Vergrößerung ist bzw. je mehr Pixel der Planet im Bild einnimmt.

Und ich bin echt beeindruckt von deiner Plattform.
Ich bin beim Bau von so etwas eher unbegabt und daher auf den Kauf angewiesen.
Aber scheinbar führen da Motorantriebe über Wellen und Räder eher zu anderen Problemen.
Dafür bleibt das Objekt im Mittel und bei nicht so hoher Vergrößerung (visuell ausreichend, fotografisch mit ROI leider nicht) auch eine Stunde in der Mitte des Sichtfeldes. Nur schwankt es halt periodisch hin und her.

Mario
 
Hallo Mario,

Ich bin beim Bau von so etwas eher unbegabt und daher auf den Kauf angewiesen.
Das ist bei mir aber nicht anders und professionelles Werkzeug habe ich auch nicht. Das ist alles nur mit Handsäge entstanden, selbst das Kreiselement. Die Idee, den Tisch einfach mit einem Hebel zur Seite zu ziehen, war die einfachste kostenlose Lösung. Das es dann so flüssig / ruckelfrei geht, hat mich später auch überrascht. Wenn ich jetzt Deine Erfahrungen mit der Kaufplattform höre, bin ich froh mir die nicht zugelegt zu haben.

Nach den Empfehlungen im Internet sollte ich bei der ASI 178 sogar noch mehr Brennweite benutzen, nämlich etwa f/12
Ja das stimmt bei gutem Seeing, aber Dein 16" Dobson hat ja bei F4.2 schon einer ordentliche Brennweite, so dass der Planet entsprechend groß abgebildet wird. Dadurch wirkt sich das Seeing mehr aus und bei schlechten Bedingungen bringt die eigentlich sinnvolle Barlow keinen Vorteil mehr.
Das ist selbst bei meinem 12" F5 Dobson so. Da hätte ich bei meinen Frust Jupitern der letzten Tage besser ohne Barlow aufgenommen und dabei einen kleinen aber schärferen Jupiter erhalten.
Der tiefe Stand wirkt sich ja leider so negativ aus, dass ich selbt im IR Bereich mit Mono Kamera nicht an die Ergebnisse mit Farbkamera am 8" F6 Dobson aus dem Jahr 2016 herankomme.

Gruß,
Holger
 
as ist selbst bei meinem 12" F5 Dobson so. Da hätte ich bei meinen Frust Jupitern der letzten Tage besser ohne Barlow aufgenommen und dabei einen kleinen aber schärferen Jupiter erhalten.

Holger, ich hab das noch nicht probiert, aber wenn man das Summenbild erst verkleinert und dann schärft, müsste es eigentlich auch gehen, oder nicht? Müsste theoretisch die unnötige Vergrößerung (und damit auch das Verschmieren über zu viele Pixel durch das Seeing) reduzieren, als wäre es kleiner aufgenommen werden...

lg
Niki
 
Ich habe gerade etwas interessantes im Internet gefunden, angeblich aus einem älteren "ZWO ASI Software Manual":

"Gamma: 50 is the default linear output data. This is the recommended setting. But you can use lower value to help focus when previewing. Always remember to return it to “50” before starting capture! Otherwise onion ring may be there after stacking and processing"
Quelle: Astrotreff - Astronomie Treffpunkt - Einstellungen bei der ASI 178 MM

Könnte dass das Problem sein? Laut Protokoll stand bei meinen Aufnahmen der Gammawert immer zwischen 55 und 65.
Hab da nie drauf geachtet und auch nie etwas absichtlich verstellt.


Und ich denke ich werde demnächst die Idee von Demokrat ausprobieren.
Einmal mit Barlow und nachträglich verkleinern und dann einmal ohne Barlow. Mal sehen wie da die Unterschiede sind.

Grüße, Mario
 
Hallo Niki,

ja auf die Idee bin ich auch gekommen. Habe das sogar mit dem Video gemacht. Erst mit Pipp in Avi umgewandelt.
Dann in virtualdub geladen aber das Verkleinern führte zum Absturz. Ich wusste aber, dass das am umkomprimierten Format liegen könnte. Also testweise500 Frames selektiert und neu abgespeichert. Das kleinere Avi dann debayert. War nun natürlich 3x so groß, das wollte ich nicht mit dem 3GB File machen.
Jetzt wieder in virtualdub laden, auf 50% verkleinern und erneut als Avi speichern.
Dieses File mit autostakkert laden und 90% gestackt. Tja und das Schärfes führte leider auch zu den Ringen. Das sah nicht besser aus.

Das ist vielleicht doch nicht das Selbe wie die Aufnahme ohne Barlow.

gruß,
Holger
 
Das ist vielleicht doch nicht das Selbe wie die Aufnahme ohne Barlow.

Interessante Frage. Ringe sehe ich eigentlich fast immer, das scheint ein Effekt des Deconvolution zu sein, der den Kontrast vom Planeten zum Hintergrund entfalten möchte. Ich bin kein Mathematiker, aber nachdem auch die besten Fotos meist einen Ring-Kranz zeigen, liegt es wohl an dieser Entfaltung der Planetengrenze. Vielleicht kennt sich hier jemand mit der Theorie aus und kann das erklären.

Auch beim Mars, wo auch immer, und vielleicht schändlicher Weise beim Saturn, wo ich dann Freude über die Encke Teilung habe, die vielleicht auch ein Schärfungsartefakt ist... seit wir mit viel Software herumspielen, kann man die Grundlagen der damit erzielten Ergebnisse schwerer verorten...

Schärfen im Photoshop oder Gimp ist ja was ganz anderes als Deconvolution... ob inverse Fourier-Transformation oder was auch immer, hier rechnet eine Software aus einem verschmierten Bild ein scharfes, ergo auch aus dem unscharfen Rand einer hellen Fläche.

Always remember to return it to “50” before starting capture! Otherwise onion ring may be there after stacking and processing"

Hm. Wenn ich sie nicht überschärfe, dann fallen sie offenbar nicht ins Gewicht. Oder es liegt an etwas anderem. Rein am Gain soll es liegen können? Das kann ich schwerer zuordnen... solange die nicht sagen, WARUM das dann auftritt, werde ich nicht schlauer...

Jup_212724.jpg


lg
Niki
 
Hallo Niki,

das scheint ein Effekt des Deconvolution zu sein

Das ist ein Filter mit dem ich nicht warm werde. Meine besten Ergebnisse erziele ich unter fitswork mit iterativen Gauss, oder beim Mond mit normalen Gauss Schärfen. Und anschließend immer die Wavelet Detailverstärkung.

aber nachdem auch die besten Fotos meist einen Ring-Kranz zeigen
Ich habe eben nochmal ein paar ältere Aufnahme extrem überschärft aber da war nur ganz vereinzelt ein leichter Ring zu sehen.
Aber bei weitem nicht so extrem wie hier.

Gruß,
Holger
 
Ah, ok, ich kenne Fitswork gar nicht, muss ich gestehen. Ich habs auf der Platte und mal reingeguckt, aber nicht näher. Wavlets sollen ja die "eingefalteten" Informationen wieder sichtbar machen... ist aber egal, wichtig wäre, das mit den Zwiebelringen besser zu verstehen.

lg
Niki
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
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