SharpCap, Guiding und Dithern

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Astrozombie

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Moin aus Hamburg,

ich bin noch ziemlicher Anfänger was die Astrofotografie angeht und da das Wetter eh nicht mitspielt beschäftige ich mich momentan mit meinen Programmen und der Theorie.
Damit bei der nächsten Session nicht so viel schief geht und ich mir nicht meine Aufnahmen versaue, würde ich gerne einige fragen schon vorher geklärt haben und Fehlerquellen von vorn herein ausschließen.

Bisher habe ich meine Aufnahmen mit relativ kurzer Belichtungszeit (max. 45s) ohne Guiding gemacht, jetzt würde ich mich gerne weiter verbessern und mit Guiding sowie Dithering anfangen.

Zu meinen Setup, ich benutze als Software SharpCap 3.2 mit Pro-Lizens sowie PHD2.
Des Weiteren, verwende ich als Aufnahmekamera eine ASI 294MC sowie zum Guiden eine ASI 120MC an einem Guidingscope diese ist mit der Montierung (EQ-6) via ST-4 verbunden.
Beide Kameras sind via USB mit dem Laptop verbunden.

Das Guiding konnte ich schon einmal auf meinen Balkon bei schlechten Bedingungen testen, so dass ich auch bei 180s noch runde Sterne hatte, also würde ich mal behaupten, dass das Guiding mit PHD2 schonmal gut geklappt hat. Da die Bedingungen echt schlecht waren, habe ich nur einen kurzen Testvorgang gemacht bei dem ich das Setup nur 30 min am laufen hatte.
Ich würde jetzt davon ausgehen, dass das Guiding auch bei einer längeren Session laufen sollte oder übersehe ich da was?

Ich mach zwar immer Darks, Flats und Bias, würde aber gerne auch dithern und habe auch viel dazu gelesen und wenn ich alles Richtig verstanden habe schadet es auf jeden Fall nicht das zusätzlich zu machen.

Jetzt meine Frage an die SharpCap Profis, wie funktioniert das in dem Programm? :ROFLMAO:
Beim Live Stack kann ich das wohl im Reiter Guiding einstellen aber wie geht das wenn ich normale Aufnahmen machen will?
Das einzige was ich gefunden habe wo etwas von Guiding steht ist im Reiter Tools unter Feature Tracking, ist das richtig und hat das schonmal jemand damit gearbeitet?
Wenn ja was sollte dort erfahrungsgemäß eingestellt werden?

Gruß und CS

Mathias
 
Hallo Mathias,

Guiding und Dithern geht mit Sharpcap im Moment nur über Livestacking. Allerdings hindert Dich nichts daran auch 2, 5 oder 10-Minuten-Frames "live zu stacken". Dann kannst Du bei Raw Frames "Save all" einstellen und bei Guiding mit PHD2 dithern. Dann werden alle Raw-Frames abgespeichert und über PHD2 geguidet und gedithert. Also das was Du willst. Es zählt ja nur was hinten raus kommt. Die Details habe ich mit langen Belichtungen noch nicht getestet, da ich nur kurze Aufnahmen mache, aber ich denke, das müßte gehen.
Sharpcap 3.3 wird dann einen Sequencer haben mit dem man Aufnahmesequencen steuern kann und auch Dithern auslösen kann.

Gruß

*entfernt*
 
Hallo zusammen,


unter der Guiding-Option kannst du die PHD Settings setzten. Ich betrachte das Guiding bzw. das Autoguiding und deren Aufwand/ Komplexität / Anforderungen insgesamt als eine Technik, die mit Live Stacking überholt ist. Aufs Guiding verzichte ich schon seit Jahren, und das mit einer HEQ5 und nun der EQ6, also einfachen Montierungen.

M 82 ist ungeguidet mit SharpCap im LiveStacking-Modus 60 x 10 s, 10 Star Alignment, Stacking "Sigma Clipping", ASI183MC, EQ6 (Polsucherausgerichtet),
RASA C8. Nach einem gewissen Zeitpunkt, d.h. wenn die Drift zu groß geworden ist das SharpCap Montierungs-Aufstellungs-etc... Fehler nicht mehr kompensieren kann, setzt man aus SharpCap einfach ein PlateSolving ab, und schups, ist das Objekt wieder zentriert.


1609759481743.png


und das Coole ist, du hattest es ja schon einmal in einem anderen Thread erwähnt, dass mit der neuen SharpCap Beta Version dieser Prozess auch scripten lässt.

CS
Peter
 
Warum möchtest du denn Deep Sky Aufnahmen mit SharpCap machen? Wenn du nicht gerade nur Live Stacks machen willst (sind denke ich ganz nett zum schnellen vor-Ort-Herzeigen) sehe ich da nicht viel Sinn dahinter. Sharpcap ist ja eigentlich eher für Planeten bzw. Lucky imaging gedacht.

* State-of-the-Art für die Deep-Sky Aufnahme ist z.B. N.I.N.A (ein Open-Source Projekt mit sehr aktiven Entwicklern, verwende ich selbst) oder APT (Vollversion Kostenpflichtig, deutlich geringerer Funktionsumfang als NINA). Damit erschließen sich ggü. Sharpcap mehrere Vorteile (für NINA, APT ähnlich):

* Plate-Solving: d.h. das Alignment der Montierung fällt weg (nicht aber das Polar Alignment! - dafür ist SharpCap Pro allerdings top) und das zentrieren des gewünschten Objektes passiert vollautomatisch auf ein paar Pixel genau innerhalb kürzester Zeit.

* Einen sehr guten Sequencer (besonders der neue Sequencer in der Beta-Version): d.h. du kannst die Nacht vorab Planen und das Programm erledigt neben der Aufnahme vom Meridian Flip bishin zum Parken der Montierung bei Morgendämmerungsbeginn alles automatisch. Das inkludiert auch automatisches Fokusieren (solltest du einen Fokusmotor haben), wechseln des Objektes um eine bestimmte Zeit, uvm. .

* Eine Verbindung mit PHD2 - NINA kann so PHD2 steuern und u.A. Dither Befehle geben.

Das sind aber nur einige Vorteile ggü. SharpCap für die DeepSky Fotografie. Wenn du trotzdem Live-Stacks anschauen magst, gibt es da allerdings auch Möglichkeiten - z.B. hat DSS eine Live-Stack Funktion und solltest du PixInsight haben, gibt es ein Live-Stack Script in der EzProcessing Suite.

Des Weiteren, verwende ich als Aufnahmekamera eine ASI 294MC sowie zum Guiden eine ASI 120MC an einem Guidingscope diese ist mit der Montierung (EQ-6) via ST-4 verbunden.

Die Verbindung über ST-4 ist nicht mehr zu Empfehlen. Besser ist es, du verbindest die Montierung mit deinem Computer und steuerst diese so direkt über den PC. Durch diese Verbindung kann dann z.B. PHD2 direkt auf die aktuelle Deklination zugreifen und muss nicht jedes mal neu kalibriert werden. Da reicht es i.d.R. nur bei Systemwechsel neu zu kalibrieren.

Achja, kurz zum Dithern: ja, du solltest unbedingt immer Dithern. Ansonsten hast du am Ende Raining/Walking Noise Profile und ggf. Hotpixel die du nicht ohne weiteres weg bekommst. Allerdings musst du nicht nach jedem Bild Dithern. Es reicht meiner Erfahrung nach alle 15-30 Minuten zu dithern, abhängig von der Anzahl an Gesamtaufnahmen.

CS
Marc
 
Hallo Marc,

wenn man sich mit Sharpcap gut auskennt, was spricht dagegen das auch für Deep-Sky-Aufnahmen zu nehmen? Am Endbild sieht man nicht, mit was für einem Programm aufgenommen wurde. Viele Wege führen nach Rom und es zählt was hinten rauskommt. Livestacks sind nicht nur zum Anschauen, Sharpcap kann Platesolving und Dithern über PHD2, Meridianflip vermeide ich und da ich kein fixes Setup habe, mache ich das Parken in der Morgendämmerung lieber selbst. Ich muß dann sowieso abbauen oder eine Plane drübermachen. Ich nehme für die DSLR APT, aber für die CMOS-Kameras reicht mir Sharpcap, besonders da ich wie Peter hauptsächlich kürzere Belichtungen mache. Ich sehe hier bis jetzt keinen Vorteil von anderen Programmen für mich.

Gruß

*entfernt*
 
Lieber Heiko,

da hast du natürlich recht, dass es am Endergebnis keinen Unterschied macht, wie man denn nun zu den Rohbildern kommt. Man könnte ja natürlich auch jedes Mal selbst den Auslöser betätigen und würde im Ergebnis keinen Unterschied feststellen können.

Mir persönlich ist meine Zeit allerdings zu Schade, und ich habe Schlaf zu lieb gewonnen, um mein Teleskop während der Aufnahmen "babysitten" zu müssen. Wieso sollte ich auch - wie du bereits sagst: Am Endbild sieht man ohnehin nicht mit welchem Programm aufgenommen wurde.

Eine Nacht sieht bei mir ungefähr so aus:

1. Einordnen mittels Sharpcap
2. Flats für die in der Nacht verwendeten Filter machen
3. Meine vorbereitete Sequenz starten
4. Bilder bearbeiten, mit dem Fernglas in den Himmel schauen,... , schlafen gehen und ab und zu mal per VNC/TeamViewer nachsehen ob eh alles in Ordnung ist
5. Am nächsten Vormittag erholt aufwachen und abbauen

Fixes Setup habe ich ebenfalls keines. Für Projekte die sich über mehrere Nächte ziehen kann ich meine Sequenz speichern und wiederverwenden, Mosaike kann ich direkt in der Software planen und als Sequenz abspeichern. Mein Autofokus läuft automatisch wenn sich die FWHM um einen gewissen Prozentsatz ändert, die Filter wechseln sich automatisch so, wie ich es vorher festgelegt habe. Wenn ich mehrere Objekte in einer Nacht ablichten möchte, kann ich das ebenfalls in meiner Sequenz speichern und muss mich nicht weiter darum kümmern.

Wenn du das gerne machst dann nur zu - dem Endergebnis ist es ohnehin egal. Ich für meinen Teil versuche überall dort, wo es das Ergebnis nicht beeinträchtigt, mir Dinge einfacher zu machen.

Allerdings würde ich schon anmerken, dass (zumindest ich persönlich) durch die starke Automatisierung mehr Integrationszeit sammle, was sich hier eben schon direkt auf das Endergebnis auswirkt. Ohne diesen Grad der Automatisierung, würde ich wohl eher keine ganzen (Winter)Nächte aufnehmen.

Liebe Grüße,

Marc
 
Hallo Marc,

ich sitze auch nicht stundenlang vor dem Bildschirm, sondern lasse die Rechner ihre Arbeit ein paar Stunden alleine machen, während ich ein Nickerchen mache. Das geht auch mit Sharpcap schon. Mit dem Sequencer wird es dann auch damit noch ein paar neue Möglichkeiten (z.B. Autofokus, autom. Filterwechsel und Parken) geben. Aber man kann hier ja verschiedene Herangehensweisen und Programme vorstellen und jeder kann entscheiden, wie er es machen möchte. Das ist ja das Tolle an dem Hobby, daß es viele verschiedene Möglichkeiten gibt und man Auswahl hat. Jedem liegt halt was anderes.
Ohne diesen Grad der Automatisierung, würde ich wohl eher keine ganzen (Winter)Nächte aufnehmen.
Wenn ich hier im Moment wenigstens mal ein paar Stunden klare Nächte hätte, würde ich sogar von Hand nachführen und die Bilder einzeln auslösen. Man wird bescheiden.

Gruß

*entfernt*
 
Hallo Heiko,

Mit dem Sequencer wird es dann auch damit noch ein paar neue Möglichkeiten (z.B. Autofokus, autom. Filterwechsel und Parken) geben.
Dass SharpCap einen Sequencer bekommt wusste ich bisher gar nicht. Vom System mit den Blöcken her ist der Aufbau allerdings sehr ähnlich dem neuen Sequencer in NINA, zumindest soweit ich auf ein paar Screenshots erkennen konnte. Inwiefern der Funktionsumfang vergleichbar ist, wird sich wohl noch herausstellen. Für Planetenaufnahmen mit Mono-Kamera allenfalls eine willkommene Neuerung.

Natürlich spricht überhaupt nichts dagegen, mit SharpCap Deep Sky Aufnahmen zu machen. Ich sehe nur umgekehrt keinerlei Vorteile gegenüber dahingehend weiter entwickelten Programmen wie z.B. NINA, die speziell für solche Aufgaben gemacht wurden. Natürlich abgesehen von deiner persönlichen Präferenz.

Wenn ich hier im Moment wenigstens mal ein paar Stunden klare Nächte hätte, würde ich sogar von Hand nachführen und die Bilder einzeln auslösen. Man wird bescheiden.

Ja, die letzten Monate waren definitiv sehr mager. Gerade hier schätze ich, dass ich auch fotografieren kann, wenn ich am nächsten Tag früh auf muss, sollte sich doch mal eine klare Nacht finden.

in diesem Sinne:

CS,

Marc
 
Hallo Mathias, wie hier bereits erwähnt ist Sharpcap in erster Linie für Mond und Planeten gedacht.
Für Deepsky ist z.B. APT oder NINA viel besser geeignet.
CS
 
Hallo Sebastian,

wenn Du oben richtig gelesen hast, stimmt das nicht ganz. Woher beziehst Du Dein Wissen? Für Deep-Sky braucht man sogar weniger APT, NINA und auch nicht SharpCap sondern eher Programme wie PHD2 oder Metaguide (oder auch ASIAir und MGEN) zum Guiden *). Für den Rest reichen Dir im Prinzip die Einstellungen und der Auslöser Deiner Kamera. Damit kannst Du dann Bilder in den Speicher bekommen, die sich in nichts von dem unterscheiden, was Du mit NINA, APT, Sharpcap und Co. machen würdest. Daß man das in Programmpaketen zunehmend komfortabler mit vielen Helferlein-Tools auch automatisch machen kann, ist eine andere Sache.
Es schadet meiner Meinung nach nicht ganz rudimentär und einfach anzufangen, damit man ein Gefühl dafür bekommt, worauf es wirklich ankommt.

Gruß

*entfernt*

*) Und bei Kurzbelichtungen noch nicht mal das.
 
Hallo zusammen,

die Programme NINA, APT, SharpCap und Co. sind m. E. alle dicht bei einander, hier zählt im Grunde genommen die persönliche Präferenz.

Sharpcap in erster Linie für Mond und Planeten gedacht.

Der Ursprung von SharpCap war tatsächlich so, mittlerweile aber nicht mehr. Ich mach seit Jahren Deep-Sky mit SharpCap. In den letzten Tagen hatte ich versucht, mich in NINA einzuarbeiten. Die GUI und Programmführung gefällt mir dort sehr gut, leider läuft NINA bei mir instabil und schmiert immer ab.

Noch einmal zu SharpCap: insbesondere der neue SharpCap Sequencer bietet hier viel Automatisierungspotential, Kamerasteuerung, Montierungssteuerung, Autofokussierung etc... was will man mehr ;) Aber was hier ein wenig untergegangen ist, SharpCap bietet mit dem LiveStacking und dem "mal live zeigen" auch die Option der "normalen" RAW-Bildnachbearbeitung der abgelegten Live-Images, und dass macht die Anwendung sehr interessant.

CS
Peter
 
Hallo Peter,

was noch nicht erwähnt wurde ist, daß Sharpcap erlaubt (Iron)Python-Scripte auszuführen. Damit kann man geskriptet auf Funktionen von Sharpcap zugreifen. Der Sequencer kann dann diese Skripte aufrufen und umgekehrt kann man Sequencerfunktionen auch per Python-Skript steuern. Man könnte sich da dann alle möglichen Programmpakete schreiben, die mit Sharpcap zusammenarbeiten. Man kann auch gewisse Module dazuladen (z.B. Numpy, ein Numerikpaket ect.) wenn die nicht vom reinen Pythonstandard abweichen.
Leider ist das nicht sehr gut dokumentiert und eher etwas für "Nerds". Ich bin kein IT-Guru und Pythonspezialist. Aber ein paar einfache Sachen konnte ich damit schon zum Laufen bringen - z.B. das skriptgesteuerte Aufrufen der Platesolve-, Sync und Recenter-Funktion, um die Montierung regelmäßig automatisch wieder ins Ziel zu bringen. Das wird es dann auch im Sequencer geben, aber man bräuchte ihn nicht unbedingt dazu.
Mit NINA bin ich auch noch nicht warm geworden, da es bei mir auch öfter noch hackt und hängt.

Gruß

*entfernt*
 
was noch nicht erwähnt wurde ist, daß Sharpcap erlaubt (Iron)Python-Scripte auszuführen. Damit kann man geskriptet auf Funktionen von Sharpcap zugreifen. Der Sequencer kann dann diese Skripte aufrufen und umgekehrt kann man Sequencerfunktionen auch per Python-Skript steuern. Man könnte sich da dann alle möglichen Programmpakete schreiben, die mit Sharpcap zusammenarbeiten. Man kann auch gewisse Module dazuladen (z.B. Numpy, ein Numerikpaket ect.) wenn die nicht vom reinen Pythonstandard abweichen.
Wenn dir das Spaß macht, nur zu. Aber warum denn das Rad neu erfinden? NINA hat alle diese Funktionen bereits integriert, und ist noch dazu Open Source - also da kannst du dich theoretisch in einem noch größeren Umfang austoben und direkt im Quellcode arbeiten.

Wenn das Programm bei euch anscheinend instabil läuft, könnt ihr z.B. die Entwickler kontaktieren, die sind sehr aktiv und Antworten kommen meist innerhalb von Minuten. Ich hatte allerdings nie Probleme mit NINA, und das obwohl ich immer die neuesten Nightly Builds verwende. Nur einmal hatte ich Abstürze, was aber einem Windows Update geschuldet war und mittlerweile behoben ist.

Ich möchte damit natürlich nicht sagen, dass es der "Heilige Gral" der DeepSky Aufnahmeprogramme ist, es gibt natürlich noch andere "Consumer Grade" Programme wie MaximDL, SGP, APT,... die ebenfalls einen guten Job machen und je nach Anwendung und persönlicher Präferenz besser oder schlechter geeignet sind. Gerade als Anfänger rate ich daher, sich mal selbst durchzutesten und zu sehen, was für einen Selbst Sinn macht. SharpCap bietet mir nicht genügend Funktionalität für die DS-Fotografie, verwende ich aber für andere Dinge (z.B. fürs Polar Alignment TOP). APT hab ich selbst länger verwendet, und ist für die Verwendung mit DSLRs noch mein Favorit, allerdings fehlen mir z.B. fortgeschrittene Sequenzabläufe. MaximDL und SGP bieten für mich keinen entsprechenden Mehrwert, der den Preis rechtfertigen würde. Daher bin ich bei NINA gelandet, welches mir kostenlos einen Funktionsumfang bietet, von dem ich nicht wüsste, was ich selbst noch hinzufügen würde. Noch dazu mit direktem Support von den Entwicklern und der grandiosen Community.

CS
 
unter der Guiding-Option kannst du die PHD Settings setzten. Ich betrachte das Guiding bzw. das Autoguiding und deren Aufwand/ Komplexität / Anforderungen insgesamt als eine Technik, die mit Live Stacking überholt ist. Aufs Guiding verzichte ich schon seit Jahren, und das mit einer HEQ5 und nun der EQ6, also einfachen Montierungen.

M 82 ist ungeguidet mit SharpCap im LiveStacking-Modus 60 x 10 s, 10 Star Alignment, Stacking "Sigma Clipping", ASI183MC, EQ6 (Polsucherausgerichtet),
RASA C8. Nach einem gewissen Zeitpunkt, d.h. wenn die Drift zu groß geworden ist das SharpCap Montierungs-Aufstellungs-etc... Fehler nicht mehr kompensieren kann, setzt man aus SharpCap einfach ein PlateSolving ab, und schups, ist das Objekt wieder zentriert.

Den Anhang 173438 betrachten

Das Rohbild sieht ja klasse aus. Kein Regenrauschen und nix. Kommt das so aus Sharpcap aus dem Live-Stack raus? Fertig farbkalibriert und gestreckt? Kann man das dann gleich so fertig gestreckt und kalibriert speichern?

Ich vermute mal, dafür braucht man die Pro-Version? Unterstützt Sharpcap auch Astap für Platesolving?

Wie funktioniert die Kalibration der Rohbilder? Hat Sharpcap einen Wizard für Flats, Darks und Bias und erzeugt auch gleich die Masterfiles?

CS Joachim
 
Hallo Joachim,

ja SC unterstützt ASTAP. SC macht ein Masterdark und Masterflat vor den Aufnahmen über einen sog. Assistenten und macht eine Online-Kalibration während dem Stacken (genauer für jedes Bild davor). Man kann auch gespeicherte nehmen, wenn sich nichts and den Aufnahmeparametern geändert hat. Auf meinem Laptop dauert das inkl. Alignment und Stacken 1-2 Sekunden bei der ASI294. Das limitiert quasi die Aufnahmegeschwindigkeit.

Da will ich dann ganz unbescheiden auch noch zwei Bilder von mir mit Sharpcap, 12 Sekunden-Frames, 8,2 Std Gesamtbelichtungszeit und Dithern und Guiding über PHD2 als Beispiele verlinken:
Medienobjekt 43317 betrachten
oder:
Medienobjekt 43811 betrachten
Mit SharpCap geht mehr DeepSky mit Livestacking als nur Bilder am Bildschirm anschauen.

Gruß

*entfernt*
 
Eine Frage an die Kurzzeitbelichter: wie lange dauert eine Aufnahmeserie von beispielsweise 10x1s in Realzeit? Ich habe eben 1m20s mit APT gebraucht. Diese Thema hatten wir glaub ich hier schon mal. Ich glaube so langsam kehre ich APT den Rücken. Auch das Auto focusing klappt bei mir nicht so recht. Nach dem Autofokus fokussiere ich immer manuell nach, und das ist ja nicht Sinn der Sache. Autofokus während einer Session einprogrammieren?! Geht das mit APT überhaupt?
 
Wenn wir gerade beim Thema sind - wo seht ihr denn die Vorteile der Kurzzeitbelichtung gegenüber Langzeitbelichtungen? Natürlich abgesehen von den offensichtlichen Vorteilen, dass guiding nicht notwendig ist und bei kleinen, hellen Objekten ggf. das Ergebnis besser ist (Stichwort lucky imaging).

Gegenüber längeren Belichtungszeiten erschließen sich mir die folgende Nachteile:

* Mehr Rauschen, da das Ausleserauschen ja unabhängig von der Belichtungszeit ist (ja, da hat sich mit den neuen Chips schon viel getan, trotzdem ist es da)
* Unmengen an Daten (6 Stunden Belichtungszeit in 12 s Frames ergibt 1800 Einzelbilder a 24 MB sind über 43 GB - das zu archivieren wird schnell teuer)
* Die Verarbeitung der Daten dauert entsprechend auch deutlich länger
* Natürlich kann man auch direkt in Sharpcap stacken, und die einzelnen Frames verwerfen, filtern kann man allerdings nur über FWHM und Brightness - sollte da was schief gehen kann man solche Frames nachträglich nicht mehr aussortieren.

Vielleicht kann mich da ja jemand diesbezüglich Aufklären, für mich macht die Kurzzeitbelichtung eigentlich nur dann Sinn, wenn ich nicht lang genug nachführen kann, oder eben bei manchen speziellen Objekten, nicht aber für den Großteil der Deep Sky Fotografie.
 
Der Hauptnachteil von kurzen Belichtungen ist für mich das Regenrauschen.

Wenn man es aber so macht wie Heiko, d.h. immer kurze Livestacks, die man später addiert, mitigiert man die meisten Nachteile bis auf die fehlende Tiefe. Letzteres ist aber bei den meisten Objekten nicht soo extrem gravierend. Wichtig ist nur, dass man das Regenrauschen wegbekommt, da das am meisten Tiefe kostet. Mit Heikos Methode kann man auch Satellitenspuren später noch raus bekommen, wenn man die einzelnen Live-Stacks stackt.

Was dann noch nicht so gut geht, sind vollautomatisierte Sessions mit mehren Sequenzen und Objekten in einer Nacht inklusive Merdianflip.

Es gibt aber auch viele Vorteile. Man kann z.B. sogar bei starkem Wind aufnehmen, oder mit einem Dobson auf einer EQ Plattform. Das mit der EQ Plattform will ich ausprobieren, sobald ich meine fertig habe. Das funktioniert aber nur, wenn ich so wie Heiko kurze Stacks mache. Auf meiner Säule guide ich aber meistens, hauptsächlich wegen Regenrauschen und Datenmenge. Ohne Guiding fotografiere ich nur, wenn es nicht anders geht, z.B. bei böigem Wind.

Ich werfe auch mal eins meiner Werke mit kurzen Belichtungszeiten in den Ring. Aufgenommen ohne Guiding mit einem 5" Apo mit NINA und Unmengen an 10s-Frames :)
M65_M66_DAI.jpg


CS Joachim
 
Hallo Joachim,

ja SC unterstützt ASTAP. SC macht ein Masterdark und Masterflat vor den Aufnahmen über einen sog. Assistenten und macht eine Online-Kalibration während dem Stacken (genauer für jedes Bild davor). Man kann auch gespeicherte nehmen, wenn sich nichts and den Aufnahmeparametern geändert hat. Auf meinem Laptop dauert das inkl. Alignment und Stacken 1-2 Sekunden bei der ASI294. Das limitiert quasi die Aufnahmegeschwindigkeit.

Da will ich dann ganz unbescheiden auch noch zwei Bilder von mir mit Sharpcap, 12 Sekunden-Frames, 8,2 Std Gesamtbelichtungszeit und Dithern und Guiding über PHD2 als Beispiele verlinken:
Medienobjekt 43317 betrachten
oder:
Medienobjekt 43811 betrachten
Mit SharpCap geht mehr DeepSky mit Livestacking als nur Bilder am Bildschirm anschauen.

Gruß

Heiko

Kommen die Bilder so aus Sharpcap raus oder sind die noch bearbeitet?

Und wie dithert man da? Immer zwischen den Mini-Stacks?

CS Joachim
 
Hallo Joachim,

nein, die Bilder kommen so leider nicht aus Sharpcap raus. Das wäre zu schön. Obwohl mit der Online-Histogrammbearbeitung und Online-Schärfung und Glättung kann man da auch schon viel sehen. Was man in einem einzelnen Livestack am Bildschirm sehen kann, sieht man z.B. hier:

oder hier:

Diese langbelichteten Bilder entstehen aus Sublivestacks je 5-6 Minuten lang, die von Sharpcap automatisch als Fit-file abgespeichert werden. Die kann man dann wie normale Langzeitaufnahmen mit anderen Bildbearbeitungsprogrammen weiter verarbeiten.
Sharpcap ist mit PHD2 als Server verbunden (ähnlich wie APT) und schickt in festgelegten Intervallen das Ditherkommando an PHD2. Der letzte Frame wird fertigbelichtet, das Livestacking (oder Onlinestacking damit man es nicht mit EAA verwechselt) wird angehalten und wenn von PHD2 das OK kommt, wird der Livestack fortgesetzt. Das ist unabhängig davon, wie oft man die Substacks abspeichert.
Vorteile von Kurzzeitbelichtungen hast Du ja schon genannt Joachim. Sharpcap beherrscht beim Stacken auch Sigma-Clipping. Da bekommt man Satellitenspuren auch schon größtenteils beim Livestacken raus.

-> Marc: Das Livestacken vermeidet bei Kurzbelichtungen eine Unmenge an Daten. Und es ist doch egal ob ich ein 5-Minuten Substack oder eine 5-Minuteneinzelbelichtung wegschmeiße, wenn was passiert ist und noch nicht durch die FWHM und Brightnessfilter aussortiert wurde. Aber dazu muß schon viel passieren. Die mögliche Bildverwendungsrate ist jedenfalls höher, denke ich. Kaum eine Störung dauert länger als ein paar Sekunden.
Durch das Ausleserauschen hat man mehr Rauschen. Das stimmt. Aber man muß das in Relation zu anderem Rauschen sehen. Unter normalem Himmel macht das bei modernen CMOS-Kameras mit den richtigen Einstellungen oft nur wenige Prozent aus. Ich denke, das sieht man kaum im Endergebnis.

-> Marty, Einsekundenaufnahmen mache ich auch nicht. Man kann auch damit nicht wirklich das Seeing schlagen. Dazu müßte man schon sehr viele Bilder aussortieren. Die Livestacking "Turn-around"-Zeit liegt bei mir so um die 2 Sekunden bei meinem Laptop und ASI294. Der Sweet-Spot liegt für mich so um die 10 Sekunden pro Belichtung. Also ich merke da kaum Verzögerungen. Während ein Bild zum Livestacken kalibriert etc. wird, läuft in der Kamera schon die nächste Aufnahme. APT nutze ich auch nur für "normale" Langzeitbelichtungen mit der DSLR. Es ist nicht so, daß ich dem komplett den Rücken gekehrt hätte.


Gruß

*entfernt*
 
Das Rohbild sieht ja klasse aus. Kein Regenrauschen und nix. Kommt das so aus Sharpcap aus dem Live-Stack raus? Fertig farbkalibriert und gestreckt? Kann man das dann gleich so fertig gestreckt und kalibriert speichern?
Hallo zusammen,

es wurde ja schon vieles gesagt, dennoch möchte ich kurz auf meinen Sterne und Weltraum Artikel in der Ausgabe 02/2020 hinweisen, dort habe ich das Kurzbelichtungsverfahren ausführlich dargestellt. Live-stacking baut ja darauf auf.

Die ASI-Kameras mit den veränderbaren Gain-werten, die das Ausleserauschen signifikant beeinflussen, bieten für EAA und Live-Stacking hier viel potential, nicht jeder hat eine High-end Montierung und die Monti einfach laufen zu lassen, ohne Autoguider und dem ganzen Geraffel, ist schon nett.

gain.JPG


bei der oben genannten ASI294MC könnte ein Gain von > 120 Sinn machen, dann liegt das Ausleserauschen auf kleinem Niveau.

Hier die Daten zum folgenden 30 Minuten Bild, ist in EAA Manier einfach vom Bildschirm abfotografiert, SharpCap Livestacking-Methode, ohne weitere Bildbearbeitung, nur den Histogramm-Regler verschoben.:

30Mini.jpg

M 82, ungeguidet; ASI183MC, EQ6 (nur polsucherausgerichtet); SharpCap im LiveStacking-Modus, 180 x 10 s, 10 Star Alignment, Stacking "Sigma Clipping", RASA C8

sieht super aus!

CS
Peter

www.pixlimit.com
 
Hallo zusammen,

es wurde ja schon vieles gesagt, dennoch möchte ich kurz auf meinen Sterne und Weltraum Artikel in der Ausgabe 02/2020 hinweisen, dort habe ich das Kurzbelichtungsverfahren ausführlich dargestellt. Live-stacking baut ja darauf auf.

Hier die Daten zum folgenden 30 Minuten Bild, ist in EAA Manier einfach vom Bildschirm abfotografiert, SharpCap Livestacking-Methode, ohne weitere Bildbearbeitung, nur den Histogramm-Regler verschoben.:

M 82, ungeguidet; ASI183MC, EQ6 (nur polsucherausgerichtet); SharpCap im LiveStacking-Modus, 180 x 10 s, 10 Star Alignment, Stacking "Sigma Clipping", RASA C8
Hallo Peter,

den Artikel in SuW kenne ich. Der ist sehr schön beschrieben und hat mich bewogen das im letzten Frühjahr auch mal auszuprobieren.

Abfotografieren ist ok, aber da verliert man einiges an Dynamikumfang, weil der Bildschirm meist nur 8bit kann. Kann man das Bild in Sharpcap nicht auch genauso gut abspeichern? Und kann man es fertig kallibriert und gestreckt abspeichern so wie auf deinem Screenshot oder ist das nur die Preview und das Bild kommt komplett roh auf die Platte?

ASI183 + RASA ist natürlich auch die optimale Kombo für so eine Technik. Mit meinem Apo müsste ich trotz Reducer 90s aufnehmen um auf die selbe Tiefe zu kommen wie du mit 10s. Da bin ich mit der ASI533 schon fast hintergrundlimitiert. Natürlich sind die Pixel der ASI533 größer und die Transmission ist etwas höher als beim RASA. Aber einen Faktor 4 würde ich mindestens annehmen. D.h. ca. 40s statt 10 und 2h statt 30m damit es genauso gut aussieht. Bei 40s habe ich bei meinem Setup aber schon gut Ausschuss und bei Wind geht es gar nicht mehr.

Ich gehe daher bei mir anders vor. Ich probiere aus, wie lange ich ohne Guiding ohne großen Ausschuss belichten kann bei den jeweiligen Bedingungen. Dann rechne ich das Gain aus, mit dem ich dieselbe Signalstärke bekomme wie mit meinen geguideten Aufnahmen. Das ist so gewählt, das mir nur wenige Sterne in die Sättigung gehen. Bei meiner Aufnahmen von oben waren das wegen dem Wind 10s und Gain 340. Damit sind die Einstellungen optimiert für möglichst kleines Rauschen und möglichst großem Dynamikumfang. Trotzdem ist das aber nicht optimal, da ich den Hintergrund im Vergleich zur hintergrundlimitierten und geditherten Aufnahme deutlich weniger strecken kann, damit man das Regenrauschen nicht mehr sieht. Heikos Vorgehensweise könnte hier für großen Blenden eine Lösung bieten.

Das muss man natürlich auch erwähnen. Falls sich ein Anfänger den Thread durchliest, denkt er, er kann mit seinem visuellen Setting mit schmalem Budget super Bilder machen und wundert sich, weshalb das bei ihm alles nicht so toll aussieht, obwohl er genauso vorgegangen ist wie beschrieben.

CS Joachim
 
Moin Joachim,

Kann man das Bild in Sharpcap nicht auch genauso gut abspeichern?

so ist es, es gibt diverse Speicheroptionen, das bevorzugte Format ist, wie du weißt FITs, danach kann man Aufnahmen z.B. in Pixinsight weiter bearbeiten.

1610038547954.png


Ja, der RASA ist schon ein feinest Teil, wenn der justiert ist. Meiner kam dejustiert an und ganz optimal habe ich es bis heute nicht hinbekommen, aber wozu kann man croppen :sneaky:


Ich probiere aus, wie lange ich ohne Guiding ohne großen Ausschuss belichten kann

ja, hier gibt es keinen Standard und es müssen die besten Parameter gefunden werden.

Das muss man natürlich auch erwähnen. Falls sich ein Anfänger den Thread durchliest, denkt er, er kann mit seinem visuellen Setting mit schmalem Budget super Bilder machen und wundert sich, weshalb das bei ihm alles nicht so toll aussieht, obwohl er genauso vorgegangen ist wie beschrieben.

Da gebe ich Dir recht, aber Heiko hat es anschaulich gezeigt, mit einer vermeintlich einfachen Ausrüstung erzeugt er exzellente Ergebnisse. Mit Live-Stacking kann Astrofotografie auch weiteren Teilnehmern direkt zugänglich gemacht werden, ist schon eine coole Sache, zumindest einen Versuch wert.

CS
Peter
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
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