Das Platesolving erfolgt doch (wenn ich das richtig verstanden habe) über das Hauptteleskop. StarAid und MGEN "gucken" doch aber nur durch das Leitrohr.
- Also ich möchte am liebsten schon mit dem Windows Laptop arbeiten, weil ich den für den Motor-Focussierer in jedem Fall brauche !
- Ich habe natürlich auch noch das Android Tablet (TAB A), das ist über BT mit der Monti verbunden, weil ich über SkySafari 6 die Monti steuere.
Also, mein Wunsch wäre es halt, dieses automatische Platesolving irgendwie auf meinem Laptop laufen zu lassen, der ist über USB3.0 (Kabel) mit der Hauptkamera verbunden (geht das dann überhaupt auch, wenn man eine DSLR dran hat ?). Die Guiding-Kamera ist über USB2.0 mit dem Laptop verbunden um PHD2 zu füttern.
Man merkt's - hier fehlt vom umtriebigen Frank (aka Frasax) ein gutes Lehr-Video. Der hat zwar eines zum Thema Platesolving gemacht, dass geht aber an deinen Fragen leider eher vorbei:
In diesem Video erkläre ich euch was sich hinter dem Begriff Plate Solve bzw. Astrometrische Lösung verbirgt. Außerdem erkläre ich wozu uns das in der DeepSk...
www.youtube.com
Daher also dann als langes Posting:
Du kannst i.d.T. ueber USB auf deinem Laptop (I) entweder deine DSLR oder deine ASI533 direkt dem Laptop verbinden, (II) parallel deine Guide-Kamera anschliessen, (III) deine Goto-Montierung ueber (z.B. Ascom) anhaengen und den ganzen Salat (IV) ueber eine Astroaufnahmesoftware (da gibt es mehrere Moeglichkeiten) zentral zusammenfuehren. Du kannst die Aufnahmesoftware auch so konfigurieren, dass diese ihr "Zielobjekt" von einem Planetariumsprogramm wie Ski-Safari empfaengt.
Diese Aufnahmesoftware verbindet sich dann auch (je nach dem welche das ist) mit PHD2 fuer Guiding und fueht dann ueber PhD2 nach.
Kurz zur Begriffserklaerung, was ist eigentlich ein "Sequencer"?
Das ist eine Software, die hierachisch ueber einer reinen Bildaufnahmesoftware (wie z.B. Firecapture), oder einer reinen Nachfuehrungssoftware (wie z.B. MGEN (in diesem Fall sogar in eigener Hardware) oder PHD2) steht und eine ganze Aufnahme
sequenz also das ganze Tralala vom Ziel anfahren, Autofokus, eventuell mit verschiedenen Filtern belichten, dabei ueber Guiding praezise nachfuehren, Fokus beobachten und gegebenefalls Nachfokussieren und die Bilder abspeichern alles zentral zusammenfasst. Dabei bedient sich diese Sequencer-Software dann "Unterprogrammen" wie PHD2, Plate-solvern [...] um diese Einzelaufgaben dann konkret zu erledigen.
Der Sequencer ist sozusagen der zentrale Manager des ganzen Aufnahmevorgangs (Goto mit Plate-Solving inklusive).
Dabei gibt es grundsaetzlich zwei Trends, die sich auch in den vorherrschenden Forenmeinungen/Praeferenzen wiederspiegeln:
(1): Leute die wie Du, die seit jeher alles von Hand machen und langsam aber sicher einen Arbeitsschritt nach dem anderen (erst der AF, dann Platesolving, ...) automatisieren, tendieren zu Programmen, die historisch eine aehnliche Evolution hingelegt haben (wie z.B. Sharpcap oder APT):
Sharpcap ist doch aber "nur" eine reine Aufzeichnungs-SW (dachte ich immer).
Denn das war Sharpcap einmal (man kann es auch immernoch so verwenden), inzwischen wird diese Software aber immer mehr Richtung vollwertiger Sequencer ausgebaut. Hier z.B. ein Tutorial, wie man bei SC Platesolving einbinden und benutzen kann:
Plate Solving using Sharpcap TutorialThis is short tutorial explaining how can we do plate solving using Sharpcap application.We will be using Stellarium pro...
www.youtube.com
Genauso kann man auch in APT Plate-Solving einbinden, siehe z.B. hier:
A video tutorial on how to plate solve with APT, no need for star alignment!
www.youtube.com
Mit dieser Software fuehlen sich Astrofotografen gut abgeholt, die relativ viel "interaktiv" und von Hand eingreifen wollen und insbesondere auch viele Farbkamera-Benutzer sowie Leute, denen Aspekte einer weitgehenden Automatisierung nicht sonderlich interessiert.
(2): Alternativ dazu hast Du dann die wirklich als "Sequencer" geschriebenen Softwarepakete (hier koennte man z.B. MaximDL, Sequence-Generator, oder NINA als Beispiele nennen, oder Voyager als ganz konsequente Hardcore Variante in dieser Richtung), die ihren Schwerpunkt konsequent auf eine vollstaendige Integration des ganzen Workflows legen (und im Prinzip eine komplette vollautomatisierte Sternwarte fernsteuern koennen). Wer irgendwann mal mit Schmalbandfiltern und Mosaiken oder Belichtungen, die sich ueber mehrere Naechte ziehen hantieren will, oder z,B. einem RASA oder Astrographen, der kommt (sinnvoll) um sowas ab einem gewissen Punkt nicht herum (oder hat Astropurismus und nicht Astrofotografie als Schwerpunkt-Hobby, was ja auch in Ordnung ist...

).
Dass ist fuer viele Entusiasten aus Gruppe (1) erst mal sehr erschlagend, aber ist man mit dem Kopf erst mal durch die gedankliche Wand, dann werden nach der etwas hoeheren Lernkurve wirklich sehr viele Dinge viel, viel einfacher.
Alles allererstes musst Du dich fuer dich mal entscheiden, ob du den Weg #1 oder gleich den Weg #2 gehen willst. Das ist letztendlich irgendwo reine Geschmackssache und auch eine Investitionsentscheidung: Im Fall #1 kommst Du schneller zu Ergebnissen, im Fall #2 hast Du langfristig wesentlich mehr Moeglichkeiten dich zu entwickeln.
Das musst Du wirklich selber entscheiden.
Ich stand vor 2-3 Jahren als alter "visueller" vor der gleichen Frage wie Du, habe mich aber entschieden mit meinen Gewohnheiten zu brechen und bin konsequent die zweite Route gegangen. Da kann Ich dir gegebenfalls gerne weiterhelfen, fuer Fragen wie man APT oder SC "tiefer" mit Platesolving nutzen kann, wuerde Ich dich da an die lokalen Poweruser dieser Software verweisen.
Wenn es eine Lösung für das Platesolving auf dem Notebook gäbe, wäre das super. Gibt es das ???
Das macht eigentlich fast jeder Sequencer (auch APT oder SC). Die nutzen dazu fast alle den Astronomy.net Solver der halt installiert sein muss.
Wenn das dann das Objekt perfekt zentriert hat, kann man ja das Guiding über PHD2 fortsetzen, oder ???
Na klar. Ein guter Sequencer "uebernimmt" PHD2 sogar komplett und triggert ebenso Dithern, wie unterbricht z.B. auch bei Mosaiken das Guiding, schwenkt zum naechsten Mosaikpunkt, laesst PHD2 neue Guide-Stars auswaehlen und startet das PHD2 Guiding wieder automatisch, usw.
Aktuell steuere ich die Aufnahme-Kamera mit APT (Astro Photograpy Tool) wobei die Bilder (auch bei Verwendung der DSLR) auf einer externen SSD am Notebook gespeichert werden. Das finde ich ich auch ganz schick, weil man die Bilder dann am Notebook gleich sehen kann.
Das kannst Du mit allen Sequencern so machen. Mit deiner Canon wird die Kamera dann komplett ferngesteuert, genau wie die ASI533 auch. Daher (siehe dein anderer Thread) ist der integrierte Monitor der Kamera auch komplett Banane, auf den schaust Du ueberhaupt nicht mehr.
Wäre ja auch nicht das K.O., da ich ja momentan auch das Tablet und das Notebook parallel brauche. Braucht ja aber dann für knapp 400 Euro auch noch die ASIAIR-Pro dazu.
ASIAIR ist eine "wir loesen ihren Aerger fuer ihr Geld" Kompaktloesung, fuer alle die einen vollintegrierten Sequencer mit (fast) allem Pipapo wollen, aber sich aber nicht mit Softwareinstallation/Konfiguration behelligen wollen. Der Preis dafuer sind einerseits hoehere Kosten und andererseits gehen dann auch mal einige Dinge nicht (z.B. weniger Kompatibilitaet mit anderen Astrokameras). Und alles was ASIAIR kann, kannst Du auch auf deinem Laptop machen.
Uff - ein langes Posting ....
