[Mitmachthread] Mond- und Planetenfotografien und Zeichnungen mit kleinen Instrumenten

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

joetaiga

Aktives Mitglied
Hallo zusammen,

da ich das Thema "kleine Instrumente" die letzten Jahre immer stärker unterrepräsentiert fand, dachte ich mir, ich starte mal einen kleinen Mitmachthread, wo Liebhaber kleiner Instrumente ungestört ihre Werke posten und diskutieren können. Die meisten Fotos werden mit 6" oder mehr gepostet. Darunter findet man fast nichts. Deshalb nehme ich das mal als Grenze.

Es sind Fotos und Zeichnungen genauso willkommen wie Tipps und Tricks zu deren Erstellung bzw. Fragen dazu.

Einzige Bedingung: Öffnung <=5", das sind so grob 130mm.

Also traut euch! Zeigt her eure Beobachtungen und eure Fotos! Jeder ist willkommen! Egal ob Anfänger, Fortgeschrittener oder Profi :)

Ruhige Luft wünscht euch
Joachim
 
Ich fange mal mit dem Klassiker an: Jupiter im 80mm Refraktor. Früher war ein 80mm Fraunhofer ein Standardinstrument für Planetenbeobachtung. Die Länge ist bei einem Fraunhofer mit gesunder Blendenzahl noch gut zu beherrschen und 80mm zeigen schon einiges an Mond und Planeten.

Einen Fraunhofer ist es bei mir allerdings nicht. Aufgenommen habe ich mit einem 80mm f/6 Triplett Apo, vermutlich ein älteres Modell von TS. Links sieht man den Schatten von Io. Io selbst ist als schwaches hellgraues Konträstchen links oberhalb des Großen Roten Flecks zu erahnen.

Jupiter2250.jpg


Aufgenommen habe ich mit einer ASI178MM und einer Baader Hyperion Barlow. Je Farb-Kanal habe ich 60s aufgenommen, die Kanäle in Autostakkert gestackt, in Registax vorgeschärft und in Winjupos derotiert. Danach habe ich das RGB Bild in Fitswork zusammengefügt und den Weißabgleich gemacht. In Gimp habe ich die Mitte nochmal nachgeschärft und etwas die Sättigung erhöht.

Das Seeing war eher unterdurchschnittlich. Da kann man sicher noch etwas drauflegen. Interessant bei der Aufnahme mit dem 80mm ist, dass der visuelle Eindruck dem fotografischen recht nahe kommt.

Grüße,
Joachim
 
Hallo Joachim,

finde die Idee gut und Teleskope unter 5“ Zoll habe ich hier ja einige, allerdings bin ich nicht gerade fotografisch unterwegs, aber ich beteilige mich mal mit einem Smartphone Photo Schnappschuss vom Orionnebel, aufgenommen mit einem 76/700 Newton von Apollo und einem 17mm Plössl Okular.
3F282BFF-4C70-4990-8B42-F8FFA9672F67.jpeg


Werde also zukünftig mal versuchen, ein paar mehr Bilder zu machen :cool:

Beste Grüße und klare Nächte
Frank
 
Hallo Joachim,

schöne Idee! Mein Arbeitstier ist zwar ein 10" Dobson. Aber die nachfolgende Jupiterzeichung habe ich am 13.09. mit einem 90/600 Apo erstellt. Ich habe keinen Filter verwendet, die benutzten Vergr. waren 80x und 120x (und eine Io-Schatten kan ich auch anbieten :cool: )

1632075439689.png


Viele Grüße
Uwe
 
Hallo zusammen,
Ich möchte mal ein Mondmosaik beisteuern. Aufgenommen mit meinem 80er Refraktor (siehe Signatur) und bestehend auch 3 Teilen. Wenn ich mich recht erinnere, war es der erste Versuch überhaupt und ich hatte sicher auch deshalb "nur" den 80er genommen. Das Ergebnis hat mich dann positiv überrascht. Als Kamera diente eine DMK 41, welche vor ein paar Jahren sehr populär war.

Viele Grüße
Peter
 

Anhänge

  • Mondmosaik 14.02.2019 geschärft.jpg
    Mondmosaik 14.02.2019 geschärft.jpg
    570,6 KB · Aufrufe: 172
... und der Mars (offensichtlmich mit Gr. Syrte) v. 03.11.2020 (Apo 90/600, Vergr. 109x u. 160x, Orangefilter #21). Der "Kringel" unter ist die Polkappe.

1632076158913.png
 
...und zum vorläufigen Schluß: Komet C/2017 T2 Panstarrs (der opake Strich im u. re. Quadranten). Die "Pünktchensammlung) oberhalb der Mitte deutet NGC 1528 an
(Apo 90/600, Vergr. 24x u. 40x, keine Filter).

1632076560197.png


Viele Grüße
Uwe
 
Hallo Joachim!
Schönes Thema hast Du hier angefangen! Und da auch Zeichnungen willkommen sind, kann ich auch ein paar dazu beisteuern:

Jupiter mit GRF und Ios Schatten (60/700 Refraktor, 116x Vergrößerung) am 13.9.21:

Jupiter 13-9-21.jpg



Meine erste "richtige" Saturn-Zeichnung (60/700 Refraktor, 116x Vergrößerung) am 18.9.21:

Saturn 18-9-21.jpg



Und eigentlich dachte ich, dass es das mit Planeten von meiner Seite gewesen wäre. Aber beim Durchblättern meines Beobachtungsbuches fand ich dann noch diese Skizze von Mars und Neptun im 10x50 Fernglas (ist doch auch ein "kleines Instrument"). Leider hab ich kein Datum dazu notiert, aber es muss im Sommer 20 gewesen sein:

Mars und Neptun Sommer 20.jpg


Und dann schmuggle ich hier noch schnell eine Zeichnung von "Neowise" (der ist zwar weder Mond noch Planet, aber auch sehr hübsch gewesen!) im 10x50 Fernglas mit rein:

photo_2021-09-20_10-21-14.jpg


Und um mich hier gleich so richtig breit zu machen, nutze ich doch sofort dieses Angebot (das mit den Fragen ganz am Ende des Satzes): ;)
Es sind Fotos und Zeichnungen genauso willkommen wie Tipps und Tricks zu deren Erstellung bzw. Fragen dazu.

Mal eine kleine Frage mit frei definierbarem Intelligenzheitsgrad an alle, die gern antworten möchten:

Bei meiner ersten (und bis jetzt einzigen) Saturn-Zeichnung am Teleskop fand ich es recht aufwändig, schon allein seinen Umriss mit dem Ring halbwegs originalgetreu hinzubekommen. Wenn jemand Saturn nun öfter zeichnerisch festhalten möchte, um mit der Zeit mehr Details auf der Planetenoberfläche oder in den Ringen zu erkennen, wäre es hilfreich, nicht schon erst einmal viel Zeit in den Umriss stecken zu müssen. Weil dann vielleicht die Geduld für die Details nicht mehr so vorhanden ist, nachdem man schon für das "Drumrum" so lange gebraucht hat.

Deshalb würde mich mal interessieren, wie ihr das handhabt: Besitzt ihr sowas wie Schablonen oder Vordrucke der Planeten-Umrisse, die ihr dann nur noch füllen müsst? Bei Saturn ist so eine Schablone aber dann auch nur von begrenzter Benutzbarkeit, denn die Öffnung seiner Ring-Ebene verändert sich ja mit der Zeit.

Also, falls da jemand etwas dazu sagen möchte, würde es mich sehr interessieren.

Danke schon mal und viele Grüße
Sabine
 
Hallo Sabine

danke für die Zeichnungen. Den Öffnungswinkel des Saturnrings zu erfassen ist in der Tat "knifflig". Es gibt für Mars, Jupiter und Saturn Zeichenschablonen (s. Anhang). Bei Saturn sind verschiedene Öffnungswinkel in den Schablonen vorgegeben. Mit Details auf Saturn tue ich mich visuell immer ein wenig schwer. Ein/zwei Wolkenbänder und eine etw. abgedunkelte Polarregion gehen meist sowie die Cassiniteilung und einige Monde. Das ist nicht so detailreich, wie bei Jupiter, dennoch - ob des Ringes - immer wieder schön zu sehen.

Neowise über Berggifeln ist auch nett. Ich glaube ich suche auch noch weiteren Zeichnungen.

Viele Grüße
Uwe
 

Anhänge

Hallo Uwe!

Danke für die Infos und die Schablonen!
Ja, Jupiter ist viel interessanter als Saturn, ... Aber man kann sich ja auch mal in den ein wenig einarbeiten.

Naja, und betreffs Neowise muss ich Dich leider ein wenig entzaubern. Die "Berge" waren nur mäßig hoch. Eigentlich war das nur der bewaldete Hang, auf den ich von meinem Balkon aus blicken kann. Aber wenn man's nicht weiß,... ;)

Viele Grüße
Sabine
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Damit spielt der kleine 129 Euro Refraktor mit 60/700 von Sabine und der 79 Euro Apollo 76/700 Newton von Frank in der gleichen Liga wie ein 1500 Euro Dreilinsiger ED-Luftspaltapochromat mit 120/900 auf einer 1500 Euro Montierung mit Goto Nachführung.
Na, dann sollte sich dieser Luftspaltdingens aber mal warm anziehen :cool: ...ich habe hier auch noch einen Kosmos Newton 110/1100, also bisschen was geht noch:ROFLMAO: Freu mich schon darauf, wie es hier weitergeht.
 
Hallo zusammen,

ein wenig Recherche im Beobachtungsbuch hat doch das Eine oder Andere zu Tage geführt. Da wäre zunächst der Klassiker M42

m42.JPG
Apo 90/600 - Vergr. 24x - Nebel mit UHC-S, Sterne ohne Filter gezeichnet

Wie ihr wißt, funktionieren Teleskope auch am Tage:

ISS Transit.JPG


Refraktoren machen sich weiterhin gut an Doppelsternen, z.B.:

Zeta Aquarii.jpg


So dass soll für heute genügen. Die restlichen Fundstücke folgen in "mundgerechten Happen".

Viele Grüße
Uwe
 
Wie macht man eigentlich solche Deepsky Zeichnungen? Da ist es doch dunkel.

Selbst meine bescheidenen Planetenzeichnungen habe ich bisher nur nach der Beobachtung aus dem Gedächtnis gemacht.
 
Ich hab dann noch zwei Bilder vom letzten Jahr ausgegraben.

Aufgenommen mit einem der frühen 4" f/10 China-Achromaten. Das Teil will ich eigentlich loswerden, es steht aber immer noch rum. Kamera war wieder die ASI178MM.
Mond1b.jpg

MarsRGB.jpg
 
Wie macht man eigentlich solche Deepsky Zeichnungen? Da ist es doch dunkel.

Selbst meine bescheidenen Planetenzeichnungen habe ich bisher nur nach der Beobachtung aus dem Gedächtnis gemacht.
Hallo Joachim!

Wie er diese tolle Deep Sky Zeichnung gemacht hat, wird Dir Uwe bestimmt bald selbst sagen.

Ich kann da nur meine bescheidenen Erfahrungen mit Planeten und Sternen und so gröberen Objekten beisteuern. Die hab ich im Licht meiner Rotlichtlampe vor Ort angefertigt. Aber dabei kommen die eher gröberen Skizzen raus, die Du bei mir schon gesehen hast.
Um so ein detailliertes und auch optisch ansprechendes Ergebnis zu bekommen, wie bei Uwes M 42, ist diese Technik, denke ich, nur begrenzt geeignet. Denn dafür braucht es bestimmt Tageslicht.

Ich hab irgendwo gelesen, dass manche Zeichner astronomischer Beobachtungen erst am Teleskop grob das Wichtigste festhalten und viel dazu notieren, um später auch feine Schattierungs-Unterschiede oder Farben korrekt einzeichnen zu können.

Aus dem Gedächtnis könnte ich sowas nicht nachzeichnen, auch keine Planeten. Da könnte ich mich nicht mehr genau genug erinnern.

Viele Grüße
Sabine
 
Wie macht man eigentlich solche Deepsky Zeichnungen? Da ist es doch dunkel.

Selbst meine bescheidenen Planetenzeichnungen habe ich bisher nur nach der Beobachtung aus dem Gedächtnis gemacht.

...das macht man zb damit

1632170408413.png


Klemmbrett + Rotlichtlampe m. Schwanenhals. Die Ausschnittsvergrößerung zeigt M42, wie er in der Nacht entstanden ist. Die Helligkeitsabstufungen habe ich nummeriert.
Die Zeichnung, die ich eingestellt habe ist dann bei warmen Kakao (vermutlich mit Amaretto gestreckt) im Wohnzimmer entstanden. Man erinnert sich: Orion ist ein WINTERsternbild :). Draußen kommt nur ein HB Bleistift zum Einsatz, Beim Kakao dann verschiedene Bleistifthärten und ein Wischer. Ich skizziere schwarz auf weiß, in MS Paint werden die Farben dann umgekehrt.
Für schnelle Zeichnungen habe ich seit kurzem ein kl. Noitzbuch (9x14cm, 80 Seiten) das ist handlich und man fuckelt nicht mit soviel Equipment am Telskop rum. Vorteilig fürs Zeichnen ist natürlich, dass ich als Dobsonnutzer sitze.
Übrigens: Vielen Dank für das freundliche feedback.

ch hab irgendwo gelesen, dass manche Zeichner astronomischer Beobachtungen erst am Teleskop grob das Wichtigste festhalten und viel dazu notieren, um später auch feine Schattierungs-Unterschiede oder Farben korrekt einzeichnen zu können
ja. so ist das!!

Viele Grüße
Uwe
 
...und wo ich gerade dabei bin, ergänze ich noch Epsilon Lyrae. Einmal aufgelöst zum Doppelstern mit kl. Vergrößerung und ein weiteres Mal aufgelöst zum Vierfachsystem.
Wieder erstellt am 90/600 Apo

epsilon lyrae.JPG


Viele Grüße
Uwe
 
Hallo Uwe!

Danke für die interessanten Einblicke in Deine Arbeitsweise!
Die Helligkeitsabstufungen habe ich nummeriert.
Darf ich da nochmal nachfragen?
Benutzt Du dabei sowas wie eine Skala mit festen Schattierungsstufen, mit der Du dann beim Kakao die einzelnen Helligkeiten abgleichst? Ist z. B. Stufe 1 immer ein bestimmter Grauton, Stufe 4 auch, usw.? Oder orientierst Du Dich mit den Zahlen nur ungefähr (und nutzt Deine Erfahrung)?

Und das Raster? Hast Du da ein spezielles Okular mit Raster oder sowas, an dem Du Dich orientierst, um das Objekt dann auf das Raster am Papier zu übertragen?

Interessant finde ich auch, dass Du auch die endgültige Zeichnung mit Bleistift auf weißem Papier anfertigst und dann am Ende invertierst. Das stelle ich mir schwierig vor, denn das Weiß-auf-Schwarz-Ergebnis sieht doch, vor allem in Bereichen mit feinen Schattierungs-Übergängen, ganz anders aus als die Bleistiftzeichnung. Das dann so hinzubekommen, dass es am Ende dem, was man im Teleskop gesehen hat, so nahe wie möglich kommt, braucht sicherlich eine Menge an Arbeit - und auch Erfahrung. Toll, was Du da machst! :y:

Wäre es vielleicht einfacher, zumindest die "Schön-" Zeichnung mit weißem Stift auf schwarzem Papier anzufertigen?

Sorry für die vielen Fragen, aber ich finde das wirklich interessant! :D

Die Zeichnung, die ich eingestellt habe ist dann bei warmen Kakao (vermutlich mit Amaretto gestreckt) im Wohnzimmer entstanden.
Kakao ist auch mal eine Idee! Bei mir gibt's zum Aufwärmen meist Tee, manchmal Suppe. :)

Man erinnert sich: Orion ist ein WINTERsternbild :).
Das hat mir auch schon etwas Sorgen gemacht. Als ich letztens länger wegen Jupiter draußen war und schließlich noch Saturn gezeichnet hab, kam mir schon der Gedanke, dass ich mir für den Winter besser noch ein Paar fingerlose Handschuhe stricken sollte. Da werden die Finger trozdem kalt, aber man kann noch einen Stift halten. Mit steif gefrorenen Fingern zeichnet es sich nur noch krakelig oder besser gar nicht mehr. ;)

...und wo ich gerade dabei bin, ergänze ich noch Epsilon Lyrae. Einmal aufgelöst zum Doppelstern mit kl. Vergrößerung und ein weiteres Mal aufgelöst zum Vierfachsystem.
Wieder erstellt am 90/600 Apo
Epsilon Lyrae lässt sich schon bei 120x zum Vierfachsystem auflösen?? Da sollte doch auch mit 116x was zu machen sein! :unsure:

Herzliche Grüße
Sabine
 
Hallo Sabine,

Epsilon Lyrae lässt sich schon bei 120x zum Vierfachsystem auflösen?? Da sollte doch auch mit 116x was zu machen sein! :unsure:
An Epsilon Lyrae kann man immer was machen, aber nicht übersehen, dass Uwe hier mit einem 90mm APO unterwegs ist, während wir beide hier mit 60mm Öffnung auf die Jagd gehen ;) Aber trotzdem auf jeden Fall hinschauen !

Beste Grüße und klare Nächte
Frank
 
An Epsilon Lyrae kann man immer was machen, aber nicht übersehen, dass Uwe hier mit einem 90mm APO unterwegs ist, während wir beide hier mit 60mm Öffnung auf die Jagd gehen ;) Aber trotzdem auf jeden Fall hinschauen !
Grüß Dich, Frank!

Ah, dann heißt es in dieser Hinsicht also gleich zweimal: "Schau genau!" :) :y:

Grad hab ich noch eine kleine Bastelstunde mit Uwes Planetenschablonen eingelegt.
Weil ich mir nun eine "richtige" Schablone einbildete, die mit deren Hilfe ich die Planeten leichter in mein Beobachtungsbuch zeichnen könnte, hab ich vorhin die Vorlagenbilder (Saturn und Jupiter) am Bildschirm in die passende Größe gebracht, auf Papier abgepaust und die Konturen dann mit Cuttermesser und Nagelschere auf der Rückseite eines alten Schnellhefters ausgeschnitten.

Schablone.jpg


Der Schnellhefter musste dran glauben, weil ich es gern auf irgend einem festeren Stück Plastikfolie haben wollte. Karton wäre mir insgesamt sympathischer gewesen. Aber nachts draußen kann einem Stück Pappe die Feuchtigkeit doch recht zusetzen.
Ja, schön sieht anders aus. Eine Probezeichnung hab ich damit schon gemacht. Wird auch etwas schief. Aber besser waren meine Freihandzeichnungen auch nicht.
Also, vielleicht ist sowas ja eine Anregung für den einen oder die andere von euch.

Nun werd ich hier mal für eine Weile die Klappe halten, damit auch Andere zu Wort kommen können. Vielleicht schau ich in der "Wir meckern übers schlechte Wetter"- Ecke später noch rein... ;)

Viele Grüße
und uns allen besseres Wetter!
Sabine
 
Epsilon Lyrae lässt sich schon bei 120x zum Vierfachsystem auflösen?? Da sollte doch auch mit 116x was zu machen sein! :unsure:
Ich glaube das Probiere ich heute mal, wenn's Wetter hält. Nach Rayleigh löst der 60mm 2,3" auf. Epsilon Lyrae hat 2,2" bzw. 2,4". Der eine müsste mit schwarz dazwischen gehen, der andere müsste zumindest nach dem Dawes Kriterium aufzulösen sein.
 
Epsilon Lyrae lässt sich schon bei 120x zum Vierfachsystem auflösen?? Da sollte doch auch mit 116x was zu machen sein! :unsure:
Mit dem 90/600 Apo erreiche ich ein (rechnerisches) Auflösungsvermögen von 1,6". Bei 60mm Öffnung könnte die Trennung zum Vierfachsystem (teils) gelingen, da der Abstand der Komponenten ziemlich genau dem Auflösungsvermögen von 60mm entspricht. Oben hatte ich Zeta Aquarii vorgestellt (3" Distanz), das wäre schon mal ein schönes Testobjekt. Der ist derzeit auch günstig zu erreichen. Sehr schön ist auch Delta Lyrae:

Stephenson1.JPG


Distanz 86", mit einem schicken Farbkontrast orange/weiß-blau. Rundherum findet sich der (sehr) offene und wenig bekannte Sternhaufen Stephenson 1. Der aber als offener Haufen kaum auffällt, im 10" Dobson kann man die Haufenstruktur besser erahnen, da schwächere Mitglieder erkennbar werden. Ich finde dennoch, das es ein schönes Teleskopziel ist.

Zeichnen:
Das Raster auf der Skizze habe ich nachträglich hinzugefügt, um die die Strukturen besser in die Reinzeichnung übertragen zu können. Das hatte mit der Skizze am Teleskop nichts zu tun.

Die Idee mit der Schablone hat was! :) . Bei Planeten zeichne ich allerdings auf die vorgedruckten Schablonen. Somit ergibt sich neben dem Skizzenbuch eine Lose-Blatt-Sammlung.

Zur Zeichentechnik findest Du hier schöne Infos:

Wenn Du Zeichnungen in Vollendung genießen willst, schau bei Rainer Mannoff: Astrosketching - Rainer Mannoff - Astrozeichnungen
Der Sternfreund ist aber in der Großgeräte-Fraktion unterwegs und macht nach meiner Meinung sehr coole Zeichnungen. Wenn Du das vertiefen willst, folge diesem link von HaJü Merk mit TOP-DEEP-SKY ZEICHENLINKS: Astromerk.de - Astronomiepage von Hans-Juergen Merk - Astromerk.de - Astronomiepage von Hans-Juergen Merk

Ich verwende keine definierten Graustufen. Die Abstufung in meiner Skizze geht lediglich individuell von Hell (=1) bis Dunkel (=4). Das ist mehr eine Erinnerungshilfe für die Reinzeichnung. Reinzeichnungen am Teleskop habe ich sehr schnell aufgegeben (zu wacklig, dunkel, Rotlicht, klamme Finger...). Apropos Finger: Es gibt Fingerhandschuhe mit Kappe:
1632256093415.png


Zu guter letzt jetzt noch der Kopf von Neowise und und das Leo Triplet

neowise.JPG


Leo Triplet.JPG
Hier ist der Hintergrund leider nicht sehr schwarz, so dass die NGC-Galaxie fast unsichtbar ist, genau wie bei der Beobachtung. Sie ist der gräuliche Schatten über dem Stern der über der Mitte steht.

Viele Grüße
Uwe
 
Hallo Uwe!

Na, da werd ich mir mal ein paar Doppelsterne vorknöpfen - wenn ich mich von Jupiter losreißen kann... ;)

Danke für die Infos zum Zeichnen! Werd mich in einer ruhigen Stunde mal in die verlinkten Seiten vertiefen. :y:
Und was die Handschuhe betrifft: Da bekommen meine Stricknadeln wohl bald wieder was zu tun.

Viele Grüße
Sabine
 
Ich bin grad wieder drinnen. Jupiter und Leier sind hinter den Häusern verschwunden.

Epsilon Lyrae habe ich mit zwei Teleskopen versucht: zwei ED Apos mit 125mm und 60mm Öffnung. Es war nicht wirklich toll, aber besser als nichts. Anfangs war es völlig verschleiert. Man sah nur das Sommerdreieck und Jupiter, sonst nichts. Dann hat es aber etwas aufgeklart, war aber immer noch verschleiert. Für Epsilon Lyrae hat es aber gereicht.

Im 125mm war das fast zu einfach. Beide Doppelsysteme klar getrennt mit gut schwarz dazwischen bei 230x im Bino. Bei dem einen Paar (Epsilon 2) ist eine Komponente klar schwächer und schien eine etwas wärmere Farbe zu haben. Die Farbe kann aber auch täuschen. Die helleren drei des Quartetts waren hell genug, dass man schwach die Beugungsringe durchkommen sah. Hier habe ich noch einen Abstecher zum Ringnebel gemacht, der klar als flockiges Oval bei 83x im Okular stand.

Im 60mm war es schon schwieriger. Hier habe ich ein 5mm Orthoskopisch mit einer 2,25x Hyperion Barlow verwendet. Das bringt mich auf 148x. Epsilon eins ist einfacher. Beide Komponenten waren klar getrennt mit dunkel dazwischen. Epsilon 2 war klar als Doppelstern zu sehen. Allerdings war es durch den starken Helligkeitsunterschied der Komponenten nicht zu deuten, ob da noch dunkel dazwischen ist oder nicht. Erkennen konnte man kein dunkel. Den Ringnebel habe ich auch versucht. Da war aber kaum was zu sehen. Das kann eigentlich nicht sein. Ich vermute das war wegen den stärkeren Schleierwolken und dem dann schon recht hellen Mond.

Zwischendrin wollte ich mal Jupiter und Mond schauen. Im 20mm Eudiaskopisch mit 16,5x war der Mond nicht sehr groß, aber dafür schön plastisch und eindeutig eine Kugel. Der Mond macht im Bino viel mehr Spaß, daher habe ich gewechselt. Der plastische Effekt wird hier deutlicher, das Bild viel ruhiger und klarer. Den GWK habe ich vor das Prisma geschraubt und komme damit auf einen Faktor 2x. Von den Orthoskopischen habe ich leider nur eins, daher musste ich mich mit den 7mm Naglern begnügen, die mich auf nur 94x bringen. Epsilon 1 konnte man auch hier mit dunkel dazwischen trennen. Aber das war an der Grenze, deutlich schwerer als monokular mit 148x. Epsilon 2 war ebenfalls als Doppelstern zu sehen. Aber auch hier deutlich schwerer auseinander zu halten und definitiv ohne schwarz dazwischen. Wenn ich mit dem Bino auf 148x käme, wäre das ganze aber sicher wesentlich einfacher als monokular. Auch an Mond und Planeten ist das wie Tag und Nacht. Dazu war ich spät dran und Epsilon Lyrae war grad am verschwinden hinter dem Dachrand. Somit waren die Bedingungen hier schlechter als vorher.

Für den 60mm passen leider meine Okulare nicht besonders gut. Eigentlich macht es keinen Sinn für mich, damit zu beobachten, da der 80mm das Teil in jeder Beziehung schlägt und die selben Vorteile bietet.

Mitten während der Beobachtung ist mir dann noch ein Igel in die Werkstatt gebraust und hat sich unter meiner Werkbank festgesetzt. Igel kann man leider nicht so einfach verscheuchen. Die Igeln sich dann einfach an Ort und Stelle ein und man erreicht gar nichts. Auch Futter vor der Tür hat der Igel konsequent ignoriert. Meine Frau konnte ihn letztendlich mit Grillhandschuhen unter der Werkbank herausfischen. Danach habe ich aufgepasst ;)
 
Hallo Joachim,

leider schaffe ich es grad mit dem Klappehalten hier nicht wirklich lange. Es tut mir leid! Gleich versuch ich es wieder. :affemund:

Einen schönen Beobachtungsbericht hast Du hier geschrieben. Dann war - zumindest bei Dir - mit 60 mm bei Epsilon Lyrae durchaus was möglich. Werd bei nächster Gelegenheit mal nachschauen, was mein "Kleiner" dazu meint.

Und nett, wie Du Dich um das Igelchen gekümmert hast! Das Futter hat er sich bestimmt später noch geholt, als ihn niemand mehr dabei stören konnte! ;)

Nun möchte ich Dir eröffnen, dass wir beide heute Nachmittag so etwas wie ein Gemeinschaftsprojekt zusammen hatten. Auch wenn Du davon nichts mitbekommen hast. :LOL:
Erinnerst Du Dich an Dein Foto vom Irisnebel, das Du in meinem GRF-Faden gezeigt hast? Hier hab ich es in Deinem damaligen Beitrag - auch als Quellenangabe für das, was gleich folgt - nochmal verlinkt (es ist der Beitrag Nr. 104, falls das mit der Verlinkung nicht richtig hinhaut):

Schon damals hab ich mich ein wenig in den Irisnebel verguckt. Und ich hab Lust bekommen, ihn zu zeichnen.
Ernst gemacht hab ich damit aber erst heute Nachmittag, nachdem es hier so viel ums Zeichnen ging und ich mir die von Uwe verlinkten Seiten zum astronomischen Zeichnen durchgelesen hatte. Da gab es dann kein Halten mehr. Ich holte ein Blatt schwarzes Tonpapier und meine Pastellkreiden heraus, die viele Jahre unberührt im Schrank gelegen hatten. Und dann begann ich, den Irisnebel nach Deinem Foto als Vorlage, zu zeichnen. Aber der Irisnebel schrie förmlich nach diesen Pastellkreiden!

Weil es draußen nicht zu kalt und nicht zu sonnig war, hab ich den Computer, von dem ich Dein Foto abzeichnete, mit nach draußen genommen. Dass es dort trotz Sonnenschirm (war übertrieben) noch zu hell war, um die nebligen Strukturen auf dem Bildschirm auch alle sehen zu können, stellte ich erst fest, als ich wieder nach drinnen umzog. Mein gezeichnetes Resultat haute mich am Ende nicht vom Hocker. Aber trotzdem fotografierte ich es, um zu sehen, wie es auf einem Foto herauskam. Einscannen wollte ich die Zeichnung nicht, weil sich dann viele Farbpigmente auf der Glasplatte des Scanners ablagern würden. Und vielleicht würde mein "Werk" dadurch auch verschmiert.

Und das Foto überraschte mich dann doch sehr positiv! Die feinen Nebelstrukturen kamen auf dem Foto viel besser heraus als auf der Zeichnung.
Ja, es ist eine künstlerische Darstellung und viel daran stimmt mit dem Original nicht überein. Man könnte, wenn man sowas könnte, auch noch einiges daran weiter bearbeiten. Aber ich glaub, ich fasse die Zeichnung lieber nicht mehr an, um sie nicht zu "verschlimmbessern".

Magst mal gucken?

Irisnebel Pastellzeichnung.jpg


Das hat mit dem Thema hier zwar lediglich zu tun, dass es sich um eine Zeichnung nach einem Foto mit einem kleinen Teleskop handelt. Du hast geschrieben, dass Du das Foto mit dem 5" Apo gemacht hast. Das sollte zumindest von der Teleskopgröße hier herein passen. Und da es ja ein Gemeinschaftsprojekt von uns beiden ist, hoffe ich, dass Du es mir hier durchgehen lässt. Aber ich musste die Zeichnung hier einfach anbringen! Hat doch was, oder?? Noch kann ich damit nicht in die Kunst-Ecke des Forums umziehen. Aber auf jeden Fall hab ich mich grad noch etwas mit schwarzem Zeichenpapier zum Weiterüben eingedeckt. ;)

Viele Grüße
Sabine
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben