[Mitmachthread] Mond- und Planetenfotografien und Zeichnungen mit kleinen Instrumenten

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hallo zusammen,

das wird hier ja immer kreativer. Astronomie ist eben ein Hobby mit vielfältigen Möglichkeiten!

Ich ergänze jetzt noch Sonnenflecken und -fackeln sowie ein hübsches Objekt im Fuhrmann, ideal für kleine Teleskope und Ferngläser.

IMG_3948.JPG
Fackeln.JPG



Mel31_Auriga.JPG



und zu guter letzt die Jupiter/Saturn Konjunktion aus dem vergangenen Dezember:


1632338687398.png

Dabei hatte ich das Glück, das sich an den genannten Daten immer wieder Wolkenlücken auftaten und die Sicht frei gaben.

Viele Grüße
Uwe
 
Beobachtungsbericht 22.9.

Ziele:
-> lernen, ordentliche und detailgenaue Zeichnung von Doppelstern und Planet zu machen
-> lässt sich Epsilon Lyrae in meinem 60er Refraktor bei 116x als Vierfachsystem auflösen?
-> und einfach mal endlich wieder Sterne sehen

Beginn: ca. 22.30 Uhr, Ende: ca. 2.00 Uhr; ca. 9,5 Grad Lufttemperatur am Beginn; Ort: Balkon; Mond: fast noch voll und sehr störend; Luft recht feucht; Gerät: mein 60/700 Refraktor mit Zenitspiegel (aufrechtes, seitenverkehrtes Bild); 20 mm Okular, 6 mm Okular

-> Versuch, Epsilon Lyrae aufzulösen: die beiden klar zu trennenden Komponenten wirken bei 116x (sehr unsicher) etwas unrund bzw. länglich; aber bei störendem Mondlicht und etwas Unschärfe aufgrund der Luftfeuchtigkeit (?) auch schwer zu beurteilen. Uwe, ich hab mir Deine Zeichnung vom Montag nochmal angeschaut. Wenn das bei Dir auch ein seitenverkehrtes Bild ist, könnte das, was ich da bei mir aufgezeichnet hab, schon ansatzweise in diese Richtung gehen. Aber keinesfalls klar getrennt. Vielleicht versuche ich es nochmal bei besseren Bedingungen.
Insgesamt hat mich das mit Epsilon Lyrae aber in der Hinsicht sehr genervt, dass es eine Katastrophe war, auch nur zu versuchen, das im 6 mm Okular ohne Nachführung zu zeichnen! Ich war mehr mit Nachschubsen und Sucherei beschäftigt als mit der eigentlichen Beobachtung bzw. Zeichnung. So macht das keine Freude! :(

-> aus lauter Frust wollte ich mich Delta Lyrae zuwenden, der auch im 20 mm Okular (bei 35x) kein Problem sein sollte. Sollte. Wenn man ihn denn fand...

-> bei der Suche nach Delta schließlich auf (wahrscheinlich) Zeta Lyrae hängengeblieben. Bzw. ihn einfach genommen, bevor der Abend in eine endlose Sucherei ausartete.
Das Zeichnen ohne Nachführung ging im größeren Okular deutlich entspannter als vorhin; ganz sicher bin ich mir nicht mehr, ob ich wirklich beim 20 mm geblieben bin, glaub aber schon. Irgendwie hab ich an dem Abend städig Okulare gewechselt - um im größeren das Objekt wiederzufinden und zu zentrieren und es dann im kleineren Okular genauer zu betrachten.
Das Zeichnen: Es war nicht einfach, alle Sterne einigermaßen "richtig" einzuzeichnen und dabei nicht nur auf ihre Positionen zueinander, sondern auch auf unterschiedliche Helligkeiten zu achten. Farbunterschiede fielen mir bei diesem Himmelsabschnitt keine auf, sie erschienen alle weiß. Ich fertigte in meinem Beobachtungsbuch erst mal eine grobe Skizze an und wollte diese später eine schöne Reinzeichnung übertragen.

-> Visite bei Saturn: Ich wollte ja auch einen Planeten zeichnen. Und da nahm ich mir zur Abwechslung mal Saturn vor. Doch der Kerl nervt einfach nur, ich kann mir nicht helfen! Er war von Dunst umgeben, und ich hatte Schwierigkeiten, ihn überhaupt mit dem Leuchtpunktsucher anzuvisieren; kaum hatte ich ihn in einer halbwegs für eine Zeichnung sinnvollen Vergrößerung von 116x, wanderte er auch schon wieder aus dem Bild. Bis ich nach Stift und Papier gekramt hatte, war er wieder weg! Also nochmal größeres Okular rein, die Feststellschraube der Montierung lösen, Saturn suchen, alles festzurren, kleines Okular rein, Zeichensachen suchen, warten, bis das Gewackel aufhört, Saturn suchen, und so weiter.
Nö, Leute, das macht doch keinen Spaß! So kommen wir nicht weiter! Und dann das alles für Saturn? Nein! :mad:

-> Da strahlte mich halt wieder Jupiter an. Ich kann nix machen, wir zwei gehören einfach zusammen! :love:
Jupiter war trotz der Luftfeuchtigkeit gut zu erkennen. Ich fertigte eine recht genaue Graustufenzeichnung mit Bleistift auf weißem Papier an. Dabei konnte ich außer den Farbunterschieden der auffälligsten Bänder und Zonen keine wirklichen Details erkennen, GRF-Zeit war auch nicht. Die Monde, die ich im 6 mm Okular erfassen konnte, hab ich mit dokumentiert. Kallisto war außerhalb des Sichtfeldes, deshalb fehlt sie. Io sah deutlich kleiner aus als ihr Nachbar Ganymed und etwas orangefarben, während Ganymed und Europa weiß erschienen.

Danach war irgendwie die Luft raus und ich ging rein.

Drinnen erinnerte ich mich an Deinen Kakao, Uwe, und machte mir auch einen. Gute Idee! :y:

Ich zeichnete Jupiter zum ersten Mal in Farbe, und auf schwarzes Papier. Das war eine rechte Umstellung, vor allem, die hellen Bereiche nun ebenfalls auszufüllen - mit weißer Farbe. Und ich finde es immer noch schwierig, das in etwa so zu zeichnen, wie ich es sehe und nicht, wie meine Vorstellung weiß, dass es auszusehen hat. Das Ganze ist auch kontrastreicher geworden als in Wirklichkeit, wo Jupiter hauptsächlich hell war mit ein paar ganz zart farbigen Bereichen. Es ist echt schwer, sowas realitätsnah zu zeichnen!

Jupiter und Zeta Lyrae 22-09-21.jpeg


Beim Reinzeichnen von Zeta Lyrae ging es leichter. Bis ich mit der Frage konfrontiert wurde, welche Himmelsrichtungen ich denn nun wo hinschreiben sollte.
Peter @P_E_T_E_R , ich hab das, was Du mir zu dem Thema gezeigt hast, wirklich angeschaut! Aber durchblicken tu ich noch nicht. Bei Jupiter hab ich mir gemerkt, dass es schon passt, wenn ich das so mache, wie auf der Landkarte. Wenn auch aus ganz anderen Gründen... Aber das, was für Jupiter und Saturn gilt, gilt bei Doppelsternen und allem, was weder Mond noch Planet ist, eben nicht automatisch genauso. Ich hab gelesen, dass Norden nicht grundsätzlich oben ist, sondern dort, wo der Polarstern sich im Bezug zu dem betrachteten Objekt befindet.

Tja, und wo war Polaris gestern Abend im Bezug zu Zeta Lyrae?? DARAUF hab ich nicht geachtet. Also noch schnell und zu sehr später Stunde Stellarium angeworfen und gespickt. Und gottlob noch rechtzeitig daran gedacht, dass meine Zeichnung ja seitenverkehrt war, bevor ich das "N" hingeschrieben hab. Bei Ost oder West werd ich mich da auf gar nichts einlassen! Es muss so reichen.

Und weil es nun schon gut 2 Uhr geworden war, zog ich mir nochmal eine Jacke über und ging schnell in die dunkle Ecke hinterm Haus, in der irgendwann Orion erscheinen würde. Aber es war inzwischen so neblig geworden, dass nicht mal die Plejaden erkennbar waren.

Fazit:
-> Es ist wirklich anspruchsvoll, eine dokumentarische und genaue Zeichnung einer astronomischen Beobachtung anzufertigen. Und gerade nach meiner künstlerischen Pastellzeichnerei vom Nachmittag geriet ich immer wieder in Versuchung, ungenau zu werden. Aber das sind halt zwei völlig unterschiedliche Arten, Objekte zeichnerisch darzustellen. Mit unterschiedlichen Zielen.

->Detailzeichnungen am 6 mm Okular ohne Nachführung sind ein Graus und nur mit viel Geduld oder Zuneigung zum Objekt zu bewältigen.

-> Und noch was. Ich merkte, dass es gestern sehr anstrengend war. Ein Grund dafür war die elende Nachschieberei und Sucherei. Ein anderer war, dass ich irgendwie das Gefühl hatte, mir geht die Freude und Leichtigkeit beim Beobachten etwas verloren. Durch den Anspruch, den ich da im Moment an mich selbst reinlege. Weil ich ja was lernen will. Aber dabei verliere ich auch etwas von dem, was bisher beim Beobachten immer dabei gewesen war. Gibt es sowas wie eine "Krise der Weiterentwicklung" in der astronomischen Beobachterei? Dass man durch das Dazulernen zwar viel gewinnt und weiter kommt, sich aber auch von etwas verabschieden muss? Versteht ihr, was ich meine? Ich weiß nicht. Vielleicht brauche ich nur mal wieder eine meiner früheren Chaos-Beobachtungsrunden, bei der ich nicht aufpasse, welches Okular gerade drin ist und ich mich keinen Pfifferling um Genauigkeit oder Himmelsrichtungen scheren muss. So eine Art Schulferien. Werd ich auf jeden Fall bald mal machen.

Nun ist es wieder mal extrem lang geworden. Bitte seht mir das nach!
Trotzdem noch ein Wort an *entfernt*-Peter: Deine Liste mit den Vergrößerungen benutze ich regelmäßig zum Nachschauen! Danke nochmal! :y:

Damit spielt der kleine 129 Euro Refraktor mit 60/700 von Sabine und der 79 Euro Apollo 76/700 Newton von Frank in der gleichen Liga wie ein 1500 Euro Dreilinsiger ED-Luftspaltapochromat mit 120/900 auf einer 1500 Euro Montierung mit Goto Nachführung.
Magst Dir nicht einen kleinen Ruck geben und auch mal ein Foto oder eine Zeichnung hier hereinstellen? Zum Vergleich der unterschiedlichen Möglichkeiten, die auch diese Liga der kleineren Geräte bietet. Wäre bestimmt interessant!

Viele Grüße an euch alle
und gutes Beobachtungswetter!

Sabine
 
Hallo zusammen,

ich war gestern Abend auch wieder draußen. Diesmal fotografisch mit dem 60mm ED Apo. Richtung Süden war es leider etwas verschleiert, aber die Luft war ruhig und ich konnte die ganze Festplatte vollmachen. Hier eine kleine Auswahl. Aus den Bildern kann man aber sicher noch was raus holen. Ich habe sie nur auf meinem Aufnahmelaptop schnell bearbeitet. Ich hoffe, die Farben und die Helligkeiten passen einigermaßen. Das ist auf dem Bildschirm schwer hinzukriegen.

Jupiter_mit_Io_und_Schatten.jpg

Jupiter stand noch relativ weit unten, bei der Ausrichtung sah ich aber schon, dass Io recht nah am Planet steht und siehe da zur Überraschung gab es einen Schattendurchgang. Erstaunlicherweise zeigt Jupiter in 60mm sehr viele Details.

Jupiter1_2.jpg

Etwas später als Jupiter höher stand habe ich noch ein paar weitere Aufnahmen gemacht. Hier ist eins davon, wo Io schon etwas weiter gewandert war.

Saturn.jpg

Dazwischen war ein Saturn dran. Mit dem bin ich allerdings nicht so zufrieden. Ich war etwas spät dran und der Planet war schon an der Grenze zu den Hausdächern, worunter das Seeing leidet. Immerhin ist die Cassini Teilung angedeutet (die ist an der breitesten Stelle nur ein Drittel der Auflösung von 60mm . Auch die Wolkenbänder kommen gut raus.

Jupiter_mit_Monden.jpg

Dann wollte ich die kleine Brennweite nutzen um ein hochaufgelöstes Panorama von Jupiter und seinen Monden zu machen. Größenunterschiede kann man nicht erkennen, da die Durchmesser unterhalb der Auflösung liegen. Die Mondfarben kann an auch nicht unterscheiden, da ich die Bewegung der Monde während der Aufnahme noch nicht ausgeglichen habe. Außer bei Io. Bei dem ist auch der erste Interferenzring angedeutet. Bei der Aufnahme habe ich gemerkt, dass Callisto fehlt. Oh nein! Das muss ich dann nochmal versuchen.

EpsilonLyrae.jpg

Ich hab mich dann auch mal fotografisch an Epsilon Lyrae versucht. Für mich fotografisch Neuland. Sterne hatte ich noch nie hochaufgelöst aufgenommen. Das Ergebnis hat mich überrascht. Man sieht deutlich die Trennung. Das Airy-Scheibchen ist klar zu sehen inklusive dem ersten Interferenzring.

EpsilonLyrae1.JPG
EpsilonLyrae2.JPG

Hier sind sind noch Screenshots der Komponenten, wo man die Interferenzringe deutlicher sieht. Man sieht in den Ringen sogar den Regenbogenverlauf, der durch die unterschiedliche Auflösung bei verschiedenen Wellenlängen ausgelöst wird. Auch der äußere Rand des Airy-Scheibchens hat den dadurch ausgelösten rötlichen Rand. Die erste Komponente ist eindeutig nach Rayleigh getrennt, mit dunkel dazwischen, sogar im Roten. Die zweite Komponente ist wie erwartet im Roten nur nach Dawes getrennt, blau und grün sind aber auch hier richtig getrennt. Schwieriger wegen des Helligkeitsunterschieds.

2021-09-22-2052_Mare_Nectaris_blau.jpg

Am Ende habe ich dann noch ein paar Videos vom Mond gemacht. Der Stand zwar noch unter 30°, aber da hat die kleine Auflösung von 60mm ausnahmsweise mal ihre Vorteile. Hier ist eins davon aufgenommen im Blauen um die Auflösung etwas zu erhöhen. Der Mond wirkt im Blauen allerdings immer etwas hart. Ich muss mal die anderen Videos auswerten.

Grüße,
Joachim
 
Das sieht doch gut aus. Mit Pastellkreide ist gar keine schlechte Idee. Es gibt ja hier einige, die malerisch unterwegs sind. Deren Werke sind auch nicht besser. Solche Bilder wirken erst auf größere Entfernung. 5m oder so. Aus der Nähe sehen Gemälde in der Regel schrecklich aus. Früher habe ich auch viel gemalt und gezeichnet, aber nie astronomisch, eher Tiere, Menschen undso.
 
Hallo Sabine,

zu den Himmelsrichtungen: Westen ist dort wo die Sterne aus dem Okular laufen. Da Du mit Zenitspiegel beobachtest, ist Nord dann 90° weiter im Uhrzeigersinn.

Delta Lyrae ist eingekreist, Zeta ist der rechts davon in der Raute Richtung Vega:
1632401075044.png

@joachim: Cooles Bild mit 60mm!!

Positionen beim Zeichnen: ich fange immer mit 2-3 hellen Sternen an, bilde dann Dreiecke mit den anderen Sternen und so füllte sich das Blatt nach und nach

Ohne Nachführung und bei Okularen mit kl. Eigengesichtsfeld wird das Beobachten bei steigenden Vergrößerungen, eine Herausforderung. Aber ich lese eine schönen Effekt bei Dir heraus. Wenn man zeichnet, achtet man mehr auf die Details. Das ist bei aller Mühe das Gute daran und das hast Du indirekt beschrieben!
Ich nehme auch nur den Bleistift in die Hand, wenn der Anblick wirklich lohnend scheint, ist ja Hobby und soll Spaß machen !! ich bin auch der Meinung, das man nicht immer Fotorealismus anstreben muss. Manchmal reicht auch eine Skizze. So zeichne ich bei offenen Haufen gerne mal nur die Struktur und Verläufe von Sternenketten als schnelle Skizze auf; nur um das Gesehene zu konservieren und ggf. mit Nachbeobachtungen zu vergleichen. Ich finde das bringt schon was für die Beobachtungsübung. Man schaut beim nächsten Mal genauer hin, ob man zeichnet oder nicht.
Wenn ich ein interessantes Objekt habe, spazieren die Augen erst darüber und dann denke ich "Wie würdest du vorgehen, wenn du zeichnen wolltest", unabhängig davon ob ich das tatsächlich will.

Viele Grüße
Uwe
 
Hallo zusammen,

letzte Nacht war ich auch draußen, vor allem wegen einem Foto-Test. Das wurde dann etwas zur Herausforderung, aber das soll hier nicht das Thema sein.

Als ich nach eineinhalb Stunden das Objekt endlich eingestellt hatte und die Kamera vor sich hin arbeitete, habe ich auch meinen 60mm/f15 FH raus gekramt und mich an Epsilon-Lyra versucht. Meine Augen sind nicht mehr so wie früher und deshalb hilft mir eine Übervergrößerung, zumindest bei Jupiter. Bei Epsilon-Lyra war das etwas schwieriger, die werden dann schnell zu dunkel. Trotzdem konnte ich mit dem 5,2mm LV-Clone (~170x) zwei der Komponenten trennen, bei den anderen Beiden ist mir das nicht gelungen :-/. Das Foto von Joachim macht auch klar warum.

Ganz zum Schluss habe ich noch schnell den 8x40 Feldstecher hervor geholt und meinen ersten Orionnebel der Saison gesehen :-).
Dann wurde es aber langsam Zeit für's Bettchen.

Viele Grüße & CS,
Reinhard
 
Hallo zusammen!

Jupiter stand noch relativ weit unten, bei der Ausrichtung sah ich aber schon, dass Io recht nah am Planet steht und siehe da zur Überraschung gab es einen Schattendurchgang.
Dann hab ich bei Jupi letzte Nacht also nicht nur den GRF verpasst, sondern auch einen Schattendurchgang. Wenn man sich einmal nicht vorbereitet...

Dazwischen war ein Saturn dran. Mit dem bin ich allerdings nicht so zufrieden. Ich war etwas spät dran und der Planet war schon an der Grenze zu den Hausdächern, worunter das Seeing leidet. Immerhin ist die Cassini Teilung angedeutet (die ist an der breitesten Stelle nur ein Drittel der Auflösung von 60mm . Auch die Wolkenbänder kommen gut raus.
Der hat letzte Nacht mehr Leute vergrault! Schönes Foto trotzdem. Und zumindest war bei Dir und fotografisch die Cassini-Teilung bei 60 mm zumindest andeutungsweise möglich.

Dein Foto von Epsilon Lyrae ist toll geworden! Und die Komponenten eindeutig getrennt.

An den Mond hab ich letzte Nacht auch mal als Möglichkeit gedacht. Aber der stand recht lange hinter dem Hausdach. Außerdem ist der fast noch Vollmond auch für die Betrachtung seiner selbst nicht sehr geeignet.

Das sieht doch gut aus. Mit Pastellkreide ist gar keine schlechte Idee. Es gibt ja hier einige, die malerisch unterwegs sind. Deren Werke sind auch nicht besser. Solche Bilder wirken erst auf größere Entfernung. 5m oder so. Aus der Nähe sehen Gemälde in der Regel schrecklich aus. Früher habe ich auch viel gemalt und gezeichnet, aber nie astronomisch, eher Tiere, Menschen undso.
Danke für das Lob! Hab das Originalbild jetzt mal vom anderen Ende meines Wohnzimmers aus angeschaut. Da ist es so klein und finster, dass man kaum etwas erkennen kann. Wir müssen noch die richtige Distanz herausfinden. :)
Und wenn Du früher schon gemalt hast, magst Du es nicht mal wieder anfangen? Ich kenne da zufällig einen recht begabten Astro-Fotografen, der ganz gute Foto-Vorlagen erschaffen kann... Vom Irisnebel zum Beispiel.

zu den Himmelsrichtungen: Westen ist dort wo die Sterne aus dem Okular laufen. Da Du mit Zenitspiegel beobachtest, ist Nord dann 90° weiter im Uhrzeigersinn.
Danke für diesen äußerst praxistauglichen Tipp! Hab ich schon in mein Büchlein (das inzwischen zu einem ganzen Ordner mutiert ist) notiert. :y:
Positionen beim Zeichnen: ich fange immer mit 2-3 hellen Sternen an, bilde dann Dreiecke mit den anderen Sternen und so füllte sich das Blatt nach und nach

Ohne Nachführung und bei Okularen mit kl. Eigengesichtsfeld wird das Beobachten bei steigenden Vergrößerungen, eine Herausforderung. Aber ich lese eine schönen Effekt bei Dir heraus. Wenn man zeichnet, achtet man mehr auf die Details. Das ist bei aller Mühe das Gute daran und das hast Du indirekt beschrieben!
Ich nehme auch nur den Bleistift in die Hand, wenn der Anblick wirklich lohnend scheint, ist ja Hobby und soll Spaß machen !! ich bin auch der Meinung, das man nicht immer Fotorealismus anstreben muss. Manchmal reicht auch eine Skizze. So zeichne ich bei offenen Haufen gerne mal nur die Struktur und Verläufe von Sternenketten als schnelle Skizze auf; nur um das Gesehene zu konservieren und ggf. mit Nachbeobachtungen zu vergleichen. Ich finde das bringt schon was für die Beobachtungsübung. Man schaut beim nächsten Mal genauer hin, ob man zeichnet oder nicht.
Wenn ich ein interessantes Objekt habe, spazieren die Augen erst darüber und dann denke ich "Wie würdest du vorgehen, wenn du zeichnen wolltest", unabhängig davon ob ich das tatsächlich will.
Das mit dem zeichnerischen Dokumentieren von Beobachtungen werd ich auf alle Fälle weiter trainieren. Es schult den Blick für Details, das hab ich beim GRF-Projekt gemerkt.

Ganz zum Schluss habe ich noch schnell den 8x40 Feldstecher hervor geholt und meinen ersten Orionnebel der Saison gesehen :).
Dann warst noch ein wenig länger unterwegs als ich! ;)

Viele Grüße an euch alle
und schöne Nächte!
Sabine
 
Hallo Michael,
die Zeichnungen der Sonne finde ich ausgesprochen gelungen. Magst Du mal schreiben mit welchem setup Du im Weißlicht und H-alpha beobachtest? Sonnenflecken immer mit Herschelkeil?

Viele Grüße
Uwe
 
Heute Morgen,

hatte schnell noch mal auf dem Balkon mit "grab 'n go" (Bresser Polaris 102/460 Achromat und Nagler Typ II 12mm auf AZ4) Jupiter visuell beobachtet. Wolkenstreifen und natürlich die vier Monde. Quasi als "astronomischer Absacker" vorm Schlafengehen. Der Einsatz von ORION Ultrascopic 5mm brachte keinen Zugewinn an Details.

Danach zum Abschluss Epsilon Lyrae, der sich zu meiner Überraschung in Phasen der Luftruhe bereits mit 38x sauber als 4-fach präsentierte. Immer mal wieder waren die "Nadelspitzen" der Begleiter deutlich separiert. Epsilon 1 dabei deutlicher als Epsilon 2.

Gruß,
Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Oha, Holger, der ist ja richtig klasse geworden :)

@ Uwe: Danke für das Lob,
Ja, das kann ich gerne machen:
Also der 75er Pentax mit dem Baader Herschelkeil für Weißlicht.

Für h-alpha bekommt er ein D-ERF von Baader (85mm Durchlass) und ein umgebautes 20/20-System von Wolfgang Lille (mit einer
selbstgebauten 4,8x Telezentrik); ggf. auch im doublestack mit einem 2. Etalonfilter hinter dem Blockfilter.
Das Ganze läuft auf derzeit auf einer Vixen GP-DX.

Viele Grüße Michael
 
Hallo ihr!

Gestern Abend war bei uns sternklarer Himmel, und ich nutzte ihn für eine lockere Beobachtungsrunde. Dabei nahm ich auch wieder Epsilon Lyrae ins Visier.

Dabei hatte ich das Gefühl, dass beide Komponenten etwas verzogen aussahen. Und als ich sie ein wenig länger betrachtete, hatte ich bei dem rechten Sternenpaar auf meiner Zeichnung (fragt mich jetzt bitte nicht, ob das Komponente 1 oder 2 heißt) zwischenzeitlich schon das Gefühl, dass die beiden Einzelsterne durch eine winzig schmale Linie getrennt sind. Nicht sicher und schon erst recht nicht eindeutig. Aber möglich.

Bei dem linken Sternenpaar konnte ich diese Trennlinie nicht erkennen. Es sah lediglich wie ein etwas zur Seite verzogener Stern aus.

Epsilon lyrae 24-09-21.png


Und um jetzt noch einen neuen Doppelstern hier herein zu holen, bringe ich nun noch Alamak ins Spiel. Der ist durch seinen blau-goldenen Farbkontrast Kandidat, der von der Ästhetik her sogar Albireo Konkurrenz machen kann. Im 10 mm Okular (70x) ließ Alamak sich eindeutig trennen.

Alamak 24-09-21.png


Extra für euch hab ich die beiden Doppelsternzeichnungen "in Form" gebracht und aufgehübscht. Epsilon Lyrae hat sogar Himmelsrichtungen bekommen. Bei Alamak hab ich da ein wenig geschlampert. Aber durch den Größenunterschied und die Ausrichtung sollten sich alle, die sich für ihn (und die bezüglich der Himmelsrichtungen weniger Probleme haben als ich - obwohl es besser wird. Danke Uwe für den Tipp!) interessieren, schon damit zurechtkommen. Ja, ich geb's zu, wenn man da etwas nachvollziehen und vergleichen will, sind die Angaben von Himmelsrichtungen und Vergrößerungsfaktor schon mal ganz sinnvoll...

Den ausführlichen Beobachtungsbericht hab ich extra in die dafür vorgesehene Abteilung des Forums geschrieben. Denn da war soviel Verschiedenes dabei, dass er beim besten Willen hier nicht mehr herein gepasst hätte.

Viele Grüße
Sabine
 
Und wenn Du früher schon gemalt hast, magst Du es nicht mal wieder anfangen? Ich kenne da zufällig einen recht begabten Astro-Fotografen, der ganz gute Foto-Vorlagen erschaffen kann... Vom Irisnebel zum Beispiel.
Ich glaube, das wäre zu viel des Guten. In so einem Bild steckt schon extrem viel Aufwand. Für den Iris-Nebel habe ich alleine 11,5h belichtet, plus auf und abbauen in zwei Nächten. Dann muss man noch die Aufnahme einrichten, die Sequenz programmieren, das Framing machen, den Imagetrain für das Teleskop einrichten und die Aufnahme an sich zum Laufen bringen. Am Ende muss man dann noch Kalibrationsframes machen. Dann geht die EBV los. Das sind nochmal 2-3h für kalibrieren, sichten, stacken, vorbearbeiten und feintunen.

Dabei hatte ich das Gefühl, dass beide Komponenten etwas verzogen aussahen. Und als ich sie ein wenig länger betrachtete, hatte ich bei dem rechten Sternenpaar auf meiner Zeichnung (fragt mich jetzt bitte nicht, ob das Komponente 1 oder 2 heißt) zwischenzeitlich schon das Gefühl, dass die beiden Einzelsterne durch eine winzig schmale Linie getrennt sind. Nicht sicher und schon erst recht nicht eindeutig. Aber möglich.

Bei dem linken Sternenpaar konnte ich diese Trennlinie nicht erkennen. Es sah lediglich wie ein etwas zur Seite verzogener Stern aus.

[IMG alt="Epsilon lyrae 24-09-21.png"]https://forum.astronomie.de/attachments/epsilon-lyrae-24-09-21-png.216237/[/IMG]
Normalerweise erscheinen Sterne mit 60mm und 116x als kleine Scheibchen mit einen feinen, schwachen Ring drum rum.

Wenn man defokusiert, wird das Scheibchen zum Punkt und bleibt genau zentral, während dich die Beugungsfiguren aufbauen. Auch diese sind genau kreisförmig und radialsymmetrisch zum Punkt in der Mitte, wo vorher das Airy-Scheibchen war. Ist das bei dir nicht so?
 
Hallo Joachim,

Ich glaube, das wäre zu viel des Guten. In so einem Bild steckt schon extrem viel Aufwand. Für den Iris-Nebel habe ich alleine 11,5h belichtet, plus auf und abbauen in zwei Nächten. Dann muss man noch die Aufnahme einrichten, die Sequenz programmieren, das Framing machen, den Imagetrain für das Teleskop einrichten und die Aufnahme an sich zum Laufen bringen. Am Ende muss man dann noch Kalibrationsframes machen. Dann geht die EBV los. Das sind nochmal 2-3h für kalibrieren, sichten, stacken, vorbearbeiten und feintunen.
auch wenn ich nicht alles davon verstanden hab (muss ich auch nicht), klingt das nach sehr sehr viel Arbeit. Der Irisnebel, den ich von Dir kenne, war diesen Aufwand auf alle Fälle wert!
Falls Dich doch irgendwann noch die Astro-Zeichenlust packt (sowas kann ganz schnell wiederkommen, auch wenn es lange geruht hat ;)), hast ja bestimmt schon die eine oder andere geeignete Vorlagen-Aufnahme in Deiner Sammlung.

Normalerweise erscheinen Sterne mit 60mm und 116x als kleine Scheibchen mit einen feinen, schwachen Ring drum rum.

Wenn man defokusiert, wird das Scheibchen zum Punkt und bleibt genau zentral, während dich die Beugungsfiguren aufbauen. Auch diese sind genau kreisförmig und radialsymmetrisch zum Punkt in der Mitte, wo vorher das Airy-Scheibchen war. Ist das bei dir nicht so?
Äh, keine Ahnung... Ich drehe das Scharfstellrädchen am Teleskop immer so lange, bis die Sterne scharf (punktförmig) aussehen. Damit war ich bis jetzt immer zufrieden. Sollten die in der Mitte schärfer aussehen als am Rand? Zumindest die größeren?
Und was meinst Du mit defokussieren? Ist das, wenn man etwas daran vorbeischaut wie beim indirekten Sehen? Oder sollte man dafür das Bild unschärfer stellen?
 
Äh, keine Ahnung... Ich drehe das Scharfstellrädchen am Teleskop immer so lange, bis die Sterne scharf (punktförmig) aussehen. Damit war ich bis jetzt immer zufrieden. Sollten die in der Mitte schärfer aussehen als am Rand? Zumindest die größeren?
Und was meinst Du mit defokussieren? Ist das, wenn man etwas daran vorbeischaut wie beim indirekten Sehen? Oder sollte man dafür das Bild unschärfer stellen?
Bei 116x sollte ein Stern eigentlich als kleines Scheibchen zu sehen sein mit einem schwachen konzentrischen Ring drum rum und nicht mehr als Punkt, von dem Strahlen ausgehen.

Mit Defokussieren meine auf unscharf stellen. Wenn man das macht, sollte die Optik in beide Richtungen der Defokussierung ein Muster aus immer größeren werdenden konzentrischen Kreisen liefern.
 
Grüß Dich, Joachim!

Auf sowas hab ich noch nie geachtet. Werd da bei nächster Gelegenheit mal drauf schauen.

Liebe Grüße
Sabine

PS: Ich hab die Zeichnung vom Irisnebel nochmal überarbeitet und in der Kunst-Ecke "aufgehängt". Nur, falls es Dich interessiert. ;)
 
Hi,

eben nichts dolles, aber es passt hier ja rein:

Der Mond mit einem 200-500 f/5.6 Teleobjektiv von Nikon bei 500mm f/5.6 ISO400 und 1/1.500 sec. Einzelaufnahme aus der Hand, aber das Objektiv hat ein Stabi.
Aufgenommen mit der Nikon d750.

DSC_4530.jpg


Klein geht halt immer, vor allem wenn man weiß was man erwarten kann...

Toller Thread!

Gruß
Ernie
 
Gestern war hier auch mal wieder klar und einigermaßen ruhig. Dieses Mal war ich am oberen Ende der kleinen Öffnung unterwegs: mit einem 5" ED Apo und mit einer Farbkamera, der ASI533MC. Dieses Mal war auch Premiere mit einem wenn auch günstigen ADC. Vorgestern dachte ich noch der sei vielleicht kaputt, weil es unmöglich war ein scharfes Bild zu bekommen. Jupiter ist zeitweise einen kompletten Durchmesser hin und her gehüpft. Daher lag nahe, dass es nur das Seeing war, dass nach dem Sturmtief bei schätzungsweise 10" lag. Man konnte tatsächlich mit dem selben Teleskop, mit dem ich das Foto gemacht habe, nur eins der beiden Äquatorbänder erkennen. Das andere war unsichtbar...trotz ADC.

2021-09-30-1945_Jupiter_Drizzle15_gp.jpg


Die Bearbeitung ist hier zurückhaltend ohne harte Kontraste um möglichst dem visuellen Eindruck zu entsprechen. Am Nordpol sind sehr schwach ein paar dunkle Kontraste erkennbar. Hier zeigen sich die Grenzen der kleinen Öffnung. Man sieht zwar die Schatten, kann aber nicht das hellere Innere der kleineren Polarstürme auflösen. Daher habe ich sie nicht weiter hervorgehoben. Evlt. ist das ein Fall für die S/W Kamera, die normalerweise ein besseres kontrastreicheres Bild liefert.

Links ist Io, rechts Ganymed. Bei 5" ist Ganymed schon deutlich größer als das Airy-Scheibchen, sodass man hier sehr schön den Größenunterschied von Io zum deutlich größeren Ganymed erkennen kann.

Grüße,
Joachim
 
Bei der Gelegenheit habe ich noch ein paar "Beifänge" gemacht. Hier ist die komplette Palette. Oben Neptun und Uranus. Beide standen so 20-25° hoch. Beide Bilder sind im selben Maßstab.
2021-09-30-2021_Neptun_Drizzle15_wb.jpg
2021-09-30-2054_Uranus_Drizzle15_2.jpg


Am Anfang der Session habe ich noch Saturn aufgenommen, bevor er hinter den Nachbargebäuden verschwand. Dieses Jahr habe ich mit Saturn Pech. Über den Dächern ist aber normalerweise auch keine gute Luftschichtung möglich. Daneben ein weiterer Jupiter. Ich denke, das ist der mit den meisten Details. Jupiter und Saturn sind in etwa im selben Maßstab zueinander. Uranus und Neptun müsste ca. 1,5x vergrößert sein im Verhältnis.
2021-09-30-1943_Jupiter_2gp.jpg
2021-09-30-1836_Saturn2_3.jpg
 
Hallo Joachim,

sehr schöne Fotos hast Du da wieder gemacht!

Außerdem - Du und Deine fotografischen "Beifänge" immer...
Ich glaub, ich hab Uranus und Neptun noch nie auf Fotos durch so ein kleines Teleskop (auch wenn es an der Obergrenze für dieses Thema hier liegt) gesehen. Die beiden gehen überhaupt ein wenig unter neben den Stars Jupiter und Saturn, und Mars (wenn er grad da ist).

Es erstaunt mich nun sehr, dass sie auch schon in diesem Maßstab so klare Färbungen haben. Klar, fotografisch ist von den Farben her immer viel mehr drin als rein visuell. Aber irgendwie setzt Du mir hier mit diesen Fotos gerade ein paar Flöhe ins Ohr.

Ich hab jetzt mal mein Beobachtungsbüchlein durchgeblättert. Und anscheinend hab ich Uranus und Neptun bis jetzt ausschließlich durch mein 10 x 50 Fernglas gefunden. Und dokumentiert, dass mir da im Vergleich zu den umgebenden Sternen keine Farbunterschiede aufgefallen sind. Und auch insgesamt sahen sie halt aus wie Sterne und ich konnte sie nur anhand ihrer Position identifizieren. Im Teleskop hab ich sie noch nie auch nur gefunden.

Hm. Also, jucken täte es da in meinem Uranus- und Neptun-Ohr jetzt schon sehr. Aber es wird halt wieder mal eine elende Sucherei. Und die zarten Farben werden da bei mir vermutlich auch nicht zu sehen sein. Mit viel Glück sowas wie ein Planeten-Scheibchen, das dann zur (wenn es denn dazu käme) sicheren Identifizierung führen könnte. Könnte. Wenn ich sie denn fände. Und das bei den inzwischen recht frischen Nachttemperaturen. Weiß noch nicht. Spannend wär es schon. :unsure:

Die Sache mit dem Unscharfstellen der Sterne, die Du weiter oben erklärt hast, hab ich auch mal bei ein paar größeren Sternen ausprobiert. Nicht bei Epsilon Lyrae, sondern bei Kembles Cascade, weil ich da sowieso grad unterwegs war. Irgendwie sahen in dem unscharfen Bild dann alle Sterne, bei denen ich es versucht hab, irgendwie doppelt aus. Aber in dieser Gegend waren auch viele doppelte Sterne. Das muss ich noch gezielter angehen. Irgendwie widerstrebt es mir, das schöne scharfe Bild bewusst unscharf zu stellen, um mehr erkennen zu können. Aber wenn Du sagst, dass man das wirklich so macht, glaub ich Dir das schon. Da zweifle ich eher an meiner Umsetzung des Ganzen.

Herzliche Grüße und klaren Himmel
Sabine
 
Aus einigen der Frames habe ich eine Animation erstellt. Die Zeiträume zwischen den Aufnahmen sind allerdings nicht ganz konstant. Leider habe ich nicht rausgefunden, wie ich mehrere Bilder morphen kann. Naja, es ruckelt zwar, tuts aber auch so.

Der Zeitraum der Aufnahme liegt zwischen 21:09 und 21:56. Das ist nur eine dreiviertel Stunde. Trotzdem bewegt sich der Rote Fleck ein gutes Stück. Daraus würde ich schließen, dass das Fenster für den Roten Fleck ca. 2h ist. Von einer Stunde vorm Durchgang bis eine Stunde danach.

Auch interessant ist die Geschwindigkeit der Monde. Besonders Io "rast" regelrecht um den Planeten. Aber selbst Ganymed ist noch ziemlich zügig unterwegs.

Und dann ist noch die Sache mit dem Seeing. Ich habe alle Aufnahmen mit den selben Einstellungen in Registax bearbeitet. Außer Schärfen und Weißabgleich habe ich nichts gemacht. In der Animation sieht man schön an den feinen Kontrasten um den Roten Fleck wie das Seeing wechselt. Das Seeing wird plötzlich deutlich besser, bei der letzten Aufnahme wird es dann wieder etwas schlechter.

Jupiter20210930_Animation.gif
 
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Es erstaunt mich nun sehr, dass sie auch schon in diesem Maßstab so klare Färbungen haben. Klar, fotografisch ist von den Farben her immer viel mehr drin als rein visuell. Aber irgendwie setzt Du mir hier mit diesen Fotos gerade ein paar Flöhe ins Ohr.
Visuell habe ich das mit kleiner Öffnung noch nicht ausprobiert. Mit dem 12"er ist Neptun ein feilchenblauer Stecknadelskop und Uranus ein schmutziggrünes Kügelchen.

Ich hätte da noch einen weiteren Floh fürs Ohr...einen Weißen Zwergstern beobachten. Es kommt da bald einer um die Ecke, der relativ einfach sein sollte: 40 Eridani oder omikron2 Eridani oder auch Keid. Das ist ein Dreifachstern, das man auch mit bloßem Auge sehen kann. Eine Komponente, die hellste ist ein K- Hauptreihenstern. Der bildet mit einem Doppelsternsystem das Dreifachsystem. Das Doppelsternsystem besteht aus einem M-Hauptreihenstern und eben dem Weißen Zwerg. Beide sind ca. 6" von einander entfernt. Das geht mit jeder Öffnung. Der Weiße Zwerg hat 9,5mag, der M-Stern 11mag. Letzterer ist mit 60mm knapp. Der Weiße Zwerg geht aber auf jeden Fall, ist dann nur schwerer zu finden. Mit dem 5"er gehen beide ohne Probleme.

Das mit dem Unscharfstellen würde ich an einem hellen Stern machen...Vega, Deneb oder so. Der Stern muss genau in der Mitte stehen.
 
Hallo zusammen!

Joachims neueste Planeten-Ohrflöhe haben mich letzte Nacht schon zum Handeln gebracht. :)

Ich fand nach einem längeren Suchspiel Uranus in meinem 60/700er Refraktor. Wie schon befürchtet, war der größte Erfolg dieser Aktion, dass ich ihn gegen 1.30 Uhr recht sicher gefunden habe (hab die Position in Stellarium überprüft, und es sieht sehr gut aus). Uranus tat mir den Gefallen, sich gerade in Nachbarschaft von 37 Ari aufzuhalten, einem Stern, der in etwa dieselbe Helligkeit wie der Planet besitzt. So konnte ich die beiden gut vergleichen.

Das führte jedoch schnell zur Ernüchterung. Im 20 mm Okular sah er ziemlich genauso aus wie der benachbarte Stern. Kein Scheibchen-Charakter, keine andere Farb-Nuance. Nach einem Wechsel zum 10 mm Okular wurde das eigentlich auch nicht wesentlich anders. Ich bildete mir nach längerem Hinsehen ein, Uranus minimal flächiger zu sehen als den Stern. Das kann aber auch reine Einbildung gewesen sein. Das 6 mm Okular hatte ich nicht mitgenommen. Aber wahrscheinlich hätte das auch keinen großen Unterschied gemacht. :(

Ich versuchte dann das mit dem Unscharfstellen mal bei 37 Ari und mal bei Uranus. Naja. Es sah dann halt unscharf aus. Aber einen Unterschied zwischen den beiden konnte ich auch dann nicht erkennen. Vielleicht ist das bei jemandem, der mit dieser Technik Erfahrung hat, anders. Bei mir war auch die Luft recht feucht, und einige hohe Wolken verschlechterten die Durchsicht ebenfalls.

Das war's dann wohl mit mir und Uranus. Mit Neptun brauch ich es eigentlich gar nicht mehr zu versuchen. Denn der ist noch eine Ecke weiter weg und hatte seine Oppositionsstellung schon vor einiger Zeit erreicht, im Gegensatz zu Uranus, bei dem es im November soweit ist.

Vielleicht versuche ich es trotzdem mal. Wenn ich wieder Lust auf Suchspiele habe.

Hier noch die Zeichnung, auf der ich Uranus letzte Nacht verewigt habe.

Uranus 2-10-21.png


Es ist ein invertiertes Bild des Fotos der Originalzeichnung von letzter Nacht.
Den ausführlichen Beobachtungsbericht dieser Session hab ich an passenderer Stelle als hier untergebracht. Falls ihn jemand lesen möchte.

Visuell habe ich das mit kleiner Öffnung noch nicht ausprobiert.
Mach doch mal! Mich würde interessieren, ob Du mehr erkennen kannst als ich.

Ich hätte da noch einen weiteren Floh fürs Ohr...einen Weißen Zwergstern beobachten. Es kommt da bald einer um die Ecke, der relativ einfach sein sollte: 40 Eridani oder omikron2 Eridani oder auch Keid. Das ist ein Dreifachstern, das man auch mit bloßem Auge sehen kann. Eine Komponente, die hellste ist ein K- Hauptreihenstern. Der bildet mit einem Doppelsternsystem das Dreifachsystem. Das Doppelsternsystem besteht aus einem M-Hauptreihenstern und eben dem Weißen Zwerg. Beide sind ca. 6" von einander entfernt. Das geht mit jeder Öffnung. Der Weiße Zwerg hat 9,5mag, der M-Stern 11mag. Letzterer ist mit 60mm knapp. Der Weiße Zwerg geht aber auf jeden Fall, ist dann nur schwerer zu finden. Mit dem 5"er gehen beide ohne Probleme.
Du und Deine Flohfarm...
Ok, das klingt interessant! Leider sagt der Wetterbericht für die nächsten Tage auch bei uns nachts Wolken voraus. Mal schauen, wie ernst das gemeint ist. :unsure:

Das mit dem Unscharfstellen würde ich an einem hellen Stern machen...Vega, Deneb oder so. Der Stern muss genau in der Mitte stehen.
Werd ich ausprobieren.

Viele Grüße
Sabine
 
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Hallo,

dann will ich mal was beisteuern, nur um zu zeigen, dass man auch mit einem absoluten Einsteigergerät duchaus die Sonne beobachten kann.

Datum 09.10.2021, 14:00 Uhr
Teleskop: Seben 76700 mit Baader ND5 Solarfilterfolie
Okular: K25 / Baader Hyperion 8 mm

20211011_185322.jpg


Leider sind meine Zeichenkünste nicht besonders. Bemerkenswert fand ich, dass bei dem großen Fleck deutlich die Penumbra zu sehen war und das die Umbra ein eher bohnenförmiges Aussehen hatte.

Gruß
Thomas
 
Hallo,

dieser Thread soll ja zeigen, dass man auch an kleinen Instrumenten Freude haben kann. Ich hatte heute welche: Manchmal geschieht das Unerwartete.

Vorgeschichte: Um mein Seben 76700 nicht in der Ecke verstauben zu lassen, habe ich mir einen Adapter für eine EQ-Sky Montierung von Bresser gebastelt (dazu vielleicht wann anders was), in der Hoffnung, dass die Montierung nicht so viel wackelt wie die Originale - sollte klappen, viel wackeliger kann eine Montierung nicht mehr sein.

Heute war eine kurze Wolkenlücke, in der ich den Erfolg meiner Bastelei mit einer Sonnenbeobachtung und -fotografie testen wollte.

Das fotografische Ergebnis ist nicht weiter spannend - nix los, nur ein kleiner Fleck am Rand, aber zwei einzelne Bilder einer Serie von 50 Bildern möchte ich Euch nicht vorenthalten:


IMG_20211015_163153-Gimp(Skaliert).png
IMG_20211015_163154-Gimp(Skaliert).png


(Single-Shot, 2021-10-15, 14:32 UTC (16:32 MESZ), ND5 Folie, Seben 76700, Baader Hyperion 13 mm, LG K50)

Internet macht's möglich: Das ist eine Boeing 777-3F2(ER) der Turkish Airlines auf dem Weg von Istanbul zum JFK New York, Flughöhe 34000 ft, Geschwindigkeit 447 kt.

Ich dachte, ich trau' meinen Augen nicht, als ich das im Handy-Display gesehen habe....

Gruß
Thomas

P.S.: Ob das Teleskop auf der EQ-Sky weniger wackelt? Aber ja. Vor allem wird das Ziel nicht sofort wieder verloren, wenn man z. B. fokussieren möchte.
 
Hallo zusammen,

höchste Zeit, dass dieser nette kleine Thread mal wieder abgestaubt und im Regal etwas weiter nach vorn gerückt wird!

Letzte Nacht hab ich mit meinem 60/700er im 6 mm Okular Jupiter beobachtet. Die Luft war sehr ruhig und ich konnte recht viel erkennen.

Ich hatte nicht nachgeschaut, ob der große rote Fleck (GRF) an diesem Abend zu sehen hätte sein sollen. Aber von den Sichtbedingungen her hätte ich ihn, glaub ich, erkennen können, wäre er dagewesen. Und als ich da raufschaute, war am GRF-Verschwinde-Rand eine sehr verdächtige dunkle Stelle am unteren Rand des SEBs zu sehen. Weil es halt auch schon ganz am Rand war und ich eigentlich nicht mit dem Fleck gerechnet hatte, hielt ich das für Einbildung. Heute schaute ich die GRF-Zeiten für letzte Nacht an, und: ich hatte ihn nur knapp verpasst! Also, es kann immer noch eine Täuschung sein. Aber vielleicht war die dunkle Stelle am Rand wirklich noch der Rest des Flecks. Vielleicht auch nicht.

Insgesamt konnte ich das nördliche Äquatorialband klar und dunkel erkennen. Und auch, dass es oben und unten zwar recht klar gegen die Nachbarregionen abgegrenzt war, diese Grenze aber keine kerzengerade Linie bildete, sondern unregelmäßig verlief. An einigen Stellen hatte ich den Eindruck, etwas dunklere fleckige Stellen erkennen zu können. Dieser Eindruck verschwamm aber immer wieder, und es kann auch sein, dass da meine Vorstellung mit der Realität kollidierte.

Der Äquatorbereich war hell, grau und "wolkig", ungleichmäßig schattiert. Das südliche Äquatorband erschien wesentlich schwächer als das nördliche und auch nicht so scharf gegen die Nachbargebiete abgegrenzt. Zeitweise hatte ich den Eindruck, dass sich dunklere Linien durch dieses Band zogen. Aber auch hier verschwamm das Gesehene immer wieder und ich bin mir da nicht sicher.

Um die südliche Polregion herum gab es einen breiten hellgrauen Bereich, der relativ scharf gegen das angrenzende Gebiet darüber abgegrenzt war. Die nördliche Polgegend erschien mir einfach nur sehr hell.

Ich hatte leider nichts zum Zeichnen mitgenommen. Aber weil ich das, was ich gesehen hatte, trotzdem gern zeichnerisch festhalten wollte, hab ich heute nach meiner Erinnerung noch eine Zeichnung angefertigt. Ohne Garantie darauf, dass das, was ich da gezeichnet hab, wirklich das ist, was ich da nachts alles gesehen hab. Aber so wirklich genau werden meine Zeichnungen auch dann nicht, wenn ich sie sofort und vor Ort skizziere. Und selbst beim reinen Beobachten verändert sich das, was ich erkenne oder auch nur zu sehen glaube, immer wieder. Da sind mal dunkle Flecke, und nach einem Mal blinzeln ist von denen wieder nichts mehr zu sehen.

Aber auf jeden Fall war es mal wieder sehr schön, Zeit mit Jupiter zu verbringen. Und damit ihr was zum Anschauen habt, zeige ich euch jetzt hier noch die Zeichnung, ohne Gewähr auf Genauigkeit:

Jupiter 06-09-22-60er.jpg


Herzliche Grüße
Sabine
 
Moin,

dann steuere ich auch noch einen Mond bei:

MVI_7033_pipp_lapl5_ap2260.jpg

EOS M(a) + Pentax RKonv 1.4x + Pentax 67 5.6 500, Kamera-Video mit PIP und Registax verarbeitet (1. gestacktes Video überhaupt)

Eine Einzelaufnahme gibt's auch noch in der Galerie:

-> IMG_3011.JPG

CS Jörg
 
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selbst beim reinen Beobachten verändert sich das, was ich erkenne oder auch nur zu sehen glaube, immer wieder. Da sind mal dunkle Flecke, und nach einem Mal blinzeln ist von denen wieder nichts mehr zu sehen.
Hallo Sabine,
das ist eine Erfahrung, die wohl alle visuellen Beobachter kennen. Die Luft(un)ruhe läßt mal blickweise was erkennen und dann eben wieder nicht. Ich bin bei Jupiterbeobachtungen dazu übergegangen, hinterher mit Fotos zu vergleichen. Man hat nicht immer eines zur Verfügung, aber hier ALPO-Japan - Association of Lunar and Planetary Observers in Japan gibt es immer wieder neue Bilder, so dass man immer wieder Glück hat und ein Bild findet, das zeitlich mehr oder minder nah bei der eigenen Beobachtung liegt. Achte dabei auf die Zeitangabe in UT. Deine Zeichnung wäre demnach am 05.09. um ca. 23.15 UT entstanden. Im Moment paßt da noch kein Bild von Alpo, evtl. wird noch was hochgeladen.
Ich nehme mal an, dass die Zeitangabe eine ungefähre ist und die Zeichnung nicht 30 Min. in Anspruch genommen hat. Bei einer Rotationsdauer von ca. 10 Stunden von Jupiter wird i.d.R. empfohlen, eine Zeichnung in 10-15 Minuten fertigzustellen, da es ansonsten zu schnell zu Änderungen der Ansicht kommt.
Allerdings habe ich auch oft länger am Okular gesessen, um die letzten Details zu erwischen, dabei sollte einem die Veränderung durch Rotation gegenwärtig sein.

Im übrigen habe ich gute Erfahrungen zur Kontraststeigerung mit einem hellblau-Filter gemacht. Der sollte auch bei kleinen Öffnungen nicht zu sehr abdunkeln. Auch Grün-Filter können Vorteile bringen.

Und eine Zeichnung im kleinen Gerät aus dem vergangenen Jahr ergänze ich auch noch:
Jupiter2021-09-13.JPG
In diesem Jahr habe ich ihn bisher immer noch tief am Horizont bei "schwubbeliger" Luft erwicht.

Viele Grüße
Uwe
 
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