Goldene Sterne und eine unerwartete Erstsichtung - wieder mal eine Beobachtungs-Erzählung

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Ehemaliges Mitglied

Hallo zusammen!

Gestern Abend prangte bei uns ein klarer Sternenhimmel, der zum Beobachten einlud. Und da ich nach der langen Zeit, die ich jetzt fast ausschließlich mit Jupiter verbracht hatte (mit dem kann man gar nicht zuviel Zeit verbringen! :love:) mal wieder Lust auf einen lockeren Querfeldein-Beobachtungsabend hatte, ging ich mit meinem Teleskop und dem Klapphocker runter in die dunkle Ecke hinterm Haus. Die entwickelt sich zu meinem Stamm-Beobachtungsplatz. Denn von dort aus kann ich ohne große Vorbereitungen gut Objekte anschauen, die von meinem Balkon aus nicht möglich sind. Und auch wenn es innerhalb der Stadt ist und die Lichtverschmutzung schon stört, bin ich eigentlich ganz zufrieden mit diesem Platz. Der "Gruselfaktor" hält sich bis auf diverse problematische Nachbarn, hin und wieder den Besuch eines Igels oder einer Katze und das Plumpsen der Äpfel in einem angrenzenden Garten sehr in Grenzen. Und das ist schon etwas wert.

Eigentlich stand gestern auf meiner Liste eine Vielzahl von Objekten, die dann doch nicht drankamen, weil mich spontan etwas anderes begeisterte. Wie halt so oft. So kam es auch, dass ich ganz am Anfang einen Blick auf die Andromeda-Galaxie warf, die nicht auf der Liste gestanden hatte. Aber ich peilte sie an, weil sie so schön erreichbar war und weil es da der recht volle Mond noch nicht über die Hausdächer geschafft hatte.

Es dauerte eine Weile, bis ich die Galaxie im (20 mm) Okular hatte (ja, ich weiß, dass man die eigentlich gar nicht übersehen kann, das machte die Sache auch etwas peinlich! :oops:). Auf dem Weg dorthin kam ich an Mirach vorbei. Und auch wenn ich ihn schon öfter gesehen hatte, fiel mir doch erst gestern Abend auf, wie wunderschön golden der leuchtete! Herrlich! Irgendwann hatte ich dann M 31 gefunden. Und angespornt von dem Zeichen-Virus, den ich mir grade erst in Joachims Planeten und Mond im kleinen Gerät Thema eingefangen hatte, begann ich damit, die Galaxie und ihre Umgebung zu zeichnen.

Nachdem ich immer mehr von den Sternen in ihrer Umgebung aufgezeichnet hatte, fiel mir unterhalb ein kleines milchiges Fleckchen auf. Konnte das sein?! Ich wusste, dass es da noch zwei weitere kleine Galaxien gab. Aber bis jetzt hätte ich mir nie angemaßt, die auch wirklich mit meinem 60 mm Refraktor erkennen zu können. Aber das da unten war eindeutig ein Fleckchen, kein Stern! Ich wurde ganz aufgeregt. Sollte das wirklich möglich sein?! Ich zeichnete alles ein, wie ich es sah (soll man ja so machen!) und schaute dann in der Stellarium-App nach. Und es sah wirklich danach aus, als wäre das M 32!! Leute, könnt ihr euch vorstellen, was da in mir abging? M 32 in meinem kleinen Teleskop! Nicht zu fassen! :D:D:D

Fast wäre ich übermütig geworden und hätte auch noch angefangen, nach M 110 zu suchen. Aber da mir inzwischen die Galaxie wieder aus dem Okular entwischt war und auch der Mond sehr hell wurde, hob ich mir das für eine weitere Runde in einer dunkleren Nacht auf. Nachdem ich nun auch mein Messier-Buch konsultiert hab, bin ich ganz zuversichtlich. Denn angeblich sollen die beiden kleineren Galaxien in dieser Gegend sogar per Fernglas erkennbar sein. Wieso ist mir das bis jetzt noch nicht aufgefallen?

Ich wollte mit Doppelsternen weitermachen, zum Beispiel mit Zeta Aquarii. Aber der Mond erhellte den Himmel so sehr, dass der Wassermann kaum erkennbar war. Und nun blendete der Mond bereits über den Dächern sehr. Deshalb packte ich meine Sachen zusammen, schulterte mein Teleskop und zog um auf meinen Balkon.

Dort war der Mond noch hinter dem Dach verborgen. Welch ein Segen so ein Hausdach sein kann!

Jetzt ließ ich das Teleskop erst mal stehen und nahm das 10 x 50 Fernglas zur Hand. Eigentlich hatte ich Kembles Cascade gern zeichnen wollen. Aber der Mond erhellte den Himmel so sehr, dass von den Wasserfall-Sternen nur ein paar zu erkennen waren.

Warum kann man diesen Mond nicht mal kurz ausschalten? Für eine Stunde oder so. Das würde ja schon reichen... :mad:

Ich versuchte mich noch ein wenig am Herz-Nebel (IC 1805) und am Seelen-Nebel (IC 1848). Aber mehr als eine fragliche Aufhellung, die auch eine Wolke sein konnte, wurde das nicht.

Plötzlich kam aus Richtung der Balkontür ein herzzerreißendes "Mau, mau, mauuu!". Katerchen war aufgewacht. Nein, ich lasse die Balkontür nicht offen! Auch nicht für Dich, mein Lieber. Luftunruhe und sowas, verstehst Du?

Raus wollte er gar nicht. Es war ihm zu kalt und die Sterne interessierten ihn nicht. Als ich zu ihm reinging, machte er mir unmissverständlich klar, was er wollte: Futter. Das Abendessen hatte er schon intus. Aber was tut man nicht alles, um seine Tierchen zufriedenzustellen - und in Ruhe nach den Sternen schauen zu können?

Naja, die Pause im Haus war auch für mich ganz angenehm. Denn es war wirklich frisch geworden. Ein Vorteil der Balkon-Beobachtung ist, dass man zwischendurch reingehen kann, sich in eine Decke einwickeln und Kekse futtern, bis man wieder auf Betriebstemperatur gekommen ist!

Als ich wieder draußen war und mir Alamak im Teleskop ansehen wollte, stellte ich fest, dass es dem dort noch steckenden 20 mm Okular anscheinend ebenfalls zu kühl geworden war. Denn es beschlug sofort. Gut, dass ich die kleineren Okulare in der Jackentasche behalten und dort gewärmt hatte. Deshalb konnte ich nach einem Wechsel zum 10 mm Alamak in seiner ganzen Schönheit bewundern. Leute, werft mal einen Blick zu ihm rauf! Der kann es mit Albireo aufnehmen! Leicht zu trennen und wunderschöner Farbkontrast! Die hellere Komponente goldfarben und der kleinere Begleiter bläulich.

Tja, und dann wollte ich eigentlich noch ein paar Doppelsterne in der Kassiopeia ansteuern. Aber die standen alle zu "zenitig". Das wäre eine rechte Verrenkerei geworden, drum ließ ich das.

Epsilon Lyrae stand in einer günstigen Position. Zumindest was das Verrenken betraf. Und da ich sowieso nochmal versuchen wollte, ihn als Vierfachsystem aufzulösen, richtete ich mein Teleskop auf ihn. Im 6 mm Okular (116x) konnte ich die beiden Hauptkomponenten nicht wirklich auftrennen. Aber sie sahen zumindest etwas länglich verzogen aus.

Dann war ich wieder so durchgefroren, dass ich es gut sein ließ. Ich räumte alles auf, schaute nochmal nach dem nun satten und zufriedenen Kater und nahm eine Wärmflasche mit ins Bett. Natürlich nicht, ohne vorher noch ganz schnell Jupiter gute Nacht zu sagen... ;)

Herzliche Grüße
und gute nächtliche Sicht euch allen!

Sabine
 

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Hi Sabine,

wieder ein schöner Beobachtungsbericht von dir. Ich lese die sehr gerne! Jupiter wird es dir sicher verzeihen, wenn du ihm mal fremdgehst. Andere Mütter haben schließlich auch schöne Söhne. Oder Töchter, wie im Fall von Andromeda. Die konnte ich vor rund einem Jahr von der Nordsee aus beobachten in meinem 8 Zoll Dobson. Dann natürlich deutlich mit M32 und M110. Und es ist gar nicht peinlich, wenn du eine Weile suchen musst. Ging mir genauso. Ich bin nämlich zu doof, über's Teleskop zu peilen. Besonders peinlich wurde es, als ich ca. eine halbe Stunde im Übersichtsokular und Telradsucher (!) den Ringnebel suchte. Und ich war mir sicher, dass ich in der richtigen Gegend suchte - der Ringnebel ist eigentlich kaum zu verfehlen. Tja, schlussendlich und kurz bevor ich aufgeben wollte, ist mir aufgefallen, dass ich den Ringnebel schon die ganze Zeit im Okular hatte. Nur war der im Übersichtsokular so klein, dass es mir nicht aufgefallen war _affeaugen:. Aber die gute Nachricht: Mit der Zeit findet die Objekte immer schneller :)

Aufgrund deines Berichts habe ich mir vorgenommen, mal Kembles Wasserfall auf's Korn zu nehmen. Dh falls es irgendwann mal wieder einen klaren Himmel geben sollte. Heute war es tagsüber nahezu perfekt. Blauer Himmel, keine Cirren und pünktlich zur einsetzenden Dämmerung kam den Wolken von Westen her. Wer will mich hier eigentlich verar*****?

Liebe Grüße,
Ulrike
 
Grüß Dich Ulrike,

und danke für den netten Kommentar!

Jupiter wird es dir sicher verzeihen, wenn du ihm mal fremdgehst. Andere Mütter haben schließlich auch schöne Söhne. Oder Töchter, wie im Fall von Andromeda.
Naja, er wird sich ja in absehbarer Zeit auch wieder für eine Weile komplett vom Acker machen. Da muss man dann schon mal rechtzeitig anfangen, neue Kontakte zu knüpfen. Wird trotzdem dann eine ganz schwierige Strecke werden, bis er wieder da ist. Ich fürchte, weder Andromeda noch Orion können mir da wirklich drüber weg helfen. Aber was will man machen? Planeten sind unstete Gesellen. Und Jupiter könnte es auch so machen wie Mars - der verschwindet immer gleich für anderthalb Jahre. Das würde mir echt das Herz brechen...

Die konnte ich vor rund einem Jahr von der Nordsee aus beobachten in meinem 8 Zoll Dobson. Dann natürlich deutlich mit M32 und M110. Und es ist gar nicht peinlich, wenn du eine Weile suchen musst. Ging mir genauso. Ich bin nämlich zu doof, über's Teleskop zu peilen. Besonders peinlich wurde es, als ich ca. eine halbe Stunde im Übersichtsokular und Telradsucher (!) den Ringnebel suchte. Und ich war mir sicher, dass ich in der richtigen Gegend suchte - der Ringnebel ist eigentlich kaum zu verfehlen. Tja, schlussendlich und kurz bevor ich aufgeben wollte, ist mir aufgefallen, dass ich den Ringnebel schon die ganze Zeit im Okular hatte.
Herrlich, dass man mit seiner Unfähigkeit nicht ganz allein ist. Da wünsche ich mir manchmal schon ein GoTo. Aber damit muss man auch erst mal umgehen können. Und dann denke ich mir: Alle diese GoTo-Beobachter, die sich nicht so anstrengen müssen wie wir mit der Sucherei, die würden noch viel länger brauchen, wenn sie es mal ohne technische Unterstützung angehen müssten!

Aufgrund deines Berichts habe ich mir vorgenommen, mal Kembles Wasserfall auf's Korn zu nehmen.
Ja, mach das! Am besten mit Fernglas oder etwas in dieser Größenordnung. Dann passt auch alles in ein Blickfeld. Und man findet so Sachen auch schneller als mit dem Teleskop.

Dann wünsche ich Dir noch, dass das Wetter auch bei Dir mal gnädig ist. Spätestens im Herbst und Winter, wenn Deine Lieblings-Objekte auf Dich warten!

Viele Grüße
Sabine
 
Hallo Sabine,
schöner, kurzweiliger Bericht, der auch die irdischen Gegebenheiten nicht ausläßt! Igel können ganz schön laut sein, wenn sie um Teleskop und Beobachter pirschen, so schreckte mich mal einer im vergangenen Jahr auf meiner Terrasse auf. Mir war dann aber schnell klar, dass das Größenverhältni zu meinen Gunsten ausfiel :) und ausserdem bin ich froh, dass er noch da ist, nachdem die hiesigen Stadtväter ein Neugebiet hinter meinem Garten entstehen ließen. Dazu mussten sie erstmal ein Umweltgutachten in ein weniger konsequentes "Umweltgutachten" umwandeln. Das ist aber eine andere Geschichte und das astronomische daran sind wohl nur die Baukosten.

Was mir in Deinem Zeichenbuch gut gefallen hat, ist das "Verschwinde-Eck" :):) . Besser kann man's nicht sagen, das merke ich mir! Wir Männer sind da ja sooo sachlich. Ich musste ebenso herzlich wie wohlwollend lachen; danke dafür.

Ohne Jupiter: Orion wird dir darüber weghelfen; warte mal den Orionnebel ab! Möglicherweise kann ein UHC-Filter da dann noch mehr helfen. Meine Tochter war vor einigen Jahren schon im handgehaltenen und damit wackeligen Fernglas ein bisschen aus dem Häuschen.

Du hast ein 10x50 FG! Das bietet schon einiges am Himmel an. In Kombination mit Liegestuhl und Decke und einer App kann man sehr viele Deepsky-Objekte finden. Guck man hier: Fachgruppe Deep-Sky - Vereinigung der Sternfreunde e.V.
Man muss aber sagen, dass die Kollegen teils unter stockfinsterem Himmel gucken, das ist dann schwarz wie im Kohleflöz. Galaxien reagieren immer ziemlich zickig auf Streulicht.

Viele Grüße
Uwe
 
Hallo Uwe,

danke für das nette Feedback! ;)

Igel können ganz schön laut sein, wenn sie um Teleskop und Beobachter pirschen, so schreckte mich mal einer im vergangenen Jahr auf meiner Terrasse auf. Mir war dann aber schnell klar, dass das Größenverhältni zu meinen Gunsten ausfiel :) und ausserdem bin ich froh, dass er noch da ist, nachdem die hiesigen Stadtväter ein Neugebiet hinter meinem Garten entstehen ließen. Dazu mussten sie erstmal ein Umweltgutachten in ein weniger konsequentes "Umweltgutachten" umwandeln. Das ist aber eine andere Geschichte und das astronomische daran sind wohl nur die Baukosten.
Ja, die Igel! Vom Größenverhältnis her sind wir wirklich im Vorteil. Nur bei den Stacheln wirds dann doch schwieriger.


Was mir in Deinem Zeichenbuch gut gefallen hat, ist das "Verschwinde-Eck" :):) . Besser kann man's nicht sagen, das merke ich mir! Wir Männer sind da ja sooo sachlich. Ich musste ebenso herzlich wie wohlwollend lachen; danke dafür.
Ja, Du und die Himmelsrichtungen waren da gestern lebhaft mit dabei. Eigentlich wollte ich die Richtungen ja weglassen. Chaos-Beobachtungsrunde einfach nur zum Genießen, ohne viel zu überlegen. Aber wenn man mal was erfahren hat, kann man es auch nicht einfach wieder aus seinem Kopf verbannen. Dummerweise.

Ganz so leicht war das mit dem Verschwinde-Eck (im runden Okular, fällt mir grad auf) gar nicht. Wenn da mehr Sterne drin waren, dann verschwanden die über die ganze Seite. Wieder nix Eindeutiges! Also da hatte ich Dich dann nicht mehr so gern... Bis ich es mal nur mit einem einzigen Stern versuchte.

Und noch schlimmer wurde es, als ich dann Norden nach Deiner Regel eingezeichnet hatte und anschließend die Sache anhand von Polaris am Himmel überprüfte. Also, da war ich dann zeitweise der Überzeugung, dass sogar Du Dich mal irren konntest. Bis der Groschen fiel und mir klar wurde, dass das Bild in meinem Teleskop ja seitenverkehrt war. O Mann, Uwe, war ich froh, dass es am Ende doch einigermaßen stimmte!

Ja, der Orionnebel könnte mich über den Winter retten. Auch wenn ich momentan nicht mehr weiß, wie ich das mit der Kälte die letzten Jahre geschafft hab.

Und die Sache mit dem Fernglas im Liegestuhl ist auch so eine der neuen Gewohnheiten, die ich diesen Sommer oft genossen hab. Mit schöner Musik im Kopfhörer, dem Kater auf dem Bauch. Ach ja. Da weiß ich auch noch nicht, wie ich den Winter über ohne zurechtkommen soll.

Viele Grüße und danke nochmal für den Tipp mit den Himmelsrichtungen! Vielleicht kapier ich die Sache ja doch noch.

Viele Grüße und klare Nächte
Sabine
 
Naja, er wird sich ja in absehbarer Zeit auch wieder für eine Weile komplett vom Acker machen. Da muss man dann schon mal rechtzeitig anfangen, neue Kontakte zu knüpfen. Wird trotzdem dann eine ganz schwierige Strecke werden, bis er wieder da ist. Ich fürchte, weder Andromeda noch Orion können mir da wirklich drüber weg helfen. Aber was will man machen? Planeten sind unstete Gesellen. Und Jupiter könnte es auch so machen wie Mars - der verschwindet immer gleich für anderthalb Jahre. Das würde mir echt das Herz brechen...
Dann warte ab, bis du Orion und vor allem sein Schwert (huch, da klingt doppeldeutig) in seiner wahren Pracht siehst. Neben dem Orionnebel, in dem du den Sternen bei der Geburt zuschauen kannst, findest du in Sigma Orionis ein Mehrfachsystem zum auflösen. Beteigeuze ist tiefrot und ein guter Kandidat für eine Supernova. Da gibt's also viel zu gucken. Das wird dir sicher über deinen Liebeskummer hinweghelfen :)

Herrlich, dass man mit seiner Unfähigkeit nicht ganz allein ist. Da wünsche ich mir manchmal schon ein GoTo. Aber damit muss man auch erst mal umgehen können. Und dann denke ich mir: Alle diese GoTo-Beobachter, die sich nicht so anstrengen müssen wie wir mit der Sucherei, die würden noch viel länger brauchen, wenn sie es mal ohne technische Unterstützung angehen müssten!

Ja, mach das! Am besten mit Fernglas oder etwas in dieser Größenordnung. Dann passt auch alles in ein Blickfeld. Und man findet so Sachen auch schneller als mit dem Teleskop.
Ich denke, der Lerneffekt ist größer, wenn man die Objekte selbst aufsucht, das ist richtig. Für die visuelle Beobachtung habe ich auch kein GoTo genutzt. Für die Fotografie ist es allerdings ein Geschenk des Himmels. Mein Kollege aus dem Verein kriegt das auch so hin und ich bewundere das. Er sucht sich irgendwelche markanten Punkte in der Nähe des Objekts und steuert dann von dort aus den Bereich an, den er fotografieren möchte. Ich glaube nicht, dass ich das hinkriegen würde.

Ich dachte übrigens daran, Kembles Kaskade fotografisch einzufangen. Ich habe mir das schon in Stellarium angeschaut. Die passt gut in meine Optik rein und NGC 1502 passt auch noch mit drauf. Wie gesagt, wenn es mal wieder einen klaren Himmel gibt. Auch die gesamte nächste Woche sieht sehr bescheiden aus.

Liebe Grüße,
Ulrike
 
Dann warte ab, bis du Orion und vor allem sein Schwert (huch, da klingt doppeldeutig) in seiner wahren Pracht siehst.
Ulrike, Ulrike! Na, da muss ich dann doch ganz genau hinschauen... :LOL:

Neben dem Orionnebel, in dem du den Sternen bei der Geburt zuschauen kannst, findest du in Sigma Orionis ein Mehrfachsystem zum auflösen. Beteigeuze ist tiefrot und ein guter Kandidat für eine Supernova. Da gibt's also viel zu gucken. Das wird dir sicher über deinen Liebeskummer hinweghelfen
Ja, da freu ich mich schon drauf. Hängt Beteigeuze denn noch dort oben? Um die bange ich seit letztem Winter etwas. Du hast Orion heuer ja schon gesehen. Beteigeuze ist noch da, ja??

Ich dachte übrigens daran, Kembles Kaskade fotografisch einzufangen. Ich habe mir das schon in Stellarium angeschaut. Die passt gut in meine Optik rein und NGC 1502 passt auch noch mit drauf. Wie gesagt, wenn es mal wieder einen klaren Himmel gibt. Auch die gesamte nächste Woche sieht sehr bescheiden aus.
Das ist eine prima Idee! Dieses Foto würde mich sehr interessieren. Hab schon überlegt, den Wasserfall mal von einem Foto abzuzeichnen (eher aus dem künstlerischen Blickwinkel heraus, aber auch, um ihn besser kennenzulernen und beim "live"-Anblick vielleicht ein paar Details mehr wahrzunehmen als bis jetzt. Magst mich ein wenig zu Deinem Foto hinschubsen, wenn Du es hier zeigst? Damit ich es nicht versehentlich verpasse.

Und nun drück ich Dir erst recht sämtliche Daumen für gutes Foto-Wetter! Es muss doch auch bei Dir mal wieder was werden!! :y:

Einen schönen Sonntag Dir und auch allen anderen hier
Sabine
 
Hallo Sabine,

Du mischt das Forum hier ganz schön auf.
Jahrelang lag es darnieder und nur die Kometenfreunde hatten hier vernünftiges Auskommen.

Solche Berichte wie Deine motivieren sicherlich auch einige der alten Hasen unter uns. Ich fühle mich beispielsweise ein wenig an meine Anfangszeit erinnert ... vor allem bin ich auch mal grandios gescheitert auf er Suche nach M 57 mit einem 3" Refraktor. Aber ich denke, das gehört einfach mit dazu bei jedem, der dieses Hobby für sich entdeckt hat und das muss dann auch nicht peinlich sein.
Im Übrigen sehe ich das wie Du und Ulrike, selber Suchen ist allemal besser als Goto. Zu Vorführzwecken in Sternwarten finde ich Goto gut. Ansonsten sollte jeder ernsthafte Visuelle den Himmel für sich selbst entdecken. Es gibt so viele schöne Regionen zu entdecken, ohne dass dort ein auffälliges Objekt verortet sein muss.

... Und es sah wirklich danach aus, als wäre das M 32!! Leute, könnt ihr euch vorstellen, was da in mir abging? M 32 in meinem kleinen Teleskop! Nicht zu fassen! :D:D:D

Fast wäre ich übermütig geworden und hätte auch noch angefangen, nach M 110 zu suchen. Aber da mir inzwischen die Galaxie wieder aus dem Okular entwischt war und auch der Mond sehr hell wurde, hob ich mir das für eine weitere Runde in einer dunkleren Nacht auf. Nachdem ich nun auch mein Messier-Buch konsultiert hab, bin ich ganz zuversichtlich. Denn angeblich sollen die beiden kleineren Galaxien in dieser Gegend sogar per Fernglas erkennbar sein. Wieso ist mir das bis jetzt noch nicht aufgefallen?
Ich würde es anders formulieren - M 32 bei Deinen Himmelsbedingungen ist eine Leistung. Schön, dass Dir die Galaxie aufgefallen ist. Sie wird dann nämlich mit fortschreitender Helligkeit immer kompakter bis sie wirklich nur noch als Stern erkennbar ist. Ansonsten geht dies Galaxie in der Tat auch in kleinen Ferngläsern (bei gutem Himmel).
M 110 ist das ein wenig schwerer, weil die Flächenhelligkeit nicht so hoch ist. Sie sollte aber auch gehen. Versuche das nächste Mal einfach etwas höher zu vergrößern. Ich denke mit einer Austrittspupille von 2,5 bis 2 mm sollte unter aufgehelltem Himmel auch etwas möglich sein. Und sie steht ziemlich weit entfernt von M 31, weiter als man regelmäßig vermuten würde. Da täuschen die Fotografien halt immer über das visuell sichtbare Ausmaß von M 31 hinweg.

Ich versuchte mich noch ein wenig am Herz-Nebel (IC 1805) und am Seelen-Nebel (IC 1848). Aber mehr als eine fragliche Aufhellung, die auch eine Wolke sein konnte, wurde das nicht.
Ui, schwierig. Viele werden sicher etwas anderes behaupten, ich bin der Meinung, die beiden Nebel machen erst richtig Freude in mittleren Teleskopen. An IC 1805 (Herznebel) habe ich mir mit 3" oder 4" regelmäßig die Zähne ausgebissen. IC 1848 hat zwar schon einmal mit 4" und [OIII]-Filter geklappt, aber die Sichtung war nicht berauschend.
Probiere stattdessen doch gerne mal den Pacman-Nebel NGC 281 im Sternbild Kassiopeia, wenn Du es nicht schon getan hast. Der ist wirklich einfach und ist mir sogar schon im 10x35 FG ohne Filter aufgefallen. Da sollte er in Deinem Teleskop mit UHC auf jeden Fall gehen.

Zum Thema Kater/Katzen alt treue Mitbeobachter könnte ich auch einige Lieder singen. Am skurrilsten fand ich, dass eine unserer Katzen mal eine Maus verspeist hat ... genau unter mir/meinem Astrostuhl. Nicht wirklich ein schönes Geräusch Link zur Grafik: https://smilies.4-user.de/include/Essen/smilie_essen_195.gif.

Hallo Uwe,
Du hast ein 10x50 FG! Das bietet schon einiges am Himmel an. In Kombination mit Liegestuhl und Decke und einer App kann man sehr viele Deepsky-Objekte finden. Guck man hier: Fachgruppe Deep-Sky - Vereinigung der Sternfreunde e.V.
Man muss aber sagen, dass die Kollegen teils unter stockfinsterem Himmel gucken, das ist dann schwarz wie im Kohleflöz.
Hey schön, dass Du Roberts Projekt verlinkt hast. Da kann übrigens jeder mitmachen und auch Beobachtungen unter weniger guten Himmelsbedingungen sind ausdrücklich erlaubt. Von dieser Seite kommt man nur nicht weiter. Der Link ist vielleicht besser: Deep Sky mit dem Fernglas
Ich versaue da ein wenig den Schnitt mit meinem guten Himmel, die anderen beobachten aber häufiger auch aus der Stadt heraus.

Sabine, grundsätzlich sind alle Messierobjekte in einem 10x50-Fernglas erreichbar. Das wäre vielleicht ein schönes Ziel. Mir haben sich ganz viele Messierobjekte auch erst erschlossen, als ich die Objekte mal etwas systematischer angegangen bin.

Beste Grüße

Rene
 
Ja, da freu ich mich schon drauf. Hängt Beteigeuze denn noch dort oben? Um die bange ich seit letztem Winter etwas. Du hast Orion heuer ja schon gesehen. Beteigeuze ist noch da, ja??
Nach dem letzten Stand der Dinge ist alles noch dran am Orion, keine Sorge ;) Schulter, Kopf und *räusper* das Schwert. Anscheinend hatte die Verdunklung von Beteigeuze wohl nichts mit einem Ausbruch zu tun. Und wenn doch, dann werden wir es leider nicht mitkriegen, weil das Licht leider zu lange braucht, bis es hier ist.

Das ist eine prima Idee! Dieses Foto würde mich sehr interessieren. Hab schon überlegt, den Wasserfall mal von einem Foto abzuzeichnen (eher aus dem künstlerischen Blickwinkel heraus, aber auch, um ihn besser kennenzulernen und beim "live"-Anblick vielleicht ein paar Details mehr wahrzunehmen als bis jetzt. Magst mich ein wenig zu Deinem Foto hinschubsen, wenn Du es hier zeigst? Damit ich es nicht versehentlich verpasse.
Mache ich doch gerne. Kembles Kaskade war übrigens auch mal ein Apod. Ich fürchte, die Qualität werde ich nicht erreichen. Besonders mit den Spikes bei den hellen Sternen wirkt das Bild richtig brillant. Wobei die Spikes, wie ich gerade gelesen habe, wohl im Rahmen der Bildbearbeitung hinzugefügt wurden. Das ist ja witzig... wusste gar nicht, dass das möglich ist. Normal entstehen die durch die Fangspiegelstreben im Newton.

Viele Grüße,
Ulrike
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo ihr!
Du mischt das Forum hier ganz schön auf.
Jahrelang lag es darnieder und nur die Kometenfreunde hatten hier vernünftiges Auskommen.
Ich mach doch gar nichts! :oops:

Ich würde es anders formulieren - M 32 bei Deinen Himmelsbedingungen ist eine Leistung. Schön, dass Dir die Galaxie aufgefallen ist. Sie wird dann nämlich mit fortschreitender Helligkeit immer kompakter bis sie wirklich nur noch als Stern erkennbar ist. Ansonsten geht dies Galaxie in der Tat auch in kleinen Ferngläsern (bei gutem Himmel).
M 110 ist das ein wenig schwerer, weil die Flächenhelligkeit nicht so hoch ist. Sie sollte aber auch gehen. Versuche das nächste Mal einfach etwas höher zu vergrößern. Ich denke mit einer Austrittspupille von 2,5 bis 2 mm sollte unter aufgehelltem Himmel auch etwas möglich sein. Und sie steht ziemlich weit entfernt von M 31, weiter als man regelmäßig vermuten würde. Da täuschen die Fotografien halt immer über das visuell sichtbare Ausmaß von M 31 hinweg.
Vielleicht ist mir M 32 deshalb noch nicht schon früher aufgefallen, weil sie da evtl. eher wie ein Stern ausgesehen hat. Andererseits schaut man sich ein Objekt oder eine Himmelsregion viel genauer an, wenn man versucht sie zu zeichnen. Da sieht man dann Dinge, die einem bislang nicht aufgefallen sind.

Werd das auf alle Fälle weiter im Blick behalten. Es ist wirklich spannend, wie sich das, was man am Nachthimmel erkennt, mit der Zeit und der zunehmenden Erfahrung verändert. Als ich in meiner Vor-Astronomie-Zeit mit dem Fernglas nachts mal nach den Sternen schaute, waren das alles einfach nur Sterne. Viele Sterne. Und ich hätte niemals auch nur die auffälligsten Sterne eines Sternbildes sicher identifizieren können.

Und nun passiert es immer öfter, dass ich beim ziellosen Herumschauen mit dem Fernglas plötzlich über irgend etwas Nebliges stolpere. Wenn es dann auch noch etwas Unerwartetes ist, durchfährt es mich dabei häufig so richtig. Und ich denke mir: "Ist da was? Ist da wirklich was? Ja, da ist wirklich was!" Und inzwischen hab ich auch etwas, wo ich nachschauen kann und meine Beobachtung mit einer Sternkarte überprüfen. Und mich freuen, wenn meine Vermutung sich bestätigt.

Durch die Zeichnerei und das immer intensivere Beschäftigen mit dem Nachthimmel hab ich in letzter Zeit das Gefühl, dass sich dieser Blick für den Nachthimmel auch jetzt wieder verändert. Kaum glaubt man, am Ende seiner Möglichkeiten angekommen zu sein, geht doch in dem einen oder anderen Bereicht noch etwas mehr. Das ist so spannend!

Diese Erfahrung konnte ich grad mit der Fernglasbeobachtung sehr deutlich machen. Beim Teleskop geht es in Sachen Beobachtungsqualität auch voran. Aber es ist viel mühsamer als beim Fernglas, ein angestrebtes Objekt überhaupt auch nur zu finden. Weil da auch bei einer geringen Vergrößerung alles nochmal viel detaillierter sichtbar ist. Starhopping mit dem Fernglas hab ich inzwischen einigermaßen drauf. Aber beim Teleskop sind die Dimensionen wieder völlig anders und da muss ich erst noch ein Gefühl für das, was ich an Sternen dort sehe, ihre unterschiedlichen Helligkeiten und die Abstände zwischen ihnen entwickeln.

Und das kann schon mal anstrengend werden, wenn man gefühlte Ewigkeiten nach etwas sucht und es dann schließlich nicht findet. Und dann ist alles auch noch seitenverkehrt. Da greif ich dann oft lieber wieder zum Fernglas und nehme in Kauf, bestimmte Objekte eben nicht erkennen zu können. Aber das ist halt auch beim Teleskop eine Sache der Übung und der Erfahrung.

Probiere stattdessen doch gerne mal den Pacman-Nebel NGC 281 im Sternbild Kassiopeia, wenn Du es nicht schon getan hast. Der ist wirklich einfach und ist mir sogar schon im 10x35 FG ohne Filter aufgefallen. Da sollte er in Deinem Teleskop mit UHC auf jeden Fall gehen.
Mach ich!

Hey schön, dass Du Roberts Projekt verlinkt hast. Da kann übrigens jeder mitmachen und auch Beobachtungen unter weniger guten Himmelsbedingungen sind ausdrücklich erlaubt. Von dieser Seite kommt man nur nicht weiter. Der Link ist vielleicht besser: Deep Sky mit dem Fernglas
Ich versaue da ein wenig den Schnitt mit meinem guten Himmel, die anderen beobachten aber häufiger auch aus der Stadt heraus.
Ja, das Projekt ist sehr interessant. Auch die "Doppelsterne im kleinen Refraktor" bieten schon eine Fülle an Objekten für kleine Gerätschaften, mit der man eine Weile was zu tun hat. Vielen Dank für die Tipps!

Zum Thema Kater/Katzen alt treue Mitbeobachter könnte ich auch einige Lieder singen. Am skurrilsten fand ich, dass eine unserer Katzen mal eine Maus verspeist hat ... genau unter mir/meinem Astrostuhl. Nicht wirklich ein schönes Geräusch Link zur Grafik: https://smilies.4-user.de/include/Essen/smilie_essen_195.gif.
O nein! Das mag ich mir gar nicht vorstellen!

Nach dem letzten Stand der Dinge ist alles noch dran am Orion, keine Sorge ;) Schulter, Kopf und *räusper* das Schwert. Anscheinend hatte die Verdunklung von Beteigeuze wohl nichts mit einem Ausbruch zu tun. Und wenn doch, dann werden wir es leider nicht mitkriegen, weil das Licht leider zu lange braucht, bis es hier ist.
Na, dann ist es ja gut. Wenn Beteigeuze noch da ist - und das Schwert, vor allem auch das Schwert... :)

Mache ich doch gerne. Kembles Kaskade war übrigens auch mal ein Apod. Ich fürchte, die Qualität werde ich nicht erreichen. Besonders mit den Spikes bei den hellen Sternen wirkt das Bild richtig brillant. Wobei die Spikes, wie ich gerade gelesen habe, wohl im Rahmen der Bildbearbeitung hinzugefügt wurden. Das ist ja witzig... wusste gar nicht, dass das möglich ist. Normal entstehen die durch die Fangspiegelstreben im Newton.
Danke, das ist nett von Dir! Das verlinkte Bild ist sehr schön. Aber ich werd für das Zeichnen auf Deines warten. Es muss ja nicht immer das Maximum herausgeholt werden. Hauptsache es macht Spaß!

Viele Grüße
Sabine
 
Hallo in die Runde,

na das ist hier ja wieder eine inspirierende Diskussion :).

Heute Abend waren bei uns nach der Regenfront zwei Stündchen klarer Himmel angekündigt. Bei solchen Wetterlagen hat man ja oft eine sehr klare Durchsicht und so war das auch heute Abend. Aufgrund Sabines Beiträgen habe ich mich mal um Kemble's Cascade gekümmert und ein paar Aufnahmen gemacht.
Zum Einsatz kam meine alte unmodifizierte EOS450d am 70mm/f5 Quadruplet-Refraktor, das Ganze auf der uralten Vixen SP-DX in meiner Faltdach-Sternwarte.
Da es hier ja vorwiegend um visuelle Beobachtung geht, habe ich das Ergebnis auf meinen Webspace gelegt und setze hier nur den Link dort hin:

https://skyviewer.de/galerie/reload/APQ/2021-09-27_kembles-cascade_ngc1502.jpg
15 x 30 Sekunden bei 800ASA, kamerainterner Dark-Abzug, Bearbeitung in Fitswork.

Die schwächeren Sterne wurden mit dem Media-Filter etwas glatt gebügelt, damit die Cascade besser raus kommt. Im Originalbild säuft sie in den vielen kleinen Sternen förmlich ab.
Zumindest habe ich die Sternformation dann auch noch im 8 x40 Fernglas aufgesucht und wäre damit hier im visuellen Board nicht so ganz falsch. Damit konnte ich aber nur die helleren Sterne sehen. Ein kleiner Refraktor ist da visuell bestimmt ein prima Gerät für diesen schönen Asterismus.

Viele Grüße & CS,
Reinhard
 
https://skyviewer.de/galerie/reload/APQ/2021-09-27_kembles-cascade_ngc1502.jpg
15 x 30 Sekunden bei 800ASA, kamerainterner Dark-Abzug, Bearbeitung in Fitswork.

Die schwächeren Sterne wurden mit dem Media-Filter etwas glatt gebügelt, damit die Cascade besser raus kommt. Im Originalbild säuft sie in den vielen kleinen Sternen förmlich ab.
Hi Reinhard,
ich hätte tatsächlich vermutet, dass man die Kaskade deutlicher sieht :oops: Ich bin mal gespannt, ob ich das dann hinbekomme und wie sich das im Liveview der Kamera abbildet. Das Gesichtsfeld muss ich ziemlich penibel festlegen, so dass die Kaskade auch drauf passt. Das wird interessant, wenn man sie nicht richtig sieht.

VG,
Ulrike
 
Sollte sich endlich mal wieder eine Gelegenheit ergeben, werde ich Alamak suchen. Bis dahin erfreue ich mich an meiner Aufnahme von Albireo, der/die schon schöne Farben zu bieten hat...
 

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Guten Abend allerseits!

Na, da lassen sich ja schon wieder einige anstecken, herrlich! Hat hoffentlich nur erfreuliche Nebenwirkungen... :)

Heute Abend waren bei uns nach der Regenfront zwei Stündchen klarer Himmel angekündigt. Bei solchen Wetterlagen hat man ja oft eine sehr klare Durchsicht und so war das auch heute Abend. Aufgrund Sabines Beiträgen habe ich mich mal um Kemble's Cascade gekümmert und ein paar Aufnahmen gemacht.
Zum Einsatz kam meine alte unmodifizierte EOS450d am 70mm/f5 Quadruplet-Refraktor, das Ganze auf der uralten Vixen SP-DX in meiner Faltdach-Sternwarte.
Da es hier ja vorwiegend um visuelle Beobachtung geht, habe ich das Ergebnis auf meinen Webspace gelegt und setze hier nur den Link dort hin:

https://skyviewer.de/galerie/reload/APQ/2021-09-27_kembles-cascade_ngc1502.jpg
15 x 30 Sekunden bei 800ASA, kamerainterner Dark-Abzug, Bearbeitung in Fitswork.

Die schwächeren Sterne wurden mit dem Media-Filter etwas glatt gebügelt, damit die Cascade besser raus kommt. Im Originalbild säuft sie in den vielen kleinen Sternen förmlich ab.
Danke für das Foto, Reinhard! Recht viel auffälliger hab ich den Wasserfall auch noch nie gesehen. Bis jetzt hab ich ihn aber fast ausschließlich mit meinem 10 x 50 Fernglas angeschaut. Einmal hab ich es mit dem Teleskop versucht, mit dem größten Okular (20 mm). Bis heute bin ich mir nicht sicher, ob ich letztendlich wirklich die richtige Himmelsstelle erwischt hab. Denn so eindeutig wie im Fernglas oder auf Deinem Foto sah das dort nicht aus. Und es ist schwierig, die Kaskade am Himmel zu finden. Denn in der Nachbarschaft gibt es auch keine besonders auffälligen Sterne oder so, an denen man sich orientieren könnte. Wird noch ein längeres Suchspiel werden, bis ich sie sicher finde. Aber an sowas haben wir ja Freude, nicht?? ;)

Zumindest habe ich die Sternformation dann auch noch im 8 x40 Fernglas aufgesucht und wäre damit hier im visuellen Board nicht so ganz falsch. Damit konnte ich aber nur die helleren Sterne sehen. Ein kleiner Refraktor ist da visuell bestimmt ein prima Gerät für diesen schönen Asterismus.
Ja, der Refraktor wäre dafür bestimmt ein prima Gerät - sobald man diesen schönen Asterismus damit gefunden hat. Auch wenn man weniger Sterne erkennt als im Teleskop, finde ich hier das Fernglas fast besser. Zumindest zielführender.

Sollte sich endlich mal wieder eine Gelegenheit ergeben, werde ich Alamak suchen. Bis dahin erfreue ich mich an meiner Aufnahme von Albireo, der/die schon schöne Farben zu bieten hat...
Sehr schönes Foto von Albireo, vielen Dank fürs Zeigen!

Herzliche Grüße und euch allen gute Sicht auf die Sterne!
Sabine
 
Hallo in die Runde,

ich habe mir das oben verlinkte APOD von Kemble's Cascade mal angeschaut und habe mir daraufhin noch mal meine Aufnahme vorgenommen. Beim APOD wird ja deutlich mehr Farbe gezeigt, das hat natürlich was. Meine Neubearbeitung ist deshalb auch etwas farbiger ausgefallen und ich habe die schwächeren Sterne nicht so intensiv platt gebügelt. Mit synthetischen Spikes kann ich natürlich nicht dienen, Fitswork bietet dazu keine Funktion so weit ich weiß. Hier der Link zur neuen Version:

https://skyviewer.de/galerie/reload/APQ/2021-09-27_kembles-cascade_ngc1502_color.jpg

Wenn ich das Objekt nochmal aufnehmen sollte, dann werde ich etwas kürzer und mit niedrigerer ISO-Einstellung aufnehmen um die Sterne nicht so auszubrennen. Dann dürfte auch die farbigere Darstellung besser rüber kommen. Vielleicht gebe ich mir sogar einen Ruck und spanne zwei Drähte über die Öffnung um Spikes zu bekommen, was aber eigentlich gegen meine Überzeugung liefe, aber schön aussehen tuts ja... ;).

Viele Grüße & CS,
Reinhard
 
Hi Reinhard,

für synthetische Spikes gibt's ein Photoshop Plugin. Leider nicht kostenlos. Ich finde die ja auch sehr schön und für mein Gewissen bilde ich mir ein, ich hätte mit einem Newton fotografiert :). Wenn ich dann die Kaskade aufnehme, muss ich mal schauen, wie ich die in der EBV ein wenig vor den anderen Sternen herausstelle.

Hast du die Kaskade im Liveview der Kamera gesehen? Wie genau hast du das Gesichtsfeld eingestellt?

Viele Grüße,
Ulrike
 
Hi Ulrike,

ich habe einen 6x30 Sucher an dem kleinen Apo und mit dem habe ich den Stern HIP18505, der sich mitten in der Cascade befindet, einstellen können. Dann habe ich eine Probebelichtung gemacht und konnte die Cascade mit der Lupenfunktion schön auf dem Display erkennen. Nach einer kleinen Korrektur hat es dann gepasst.
Ich drücke Dir die Daumen und bin auf Dein Ergebnis gespannt.
Bei uns wird die nächsten Tage wohl wettermäßig nichts draus werden :-/

Viele Grüße & CS,
Reinhard
 
Hallo nochmal,

apropos "Sterne herausstellen":
Eckhard Slawik und Uwe Reichert nutzten für die Aufnahmen im "Atlas der Sternbilder" einen leichten Weichzeichner-Filter um die helleren Sterne hervor zu heben. Das wollte ich eigentlich immer schon mal ausprobieren. Ich muss mal meine Filter aus analog-Zeiten raus kramen...

LG & CS
 
Hallo ihr Kaskaden-Fotografinnen und -Fotografen!

Wenn ihr mit diesen Verfeinerungen und Bearbeitungen Freude habt, dann nur zu. Aber die Sterne sehen auch in natura gut aus.

Reinhard, zwinge Dich nicht zu Spikes. Ich zumindest finde Dein Foto so, wie es ist, sehr schön!

Liebe Grüße
und gutes Astro-Wetter euch allen!
Sabine
 
Hallo Sabine - da die Kaskade auch zu meinen Lieblingsasterismen gehört, und ich sie regelmäßig mit dem FG besuche, hab ich mir natürlich auch eine gute Route dorthin überlegt. Ist eigentlich ganz einfach, obgleich in der Nähe nix Gescheites zum Aufsuchen ist: die beiden 'Endsterne' des Cassiopeia-W (epsilon und beta) bilden eine Linie, welche dann in der Länge des Abstandes von e und b in die Richtung wie e zu b liegt, zur Kaskade hin verschoben wird. Dort am Endpunkt der imaginären Linie sieht man mit bloßem Auge drei 5mag Sterne, die einen schwachen Bogen beschreiben, und durch den linken geht die Kaskade durch. Sieht man die drei nicht, lohnt sich auch der Anblick nicht.
Mit Canon 10x42IS oder auch dem 15x60er Miyauchi (22x ist schon zu eng) sieht sie sehr schön aus, wobei die Auflösung von NGC 1502 natürlich eher im 100er Glas gelingt.
Probier's mal aus - ist einfacher als es beschrieben ist.

gutes Gelingen
Manfred
 
Hallo allerseits,

diese Nacht konnte ich nochmal ein paar Wolkenlücken nutzen. Sabines letzte Anmerkung kam aber zu spät, ich hatte schon einen Vorsatz mit zwei Schaschlik-Spießen gebastelt und der musste natürlich ausprobiert werden ;). Es kamen 144 Aufnahmen mit je 10 Sekunden bei 400 ASA zusammen. Den Dark-Abzug erledigte die Kamera, Flats und Flat-Darks habe ich dann auch noch gemacht. Bearbeitung wieder in Fitswork. Hier der Link zum Ergebnis (33% Größe):

https://skyviewer.de/galerie/reload/APQ/2021-09-29_kembles-cascade_ngc1502.jpg

Das Hervorheben der Kaskade, so wie auf dem weiter oben verlinkten APOD, ist mir aber mit Abstand nicht gelungen. Ich hätte dazu die Hauptsterne der Kaskade einer Sonderbehandlung unterziehen müssen und das widerspricht total meiner Philosophie der Bildverarbeitung. Trotzdem finde ich diese Version als die mir bisher am besten gelungene.

Viele Grüße, CS & gute N8,
Reinhard

PS:
Warum aber der Hintergrund in der linken oberen Ecke so rot ist kann ich mir im Moment nicht erklären. Da werde ich nochmal nachforschen, aber nicht mehr diese Nacht.
 
Hi Reinhard,

sieht doch prima aus :). Ich hatte mir dein Foto gestern noch mal auf dem Handy angeschaut. Dort in dem Mäusekino kommt die Kaskade sogar besser zum Vorschein, weil das Bild so klein ist, dass ich nur die hellste Sterne erkannt habe :)

Die Spieße haben ihre Wirkung gezeigt. Sieht nicht schlecht aus. Frage: Warum nur 10 Sek. Belichtungszeit? Der Rotstich links oben ist mir nur aufgefallen, weil du es erwähnt hattest. Für mich sieht das ein bisschen aus wie horizontale Streifen. Möglich, dass mich aber hier mein Bildschirm täuscht.

VG,
Ulrike
 
Hallo Ulrike,

das wird jetzt hier im visuellen Board langsam etwas Foto-lastig, ich hoffe das nimmt uns Niemand übel. Aber in einem anderen Board einen neuen Thread aufzumachen würde auch alles aus dem Zusammenhang reißen, deshalb erkläre ich mal warum ich so kurz belichtet habe:

Die Farbinformation steckt beim Digitalfoto in den Intensitätsunterschieden zwischen den Rot- Grün- und Blau-Werten in jedem einzelnen Pixel.
Ein Bildsensor kann nur einen begrenzten Intensitätsbereich in ein elektrisches Signal umwandeln. Ist die Lichtintensität zu hoch, dann wird der Sensor "gesättigt" und das auch bei allen drei Farbkanälen. In diesem Fall gibt es keinen Unterschied mehr zwischen den Farbkanälen und somit sagen die Werte es wäre "maximal weiß". Das ist bei Astrofotos bei den Sternen oft der Fall, wenn man den Schwerpunkt auf die Aufnahme von schwachen Objekten wie Nebeln oder Galaxien legt. Deshalb hatte ich bei meinen ersten Aufnahmen auch solche Einstellungen.
Jetzt wollte ich auch die Farbe der Sterne gut aufnehmen und deshalb musste ich eine Sättigung vermeiden. Dazu habe ich die Belichtungszeit von 30s auf 10s reduziert und zusätzlich noch die Empfindlichkeit von 800ASA auf 400ASA runter gesetzt.
Das Resultat sieht man sehr deutlich, wenn man mein letztes Bild mit dem vorletzten vergleicht. Bei der letzten Aufnahme erscheinen die Sternfarben deutlich natürlicher.

Ich hoffe, ich konnte das halbwegs verständlich rüber bringen.

Viele Grüße & CS,
Reinhard
 
Guten Abend allerseits!

Bei einem Teller Buchstabensuppe (eigentlich wollte ich gern Sternchensuppe kochen, aber in meinem Schriftstellerhaushalt gab es heute nur die Buchstaben-Variante im Küchenschrank) möchte ich euch von meinen heutigen astronomischen Beobachtungen erzählen.

Ja, jetzt wird es wieder knallhart visuell hier drinnen! :D

Zuerst einmal eine Rand-Information für alle von euch, die mein nächtliches Abenteuer mit Lilli und Julia mitbekommen haben: Ich hab die beiden in letzter Zeit immer wieder getroffen, und jedes Mal schwärmten sie mir von diesem Abend vor. Auch Julia hat es anscheinend wirklich gefallen. Sie bleiben hartnäckig und möchten unbedingt mal wieder mit mir zusammen Sterne anschauen. Heute traf ich Lilli wieder, und sie eröffnete mir bedeutungsschwanger, dass Orion ja schon da sei. Wie es aussieht, hat den heuer bereits so ziemlich jeder gesehen, nur ich noch nicht.

Nun hat auch noch eine weitere Freundin von uns angemerkt, dass sie auch gern mal durch mein Teleskop schauen möchte. Sie möchte gern endlich mal wieder so richtig viele Sterne sehen und sie meinte, das gehe doch mit einem Teleskop. Au weia! Ich wollte ihr die Freude nicht verderben und versprach ihr, dass sie natürlich mitkommen dürfe, wenn wir - so im Dezember oder Januar - nach Orion schauen würden. Und ich klärte sie auf, dass sie, um viele Sterne sehen zu können, besser durch mein Fernglas schauen sollte, als durch das Teleskop. Weil da mehr Sterne drin seien und das Bild im Teleskop dunkler aussehe als im Fernglas. Und dann erzählte ich ihr noch was von Lichtverschmutzung und davon, dass man, um richtig viele Sterne sehen zu können, am besten in die Berge oder so fahren sollte.

Wie ihr seht, lassen die Mädels nicht locker. Ein wenig werd ich sie noch hinhalten. Aber wenn es passiert, erfahrt ihr bestimmt davon. ;)

Aber nun zu meinen Beobachtungen von gerade eben.

Unerwarteterweise hatten sich gegen Abend die Wolken bei uns größtenteils verzogen. Jupiter strahlte mich an, dass mein Herz hüpfte. Saturn versuchte auch sein Glück, aber, naja... Und da ich ja schon eine Weile vorhatte, Kembles Cascade durch meinen kleinen 60 mm Refraktor anzuschauen und ich auch noch den Tipp von Manfred ausprobieren wollte,

Ist eigentlich ganz einfach, obgleich in der Nähe nix Gescheites zum Aufsuchen ist: die beiden 'Endsterne' des Cassiopeia-W (epsilon und beta) bilden eine Linie, welche dann in der Länge des Abstandes von e und b in die Richtung wie e zu b liegt, zur Kaskade hin verschoben wird. Dort am Endpunkt der imaginären Linie sieht man mit bloßem Auge drei 5mag Sterne, die einen schwachen Bogen beschreiben, und durch den linken geht die Kaskade durch. Sieht man die drei nicht, lohnt sich auch der Anblick nicht.
schritt ich zur Tat.

Manfred, die drei von Dir beschriebenen Sterne sah ich (bei noch ungenügend adaptierten Augen) nicht. Trotzdem peilte ich mit dem 20 mm Okular ungefähr die beschriebene Gegend an, und es dauerte auch nicht lange, bis ich mir recht sicher war, den Wasserfall entdeckt zu haben. Zur Sicherheit hab ich auf Reinhards letztem Foto (also, wie man das mit zwei Schaschlik-Spießen hinbekommt und genau an die richtigen Stellen ist mir ein Rätsel - das muss Magie sein!) nachgeschaut, und ich war tatsächlich richtig!

Und da ich die Kaskade ja auch zeichnen wollte, holte ich mein Büchlein und arbeitete mich von ihrem Fuß-Ende aus mit Uwes Dreiecks-Methode nach oben voran. Ja, das ist gar nicht schlecht, es so anzugehen. Aber trotzdem kam ich immer wieder durcheinander, welchen Stern ich schon gezeichnet hatte und welchen noch nicht. Farbunterschiede fielen mir nicht auf, und so fürchterlich viele Sterne konnte ich auch nicht erkennen. Aber das erleichterte das Zeichnen. Das Ergebnis zeige ich euch so, wie ich es abfotografiert hab, ohne eine Reinzeichnung zu machen oder es irgendwie aufzuhübschen. Es soll euch nur dokumentieren, dass ich auch wirklich bei der Kaskade angekommen bin: :)

photo_2021-09-30_23-02-14.jpg


Eigentlich wollte ich auf die Himmelsrichtungen verzichten, aber extra für Dich, Uwe, hab ich dann doch noch einen Stern herausgepickt und beobachtet, in welchem Eck er verschwand. Das kann sich ganz schön hinziehen, wenn man bibbernd und mit steifen Fingern darauf wartet!

Und dann richtete ich den Blick noch auf die Andromeda-Galaxie. M 32 fand ich sofort wieder (nachdem ich nach ausgiebiger Sucherei M 31 endlich hatte). Eine Weile lang probierte ich mein Glück noch in Sachen M 110. Aber sie fand ich nicht. Allerdings war meine Geduld für heute schon recht strapaziert, es war eisig kalt, und ich hing für die Andromeda-Ecke halb über der Balkonbrüstung. Das werd ich beizeiten in einer etwas bequemeren Position noch einmal versuchen.

Also packte ich für heute zusammen (natürlich nicht, ohne vorher Jupiter noch schnell gute Nacht zu sagen), kochte mir eine Nicht-Sternchen-Suppe und fing an, euch hier zu berichten. :)

Manfred, vielen Dank für Deine Wegbeschreibung zur Kaskade! Die finde ich sehr praxistauglich!
Reinhard, vielen Dank für die Fotos! Ich finde sie alle schön. Und nett, dass Du die Spieße-Bastelei gemacht hast, damit wir auf dem Bild Sterne mit Strahlen bekommen.
Ulrike, halte durch! Auch Du bekommst wieder gutes Astro-Wetter, ganz bestimmt!
Und Uwe, danke nochmal für die Tipps zum Zeichnen und die Himmelsrichtungen!

Schlaft jetzt alle gut - sofern ihr nicht noch mit einem Auge oder einer Kamera irgendwo im Himmel festhängt,
viele Grüße

Sabine
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Sabine - gut , dass du die Kaskade doch noch gefunden hast. Dass die besagte gebogene Sternengruppe (welche bei sehr guter Sicht auch ne Vierergruppe sein kann), liegt mitunter auch an der Horizontsicht nach Norden; ich hab da z.B. Kassel, das stört schon merklich mehr, als ungenügende Dunkeladaption. Es ist auch 'mein Weg' dorthin', der hat sich dann so etabliert. Über Melotte 20 im Perseus geht es sicherlich auch - und der ist ja immer sichtbar. Ich häng' mal noch 'nen Kartenausschnitt aus dem SkyAtlas2000 dran, da ist die kleine 5mag-Gruppe markiert.

cs Manfred
 

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Hallo zusammen,

na dann möchte ich auch mal meinen Weg zur Kaskade beisteuern.
Vorweg muss ich leider sagen, dass ich einen sehr lichtverschmutzten Himmel habe, deshalb habe ich auch nur einen 6x30 Sucher, ein Größerer macht unter den Bedingungen keinen Sinn. Der Gradsicht-Sucher bildet aber aufrecht und seitenrichtig ab, was sehr hilfreich ist.

- Start ist immer Mirfak im Perseus.
- dann gehts Richtung Kassiopeia und man stößt auf gamma-Persei.
- Richtung beibehalten, dann kommt man zu Miram.
- Dort einen 90° Linksschwenk bis zu CE & CS Cam, der westlichen Ecke des Giraffen-Dreiecks.
- Jetzt noch ein wenig weiter in Ra Richtung Osten und man stolpert über die Kaskade.

Hier dazu ein Screenshot aus Stellarium:

Screenshot_20211001-143129.png


@ manfred:
Das muss ich mit dem 15x60er Miyauchi auch mal probieren, ich besitze auch ein solches. Danke für die Anregung!

Viele Grüße & CS,
Reinhard
 
Zuletzt bearbeitet:
Ja, mit dem Miyauchi geht's gut, allerdings ist mir bei 15x die AP zu groß weil wie erwähnt die Aufhellung durch KS stört. Da kommt 22x mit den 60mm besser, und da es im Vergleich zu den 15x auch richtige WW-Okulare sind, ist das Feld auch nur geringfügig kleiner (3° statt 3,3°). Das ist aber auch schon die Feldgrenze, lieber wäre mir ein WW bei 15x, aber da ist wieder die AP - ein Grund warum auch die Kaskade bei 23x im APM 100 nicht überzeugt (2,8°mit 24mm PanO), obwohl dann natürlich merklich mehr Sternlein herum stehen.

cs Manfred
 
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