Ehemaliges Mitglied
Hallo zusammen!
Gestern Abend prangte bei uns ein klarer Sternenhimmel, der zum Beobachten einlud. Und da ich nach der langen Zeit, die ich jetzt fast ausschließlich mit Jupiter verbracht hatte (mit dem kann man gar nicht zuviel Zeit verbringen!
) mal wieder Lust auf einen lockeren Querfeldein-Beobachtungsabend hatte, ging ich mit meinem Teleskop und dem Klapphocker runter in die dunkle Ecke hinterm Haus. Die entwickelt sich zu meinem Stamm-Beobachtungsplatz. Denn von dort aus kann ich ohne große Vorbereitungen gut Objekte anschauen, die von meinem Balkon aus nicht möglich sind. Und auch wenn es innerhalb der Stadt ist und die Lichtverschmutzung schon stört, bin ich eigentlich ganz zufrieden mit diesem Platz. Der "Gruselfaktor" hält sich bis auf diverse problematische Nachbarn, hin und wieder den Besuch eines Igels oder einer Katze und das Plumpsen der Äpfel in einem angrenzenden Garten sehr in Grenzen. Und das ist schon etwas wert.
Eigentlich stand gestern auf meiner Liste eine Vielzahl von Objekten, die dann doch nicht drankamen, weil mich spontan etwas anderes begeisterte. Wie halt so oft. So kam es auch, dass ich ganz am Anfang einen Blick auf die Andromeda-Galaxie warf, die nicht auf der Liste gestanden hatte. Aber ich peilte sie an, weil sie so schön erreichbar war und weil es da der recht volle Mond noch nicht über die Hausdächer geschafft hatte.
Es dauerte eine Weile, bis ich die Galaxie im (20 mm) Okular hatte (ja, ich weiß, dass man die eigentlich gar nicht übersehen kann, das machte die Sache auch etwas peinlich!
). Auf dem Weg dorthin kam ich an Mirach vorbei. Und auch wenn ich ihn schon öfter gesehen hatte, fiel mir doch erst gestern Abend auf, wie wunderschön golden der leuchtete! Herrlich! Irgendwann hatte ich dann M 31 gefunden. Und angespornt von dem Zeichen-Virus, den ich mir grade erst in Joachims Planeten und Mond im kleinen Gerät Thema eingefangen hatte, begann ich damit, die Galaxie und ihre Umgebung zu zeichnen.
Nachdem ich immer mehr von den Sternen in ihrer Umgebung aufgezeichnet hatte, fiel mir unterhalb ein kleines milchiges Fleckchen auf. Konnte das sein?! Ich wusste, dass es da noch zwei weitere kleine Galaxien gab. Aber bis jetzt hätte ich mir nie angemaßt, die auch wirklich mit meinem 60 mm Refraktor erkennen zu können. Aber das da unten war eindeutig ein Fleckchen, kein Stern! Ich wurde ganz aufgeregt. Sollte das wirklich möglich sein?! Ich zeichnete alles ein, wie ich es sah (soll man ja so machen!) und schaute dann in der Stellarium-App nach. Und es sah wirklich danach aus, als wäre das M 32!! Leute, könnt ihr euch vorstellen, was da in mir abging? M 32 in meinem kleinen Teleskop! Nicht zu fassen!


Fast wäre ich übermütig geworden und hätte auch noch angefangen, nach M 110 zu suchen. Aber da mir inzwischen die Galaxie wieder aus dem Okular entwischt war und auch der Mond sehr hell wurde, hob ich mir das für eine weitere Runde in einer dunkleren Nacht auf. Nachdem ich nun auch mein Messier-Buch konsultiert hab, bin ich ganz zuversichtlich. Denn angeblich sollen die beiden kleineren Galaxien in dieser Gegend sogar per Fernglas erkennbar sein. Wieso ist mir das bis jetzt noch nicht aufgefallen?
Ich wollte mit Doppelsternen weitermachen, zum Beispiel mit Zeta Aquarii. Aber der Mond erhellte den Himmel so sehr, dass der Wassermann kaum erkennbar war. Und nun blendete der Mond bereits über den Dächern sehr. Deshalb packte ich meine Sachen zusammen, schulterte mein Teleskop und zog um auf meinen Balkon.
Dort war der Mond noch hinter dem Dach verborgen. Welch ein Segen so ein Hausdach sein kann!
Jetzt ließ ich das Teleskop erst mal stehen und nahm das 10 x 50 Fernglas zur Hand. Eigentlich hatte ich Kembles Cascade gern zeichnen wollen. Aber der Mond erhellte den Himmel so sehr, dass von den Wasserfall-Sternen nur ein paar zu erkennen waren.
Warum kann man diesen Mond nicht mal kurz ausschalten? Für eine Stunde oder so. Das würde ja schon reichen...
Ich versuchte mich noch ein wenig am Herz-Nebel (IC 1805) und am Seelen-Nebel (IC 1848). Aber mehr als eine fragliche Aufhellung, die auch eine Wolke sein konnte, wurde das nicht.
Plötzlich kam aus Richtung der Balkontür ein herzzerreißendes "Mau, mau, mauuu!". Katerchen war aufgewacht. Nein, ich lasse die Balkontür nicht offen! Auch nicht für Dich, mein Lieber. Luftunruhe und sowas, verstehst Du?
Raus wollte er gar nicht. Es war ihm zu kalt und die Sterne interessierten ihn nicht. Als ich zu ihm reinging, machte er mir unmissverständlich klar, was er wollte: Futter. Das Abendessen hatte er schon intus. Aber was tut man nicht alles, um seine Tierchen zufriedenzustellen - und in Ruhe nach den Sternen schauen zu können?
Naja, die Pause im Haus war auch für mich ganz angenehm. Denn es war wirklich frisch geworden. Ein Vorteil der Balkon-Beobachtung ist, dass man zwischendurch reingehen kann, sich in eine Decke einwickeln und Kekse futtern, bis man wieder auf Betriebstemperatur gekommen ist!
Als ich wieder draußen war und mir Alamak im Teleskop ansehen wollte, stellte ich fest, dass es dem dort noch steckenden 20 mm Okular anscheinend ebenfalls zu kühl geworden war. Denn es beschlug sofort. Gut, dass ich die kleineren Okulare in der Jackentasche behalten und dort gewärmt hatte. Deshalb konnte ich nach einem Wechsel zum 10 mm Alamak in seiner ganzen Schönheit bewundern. Leute, werft mal einen Blick zu ihm rauf! Der kann es mit Albireo aufnehmen! Leicht zu trennen und wunderschöner Farbkontrast! Die hellere Komponente goldfarben und der kleinere Begleiter bläulich.
Tja, und dann wollte ich eigentlich noch ein paar Doppelsterne in der Kassiopeia ansteuern. Aber die standen alle zu "zenitig". Das wäre eine rechte Verrenkerei geworden, drum ließ ich das.
Epsilon Lyrae stand in einer günstigen Position. Zumindest was das Verrenken betraf. Und da ich sowieso nochmal versuchen wollte, ihn als Vierfachsystem aufzulösen, richtete ich mein Teleskop auf ihn. Im 6 mm Okular (116x) konnte ich die beiden Hauptkomponenten nicht wirklich auftrennen. Aber sie sahen zumindest etwas länglich verzogen aus.
Dann war ich wieder so durchgefroren, dass ich es gut sein ließ. Ich räumte alles auf, schaute nochmal nach dem nun satten und zufriedenen Kater und nahm eine Wärmflasche mit ins Bett. Natürlich nicht, ohne vorher noch ganz schnell Jupiter gute Nacht zu sagen...
Herzliche Grüße
und gute nächtliche Sicht euch allen!
Sabine
Gestern Abend prangte bei uns ein klarer Sternenhimmel, der zum Beobachten einlud. Und da ich nach der langen Zeit, die ich jetzt fast ausschließlich mit Jupiter verbracht hatte (mit dem kann man gar nicht zuviel Zeit verbringen!
Eigentlich stand gestern auf meiner Liste eine Vielzahl von Objekten, die dann doch nicht drankamen, weil mich spontan etwas anderes begeisterte. Wie halt so oft. So kam es auch, dass ich ganz am Anfang einen Blick auf die Andromeda-Galaxie warf, die nicht auf der Liste gestanden hatte. Aber ich peilte sie an, weil sie so schön erreichbar war und weil es da der recht volle Mond noch nicht über die Hausdächer geschafft hatte.
Es dauerte eine Weile, bis ich die Galaxie im (20 mm) Okular hatte (ja, ich weiß, dass man die eigentlich gar nicht übersehen kann, das machte die Sache auch etwas peinlich!
Nachdem ich immer mehr von den Sternen in ihrer Umgebung aufgezeichnet hatte, fiel mir unterhalb ein kleines milchiges Fleckchen auf. Konnte das sein?! Ich wusste, dass es da noch zwei weitere kleine Galaxien gab. Aber bis jetzt hätte ich mir nie angemaßt, die auch wirklich mit meinem 60 mm Refraktor erkennen zu können. Aber das da unten war eindeutig ein Fleckchen, kein Stern! Ich wurde ganz aufgeregt. Sollte das wirklich möglich sein?! Ich zeichnete alles ein, wie ich es sah (soll man ja so machen!) und schaute dann in der Stellarium-App nach. Und es sah wirklich danach aus, als wäre das M 32!! Leute, könnt ihr euch vorstellen, was da in mir abging? M 32 in meinem kleinen Teleskop! Nicht zu fassen!
Fast wäre ich übermütig geworden und hätte auch noch angefangen, nach M 110 zu suchen. Aber da mir inzwischen die Galaxie wieder aus dem Okular entwischt war und auch der Mond sehr hell wurde, hob ich mir das für eine weitere Runde in einer dunkleren Nacht auf. Nachdem ich nun auch mein Messier-Buch konsultiert hab, bin ich ganz zuversichtlich. Denn angeblich sollen die beiden kleineren Galaxien in dieser Gegend sogar per Fernglas erkennbar sein. Wieso ist mir das bis jetzt noch nicht aufgefallen?
Ich wollte mit Doppelsternen weitermachen, zum Beispiel mit Zeta Aquarii. Aber der Mond erhellte den Himmel so sehr, dass der Wassermann kaum erkennbar war. Und nun blendete der Mond bereits über den Dächern sehr. Deshalb packte ich meine Sachen zusammen, schulterte mein Teleskop und zog um auf meinen Balkon.
Dort war der Mond noch hinter dem Dach verborgen. Welch ein Segen so ein Hausdach sein kann!
Jetzt ließ ich das Teleskop erst mal stehen und nahm das 10 x 50 Fernglas zur Hand. Eigentlich hatte ich Kembles Cascade gern zeichnen wollen. Aber der Mond erhellte den Himmel so sehr, dass von den Wasserfall-Sternen nur ein paar zu erkennen waren.
Warum kann man diesen Mond nicht mal kurz ausschalten? Für eine Stunde oder so. Das würde ja schon reichen...
Ich versuchte mich noch ein wenig am Herz-Nebel (IC 1805) und am Seelen-Nebel (IC 1848). Aber mehr als eine fragliche Aufhellung, die auch eine Wolke sein konnte, wurde das nicht.
Plötzlich kam aus Richtung der Balkontür ein herzzerreißendes "Mau, mau, mauuu!". Katerchen war aufgewacht. Nein, ich lasse die Balkontür nicht offen! Auch nicht für Dich, mein Lieber. Luftunruhe und sowas, verstehst Du?
Raus wollte er gar nicht. Es war ihm zu kalt und die Sterne interessierten ihn nicht. Als ich zu ihm reinging, machte er mir unmissverständlich klar, was er wollte: Futter. Das Abendessen hatte er schon intus. Aber was tut man nicht alles, um seine Tierchen zufriedenzustellen - und in Ruhe nach den Sternen schauen zu können?
Naja, die Pause im Haus war auch für mich ganz angenehm. Denn es war wirklich frisch geworden. Ein Vorteil der Balkon-Beobachtung ist, dass man zwischendurch reingehen kann, sich in eine Decke einwickeln und Kekse futtern, bis man wieder auf Betriebstemperatur gekommen ist!
Als ich wieder draußen war und mir Alamak im Teleskop ansehen wollte, stellte ich fest, dass es dem dort noch steckenden 20 mm Okular anscheinend ebenfalls zu kühl geworden war. Denn es beschlug sofort. Gut, dass ich die kleineren Okulare in der Jackentasche behalten und dort gewärmt hatte. Deshalb konnte ich nach einem Wechsel zum 10 mm Alamak in seiner ganzen Schönheit bewundern. Leute, werft mal einen Blick zu ihm rauf! Der kann es mit Albireo aufnehmen! Leicht zu trennen und wunderschöner Farbkontrast! Die hellere Komponente goldfarben und der kleinere Begleiter bläulich.
Tja, und dann wollte ich eigentlich noch ein paar Doppelsterne in der Kassiopeia ansteuern. Aber die standen alle zu "zenitig". Das wäre eine rechte Verrenkerei geworden, drum ließ ich das.
Epsilon Lyrae stand in einer günstigen Position. Zumindest was das Verrenken betraf. Und da ich sowieso nochmal versuchen wollte, ihn als Vierfachsystem aufzulösen, richtete ich mein Teleskop auf ihn. Im 6 mm Okular (116x) konnte ich die beiden Hauptkomponenten nicht wirklich auftrennen. Aber sie sahen zumindest etwas länglich verzogen aus.
Dann war ich wieder so durchgefroren, dass ich es gut sein ließ. Ich räumte alles auf, schaute nochmal nach dem nun satten und zufriedenen Kater und nahm eine Wärmflasche mit ins Bett. Natürlich nicht, ohne vorher noch ganz schnell Jupiter gute Nacht zu sagen...
Herzliche Grüße
und gute nächtliche Sicht euch allen!
Sabine