Jupiter bearbeiten: jetzt will ich's wissen.

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Amenhotep

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Hallo,

im Thread nebenan (https://forum.astronomie.de/threads/ein-kleiner-jupiter.312016/#post-1617007) hat @*entfernt* eine Grafik gezeigt, die den Workflow beschreibt, wie er Jupiter und Saturn bearbeitet hat, um ein recht gutes Bild zu bekommen (Link zur Grafik).

Wenn ich mir das Ausgangsbild betrachte, denke ich mir so: dass kann ich auch. Frisch gestackt aus Autostakkert!3 sieht bei mir Jupiter so aus:

Jupiter_pipp-AS3(25%).png


Was ich dann nicht hinbekomme, ist, das das Bild zu aussieht, wie am Ende des Workflows - ich kann machen was ich will, so recht viel schärfer wird's nicht. Und wenn doch, ist's total unnatürlich und/oder komplett verrauscht.

Deswegen die Frage: kann mal jemand schauen, was aus dem Bild herauszuholen ist? Wenn nichts geht, gut, dann ist das so. Wenn aber doch, wäre ich dankbar, wenn die verwendeten Parameter detailliert genannt würden. Also nicht nur: "... dann Registax..", sondern "...in RS die Wavelets so eingestellt: ..." Jedes Bild muss zwar individuell bearbeitet werden, aber so hätte ich ein paar Anhaltspunkte.

Gruß
Thomas
 
Hallo Thomas,

ich habe es gerade mal probiert aber das Bild rauscht schon nach den ersten Schärfungen.
Wie viele Frames hast du aufgenommen und wie viele davon verwendet ?

Ich nehme meist über 6000 auf und stackte ca. 30-40%.
Hier meine Bearbeitungsschritte am Beispiel Mars:

Gruß,
Holger
 
Hallo Thomas,

Wie Mario bereits erwähnt hat, ist das Ergebnis natürlich von der Qualität des Ausgangsmaterials abhängig. Aber einen weiterer Faktor stellt das Ausgabeformat
des Videos dar, denn AVI ist nicht gleich AVI, es gibt nämlich auch komprimierte AVI.

Ermutigt durch die Nachbearbeitung der Wallimex Jupiter- und Saturnbilder wollte ich eine altes Jupiterbild bearbeiten, dessen Summenbild ich qualtitativ gleich
empfunden habe. Für die die Bearbeitungschritte habe ich meine abgespeicherten Werte der Walimex Jupiter Bearbeitung verwendet und dachte mir, mit ein wenig Adaption der Werte könnte ich ein vergleichbares Ergebnis erzielen.
Jupiter-BMO_Work.png

Wie man erkennen kann, geht schon das von Autostakkert geschärfte Bild in Richtung Artefakte und jede weitere Bearbeitung erzielt keine wesentliche Verbesserung. Das Jupiterbild wurde mit dem Bresser MicrOkular aufgenommen, das zwar im AVI Format aufzeichnet, aber eben als komprimiertes AVI, das
alle Details “wegkomprimiert”, da stecken einfach keine weiteren Information in den Bildern, was sich in der Nachbearbeitung bemerkbar macht.

Grüße

*entfernt*
 
Jupiter_pipp-AS3(25%)_3.jpg

Viel mehr geht mit dem komprimierten 8bit Bild nicht, dass man hier aus dem Forum runterladen kann. Man sieht hier schon, wie es anfängt zu rauschen. Meiner Meinung sind da noch deutlich mehr Details drin, wenn genügend Material gestackt wurde. 1000e Bilder müssen es nicht sein, einige 100 aber schon. Je mehr je besser.
 
2021-09-30-1945_3-Jupiter_AS_P40_lapl5_ap167.jpg
2021-09-30-1945_Jupiterv2_3.jpg

Hier ist noch ein Beispiel, was man aus einem guten Rohstack herausholen kann. Bearbeitet wurde mit Autostackkert->Registax->Fitswork->Gimp in der Reihenfolge.
 
Hallo,

zunächst Danke für Eure antworten und Mühen.

Zuerst löse ich mal auf, wie ich zu dem Bild gekommen bin: Es handelt sich um 25% von 91 RAW-Aufnahmen meiner Sony A68. Quellmaterial war ausdrücklich kein Video, weil die Kamera kein Video-Crop durchführt, sondern die Auflösung herabsenkt.

Ok, 91 Bilder sind jetzt nicht de Menge. Ich hoffte aber, das durch die höhere Auflösung kompensieren zu können.

Was ich an der Sache nicht verstehe: Wenn das Summenbild gleich verschwommen aussieht, kann es dann dennoch sein, dass in dem einem Bild nachschärfbare Informationen stecken und in dem anderen nicht?
Wenn ein Summenbild aus 1000 Bildern errechnet wird, kann ich mir schon vorstellen, dass das besser aussieht, als eines, welches aus 20 Bildern gestackt wurde. Aber das war hier ja nicht gegeben, beide Bilder sehen gleich aus.

Gruß
Thomas
 
Ich sehe es mir bei Gelegenheit an. Das Ergebnis steht und fällt aber mit dem Ausgangsmaterial und je mehr Bilder vorhanden sind um so besser.
Bis dahin hilft dir vielleicht auch eines meiner Videos weiter: Wissen & Technik: Grundlagen der Planetenfotografie - Teleskop - Astronomie

Grüße, Mario
Hallo Mario,
ich habe mir dein Video angeschaut und bin als Anfänger in dieser Materie absolut begeistert. Habe mir die Programme runtergeladen und werde bei Gelegenheit alles so machen, wie du es beschreibst.
Gruß, Klaus
 
Hallo Thomas,

Wie Mario bereits erwähnt hat, ist das Ergebnis natürlich von der Qualität des Ausgangsmaterials abhängig. Aber einen weiterer Faktor stellt das Ausgabeformat
des Videos dar, denn AVI ist nicht gleich AVI, es gibt nämlich auch komprimierte AVI.

Ermutigt durch die Nachbearbeitung der Wallimex Jupiter- und Saturnbilder wollte ich eine altes Jupiterbild bearbeiten, dessen Summenbild ich qualtitativ gleich
empfunden habe. Für die die Bearbeitungschritte habe ich meine abgespeicherten Werte der Walimex Jupiter Bearbeitung verwendet und dachte mir, mit ein wenig Adaption der Werte könnte ich ein vergleichbares Ergebnis erzielen.
Den Anhang 217646 betrachten
Wie man erkennen kann, geht schon das von Autostakkert geschärfte Bild in Richtung Artefakte und jede weitere Bearbeitung erzielt keine wesentliche Verbesserung. Das Jupiterbild wurde mit dem Bresser MicrOkular aufgenommen, das zwar im AVI Format aufzeichnet, aber eben als komprimiertes AVI, das
alle Details “wegkomprimiert”, da stecken einfach keine weiteren Information in den Bildern, was sich in der Nachbearbeitung bemerkbar macht.

Grüße

Peter
Hallo Peter,

gut zu wissen, dass es komprimierte AVIs gibt. Aber mal ganz dumm gefragt, woran erkenne ich, ob komprimiert oder unkomprimiert gespeichert wurde? Ich nehme bislang im SharpCap immer AVIs auf im Glauben, dass diese die maximalen Informationen enthalten.

CS Johannes
 
@Mr.Horsehead aka Johannes
woran erkenne ich, ob komprimiert oder unkomprimiert
wenn der Kamerahersteller in seiner technischen Spezifikation darauf keinen Hinweis gibt, kannst du das nur an der Dateigröße erkennen. In diesem Thema
habe ich mit AviDemux für meine 5 Kameras jeweils Videos mit 2 Minuten Länge erstellt und die daraus resultierenden Dateigrößen gegenübergestellt.


@Amenhotep aka Thomas
Mehr Informationen kann man aus deiner Bilddatei nicht herauskitzeln.

Jupiter_pipp-AS3_fit_01.png


Grüße
 
Hallo,

@*entfernt*: Dein Bild sieht besser aus. Das Beste, welches ich aus dem gestackten Bild "zaubern" konnte, sieht so aus:

2021-09-22_Jupiter_pipp-AS3(25%)-RS6.png


Magst Du mir noch verraten, wie Du zu Deinem Ergebnis gekommen bist?

Gruß
Thomas
 
Hallo Thomas,

gerade habe ich mir die Arbeit gemacht alle Bearbeitungsschritte nochmal nachzuvollziehen und mit Hardcopies
die unterschiedlichen Einstellungen zu dokumentieren.

[Wegen Beleidigung von der Moderation gelöscht]

Deshalb versuche meine Bearbeitungsschritte in Worten zu erklären. Es gibt nicht den Einen
Weg zum Erfolg. Saturn Bilder bearbeite ich in einer anderen Weise als Jupiter oder Mars Bilder. Nachdem
meine WhiteBalance für rot und blau nicht wirklich perfekt ist, schaut mein Jupiter auch immer so
rötlich wie deiner aus. Hier hilft die RGB Balance von Registax, bei meinen Saturn und Mars Bilder
führt das aber zu keiner wesentlichen Verbesserung. Nachstehend das Gerüst für meine Bildbearbeitung.

1. Registax RGB Balance
2. Registax Wavelet schärfen
3. Gimp Schwarz- und Weißpipette (in dieser Reihenfolge, evtl. noch die Graupipette probieren)
4. Gimp Farbton/Helligkeit anpassen
5. Gimp Gaußscher Weichzeichner
6. Gimp Farbkurven korrigieren

Außerdem würde ich das Bild bereits von Autostakkert schärfen lassen, wenn die Einstellung “Sharpened” gesetzt wird,
bekommst du als Ergebniss zwei Bilddateien, ein ungeschärftes und geschärftes. Das von Autostakkert geschärfte
Bild erkennst du am Dateiname, der dann ungefähr so aussieht “xxxxxx.conv.png” oder “xxxxxx.conv.tif”. Die
Schärfung von Autostakkert ist schon ganz brauchbar weshalb man dann in Registax nicht mehr ganz so viel
nachschärfen muß.

viel Glück
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo @*entfernt*,

Danke für Deine Schritte. Dann werde ich mal noch etwas spielen.

Das Bild schon von Autostakkert vorschärfen zu lassen ist ein interesannter Tip. Ich hatte bisher - bestärkt durch einige Anleitungen im Internet - angenommen, dass das Gegenteil richtig ist, weil a) das Schärfen von AS!3 nicht so gut sei und b) das Schärfen in RS6 durchgeführt wird.

Heute Abend soll es mal wieder einen klaren Himmel geben. Mal sehen, dann werde ich deutlich mehr Bilder machen können - habe extra eine größere Speicherkarte gekauft.

Gruß
Thomas
 
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