Hab mir auch den Ocal Pro für meinen 8" /f5 und mein 10" f/10 SCT zugelegt. Am Newton erstmal kein Problem, da klappt das alles augenscheinlich und ich war begeistert. Am SC dagegen folgt Ernüchterung...Hui. Wenn man den Ocal im OAZ des jeweiligen Teleskopes klemmt ist alles erstmal gut, man darf den nach der Justage aber nicht mehr drehen, da wird einem schwindelig! Das taumelt dann alles je nach Offset was man einstellen musste. Beim SC ist der Effekt noch viel schlimmer aufgrund der viel größeren Brennweite. Am Newton komme ich in allen Lagen in den Fokus. Ich kann die Spiegelung im FS/HS vom Sensor samt der Mittenmarkierung im HS sehen und wenn ich den Fokus auf die andere Richtung ziehe, sehe ich den Rand des OAZ-Rohres. Bis auf das Offset ist das gar nichtmal so schlecht. Ziemlich einfach die Justage wenn man das mal durchgespielt hat. Beim SC schaffe ich das aber nicht, der Sensor als Spiegelung im FS bleibt ein unscharfes Etwas.
Habe mir nun für beide Teleskope einen Direktschraubadapter für den OAZ am Newton bzw. ein Visual Back für das SC bestellt, denn der OAZ am SC hat keinerlei Möglichkeiten dafür. Was möchte ich damit erreichen? Möglichst eine gute Basis.
1. am Newton: Eliminierung der Verkippung von Kamera / Hülsen und Komakorrektor im OAZ bei Klemmung. Ich hoffe, dass die Verschraubung eine bessere Zentrierung zulässt. Diese kann ich mittels der 3 Zug/Druckschrauben am OAZ nochmals feineinstellen. Das sollte dann eine gute Basis sein. Die Kamera wird später zwar immer noch geklemmt, aber wenn sie mit dem Schraubadapter nebst Komakorrektor adaptierbar ist, der Arbeitsabstand sich einstellen lässt, wechsel ich drauf um. Dann einfach Ocal und Kamera wechseln, fertig. Leider kann man dann ohne Rotationssystem das Bildfeld nicht mehr so einfach drehen. Dann müsste man dann den Newton in den Rohrschellen drehen. Umständlich, aber ginge. Anders beim SCT.
2. am SCT: Eliminierung der Verkippung von Kamera / Hülsen und Reducer/Telekompressor im OAZ bei Klemmung. Ich werde das System mit verschraubtem Ocal am Visual Back justieren für eine gewisse Ausgangsposition. Dann werde ich den OAZ, der leider hier keine 3 Zug/Druckschrauben hat oder gar ein Schraubadapter an der Okularseite zulässt, wieder montieren. Dann den Ocal mit einem Tiltadapter samt Reducer montieren, das Ganze normal klemmen und auf das bereits justierte Teleskop ausrichten. Da der Tiltadapter ja auch eine gewisse optische Baulänge hat, muss man den Arbeitsabstand entsprechend neu einstellen, klar. Wenn man dann das System halbwegs kollimiert hat, darf dann natürlich OAZ, Tiltadapter und Ringklemmung nicht mehr verändert werden. Am besten Markierungen an allen veränderbaren Teilen anbringen. Als letzten Schritt Ocal auch hier wieder gegen die Astrocam umschrauben, fertig. Die korrekten Arbeitsabstände Ocal / Reducer wie bei der späteren Cam lasse ich mal außen vor. Das Bildfeld ließe sich per OAZ drehen, der hat ein Rotationssystem am SC-Gewinde mit Schwalbenschwanz. Dann müsste aber die Kollimation bei Drehung wieder im A sein.... und man beginnt von vorne.
Bei beiden dann später am Stern mit der Astrocam die Kollimation überprüfen. Bin gespannt ob sich das so durchführen lässt.
Was meint ihr?
Die Fehler der Klemmung hat man natürlich auch bei Justage mit Laser oder Cheshire / Concenter, aber man sieht die Auswirkungen nicht so extrem wie beim Ocal wenn man das Konstrukt im OAZ dreht. Evtl. viel Wind um nix und es macht letztlich kaum was aus?