Annares
Aktives Mitglied
Guten Morgen,
vor einiger Zeit habe ich mich ja schonmal daran gemacht eine EQ-Plattform zu erstellen, an der bis ich auf Bretter, Schrauben und zwei Lager nicht brauche bis auf das Zeug aus dem 3D-Drucker. Eine kleine Übersicht meiner doch sehr funktionalen Version hab ich hier: --> Selbstbau EQ-Plattform für einen 200/1200 Dobson
Ich hoffe ich kann noch andere für eine EQ-Plattform so begeistern, die zuvor durch den Aufwand zurückgeschreckt sind.
Diese hatte auch schon für den normalen Abend ausgereicht und soweit funktioniert, aber hatte auch noch das ein oder andere Problem, welches es zu lösen galt.
- Durch die Querbewegung, die durch die VN-Segmente entstanden, verzog sich das Plastik vom Nordsegment (ab und zu) und baute Spannung auf. In dem Moment wird die Plattform ungenauer und wenn sich die Spannung löst, dann ruckelte das Bild kurz.
- Die Welle, auf der die Plattform gelaufen ist, war etwas schwach auf der Brust. Die hat es schon zweimal in der Mitte geteilt. 8mm Plastikwelle halt
Damals haben wir auch um Thread etwas diskutiert, wie man dann Segment in der Hinsicht besser machen könnte und hatte auch selber Blut geleckt, die Plattform etwas zu verfeinern.
Nun habe ich die Wochen Zeit gefunden, um sie zu designen und zu testen.
Im ersten Schritt möchte ich euch die Plattform kurz vorstellen und etwas über die Einzelteile erzählen, im zweiten Schritt, zusätzliche Dinge, die mir das Leben erleichtern sollen und im dritten Schritt würde ich euch einen kleinen Einblick geben, wie man die Segmente in einem kostenfreien Programm "schnell" selber erstellen kann.
Ich würde im Übrigen ein oder anderen Tester/in suchen, der die Plattform mit einem 3D-Bausatz nachbauen würde.
Wenn alles wunderbar funktioniert, könnte man die ein oder andere Datenbank für 3D-Modelle für verschiedene Breitengrade und Größen bereitstellen.
Zur Plattform:
Es ist noch dieselben Platten, die ich für meine letzte Plattform benutzt habe und diese mussten wirklich für viele Experimente herhalten. Sobald ich mir sicher bin, dass alles dauerhaft funktioniert, werde ich mir die Platte vielleicht in schön nachbauen. Die Platte hat die passende Maße für mein 200/1200 Dobson. Man sieht ihr auch an, dass sie einiges mitmachen durfte.
Die Kosten sind wirklich Minimal, die Platten habe ich vom Sperrmüll und das verbrauchte Plastik, bewegt sich auch im niedrigen einstelligen Bereich.
Der Motor macht wahrscheinlich 70-80% der Kosten aus.
Als Motor benutze ich eine EQ-2 Motor. Die Nachführzeit beträgt ca. 1 Stunde.
Die Nordlager und das Südlager:
Mit den Nordsegmenten auf Basis von VN-Segmenten habe ich mich wirklich gequält. Erstmal weil sie selber nicht kurvig sind und zweitens (auch nach der genauen Anleitung von Reiner Vogel) doch noch Fragen offen waren. Ich habe versucht den VN-Segmenten eine Rundung zu verschaffen, damit diese sauberer über die Welle laufen, ohne zu viel Spannung aufzubauen. Dies hat so weit auch geklappt leider stellte ich dann fest, dass das Verhältnis zwischen Rundung und Länge des Segmentes nicht passt. Bedeutet die Plattform drehte sich im Verhältnis zur Rundung des Segmentes zu schnell. Ich hab in Verdacht, dass dies durch die Streckung des Segmentes hervorgerufen wurde. Die Abweichung war wirklich nur gering. Ich denke bei einer normalen Beobachtung, würde dies auch nicht stören. Nach einigen versuchen (zu den auch andere Fehlschläge gehörten) baute sich doch langsam ein Segmentfriedhof auf.
Nun da ich nicht wusste, wo genau der Fehler bei der Umrechnung des Kreises in ein VN-Segment lag oder ob es generell diese Abweichung gibt, musste eine neue Idee her, um den kleinen geweckten Perfektionist zu befriedigen. Also hab ich direkt aus dem aufgespannten Kegel das Segment ausgeschnitten. Somit musste ich nichts umrechnen und musste mir um die Rundung keine Sorgen mehr machen. Also wie eine CS-Plattform, nur dass ich die Auflagefläche wieder begradigt habe, damit ein einfaches horizontales Lager ausreicht. Natürlich ist durch die Vorgehensweise das Lager nun etwas unterhalb des Plattformtisches und nicht mehr direkt an der Seite.
Damit ich die Segmente ziel gesetzt anbringen kann, habe ich die Segmente auch direkt mit einem Abstandhalter versehen, der mit dem genauen Schnittpunkt zwischen Platte und Kreissegment anzeigt. Des Weiteren hab ich an der Mitte des Segmentes eine Markierung angebracht. Damit lassen sich später die Lager deutlich zielsicherer passend anbringen. Und beim Ausrichten der Plattform, vereinfach die Markierung auch einiges. Die Segmente sind mit feinem Schleifpapier überzogen. Falls jemand eine bessere Lösung hat, nur her damit.
Hab es mir auch nicht nehmen lassen meinen Usernamen und den Breitengrad einzugravieren.
Die Wellen habe ich zur Vorgängerversion deutlich verstärkt. Die können nun nicht mehr durchbrechen (jedenfalls nicht mehr durch das Gewicht des Dobsons).
Als Südlager benutze ich weiterhin eine Schraube als Zapfenlager. Hat sich beim Testen sehr vorteilhaft erwiesen, damit die Höhe des Südlagers immer passend einstellen zu können. Zukünftig könnte ich auch mit der Schraube die Plattform an die geografische Breite etwas anpassen.
Zusätzliches:
Bei der Benutzung der Plattform haben sich einige nervige Dinge ergeben. Ist hier nur mehr "quality of life".
Besonders das Finden des exakten Nordens hat mir schon damals irregemacht. Natürlich kann man die Plattform grob Richtung Norden aufstellen, aber wollte es doch etwas genauer. Ein Kompass zeigte sich als sehr unbrauchbar. Sobald der Kompass oder Handy auf der Platte lagen, zeigten sie eine deutliche Abweichung zum Polarstern. Sobald ich diese wieder in der Hand hatte, zeigte sie wieder grob in die Richtung des Polarsterns. Wirklich zum verrückt werden. Also habe ich mir einen für die Justierung eine Laserhalterung erstellt, die genau auf den Polarstern zeigen sollte, wenn die Plattform richtig aufgestellt ist. Funktioniert wunderbar und genauer als der Kompass.
Die Motorsteuerung am Motor ist mir mit dem Rad zu fummelig und ich hätte doch lieber eine Anzeige. Also hab ich mir mit Spannungswandler eine kleine Vorschaltung gebaut, an der ich die aktuelle Spannung sehen und einstellen kann. Aber mit der bin ich definitiv auch nicht zufrieden. Die Spannungsanzeige in 0,1 Schritten ist doch ziemlich ungenau und das einstellen wird doch mehr zur Geduldsprobe mit dem Spannungsmessgerät und der kleinen Schraube zum Einstellen. Hab mir nun ein kleines digitales Voltmeter bestellt, welches ich dazwischenschalten kann mit 0.01 Genauigkeit und einer Motorsteuerung mit einem dicken Rädchen. Hoffe damit bekomme ich im Dunkeln genauer meine Einstellung.
Praxis:
Die Plattform läuft rund und sehr genau, es sind kaum Abweichungen erkennbar. Selbst bei 200facher Vergrößerung und deutlichen Zoom durch das Handy blieben Objekte sehr ruhig. Die Abweichungen, die jetzt noch erkennbar sind, kommen von meiner Unfähigkeit den Motor genauer einstellen zu können. Ich hoffe mit der neuen geplanten Lösung, gehört das Problem auch der Vergangenheit an.
Auf der Plattform findet nicht nur mein Dobson platz, sondern auch mein Fotostativ mit Kamera und das funktioniert auch wunderbar, kein durchrutschen. Der Motor muss hier nur etwas angepasst werden, da deutlich weniger Gewicht zu bewegen ist.
Mit der dem Dobson waren Belichtungszeiten von 5 Sekunden beim Orion möglich. (25mm)
Bei der Kamera waren beim Test auf der Terrasse bis zu 30 Sekunden Belichtungszeit drinnen. Sogar Richtung 40 Sekunden. Aber bei einer Brennweite von 135-210mm wird das Anpassen des Motors zu einer Geduldsprobe, da Abweichungen nicht so schnell auf dem Display zu sehen sind.
War gestern Abend auf einem Feld in der Nähe der Stadt und musste unbedingt mal die Plattform für eine Fotoaktion benutzen.
Mit dem Dobson, 25mm Okular und Handy konnte ich den Orion 5 Sekunden belichten und habe mal 135 Bilder geschossen. Meine Kamera wollte ich jetzt nicht mit den kurzen Verschlusszeiten am Teleskop quälen.
Ich glaube die Handykamera hat auch keinen Filter und der Nebel kommt dadurch wahrscheinlich auch etwas mehr zu Geltung. (hab ich jetzt einfach mal so Radom gesagt)
Auf die Kamera hab ich dann ein 135 Objektiv gepackt und wollte den Orion in einen etwas größeren Ausschnitt belichten. Aber hier hat mir die Motorsteuerung der langen Belichtungszeit einen Strich durch die Rechnung gemacht. Bei der ****** Kälte war mir auch das Rumgespiele an der bescheidenen Motorsteuerung doch etwas zu viel und habe sichere 15 Sekunden Belichtungszeiten für die Aufnahmereihe gewählt. Dürften ungefähr 70 Bilder gewesen sein zum Stacken.
In Zukunft will ich aber die Belichtungszeiten um einiges steigern.
Ich denke für meine ersten richtigen Deepskybilder darf ich mich etwas freuen.
Erstellung des Segmentes:
Möchte hier nur ganz kurz erläutern wie ich das Segment erstellt habe. Ist wirklich nur grob beschrieben und sollte nur eine Idee geben wie das Segment erstellt wird. Gerne kann ich später bei Bedarf Sachen genauer erläutern. Man sollte sich aber vorher schon bewusst sein wie die Plattform funktioniert, sonst wird man auch nicht wirklich verstehen was ich hier treibe.
Als Programm habe ich mich extra für eine kostenlose und einfaches Bearbeitungsprogramm entschieden---> Tinkercad | From mind to design in minutes. Ist kostenlos und man muss nichts herunterladen, die Bearbeitung erfolgt direkt im Browser. Einfach bedeutet aber auch wiederum, dass viele Sachen halt nicht einfach sind, da man umdenken muss, da das Programm viele der Funktionen die man brauch nicht unterstützt.
Weil viele Leute diesen Bauplan für ihre Plattform benutzen, werde ich es an den Maßen machen, die Reiner Vogel bereitgestellt hat.
Aber es wird kein VN-Segment am Schluss, sondern muss unten an der Plattform, wie bei mir, angebracht werden. Da ich leider nur 8 Bilder Pro Beitrag hochladen darf, werde ich ein Gesamtbild machen und passende Nummern vergeben. Ich werde mich auch einfach mal auf den Breitengrad 50° für die Vorführung setzen. Ich gebe mir Mühe keinen Fehler zu machen, falls ihr einen findet, es ist schon spät! und der Text hat doch länger als geplant gedauert. Also nicht verwirren lassen.
Mit STRG+Z könnt ihr eingaben rückgängig machen.
1. Zuerst muss man natürlich wissen wie groß der Kegel werden muss. Entweder hat man ein CAD Programm offen und kann es direkt abmessen oder man muss an dem Bauplan den Kegel berechnen. Und wir kennen ja alle noch die Formel von der Schule, wie man Dreiecke berechnet *hust*. Nein ich mag es auch nicht so sehr mit Cosinus und Sinus zu rechen. Aber gibt zum Glück Rechner, die das Erledigen. Damit ich hier nicht so viele Dreiecke Abbilden muss, um auf den genauen Kegel zu kommen, werde ich es Grafisch in einem CAD Programm lösen.
Wir nehmen dabei an, dass das Südlager wirklich am unteren Ende des Plattformtisches ist. In Wirklichkeit wird es wohl etwas weiter darunter liegen. Je nachdem wie man das Südlager plant.
2. Unser Kegel muss also 291,5mm groß sein und 427,8mm breit.
Wir erstellen nun diesen Kegel in TinkerCAD. Geben ihn eine Höhe von 291,5mm und eine Breite von 855,6mm (2x 427,8mm wegen Durchmesser und kein Radius hier)
Achtung TinkerCAD ist für solche Größen nicht ausgelegt, aber es funktioniert.
3. Nun drehen wir den Kegel um 90°. Nach dem Drehen müssen wir den Kegel erneut drehen und diesmal um unseren Breitengrad. Also hier 50°
Nun sehen wir schon den Kegel vor uns, den wir brauchen, aber leider müssen wir hier gleich ein paar Umwege gehen, da 64 Kanten viel zu wenig sind.
4. Wir wollen ja am Schluss horizontale Lager haben. Dafür müssen wir nun die Spitze des Kegels so weit verdicken, bis wir eine gleichmäßige Bodenfläche erlangen. Was ich genau meine sieht man vielleicht auf dem Bild. Dafür müssen wir nun den "oberen Radius" so weit anheben, bis der Kegel gleichmäßig den Boden berührt. Das ist bei mir bei 1.88 der Fall. Diese Zahl merken wir uns nun. Den nun müssen wir einen neuen Kegel erstellen, den 64 Kanten sind bei der Größe viel zu wenig. Den Kegel kann man erstmal löschen.
5. Wir erstellen einen neuen Kegel mit 64 Kanten und der eben gemerkten "oberen Radius" und klonen diesen mit Strg+C und Strg+V. Den erstellten Klon setzen wir genau in den anderen Kegel hinein und verdrehen den leicht. Anschließend drücken wir oben auf Vereinigen (vorher beide Markieren). Nun haben wir einen Kegel mit 124 Kanten. Das wiederholen wir nun bis wir mindestens 1000 Kanten haben. Also 4 Mal. Man kann es natürlich auch öfters machen, aber das Programm bestraft einen irgendwann mit langen Ladezeiten und Fehler. Es ist einfach nicht dafür ausgelegt, aber wenn es klappt, dann auch gerne 2000 oder mehr.
6. Nun geben wir die Werte aus Schritt zwei wieder ein und richten ihn wie bei Schritt 3 aus.
7. Nun fangen wir an alles wegzuschneiden, was wir nicht brauchen. Also alles, was über 5cm hoch ist können wir schonmal wegschneiden. Man erstellt hierfür einfach einen Quader und sagt dem Programm, dass es eine Bohrung ist, vergrößert ihn passend, setzt ihn 5cm hoch (Kegel sollte in dem fall genau auf dem Boden stehen) und vereinigt beide.
Nun hat man nur noch den wichtigen unteren Teil des Kegels. Nun schneiden wir es weiter zusammen.
8. Nun haben wir quasi schon das passende Nordsegment, welches so auch funktionieren würde. Der Rest ist dann nur noch Fleißarbeit. Man schneidet nun die passenden Stücke aus die man brauch. Kann Balken anbringen und so weiter. Hier muss man sich etwas ausprobieren und das Design ist jedem selbst überlassen. Jeden einzelnen Schritt zu zeigen wäre doch etwas viel.
Ich wollte nur für interessierte einen Anfang machen, damit man sich mal versuchen kann. Falls es auf großes Interesse stößt, kann ich gerne helfen oder auch mal eventuell ein Video dazu machen. Am Schluss könnte das Segment so aussehen.
So war viel Text und ich hoffe, es hilft jemanden beim Bau und Planung weiter oder gibt ihm zumindest einen Ansatz zum Starten.
Falls ihr Fehler in der Planung sehen solltet, bitte darauf hinweisen
Viele Grüße
Jan
vor einiger Zeit habe ich mich ja schonmal daran gemacht eine EQ-Plattform zu erstellen, an der bis ich auf Bretter, Schrauben und zwei Lager nicht brauche bis auf das Zeug aus dem 3D-Drucker. Eine kleine Übersicht meiner doch sehr funktionalen Version hab ich hier: --> Selbstbau EQ-Plattform für einen 200/1200 Dobson
Ich hoffe ich kann noch andere für eine EQ-Plattform so begeistern, die zuvor durch den Aufwand zurückgeschreckt sind.
Diese hatte auch schon für den normalen Abend ausgereicht und soweit funktioniert, aber hatte auch noch das ein oder andere Problem, welches es zu lösen galt.
- Durch die Querbewegung, die durch die VN-Segmente entstanden, verzog sich das Plastik vom Nordsegment (ab und zu) und baute Spannung auf. In dem Moment wird die Plattform ungenauer und wenn sich die Spannung löst, dann ruckelte das Bild kurz.
- Die Welle, auf der die Plattform gelaufen ist, war etwas schwach auf der Brust. Die hat es schon zweimal in der Mitte geteilt. 8mm Plastikwelle halt
Damals haben wir auch um Thread etwas diskutiert, wie man dann Segment in der Hinsicht besser machen könnte und hatte auch selber Blut geleckt, die Plattform etwas zu verfeinern.
Nun habe ich die Wochen Zeit gefunden, um sie zu designen und zu testen.
Im ersten Schritt möchte ich euch die Plattform kurz vorstellen und etwas über die Einzelteile erzählen, im zweiten Schritt, zusätzliche Dinge, die mir das Leben erleichtern sollen und im dritten Schritt würde ich euch einen kleinen Einblick geben, wie man die Segmente in einem kostenfreien Programm "schnell" selber erstellen kann.
Ich würde im Übrigen ein oder anderen Tester/in suchen, der die Plattform mit einem 3D-Bausatz nachbauen würde.
Wenn alles wunderbar funktioniert, könnte man die ein oder andere Datenbank für 3D-Modelle für verschiedene Breitengrade und Größen bereitstellen.
Zur Plattform:
Es ist noch dieselben Platten, die ich für meine letzte Plattform benutzt habe und diese mussten wirklich für viele Experimente herhalten. Sobald ich mir sicher bin, dass alles dauerhaft funktioniert, werde ich mir die Platte vielleicht in schön nachbauen. Die Platte hat die passende Maße für mein 200/1200 Dobson. Man sieht ihr auch an, dass sie einiges mitmachen durfte.
Die Kosten sind wirklich Minimal, die Platten habe ich vom Sperrmüll und das verbrauchte Plastik, bewegt sich auch im niedrigen einstelligen Bereich.
Der Motor macht wahrscheinlich 70-80% der Kosten aus.
Als Motor benutze ich eine EQ-2 Motor. Die Nachführzeit beträgt ca. 1 Stunde.
Die Nordlager und das Südlager:
Mit den Nordsegmenten auf Basis von VN-Segmenten habe ich mich wirklich gequält. Erstmal weil sie selber nicht kurvig sind und zweitens (auch nach der genauen Anleitung von Reiner Vogel) doch noch Fragen offen waren. Ich habe versucht den VN-Segmenten eine Rundung zu verschaffen, damit diese sauberer über die Welle laufen, ohne zu viel Spannung aufzubauen. Dies hat so weit auch geklappt leider stellte ich dann fest, dass das Verhältnis zwischen Rundung und Länge des Segmentes nicht passt. Bedeutet die Plattform drehte sich im Verhältnis zur Rundung des Segmentes zu schnell. Ich hab in Verdacht, dass dies durch die Streckung des Segmentes hervorgerufen wurde. Die Abweichung war wirklich nur gering. Ich denke bei einer normalen Beobachtung, würde dies auch nicht stören. Nach einigen versuchen (zu den auch andere Fehlschläge gehörten) baute sich doch langsam ein Segmentfriedhof auf.
Nun da ich nicht wusste, wo genau der Fehler bei der Umrechnung des Kreises in ein VN-Segment lag oder ob es generell diese Abweichung gibt, musste eine neue Idee her, um den kleinen geweckten Perfektionist zu befriedigen. Also hab ich direkt aus dem aufgespannten Kegel das Segment ausgeschnitten. Somit musste ich nichts umrechnen und musste mir um die Rundung keine Sorgen mehr machen. Also wie eine CS-Plattform, nur dass ich die Auflagefläche wieder begradigt habe, damit ein einfaches horizontales Lager ausreicht. Natürlich ist durch die Vorgehensweise das Lager nun etwas unterhalb des Plattformtisches und nicht mehr direkt an der Seite.
Damit ich die Segmente ziel gesetzt anbringen kann, habe ich die Segmente auch direkt mit einem Abstandhalter versehen, der mit dem genauen Schnittpunkt zwischen Platte und Kreissegment anzeigt. Des Weiteren hab ich an der Mitte des Segmentes eine Markierung angebracht. Damit lassen sich später die Lager deutlich zielsicherer passend anbringen. Und beim Ausrichten der Plattform, vereinfach die Markierung auch einiges. Die Segmente sind mit feinem Schleifpapier überzogen. Falls jemand eine bessere Lösung hat, nur her damit.
Hab es mir auch nicht nehmen lassen meinen Usernamen und den Breitengrad einzugravieren.
Die Wellen habe ich zur Vorgängerversion deutlich verstärkt. Die können nun nicht mehr durchbrechen (jedenfalls nicht mehr durch das Gewicht des Dobsons).
Als Südlager benutze ich weiterhin eine Schraube als Zapfenlager. Hat sich beim Testen sehr vorteilhaft erwiesen, damit die Höhe des Südlagers immer passend einstellen zu können. Zukünftig könnte ich auch mit der Schraube die Plattform an die geografische Breite etwas anpassen.
Zusätzliches:
Bei der Benutzung der Plattform haben sich einige nervige Dinge ergeben. Ist hier nur mehr "quality of life".
Besonders das Finden des exakten Nordens hat mir schon damals irregemacht. Natürlich kann man die Plattform grob Richtung Norden aufstellen, aber wollte es doch etwas genauer. Ein Kompass zeigte sich als sehr unbrauchbar. Sobald der Kompass oder Handy auf der Platte lagen, zeigten sie eine deutliche Abweichung zum Polarstern. Sobald ich diese wieder in der Hand hatte, zeigte sie wieder grob in die Richtung des Polarsterns. Wirklich zum verrückt werden. Also habe ich mir einen für die Justierung eine Laserhalterung erstellt, die genau auf den Polarstern zeigen sollte, wenn die Plattform richtig aufgestellt ist. Funktioniert wunderbar und genauer als der Kompass.
Die Motorsteuerung am Motor ist mir mit dem Rad zu fummelig und ich hätte doch lieber eine Anzeige. Also hab ich mir mit Spannungswandler eine kleine Vorschaltung gebaut, an der ich die aktuelle Spannung sehen und einstellen kann. Aber mit der bin ich definitiv auch nicht zufrieden. Die Spannungsanzeige in 0,1 Schritten ist doch ziemlich ungenau und das einstellen wird doch mehr zur Geduldsprobe mit dem Spannungsmessgerät und der kleinen Schraube zum Einstellen. Hab mir nun ein kleines digitales Voltmeter bestellt, welches ich dazwischenschalten kann mit 0.01 Genauigkeit und einer Motorsteuerung mit einem dicken Rädchen. Hoffe damit bekomme ich im Dunkeln genauer meine Einstellung.
Praxis:
Die Plattform läuft rund und sehr genau, es sind kaum Abweichungen erkennbar. Selbst bei 200facher Vergrößerung und deutlichen Zoom durch das Handy blieben Objekte sehr ruhig. Die Abweichungen, die jetzt noch erkennbar sind, kommen von meiner Unfähigkeit den Motor genauer einstellen zu können. Ich hoffe mit der neuen geplanten Lösung, gehört das Problem auch der Vergangenheit an.
Auf der Plattform findet nicht nur mein Dobson platz, sondern auch mein Fotostativ mit Kamera und das funktioniert auch wunderbar, kein durchrutschen. Der Motor muss hier nur etwas angepasst werden, da deutlich weniger Gewicht zu bewegen ist.
Mit der dem Dobson waren Belichtungszeiten von 5 Sekunden beim Orion möglich. (25mm)
Bei der Kamera waren beim Test auf der Terrasse bis zu 30 Sekunden Belichtungszeit drinnen. Sogar Richtung 40 Sekunden. Aber bei einer Brennweite von 135-210mm wird das Anpassen des Motors zu einer Geduldsprobe, da Abweichungen nicht so schnell auf dem Display zu sehen sind.
War gestern Abend auf einem Feld in der Nähe der Stadt und musste unbedingt mal die Plattform für eine Fotoaktion benutzen.
Mit dem Dobson, 25mm Okular und Handy konnte ich den Orion 5 Sekunden belichten und habe mal 135 Bilder geschossen. Meine Kamera wollte ich jetzt nicht mit den kurzen Verschlusszeiten am Teleskop quälen.
Ich glaube die Handykamera hat auch keinen Filter und der Nebel kommt dadurch wahrscheinlich auch etwas mehr zu Geltung. (hab ich jetzt einfach mal so Radom gesagt)
Auf die Kamera hab ich dann ein 135 Objektiv gepackt und wollte den Orion in einen etwas größeren Ausschnitt belichten. Aber hier hat mir die Motorsteuerung der langen Belichtungszeit einen Strich durch die Rechnung gemacht. Bei der ****** Kälte war mir auch das Rumgespiele an der bescheidenen Motorsteuerung doch etwas zu viel und habe sichere 15 Sekunden Belichtungszeiten für die Aufnahmereihe gewählt. Dürften ungefähr 70 Bilder gewesen sein zum Stacken.
In Zukunft will ich aber die Belichtungszeiten um einiges steigern.
Ich denke für meine ersten richtigen Deepskybilder darf ich mich etwas freuen.
Erstellung des Segmentes:
Möchte hier nur ganz kurz erläutern wie ich das Segment erstellt habe. Ist wirklich nur grob beschrieben und sollte nur eine Idee geben wie das Segment erstellt wird. Gerne kann ich später bei Bedarf Sachen genauer erläutern. Man sollte sich aber vorher schon bewusst sein wie die Plattform funktioniert, sonst wird man auch nicht wirklich verstehen was ich hier treibe.
Als Programm habe ich mich extra für eine kostenlose und einfaches Bearbeitungsprogramm entschieden---> Tinkercad | From mind to design in minutes. Ist kostenlos und man muss nichts herunterladen, die Bearbeitung erfolgt direkt im Browser. Einfach bedeutet aber auch wiederum, dass viele Sachen halt nicht einfach sind, da man umdenken muss, da das Programm viele der Funktionen die man brauch nicht unterstützt.
Weil viele Leute diesen Bauplan für ihre Plattform benutzen, werde ich es an den Maßen machen, die Reiner Vogel bereitgestellt hat.
Aber es wird kein VN-Segment am Schluss, sondern muss unten an der Plattform, wie bei mir, angebracht werden. Da ich leider nur 8 Bilder Pro Beitrag hochladen darf, werde ich ein Gesamtbild machen und passende Nummern vergeben. Ich werde mich auch einfach mal auf den Breitengrad 50° für die Vorführung setzen. Ich gebe mir Mühe keinen Fehler zu machen, falls ihr einen findet, es ist schon spät! und der Text hat doch länger als geplant gedauert. Also nicht verwirren lassen.
Mit STRG+Z könnt ihr eingaben rückgängig machen.
1. Zuerst muss man natürlich wissen wie groß der Kegel werden muss. Entweder hat man ein CAD Programm offen und kann es direkt abmessen oder man muss an dem Bauplan den Kegel berechnen. Und wir kennen ja alle noch die Formel von der Schule, wie man Dreiecke berechnet *hust*. Nein ich mag es auch nicht so sehr mit Cosinus und Sinus zu rechen. Aber gibt zum Glück Rechner, die das Erledigen. Damit ich hier nicht so viele Dreiecke Abbilden muss, um auf den genauen Kegel zu kommen, werde ich es Grafisch in einem CAD Programm lösen.
Wir nehmen dabei an, dass das Südlager wirklich am unteren Ende des Plattformtisches ist. In Wirklichkeit wird es wohl etwas weiter darunter liegen. Je nachdem wie man das Südlager plant.
2. Unser Kegel muss also 291,5mm groß sein und 427,8mm breit.
Wir erstellen nun diesen Kegel in TinkerCAD. Geben ihn eine Höhe von 291,5mm und eine Breite von 855,6mm (2x 427,8mm wegen Durchmesser und kein Radius hier)
Achtung TinkerCAD ist für solche Größen nicht ausgelegt, aber es funktioniert.
3. Nun drehen wir den Kegel um 90°. Nach dem Drehen müssen wir den Kegel erneut drehen und diesmal um unseren Breitengrad. Also hier 50°
Nun sehen wir schon den Kegel vor uns, den wir brauchen, aber leider müssen wir hier gleich ein paar Umwege gehen, da 64 Kanten viel zu wenig sind.
4. Wir wollen ja am Schluss horizontale Lager haben. Dafür müssen wir nun die Spitze des Kegels so weit verdicken, bis wir eine gleichmäßige Bodenfläche erlangen. Was ich genau meine sieht man vielleicht auf dem Bild. Dafür müssen wir nun den "oberen Radius" so weit anheben, bis der Kegel gleichmäßig den Boden berührt. Das ist bei mir bei 1.88 der Fall. Diese Zahl merken wir uns nun. Den nun müssen wir einen neuen Kegel erstellen, den 64 Kanten sind bei der Größe viel zu wenig. Den Kegel kann man erstmal löschen.
5. Wir erstellen einen neuen Kegel mit 64 Kanten und der eben gemerkten "oberen Radius" und klonen diesen mit Strg+C und Strg+V. Den erstellten Klon setzen wir genau in den anderen Kegel hinein und verdrehen den leicht. Anschließend drücken wir oben auf Vereinigen (vorher beide Markieren). Nun haben wir einen Kegel mit 124 Kanten. Das wiederholen wir nun bis wir mindestens 1000 Kanten haben. Also 4 Mal. Man kann es natürlich auch öfters machen, aber das Programm bestraft einen irgendwann mit langen Ladezeiten und Fehler. Es ist einfach nicht dafür ausgelegt, aber wenn es klappt, dann auch gerne 2000 oder mehr.
6. Nun geben wir die Werte aus Schritt zwei wieder ein und richten ihn wie bei Schritt 3 aus.
7. Nun fangen wir an alles wegzuschneiden, was wir nicht brauchen. Also alles, was über 5cm hoch ist können wir schonmal wegschneiden. Man erstellt hierfür einfach einen Quader und sagt dem Programm, dass es eine Bohrung ist, vergrößert ihn passend, setzt ihn 5cm hoch (Kegel sollte in dem fall genau auf dem Boden stehen) und vereinigt beide.
Nun hat man nur noch den wichtigen unteren Teil des Kegels. Nun schneiden wir es weiter zusammen.
8. Nun haben wir quasi schon das passende Nordsegment, welches so auch funktionieren würde. Der Rest ist dann nur noch Fleißarbeit. Man schneidet nun die passenden Stücke aus die man brauch. Kann Balken anbringen und so weiter. Hier muss man sich etwas ausprobieren und das Design ist jedem selbst überlassen. Jeden einzelnen Schritt zu zeigen wäre doch etwas viel.
Ich wollte nur für interessierte einen Anfang machen, damit man sich mal versuchen kann. Falls es auf großes Interesse stößt, kann ich gerne helfen oder auch mal eventuell ein Video dazu machen. Am Schluss könnte das Segment so aussehen.
So war viel Text und ich hoffe, es hilft jemanden beim Bau und Planung weiter oder gibt ihm zumindest einen Ansatz zum Starten.
Falls ihr Fehler in der Planung sehen solltet, bitte darauf hinweisen
Viele Grüße
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