MünchenBeiNacht
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Hallo Forum,
ich habe mir kürzlich zwei große Schraubadapter im 3D-Druck für mein EAA-Setup machen lassen und wollte sie Euch vorstellen.
In meinem EAA Setup arbeitet ein Skywatcher 130PDS und der OAZ hat oben ein M54,3x1 Gewinde, welches gut für Verschraubungen verwendet werden kann.
Ich hatte mir einen zweiteiligen Adapter vorgestellt. Der erste, obere Teil der mit Hilfe des M54x0,75 Gewindes der APM Barlow verschraubt wird und sich in etwa wie eine Überwurfmutter nach unten (in Richtung OAZ/Fangspiegel) verlängert. Zur Kamera hin sollte zusätzlich eine Schwalbenschwanz-Aufnahme vorhanden sein, in den man dann einen dritten Teil, Rotator, mit drei Rändelschrauben fixieren kann, um:
Mit etwas Nachdenken und "hirnen" habe ich die drei Teile von oben (Kamera) nach unten (OAZ|Fangspiegel) dann so gezeichnet.
@Astro Steve vom @Astro Prints - 3D-Druck hat mir dann geholfen aus meinen Zeichnungen finale, 3D gedrucktes Werkstücke zu machen.
Eingebaut und im OAZ verschraubt, schaut das dann so aus.

In einem Beitrag von Heiko, @DocHighCo hat er beschrieben wie er sich einen kompletten "Mini-Newton" gedruckt hat und es hat sich eine allgemeine Diskussion über 3D-Druck entwickelt. Ich wollte Heikos Beitrag aber nicht weiter hijacken, darum will ich die interessante Diskussion hier in einem eigenen Beitrag ergänzen und fortführen.
Gute Frage! Ich habe dazu noch keine Meinung und zu wenig Erfahrung. Der 1/10mm ist sicherlich eine Herausforderung! Die Gewinde scheinen erstaunlicherweise ziemlich haltbar zu sein. Bis jetzt habe ich den Eindruck, dass bei Kälte der Kunststoff durchaus "schrumpft", das bedeutet das Filtergewinde geht deutlich schwerer als bei Zimmertemperatur.
Die Gewinde für die drei Rändelschrauben, ich hatte mir da M4 ausgesucht, habe ich aber nicht 3D-mäßig drucken lassen, sondern über eine Rampa-Muffe die es mit M8 Außengewinde und M4 Innengewinde mit der Länge von 5 mm gibt, realisiert. Im 3D Druck wurde also das M8 erstellt und die Muffe reingeschraubt. Die Standard-Metall-Rändelschraube zum fixieren des Rotators läuft also in diesem Fall in einem Metallgewinde. Außerdem habe ich die Muffe in dem gleichen Winkel wie den eigentlichen Schwalbenschwanz realisiert, also nicht 90° waagrecht. Hintergedanke war dabei, dass so die Rändelschraube dann im 90° Winkel auf den Schwalbenschwanz drückt und damit weniger "Verletzungen" am Kunststoff-Schwalbenschwanz verursacht, als wenn sie schräg auftreffen würde.
Es gibt 3D-Druck Anbieter wie IGUS die Ihre 3D Druckverfahren in allen möglichen Bereichen wie Toleranz, Biegesteifigkeit und, und sehr genau spezifizieren. Ladet einfach mal eine .SLT Datei hoch und schaut Euch die verschiedenen Verfahren und Spezifikationen dazu an. Sehr interessant. Da nimmt man dann aber für ein einzelnes Werkstück den Gegenwert eines 3D-Druckers in die Hand. Bei Igus kann man inklusive den mögliche Nachbearbeitungs und Veredelungs-Möglichkeiten einen guten Überblick bekommen was geht.
Ich bin auch überzeugt, dass solche "optischen" Adapter in Abhängigkeit der Temperatur sicherlich in irgendeiner Weise arbeiten und damit auch das Foto-Ergebnis beeinflussen. Nur alleine mir fehlt eine "Indoor-optische Bank" um dies in irgendeiner Art und Weise qualitativ und reproduzierbar nachmessen und überprüfen zu können. Und die "Outdoor-Möglichkeiten" sind im Moment durch Dauer-Hochnebel nur leider sehr rar.
Bis jetzt konnte ich Wetter bedingt den Adapter für die Barlow nur zwei Mal ausprobieren und da hat es als EAA Ergebnis gesehen beim ersten mal gut funktioniert, beim zweiten Mal gab es etwas "Eiersterne". Allerdings fehlt mir im Moment der Sachverstand und Praxis-Horizont beurteilen zu können, liegt es am Adapter? An der Kollimation des Newton? War vielleicht der Rotator nicht sorgfältig genug verschraubt? und, und, und ...
Mich würde Eure mechanische und Foto - Expertise jetzt sehr interessieren, darum hier die drei Test-Bilder die ich inzwischen mit diesem Adapter gemacht habe. Wobei für mich, aus dem EAA-Liveview Blickwinkel M31 und M33 so weit in Ordnung sind, wenn auch M33 angeschnitten und M31 nur teilweise drauf. Hier stand jetzt einfachwas geht im Vordergrund. Aber M74 hat eher "Eiersterne". Aber ich bin sehr gespannt auf Eure Einschätzung
Alles sind Live-Stacks aus Sharpcap, ohne jegliche Nachbearbeitung. Aber seht selber und sagt mir Eure Meinung.
Total time: 2700 s | Frames: 675 | 4s | Gain: 300
Total time: 3160 s | Frames: 790 | 4s | Gain: 300
Total time: 4400 s | Frames: 550 | 8s | Gain: 300
Ich würde mich freuen, wenn sich eine rege Diskussion dazu entwickelt. Viele Grüße - MünchenBeiNacht - Ewald
ich habe mir kürzlich zwei große Schraubadapter im 3D-Druck für mein EAA-Setup machen lassen und wollte sie Euch vorstellen.
In meinem EAA Setup arbeitet ein Skywatcher 130PDS und der OAZ hat oben ein M54,3x1 Gewinde, welches gut für Verschraubungen verwendet werden kann.
Rotator und Schraubadapter für die APM 1,5x Barlow mit Komakorrektor
Diese APM Barlow ist vom Design her gar nicht vorgesehen, sie in einem OAZ zu verschrauben. Sie hat aber oben, in Richtung Kamera zwei Gewinde die man dafür verwenden kann. Ein M54 x 0,75 und ein Standard M48 x 1 Innengewinde.Ich hatte mir einen zweiteiligen Adapter vorgestellt. Der erste, obere Teil der mit Hilfe des M54x0,75 Gewindes der APM Barlow verschraubt wird und sich in etwa wie eine Überwurfmutter nach unten (in Richtung OAZ/Fangspiegel) verlängert. Zur Kamera hin sollte zusätzlich eine Schwalbenschwanz-Aufnahme vorhanden sein, in den man dann einen dritten Teil, Rotator, mit drei Rändelschrauben fixieren kann, um:
- den final richtigen Abstand zur Kamera zu haben
- die Kamera frei drehen kann
- bei Bedarf einen Filter einschrauben kann
Mit etwas Nachdenken und "hirnen" habe ich die drei Teile von oben (Kamera) nach unten (OAZ|Fangspiegel) dann so gezeichnet.
@Astro Steve vom @Astro Prints - 3D-Druck hat mir dann geholfen aus meinen Zeichnungen finale, 3D gedrucktes Werkstücke zu machen.
Eingebaut und im OAZ verschraubt, schaut das dann so aus.

In einem Beitrag von Heiko, @DocHighCo hat er beschrieben wie er sich einen kompletten "Mini-Newton" gedruckt hat und es hat sich eine allgemeine Diskussion über 3D-Druck entwickelt. Ich wollte Heikos Beitrag aber nicht weiter hijacken, darum will ich die interessante Diskussion hier in einem eigenen Beitrag ergänzen und fortführen.
Wie sieht es denn bei so optischen Adaptern und Abstandshaltern, wo es auf 1/10 mm ankommt und mit den feinen Gewinden mit der Haltbarkeit und Genauigkeit aus?
Ewald @MünchenBeiNacht taugt das wirklich auf Dauer was?
Werden die Gewinde nicht mit der Zeit ausgeleiert?
Wie reagiert der Kunststoff eigentlich auf Wetter Einflüsse (Schnee, Tau/Regen, tiefe Temperaturen, starke Sonne)?
Gute Frage! Ich habe dazu noch keine Meinung und zu wenig Erfahrung. Der 1/10mm ist sicherlich eine Herausforderung! Die Gewinde scheinen erstaunlicherweise ziemlich haltbar zu sein. Bis jetzt habe ich den Eindruck, dass bei Kälte der Kunststoff durchaus "schrumpft", das bedeutet das Filtergewinde geht deutlich schwerer als bei Zimmertemperatur.
Die Gewinde für die drei Rändelschrauben, ich hatte mir da M4 ausgesucht, habe ich aber nicht 3D-mäßig drucken lassen, sondern über eine Rampa-Muffe die es mit M8 Außengewinde und M4 Innengewinde mit der Länge von 5 mm gibt, realisiert. Im 3D Druck wurde also das M8 erstellt und die Muffe reingeschraubt. Die Standard-Metall-Rändelschraube zum fixieren des Rotators läuft also in diesem Fall in einem Metallgewinde. Außerdem habe ich die Muffe in dem gleichen Winkel wie den eigentlichen Schwalbenschwanz realisiert, also nicht 90° waagrecht. Hintergedanke war dabei, dass so die Rändelschraube dann im 90° Winkel auf den Schwalbenschwanz drückt und damit weniger "Verletzungen" am Kunststoff-Schwalbenschwanz verursacht, als wenn sie schräg auftreffen würde.
Es gibt 3D-Druck Anbieter wie IGUS die Ihre 3D Druckverfahren in allen möglichen Bereichen wie Toleranz, Biegesteifigkeit und, und sehr genau spezifizieren. Ladet einfach mal eine .SLT Datei hoch und schaut Euch die verschiedenen Verfahren und Spezifikationen dazu an. Sehr interessant. Da nimmt man dann aber für ein einzelnes Werkstück den Gegenwert eines 3D-Druckers in die Hand. Bei Igus kann man inklusive den mögliche Nachbearbeitungs und Veredelungs-Möglichkeiten einen guten Überblick bekommen was geht.
Ich bin auch überzeugt, dass solche "optischen" Adapter in Abhängigkeit der Temperatur sicherlich in irgendeiner Weise arbeiten und damit auch das Foto-Ergebnis beeinflussen. Nur alleine mir fehlt eine "Indoor-optische Bank" um dies in irgendeiner Art und Weise qualitativ und reproduzierbar nachmessen und überprüfen zu können. Und die "Outdoor-Möglichkeiten" sind im Moment durch Dauer-Hochnebel nur leider sehr rar.
Bis jetzt konnte ich Wetter bedingt den Adapter für die Barlow nur zwei Mal ausprobieren und da hat es als EAA Ergebnis gesehen beim ersten mal gut funktioniert, beim zweiten Mal gab es etwas "Eiersterne". Allerdings fehlt mir im Moment der Sachverstand und Praxis-Horizont beurteilen zu können, liegt es am Adapter? An der Kollimation des Newton? War vielleicht der Rotator nicht sorgfältig genug verschraubt? und, und, und ...
Mich würde Eure mechanische und Foto - Expertise jetzt sehr interessieren, darum hier die drei Test-Bilder die ich inzwischen mit diesem Adapter gemacht habe. Wobei für mich, aus dem EAA-Liveview Blickwinkel M31 und M33 so weit in Ordnung sind, wenn auch M33 angeschnitten und M31 nur teilweise drauf. Hier stand jetzt einfachwas geht im Vordergrund. Aber M74 hat eher "Eiersterne". Aber ich bin sehr gespannt auf Eure Einschätzung
Alles sind Live-Stacks aus Sharpcap, ohne jegliche Nachbearbeitung. Aber seht selber und sagt mir Eure Meinung.
M31 - Andromeda
Total time: 2700 s | Frames: 675 | 4s | Gain: 300
M33 - Dreiecks-Galaxie
Total time: 3160 s | Frames: 790 | 4s | Gain: 300
M74 - NGC 628
Total time: 4400 s | Frames: 550 | 8s | Gain: 300
Ich würde mich freuen, wenn sich eine rege Diskussion dazu entwickelt. Viele Grüße - MünchenBeiNacht - Ewald
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